Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 20 (1922)
- Issue
- Heft 35 (15.12.1922)
- Date
- 1922-12-15
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Srcnlfurfer israelitisches FsmilieaAatt ****** Mn Vach «ach. ZrantfurterLü-iftheIngendblStter Mllricha>«a d«r naLäöb. Erscheint vierzehntäaig. Bezugspreis pro viertelte^' Bel oer Post abonniert Mk. ^<w.—. bei Ser D Pr e^c Zusrnvung durch Streifband für Deutschland t» ,23.00, für Ausland ,o franz.- 5 schwciz. .*rvSv SholL Fl., ü rhillmg,. 2 Dollar jährlich, im Voraus 7---. zahlbar. Einzelnuunner Mk. ,5.— Redaktion und Expedition: Frankfurt a.M., Unterlindau2; Fernsprecher: A»nt Tann»» so?.? •«••«MB« Jüdisch : Zeitungs-Gesellschaf m. b. £. postbcheö Uonto Nr. 5W! Frankfurt «. rn? Insert ionspreis für die sirbengefpaltene Nvapareillr.Zeile » Mk. so.— für die Reklamezeile ML so.—. Platz- und •>.:♦»>-» I Vorschrift ohne Verbindlichkeit. Anzeigenannahme n.-d '> waltung: Epoche, Reklameacsellschaftm.b. ff. Franks: % Roßmarkt b. Telefon Liansa S764- ] -—-■ ... ■ ■■■■—■■■■■— —> 20. Jahrgang Freitag, den 28. Aislew 5683 03. Dezember $22) Nr. 3 üO Deutsche Lhaluzim Die palästinensische Regierung hat für eine Anzahl D« Arbetiera die Einreisebewüliguag ertelli. Don den HMMchu find etwa 30 auf Deutschland entfallen. In Deutschland leben mehrere hundert Lhaluzim. ßc I«»en «efijüdischen und oMbischea llrhnuug». «efich berett, jahrelang in Berufen uud gewerblichen MWjHM« ausbiwen. die Hase ia Palästina besonder, GchrrMchk werden. Za der lehch» Feil ist wirderholt von läudhWm Besuchern Palästinas darauf hlugewiefrKwtzchäi. dah der quaüflzierte, gut ausgebildete jü- »Gc Arsteiter eiaer der wichtlgfieu Fakkore» de» pro- DhKtveu: dlafbap» ist. Gerade au die^m Ttzpu» herrfchl ^elu'Mäogil'M Laude» der auf da» ganze MrlfchHt»- Mk« MSckchirkl. Za Deutschland fiehim jetzt solche Ar- ^beiter bereit. Heute haudets e» sich «üchl darum. PM-?sttzu> M pojWl sihc Flüchllinge zubeuutzea. soadera ^ar eW^MaerÄge Zahl voa Wmschea kam» hiaüberiEMÜckefe' der beste« faMch -geschuWu Sräfle. dau' Hache Ruhen bringen und den weg für neue ^Siuwtmderaag bereiten. Die Lhaluzim in DeulschlAnd, die seit Monaten auf die Lmrrifebewilligung warten, haben von ihren Arbeldlöhneu Ersparnisse zur Deckung der Reisekosten gelaicht. Liefe Beträge sind jetzt infolge der Geldealwerbnch jmllfläadig unzureichend geworden. Zn dem Augen- Wtf, ne ter Transport ab gehen könnte, fehlt es an dem Leistgeld! Die Zionisten in Deutschland' müssen das Reifegeld für dbrfe Leute aufbringen. Die Ermöglichung der Alijeh düser Ehaluzlm ist die unmittelbarste Förderung der Aafbaas Palästinas, sie ist die wichtigste zionistische Tat. Der ia diesem Augenblick nicht selbst Mitwirken kann, die historische Ausgabe dev Momentes zu erfüllen, hat doppelte und dreifache Verpflichtung. denen, die als pstaiere für unsere gemeinsame Sache vorangehea. den Dig zu ebnen. Das Reisegeld für diese Ehalazim aufzvbringen. ist eine Ehrenpflicht-der Zionisten. Düse Aktion mutz im Laufe des Monats Dezember M allem Rachdruck durchgeführt werden. Der Landesvorfiand der Zionistischen Vereinigung für Deutschland hat sich gleichzeitig mit den zentralen Instanzen der Bewegung in Verbindung g'letzt. um eine dauernde Regelung der Alijah-Frage herbe-zuführen. Unabhängig davon mutz aber für die Aebersicdtnng der m Augenblick bercifflehend.rn Lhaluzim gesorgt werden, ü» bi, Ende Dezember, wo sie bereits aus der Reise sein >»Asien, die endgültige Regklung der Alijah-Arage nicht «-folgt sein kann. An alle Zionisten ergeht der Ruf, sich mit oller Uraft für diese Sammlung cinzusetzen. Zeder Zionist »uch ein Maximum beifrag,cn, muh unablässig für den Iond» werben, weitere Zeit darf nicht verloren werden. 2er Transport muh noch iin Dezember abgehen. Zionisten, leistet Euren Beitrag für die llebersi^»- lang der Ehaluzim! . Bedenket, dah das Rerfegetd m Äotdwutzrung bezahlt werden mutz und besteuert Euch fkldst ln Goldwährung für diesen Zweck. Es wäre eine "ie wieder gutzumachendc Schande für das deutsche Zudentum. wenn die Aktion keinen vollen Erfolg brachte. Zionisten, geht sofort an die Arbeit! Es gib' niJte* was heute auf das jüdische Volk einen ähnlichen Kmiwuck niachen könnte, als die Parole für die Ul'loh. für den Aufbau neuen jüdischen Lebens durch ,udischc Arbell. Palästina braucht Menschen. Unsere Sache >f» es. Wichtigste Meldungen. )>n preußischen Landtag fand arrf eine Deutschnationale Interpellation hin, eine Debatte -über die Gstjudenfrage statt. In Klanfenburg, Bukarest und Iaffy kam es unter Führung von Studenten zu antisemitischen Ausschreitungen. * Die antisemitischen Exzesse der Miener Studentenschaft dauern fort. * Der Board if Deputier, die Vertretu aller englischer Juden, bat einstimmig eilte Resolution. Mgunsten des ^alästinamandats: angenommen. * Die jüdischen Seym-Abgeordneten in polen haben einen einheitlichen jüdischen Klub gebildet. erurnichtefn« die Meafchea zu senden, die zu-ausbauender Arbeit fähig find. Sela IÄ des volke» darf fich der Tterpflichtung entziehen. Landesvorstand der ZioaifSfcheu Vereinigung für Deutschland. Lervn. den 2g. Rovember 1322. Wir veröffenüichen vorstehenden Aufruf und erwarten. daß nicht nur Zionisten, 'andern alle Juden, die dem Wischen Aufbau Erez-Jsraels nicht gleichgültig gegenüberstehen, zu dieser Aktion beitragen werden. Wir nehmen Spenden entgegen und werden die Namen der Spender veröffentlichen. Lhanukkah 5683 Wieder feiern wir Chonukkah. — Ist es uns schon so selbstverständlich geworden, daß wir uns garnicht mehr wundern und erstaunen darüber, daß das jüdische Volk ein Siegesfest feierte, daß Juden. Kinder des Volkes der Liebe, das seinen Altar mit Eisen zu b* hauen verbot, weil es das Werkzeug des Krieges ist. ein Erinnerungsfeft an einen blutigen, grausamen Krieg Jahr für Jahr feiern. Ist es vielleicht nur Schwäche und Unvermögen, wenn wir heute den Krieg verabscheuen und das Makkabüerfest uns eine frohe Erinne rung an die Zeit, wo wir es „auch einmal gekonnt"? - Nun, wer nur etwas um die Seele unseres Volkes ahnt, der weiß, daß nur tiefste Assimilation das Chainikkahfest zu einer Art ..Sedanfeier" machen kannte, dah aber auch nur einer aüen Geheimnissen des Volles entfremdeten Seele das Fest bloß als „gemütliche Familienfeier" erscheinen kann, bei der inan sich beschenkt, allerhand lustige Dinge treibt und sich der munteren Lichtlein frent. Nein, so wenig Chonukkcch ein gemütliches, stilles Familiemest. so n.nig ist es ein Krieg-- und Siegesverherrlichungsfest, v/.e Europa sie so gut — und traurig zu feiern weiß. H' -en andre LstHker Denkmäler und Mahnzeichen aus Erz ata S-'ein gebaut, so hat sich unser Volk hier ein lebendiges, fich von Jahr zu Jahr erneuerndes Denkmal geschaffen, das immer wieder kündet: Nicht weil wir uns des Krieges freuen, sondern weil wir ihn verabscheuen, ist uns dieses Fest eine Mahnung: eine Mahnung daran, daß es im Leben eines jeden Volkes und deshalb auch im Leben, des jüdischen Voltes eine Situation geben kann, in der selbst dos Furchtbarste unternommen werden muß: der Krieg. Dieses Fest appellictt gerade wegen der Furchtbarkeit des Krieges, die die Juden immer empfunden haben, aufs stärkste an Gewissen und Verantwortungsgefühl jedes einzelnen: Dubistoerantwortlich für das Schicksal bei nes Volkes und Niemäl» darfst Du dich mit dem nkeA'trüsten: „Es ist bis jetzt gsgangen und.e»ü»ird;fchon fo weiter gehen."' Cs jb« Gesthichte jedes Volles» in de- D hÜn Untergang geweiht ist. ischSW: die b«wMge, venmtworhaigsvokle,. begeiMste, opfe^ereile Tar eines iedeu. der Äer GmMtrsthast/ Kvt.' Wt ' ma die Zeit der Makkabäer. Es war der Zufanunenstrch der jüdifchen mit der hellenistischen Kultur. Die Geschichte trieb beide Kulturen gegeneinander, mancher Kompromiß. war schon geschlossen, immer weitere Kompromisse drohten, da hatten jüdische Männer die Größe» die ganze Verantwortung für das Schicksal des Volkes zu fiihleu. Erst kämpften sie. dann kam das Wunder der Lichte, aber nicht glaubten sie mit der Berufung auf das Wunder die Tot fliehen zu dürfen. Wohl niemals in der Wischen Geschichte war die Lage unseres Volkes furchtbarer unb der Makkabäerzeit ähnlicher als heute. Wieder sind wir von der Gefahr der Auflösung in uns fremde Kulturen verstrickt, wieder droht uns der Drache Assimilation zu verschlingen. wieder droht der Verrat einer affimüierten Frömmlerschichr. Und wieder kann uns nur eins vor dem Untergang retten: daß alle sich zufammentun zur befreienden Tat. Zur Tat — und dies ist große uns bescherte Gnade — die diesmal nicht eine des Krieges und des Haffes, sondern eine des Aufbaues und der Liebe ist. Der Liebe vor allem zu unfern Brüdern, die mit uns diese Tat tun wollen, der Liebe aber auch zu allen Völkern, denen unser Volk auf feinem Wege begegnet. Das Chanukkahfeft macht uns ein doppeltes deutlich: Nicht die Hoffmmg auf das Wunder darf die Tat ,-rsetzen und großes Glück ist es. daß die uns heute nufgigebene Tat eine des Friedens und nicht eine des Krieges ist. Auf das Wunder der inneren Erneuerung unserer Gemeinschast warten wir in Demut. Aber unsere Tat zu dieser Stunde zu tun. ist uns geboten. F- Einblicke in die Lozialverhältniffe im Alke» Israel Don Dr. B. M a y. l.s>--rtsctz»na) IV. Solomon erhob trotz seiner Jugendlichkeit das Land Israel nach wenigen Jahren der Regierrmg zu einem hohen, kaum geahnten Glanze. Er hat den Feinden Furcht, den Freunden Verrrauen. Achtung und Zuversicht eingeflöht und dis Zugel der Regierung stramm angezogen. Das Land ward in 12 Distrikte eingeteilt, unter eben so viele Lerwaltungsdeamte gestellt, nach ägyptischem Muster besteuert und durch eine ganze Reihe neuer Grenzfestungen vor feindlichen Ueberfällen zu 'chützen gesucht (1. Sc. 4,7 ff. 9, 8 f.). Er hat im Lande Wohlstand und Leöensbehoglichkeit geschaffen: Aon Dan bis Beer-Seba faß jeder unter feinem Weinstock und unter