Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 20 (1922)
- Issue
- Heft 34 (1.12.1922)
- Date
- 1922-12-01
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Stk* * $. Ar. 34 »ic hier, bei diesen jüdischen König, brr dies ichen Menschen, der den Tod eines Einzelnen bewirkt jjj* haben, und dazu um „völkisch* zu sprechen, eines Lhettter», als unsägliche Schuld empfiltdet. der gegenüber er den Tod des eigenen Kindes, den Abfall und Anschlag des eigenen Sohnes und alle sonstigen bittern Leide», die er erfahrt, al; gewissermaßen nur wohltuend« Sühne Kne^ennt? Das ist -£>en *Trr. das ist ber König, der die Seele des jüdischen Volkes selbst geworden, mit dHsen Namen es seine ganze Zukunsts- Hoffnung, feinen Reffiastraum verknüpft, der E’pi »er nie stirbt, nicht sterben kann» well das jüdische Mensch» heitsbewußtsein. der Menfchheitsglaube. die jüdische S«le mit ihm ersterben würde. Nichts von keinen Kriegskorbeeren. von feinem Leiden um das Weh. das er^eineni Menschen getan, erzählt sich bis zur Stunde UI. Unter David yahm die Entwicklung des Landes gewaltig zu. Gr erschloß-den Staat dem ringsum pulsierende» Hanbelsleben. Er gewinnt die Handelsstadt Damaskus und. bedeut ende Handelsstädte am Noten Meere. Gr erobert ««biete, die von den belebtesten Handelsftraßen^durchfurchr waren und tritt in dauernde Handelsbeziehungen .zu dem phönizischen Könige Hiram, einemder ersten Kaufherrn damaliger Zeit. So bekam der Handel durch David , einen kräftigen Impuls. Schon die größere Ordnung -und Sicherheit, wekh« unter seiner Regierung .einkehrten» konnten der Entwicklung des Handels nur vorteilhaft fein — was es mit dieser Sicherheit auf sich hat, verstehen wir, wenn wir in dem für -die Rlchterzeit charakteristischen Deboralied lesen: -o^m mmK Tbnn bv* -v-a n:p p lat 'v'a m^pSpr mrrm izb' man) In den Tagen Samgars, des Sohnes Anaths. feierten die Pfade, und die^auf-den Wegen gingen, gingen krumm« Pfade. — Es ist bedeutungsvoll, daß zuerst »Mer David ein „Gewicht des Königs* erwähnt wird <2. Sam. 14. 26) (das Haar Absaloms wog 200 Seti nach dem „G. d. K.*). Bahnbrechend für eine höhere Kulturentwicklung war aber vor allem die Gründung der Residenzstadt Jerusalem. Einmal mußte schon die ungeheuer befestigte Lage dieser Stadt einem Mann von Davids Feldherrnblick klar fein; er ersah sie sich deshalb zur Residenz seines neuen Reiches: er eroberte sie, tat ober den Jebusstern kein Leid und sicherte sich so einen Grundstock von dankbaren und ihm ergebenen Bewohnern. Gornill sagt: Jerusalem ist so ziemlich im Mittelpunkt des Landes gelegen und als keinem der Stämme gehörig stand es über ihnen und ihrer Rivalität auf neutralem Boden. Wenn es geradezu die.T)aoidsftadt* genannt wird, so ist das keine bloße Redensart:-denn Jerusalem ist. völlig Davids Schöpfung, und wenn man erwägt, was Jerusalem dem Volke Israel und-durch das Volk Israel der Menschheit geworben ist, so wird man in der Gründung dieser Davidsstadt gewiß eine Tat von weltgeschichrllcher Bedeutung anrrkennen. Bor ollem aber war wirtschastsgeschichllich Kese GrMdung eine wichtige Tat. Jerusalem lag am Knotenpunkt der Handelsstraßen, die von Phöni^en in kWWWWWWWWWWWWWWWWWWWWWI^I^WW^^I^^WI -affen. Die Folge war» daß ihr Mann jeden Verkehr mit ihr abbrach und ihr auch keine Alimentation leistete. Der Geklagte erwiderte, er habe, den Vorschriften der jüdischen Orthodoxie entsprechend, den Verkehr mit seiner Fron abbrechen müssen. Das Zivillandesgericht Iprach die Scheidung der Ehe aus dem alleinigen Lerichulden des Mannes aus, weil die Weigerung der Frau, sich kahl , scheren zu lassen und eine Perücke. zu trogen, für den Mann kein Grund sein dürfe, den Ver- I ehr abzubrechen und ihre Alimentierung zu verweigern. Bei der über die Berufung des Geklagten vor dem Oberlandrsgericht unter Borsitz des Hofrates Dr. Pawlik ftattgehabten Verhandlung wies der Berufungssenat nüeder die Berufung des Geklagten ab. weil das der religiösen Borschrift des Geklagten entsprechende Abjchneiden der Haare der Gattin und das Tragen der Perücke im allgemeinen bürgerlichen Gesetzbuchs nicht »orkontnie und daher für die staatlichen Gerichte nicht bindend fei. — Wir geben dieses Urteil wieder als Bestrag zur zeitgenössischen Rechtsprechung in jüdischreligiösen Fragen. Die hinderliche Schwiegermutter. Der als Jurist sehr angesehene Landgerichtsrat St. in Berlin wurde in den neuttziger Jahren einmal ins Ministerium gerufen wo ihm von einem Ministerialrat irösinet wurde, man wolle ihn zum Landgerichtsdirek» tsr machen. nur iei noch eine Schwierigkeit zu beheben: .... A«e Misch« p«ffe geradester Richtung nach Jdumäa uiü> zum Roten Meer, anderekseits von Aegypten her über den Jordan zum Euphrat sich wandten. Urberdies mußte diese Stadt zufolge ihrer doppelten Bedeutung als religiöses Kulturzentrum wie als politische Metropole des ganzen Landes ein wichtiger Marktplatz werden. Am Sitze der Regierung befanden sich, wie wir dos deutlich hören, ein Troß von hohen Beamten und Militärs. ein gewisser Luxus entfaltete sich und zog bei zunehmender Bevölkerung und gesteigerter Konsnmption viel Kaufleute heran. Was die aufftrebende Hauptstadt an Baumaterialien., Bauleuten und Archttekten bedurfte, das stellte das hochentwickelte Volk der Phönizier bereitwillig zur Berfügung und erhiell dafür als Entgest die köstlichen Landesprodukte der Israeliten. So waren wirkungsvolle Wechselbeziehungen mit dieser Handelsnation eingeleitet. Ungeheure Mengen an Getreide und sonstigen Naturalien wurden als Zahlungsmittel gegeben. Der Handel wurde auf diese Weise gewaltig gefördert. . Das Fühlen und Denken eines solchen Königs muh das soziale Leben auch bei starker innerer Entfallung tief beeinflußt haben. Die Umwandlung des Staates in einen Merkantifftaat und die damit zusammenhängende Veränderung der Lebenshaltung sind durch die starke sittliche Persönlichkeit, die an der Spitze stand, und durch die Anerkennung der geheiligten Dolksrechte und Ge setze, wie-sie als in ber Thora gegeben vom Propheten vertreten werden, paralysiert worden. Denn diese Umwandlung birgt große Gefahren für das sittliche Wesen des Menschen in sich. Wir können die Bemerkungen des bekannten Nationalökonomen G. schnuüler ohne weiteres wtterfchreiben: Die Wirkungen des erwachenden und durch den lockenden Gewinn anzereizten Handelsgeistes sind tiefgreifende. Er hot ein anderes Element in die Wirtschaftsführung «ingefiigt; -r hat neben die Sorge der Famttie für den eigenen Unterhalt den Sinn urü» Blick für Gewinn gestellt. Ehe Handel und Verkehr sich entwickeln, sind die Menschen eingeschlossen in die Bande der Famttie — der Gerttil — Dorf — und sonstigen Genossenschaften, in welchen jeder den andern kenn:, jeder auf den andern Rücksicht rintmt. jeder dem. andern Hilst. Der Handel lockert diese sittlichen Bande. Der Hausierer und Händler tritt hinaus atts diesem engen Kreis. An die Stelle der Bau^e des Blutes treten Ke Begehungen des Geschäftes. Jetzt M es nicht mehr im engen Kreis von Haus und Hof tätig zu sein, Nichtmehr bildet ryrb schasst man an bestimmten Objekten, sondern es gilt Äug und aufmerkam umherzuspähen, zu berechnen, die Menschen zu verdachten, ihre Schwächen und Leidenschaften zu nutzen. Es entsteht «« anderes Verhältnis von Mensch, zu Mensch. Hier erkennen wir schon das eine: Soll eine solch« in der Natur der Sache liegende Möglichkeit zur Entartung des Menschen nicht,zur wirklichen Entartung »ihren, so müssen von außen starke sittliche Hemmungen herantreten, um der Entwicklung des Natürlichen gegenüber das Sittlich-Göttliche im Menschen zu stärken.— David war diese sittliche Kraft, da er sich ttef vor seinem Gotte beugte. Gleich ihm darin auch sein Sohn und Nachfolger Salomo? (Fortsetzung folgt.! er müsse sich nämlich laufen lasten. St. erwiderte chm darauf, er habe eine atte Schwiegermutter zu Hanse, die sich sehr grämen würde, und der zuliebe er sich zu :inem solchen-Schritte nicht entschließen könne. Man solle ihm das nicht übelnehmen. „Im Gegenteil* meint« der Ministerialrat, „das ehrt Sie. das ehrt Sie. Herr Landgerichtsrat:* — Ein Jahrsging ins Land, da wurde St. abermals gebeten, ins Ministerium zu kommen. Kaum aber öffnete er dort die Tür. als ihn der Ministerialrat mit Lebhaftigkeit also begrüßte: .Äh. lieber St., da sind Sie ja! Sagen Sie mal. lebt Ihre Schwiegermutter noch?* Jüdischer Oolksmvnd. Seit das Sterben ausgekommen ist. ist man seines Lebens nicht sicher. * Verstand ohne Glück ist wie ein ungeschliffener Diamant. ♦ Wenn mau sich schämt, bekommt man keine Kinder. * Mit Gott darf man nicht spaßen: denn erst >-12 darf man es nicht, und zweitens läßt er es nicht. * Ein ganzer Narr ist ein balber Prophet. Ibfeidfti ui lunsiuiusu. Lrez Israel Eine Dlisrachi-Sokonie in Palästina Die Jung-Misrachi-Organisation .Hamisrachi Hazair* hat die ersten Schritte unternommen zwecks Gründung einer neuen jüdischen Kolonie in der Nähe Jerusalems „Hakfar Haibri* (Das jüdische Dorf). 1000 Dunam Boden wurden zu diesem Zweck bereits in de: Nähe von Giwath Saul erworben. (Zikni Die Wischen Friedeasgerichte in paläfttna. Das Jaffaer Mifchpath Haschalom (Friede: richt) hielt unter Vorsitz von Dr. Jacobsohn seine - -n«.- alversammlung ab. Dem Berichte ist zu entner r >in. daß im Lmife des Jahres 5682 insgesamt 714 Fülle vor dem Mifchpath Haschvlam zur Verhandlung kamen da;ctt 570 im Stadtbezirk und 144 im Landbezirk von Jaffa, 465 Falle (65%) wurden zur uneilswäßigen Entscheidung gebracht. 109 (ca. 50%) durch Vergleich be-?ndet und der Rest an andere Gerichte verwiesen oder aus anderen Gründen nicht zu Ende gefühlt. (Ziko.) Sin neues Wochenblatt in Jerusalem. Herr K. Silmon hat die Konzession zur Herausgabe iner neuen Zeitung in Jerusalem unter dem Namen ..Jspeklaria* (Der Spiegel) bekommen. Vorläufig soll diese, den allgemeinen Fragen gewidmete Zeitschrift .-imnal wöchentlich erscheinen. (Ziko.) Deutschland. Sine AvttsemikeosrakNon im Deutschen Reichstag. Berlin. 17. November. (I. E. B.) Die Antifemtten Graefe. Wulle und Major v. Henning, von welchem rer letzte bekamttlich vor einiger Zeü aus der deutjchlationalen Fraktion ausgeschloffen wurde, haben nun dem Reichstagspräsidenten Loebe offiPÄl mitgeteilt, raß sie der deutschnationalen Fraktion nicht mehr anzehören und sich als eigene Fraktion konsumiert haben, wenn sie auch noch weiter Mttglieder der- Deutschnättooalen Partei find. Es ist dies die erste Fraktion nn Reichstag mit einem ausgesprochenen antisemitischen Hauptprögramm. Prof. finfUn Nobelpreisträger. Die schwedische Akademie der. Wissenschaften. die die Nobehrreisträger zu bestimmen hat, hat den Nobelpreis für Physik für das Jahr 1921 Prof. Albert Einstein auf Grund seiner Arbeiten auf dem Gebiete der theorettschen Physik, namentlich feiner Entdeckung des Gesetzes der photoelektrischen Wirkung verliehen. Prof. Einstein befindet sich jetzt auf seiner Reise nach Japan und ist bereits in Hongkong eingetroffen. Er wird, wie von uns bereiis berichtet, auf feiner Stückreife auch Palästtna für kurze Zeit besuchen. (Ziko.) hebräische Tagung in Köln a. Rh. Sonntag, den 12. cr. hat hier im Sitzungssaal der Gemeinde eine vom Saab Jbri in Westdeutschland einberufene hebräische Bezirkstagung pattgesunden. Es Der Mensch gleicht dem Schuster: der Schuster lebt und sttrbt, ebenso der Mensch. * Hätten alle Menschen nach der gleichen Sette gezogen. so wü-de sich die Welt umdrehen. Viererlei Menschen sind jo gut wie gestorben: der Bettler, der Blinde, der Aussätzige und der Kinderlose. (Talmudischer Ausspruch.) * Der gu e Mensch braucht fc?m- Prügel, dem schlechren nützen keine Prügel. * Ein Huhn esse ich am liebsten zu Mett: ich und das Huhn. * Drei Dinge wachsen auch bei Rächt: Einkünfte. Mietzins und unverheiratete Töchter * Schenkt der Bater dem Sohn — so lachen beide, schenkt der Sohn dem Vater — so weinen beide. * Sick selbst loben, ziemt sich nicht, schade, ater auch nicht. * Nimmt ein alter Mann ein junges Weib, so mird der Mann jung und dos Weib alt Die alte Jungfer ist ges.nr vor frühem Tod.