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Neue jüdische Presse · 1922-11-17 · Heft 33 (17.11.1922) · p. Seite 2

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
20 (1922)
Issue
Heft 33 (17.11.1922)
Date
1922-11-17
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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£rih- : lungei» zu bringen, die uns einen (Einbliif verschossen sollen in die sozialen Verhältnisse des alten jiidischep Landes, vielleicht werden auch wir manches erfahren was für die Gestattung unserer Znkunst nicht unwesent lich ist. Ei» Bedenken freilich lieg« nahe und zwar ein -schwerwiegendes. Sind die Schauplätze und Lebensbe dingungcn, die unsrigen und die damaligen, nicht zu unähnlich, um einem auf Analogie gründenden Erkennen fruchtbare Erträge in Aussicht zu stellen? Man wird von jenem Israel der prophetischen Zeit nicht sa gen können, daß cs wie unsere an sozialen Problemen schwangere Zeit unter den Zeichen der Industrie und des Verkehrs gestanden. Mögen aber auch in dieser Be Ziehung die Anomalien von den vornehmlich auf indu stnellem Gebiet aufgesproßten sozialen - Mißständen der Gegenwart sehr erheblich sich unterscheiden, so tragen . doch hier wie dort die zeitlich verschiedenen Symptome einen gemeinsamen Gruadzug: <Äe bringen eine Zer klüstung im Volke hervor, die bei dem Unterschied von Reich und Arnr einsetzt und ihn zum Gegensatz von Be sitzenden und Besitzlosen, modern zu reden von Kapital und Proletariat verschärft. Wodurch, diese Zerklüftung entstanden, wie die unabhängigen Vertreter einer sozia len Gerechtigkeit, die gewaltigen Propheten gegen sie kämpften, das soll die nachfolgende Darstellung d»r Wirtschaftsgeschichte im Alten Israel uns lehren. Als die Israeliten die Ansiedlung im Lande Kanaan vollzogen hatten, waren sie dem Charakter des Landes entsprechend Ackerbauer und Viehzüchter. Auf den Hohen und Hochflächen des Gebirges ostwärts des Jordan blieb das Hirtenleden und die Viehzucht vorherrschend, auf den Ebenen und in den Tälern des Westjordanlondes pflanzte man die Rebe und trieb Ackerbau. Den Israeliten gelang es freilich erst nach hartnäckigen Känrpkn. aber doch in verhältnismäßig kurzer Zeit, sich in den Besitz des Landes zu setzen. Wie so oft in der Geschichte, wir brauchen nur an,die Eroberung des westgotischen^ Spanien durch die Araber zu denkest,, so war auch hier ein »eines jugendfrisches Wüstenvoik getragen von einem Ideal, das in seinem Herze«» lebte und das gleichsam sein Träger wurde NM3 "V OnriK KWK3 D’-r; das mit Adlerkrast es ausrüstete gegen ein durch rücksichtsloses Ausleben seiner Sinne und Begierden, also einem entnervenden Gotzeichienst morsch gewordenes Volk losgezogest und hatte ihm nach wenigen Jahren den Todesstoß versetzt. Die Kananiter wurden teilweise ausgerottet oder in Knechtschaft versetzt, teilweise blieben sie friedlich im Lande wohnen. Den Siegeln siel eine reiche Beute zu und zwar sticht bloß Aecker und Wohnungen. Unter der Beute Jerichos wird Gold und Silber erwähnt, sowie, daß aus ihr Achaü einen' kostbaren babylonischen Mantel, 200 Schekel Silber und eine Goldzunge im Gewicht von 50 Schekel entwendet habe. Die Bezeichnung 7D1E “ipir rrfw (ein sinearischer resp. babylonischer Mantel), der sicherlich allgemein bei Vornehmen zu finden war, weist auf den Ankauf solcher Luxusaegenstande in Kanaan hin. Und es ist nicht abzusehcn, weshalb nicht eine ähnliche Wohlhabenheitvon dem übrigen Lande anzunehinen wäre; es sollen ja nach 5. Mos. 6.11 die kananitischen Häuser 3'v 0011 0,lcs Guten gewesen sein, was »nieder das Jos.-Buch 22 bestätigt^Ruben^Gad^und^der Zur Sidrahrrtf ~n Mit zehn Prüfungen »vard Abrahan» geprüft und bestand sie alle, »nn lund z»l Nur. wie groß die Liebe Abrahams war. *•** E * Raw sagt: „An jene,» Tage, da Abrahan» von der Welt schied.,da standen alle Großen der Wett in der Trauer, eihe und riefen: Wehe der Welt, die ihren Führe», wehe den» Schiss, das seinen Slencrnwnn verloren har!" inner Reise nach Osten (.»seist Jlmincn l.scrittyu.wj 3»» der Vorstadt Milliampoi * bekannt .... ,-r dem Namen Slvbodka) befindet sich die berühinte 3e>chi»'a in einem »-.roste» hölzernen Gebäude. Mbwohl mein Ansenthalt in -die Ferienzeit fiel, so konnte mau dennoch die Atmosphäre spüren, die das Lharakleriftiknm der 3»'fdnmah ausnmch:, jede»- sofoi't erfaßt uiid zugleich de» 2tbs»and nnd die andere Mett, aits d.-r er konimt. führen läßt. AUt welchem Morl»- bezei»-l'iien wir diese Akmvs pl'üre i»ohl am beste»».? Ls ist eine jüdisch »;•: h >'ve Stamm Manasse kehrten zurück reich an Vieh, n ii viel Silber. Gold. Kupfer. Eisen und sehr vielen 0 wändern. Aber selbst dann, als die Israeliten da» i »..id in Besitz genommen hatten, behielten die der Aeri.'chtung entronnenen Kananiter bis auf David innner noch das soziale Uebergewlcht im Lande: die vom Ackerball verdrängten Ureinwohner verlegten sich i»iit um so größerer Jntensivltät aus das Betreiben des Handels: Die Kananiter und die benachbarten Phönizier zogen nach Art von Hausierer», im Lande Umher und brachten den Israeliten, was sie selbst nicht anfertigten und tauschten Getreide. Wein, sowie auch die Erzeugnisse einer sich allmählich entwickelnden häuslichen Industrie. Gewebe. Leinwandgürtel, dafür ein, worauf das bekannte Lied von der wackern Hausfrau hinweisi: j'IV n:nj *n:m nsom nnep Leinen ve»fertigt sie und verkauft es und.Gürtel gibt sie dem Kananiter. So vollständig befand sich der palästinensische Handel damals in den Händen der Ureinwohner des Landes, daß der Name Kananiter geradezu als Bezeichnung für .Krämer" schlechthin gebraucht wurde. Deshalb waren auch die unterworfenen, ehemalige»! Herrn des Landes immer noch, war Reichtum und Ueppigkeit des Lebensgenusses anlangt, den Israeliten lange Zeit überlegen. 11. In diese iinnierhin »»och primitiven Berhältnissc greis» das nun auftretende Köiiigtum machtvoll und umgestalend ein. Das Königtum war bei der Zerrisienheil der Stämme und der dadurch herbeigeführten tnnem Schwäche eine Notwendigkeit geworden. Wußte da» »er Priesterprophet Sainuel.nlcht? Gewiß entgingen ih»N nicht die Borteile einer starken Zentralgewalt. Aber »e mußte dem auf die Idee der Gleichheit und Brüderlichkeit aufgebauten Staatsweseirzum Verhängnis werden, wenn nicht eilte die leitende Persönlichkeit lebendig »urchdringende (Gottes) Demut vür Gott ihr dies Verhältnis dsKpar inter pares. des Gleichen unter Gleichen, iininer wieder zum Bewußtsein brachte. Daß' dies Verhältnis gar z»» leicht gestört werden könnte, das war der vorausahnende Schmerz des Gott nur dienenden Volksrichters. Die ehedem Gleichen, das ist die Quintessenz feines Warnungsrufes, werden" zu Untertanen der Machtgelüste eines einzelnem Leider sollte Samuel nur allzu recht behallen. Schon Saul sah sich durch die Verhältnisse genötigt, den unruhigen Nachbarn gegenüber sich in steter Kriegsbereitschaft zu halten. Er verdankte — wie Cornill (Gejch. d.. V.-Israel) sagt, die Krone dem Schwerte und/mußte sie auchmit dem Schwerte erhallen. Seine ganze Herrschast ist ein ununterbrochener Kampf. Bei einer solchen Sachlage mußte sich das Bedürfnis nach einem stehenden Heer geltend machen: inan konnte'sich nicht darauf beschränken, in jedem einzelnen Fall erst den'Heerbann Israels aüfznbietcn. Welche Gefahr diese Umbildung in einen Militärstaat für Saul selbst hatte bei all seiner persönlichen Einfachheit der Lebensweise <>»- er blieb auch ulsKönig dem Berufe eines Bauern treu, wenn-wir-auch schon von einem sich um ihn bildenden Hofe hören (1. S. 207,5 f.» —, daß er nur gar zu schnell gelernt Hatte» Krr-.-ze zu seinein Ruhme zu sichren, sie freilich als „ad furnmani dei gloriam" geführt und frommer Miene ausgab, Dner beweist sein berühmter Ämaleklterzugsticht nur, soirdern sättigte. Zltnwsphäro, .'trotzt aller Mängel, di»- der Ieschiwah nn haften mSgen! — Sic.'ivitb mmiiioli* mit liilse vc-i» amerikanischem Geld»' umgedallt n»id in ein großes modernes Steinhaus verlegt werden, liier in dieser Dorstadt, die nur aus -iolzhütten sich zusammensetzt, ist auch die Geburtsstätte Nstipns. Hier' arbeitete er' au seinein Roman „AhaoaS .^ion". Lben sagte ich Amerika, und Amerika zu neiaien. bez»p. amerikanisches Geld wird »och »'ft Gelegenheit sein. Halb Litauen lebt von Amerika. Die Äelder des Joint uirhaltea Institutionen und vie e Linzelne »»'erden i. ihre» »nnerikanischen verwandten unterstützt. Plan »vird hier als Amerikaner i» -eder Meise liebenswürdiger behandelt Bon ainerikanistchen» (Äelde ist au»ch das K'inderambnlatorium geschaffen »vorde». Ls gilt als d»is besteingeri»chtele.strankenhans deS Mstens überhaupt und untersteht der Leitung von Dr. Siegfried Leh. nfauii, dein Leiter detz Kinderfürsorgewefens Jvim jüdistche» Rationalrat. Jllit seiner' Kinderkrippe seiner Nlilchkülhe, Nadeaustalt, Klinik Favusheiin, Untersuchungsziiianer für Fr»men, Entlailsumzsa»- stalt, bildet dieses Krankenheim eine Oase i»»nerhalb der ganzen 3ta6t. Ls soll weiterhin ausgebaut »verden ,»nd soll sei'ließlich ein Settelment bilden. Die Kinder, Pe von ihrer Geburt' an geradezu unter Aussicht nnd Mbhnt dieses Aiubnlntoritims steben noch mehr das Denkinal. das er sich gleich b»i seii»»l Rückkehr von eben diesen» Zuge an der Land,»gr«yÄ ausstellen läßt. Saul, der sich bei der Wahl verschärf? hinter die Geräte versteckt, derselbe Saul errichtet fl | ein Denkmal! Saul opfert sich zum Ruh»ne und w k glaube» machen, daß er Gott ein Wohlgefallen?rwei', j Saul lvoktte Beute heimbrttrgen! Sollte das Volk n« | gleich den andern ringsum Wohnende»» Gefallen a L Kriegshandwerk sinden, sollte es seinen Charaktrr mal I reu, Volk Gottes zu sein, dann mußte der Gottesmq j Samuel hier aufs energischste eingreise». Cr oerrve 1 Saul trotz seiner kriegerischen Tüchtigkeit, weil er Gottesstaa» dem Militärslaat und diesen seinem Ruh opfern wollte. ItaAridfaii und Kornspeidtazin. Lrez 3s»-»,cl Ivirtfchastsbrief aus Palästina.!vir M»»rl!»>e>! der.franfftirtcr .Heituna poni »5. »oli-niVn IVirtfitiiflihrrii-ti» au» paKiftiiu: Unter de:» die Allgemeiitheit ini»-rresi,-r»-niii und für die Lntlincklliiig Oal»istt»as >vi»1:tigst»il K tt'rnehnmngen figuriert an erster Stelle das voll.A geniour Rutbenberg entivorfene n»»d von der en tischen und palästinensischen Regierung konzesl'ioin te Projekt der Versorgung p»i(üst»n»ts inii: irischer Kraft. Der erst vor kurzen» bekannt »vvrdene Vertrag für die Lrteil,»ng einer Koi.zessn zur ^lusnützllug der Musserkräft» des Jordans *3$» »m»f nnd ihrer Nebenflüsse für die Lfzeuguim »uj Nutzbarmachung elektrischer Lngergie sieht die Grtz dring einer G. >m b. H. mit ( Nlillion Pftn-d m Nach Anfbring»,ng von niindestcns 2oo«xmi pfuf erteilt der tiigh Lommissioner von Palästiria '{, Geseilstchaft die Konzession zux Ausnützung § Masierkrüfte, wie auch für die Lrricistnng'dee H »vendigen v,luten. Äs dahin köm»en keine Ko, Zessionen, die dieser Rutheilberg-Konzeffioii irgendch konkurrieren konnten, erteilt werden. Die'. Dcü! der Koilzeffion beträgt 7»» Jahre. Der Gefellsctw steht neben der Erzeugung von Elektrizität au! d»is Re»cht d»-r Masserverti'ilung zu. Die uir Bauten notwendigen Gr»»udsts»cke kö»men euren »verden. Das »ganze Merk muß innerhalb' 5 3»i$ beendet »verden. Der Strompreis und . die" l>ende »mterliegeu bestimmten von» IZigb <Lo»u sion'er festzusetzenden Negrenzmigen. Die. Dirrch^! bärkeit dieses großzügigen Projektes, das die.A-l neren Nauten für die Llektrizitätsversörgnng j lästinas luurde bereits begoünen. nnd auch -fiicN sogenannte große Bauprojekt bei t)aifa ist X'dit nigen Much»'» bereits der erste Transport von Ä sel'ineu mid Arbeitsgeräte»» in palästin^iiME ,va»chsen im Kindergarte,» a»»f. chestichen wühl» ihrer 3»,ge»ldzeir ihren Klub, sind bich'vorträf zusanuuenarbeite»» n»ich der SchüsentlaM in S»chrei„ereinnd S»ch!osseriverksiüt'ten, anM späterhin ist geplant, sie in laudwirtfchaftiuö Siedlungen unterzubringen. Die Aerztc.und-i)e> »verden im Settlement »vvhnen, so daß : es ' i kleine abgest-lilvsscne Siedlung vorstellen >vj Der Einfluß den eitle fostche ^nstikltion/-.aus« kam», ist -an Wirkung nieht,z»i. «SersiHaMrLW der ärislerei» Nevölrerung kennt stl.nn es.<W den „Reichen" ist' es leider wenig -.st'kilinlkM Ein Nlädchemvaisenhans, ebenfalls vorztzg» geleitet, ist diese»,, Institut angeschtossen. Ist/W Maisenhänseru'gibt es sehr oft Kinder die astW Str»ißeil gefunden .werden und von ihren W« selbst »liiMo wissen, oder die von irgendlvoher^E Pogromen in die St»,dt gebr»t»cht worden sindH »»»ter diesen Verhältnissen vsv»1»isch und phM-, Degenerierte sich bilden, ist i,i»cht' verwunderüMj In hervorragende», gnten Maße arbeiW! Lhainzim-Netvegung; die Thaluznn »neist ichO, perativen zusammeugesihlosseu. die sich unter--U inän,„sicher Leitung kür die Pülästina-Arbest W bereiten. Ls gibt Schlossereiand Tischlerei-W perativen nnd auch ein»-, die Tonsitüren heistÄ! Daneben besteht eine-große landinirtschaftüMM perative, die ca. 5>» >-»>'» Niitglieder »in»faßk nnHs

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