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Neue jüdische Presse · 1922-10-20 · Heft 31 (20.10.1922) · p. Seite 3

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
20 (1922)
Issue
Heft 31 (20.10.1922)
Date
1922-10-20
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Svltc 5 De r IVrlnuib ,Vi' j ii i U!u* 11 ^roinePciufdjlnju^f. orriet?io 1 ,• u. , jorinit. wuumuN* .uv ■ ZJliiarDeit ajt öcm/2lufkiu tosinMfdvn pulüftina -Verbandes, erklärt »vorden ist. TsieskS Dezernat bearbeitet in, 1 iam«m bei. verbättdessürld Im. Sinne bet erwähnten lYrhuuV l?ofd)tiiij|e *rt|le; b.ou Jlufbau öe-- jüdischen pakiftiiu, ' bi'hvffcftben '^fraacn. phm li,Vvt insl'esonde, > ob: 1. Pie l\,i-Kuu'>iiiut<ilii,i'or und die hivitoiv jüdische Messenilichteil über die in» P»>eresse aller Pude» liegende Noiwendiakeit zu unterrichten, du-- IPerden der »umneinp ndikerreebiiieb anertinntten jüdischen Heimstätte zn förd-rn.P 2. Unterstütznna alle» vestrebun.e». die pa- ' Instii.ifrage zu einer cwfami jüdischen zu machen. insbfsonbere der ülöngreßbeiveanng. ö, 2lufkläruna über die vedentuna der!Nan ^datsbestütiaung und die durch diese 'geschossenen :^verl.äll„isse rmd PlögUchkeiten zu verbreiten. - 4. Veranstaltung von Rursen und Vorträgen -rüber alle den Gesa»»»tko»npler Palästina berührende .Arnaen, unter anderem Liber die kulturellen, nnrti^Ksstlichen und p.oiitischeu'verl'äitnissc in Palästina. :kß ,5. Unterstützung von Geld- und Uüuerial- Mann,»lungen siir solche xM'ecke, die das allgemeine Käesaintjttdische Aufbauwerk in Palästina fördern Mlfen. - >r 6. Anfrechterhaltung der geistige» Verbindung ./der aus Deutschland stainn»enden Lhaluzim mit "den schätzen des deutschen Geisteslebensund Unter, rsiützung und Ausrüstung vc>,, Gbalnzim. 7. sorgfältiges Üntersüchling der Rückioirknugen des Palästina-Aufbaues auf die Verhälnisse der Puden in den übrigen Ländern. Ulit der Leitung des Palästina-Dezernates N'ird eine Uonnnission bestehend aus: Th\ 2llfr. 2lofe 1 verli», I. Vorsitzender. Pr. Paul Vlochpöln, Dr. Ludwig ^ra n k-Ünrnberg, Dr. Hritz 2» o a ek-Gotba, t,'urt Zacharias-V>re,nen. betraut. lvir freuen »ns über diesen Schritt praktischer Palästina arh'U der Neutratcir und wiinsHcn dem Dezernat viel Lrfola. prof.. Linsiein besucht Palästina. prof. Giilstein, der an, 28. September nach papan abgereist ist, »v.rd auf seiner Rückreise auch Palästina besuct/en. ivo er voraussichtlich Ende Feb ruar oder Anfang Ulärz für ft, Tage eiiisreffen wird. Pros. Ginstein erklärte, daß dieser erste De- - such in Palästina nicht et»na als seine ursprünglich geplante paläftina-Rei'e -»üfzüfassen sei. Gr wolle vielmehr erst nach Rückkehr' von seiner großen Reise pur niehrere Dlanaie »ach Grez psrael gehein Ginsstein geht von Papan für kurze .c,eit nach Niederx.Iändisch-Pndien, dann nach Palästina und zum >7^chlnß' nach Spanien, von wo er Gnde 2Itärz nach vdrlin zmückzukebren gedenkt. polen Line neue jiddische Tageszeitung . Marschau. Gnde September wurde autaß- Mn-ii der Wahlen ZUIN polnische 5ejm eine jiddische —. fctcu« Plidlschc ptvffc .??SWitung gegründetu,nter den, Titel..VasLebens vie ist das offizielle Mraan des linken Plüaelsder Pvale ,.>ion. ' Die Puden gegen da» Autonoiuieprojekt für Ostgalkzien , Uachden, der .Zionistischeparteirat in einer voiider>ttn,iig scharf gegen bas von der Regierung ii» -ej.n eingebrachte 2lntoinnilieprojekt für Mst' galizie» Stellung genommen hat eine Deputation >,ltt diesbezüglich, wie bereits von der „Zika" berichtet, bei n, Aiinisterpräsidenten Ueivak interveniert - wurden inmmehr in fast sämtlichen von Pude» bewohnten Mrtschaften Mstgaliziens jüdische Protest- ^'.'b^">u,luugen veranstaltet, p» den lelegraphistch kT U'arschaner Regierung übermittelten Resolutionen wird schärfst e Protest erhoben gec -n de» politischen -.lnsschliiß der puden bei der Regelung der Autc»,c>- miefrage. s.Z.ko.) Litauen titanische Sejm-Wahlen Giiiheitliche jüdische Liste. Rowno Q. G. 23.) Die jüdischen Parteien in Liranen haben sich dahin geeinigt, daß in sämtlichen Wahlkreisen die drei bisher eristierenben jüdischen Aandidateiilisteii (nämlich die aus allgemeinen Zionisten,^ AHsraäsisten und Peire-pion bestehende Zionistische Liste, die Liste der orthodoxen Grganisation „2lchduth" und die Folkistische Liste) zu einer einzigen vereinigt wurde und diese vereinigte^Liste errang.5°/„ sämtlicher abgegebenen Stimmen. Laut dek neuesten -Statistik gibt es in Litauen 228474' puden auf eine Gesamtbevölkerung van 22Y5 ((»8 Seelen.- danmter (82878«) Litauer.' Oesterreich Veffentlichkeitsrecht für das jüdische Realgymnafiun» in Wien. Dem Püdischen Realgvinnasinn, in Wien wurde vom Duiidesininistcriuin für blnterricht das Veffeut- .lichkeitsrecht erteilt. Die Schüler werde» ihre bisherigen vorlänfigeit Zeugnisse gegen staatsgttltige umgetauscht bekommen. Ungarn Schließung der Hochschulen in Ungam . Vewegnng zur Aussperrung der gesamten jüdischen Studentenschaft. Budapest (I. C. B.) Die Dekanate sämtlicher Universitäten nnd Hochschulen in Ungarn verfügten die Schlietznng dieser Anstalten für eine unbestimmte Zeitdauer. Beranlustt wurde diese Maßnahme durch eine sich rasch nusbreitende Bewegung unter der ungarischen Studentenschaft, die darauf hinzielte, den jüdischen Studierenden den Zutritt an de»t- Universitäten überhaupt f,u versperren und dabei vor keiner Gewalt zurüchpischrecken. Die Bewegung ging von der Budapester technischen Hvchschule and. Lori hatte ein Teil der Stlrden- «r. terischnst ans tllrnnd des (Herüchte», daß ein >ttdiskl;er Fubrikmtt geäußert hatte, er werde keinen Zngenieur anstelleii, der ans der Budapester Teä'nischen Hvchschule sei,, Diplom erworben hat. den '' 'schluß gefußt, den jüdischen t^vrern de»« Zutritt ->i den Hochschnlen.pi-versperren. Nachdem diese Sindemen zur Attofülirnng ihre» Beschlusses gescheitlen sind, verfügte das Dekanat die Schließung der Hochschule pluächst auf drei Tage. Ilm sich mit ihr?« itvllegen solidarisch zu erklären, »chritteu dir Hörer der übrigen Budapester Hnchschnken da.;», ihre jiidrichen Kollegen mit lüeivalt von dein 4>esnch der Hoch, schule feriizuhalten. Diese Bewegung dehnte sich in wenigen Tagen ans küiml>äie'iliiveriit-it>>n und Hochschnlen UngarnS'ans. so daß sämtlich,?,k:'late ,pir Schließung ihrer Anstnlten ans n n 'i'- Zeit geschritten sind. Das Nnterrichtsin >!>- tu hat eine Untersuchung der Angelegenheit . .»eieuet. Amerika Ratifizierung der Rongreßresokutionen bezüglich des )üdischen Nationalheiins i« Palästina durch Präsident Harding. Präsident H a r d i n g bar die vonr Senate der vereinigten vtaaten von Amerika auf Antrag von Senator L 0 d g e und vom Repräfentai reabans auf Eintrag von Kongreßmitglied .ijist angenommene Resolution, worin ölnrerika erklärt, daß es die Schaffung einer nationalen Heims.ätta für das jüdische Volk begünstigt, rrnterschriek-en. tvir begrüßen diese Nachricht mit iScnugtnlmg nnd weifen auf den ungeheuren politischen »> d lnoralijchen Lrfela hin, den es bedeutet, wen» das am«rtka»iiche D>':k ,-e: d„r»1> seine Vertretung elnstlmmlg angenommene Resolution j- ,ninsten der jüdischen tseinistätte in'plalästino nun durch Si,- Da Urschrift seines Präsidenten Rechtskraft gibt. Die tffefchicht- >. ird cs einmal als rturiosui» buchen, daß eines de» . tigsten, Völker der Ivelt di« jüdiiche Zache dnrct Leklänina ., unterstützt hat. die manche kleine jüdische 1<ult>,saei»c>,-.". heule schon aüzngebcn sich noch sürchtrt. Türkei * Der Waffenstillstand in Mudania ist abgeschlossen. Er bedeutet einen großen Erfoi-'' äer türkisch-mohnmedanischen Idee. Die Befiirn ".»ng. daß der nun kommende r?riedensschluß ungünslkge Mrknngen auf die Berhättniffe d: Palästina.-aben konnte, entspricht einer übertriebene» Aengstk .hkeit. Die englische Presse, die die Orientkrise täglit«, ausführlich behandelt, ist fast ausnahmslos stillschweigend an der Palästinafrage vorübergeoangen. in der richtigen Annahme, daß für Palästina diese Krise keine Gefahr bsdoutet. In einem dem Vertreter des I. C. B. gewährten Interview erklärte der ehemalige französische Ministerprändrnt Pai nl eve u. a.: E>. glaube nicht, daß die jetzigen Ereignisse im Orient irgendwie von Einfluß auf die Lage der Inden in Palästina sein würden. Er sei ein großer Freund des jüdischen nalionalet» Heimes in Palästina und „um dürfe bei den neuen Friedensbestinimuuge» mit der Türkei lücht znlassen, daß dies irgendwie ^iin^rin^^il^öalästinn^kanmere^Palästin^ Noch ein Beweis — eine wahre Geschichte: Es war einmal ein Königssohn. nnd er war erfüllt von Schwermut. Die Aerzte versuchten zu erklären, woher diese Schwenintt herriihrte. Die einen sagtten: er habe schlechte Atigen und sähe ^les »elb grun zund gelb >. . Man versuchte ihm verschledene Brillen ^z» geben, doch keine tonnte ihn, helfen ... Andere ineiiiien, daß er in seiner Kindheit irgend 'etwas verschlungen haben müsse, irgend em mircmev kleines Tier, und dieses sitze 'hin letzt in der S« , nd verekele ihn, das Leben. Und auch dagegen ko,ntte mm. kein Mittel finden! Doch der König wo'äte seinen Sohn unbedingt reten: ihn erfreuen und inifheitern. Und er km f h - muii? iiiiu uiuii w%vt.- . ........ Mm, erbaute ihm einen Palas. m e"win G».iün. und in den Garten pflanzte "»an ™ wääise und Blumen. Man t-estieute du or m 11,1,»mini ™ sich io r 1.1,1 c» »nd so schö» MN d«' ' „ich ' die Seelen in, Paradiese, fr* bol « Us> ‘“J-; ‘ ..Ans alte.' diesen Di'Mn . £n,ul. »ruht Schwei >»ut! Der , bnc- Wasser die Blume., blühe.. «>!!».»?“ trauerte . ." uhmiU u, ^■' -'"‘^„V c.imn'.un ihn an Tolengellnd die wander. iveisie» Und die süßen Früchte, Welnäpfel. Granaten und Seintrauben schmeckten ihm bitter; bitter und widerlich. An, schlimmsten war cs. wenn der Königssohn im )nrtentciche oder in einem Spiegel des Palastes sein Besicht erblickte ... , , ..Ich bin tot!" rief er jedesinal aus. „Auf meinem Besicht liegt kein Schimmer des Lebens Aber plötzlich wurde alles anders: Der Königssohn sing zu lachen an! Plötzlich war alles im Garten grün und voller ichönheä. alles wurde auf einmal lebendig, und der lönigsso!.,, auchl , Und was glaubt ihr, war geschehen? Eine Kle,- igkeitl Auf der Landstraße, die am Tarten vorbeisührte. ing ein Zaddik. Er war ganz matt und müde und ging u einem Britz oder einer ähnlichen gottgefälligen Hand« ,»g. Weitz ich was? Er ist müde und leidet .yuuger und Durst. Gleich ,ird er in Ohninacht fallen! Das will man aber im »iininel nicht zulasse». Reiht sich ein Apfel vom Baume los und fallt dem jaddik vor die Fütze... _ . . Er hebt den Apfel auf. spricht den Eegensspnich. eitzt hinein. — und schon ists geschehen! J,n gleichen luaenbtick verschwand die Schwermut vr.i allen Dinc-n; der Zauber war gebrochen und oll - war voller sreude! . Denn es ist, wie ich euch sage: Die reude ist in nnen Wohnungen! Jüdischer Volksmund Neben den, Lied ist wohl nichts chararkkeristischer für die Eigenart eines Kolkes, als das ungekünstelte urwüchsige Wort des Volkes das sich non den» was wir so gewöhnlich als..Witz" oder..Hn „wr" bezeichnen eben gerade durch diese Ungebrochenheit und Naivität unterscheidet. Wir bringen in dieser Rubrik fortlaufende Dokuraente diesig Art und forderil unsere Leser zur Mitarbeit auf: Jan'kel, kommt von der Schule nach Hans. Der Vater fragt was sie heute gelernt haben. Antwort-. „Zoologie" „Und was iiir ein Min Bebaime?" ..Den Tonsendfnß" ..Wober wc-'ß inan, daß er bat ransend Füß?" ..Die Gojim ha''„ se gezählt." Der ßirbbe sitzr und lernt: ..Meiaiinosai kanrin es sihma bearbis. .. Wos svltdasLamed inMeiaiinosai ^" „Aber Nebbc.es steht doch gar kein Lamed in Meiaiinosai" Ncbbc: „Warnm soll nit stehen a Lamed in Meiaiinosai?" Dalmid: ..Warum »oll ja stehen a Lanied?" Ncvbe: .Pin. is ^oä, mein Kaichje: Wos »e>I. das Lamed in Meiaiinosai^' Besser a Zid ohne Bort, als n Bart ohne Zidj

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