Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 20 (1922)
- Issue
- Heft 31 (20.10.1922)
- Date
- 1922-10-20
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
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'ii tfMaiifen zum Prozeß gegen Mc Rache,i-in-TNörber. Das Urteil gegen die Ratheuaumörder und ihre Htffer ist gesprochen, und es soll nicht gefragt werden, ob man es nicht schärfer gewünscht Hätte. Man soll ober nicht vergessen, daß nur wenigen Angeklagien der Prczeß gemacht werden konnte, denen nämlich, die als mittelbare oder unmittelbare Werkzeuge -dienten. Die hinter der Tat standen, die den Geist des politischen Meuchelmordes täglich gepredigt hatten, die bi? wüste Lehe gegen Rathenau Jahre hindurch geführt hatten, find nicht gefaßt, geschweige denn überführt. Ob die par unreifen Burschen der» Strafgesetz verfallen «der nicht, ist belanglos, solange noch die Drahtzieher wirten können, die es schon versuchen, die Mordgeselten von sich abzuschülteln. Schon wagt heule die ..Deutsche Tageszeitung" zu schreiben: „3n dem Prozeß sei nichts, ober auch garnichts übrig geblieben non der schönen Mär deutschnationaler Mörder-Organisation." Es liegt nicht nur im jüdischen Interesse, sondern in dem des dentfchen Volkes, daß der zweite Raihknau-Mord-Prozeß. der nämlich gegen die Kreise, die nach wie vor als hie geistigen Urheber dastehen, sobald . wie möglich angestrengt wird. Es geht nicht länger än, daß eine Clique von Männern, auf deren Schultern die ganze Schuld für den deutschen Zusammenbruch liegt, das deutsche Volk und damit ganz Europa dauernd in schwerste Unruhe versetzt. Wenn die notwendige Einigung des deutschen Volkes herbeigeführt werden soll, kann es nur geschehen, wenn all die politischen Machenschaften, angefangen bei dem Protokoll der „Weisen von Zion" bis zu den noch immer bestehenden Ge- Heim-Organisationen dieser Kreise in einem öffenttichen Verfahren restlos aufgeklärt werden, und so dem deutschen Bürger die Augen, endlich geöffnet werden. t '* Erfreulich ist, daß es der Staatsgerichtshof in seiner Urteilsbegründung für nötjg befunden hat, den antisemitischen Hintergrund des Mordes grell zu beleucht ten. Lber es bleibe nicht ungesagt/ daß esc beschämend für das deutsche Judentum ist,- dich es nicht früher und - fchärftr selbst betonte, daß die Kugel, die Rathenau traf, den Juden treffen sollte, und daß auch diese Tat es nicht aus seiner nie fordernden und starken Haltung reißen - konnte, - , 6aVorrat coasules. . . > Aach den Ionmn Aanroin». . Während man bisher nur von separatistischen vr- . ganen, denen man beim besten Willen die Ehre der Beachtung rächt antun könnte, gewöhnt war, daß sie uns Zionisten mit „Minim" oder „Apikorsim" identifizier- . ten, scheiiren die Jomim Naurolm «inen so merkwürdigen Einfluß aus die Redaktionen der Agüdablätter ausgeübl zu haben, daß auch sie nun ähnliche Bahnen wandelt. Stur klingt die Sache gleich noch ein bischen fürchterlicher. Der Keren Hajkffod gibt Gelder für das zionistische Erziehungswerk, dieses «ft „Minus", das wieder schlimmer als Götzendienst, also Du Jude, der Du an nichts Böses denkst, sei der Aguda dankbar, daß - sie dich in letzter Minute vor den Verstrickungen des Götzendienstes rettet. Die Agudablütter rechnen offenbar mit rel)r schreckhaften Lesern, denn sonst sieht das Ganze reichlich kindisch aus. Der Sachverhalt ist so, daß der Keren-Hajesiod. der im wesentlichen den, wirtschaftlichen Aufbau Palästinas dient, einen kleinen Teil seine- Einkünfte den palästinensischen Schulen zukom» >m. läßt. Traditionellen und Nichttraditionellen, um ächrer vorm Verhungern zu schützen. Wie jeder '-den wird, handelt es sich hier um dieselbe Sache, wie bei,»- Problem der Genie!ndeorchodoxie überhaupt, daß nänilich tir Einkünfte der jüdischen Gemeindesowohl für traditionelle wie für nichttraditionelle Institutionen verwendei werden. Rur läßt offenbar die weite Entsermmg das. was hier mit „Jffur" bezeichnet wird, dort den Titel Götzendienst bekonrmen. Dte Gemeindeorthodox» zittert in dem Bewußtsein, war ihr noch droht! ofü/ien als jüdisches nationales Heim erklärt und es sei jktzt weder Zelt noch Grund, diese Frage wieder z„ betrachte», Nach so vielen. Jahren der Verfolgung hätten die Juden endllch Anspruch, aus ihr Land. Es unterliege keinem Zweifel, daß die -Tll *«ii.'HilT pn'iK. seilt - l lsiISV»4* l'-C'Oiixer I Juden fid; ernstlich bemühe» werden, uin eine Aera der Friedensnid der Zusammenarbeit zwischen allen Raffen, die den nahen Osten bewohnen, zu inauguriere». ~ - Aegypten Wie die ..Times" aus Kairo berichtet, wird dort offiziell bestätigi. daß Aegypten die Forderung g.'stellt habe, auf, der lenmiendei, F, i ed en sko n se r eilz serueten zu fein, da-sich diese Konferenz mit Fragen befassen werde, an denen Aegypten Interessiert sei. Die ägyptische Regierung stehe auf dem Standpunkt, daß Aegypten als unabhängiger und souveräner Staat zur dnelren Vertielung berechtigt sei. Alesopotamien England als Vormund Mesopotamiens. K. Der Beitrag zwischen König Feisul von Jrack und Eioßbritannien liegt in einem Weißbuch vor. Rach diesem, Vertrag hat Großbritannien für die Dauer von 80 Jahren die Kontrolle über die auswärtigen Angelegenheiten und Finanzen-Mesopotamiens. Ferner enthält er Bestimmungen. die mit-dem Mandat des Völkerbundes zusommenhAngey. ,/Mird Mesopotamien in den Völkerbund aufgenämmen^so 7endet damit das briti'che Mandat. Die Beziehungen/zwischen -beiden Staaten würden dann solche wie; zwischen souveränen Staaten sein, mit Ausnahme der durch den Vertrag vorgesehenen Einschränkungen. Ter Manchester Guardian kriüsiert das Äbiomyrrn. - Es entstehe dadurch bei den Jrak-Adabern der Eindruck einer Ausbeutung durch Steuern, die allein England zugute, fämen und dadurch wachse die Mißstimmung-gegen- England sowohl als gegen Feisul. . ' . Beitrag, der jüdischen Gemeinde Danzig für den Reren-Hajeffod. Die Repräscl,tantenversanrnllung(-dex Jüdischen .Gemeinde in Danzighatam IZ^'K:ptember mit 6 „gegen 4 Stimmen beschlossen» deirMntrag des Gemeindevorstandes, aus "dem? Tlel>erschuß des Etatjahres l«)21 die Summe von.40 kW Mark dem Aeren-l)ajeffod zu irborweifen. zuMMynen. Synagogen.Kampägne. in ÄM York. 3m Anschluß an die he-hcn Feiertage organisierte das Keren-Dajessod-AomiteeN"k eine Tieren-l)ajeffod-Achupagne4n/LflßElp, ^rk und Vronsville. «Line große. Anzahl GÄneiitdei« haben ibr. Synagogen zur Derfüguntz-? - ^4WMiHajessod- Düros aesteiit und wueden am Neujahrsfeste Zlppelle für Geldspenden verlesen./. Eine Tiönferenz der Rabbiner und' Repräsentanten dev-GastMew York- Gemeinden fand am tz.. September Mechs/ Mrgattisierung der kom,»«enden LynagoAenMüNMirgne? statt. Ls wurde beschlössen, einen' AppHbMrtäs die Rabbiner an die .Wische AepSlferunM, lind an die Synagoge« zu erlasseil. - :Die- ^reofionalen Tieren- Hajessod-Tiomitees sollen - Rabbiner in ihre Ti.-l).- Tiomitees kooptieren um Ä»e engste.--Verbindung zivischen den Tieren-lfajcssod Ärgan.'N ü»d den Gemeinde»- herznstellen.' - / . >4: 4 ver neutrale ' ' KEREN-HAJ E'S-.S/'p' D dient dem Wirtschafts - Aufbau. Palästinas, Haben Sie xdtun Ihre Keren-I Injcssötl-Pfllärt. erfüllt!?' 1UII 1*14-111,11111«,,IIIIIII,,1111,111,1,1 I1I11111I«1«,I««I>I1>IIII11» Aukklürenile 8dirN«en ,ia«l!m lleren-HajeiuivalZürv. Hnterllnäau 21. erhältlich/ . - Ras den iOdisänn finiiii Die Meltkouserenz der po^te Zion. Aus der Wellkonsorenz der Poale Zion (rechtsin Berlin wurde ein Palästinabudget von M. 12500.— sür den Palästinaausbaufonds ausgestellt, wobei für Ar¬; Meder's Maahanisoha Druokluf t - Tapplch-Reinlgii N(r. Iti-ivi-r. tri Moe 149 Tel.' II««»» 4tz>s II«—, Ti-|i|«ii-li- 11. Ili-Il fPtlinii-lleimKiliiR’ beit-, industrielle und landmirtsttiafiliche Kooperat^ je M. 1500.— eingestellt werden. Die Kviiferen,; 'h schloß, mit der Gefamtorgauisation der palöftineilsisch Albeiierschast in Verbindung zu treten, um ei» gemej sames Organ zur Venvaltung der Gelder des Paläst^ arbeite« fonds zu schaffen. Rnbaschow wies aus die Vorgänge im Luj der linken Poale Zion hin, die das Wort PalästiI das für sie nur »«ehr ein leeres Wort geworden ui nicht aus dein Programii, streichen.wollten, als es; 3. Internationale « erlangte. Darin ist das Zeichens erblicken, daß eine Annäherung der beiden Grupp «vieder möglich geworden ist. Die Beratung selbst,. I niedrere Tage in Anspruch nahn«, hatte geschlossen Charaktlr. (Ziko? Agudas )isroel und wisst Agency. Berlin (I. E. B.) Gegenüber den Meldung^ in englischen und palästinensischen Blättern, daß Agudas Jisroel bereits einen „hervorragenden Rc bi,«er" als ihren Vertreter für die Jewish Agency nannt habe, eiläßt der geschäftsführende. Ausschuß Agudas Jisroel die folgende Erklärung: „Der Zentralrat der „Agudas Jisroel" hat aß 29. März 1921 in Wien die bekannte Entschließung gi faßt, in der gegen die öffentlich-rechtliche AnerkennrNi der zionisttschen Parier als Jewish Agency asts ÄW den der Gerechtigkeit protrsttert und die Umbild der im Mandatsentivurfe vorhergesehenen. Agency Ä fordert wird. . Nachdem dieser Forderung weder von feiten? Mandatsnwcht entsprochen, noch auch vom.-' Rat M Völkerbundes - die JnIliatioe ergriffen worden^asti M die in dem zionistischen -Monopol liegende Rechtst«! letzvng gegenüber deyr Kyrne des Mischen Hildeszuinvchen, sieht sich-die. Exekutive der ,Llgud8s-'Msroz im Rahinen ihrer:- Vollmachten; äußerstande/HMM Teilnahme. an der vorläufig zur Tatsache,g?MkdÄW Zionistischen Agerich auM pur zu verhandWMr? < H -,Dep7auf^-Mde'MEWwan/''einbe^MLEMreM der.LlgudasJisroel"ivirddarüberzubefindenWbest auf welchem Wege die unveräußerlichen Rechte der der Thora stehenden jüdischen Volksmasien auf (ES Jisroel qm besten gewahrt werden könnend FraallirterBeridit«. C-'m! Mbörkantpr Ggutfch *‘V Am Donnorstag, ö. Üktober, verschied -yqM zent Krankenlager Im Älter von 76Jahren-herl, jährigeOberkantörderBörueplatz-Synagoge-FaWa O g u t s ch/" Mt ihm chuxde am Büsttäge/d^DHi«, festes ein Stück Ceschichte des. einst-von dzn^ Mbbb ' Mo r kusH orovitzs.M.einge«veihtenMÜeshau zu Grabe getragen -DstLchä Jahr« hat^MuW'' Amt des ^lkach.Zilchur.Msei^^und-E^sEik vergleichlich schörien vollen Gesang -ben andischtigen Zuhörern: WMxgM .Stunden- Der heranyHend? MWag verbog Gch'bhe«Nä Trauerkündgebimgen:/WMrd yns KdMLWW« daß am' SpnntM/iM.EMöei^E der Stätte feliies Wii k<ns izu' Chxeü-M/Brt eine Trauerfeier staHiMMwirM bruder, Kantor'Ä: D.:Wy/'dle"G'e8Wnl-Wa4hW -wird. 'V - /' . "i:-/." .<*^>“3:;V/: \ > ,,7.' ihöfi , Dr. Anicaner s 70. Geburtstag/ v;.-.: •.--.j-’ K-gMj Profeffm- Dr. 3. Ra; a c a ue r beghrg:aMlö4^ toter seinen 70. Geburtstag. —;Elü.. 'g«s ' Schlesier, war er von -1875 bis 1919 ayl^'t!. lantropin als Oberlehrer tätig und verdankenD ganze Generationen von Schülern ihre -Ke in Geschichte und Literatur. Gleichzeitig^^ 1917) mar er Leiter der Flersheim'saien^ Sttj Seine Musestunden widmete der Jubilar Mp .*ii Konditorei und' Cafd Ph. Laubenstein il,ilii>i«x,i||eriiHtra!M« IS. .' ' reliyilmiir-yaniW Siieeinlltttt: Ananas-Törtchen und Pralfndl^ ' s