Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 20 (1922)
- Issue
- Heft 24 (6.7.1922)
- Date
- 1922-07-06
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
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beite 2. Neue Jüdische Presse- - Ach, Brüder, Schwestern: Ob die Wett unser Ural, das. Urjüdische -noch braucht, — daraus gab das' Völlennorden und die^Htzlle -vowHatz. und Häßlichkeit,' von -Qual und/ von Kwmner, die es Hüller sich znrücklicß, eine hohngellende Antwort. Alle - Künste und Kniffe, alle Thcoriecn und Ismen, alles Wissen und Erfinden haben den irdischen Graus, den fürchterlichsten der Menscifheitsgeschichlc, nicht verhindern Wunen, nein, haben 'seinen ungeheuren Umfang erst schaffen helfen. Vielleicht stand die Menschheit, nie an einem Geschichtspunkte seit den Greuclzxiten Molochs oder der spätrömischen Verderbnis, wo eine Weltcnumkehr, ein Umguß, eine totale Erlösung, ein neues-Reich so schreiend notwendig war, als heute. Ninive braucht den Propheten. Aber nun die zweite, die wehe Frage: Wo bist du, Prophet Jona? Bist du noch vorhanden, Lichtwciser, Licht-' künder, Lichtzünder, du ewige jüdische Seele? Helft mir sie suchen, meine lieben Brüder und Schwestern,'ich kann sie nicht finden. Aus denk Weltraum, in den ich horche, kein freudiges Echo vernehmbar. Aus den Regionen, wo die Massen unserer Volksgenossen hausen, Wnt herzbrechend Wimmern, da liegt die Seele unseres Volles samt ihrem zerschmetterten Körper in Zukkung: keine jüdischen Gedanken fliegen, keine jüdischen Lieder steigen, keine jüdischen Kinder spielen, keine jüdischen Weisen lehren; Mordschwerter und steine sausen, Männer röcheln nü»en entehrten Frauen, Synagogen rauchen, der Hunger wühlt und frißt, und über glühende Ebenen, über vereiste Felder wanken Hunderte und Tausende, fliehender,' gebrochener Gestalten. Arme jüdische see!c von Osten! Du kannst die Welt hinsinkeu und sterben lehren, nicht wie sie lebe und sich erneuere. Und bei uns im Westen? — Ruhe der Zersetzung. Flucht vor sich selber. Aufgchcn in Tag und^Gcschäst. Jagd nach Vergnügen und Reichtum'. Leere der Synagogen. Zusammenbrechen ^dcr Bildungsstätten. Die hebräische, die heilige _ Sprache vergessen, sic, der Nerv, der Puls, der Harsenklang der jüdischen Gottesseele; die jüdische Schule verstoßen, die jüdischen Gedaukeir belächelt, das jüdische Büit, der jüdische Gedanke um die Wette verraten. Taufen, Austritisregister, fallende Geburtsziffern, aussterbcnde Judenfamilien. Auflösung, Auslösung! Sie zerhackt sich durch Grenzen, sie bröckelt in Stücke, sie atonrisiert sich, — die westlich^ jüdische Seele. Wird sie in Jahrzehnten noch leben, wenn nicht Blut und seele von Osten, über die Grenzen flüchtend, ihre Bestände aufsüllt und rettet? Nein! auch sie ist tein Faktor für bessere Zukunft der Menschheit, die jüdische Seele von Westen .... Hier,soll keine Anklage erhoben werden. Die Wogen der schlimmen Zeiten haben uns niedergeworfen; auf Miseren Rücken pflügten die Pflüger, zieht Unterdrückung chre Furchen. Und wo sie noch nicht ist, da 'steht das Gespenst der Angst vor ihr u,rd verfinstert unser besseres - Wollen. Nein, cs ist^ schlimmer: das Judentum der Neuzeit . ist in einen -Strudel geraten. Zie jüdische Seele ist nicht blos nicht wachsend, nicht steigend, nicht dauernd, — sie wird niedergczogcn, verzerrt, verkommt, ja sie verlästert. Es beginnt in der Welt jüdische Räuber und Mörder "zu geben; wir werden wie andere Völker!! Aber ich habe es eingangs gesagt: wir können so nicht werden. Auch wollen wir nicht in unserem tiefsten Innern. Wir bäumen uns auf. Wir schreien: der Jude darf nicht! Uns ist, unser Bruder, unser Kind sei cs, wenn wir von -einem jüdischen Verbrecher, wenn wir von einem. Täufling hören, und wir empfinden Tat und Täter als Widerspruch, eins zum andern, chr Zusammenhaften als perverse, unglückselige Vermengung, die ims persönlich-m,geht. Wir empfinden: hier ist Chillul Haschem, und das bedeutet doppelt und doch das Gleiche: Lästerung des.jüdischen Nwnens und Lästerung dxs Nmncns Gottes, und selbst der den Begriff nicht ausspricht oder nicht versteht, fühlt ein besonderes Erzittern in seinem Innern. Ich wiederhole: keine Anklage soll erhoben werden. Es ist zuviel, was auf das Judentumvon heute einstürint. Die rohe Gewalt allein, die Verführung der Andcrsarten nur uns allein, keine hätte es über uns vermocht. Wir haben im Altertums der Verführung des Hellenismus standgehalten, wir haben im Mittelalter der Brutalität der Henker und Fürsten standgehalten; das erste Mal half uns die-eigene Scholle, das zwelle Mal das eigene Milieu des GhetW, beides im Gründe als eins und dasselbe wirkend, als Rahmen und Boden für Allslebensmöglichkeiten. Heute fehlt uns beides: Voltstörper und Volksseele, beide sind angefallen, finden keinen Ruheboden. Unsere Trümmer, die Verfolgung, Mord, und Hunger in der Welt umherjagt, sind nicht imstande, sich gegen den geistigen-Ansturm der Außenwelt aufrecht zu halten.. Also, wenn Anklage ertönen soll, kann sic nur einen treffen, den Einen, Ihn, der das Judentum an diesen Puatt geführt hat. Aber sie trifft 'Ihn nimmer-denn schon ist von Um -Rettung vorbereitet. Roni wessimchi! Juble, meine Seele, würde der Psalmist hier Harfen. Ja, schon ist Rettung vorbereitet! Denn wieder stehen wir an der Wende der jüdischen Zeiten. Das Rad wälzt um: die Mission .der Zerstreuung ist aus,. die Sammlung, die Sammlung hat ihr Werk neu zu beginnen. Denkt so, meine verehrten Brüder-und Schwestern: Ur fetzt den Fall, -ein Winkel auf dieser Erde sei den Müden, den Gehetzten unseres/Volles freigegeben. Garantien bestünden, daß niemand sie auf diesem Erdflecken stört und beunruhigt. Vorkehrungen seien getroffen, daß die Niedergelassenen sich gesunder - Leibesmüh, gesundem geistigen Streben hingeben. Freiheit der eigenen Art sei hinreichend gewährleistet, kein fremder Kulturboden zwänge jüdische Reiser zu ungewollten! Anbau. Glaubt ihr nicht, daß die jüdische Seele eine neue Heünstatt hätte? daß das, was hier zusammcnströmte, vor geistiger Vernichtung gerettet, daß hier freudige' Möglichkeiten fruchtbar würden? Setzt: von -Ost und von West käme unendliche Wallfahrt, käme Schar um Schar, jede mit dem Maaßer ihrer Himmelsstrich-Nüance» alle doch mit der inneren, ewigen jüdischen Einhell, beladen mit allen Schätzen der neuzeitlichen Kulturen, aber' auch getränkt mit chen immer noch unvergänglichen'Resten der eigenen jüdischen Werte: glaubt ihr nicht, daß in geschützter, d. h. freier Entfaltung ein wundervoller Austausch anheben würde zwischen all den Geistelementcn? daß eine Mischung zumindest möglich würde, die die Diaspora bis min dem' Judentum nickst vergönnt har? Denkt: .ein gesundes syziales Sein unter intelligenter Leitung höbe hier an und wüchse — staubt -ihr nicht, daß;es jo jüdisch-eigenartig würde, daß frohe Neugier und Hoffnung auf Großes uno Schönes berechtigt wären? Scheint euch nickst jeden Falls, daß,an dieser Stelle der Erde und einzig allein au dieser Stelle ein Lichtpunkt entstünde am Nachtyimmel -des geistigen Judeniumes? Nun denn, Brüder! Schwestern! Die Hypotese ist leine, dieser Traum i st kein Traum mehr! Der Fall besteht! der Winkel ist sreigegcben! Garantiecn sind! Vorkehrungen werden getroffen! Freiheit ist geschützt! Fremder Kultuszwang b c st.c h t nicht! Und ein ganz Besonderes ist zugctommcn: das Seltsanistc und Wunderbarste, was. unsere ungläubige Zeit hat erleben müssen — dieser Erdcnwintel ist derselbe, der einst unser Heilig Land war. Nie hat sich die Ewigkeit unseres Schicksals wie in dieser Tatsache bewiesen. Wir kehren wieder da ein, wo Abraham eillslinals cinzog, wo nach der . ägyptischen Zerstreuung Moses stamme, wo mit Josua und Terubabet die Tränensäenden, die Jubelerntenden einzogen. Der jüdischen Seele soll wieder die schwinge wachsen in den gleichen Sphären, in denen sie zu Jesajas, zu der Psalinisten Zeiten sich zum Himmel aufschwang. Muß ein solches Erinnern nicht beflügeln,-alle Kräfte'und safte nicht potenzieren? — — Die Grenze des Traumerlaubten ist in die lichtesten Weiten vorgeschoben. Mir ist nicht zu sinnen, zu rechnen und zu.feilsche», ob die Kaliulation. von Projekten, ob das Spiel diploinatischer Taktil, ob das Zusammentreffen äußerer Fattorep in der Palzstiua-Nuternchinung nicht schwierigteiten berge», über die man nicht wicht hinmcgspriugt. Ich wage, das Wunder der Wiedereröffnung des Heiligen Landes den Kindern des Heiligen Voltes, von oben, welthistorisch, tosmisch zu betrachten; und ich wage. Ihnen, die fünfundzwanzig Jahre darauf, geharrt, die Blicke gläubig zu den Bergen erhoben.' dieses. Wunder so von der Höhe zu zeigen? Es kann Brüder, -Juden geben, die da zaudern und zweifeln, die da tadeln und fürchten, die die Erfüllung anders und besser wollen —, es kann keine geben, die das Wunder nicht in Wirklichkeit wünschen, keine, die es nicht segnen. Es tanu auch keine Juden geben, die es nicht realisieren Helsen. Keine! denn sie begreifen, daß sic, ei» jeder,- davor gestellt, die Verantwortung dafür tragen, wenn dieses, welthistorische, dieses kosmische Wunder umsonst war, ivenu seine Auswirkung im Leben scheitert. Gottes Finger tut keine Wunder ohne den Finger des Menschen. Auch das erste Mal, durch die Wüste, über das siuaitische Gebirge, hat das jüdische Volk Gottes Arm utcht gegen seinen Willen ins Land getragen. Es inußie sichs erobern.- Auch diesmal muß das Land erobert werden. I Keren Kajemetli Lejisrael (Jüdischer National! önrls) — Palästina im Film — Infolge des ongeheoren Andranges auf vielseitigen Wunsch Einmalige Wiederholung des Films I Das neue jüdische Palästina Sonntag, den 9. Juli 1922, vormittags 11 Uhr im U. T. (Hotel Schwan),.Steinweg 12. Erste zusammenhängende Filmdarstellung der jüngsten Entwicklung des jüdischen Gemeinwesens. Das Leben und. die Arbeiten der Ghalnsim. Preise der Plätze, Hk. 10.-,14.5a, 20.-,30.- zuzügl. Steuer, Karten im Vorverkauf erhältlich bei U, T, Steinweg 12, Lina Schott, Theaterpl. 10, Olga v. Hagen, Goethestr. 37. locnti auch nicht mit dem Schwerte. Geist, Tatkraft und er, der schlimme Geist des Materienwertes, Geld, der Hier zum guten Geist wird, vertreten seine Stelle. Nicht jeder muß mit eigenen Armen und Beineu Hinüber. Auch als die Wiederkehr aus Babylon sich vollzog, gingen durchaus nicht alle. Wenig Vornehme von Blut, die . meisten arm an Namen und Habe. Aber alle, alle, die in Babel blieben, halsen. Sie wußten, daß sie des Volles. Seele, daß sie die Schechina, daß sie den Tempel Gottes auf-Erden, daß sie die neue bessere Gemeinschaft, heilige Zukunftsdinge zum Segen aller Völker ansbauen halfen, und daß s i e die Schuld traf, wenn der Bau nicht gelänge. Genau also ists heute. Die Juden Deutschlands werden nicht auf der Tafel der Geschichte stehen wollen als einzige aus der sonst leeren Seite, wo diejenigen verzeichnet sind, die sich, ausgeschlossen haben, als die Welt an den-Reubau des Heiligen Landes herantrat. \ Der Ausbau des Helligen' Landes ist der Wiederaufbau, die einzige Möglichkeit zum Wiederaufbau der ewigen jüdischen Seele. Die Sammlung aus heiliger. Stelle wird sie neu beleben - zum Wiederautritt ihrer, schicksalgefügten Sendung. Die .Auserwähltheit des Volkes soll lein törichter Stolz sein auf ein Vergangenes, sondern königliche Verpflichtung zu adäquater Zukuyfi. So groß der jüdische Nanir auch sein mag, nichts wird er für uns wert sein, wenn wir ihn nicht werktätig verdienen. Schande, so wir im Zustand von heute verharren, Ruhm, so wir der Menschheit ein neugeborenes, aktionsfähiges Judentum schaffen. Set Segen! lautet das Gebot an Abrahams Geschlechter. Sei Segen wird sich verwirklichen nicht nur ün Heiligen Lande, nicht nur in der neujüdischen Gemeinschaft. Sei Segen! wird sich bewähren auch an die Drausgedliebenen. Dte Achtung, die die Tat des Judentums in aller Welt herausruft, wird überallhin leuchten. Die Welt wird sehen, daß Juden Dänen und nicht zerstören; und alle Kräfte der Verneinung, die nur Unterdrückung aus unserem Volke hervortrieb, und die-wiederumbewirken, daß die Unterdrückung verstärkt wird, werden Ort und Front und Farbe wechseln: tm' eignen Land und in Freiheit, werden sie bejahende werden. Die Lust des Heiligen Landes macht weise, sagten >unsere alten Gelehrten. Sie meinten, was wir heut schon in werdender Erfüllung sehen. Bereits heute fügt sich im Heiligen Lande und w i r d,. übeff alle schweren und schlimmen Anfänge hinweg, sich fügen, was c Nr. 24 sich dri^itzen - nimmer siigen wollte: der Händler und-'Feil-- scher wird Bauer, der Anarchist Pioniers religiöse Pflicht wird Freude, Unversöhnlichkeit zu Verstäiwigung''und-höhe-- m Einheit. Das ist nach dem gewordenen äußeren, das werdende innere Wunoer. Und an ihm wird sichtbar, was sich — wir glaube»! — am Ganzen und iiy Großen vollziehen wird: Jneinanderschinelzen der hundert bunt abgemandel.en Judeiiarten in die eine und einzige neue: fruchtbare Synthese des uralten urjüdische» Gedankens mit den Errungenschaften modernsten Geistes; Zusammenbruch unseres Spra-- chen- und Empfindungs-Babels vor dein Neubau unserer Volkes- und Gottessprache und ihres' Trägers/ der jüdischen. Gottesseele. Da wird keine Enge, da wird kein Ghetto —. da wird neues Ziisainmenrasseii, neues ' Znsaminenballeck. sür die neue jüdische Sendung. Und die ist, was sie war, in der Ewigkeit unseres Kreislaufs: wie einst nicht'blos Lehrer üiid Sprecher, sondern Täter und Beispiel für die übrigen Völler zu werden — die neue Gemeinschaft,, die im Wandel der Menschen und Menschengruppen das Göttliche erdhaft gestaltend verwirklicht. Das ist der letzte Sinn des Aufbaues des Heiligen Laiches. Aschr'e ha' ani jvü'e'e terna — heil ist dein Volk, das. den Klang begreift! Heil ist dir, Ortsgruppe Frankfurt, daß du ein Vierteljahrhündert Vorarbeit hingeben durstest für ein Werk, das so groß ist! Girre Erklärung der englischen Regiervag. Die englische Regierung hat nach Beratung . mit Obertoinmijsar Sir Herbert Samuel eine Erklärung über ihre Palästina-Politik der Zio-/' n i st i s ch e n Exekutive zngestellt. - ^r -Das 'Wesentliche dieser Erklärung ergibt sich aus der.-, nachfolgenden Antwort der'Zionistischen Ere^h kutive: \. „Die Exekutive der Zionistischen Organisation hats> Kenntnis genommen. von der Erklärung bezüglich der brititischen Politik in Palästina, die ihr vonr Colonial Ossiceuiitcr dein 3. Juni 1022 übermittelt wurde und versichert: sr. Maj. Regierung, daß die Tätigkeit-der Zionistischem Organisation in Ucbereinstdninung mit der darin oargelegten Polirik geführt werden wird. Die Exekutive bemerkt mit Befriedigung, daß Seiner Majestät Regierung bei der Erklärung ihrer Politik in Palästina .nochmals Gelegenheit nimm!, die De - t l a r a t i o n v o m 2. N o v.e in b e r 1917 wieder z n. b e - stätigcn, und daß sie es als eine Frage von i n t e r - nationaler Bedeutung erklärt, daß das jüdische- Volk wissen soll, daß es . v o n Rechts w e ge Irin Palästina ist. , -> Die Exekutive bemerkt weiter, daß seiner Majestät Regierung als eine Folge dieses Rechtes auch - die Nyt- - Wendigkeit anerkennt, daß die Inden imstande *sein sollen, chre Zahl in Palästina durch Einwanderung zn vergrößern, und sie entnimmt der Erklärung der Politik, daß der Umfang dieser Einwanderung durch' die jeweilige wirtschaftliche Kapazität des Landes zur Aufnahine neuer Einwanderer bestimmt werden soll. Was im men für Vorkehrungen hinsichtlich der Regelung Dieser Immigration getroffen werden sollen, so vertrant die Exekutive: zuversichtlich darauf, daß sowohl Sr. Maj. Negierung, wie 7 die Verwaltung Palästinas in dieser Angelegenheit von dein vorstehend erwähnten Prinzip geleitet werden wird. Die Zionistische Organisation hat zn allen Zeiten den aufrichtigen Wunsch zur harltionisch e-n Zusammenarbeit mit allen Teilen der Bevölkern n g P a l ä st i n a s gehabt. Sie hat wiederholt in Wort lind Tat zu erkennen gegeben, daß chren Bestrebungen nichts ferner liegt,, als auch -nur im geringsten Maße die bürgerlichen oder religiösen Rechte oder die 'materiellen! Interesse» der nichtjüdischen Bevöllermrg zu' schädigen. Die zionistische Organisation wird sortfahreii, chrersells keine Anstrengung zu scheuen, wn den Geist des Entgegenkommes zu pflegen, auf den S. M. Regierung hingewieseff hat als auf die einzig sichere Grundlage für das künftige Gedeihen Palästinas. Die Exekutive hofft ernstlich/ daß die Erklärung der Politik ein sür allemal die Mißverständnisse zerstreuen wird, soweit solche-noch bestehen, und daß sie, wenn sie von allen bstrpiffenen Parteien loyal ausgenommen wird,-: den. Begi.nn ejner nxuen Aera sriedlichck.xt.-Fort- - s ch r i t t s bezeichnen wird." - . >, Urteile über Ratheuav. Georg Bernhard schreibt in der „Löss. Ztg.": „Dieses ganz eigenartige Wesen ist nur aus-'der Hochzüchmng eines Individuums aus. Rasse-Einheit zn erkliren. Er wurzelte mit-, seiner Bildung und seiner Gedankenwelt jm Deutschtum, aber der Atoinenbau seiner. Seele war sell /der Urvergangenheit ausgeschichtet worden und schuf dia Fassetten der tausend Farben. Rathenan hatte den scharfen, bohrenden, grübelnden Verstand, er verfügte über die messerscharfe Dialektik der Generationen, die ihr geistiges Leben mit der Auslegung der göttlichen Gesetze zubrachten." Em il L ndw i g schreibt in der. „4ctuen Zürcher Ztg": \_ / -I ' „Rathenan hat'sich stets mit ritterlicher Ofsenhelli' als Jude bekannt . . . Verglich er? sich im Stillen inst Disraeli; dem -die. politische Leidenschaft ja auch gesehlt und'.mit dem er die Ueberfrachtung einer alten Rasse mü Gedanken gemeinsam' .hat, so Machte ec nur den einen: entscheidenden Fehler: er vergaß, daß er nicht unter diesen Engländern geboren war,' die er als die erste Nation Europas verehrte. Hier hat sein Trieb zur größten Wirkung ein/einziges Mal dieses klare Gehirn verdunkelt, er hat vergessen, daß Deuffchland noch nie einem Juden Erfolge an der Spitze des -Staates erlaubt oder verziehen hat."