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Neue jüdische Presse · 1922-06-13 · Heft 21 (13.6.1922) · p. Seite 3

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
20 (1922)
Issue
Heft 21 (13.6.1922)
Date
1922-06-13
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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^oui^rä-Kieicl%r, bedeckte Waschkleider, Wascbblnsen in neuesten Fortren utd aparten Stoffen. WM- Oualitätswarel *V| Hans Nerger, Hochstr. 26.pt, ber htrffiitcDeni’u Öem«ttl»eti ' auf, "5n, _it)rcn Öfiiieiiibc^ eine Propaganda jnr Ermittlung tum Stellen, besonders oben jftr oftjnbifclje Landwirte bei iiivbi{rtl.,H Landwirte», zu entsvtteu. Henry Rothsch.i.Nd schlägt vor, das; (Propaganda andie verschiedenen Wcnü'iiiben eilt Sätiflt'citv-* bericht der Beratung-steile sür pstsüdische Flüehlliiige verschickt werde. Rabb. Dr. M a r r-Darmstadr regt an. das; in diesem Bericht auch über das eBerh.ältnis der jüdischen zu de.» christlichen Arbeitern und über die Stellung ,ya den Geiverljchasten Mitteilungen geniachc tverde». Rabb, Dr. S a » d er-Gießen schlägt «vr, eine» Anjrns in den jüdische» Zeitungen zu erlassen. is> wird ans Antrag des Bor;itzenden beschlchsen, die Frage der Beriissberatung mid BeriiiSiiinschichtung aus einer besonderen Tagung zu^besprechen, zu der alle io Betracht wnniie.iden ^rganisalivneni und Persönlichkeiten eiiigelgden werden sollen. - Zn Piinil ii bet' Tagesordnung berichtet Rabb. Tr. Sander über die Berhältniss.' in Gießen bete, der Unterbringuiig von Alten u n d Stechen. Zn Gieß.'» stellt, ein Grundstück, ein Hans iu>d ein K rpital von en. Mark 300OD!) für diesen Zweck zur Beringung. .Da aber iniidiesem Mnpital beule eine neue Anstalt nicht errichtet werden tan.i, huuöci,. in Oiießrit Berlinndliiilgeit mit der ProvinzialattersversvWitngSanstall gepslogen. nur evtl, eine jüdische Abletkiitlg dort aitzngliraeru, in 'der dann 20—S> alte Leute itukergebracht werden lönnle». Es wäre soinir für! die ganze.Pnovänz äs,te Auswlt grschafsen, an der sich alle Gemeinden beteiligen' töiuitrn. Bon' anderer Seite wird geltend gemacht, das; die Zal>l von 2 >—25 Znsass.» eine viel zu geringe sei. Bei dieser Gelegenheit werden mich die Verhältnisse , des 'Fraii tsurffr Sneche.nbans.ts (ß n in p c r psche s S reiche n ha iisi besprochen. Zn.der genannten Anstalt ist eine ganze Abteilung geschlossen — obgleich Platz _ genügend vorhanden wäre —, ereil bei der nngeinei» großen Tene- . ruiig es sich nicht rentiert, das .ganze Hans in Betrieb zu fetzen. Da in verschiedene» Gemeinden z. Zt. große Sumtuen fiir soltlpk Zstveckc bereitsgesammelt sind, wird ans Veranlassung des Borsitzenden die Frage erörtert, ob nicht durch : eine Aussprache der beteiligter Gemeinden Mittel und (Wege zur Lösung dieser Frage .und zur Schaffung eines | Frankfurt StossvoeissttäHeret Zegr. 1901 j Langestrasse IS (Hinterbau) 3. St. :: Tel. Römer-5308 i Anfertigung sämtlicher Wäsche (auch einzelne Stücke) B2it oder ehne Stoffliefernng. ■ -= Knopflöcher innerhalb 24- Stunden. — . S p e z i a 1 i t.fi t: jfrattt-ftttssiattung., XerrewOderKemäen nach Maas. Landesiiechcnbanses gesundcil werden tfinuen. Es wird beschlossen, sich 'unter Führung des Lw»dcsverht»deS Gießen mit dem F-rmtlfurter Siechenbans in Berbiudimg zu setzen, nur eine Znsaminenfassnilg aller 'm Betracht somn,enden Kreise und Mittel in die Wege zn leiten. Der stettvercreleiida Borsitzeude, B. S i m o n - Franlfnrt, wird mit. der Führung dieser Verhandlungen betraut. Zu Piuttt 7 T ub e rk u loseu. f ii r«o r g e mirl> berichtet. das; sich ans Veranlassung der Frankfurter Zentrale für jndisclse SoHlfahrtspflege durch sstrsaimiienschinß 12 Fraulsurler Bereiue unter F-ülfriiiig der leiblichen Fürsorge eine Arbeitsgemeinschaft zur Belämpsmig de.' Tnb.'rtulofe -gebildet bat. Bei ihren Arbeiten bar sie es als ganz besonderen Mangel cu, pflücken, das; keine iüdischen Llnstslieu bestellen, in denen gesäbraete Kinder Aufnahme siude.n. Es sei eine Ausgabe des Landesverbandes, der Arbeilsgemeilischast bebilflich zu sein, eine solche indische Anstatt (es genügt eine kleine Eiueichlnngi zu erwerben bezw.^ eine jüdische Abt.'ilung an eure bestehende inlerlouse»ionelle Anstalt anzitgliedern. üi.nbb. Dr. M N r r erklärt sich bereit, die uotweckoigen Schritte zu unternehmen, um eine solche Anstalt ausfindig zu mache». Die Finanztommission unterbreitet dem Borsrand den Vorschlag, den B e i t r a g d e r G e m e ä n d e n nsw. pro Kopfwon .Mk. 2.— an f M t, l>.— zu er b spe it. Der Borschlag wird rinstinimig cuigenommeu. - Mrsrachi-Tcputariou dei Str Herbert Samuel.' , ZPZ) London. Sir Herbert' Samuel enipsing eine Delegation, des ' Misrachi. bestellend ans Ebiesrabbi Dr. Hertz, Rabbi F i s tim' a n, Mr. S chi s f, Zeitle n und Eoliu. Der Dberwiiiniissär erklärte, der MiSracht leiste gute 'Arbeit in Palästina. Die Depntarion verlangte, daß die Konstitution Palästinas dem Geist der siid. Este- und Scheidnngsgesctze Rechnung tragen solle. Ferner wurde die Drgatiisiernng des Rabbi,tats von-Palästina vehandell. Brief aus Baden. Der Badische Cbenrat fcee Z^aelite» bat die Gehälter der Beamten — der Rabbiner, Leyrer und gaictvren — äiencrdings in vorbildlicher Weise mnv vieler entgegen» stellender Sclswierigkeiteu geregelt. Die Gebalksskala der L e!; re r-begann seit der letzten Ükgetnng in N>2i mit gtz,'X> Wart und endete nach. 25 Dieiistjabreii mit 17 000 Marc, dazn iommt jetzt seit 1. April ein TeneruiigSzuschlag von 12.5»,,. 41nsterdem werden .Kinderziilagen von HON bis 1000 Mart und ein Wobnungsgeld von ONO—2000 Mart getu ibrt. Demnach sind die Lebrergebätter ans 2l ONO bis 30000 Mark bemesseu. Die R e d,enb.rzü g e bleiben bestellen und werden teillveise nicht itnerbebtich erhöbt. Jnsbasondere die Schechitolf-iüebübren. Zn ernsten religiösen .Kreisen, tu .denen man >ede EmtommenSbeiseruiig sreudig begrüstt, bat man gerade die neue Regelung der Sckiächtgebübren mit gemischten (sesübleii zur Kenntnis genommen. Die Schechitoy ist in vie-, fen tleinen und kleinsten KelMans ein sehr zartes Pslänzteiii, das keinen rauben Lnstziig ertragen kann. Wir Isabeic Kebällous mit weniger als ll) -Faiiiiliev, in denen es seither noch gelungen war, die christlichen Metzger zu veranlassen, schachten zu lasen: wenn aber die Kasten der Schechitab durch Hanggebübren nstv. überniästig in die .'.Höhe getrieben werden, ist die Schechitob tatsächlich bei christlichen Metzgern itnd .— bei Innen Felmdint — in Frage gestellt. Äntzerdem darf doch ruhig behauptet wer- Wochenbett-Ausstattungen Hugo Rothschild Langestras.se 35. Telefon Hansa 9936. Den, dass bei der jetzigen Srdnuiig der. festen Bcz ü g e von einer Rotlage keine Rede menr «ein kamt, — gumal bet steigender Teuerung eine weitere Erhöhung; nicht ausgeschlossen ist. Die Rabbiner erhalten jetzt AnsangSbeziige von Mark 10 000 und Endbezüge von Mark 55 000, dazu kommen die iibtitben Rebeiieinkiniste. 'Auch die P e n s i o n S bezöge der Lehrer und Rabbiner und deren Hinterbliebenen wurde» zeitgemäst ansgebessert. Die materielle Lage der Lehrer und Rabbiner bar manche Wünsche, die das gesctzestrene Znoe.itnm bewegen, ziirücktreten lassen: es wird jetzt an der Zeit sein, diese 'Wünsche und Fordeningeit nachdrücklich bervorznb-'ben. Die-T vielleicht im nächsten Brief. n. Erez Israel. 8ine ReSe Sir Herbert Samuels. Sir Herbert Samuel hielt tu London ans einem von der Zioiiisiisclieii Organisation zn jeinen Elireir veraststatteten Empfang eine Rede, in dev er n. a. sagte: Die Zionistisckie Drganisativn verdient für ihre Arbeit in Palästina grasten Dmtt. Fbre Ansopsernng ist bcivnndernswerl. Bis nun sind über 25 000 Etiatiizim ins Lank» gekommen, »nd obwohl man sie mit Arbeit versorgen mußte und viele arbeitslos geblieben sind, ist von der britischen Berwaltiing zu ihrer Erbaltiing nicht ein Penny verbraucht nüirdeu. Die zionistische Trganisativn allein halt diese Ebaluzim erhalten. Die iys Land kommenden Ebalnzinr bilden einen wimderbaren Tupus. Sie t'iiip arbeicslnstig, fröhlich und Menschen, die die schwerste' 'Arbeit nicht scheuen. Biele von ihnen verfügen über ein hohes Maß von Bildung. Wenn auch ihre politischen Ansichten mehr nach links biniibergreisen, so finden mau unter ihnen: ans keinen Falt Bolfchrwite». Zn Palästina ertstieren keine Bolschewiken. Zufolge der schlechten Bainla in Dstenrova. bleiben snr die Zionistische Organisation die sinanzieUelt Hanptanellen verschtosscn, und trotz dieser geringen Mittel hat sie doch wunderbare Arbeit geleistet. Dank der jüdischen Arbeit in Palästrna ist auch die wirtschaftliche Lag» der Araber viel besser geworden. Palästina' ka,m noch, ein grostes Wort auf dem Gebiete der Religion, Soziologie, -Pbilosopbie, .Kunst wie auch aus anderen Zweigen deS meiischlicheii OieisteS sprechen. Tas Rulheuberg-Projett Die Londoner „Times" bringt ein Zntervielv ihres- Rewvorker Pertreiers mit Zstgeiiieiir Rttlhenberg. Darnach werde R. Mii Zvrdai^ nnterlialb des -Tiberia-sserS eine: Krastzentrale errichten. Haifa, Zernsatem und Zaifa werden Zentralen erhallen. Konditorei und Cafö Pli« L anbeiist ein Hohenzoilernatrassa 18. Telephon: Hansa 985, Spezialität: Ananas-Törtchen und Pralines. Jever« Sa» Seiuige Roman von M. Pulvermann. (Fortsetzung.) Dv.s waren (die Hckrochtungen, die .er ruhig und überlegt während der Fahrt anstellte.-Seine wahre ümpfindmig ließ sic!; aber doch nicht beseitigen mid war dentlich ans feigem Gesichte geschrieben, so daß er wieder den forscheiideu Blick der alten Mutter auf sich gerichtec sah, kaum das; er zu .Hause war. 'Lest längere-: Zeit hatte sie dieses nicht mehr sür üötig' gehalten, und da sie es setzt wieder, tat, konnte Klaßner entnehmen, mehr als aus .allem atzde.rn, daß er sich abermals in einer Krisis befand. „Awroniele, mein Kind, halt. Du wieder so lange arbeiten -müssen?" fragte sie besorgr. , Diese Anrede kam-ihm sehr gelegen. „Za, Mittler." ,LVan b.th'bet Dir aber auch zn viel ans. Zch hoffe. Laß Dn iveii.-gstens entsprechend daiiir belehnt wirst!" : „Heule hatte, ick eine ganz eigenartige Arbeit, die mir nach dein Erfolg belohnt iviro." „Wieviel denn migefälir'?" „Wenn es gelingt,Ast man reich für das ganze.Leben'. Mutter, ü lnnnst Du mir etwas Pgckvavier und Bindfaden besorgen'?" ‘ . ' Zn wenigen Mtiuiten brachte sie ihm das Geivünschte, wobei sie aber doch vorsichtshalber den dünnsten und schwächsten Bjudsaden ausgesucht hatte. Er packte sein Buch ein »nt» schickte es - an Alice. „Au wen. schickst Du das?" fragte 'Chase Rachel gespannt, doch aber wieder beruhigt. „An einen guten Freund." .. Er ging bald, wieder fort Nind ließ-die Sendung in den Btieflasten fallen. Alice hatte ja gebeten, daß sie das-Buch als seinen Abgejaiidten gern schon morgen haben möchte! \ -- Aber es sollte nicht mir sein Abgesandter, sviideru auch sein .Helser sein. Wemi sie - Burgers., Bescheid erfährt, unddadurch wieder in ihren Entschlüssen schivankr, dann wird das Buch Hu ihr sprechen, wie er selbst nie zu chr sprechen kömire, so daß es ihm noch einen, weit größern Gewinn verschasfen würde, als ein Verleger ihm;e hätte, bcwilligeii kömieit. < > ( Das nächste Buch aber, nahm er sich vor, würde., er APolph Burger widmen, mit ihm etwas.mehr Wertschätzung'^ für die .Federsuchjcreinznslößen. Dieser Einfall sollte ivonisch, sein: aber er überzeutzie sich bald, daß. er gar nicht so lächerlich wäre, wie rs ihm in diesem Augenblick scheinen mochte. XXX. Flink, Doch etwas zaghafi, begab sich Alice nach dem Posttwir. mn wieder nachznfragen, ob irgend eine 'Rachricht von ihrem Bruder Znlins vom Kriegsschanvlap eingetroisen ist. Frau Mahlow, noch immer '.ürneud. daß Zuliiis sich ohne ihre Gciielmil'gnnZ als Freut'illiger meldete, batte es sich verberen, an sie zu schreiben. Zn den letzien Wochen harte Alice schon , oft vergeblich iiachgesragc und sie siirchtete, das; es auch jetzt der Fall fein kömire-; dennoch giiig sie bin, mit ihr Gewissen zu beruhigen. Ihre Besürchtiiiigen fiir die eigene- Person gehörten bereits der Bergaiigenheit au. Sie hatten de» Schrecken iür sie verloren, weil sie bereits das Schreckliche ivußte. Es 'konnte sie ,licht mehr, »jederiverseii, weil sie bereits zerschmettert, mn Boden lag. An jenem verhiiigilisvollen Sonnabeiid war sie mit einem schweren Druck auf dem Herzen erwacht, da dieser Tag ihr die Entscheidiuig inf das ganze Leben bringen sollte. Sie hatte auch einen kurzen Brief von Klaßner erhalte», in ivelchem er ihr daS Resultat seiner Untcrrcdn,ig. mit Burger mil-ieilic und sie bat, jede- Rücksicht jetzt fallen zu lassen »,ld die Sache selbst in die Hano zn iiehmc». Die Angelegenheit des Dr. Zarvis 'habe er einem zuverlässigen Detektiv übergeben, nnd'er werde-ihr sofort Rachricbr zukommen lassen, sobald er etwas Bestiimnies erfahre. Zhr siet es jetzt auf, daß Burger teiueiiei Erwähnung über feine Unterredung mit K laßner machte. Sie glaubte ivohl, bei. Burger eine gewisse Steifheit, ein leises Trotzen und Schmollen hcrauSgehört zu haben, sonst aber >var scin Benehiiien. wie sie es gewohnt war. Dasselbe konnte sie auch von der ^.'ciikter ivälirend des ganzen Tages sagen: es mar voltständig farblos und eintönig, feilte Spur von Erwartung oder Ilugediild. Das einzige Außergewöhnliche, das sie als Zeitzie» hätte denten. können, war, daß Frau Mahlow beständig in ihrer Nähe blieb, kam» daß sie sie für wenige Minuten verließ, um die notwendigen häuslichen 'Anordnungen zu -treffen. Burgers Vorschlag, der von Stella natürlich mir Feuereifer und. lebhaft unterstützt ivnrde, irgend ein Theater zu besuchen, lehnte Frau Mahlow (ohne . Zögern mid entschieden ab. Aber all dieses^ Hane doch für Alice, nicht viel zu bedeuten. - Da-5 Ende des "TageS kam nähep und näher, so daß Alice sich mehr.-und mGrSiy^ Kin Sicherheitsgesühl 'wiegter 3k nächsten Sonntag hingegen hatte sichdie Mutter kaum blicke», lassen. Sie war noch vor Tisch ansgegailge,l und erst spät, nachdenr 'Alire sich bereits zur Ruhe begeben hatte, beiingekebrr, To kam es, daß der Geivikterstlirin erst heute, am Montag, über das unglückliche Mädchen bereinvrach. Gleich nach dem Frühstück ließ sie die Mutter nach ihrem Zimmer bitten, wo sie der Tochter ruhig und ohne Spur von Aitfrcgmig entgegeutrat. Sie begann die llntertedttng mit . einer taugen Einleitung über Mangel an Pflichtgefühl. Die günstige (Kelegenheit einer 'Anssöhnmig mit der Mutter habe sic gänzlich itnb'eachtet gelassen und nach wie vor ihre eigenen Wege gegangen, was doch die Mutter tief kränken und verletzen mußte, Dann wurde sie zoring und ries: „Die edlen 'Absichten Deiner Mutter hast Du verachcet. Du biß. kaltherzig und gefühllos geblieben, obwohl Du doch sahst^ daß Deine 'Mutter während der ganzen Woche auch nicht den geringste^ Druck ans Dich ' ausnbte. Trotz alledem sah ich dem Sonnabende vertrauensvoll enlgegeit, bis ich' die traurige Wahrheit taiinte, daß meine Tochter ein ungeratenes, widersveustiges Kind ist. Darum habe setzt sie jede Rücksicht satten gelassen! lliiwiderrnflich wird nächste» Mittwoch die Tranmig mu Dr. Zarvis staitsinde»!" 'Ans das .erste Anzeichen der Entlasfltug war?llice wortlos, vfrivirrt »nd niddergefchlagen ans dem Zimmer geeilt. Zhr war wieder, zu,nute, wie damals, als die Mutter ihr ata tleines Mädcl,en das erste mid lepte Mal einenoi Schlag versetzt hatte. Wie damals, stürmte sie auch jetzt auf ihr Ziimiier, um sich 'mit ihrer Schande einzuschließen. Zu welche Berwirrnng waren doch alle ihre' Angelegenheiten geraten! Die Mutter, Burger, Klaßner,- Znlins, alles schien sich in ihrem Gehirn, zu stoßen und znsainmenziipralleii, so daß es wohl eilte Ewigkeit dauern wird, bis sic sich wieder zurechrsiiiden kami.lliid doch schien es noch eine Wohltat, den höchsten Grad der Berzweislnngerreicht z» haben! Gott war doch barmherzig und sicherlich ihr nahe, da ihre Rot aufs Höchste gestiegen war! Und allinählich, schon ivenige Sttuideit nach der schweren 'Riederlage, konnte sie bereits de» ewigen Ruf einer leisen Hossnunz oeriiehiileil, so daß sie sich fähig fühlte, jedes einzeln zu überdenleit: die Lache mir der Mutter war erledige und nicht mehr zu ändern. Sodann war es der Bruder, der schon seit Wochen keine 'Rachricht von sich gegeben. Das aber bestärkte sie in ihrer Hosfiiniig. Der Feind war ja besiegt, yoll-- ständig Vernichter, somit war der .Krieg beendet und Julius entlassen. Sicherlich befindet er sich bereits aus der Heimreise und kamt-heute oder morgen schon hier sein. Ihre Gedenken sprengen wieder zu der. Mutter zurück. (Fortsetzung folgt.)

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