Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 20 (1922)
- Issue
- Heft 18 (11.5.1922)
- Date
- 1922-05-11
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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.8, U, Mrs -a g IMNI tymi r u> er ja jede :f-bc dies >ie d t. u> rein -folg risch r i ß Li tdur >ll i mpft >erh< ~V\ 7 Nc. 18' Neue Jüdische.Presse. Seite 3. Tjetote Neuheiten von rtäcfunütagsr und -bmäkleiäer in Wolle' and Seide WascbMeidec und Wasctötusen. Hans Nerger, Hochstr. 26 pt, r (Keren Jbri), Abhaltung von hebräischen Vorträgen usw. . beraten. Die Ortsgruppen und. Vereins werden 'ersucht, -Vertreter zur Tagung zu entsenden, alle Förderer des 'Hebräischen.werden zur Mitarbeit eingeladen. Anmeldungen - erbeten an: Lehrer M. Mohr, Essen, Witteringsstr. 26 - (Tel. 5l>31), Referendar Adolf Rosenberg- Essen, Bahnhof- : strafte 78 (Tel. TfiUö), Dr. Zackheini, Hagen, Eilpexstr.!)0 (Tel.!>!13). '' ' . 0 IN , Dt mb >mm jeid ipjig raho l. T v ä .0 de g m Sit 1 Hab de g :li ci fen; ihm i 80 trat« Pole». Eine jüüischuationale Souferenz. Mit-53 Gemeinde- und. Kultus-Gemeinderäten wurde in Lemberg die I. S o u ser e n z j ü d i s ch n a t i o n a l e d tu n hat a re i n K l e in p o.l e n eröffnet. .! Dr^Heon Reich betonte in seiner Eröfsimngsrede, daß besonders die Zustände der jüdischen Gemeinden in Ostgalizien behandelt iverden müßten. Die' Erziehung dev. ^Jugend sei dort'stark vernachlässigt. Spitäler, Altersheime fä uftu. - befänden ’ sich in trostloser Verfassung.^ Der Kampf - - müsse sick; auch gegen die Boykottagitation richten. Ferner, müsse-, man dagegen Stellung nehmen, daß die bestehendes s jümschen Institutionen" bis-heute nicht legalisiert' sind. Die ^.jüdische Bevölkerung müsse die Legalisierung aller ihrer Jn- A-stitutionen, legale Wahlen und Vertreter fordern. SountagSrnhegesrtz — Eire jüdische Bank. Die Regie ru u g hat zu den Besprechungen über die Aenderung des Sonntagsruhegesetzes auf Veranlassung des Klubs der jüd. Abgeordneten auch Vertreter der jüdischen ' Handwerker und Kaufleute hinzngezogen. , I». Marsch a u wurde eine jüdische Sfr editkassa ■ fü r K nu s l e u t e n n d. G e w er bet r e i de n de mit bisher 480 Mitgliedern und 100 Millionen Mark Kapital eröffnet. s dt Vc ■ stk! ■ oh Pr: i ein lt d >roht illass er 4l n De De wer! hrifL i hi-! dm lisch« erlag!; AmerUa. Der Senat für den jüdischen Palästina-Aufbau. W a s h i u.g t o n, 4. Mai. k - 7 (Zikv.) Der Senat nahm eine' Resolution, die den ^Wiederaufbau Palästinas durch die Juden mit innerstes Befriedigung" begrüßt, fe i n ft i in in i g an.! -; ' Da.der Völkerbund sich auf seiner nächsten Tagung auchmit der Ratifizierung des Palästina-Mandats befassen soll,. -.ist dieser Entscheidung-des. Senats hohe Bedeutung beizn- , messen, nud dies, umsomehr, als der Völkerbund die Rati- »Ui »i mittlDlt-Ieppklileiiipo. Bergprht «8?« 149 , B. 4(512. W ■ottenverniehtuna unter Garantie. ~SBk fizierniig nur wegen der bisherigen Zurückhaltung der Bereinigten-Staaten unterlassen hat. . ' ' .Sie Erweckung der amerikanischen Sympathienfür das jüdische Nationalheim dürfte vornehmlich auf die diplomatischen Bemühungen Rahum Solo lows, des Präsidenten Der Zionistischen Exekutive, zürückzufnhren sein. Es ist zu erwarten, das; der große politische Erfolg, den die Annahme der Resolution bildet, alle jüdischen Zentren anspornen wir d, für die kulturelle und 'wirtschaftliche Erschließung Palästinas Opfer z n 'bring e n. Kurze politische Nachrichten. Rom. Professor Weizmann. der Präsident der Zionistischen Organisation, hakte eine 'Unterredung mit Außenminister Schanzer, in deren Verlauf Weizmame die Versichern»«, empfing,, daß Italien in der Mandätsfrage keinerlei Schwierigkeiten bereiten werde. Genna. Professor Wetzmann Hane mit Lloyd George, mit Facta und mit Schanzer Besprechungen bezüglich des Palästina-Mandats. Lewverg. Ruch Berichten hier emgetroffener Ftüchtlinge hat infolge der fürchterlichen wirtschaftlichen Lage die antisemitische Propaganda in Rußland jetzt ein günstiges Feld, sich zu betätigen. ,< Aus per Misrachi-Bewrguus Jerusalem Der paläst. „Misrachi Hazair" erhebt energischen Protest, gegen den Rücktritt Rabbi Fishm a n s und. fordert die- Weltorganisation des Misrachi auf, diesen Rücktritt nicht zur Kenntnis zu nehmen, und daß der „Hator" unbedingt weiter erscheinen solle. Per1o»«lir» ». (leime MMeU»»se». Berlin. Prof. Albert Einstein antwortete dem Komponisten Prof. Julius Wolfsohn in Wien aus dir Einsendung seiner Konzertparaphrasen über jüdische Volkslieder wie folgt: „Was wir.heute an der jüdischen .Ration erleben, hätte vor kurzem niemand für möglich gehalten. Während bisher die geistig hochstehenden Juden wegen Mangels an Resonanz' sich bewußt oder unbewußt von der jüdischen Gesamtheit abwandteu, steht nun unsere Ration plötzlich lebensfrisch vor uns da und jeder von uns verliert das Gefühl der Vereinsamung, das so viele .zu einem Verhalten geführt hat, das dem oberflächlichen Blick als Charakterlosigkest erscheint. Ihr Streben verdient.den Dank aller Inden, und es ist selbstverstsändlich, daß ich! die mir zngedächte Widmung gern annehme." Berlin. Max Liebermann ist schwer erkrankt. Stuttgart. Die vom 8.. Juli bis 10. August im ehemaligen Palais stattsindenden Ausstellung für Kir-> cheugeräte und Kirchenschmuck wird auch eine A b t e i l u ng für synagogale .K u n st enthalten. Wien. Simon Heiler, seit säst 50 Jahren der Direktor, des Israel. Blindeninstituts, eine Kapazität auf dem Gebiete des..Blindenwesens, ist verschieden. Warfchau. Moses Schor, außerordentlicher Prof, an der llniversität Leniberg, Professor am staatlichen Lehrerseminar, bekannt durch mehrere Werke.auf dem 'Gebiete der jüdischest Geschichte,'ist zum O b er r ab'b in er v on W a r s ch au-gewählt worden. Ter neue Warschauer Oberrabbiner ist Zionist. Parts. Der Grand-Rabbin von'Paris M. Drefuß, feierte sein öOjähriges Rabbinerjubiläum, Offenbacher DrncUntt-Aniage Offenbaoh ML Teleton 123. ünObertroffene Teppiehrelaigug mittelst Druckluft Reformrabbiner Lou i s gründete in Paris einen neuen Tempel für die Anhänger der Philosophie Henry Bergs o n' s, welche Palästina eliminierte (I. P. Z.) Kairo. Der Kommission zur AusarbetMng eines Verfassungsentwurfs für den Freistaat Aegypten gehört auch ' ein Jude — Josef Uslin Ktawi Pascha — an. fitncinnail. Der 34jährige Dr. Jacob Mann wurde zuni Nachfolger G o ldhard De nt s.ch' s am hiesige» Rabbincrseminar .gewählt. Rew Kork Hundert Kantoren gaben in. Philadelphia in einer Synagoge zum Besten des dort errichteten Seniinars für jüdische Kantoren ein Konzert. Das Jüd. Waisenasvl in Rewyork, in dem mehr als. .14,000 Ktiaben uttd Mädchen erzogenworoen sind/ feierte sein lOOjähriges Bestehen. Lemberg. Rechtsanwalt Dr. I. Feld, der Dichter des Liedes „Dort wo die Zeder", ist verschiede n. Knmksmtter Berichte. Gemeindevertretung der Jsr. GemeinSe. Rach dem Wunsche des Borstandes soll für den Religio n s u n t e r ri ch t mich fernerhin kein S ch u k - g e l d erhoben werden. Die Gemeindevertretung sprach sich' einstimmig dafür aus, daß iSchulgeld erhoben werden solle. In lins Werner wandte sich gegen die Aengstlichkeit des Vorstandes, als werde dadurch die Beteiligung geringer werden; wer für den jüdischen Religionsunterricht kein Geld mehr übrig habe, der habe überhaupt kein jüdisches Interesse mehr. Als Synagoge »Vorsteher würden gewählt: Otto Bonwitr, Georg Marcus (Königsteinerstr.), I u l i u's Gans, M a n f r e d R o s e n b t a t t (Börnepl), Alfred Berger, Samuel Freudenberger HHaüptsynagoge). . Heinrich Rothschild verlangte, daß die Ein- > nahmen für Ehrenverrichtungeu der betr. Synagoge zujließen, und nicht der Geineindekasse. < Auf' Veranlassung des Direktors D riesen soll im P h i l a ii t h r o p i n probeweise für ein Jahr ein e i nh e i t l i ch e r R e t i g i o n s u n t e r r i ch t stattfinüen, unter Verzicht mtf den besonderen bisherigen konservatwen Reli- - gionsuiiterricht. Die Lehrer hierfür sind: Dr. Hartinann, Dr. Talzberger, Dr. May, Scheuermann und I. B. Levy. Wie der Vorstand, erklärte mich die .Gemeindevertretung ihr Einverständnis, solange der Unterricht Zrsukjm. 3r 05srceiss&3tara Lege. 190t Langestrasse 18 (Hinter ban) 3. St. :: TeL RSmer.&308 Anfertignng aSrntllcAer Wäsche (auch einzelne. Stäche) mit oder ohne StoWHefernngw 1 KnepflSoher Innerhalb 24 Sfuniten. Spezialität:; P?aut-jUssiattmig., XerrsL-OberkemcksL ih Vi Zfedem vas Seiuige^ . : Roman von M. Pnlvermnnn. . ' . Gortsetzung.) - . *>:. -. ,-Ich-möchte aber nicht jeden Zusammenhang mit' meiner '7'Mittter-^derfieren, 'miß.-nicht - gerade das - zu".beschleunigen. - und zu' sördeni, was ich-mit aller Macht verhindern möchte. So lange' uieiite Berlobuitg.init Burger andmtert, solange Aussicht^ porhandeu ist,, das -Haus meiner Mutter auf an« ständige^Weise zu verlasse.!,'-so lange wird auch m'eine. - Mutter:mtit'ihrer -Berbindn,ig warten und — wenn auch zähneknsicschend — sich zusriedeu'geben, um jeden Skandal - zu vermeiden. Sobald ich 'mich aber gewaltsam freimache, kömtte mich die Akutter jede Rücksicht fallen lassen und die Fessel , abstreifen, die meine Anwesenheit im Hause .ihr ..auferlegt." - - - _ . ' ,-Jst dies Ihr einziger Grund?" 7 '-'-)<JW.k^"lte.-nichtS -dagegen tun, daß Burger glaubte —" , . „Das Metnck'ich nicht," unterbrach er sie scharf. „Ich -meines db'dies der einzige.Grtmd ist, Ihre Verlobung mit '-Biirget äufrecht . zu. halten?" > „Herr' Klaßner, ich flehe Sie an, drängen Sie nicht Meiler in-mich!" „Wenn.Sie.also in Ihrem Bestreben erfolgreich sind, »Mnit ^r^-Mütter-mit Jarois bricht,"-rief er mir viorie- Mnder "StnnMe, „dann — dann. —. äst wohl für Sie -kein Hindernis, vorhanden, mich mit Burger zu brechen?" 'r-'\ -Sie wurde.kreidebleich und -blickte ihn erschreckt an.' ""-M -.Herr Klaßner,!'ürNdes'-HimmeK willen,, wohin soll diese ,emlbM Frage führen?"- " ' - "" " .-Ich hoffe zuversichtlich, daß sie Mich zu,- Ihnen führt, Alice," nies - dr r ohne Zögern: „Es Mutz Ihnen doch klar ^-sem, daß ich' Mich .strättbe, i>Jhre Bitte zu erfüllen, -weil -ich ein Fremder bin, daß ich mich aber sogar moralisch verpflichtet halte, Jhre' Mntier oor.einer ungeeigüeten Verbindung abzuhälten,'alsihr vorausfichtlicher. Schwieger-- soh'n. Darüber," Alice-, möckste ich .jetzt Ihre klare Ansicht- Hören.".--.-'-! - " ' V.•/-' . . Sie antwortete nicht. Mit Wankenden - Schritten ging. sie zu-eiper'.Bank und ließ sich nüt - geschlossenen'MugA^. nieder.' Sie fühlte' sich ganz, gebrocheit und itervlos- Sie Merkte mich gär nicht, " daß sich Klaßner anihrer Seite niedergelassen Hatte, ' ' ' -.Ich stirchte, daß ich Sie erschreckte,-"' flüsterte er. „Aber--,ich weiß,- es äväre auch der Fall gewesen, wenn ich Sie noch so lange vorbereitet hätte. Wollen Sie mir ans ertra nrken t a.! »voll . ÜEei sehe» erhl messt i>' wi vchwt i ein st v kann vor! herigi hilft« :r Dl et, siel. tbrus u bcwu offein det i >e hi 3 w« -äischl fett feinst wisch lg t>° >g rn Fon glauben, daß es auch Mir so ergeht, nachdem ich es» ausgesprochen habe?" Sie antwortete auch jetzt noch nicht, sondern zerrte erregt an ihrem Taschentuch. .Dennoch hoffe ich, daß Meine letzten Worte -Sie nicht irrefnhren werden. Sie könnten vielfeicht dadurch zu beim Glauben veranlaßt werden, daß ich unüberlegt sprach, ohne' vorwärts oder rückwärts, zu schauen, ohne meine Worte genügend gewogen' und. abgemessen zu haben. Alice, ich versichere Sie, dies ist nicht der Fall. Was ich damit sagei« wollte, ist nur, daß' ich>über -die Anfgabh bestürzt bin, die ich Mir stellte. Sie für mich. M gewinnen.-Aber wie soll ich es anstelle»?' Soll ich Ihnen sagm, daß ich Sie liebe? Wie könnte sich Ihnen gegenüber einen solchen Ton'anschlagen, da, Sie doch wissen, daß ich diese Worte wenigstens szu einer Frau bereits vor Ihnen gesprochen habe. Meine einzige Hoffnung ist nur, daß Sie,'Alice, anders sind als andere Frauen und mir gestatten werden, es ein wenig mehr sachlich als sentimental zu 'behandeln, Wolfen Sie hören, Alice?" " ' Ihre Lippen bewegten sich, aber nur. ein ttnverftändliches Murmeln kam über sie- Fortgerissen durch seine eigene Empfindung, drängte er nicht weiter in sie,, sondern fuhr fort:;,Alice, ich will nicht in Abrede stellen, daß. ich Elle» geliebt,-auch nicht, daß iich sie weiter geliebt, hätte, wenn sie selbst es.mir nicht umnöglich geinacht hätte. Ich würdq. Meine Gründe schwächen und mich selbst verächtlich erklären, wollte ich vorgeben,' daßich Ihnen - das. gleich: Gefühl ent>- gegenbringe, oder gar zu verlangen, daß Sie sich mit ' demselben Gefühl, mir in einem andern, sagen wir schwächer» Grad, zufrieden geben sollten! Aber es sind doch noch ' andere, stärkere Bände vorhanden, die mich an Sie. fesseln. Wenn ich ganz klar, zurückblicke, so kommt es mir vor, als ob ich..Ellen) neben dem Naturtrieb, der doch jedem gesunden Menschen innewohnt, in einem Geiste der - Empörung geheiratet^ Ich bildete mir ein, daß mit mei- - neu. Glaubensbrüdern nicht alles in Ordnung sei. Aus der -feinen oder andern Ursache waren sie nnr ans die Nerven - gefallen. Ich nehme an, daß unbewußt, nebelhaft, wie --. Sse-'.es.ssmija selbst ,<iwr einfein Jahre sagstien, meine: ^Mischehe! einen fe gewissen PÄtest gegen Einrichtungen und '.Vorgänge sein' sollte, die nach meiner Ansicht mit Feh- -^lern - und - Gebrechen chehastet - waren. - Ellens Flucht aber war für Mich ein-cheutlicher, FivgeiJeig,- daß die Vorsehung, meinen Protest nicht gtttgeheißen) daß sie» ihn-verworfen hatte, und anstatt einen Stoß zu versetzen, habe ich selbst., einen fühlbaren Schlag empfmtgen. Ich war -daher bereit, -meinen Mißgriff einzngestehen; einzugestehen, daß es eine unstatthafte, grenzenlose Ueberhebung ist. Altüberliefertes, durch Jahrtausende Geheiligtes über den Hansenwerfen zu ivolfen. . Heute, Alice, jpricht der aufrichtige Jude zu der treuen Jüdin. Er spricht klar uüd deutlich laut und vernehmlich ttm keinem Zweifel und keinem Mißverständnis mehr Ramn. zu geben. Die Jahrtausende unserer Gemeinschaft sinhmeine Fürsprecher und Verteidiger: Ihnen, Alice,'.gehöre ich Mit eincjm Gefühl der Heimat, der Sicherheit, -d^ Geborgenseins, weil ich weiß, baß ich mich ffiam' apÖf ständig,' blindlings anvertrauen und mit verbnndench Äugen .folgen kann, wissend-- daß kein Mißverständnis nur heim», lich mtflauert, daß keine Verwirrung und 'Irrung ans unbekannte Pfade mir droht. Dieses uneingeschränkte Vertrauen, dieser unerschütterliche Glaube, Alice, bilden sie mcht einen bessern Kitt und Halt -als. der Sinnenrausch, der-nach einem bunten Schmetterling greiftob er dabei auch zwischen Dornen' und Disteht Mit, die ihn blutig verwunden?"- Er schwieg und holte tief Atetn, was auch bei ihr eichu schweren Seufzer als Widerhall auslöste. Er. sah sie von dein Lichte des Mondes bestrahlt, aber er vermochte dochnicht, in ihrem Gesichte zu lesen. Verschlossen und unbeweglich saß sie da, ohne ihren inner», seelische» -Aufruhr nach außen erkennen zu lassen. Nach einer'Weile fuhr er fort: - „Sie scheinen geneigt zu sein, meine» Worten Ihre volle Ausmerksamkeit zu widmen. Ich deute wtir Ihr Schweigen als ein günstiges Vorzeichen, sonst hätte mich ein Wort' von Ihnen schon längst unterbrochen. Ich will nun auch ein Wort über unsere engere Ge-, meinde sprechen. Ich Möchte jetzt bei der Klasse Juden Anker werfen, zu der auch Sie gehören. Nicht etwa als! eine Art Abbitte, weil ich ihr eine Zeitlang den Rücken wendete, sondert! weit mir unser ganzes Volk am Herzen, liegt. Wenn ich mich nicht 'ihrer Klasse voll anschlkeße, würden sie mich immer noch als einen Geduldeten, als einen Ein> dringling über die Achsel.ansehen wollen. Das aber würde mein Vorhaben vereiteln. Ich muß ihr ganzes Brrttauen besitzen, das Ansehen, das sie einem der ihrigen -zugestelsen . ' (Fortsetzung folgt)