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Neue jüdische Presse · 1922-05-11 · Heft 18 (11.5.1922) · p. Seite 2

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
20 (1922)
Issue
Heft 18 (11.5.1922)
Date
1922-05-11
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Seite 2. Neue Jüdische Presse- Nr. 18. auszuschlietzcü, ckturde in -Aussicht genomÜM, ^dft Leh^ süWe ^psielbczu.besetzen. allen Fragen dM'Wkerrichtes istMäskLchh>Akollegmm völUg äutoiwpt. / - ' ' . Der Nwme Hochschule zechte an,- daßdas Institut ans .' der Kühe/ber UuioersitA stehen ivolltr.. Die Dozenten 1 müssen denjenigen HZildungsgrad besitzen, der zur- Habilitiernng. rm einer deutschen Universität befähigt. Von denordentlichen Studierenden wird vorausgesetzt, daß sie tue Universität besuchen und es wird ebenfalls dir Reife für das Universitjätsstndimn gefordert. Im übrigen aber gibt es für die Zulassung keine Grenzen, Boeder das Glaubensbc?- kenntnis noch die Fakultät oder das Geschlecht bilden eine Schranke. Tatsächlich haben Studenten der Philosophie, der Medizin und Jurisprudenz, haben auch christliche Theologen, Lehrer und Orientalisten Und, lange bevor es in Deutschland üblich war, auch Frauen die Hochschule btf /sucht, — wenn auch Die überwiegende Mehrzahl der Stn- / dielenden sich der jüdischen Theologie gewidmet hat. - Neben . den ordentlichen Studierenden gibt es auch Gasthörer aus allen Schichten, auch aus Kaufinannskreisen; namentlich zu den Einzelvorlesungen, die in den letzten'Jahrzehnten regelmässig am Abend gehalten wurden — eine Art Volks-, Hochschule — sind zahlreiche Nichtakadenriker erschienen. Die freie Verfassung der Hochschule ermöglichte es. Gelehrten von Ruf, die nicht.Mitglieder des Lehrkörpers waren, das'. Katheder zur Verfügung zu stellen. So hat Hermann Cohen (1842—1918) nach seiner Uebersiedelung nach Berlin regelmäßig Vorlesungen und Hebungen über sein philosophisches Spezialgebiet gehalten und einen ebenso dankbaren' wie begeisterten Kreis von Jüngern und Hörern gefunden. - Die neue Anstalt begann mit einem Kollegium, in dem jeder Dozent menschlich und wissenschaftlich eine originell^ und starke Persönlichkeit war. Abraham Geiger (1810—1874), der Vater des Reformjudentnms, der radikale ' Theologe, lehrte neben David Cassel (1818—1893), dem besonnenen, vorsichtigen Philologen, der einst die Reformbewegung scharf bekämpft hatte; Hajim Steint h a l (1^23—1899), der geistreiche Sprachforscher und enthu- ' siastifche Ethiker, der in seinem Denken vor den letzten Konsequenzen nicht zurückschreikte, aber das Judentum schwärmerisch liebte, wirkte neben Israel L e w y (1840—1917), dem größten Talmudkritiker her Neuzeit, der aber durchaus auf dem' Boden des traditionellen Judentums bleiben wollte. Nach Geigers raschem Tode trat der warmherzige P. F. Frankl (1848—1887), ein, der sich durch seine Forschungen über die Karäer einen Namen gemacht hat, und nach Lewys Ausscheiden Joel Müller (1827—1895), der bekannte Erforscher der ganoäischen Literatur. Die Zahl der Schüler war am Anfang nicht groß, aber ihre Zusammensetzung recht bunt. Fast die Hälfte kam' aus den Vereinigten Staaten von Amerika, wo damals noch keine Bildungsanstalt für jüdische Theologen existierte, andere aus Oesterreich und Ungarn, wo nur orthodoxe Einrichtungen für diesen Zweck bestanden. Verschieden waren auch die Interessen der Hörer und Lanz verschieden ist später chre Stellung ,im Leben geworden. Um das zu beleuchten, Lrvicht man nur drei Namen zu nennen, die in den Ber- -cinigten. Staaten wohl bekannt sind,' Rev. Dr. Emil G. Hirsch in Chicago, Pros. Dr. Felix Adler in Newrjork und der verstorbene Präsident Dr. S a l o m o n Schech- 't er, — diese drei Repräsentanten verschiedener Weltanschauungen haben Me drei ihre Studien an der Hochschule genügt. ' , * Die Entwicklung der Hochschule hielt nicht, was me Ansänge versprachen. Für. eine Anstalt, die keiner Partei verschrieben war, wollte niemand ein Opfer bringen, es .war keine Art von Fanatismus da, der für sie kämpfte. Daher fehlte es der Hochschule am Nötigsten, sie verfügte nicht über ausreichende Räume, hatte keine hinreichende Bibliothek und Lehrmittel und war nicht in her Lage, für diese unentbehrlichen Anschaftungen Gelder bereit zu stellen. A"ch der Maat legte ihr Schwierigkeiten in den Weg; - als sie 1883 ihre Rechtsfähigkeit nachsuchte. herrschte gerade eine stark antisemitische Strömung, der Name Hochschule wurde ihr genommen und' die Bezeichnung „Lehranstalt" ausgezwungen. Erst 1920 wurde der alte Name Hochschule, unter dem sie populär war, wieder hergestellt. Endlich gab es eine Reihe von ännerru Schwierigkeiten, die in der freien. Verfassung und dem ilosen Gefüge der Anstalt^ begründet waren. Für eine Fakultät mit einem kleinen Stab von Berussgelehrten, mit engen Räumen und ungenügenden Lehrmitteln bot eine bunt zusammengesetzte Hörerschaft mit verschiedenartiger Vorbildung und 'auseinandergehenden Interessen nicht geringe Schwierigkeiten. Der Zustrom der Studierenden von auswärts wurde durch die inzwischen ins Leben gerufenen neuen Anstalten, der von innen durch die geringe Bedeutung und das ungünstige Renommee der Hochschule gehindert. , . ' Es dauerte sehr lange, bis cs dem Institut möglich war, sich , zu konsolidieren. Noch vor 25 Jahren stand es bei der Feier seines Jubiläums recht Unsicher und bescheiden da. Erst. um die Jahrhundertwende kam mit der Verstärkung des Idealismus unter den Juden ein großer materielles und ideeller Anftchwung. Nicht geringen Ülntcil an der Förderung dieser Stimmung .und' ihrer Indienststellung für die Hochschule hatte der bekannte Berliner Rabbiner S i e gmund Maybaum (1844—1919), der an der Hochschule das Studium der praktischen Theologie ausbaute. Auch in der Verwaltung regten sich neue Kräfte (H e rm an n V c i t Simon). Der Besuch besserte sich, die Zusammensetzung der Studierenden wurde gleichmäßiger, auch das Ausland schickte wieder von Zeit zu Zeit graduierte Jünger zur Foribildung. Es konnte ein eigenes Haus > erbaut und ebenso Zweckmäßig wie schön eingerichtet werden. Es liegb nahe der Universität, bietet reiche, helle, gut heizbare Räume sür Verwaltung und Unterricht, .die Bibliothek verfügt über einen geräumigen, lichtdurchflutetew Arbeitssaal, der eine Zierde jedes wissenschaftlichen Instituts bilden könnte. Außerdem floß dem Institut eine Reihe von Stiftungen zu, die eine Bereicherung seiner festen Mittel brachten, insbesondere wurde eine Reihe von -Lehrstühlen gestiftet, so daß die . Tätigkeit ausgedehnt und vertieft werden konnte. Im Lehrerkollegium folgte auf Eassel der hochbegabte, philosophisch und religionsgeschichtlich ebenso gelehrte wie anregende Martin Schreinex (geb. 1863), der leider nach Wender' als cineiN Jahrzehnt unheilbar erkrankte und noch Hurte gn einem Sanatorium vegetiert. 1905 trat der Semitist A. S. D a h u v a ein, der hier wirkte, bis er dem Ruf der spinlischeu Regierung an die Uiiibcrsitär Madrid folgte. Einige Jahre später trat E u geh T ä u dl er,; der Lecker des Gesamtarchws der deutschen Juden, in/drn Lehrkörper «in, der sich zurückzog, um.«» der Universität Berlin, alte Geschichte zu lehren uno die ersten Slnsängc'einer Akademie für die Wissenschaft des Juoentums 'zu leiten, der gegenwärtig als Professor für acke Geschichte an die Universität Zürich übers,eoelt. Gegenwärtig gehören znm Lehrerkollegium E d u a r d B a n e t h (geb. 18oöj als Leyrcr für Talmuo und-Ritualcodices, Leo B ae ck (geb. 1873), als Dozent sür praktische Theologie uuv Relrgionsgeschichte, Julius Guttmann (geb. 1880), als Dozent fiir Religionsphilosophie und Ethck, Harry Torrzy»er (geb. J887), als Lehrer sür semilische Sprachen und Bibelforschüng, sowie Jsmar Etbogen (gcv. .1874), als Lehrer fiir jüdische Geschichte und Literatur. Außerdem lehrt der Snydiküs der indischen Gemeinde .Berlin, Dr. Jsmar Freund (geb. 1876), jüdische Rechtsgeschichte..Dabei ist die Verwaltung unablässig bemüht, den Kreis der Lehrer , zu vermehren und uichc nur dem Fortschritt der Wissenschaft, sondern auch der Vielseitigleit der Individualitäten Rechnung zu kragen.' , Frellich stellen sich diesen Bestrebungenheute härtere Widerstände als .je entgegen. Vor wenigen Jahren, noch durste man in der stetigen Befestigung der materiellen Grundlage der Hochschule eine Bürgschaft für ihre Zukunft erblicken. Der Zusancknenbruch der deutschen Währung macht alle Hoffnungen und Berechnungen illusorisch. Die Hochschule steht heute einer ebenso schwierigen Situation gegenüber, wie vor 50 Jahren! Vom Mische» Arbeiterfürsorgeämt. Das „Arbeiterfürsorgeämt der jüdischen Organisationen Deutschlands" hielt in Berlin leine Vertre te rvcrs.mmnlung ab. Genetalsekretär Alfred Berger berichtete über die Arbeit des vergangenen Jahres folgendes: Das Flüchtlingsheim in der Wieftnstraße zu Berlin gewährte 104 000 Nachtlager. In -Berlin allein wurden 175 000 Eßportionen verteilt. Die Zähl der durch das Arbeiterfürsorgeamt behandelten Paß-Angelegenheitcn re; im Jahre 1921 beträgt 17,200. Der Umfang des Geschäftsverkehrs wird durch die Zähl der aus- und eingegangrnen Briefe in Höhe von 22 392 gekennzeichnet. Die Ausgaben und die Einnahmen für Fürsorgezsvecke balanzieren mit rund 6V* Millionen Mark. Diese außerordentlich hohe Summe ist zu einem großen Teil ausländischer Hilfe zu verdanken. Insbesondere der Joint, dessen Direktor Dr. Bernhard Kahn dem Arbeitersürsorgeamt immer besondere Ausmerksamkeit undFürsorge widmete, hat sich Imit außerordentlichen Summen beteiligt, l Aber auch andere 'Justitutiouen, wie z. B. die Jca, spendeten große > Beträge. Doch auch die Deutsche Judenheit-hat eryebliche Summen beigetragen. Nur durch die' opferwillige Zusammenarbeit aller Kreise war es möglich, das Erreichte '-zu leisten. Besonderes Interesse weckten die Ausführungen über die politische Seite der Arbeit und'über die Abwehraktion. In der Debatte, an der sich die Erschienenen zahlreich beteiligten, wurde xinmütig ausgesprochen, daß die deutsche Judenheit auf dieses von 'ihr geschaffene Hilfswerk bc> sonders stolz sein dürfe. Verschiedene Herren aus der Pro< vinz, die die Tätigkeit der,vom' (Arbeitersürsorgramt errichteten Provinzstellcn kannten, schilderten die- Bedeutung. dieser Arbeit für das jüdische Leben in den deutschen Provinzstädten. Besonders wurde -betont, daß diese Arbeit eines der Hauptmittel im Kampf gegen die antisemitische Bewegung sei. Es wurde allseitig gewünscht, daß Mehr als bisher die Oesfcntlichkeit Mit dem Material, das dem Arbeitcrfürsorgeanck zur Verfügung steht, bekannt werde. Mit Freude wurde die Mitteilung über die ausgezeichnete Zusammenarbeit zwischen ostjüdischen und deutschen Arbeitern ausgenommen. Ebenso fanden die Zeugnisse der Arbeitgeber über die Leistungen der jüdischen Arbeiter sichtliches Interesse. Die deutsche Judenheit kann mit Stolz darauf Hinweisen, daß sie sich von Anfang an bemüht hat, die ostjüdischen Einwanderer, soweit sie in Deutschland vrrblei,«- ben müsse, ‘ nach Möglichkeit dem deuftchen Wirtschaftsleben! produktiv und schaffend einzugliedern. Die Zahl von 40 000 in Deutschland produktiv arbeitenden Ostjuden, — das sind fast % der von den neu «ingewanderten ick Deutschland! verbliebenen Ostjuden — beweist am besten, in welch außerordentlichem Maße diese Arbeit Vom Arbeiterfürsorgeämt gelungen ist. Zum Schlüsse wurde ein besonders wichtiger Beschluß sür die Zukunft des Hilfswerks in Deutschland gefaßt: der Arbeitsgemeinschaft mit der Zentralstelle für Wanderfürsroge wurde einstimmig zugcstimmt. Raudbemertuugeu. ' Schäoltche Ka«-fesmerh«dea. Der „Israelin brachte in seiner Nummer vom 24. November von einem Heilbronner Anonymus Ausführungen, die in alten jüdischen Familien Familientage einzuführen! verschlugen, was n. a. zu gemeinsamen Ausflügen gleichgesinnter orthodoxer Familien führen und so der Gefahr, daß sich Orthodoxe zionistischen Wanderbündcn anschließen, begegnen könnte. Kaum war aber das'Wort „Zionismus" gesallen, da ging ein -Geschimpfe los. Man höre folgende Sätze: „Es ist ja ohnedies nichts Neues, daß' sehr viele Zionisten aus gekränkter Eitelkeit Zionisten geworden sind . . Bald sind es Juoen, denen alle Unjndischkeit nicht bei den Christen Bürgerrecht verschafft hat, bald Ostjuden oder Landesjuden, denen alle Nachäffung westeuropäischer. Städteruntugcnden nicht das Odium des Zugewanderten nehmen hat können. Und jo läuft-man zur nächsten Ortsgruppe und wird vor Äerger Zionist, wie früher mancher vor Aerger katholisch geworden ist ... X Nicht der halbtierische Rasseninstinkt, der sich ant w'ohlsten unter unbekannten Volksgenossen fühlt, sondern der bewußte Stolz des Thora-AdelsAum uns Irrende heimsühren •. : y Wir sprächen in unserer Nummer voiN--.l?HezMh> ünsere Verwunderung aus,'daß die. Zeitung derackttg- Worten, die wahrlich nicht auf-dein Boden der Thyra g boreu sind, ihre Spalten erschloß. Irr der letzten Shimm des „Israelit" ösfnet nach vier Monaten der Anpnymi sein Inkognito unh stellt sich als Dr. B. C o he» vär u> gibt einen KomMeickar, den er m dev Zwischenzeit versa hat, zu seinen damaligen Ausführungen. Das zeigt jede falls, daß er nachträglich doch einpfundeN hat, wie tiefXvk letzend seine Worte wirken mußten. Jni übrigen ist dies Kommentar genau so geschraubt und unverständlich wie d Titel eines Buches, das jetzt von ihm erschienen ist. u> lautet: „Ginaj, die Gebote Gottes als Ethik des rein Sollens fiir ihre junge», deukendeu Bcsolger und Befolg rinnen in aller Menschheit!'. . " Doch »ns handelt es sich nicht ums den der jüdisch Oeffentlichkeit bisher unbekannten jungen Rabbiner, d Heilbronner Religionsgesellschaft^ sondern dämm, daß' ei ernste Zeitung in einem solchen Stile schreibt und dadur eine Atmosphäre unnötiger Verbitterung i jüdischen Parteileben erzeugt! Gegen diese Kämpft methode möchten wir unsere warnende Stimme wiederh, erheben. Erez Israel. Ei,wa»d«ru«, im März. Die zionistischen Palästina-Aemter haben im- März in gesamt 793 Einwanderer nach Palästina befördert, v, denen 423 in Haifa und 302 in Jaffa landeten, während > aus dem Eisenbahnwege über Kantara ins Land'gekomm sind. b >3 Deutsches Reich. Antisemitische Achtung vor dem Tode. Aus Leipzig wird der „Frkf. Ztg." geschrieben: Bei d .Trauerfeier für den verstorbenen Rektor der Leipzig Handels h o ich s ch u l e, Geheimart Prof. Dr. Abrähä Adler, ereignete sich ein unglaublickier Zwischenfall.-T Verbindungen an der Handelshochschule, - die. v ä lisch orientiert sind, verweigerten detnonstrativ de Entschlafenen die letzte studentische Ehrung u> unterließen es, ihre Chargierten Vach akademischer Sit zu der Feier in Wichs zu entsenden. Die jungen Herren Hab es bei seinen Lebzeiten keineswegs unter ihrer Würde g halten, sich von ihrem jüdischen Professor, der eine, an ei kannte Autorität war, unterrichten.und prüft« lassen, sie haben es nicht -zurückgewiesen, 'wenn er. ihn für ihre» Lebensweg Ratschläge und «Empfehlungen ga seiiign Tod aber zu einer antisemitischen Demönstratü auszubeute», haben sic den Mut' und Takt. Gegen die antisemitischen Hetzflugblätter. Eine Versügung des preußischen Ministers d- Innern weist auf den sich mehrenden öffentlichen Vc trieb von antisenritischen Hetzflugblättern hin und fielftst, daß ihre polizeiliche Beschlagnahme oh richterliche Anordnung tu den Fällen des § 23 des Pr: gesetzes zulässig ist.- Hiernach kann die Beschlagnahme ein Druckschrift auch dann geschehen, wenn ihr Inhalt d Tatbestand einer in § 130 St. G. B. mit Straft bedroht Handlung — öffentliche. Slnreiznng verschiedener Klas; der Bevölkerung zu Gewalttätigkeiten gegeneinander einer den öffentlichen Frieden gefährdenden Weise -rb gründet, sofern -die dringende Gefahr besteht, daß bei Vk zögeruug der Beschlagnahme die Anreizung ein Ve brechen oder Vergehen unmittelbar zur Folge haben wer! Die Polizei hat hie Verbreitung derartiger Flugschrift nachzuprüfen, ob ihr Inhalt den Tatbestand einer nach strafbaren Handlung darstellt und gegebenenfalls dui Beschlagnahme einzuschreiten. An die Staatsanwaltfchc sind spätestens binnen 12 Stunden Berichte und Unterlag einzusenden. Das Jfr. Kraukenhetm Gnmstertz'scheS SiechenhauS tu Rot. / Wer mit den Verhältnissen. der Krankenftirsorge vertre ist, der wußte schon lange, daß das so segensreich wirke» Gumvertzsche SiechenhauS in Fr ank.su rt a. ° mit seinem .Krankenbesmnd einen schweren/ sorgenvoll Kampf um die Existenz der. Anstalt zu.führe» hatte. Wei man. berücksichtigt, daß selbst die mit Klassen versehen Krankenhäuser trotz ihrer hohen Forderungen kauick erhi tuiwsfähig in der Jetztzeit bleiben, läßt es. sich ermesst lvas es heißt, die chirurgische bezw. medizinische und' wi schastliche Versorgung eiucr großen Zahl , armer Schw leidender durchführen zu-müssen. Nur durch eine von ein> wundervollen Idealismus getragene Hilfsbereiftchäft o Freunden, Göimeyil und Mitarbeitern der Anstalt fonn bis jetzt das schlimmste verhütet werden. Jetzt aber vor! Unmöglichkeit gesetzt, das Siechenhaus in der bisherig Weise sortzuführen, und um zu verhüten, daß hilf!« Menschen in grausame Not geraten, hat sich neben der Dl waltung aus allen Kreisen , ein Hilfskomitee gebildet, « duxch Aufbringung der dringendst erforderlichen Mittel j diesem Krankc nheim drohende Gefahr des Zusammenbrus abzuwcndcn. . . Wir sind überzeugt, daß . der Hilferuf, der hier an Judenheit -ergeht, diesem herrlichen Liebeswerke gegeirü' nicht umsonst verhallt und'daß jeder einzelne sich bcwu ist, daß es gilt, jüdischen, von schwerem! Leid betrofftnl Kränken helfend beizustehen! HebrAsche Tagu»« In Sffea. Am (Sonntag,, ben 21. Mär, 10 Uhr vorm., findet i . Esftn im Sitzungssaale der jüdischen. Gemeinde eine h> bräische Tagung statt. Aufgabe dieser Tagung wi> cs sein, ein „Beth Waad Jbri" zuck Pflege der hebräisch! Sprache-und Literatur''in Rheinland mid ' Westfalen i schaffen! Die Freunde des Hebräischen werden gemeinft mtt den hebräischen Lehrern über den Ausbundes hebräisch« Unterrichtes für Schüler und Erwachsene, Verbreitung v« hebräischen Zeitschriften und Büchern sowie Gründung ri« hebräischen Bibliothek, Schaffung eines hebräischen Fon i l

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