Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 20 (1922)
- Issue
- Heft 17 (4.5.1922)
- Date
- 1922-05-04
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
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, ' - keile 2, ... . <... Auch das jetzt an den Völkerbund gerichtete -Memorandum, das.für bie Agudas Jjsroel neben den verhaßten ZionPen Sitz in der „Jewish Agench" verlangt, kann nur schädigend wirken. Unbegreiflich ist, nebenbei beinerkt, daß man äll diese Aktionen von der vor der jüdischen Oeffentzlichkeit Wahrlich zur Genüge kompromittierten Persönlichkeit des Rechtsanwaltes de Haan inaugurieren läßt. Welchen Sinn kmm übrigens für die Agudas Jisroel Sitz in der „Jewish Agency" haben, wenn sie nicht auch gleichzeitig die Majorität in Dieser Körperschaft -erhält? Bei der ersten UeberstiMmung müßte sie ja gemäß ihrem Standpunkt auktreten! Und tut.sie das nicht, dann unterscheidet sie sich in nichts-von dein Misrachi, und es ist dann. , nicht.einzusehen, warum sic sich nicht s ch o u j e tz t mit dem Misrachi verschmilzt und die Einheit der Judenheit nach . . außen und die gegenseitige Verpflichtung nach innen wahrt, , während ihre heutige Politik alles zerreißt. , Sport i« Wie«. Die jüd. Sportbewegung, die in Deutschland noch in ,den Kinderschuhen steckt, hat in Oesterreich, besonders aber in Wien eine Höhe erreicht, die sie schon weit über die Landcsgrenzen hiuaus berühmt, gemacht hat. Wien mit seinen 200 000 jüd. Einwohnern zählt heute die stattliche Anzahl von 26 jüd. Turn- und Sport-Vereinen die inr Verband der jüd. Turn- und Sport-Vereine zusammcngefaßt sind. Die Führung der gesamten Organisationliegt. in Händen des Sportclub ,Hakoah", der mit feinen rund 8000.Mitgliedern als der weitaus größte jüd. Sportverein des Kontinents anzusprechen ist, und dessen Erfolge aus allen Gebieten des Sports jedem Sportler die größte ' Bewunderung «bringen. Neben österr. Meistern in Schwerathletik und Fechten finden, wir in der .Hakoah" die besten Boxer und Schwimmer der ehemaligen Monarchie. Die Fußball-Abteilung marschiert in den derzeit stattfindenden Mejsteiychafts- Kämpfen an allererster Stelle unter sämtlichen Vereinen der ' Hauptstadt, und alle Anzeichen, lassen darauf schließen, daß zuM ersten Male ein jüd. Verein eine Landes-Meisterschaft erringen wird. Dabei darf man nicht glauben, daß das kleine Oesterreich ein schlechteres Material als die Nach- . barstaaten anfzuweisen hat, im Gegenteil, das vorzügliche Abschneiden der Hakoah bei ihrem jüngsten Tournee in der ..... Schweiz, sowie das Resultat, das am Ostersonntag der,W. A. C. gegen einen hiesigen Verein erzielten, beweisen zur Genüge, daß der Fußball, der in Oesterreich gespielt wird, eine giinz besondere Klasse darstellt. ' ' . Während meines jüngsten Aufenthaltes in Wien hatte ich Gelegenheit, eurem Wettspiel der ,Hakoah" beizuwohnen. Das Wiel gegen Sportclub ,Hertha", das mit einem - einwandfreien Erfolge der ,Hakoah" endete, hatte alle meine Erwartungen übertrofsen.' Was mir besonders ausfiel, war die Begeisterung, mit der dir jüd. Massen das Spiel ihrer Lieblinge auf dem grünen Räsen verfolgten. Schon stundenlang vor dem Wettspiel setzte nach dem Sportplatz eine Völkerwanderung.ein, Auto an tzluto Droschke an Droschke, .selbst die Straßenbahn, die Verstärkung eingelegt hatte, ivar dem Verkehr kaum gewachsen. Bon un- - gefähr 20 000 Zuschauern dürften 50% Juden gewesen sein, ' und ich ließ mir erzählen, daß die .Hakoah" einen Stamm- Anhang von 8—10000 jüd. Zuschauern habe, die sich' bei .keiner Witterung zurückhalten lasse,, den Wcttkänipfen beiznwohnen. Hier ist auch wirklich -alles vertreten. Neben Großkäufleuten, Beamten, Akademikern finden wir Handwerker, Arbeiter,, und mit Freuden stellte ich als Zeichen der Zeit fest, daß auch, der Ostjude, mit.Kastqn und Pejes in stattlicher Anzahl vertreten ist. Ein Gespräch'mit eins» dieser Leute bewies mir, daß hier sämtliche Kniffe eines modernen Fußballspiels sowie sämtliche technische Ausdrücke beherrscht und verstanden werden. Dieses jüd. Publikum hat zur Schaffung eines eigenen - Sportplatzes die stattliche Summe von 125 Millionen Kro- . neu aufgebracht. Aus der Ueberzeugung heraus, der Jugend hiermit die Möglichkeit gegeben zu habenin noch -größerem Maße als seither ihren Körper durch eine planmäßige, ziel- - bewußte Ausbildung zu stärken und zu ertüchtigen und unserer Gesamtheit somit zur Gesundung zu verhelfen. „Sportplätze ersetzen Krankenhäuser." Der Platz, mit.welchem sich keiner unserer hiesigen Sportplätze an Größe und Ausstattung messen kann, wurde . unter Leitung jüd. Architekten und Ingenieure von Chaluzinr. gebaut, -seine Einweihung, mit welcher ein großes Sport- - scht, das mehr einer Olympiade. gleicht, verbunden ist, wird Mitte Juni erfolgen. Anmeldungen liegen bereits von den meisten jüd. Sportvereinen des.Kontinents vor, auch dex „Jüd. Turn- und Sportverein Bar Kochba Frankfurt am Main" wird cs sich nicht nehmen lassen, der Einladung - Folge zu leisten. . Woran wir in Deutschland ganz besonders kranken, ist die Jnteressenlosigkeit für den jüdischen Sport. In Wien dagegen hat die dortige jüdische „Wiener Morgenzeitung" sogar eine eigene Spotträurktion. Auch uns jüd. Sportler Frankfurts läßt der Ehrgeiz 'vorwärtsstreben. Die besten Voraussetzungen für ein er- - sprießliches Gedeihen des Sportes innuferer Heimatstadt find in jeder Hinsicht gegeben, und swlz. darf man auf die Erfolge sein, die unser' „Bar - Kochba" am letzten Sonntag bei wirklich erstklassiger Konkurrenz anläßlich der nationalen Wettkämpfe des Frankfurter Turnvereines und Sportclub. •1880 aus. den Sandhöfer Miesen eizielte. .. . Die Sammlung der heute in anderen Vereinen sportausübenden Inden — und das ist eine ganz bedeutende Anzahl — sowie die Heranziehung der unserer Sache bis jetzt noch Fernstehenden kann und wird nur auf dem Boden eines Sportplatzes geschehen können. Hier einzuspringen, wäre Sache der jüd. Bevölkerung Frankfurts, die durch großzügige Spenden zur Schaffung'einer geeigneten Platzanlage in Frankfurt unserer Jugend'zur geistigen.und körperlichen -Gesundung verhelfen könntet Manfred G o l d s ch m i d t. Neue Jüdische Presse. Deutsches Reich. Lentralnertznnd jüdischer S««r»werker Deutschlands.; Der Zentralverband jüd. Handwerker Deutschlands veranstaltet vom 14.—16. Mai in der Frankfurt-Loge, Frankfurt a. M., einen Verbandstag. Sonntag, lOi/a: Festsitzung, Montag und Dienstag, 9>/r: Verhandlungen. Rumäyie». Die «krainische« Flüchtlinge. (JPZ) Der Chefredakteur der „Jewish Times", Morris Myer, der aus Rumänien nach London zurückkehrte, gab in einer großen von Chiefrabbi Dr.' Hertz in London geleiteten Versaminlnng einen Bericht seiner Eindrücke. Er legte die Ursachen der Ansammlung an der bessarabisch-rumänischen Grenze dar. und zwar, daß die Juden sich nicht nur direkt vor Totschlag retten wollten, sondern, daß sie auch hofften, von dort nach Amerika zu gelangen und in Her Zwischenzeit chren Kindern einejüd. Erziehung angedeihen zu lassen. Mehr als 50 000 Flüchtlinge haben den Dnjestr überschritten; 20 000 sind schon nach' verschiedenen Ländern abgereist, davon 70% nach Amerika und 20% nach Palästina. In Bukarest und Galatz befinden sich 10000 Flüchtlinge, die Aussicht haben weiter ju kommen, dagegen haben die restlichen 20 000 Flüchtlinge vorläufig fast gar keine solche Aussicht Myer schilderte das Bestreben der Flüchtlinge, zu arbeiten, um nicht' Unterstützungen erhalten zu müssen und pries die großartigen Leistungen des.IDE, des ORT und der Emigrationslcihkasse. Bei der Darstellung der Verhältnisse auf der^ russischen Seite des Dnjestr machte Myer die bittere Bemerkung, daß leider der Tod dort noch nicht allen zu Hilfe gekommen sei. Er führte die großartige.Tätigkeit des Dr. Nansen an, der bei seiner Arbeit unter den Inden von' Vertretern der verschiedenen jüd. Institutionen unter st ätzt wird. — Dr.. N a n s e n , der Oberkomniissär des Völkerbundes, richtete an L u c i e n W o l f in London ein. TelegchMm, in dem er auf die wertvolle Mithilfe jüd. Organisationen für sein Hilfswerk in Rußland hinweist und um weitere tatkräftige und rasche Unterstützung der russ.-jüd. Flüchtlinge. bittet. . ' jfaerttft. Für die Ratifizierung deS Palästina-Mandats. Seit den! Eintreffen der europäischen Delegation des Keren Hajessod (Palästina-Grundfonds) haben die größten amerikanischen Zeitungen wiederholt auf die erfolgreich eingeleitete Errichtung des jüdischen Nationalheims hingewiesen. Eine der ersten Wirkungen dieser wohlwollenden Haltung der Presse war die Gründung eines Komitees, das den Zweck verfolgt, die Ratifizierung des P a l 3 -' stin a-Mandats zu beschleunigen. Dem Leiter des Komitees, Professor Albert Putney vom Diplomatischen Seminar in Washington, ist cs in kurzer Zeit gelungen, hervorragende Nichtjnde» für die Frage der Ratifizierung zu interessieren. Bevor das neue Komitee an die Oeffentlichkeit trat, hatten alle jüdischen Organisationen der. Vereinigten Staaten auf einer geMenssamen Tagung einstnnmig einen Beschluß gefaßt, der die Solidarität der amerikanischen Juden für Palästina z'mn Ausdrück brachte. In der letzten Woche waren die Bemühungen der Palästina-Freunde so weit gediehe», daß einflußreiche Mitglieder des' Senats eine parlamentarische Aktion einlcitcten. Gegenwärtig liegen' dyn K o n g r e ß und dein Senat zwei gleichlautende Resolutionen vor, die die „innerste Zufrie-' denheit" beider Körperschaften mit dem Wiederaufbau Palästinas zum Ausdruck bringen. „Im Namen des amerikanischen Volkes— heißt es im Schlußsatz — gibt der Kongreß seine Zustimmung z» einem Unternehmen, welches dem Christentum' zur Ehre gereicht und durch welches dem Hause Israel die lange vorenthaltene Gelegenheit geboten wird, im.alte» jüdischen Lande von neuem ei» srnchtbares jüdisches Leben und eine Kultur zn schaffen." A«s der „Agudas JiSroel"-Bewe-««g Ein Memorandum der Agudas Jisroel an de» Bölkerdnvd. (JPZ) Der „Waad Hair Le-Kehillath-Aschkenasim" in Jerusalem und die Pal. Landeszentrale der Agudas Jisroel (das heißt wohl: Rechtsanwalt de Haan! D. Redakt.) überreichte /dem Völkerbund ein Meywrairdum. Als Vertreter eines Teiws der orthodoxen Juden-in Jerusalem wird darin zuerst dafür Dank ausgesprochen, daß England, als Mandatarmacht über Palästina ausersehen sei und betont, daß der erste Schritt zugunsten der Jupen dadurch zum Ausdruck gekommen sei, daß man erkannt habe, daß dem jüd. Volke eine offizielle Vertretung in der Leitung und zur Entwicklung des Landes gegeben werden müsse. Es müsse jedoch darauf aufmerksam genlacht werden, daß zirka 1 Million -in der- Agudas Jisroel organisierter Juden aus religiösen Gründen die zion. Exekutive nicht als ihren Repräsentanten anerkennen, wodurch die Mitwirkung dieser Orthodoxen behindert sej. Es wird'», a. verlangt, daß der betreffende Absatz entsprechend abgeäildert und daß auch die Agudas Jisroel in die „Jewish Agency" einbezogen werde. Ein «eueö SriegSwaisenhaus. Wie der .JPZ aus Wien. gemeldet wird, fleht der Ankauf einer großen Liegenschaft in ^Baden bei Wien zur Errichtung eines Kricgswaisenhaujes durch den Schweizer. Kriegswaisenfonds der Agudas Jisroel knapp vor seinem Abschluß. Die Kaussumnie" des Objektes inkl. Einrichtung . betragt 80 Millionen d. ß, Kronen und dürfte zur Unterbringung von 100 Waisenkindern ausreichen. $erfoft*ltat«. Uetite Wittetl«»fte». Leipzig. Studiendirektor Meh l. Sokrat Professor' Dr. Ad l e r, der Vorsteher der Jsr. Religionsgemeiiidc, ist vH sch jeden, -i - ‘ t .; v .' Nr. 17. Bndu-eft. Samuel Bakoii y i ist — 59 Zähre alt — verschieden. Er tvar ein im ganzen Lande gefeierteii Jurist, so daß dk? Bürgerschaft von Debreezin ihn.im Jahre 1301 mit dem Programm der Unabhängigkeitspartei zu ihrem Abgeordneten wählte. Er blieb Jahrzehnte lang der Vertreter dieser Stadt jiü Parlament, wo er zu den. hervorragendsten Kennern der Ausgleichsftagen und der - komplizierten Fragen der gemeinsamen Armee: gehörte. Im Parlament und auch in den Delegatwnen war er immer in - den' wichtigsten politischen Momenten der Sprecher der Achtundvierziger Partei. Nach dem Znsammenbnich zog er. sich vom politischen Leben zurück. vnvapett. Die diesige orihodoxe Gemeinde feierte ihr öOjähriges Bestehen. Adolf Frankl, der Präsident der ungar. orthod. Ländespärtei, beton leauf :, der Festsitzung, daß die ungarische Orthodoxie auf ihrer separaten'. Autonomie beharre und alle Einigungsbestrebungen zurückweise. . Rom. Pro»esior:.W e i z IN a n n, der Präsident "der Zionistischen Organisation, hatte Besprechungen Mit weiteren politischen Persönlichkeiten und eine zweite Audienz beim . Kardinal-Staatssekretär. Jerusalem. Sir Herbert S a m u e l wird während seines^ Ferienaufenthaltes, den er in England verbringt, vmr Lir Wyn.dhanr Deedes, dem Zivilsekretär-, ver-- treten. ' ■7 Kra«kfurler vertchre ' Berel« Moatefiore. Der Verein Montefiore versendet seinen Arbeiisplair für das Sommerscmestcr. Es erscheint angebracht, mit allem' Nachdruck auf die Arbeit des'Vereins, der'kürzlich aus! ein 25 jähriges Bestehen zurückblicken konnte, hinzuweifen.— Es ist unverkennbar, daß sich der Verein in den letzten ' Jahren vom reinen Jugendpflege- und Grselligkeitsverein zu einer Institution mit stark kulturellem Einschlag entwickelt hat. So ist Aus dent vorliegenden Progrmnm' zn ersehen, -daß Fragen 'zur Erörterung gelangen, deren Lösung für uns Juden von höchster Bedeutung ist. Das Bestreben der Bereinskeitung inbezug ans das geistige Ziel geht offensichtlich aus der Zusmmnensetzung der Themata hetvor. Die beiden starken Linien, die die Arbeit bestimmen, sind „Untergang oder neues Liwen" uno „Das Erneüerungsstreben der Jugend". Die jüdische Jugend soll „vom Standpunkt der eigenen Kultur aus" Stek»- lung zu allen Modernen Fragen nehmen. Es ist erfreulich und überaus beachtenswert, daß vielumstrittene Theorieir wie Spenglers „Untergang des Abendlandes", Theilhabers -.Untergang'der deutschen Juden" u. a. m. näherer Betrachtung vom Standpunkt des Juden aus unterzogeik werden soften. Einen breiten Raum nimmt die „soziale Frage" im Hinblick auf ihre nwgliche Lösung durch die Juden ein. ,-Jüdischc und allgemeine Jugendbewegung"^ Buchbesprechungen, ein Zyklus „Pirkei Owaus" (Rabb. Dr. Salzburger)) Arbeitsgemeinschaften (Talmud, Philosophie), künstlerische Veranstaltungen nsf. versprechen, daß es dein Monteftorcst Verein gelingen wird, seine-Bedeutung als wichtiger Faktor iin Leben unserer Gemeinde aufs neue zu erweisen. Es. ist nur zu'wünschen, daß die jüdische Jugend aller Kreise . das der jüdischen Einheit geltende Werk durch-ihre Teihnahme an. der Arbeit des Beeeins fördern helfen.' Matithiahü? SröffnnngSabend im. Montefiore. Mittwoch fand im Montefiore der ErösfnungLabend des Tommerhalbjähres statt. Die Feier trug einen wmidex- . voll abgerundeten Charakter. Musikalische Darbietungentlas-- jischer Schule ervsfncten und beschlossen den Reigen -dichterischer Darbietungen. . - ~ Dr.. Heinr ich Speyer hielt die. Festansprache. Er' wies in seiner schwungvollen, mitreißenden. Art iii' sonn-» vollendeter Rede auf die brennenden Fragen der jüdischeir. Jugend hin. Das Goethesche „Stirb und werde!" leuchtete -als eindringliches Menetekel zwischen den zündenden,'Worten des' Redners hervor. Wir müssen erkennen," dätz^ .iil der jüdischen Vergangenheit die Wurzeln unserer Kraft" ruhen, sie soft das einende -Band sein, das insbesondere iniierhalft des Montefiore-Vereins alle parteiischen, politischen und religiösen Anschauungen und Gegensätzlichkeiten überbrücke» und zu freundschaftlichem Meinnngsaiistausch bcftiichtender Art führen soll^ Man mag noch so pessimistischM die; Zukunft sehen, auch bei Koheleth und Hiob dringt nach allem Suchen, Irren , und Zweifeln die Erkenntnis des' großen, gewaltigen Gottes,- der Wunder wirkt und Geivaltiges! schafft, das Bewußtsein der sittlichen, verantwortungsvolletr' Ausgaben des jüdischen Menschen wie Morgenröte Nach langer, banger, finsterer Nacht , hervor. .. ) Die „Worte des. Wahns" iveicheir den drei '.Morten des Glaubens", diese Schillerschen Stanzen umrahmten den. zioeiten Teil der Rezitatwnen, die langsam ansteigend, aus den Niederungen des menschlichen Lebens, wo Leide», Irrtum, Sehnsucht die Menschenherzen durchwühken, uns hinaufführten mit den „Bergsteigern." .Tollers zm dem. Berge, von denk das schönheitstnmkene, andachtserfüllte, freiheitsnchende Auge umherschiveift in unermeßliche Weiten, bis zu „den ewigen Hügeln"! 7 ~‘1 Otto Drechsler, stud. rer. sjol. Refach in der Israelitische« Satzpenanftalt. - Die Leitung. der-Suppena»stalt hat es wiederum ver-. standen, ihren alleinstehenden- "Gästen sowie einer großen A»zahl Flüchtlinge die Sederabende so. zu gestalten, daß sie sich alle (es waren an jedem' Abend' 120 Personen)- ,heimisch,.' zur Fanjilie gehörend .fühlten. Dev Emdriick,. als mau den -festlich, beleuchteten Saal, betrat, war überwälftgend^ und w irddenen, die leider von der Schokkä vertrieben Hnd, in steter-Erinnerung bleiben. Wieviel Liebe und Güta mithalfen an diesem Werke, wisseir sicher Nur die,, die sich darum bemüht haben, rrnd cs gehört in erster Linie dem .Vorstand sowie alten Wohltätern, die dieses , herrliche Werk. Unterstützen halfen, iniiiger Dank. . . - . Aber nicht nur a» den Sederabendcn, -sondern auch mittags wurde ..während der Pesachtage je 300 Erwachsenen und Kindern ein gutes, kräftiges-Essen.verabfolgt. $