Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 20 (1922)
- Issue
- Heft 13 (30.3.1922)
- Date
- 1922-03-30
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seile 2 Neue.Jüdische Presse. Vtc. 13 Diese PrHse ist heute in Gefahr. Im letzten Jahre sind wohl die Halste aller unserer Blätter eingcgangeii, in Köln-allein z. B. drei. Das gibt zu denken, und man sollte nicht zu spät ans Denken kommen. Es wird eine der nächsten kulturellen Ausgaben der großen jüdischen Organisationen sein, hier helsend und stützend einzugreisen, denn sie allein. vermögen durchgreifend zu helfen, ' weil sie die Menschenarmeen haben, die ,sie in die geschlagen« Bresche hineinwerfen können. Das aber wisse jeder: Es gibt heute in unserem Vaterlande (und wohl auch überall in der Welt) kein jüdisches .Blatt, dem nicht heut oder morgen der Untergang droht. Keine Abonnentenzahl, kein noch so großer Umfang kann uns blenden, diese Wahrheit zu verkennen. Ja, so widersinnig ist die Zeit, daß man beinahe sagen kann, je größer der Kreis der Leser, je weiternder Raum eines Blattes, je reicher sein Gehalt und Wert, unrso gefahrvoller ist sein Weg ..." Erez Israel. Ramfay MacdoualdS Ansicht Im Gegensatz zu Lord Northclifsc, der sich nur -lti Stunden in Palästina aufgehalten hatte, um gleich darauf mit dem Pathos eines alten Kenners der örtlichen Verhältnisse die Leser feiner Blätter zu „informieren"« har der bedeutende britische Arbeiterführer Ramsay Macd o n a l d längere Zeit hier verweilt. Er veröffentlicht nun in der „Westminster Gazette" einen Artikel des Inhaltes, daß auch (viele Araber die Versöhnung wollen, und daß die indische Äolonisationsarbeit eine imponierende Leistung sei. Macdoimld schließt mit folgenden Worten: „In diesem Lande ist etwas, das unsere Vorstellungen an Größe übertrifft- Ich bin von Dan nach Berseba gegangen, und Tag für Tag ist dies irr mir gewachsen. . . Keine Macht der Welt kann diesem Lande die magische Anziehungskraft nehmen, die es auf seür Volk ausübt. Ich habe dort seine (des Volkes) Ueberreste gesehen, die an der Klagemauer ihre Gebete summen, zerstörtes Gestein küssen und ihre flackernden Kerzen der Hoffnung und des Glaubens entzünden. Ich habe die zahllosen Gräber im Tal von Joschaphat gesehen, in dem die Urväter des auserwählten Volke» liegen, das dorthin gezogen ist, um fcen Richterspruch zu erwarten und auszuführea. Ich habe das Leben gesehen, die Jugend, die Gläubigen, die die wüsten Plätze bepflanzen und das Land anbeten, wie eine Staut durch Geschenke von ihrem Bräutigam angebetet wird. Diese Dinge zeigen deutlich, daß in den Herzen des Judentums eine Liebe besteht, und daß im Meist -es Juden ein Suchen wirkt, das er über alle Hindernisse und durch unendlich lange Generationen erhaltmi ivird, bis die Prophezeiungen seiner alten Lehrer und seines eigenen Herzens erfüllt worden sind." Beginn der Tonristeuiaison Zahlreiche Hotels sind bereits überfüllt, obwohl der größte Andrang erst im April und Mai zu erwarten ist, da die meisten Reisenden wissen, daß das Land sich dann erst in seiner vollen Blüte zu zeigen pflegt. 'Unter den Touristen befinden sich hauptsächlich amerikanische Juden, die die (Entwicklung der jüdischen Heimstätte nach Palästina gezogen hat. Et« Urteil «der die jüdische« Arbeiter Sir Deedes, der Zivilsekretär der palästinensischen Regierung, erklärte bei einem Besuch von Dille, er sei vor einem Jahr noch im Zweifel .-gewesen, ob der felsige Boden von Dille erfolgreich bearbeitet werden könnte: heute müsse er sagen,'daß die beispiellose Energie der jüdischen Kolonisationspioniere alle Schwierigkeiten überwunden habe. Sir Samuel wieder gesund.. Sir Herbert Samuel litt zwei Monate an Entzündung des Schlundes und rheumatischem Fieber. Er befindet sich jeyt zur Erholung in Jericho. 2. Sesfiö« der Assefath Haalwchariw. (Kurzer Bericht.) Die Delegiertenversammlung erledigte die die Organisation der Gemeinden und die Besteuerung betreffenden Fragen. Sehr große» Eindruck scheint die Rede Ussischkäns gemacht zu haben, da auch sein schärfster Gegner, der Redakteur des „Doar Hajom", Ben A w i, ihm vollste Anerkennung zollt und bemerkt, daß Ussischkin als ganzer Mann, 'wie er einer seit jeher ist, sich diesmal ohne jeden Vorbehalt als ein anderer als bisher gezeigt und eine bedeutsame Schwenkung vollzogen habe. Diese Milderung des so viel Unheil in Palästina anrichtenden Gegensatzes zwischen dem „Doar Hajom" und der zion. pal. Exekutive dürfte, sofern sie nur von Dauer ist, von ziemlich großer Bedeutung sein. Das Pafteur-JostUllt i« Jerusalem. Dem Jahresbericht der .„Jüd. Gesellschaft für sanitäre Interessen in Palästina" entnehmen wir solgende Mitteilungen über.das Pasteur-Institut in Jerusalem: Seit der Besetzung Palästinas durch die Engländer sind auf .sanitärem Gebiet erhebliche Fortschritte erzielt worden. Das Sanitätsdepartemcnt der palästinensischen Regierung hat das Pasteur-Institut unserer -Gesellschaft in Jerusalem als öffentliche sanitäre Einrichtung offiziell anerkannt. Vor etwa einem Jahre wollte die Regierung das Institut übernehmen. Dieses Anerbieten wurde jedoch abgelchnt, da das Institut gemäß den Absichten seiner Begründer jüdisch bleiben sollte, obwohl seine Arbeit allen Teilen der Bevölkerung zur Verfügung steht. Es besteht auch die Absicht, das Institut solange selbstständig zu halten, bis es in das mikobiologische Institut der Hebräischen Universität einbezogen werden kann, dessen Begründung — dank der Bemühungen Professor Einsteins in Amerika — in greifbare Nähe gerückt ist. Wirtschaftliches. ' Die mit vorerst 100000 Dollar gegründete „Palest ine Motor Cy." in .Newyork wird Ende April den ersten Automobiltransport nach hier absenden. - Zur. Förderung des Tabakanbaus hat die Regierung kostenlos Tabaksamen in 63. Ortschaften verteilen lassen. Deutsches Reich. Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums. In der Mitgliederversammlung der Gesellschaft zur Förderung, der Wissenschaft des Judentums erstattete der Vorsitzende, Pros. Dr. R. Sode rn.heim, den Geschäftsbericht. Er gedachte zuerst der Verluste; es starben die Ausschußmitgliedcr Rabb. Dr. Rosenthal, Breslau, Seminarrabbiner Dr. Horovitz, Breslau, Rabb. Dr. Poznanski, Warschau, Rabb. Dr. Nobel, Frankfurt a. M. Don den Veröfsentlichungen der Gesellschaft erschienen in letzter Zeit: Baeck: „Das Wesen des Judentums", 2. Auslage:.die neue Auslage von Martin Philippson: „Neueste Geschichte des jüdischen Volkes", Band. J, die Landesrabbiner Dr. Rieger, Braunschweig, bearbeitet hat, wird demnächst sertiggestellt sein, ebenso der Druckvon Stocrck: „Geschichte der jüdisch-oeutschen Bibelübersetzungen". Der Druck der „Mechilta", dessen Leitung. Dozent Dr. Rabin, Breslau, nach dein Tode von Seminarrabbiner ,£>r. Horovitz übernommen hat, wird fortgesetzt. — Der Verlag aller Veröffentlichungen der Gesellschaft ist an die Firma I. Kauffmann, Frankfurt a. M. übergegangen; auch der Verlag der „Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums" geht demnächst an diese. Firma über. — Der Mitgliederstand ist im abgelaufenen Geschäftsjahre im Ganzes unverändert geblieben. Der K a s s c n a bq ch f» jj enthält entsprechend der allgemeinen Geldentwertung weit höhere Ziffern als je zuvor. Die Druckkosten der Veröffentlichungen, Porto- und Verwaltungskostcn usw. machen eine Erhöhung der Beitrags unvermeidlich. Die Mitgliederversammlung trug dem Rechnung und schlug für 1922. vor, den M i n d e st b e i t r a g auf 50.— . 1f. festzusetzcn. Der Ausschuß wurde, einschließlich der im Lause des Jahres zugcwähften Mitglieder, wicdergewählt. Dr. Rosenthal ist der -bedeutendste Advokat und juri stische Sachverständige Rumäniens. Er fungierte .seinerzeit auch als Sachverständiger beim Abschluß des Trianoner Friedensvertrages und hat sich hamals als außerordentlich gewiegter Jurist- und 'Kenner des internationalen Rech tes einen Namen gemacht. Rutzlarrü. Ei« Brief aas Petrograd. Dr. Joses Krimski in Newhork erhielt folgenden Brief: „Der Mangel an Lebensmittel ist im allgemeinen sehr drückend für säintliche Bewohner, aber besonders stark leidet darunter der gcbildete.und intelligente Teil der jüdischen Bevölkerung. Deshalb wendeten sich viele gelehrte Gesellschasten an ihre Freunde im Ausland, um Won ihnen Stütze und Hilfe für diese Gelehrten zu erlangen. Es wurde uns auch bekannt, daß das Hoover-Hilsskomitee, welches 'in Petrograd eine Abteilung hat, für die. Arbeiter und Gewerbetreibende!» Hilfe geschickt hat. Die jüdische Universität in Petrograd, welche im Jahre 1917 gegründet wurde, eine Reihe hervorragender Gelehrter und Professoren in sich saßt, und in welcher einige Tausend Studenten ihro höhere Erziehung und Bildung genießen, hat bisher von keiner Seite - ie geringste Unterstützung bekonnncn und befindet sich daher in großer Notlage. Wir wenden uns deshalb -an Sie, der in der jüdischen Gesellschaft von Amerika eine angesehene Stellung bekleidet, mit der Bitte, auf die jüdische Intelligenz uni» die Handwerker und Gewerbetreibenden in Amerika einzuwirke», damit eine ständige Aktion zur Rettung und Erhaltung der einzigen jüdischen Universität in Petrograd, die für die jüdische Studentenschaft in Rußland vop so großer kultureller -Bedeutung ist, eingeleitet werde. Wir bitten Sie, zu trachten, daß uns durch das Hoover-Relief Conunittee Lebensmittel imter der Adresse: Jüdische Universität, Petrograd, Travickoj 14, Rußland, gesendet werden. Namens der jüdischen Universität Rektor Professor S. Laschinsky, Professor Samuel Dubnow, Sekretär L. Kindsberg. Rumänien. Rekruteneid in Hebräischer Sprache. In Marosvasarhely leisteten diesmalauf Veranlassung des.Oberrabbiners Dr. Franz Löwy und in Anerkennung der jüdischen Nationalität die einrückenden jüdischen Rekruten den Eid in hebräischer Sprache. Schweiz. Die jüdische Bibliothek i« Zürich. Ein wichtiger Kulturfaktor für die Züricher Judenheil; ist die jüdische Bibliothek, die über 4000 Werke in deutscher, hebräischer und jiddischer.Sprache besitzt. Seit 1. Februar befindet sich die Bibliothek in der Webergasse 17. Der Bibliothek ist eine Jugendbibliothek angeschlosscn, die der Jugend im Alter von 12 bis 48 Jahren gratis zur Verfügung steht. Als kultureller Verein hat die jüd. Bibliothek auch die Ausgabe, Borträge, dramatische Abende re. zu veranstalten. Dieses Ziel im Auge haltend, wird sie am 15. April im 'Saale „zur Kausleuteu" das Schauspiel Schma Jissroel" von Dimuow ausführeu. Eia Klub der jüdische« Abieorduete«. Die sechs Juden des neuen Parlaments — Advokat Fildermann, gewählt, da Oberrabbiner Zirelsohn zugunsten dieser tüchtigen jungen Kraft verzichtete, Dr. Adolf Stern, Lerner, Samnelowicz, Dr. Sträncher und Eli Berkowits, der in Bukarest durchfiel und in 'Arad gewählt wurde — werden sich zu' einem Klub der .jüdischen Abgeordneten vereinigen. So klein dieser Klub.ist, wird.er sich doch durch seine hervorragenden rednerischen und geistigen Kräfte Beachtung verschaffen. Besonders setzt man auf Dr. Stern große' Hoffnungen, da er wie ksin .zweiter die Innenpolitik beherrscht und als langjähriger Konsul der Vereinigten Staaten auch auf dem Parquett der Außenpolitik vertraut ist. Eine Erveaauug. Ministerpräsident B r a t i a n n bestimmte den Bukarester Rechtsanwalt Dr. Rosenthal als Sachverständigen der rumänischen Delegation in Genua. Amerika. Palästina-Vorlesung Prof. Warbarg i» Kaliforuie«. Auf Einladung der Kalifornischen Akademie hielt' Professor Marburg einen Vortrag vor den hervorragendsten Gelehrten des Staates. Prof. Marburg behandelte auch die Anwendung kalifornischer Pjlanzungsmethoden -in Palästina und sprach dabei die Ueberzeuguug aus, daß es gelinge» werde, Palästina unter Beobachtung der amerikanischen Erfahrungen zu einem blühenden Paradies zu ge statten. Ans der Misrachi-Beweg««». WarsÄa«. (JPZ) In Plozk ist der bekannte Plozke Rabbiner Jona Mordechai Zlotnik, einer bei ersten Misrachisten in Polen, gestorben. Rabbiner Zlot nik war auch einer der Griinder des hebräischen Gymnasiums' in Plozk. Florenz. Oberrabvincr Prof Margülies erlai während der Prüfung an der Talm'ud-Thora-Schnle plötz lich einem - Herzschlag. Der Misrachi verliert in Oberrabbiner Margulie einen bewährten Anhänger. M. gehörte der zionistische, Beweguirg von Anbeginn an. 1903 verhandelte er aus Bcr anlassung Theodor Herzls mit der italienischen Regierung M. errichtete in Florenz ein Rabbinerseminar un! benrühte sich mit aller Kraft, in Italien wieder jüdische Leben zy erwecken. Perso«»lie« ». Mitteil«»ge». Berlin. Generalkonsul Eugen Landau. Bizi Präsident des Keren Hajessod in Deutschlands beging de! 70. Geburtstag. Dieburg. Am 1. Avril find eS 40 Jahre, dak Lehrr 'aufmann -in Dieburg seines Amtes waltet. - Aus diesenr Grunde tvird dem geschätzten und beliebte Manne Sonntag, den 2. Älpril, eine Ehrung zu Teil, d! in der Synagoge stattfindot und wozu der Landesrabbim Dr. M a r x sein Erscheinen zugcsagt hat. — Herr K. zählt zu jenen, die stets für Emuno mit alle Kraft eintraten. Robock. Professor Dr. Weinberg hatte etm Studentin eine scherzhafte Antwort gegeben, die bei dies! Anstoß erregte und von ihr einem Kollegen, ehem. Off zier, wieder erzählt wurde. Darauf gab dieser, ein antise» Student, dem Professor vor Zeugen 2 Ohrfeigen. D Student wurde auf 4 Semester relegiert, wogegen die ant semitischen Studenten demonstrierten. Gegen Weinbei wurde zwar das Verfahren der Fakultät eingestellt, hat jedoch keine Vorlesung mehr abgehalten. Eine ant semitische Zeitung, die den Fall behandelt hat, wnr! konfisziert und hat Widerspruch erhöben, sodaß die Sakl jetzt vor Gericht kommt. (JPZ.) Saatfeld. Hier entschl>er der langjährige Borstet der hiesigen"Gemeinde, Salomo» Schwarz im Lebensjahre. Es war dem Verewigten noch kurz ji vor vergönnt, mit seiner körperlich und geistig rüstig! Gattin im Kreise seiner Kinder und Enkelkinder das F der diamantenen Hochzeit zu begehen. Roltwetl. E m anuet R o> enstiel und feine mahlin Lina feierten ihre goldene Hochzeit. D Jubilar versieht seit 45 Jahren das Amt des Hilfst» beters an den hohen Feiertagen und war bis vor wenig Jahren auch noch Baal tokea. Haarburs >Etvel, J^D a l r r o p, SynagogkN-Vorfteh dahier, beging seinen 75. Geburtstag. Zürich; An die hiesige Universität wurde Dr. Eug« Täubler, früher Leiter des Gesamtarchivs der deutsch Juden und dann Leiter der Akademie für die Wissenschi des Judentums in Berlin, als außerordentlicher Profess berusen. Athen. Pepo Malach wurde zum Finan minister ernannt. Rew Kork In Philadelphia verschied Berna A. Palitz, seit 7 Jahren Generalvertreter, der Bar> Hirsch-Stiftung, unh in San Francisco im Ast von'60 Jahren Rudolph I. Taussig, der im dl tigen ^öffentlichen Leben eine Markante Rolle spielte. Der 22jährige Jacob Zucker, ein (Schüler t Bezalel-Schule in Jerusalem, wurde auf Ellis Island zurü gehalten, weil die Quote für die Einwanderung aus Pal stina erreicht ist. In seiner unfreiwilligen Muße grijf zum Pinsel; die Einwanderungsbehörde wurde auf st! Talent aufmerksam und erlaubte ihm die Einwanderm . S««1ta>« «Chile). Der Präsident der chilenisch Republik ernannte den hier weilenden Kommissar des Ke« Nr Hajes 'fein rung tu -Ittfl.r den! stimn hier den ca. < stehei .es ni Mar! vor tzch, gern! Nevi aussl Ma Wei hat, -lau, Är. Stro glied nach hier Absa Miss benti hin ses liehe voll »u j Kun und Das lintl meTj rate ist All ft.1 er j sich! wen dnr Äu- Kla Gel Sic ich daß da? elw Sii beb Ja, ans Wa sich