Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 20 (1922)
- Issue
- Heft 13 (30.3.1922)
- Date
- 1922-03-30
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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13 i>' jnri- -.{einet» Lrianovrdentt Rechldeliheitz ii Deut« Seit 1. affe 17. fen, die ckis zur d. -Bibende ic. oird sie hanspiel ruieu. -lt'Procragcndsttc auch n Paläi es gererikani- »u ge i» Plozke er bei er Zlot ii Gym s etla ile plötz targulie-: nistischei auf Ber egierung nar un! jüdische ze». l. Bizi ging bei 6 Lehrr rltet. - beliebte Teil, bi srabbiii! mit alle te eine bei diese :m. Off t antifen jen. D« die aut Weiuber -stellt, i ine an! it, wnr! die @aei Borstet z im 9 kurz 5! I rüstig! das Fe seine G eit. D Hrlfsvo r ivenigi i-Vorsteh c. Eugi : deutsch Sisseilschl Profess Zt«an i Berns »er Bar int Pli r int de spielte, chüler t rnd zurü aus Pal je griff auf se oanderiu chilenisch des Aer Nr- 13 Neue Mische Messe. Seit- 3. MW^Wlll- ' Bargerstras«« 149. H. 4642. BeBt bewährteste Teppichn. Bettfedern-Belnigong. Hajessod, Dr. W i l e n S k y, zum Konsul in Palästina. ' Jaffa. Im Februar betrug die jüdische E.nwande» rung in Palästina 953 Seelen. — ( Dr. Eder ist aus London zurückgekehrt und hat iii Ierusalech wieder sein Amt übernommen. Frarttsurter Berichte. Talmud Thora-Berei». . (Schluß.) j?--^Men'-'Sjq.N>e.tlchar-i.cht erstattete Herbert Hei- Ml lpnil. So. zuversichtlich und mit frohen Hoffnungen man den Wvrten des Herrn Hamburger lauschte, so nachdenklich stimmte einem der Kassenbericht. Wie überall, so warf auch hier die ungeheuere Geldentwertung jede Kalkulation über den Haufen. -Einer Einnahme an Jahresbeiträgen von ca. -6800, Geschenken ca.- 22 000, an Bortrag 3600 Mk., stehen Ausgaben von ca. 31000 Mk. gegenüber, so daß es mit knapper Not gelang, mit einem Saldo von 1044.— Mark in das neue Geschäftsjahr einzu^reten. Auffällig ist vor allem -die hohe Einnahme an Gejchenken, was sicherlich .auf die große Sympathie und das immer sich steigernde Interesse der.Gemeindemitglieder schließen läßt. Die Entlastung des Vorstandes wurde auf Antrag des Revisors Blaut, dem Vorstände einstimmig erteilt. Die ausscheidenden Mitglieder, I a c. Hamburger u. W i l l y Mainz, wnxden per Akklamation wieder, Raphael Weil und David Straßburger neu gewählt. Der Vorstand, der damit die Zahl von 11 erreicht hat, setzt sich zusammen.aus Jac. Haniburger, Fritz Breslau, , Adolf Dorszaun, Herbert Heimann, Willy Mainz, Är. Michael, Sallh Mohrer, Hermann Rothschild? David Straßburger, Jsaac Weil, Raphael Weil. Zum Schluß wurden noch die von dem Vorstandsmitgliede Breslau ausgcarbeiteteu Statuten vorgelegt und nach kurzer Debatte angenonnnen. Wir! versagen es uns, hier näher auf dieselben einzugehen, möchten nur § 1 Absatz 2 erwähnen, der lautet: . Der Zweck des Vereins ist die Verbreitung jüdischen Wissens im Sinne des traditionellen gesehestreuen Judentums. Mit .einem Appell des Vorsitzenden/den Verein weiter« hinzu, unterstützen, und mit dem Dank an alle diejenigen. fröhjahrsiiBDlieiteii -v ‘ von Kleidern, Wascftblnsen etc. etc. .. . in besten Qaalitäten. Hans Nerger, Hochstr. 26 pt. die den Verein in dem!-vergangenen Jahre gefördert haben, schloß die Versammlung. B—u. Jüdische Franenvereinigung X Sonntag, den 12. März, schloß Dr. Josef Breuer für diesen Winter seine so beliebten Borträge über den heutigen Pflichtenkreis der jüdischen Frau an Hand von Gesetzeslehre und Prophetenwort: Das jüdische Haus ist Grundpfeiler und Bürge der Zukunft Israels, Grundpfeiler und Bürge aber des jüdischen Hauses ist die jüdische Frau. Sie, ihr Walte» gibt dem Hause den Stempel, in ihrer Macht liegt es, ihr Heim zu einem echt jüdischen zu gestalten, in dem ihre Kinder von frühesten Jahren an in jüdischer Atmosphäreihr Lebenselement jindcn. Eindringlich, erhebend, mahnend und warnend, legte der Redner die verantwortungsvollen, heiligen Pflichten der Frau als Gattin und Mutter dar, eine hehre jüdische Ethik, hoch über jeder Menschensatzung. Ein bewußtes, freiwilliges, freudiges Sichunterordnen der Forderung des Gesetzes. Ein jeder der Vorträge, die zumeist für die Jugend berechnet waren, löste Ergriffenheit und Begeisterung aus. Es ist zu wünschen, daßj die Saat, die hier gesät, Wurzel fasse und segensreich wirke. BiaUk-Abenü. Die Hebe. Sprachgesellschaft veranstaltete 'einen Bialik-Abend, Rabb. Dr. Salzberger zeichnete in kurzen Strichen die Geschichte der hebräischen Sprache und ihrer Literatur. Redner zeigte Beherrschung des gewaltigen Gebietes und gab dadurch ein wertvolles, abgerundetes, durchdachtes Ganzes. Sprachlehrer Szpiro schilderte in tempermnentvollein Hebräisch die Bedeutung des Dichters Bialik. Frl. Seligmann und Gedalj a h Tat gaben Gedichte und G e r l i ch mit seiner wundervollen Stimme Lieder von Bialik. Personalien. Franz Jsaac E t t l i n g e r und Will). W als begehen am 1. 'April ihr 25 jähriges Jnbil'änm bei der Firma Beer, Sondheimer u. Co. 'Adolf Gans, Schützenstr. 8, war am 28. März 40 Jahre bei der 'Firma I. A. Schwarzschild Söhne, Reckarsti'. 9, tätig. Krankfurter verauftaltnngep. T a l m u d - T h o r a-B e r e in (SB: Dr. Braun, G: Groß, L: Lipinsky, U: Unna, O: Oelbaum), Hörsaal Börneplatz. Samstag, 11*): Schulchan Aruch (11), 3Vi: Raschi (L), nach Mincha: Bkikro (11), % Std. v. N.: Bortrag (Samuel Reinhold). ^Sonntag, nach Schacharis: Mischna (G), 9: Schulchan "" Aruch (8), 9i/»*): Gemoro (U), nach Mincha: Vortrag über Seder (11). Montag, nach Schacharis: Schulchan Aruch (11), 6*A: En Jakauw (11). Dienstag, nach Schacharis: Mischna (G), 8(4: Newiim (II). Mittwoch, nach Schacharis: Mischna (G), 6x/i: Chauwaus Halewowaus (B). Donnerstag, nach Schacharis: Schulchan Aruch (U), 8i/°*): Gemoro (U). *) Religionsschule Hermesweg 27. , Wo chenbett- Ausstattungen Hugo Rothschild LangeatraaBe 85. Telefon Hansa 8888. Freitag, nach Schacharis: Mischna (G). Fortbildung für jg. Leute: Samstag 3—4, Montag, 7^4 und 8, Mittwoch, 73/i: Gemoro (11. u. ©.). . Fortbildung s. Knaben gemäß Lehrplan. Ez Chajim (Dozenten: Liverhant, Tnrcinskt. Temersohn, Schereschewsky), Kurse in acht Klassen und einer Borbereitungsklasse in Chumesch, Tefilwh, Mischna, Gemoro hauptsächlich für Schüler hiesiger Schukn, Zahl der erteilten Stunden 70, Unterrichtslokale Hermesweg 27 a und Unterlindau 23 b. 3 Sonntag, 11/2—4Vs . ... -a.. Montag—Donnerstag, 2%—81/-» „ / S amtag, 21/2—5 ,» i Montag, Dienstag, Donnerstag, 5i/z—7Vr d 4; Samstag, 53/i—63/i „ .' Verein Hauptsynagoge, Samstag, 5y*. Haupt- | synagoge: Lehrvortrag (Rabb. Dr. Satzberger), f T ikw as Zion, Samstag, Volksbildungsheim. 4:! Einstein (Dr. Gerlich). . Wocheu-Kaleuder. SamStag, 1. April (3. Nissan). - Sabbat-Anfang in Frankfurt 6 Uhr 20. , Sabbat-Ausgang in Frankfurt 7 Uhr 40. Wochenabschnitt: W a j i k r 0. / Frankfurter Familiennachrichte«. Barmizwos. Alex Fürth, Bleichstr. 48, Albert Löwenthal, Rotteckstr. 10, Leop. Löwh, Tomafiusstr. 12, I Synagoge Friedb. Anlage — (Hans Mayer, Günthersburg- | allee 80, Hauptsynagoge — Manfred Herz, Schweizerstr. 22, Erwin Baum, Altkönigstr. 15, Synagoge Königsteinerstraße. Gestorben. Sara Bronner, 50 I., Sandweg 60 — Therese Roos Wwe. geb. Hirsch, >72 I., Schöne Aussicht 5. Auswärtige Famitteuuachrichte«. G e st 0 r b e n. Frieda Würzweiler geb. Springer, Malm- , heim — Cläre Rosenthal geb. Abraham. 31 I., Eschwege — Clotilde Heymann geb. Ballin, 59 -I., Wiesbaden — Leopold Herz, 62 I., Villmar. / Speude«. Bei der Nationalfondskontmission (I. Heimann, Post- - scheck 41441) gingen ein: Konditorei und Cafö Fh. I* au beiist ein Hohenxollernstramse IB. Telephon: Hansa 985. Spezialität: Ananas-Törtchen und Pralinds. , Jedem das Seiuige. Roman von M. Pulvermann. (Fortsetzung.) - Klaßner starrte den Mann verwundert an. War dieses derselbe Mensch, der sich mit einer Gehirnerweichung behaftet glaubte, der jetzt so scharfsinnig, so eindrucksvoll diese verworrene Angelegenheit zu beleuchten und zu zerfasern verstand?'Oder ist er selbst etwa ourch den Krimmer so stmnpfsinnig geworden, daß er nicht von selbst und schon viel früher zu dieser Anschauung gelangen konnte? Daß dieses' aber der wahre und richtige Standpunkt war, ünterlag keinem 'Zweifel! Dennoch schwieg er, um »och ntehr. zn hören. Strömer schien die Ursache seines Schweigens zu erraten,-denn mit einem wehmütigen Lächeln fuhr er fort: „Nein, Herr Klaßner, das sind nicht meine Ideen. Es ist schon lange her, daß ichi zu denken ausgehört habe- All 'dieses hat sie gesagt; sie hat cs oft wiederholt.« sd daß ich Mir, die Worte einprägen konnte." ' „Mit mir hat sie aber nicht davon gesprochen!" rief er grimmig? ’ „Weil sie wußte, daß Sie es von einem andern Gesichtspunkte aus betrachten und allerlei sophistische Einwendungen Machen werden. Es gab für sie nur eine Tatsache, durch die.Sie überzeugt werden konnten, nur einen einzigen Ausweg und diesen hat sie eingeschlagen." ,7M^ja, uno dieser hat mich'gründlich überzeugt!" Klaßners Stimme -zeigte, keinen Groll. „Sie mußte davon Gebrauch machen, wenn sie ihr Vorhaben aussühren wollte. Sic hat ganz richtig vermutet; durch etwas anderes hätte ich mich- 'nicht überzeugen lassen. Sie können es ihr sagen, daß ich - ihr auch unter keinen Umständen gestattet hätte, das letzte Mort zu behalten." " Es entstand" eine kleine Pause. Klaßner« schien über etwas nachzudeuken, dann sprach er entschlossen: „Sagen Sie mir, wie wie — sie es denn erträgt!?" „^Vernünftig -1so vernünftig, wie Sie selbst. Sie betet''sehr viel.' als wolle' sie das Versäumte nachholen. Jaj-Herr Klaßner, ich bin froh, daß Sie es so verMnshig anffassen." „Me sollte Ich es denn sonst auffassen!?". Strömer überhörte die Frage. Er erhob sich langsam, während er verlegen mit dem Hut spielte. Er räusperte sich ein wenig und endlich sprach er: - '„Sie bat mich. Ihnen nocheine andere Botschaft zu überbringen. Offen gestanden, ist es eigentlich die Hauptursache meines Kommens; aber ichj habe es bis zuletzt anfbewahrt. Sie bittet Sie flehentlich, ihr einen Gefallen zu erweisen." „Wenn es in meiner Macht steht, soll es geschehen." „Sie bittet, daß Sie bald wieder heiraten. Sie möchte nicht von dem Gedanken gepeinigt werden, daß Sie durch ihre Unzulänglichkeit Ihren Glauben an Frauentreue verloren. Es dürste Ihnen doch nicht schwer halten, einem Mädchen Ihres Glaubens zu begegnen, um bei Ihnen das gutzumachen, was sie ungern verschuldete. Sie fürchtet, daß die Einsamkeit Ihres Lebens ihr Gewissen beschweren könnte. Dieser Gedanke würde sie als drohendes Gespenst überallhin verfolgen. Sie sollten es als eine Gnade für sie betrachten. Er wartete geduldig auf Klaßners dlntwort, die erst nach einer Weile erfolgte. „Sagen Sie ihr," sprach er endlich, den andern scharf anblickend, „daß sie es gut' versteht, eine Gnade für sich in ein schönes Mäntelchen zu hüllen." „Nein, das werde ich ih^ nich-t sagen!" rief Strömer - kummervoll. „Sie verlangt ja, daß ich ihr Ihren Bescheid Wort für Wort iiberbringe. Diese Antwort aber würde sie schnwrzlich verwunden. Die Heilige hat bereits Wunden genug empfangen, sägen Sie,ihr keine neuen Hinz». Kommen Sie, lieber Freund, sagen Sie chr etwas Gutes, etwas Freundliches, daran sie sich aufrichten kann. ,Sind -wir doch trotz allein, Brüder und Schwestern, warum sollen wir treulos handeln gegeneinander'. Sie erwartet von Jlinen irgend eine Zusage, ein Versprechen, und bedenken Sie, daß sich wohl nie wieder eine Gelegenheit dazu; bieten wird.'( - „Dann sagen Sie ihr," seine Stimme bebte hörbar, „daß ich ihr verspreche, daran zu denken, »m ihr die erbetene Gnade zu erweisen." „Ich danke Ihnen. Das klingt etwas besser," sprach Strömer froh. „Das werde ich ihr sagen, und es wird sie erfreuen. Jetzt aber kann ich wohl gehen?" Er schritt zur Tür. „Ich werde Sie begleiten, bis Sie 'einen Wagen! finden." ' . Als Strömer im Begriff war, den Wagen zu besteigen, reichte ihm Klaßner zuerst die Hand. „Leben Sie wohl, Herr Strömer!" Dieser erwiderte den Gruß mit einem warmen Händedruck. Dann reichte ihm Klaßner noch einmal die Hand hin, so daß Strömer ihn ganz verwundert anblickte. „Ich habe Ihnen nicht die Hand gegeben, als Sie mein Haus betraten, darum tue ich es jetzt zweimak. Und nust noch eine Frage: Welche Genugtuung empfinden Sie bei dieser Sache?" „Meine Genugtuung!" Eine strahlende Freude verklärte dabei sein eingefallenes Gesicht. „Der weltliche Stach hat Einrichtungen getroffen, die als Belohnung für die Errettung eines Menschenlebens aus Todesgefahr gelten. Aber ich bin felsenfest überzeugt, daß auch bei der himmlische« Weltregierung eine Einrichtung vorhanden ist, um für die Errettung einer Menschenseele eine reiche Belohnung zu gewähren, wenn eine solche um Hilfe ruft. Das ist Meine Genugtuung." ■ ~ Klaßner blickte dem Wagen »ach, solange er ihn sehen, konnte, und dann begab er sich langsam nach Hause. Jetzt erst wurde es. ihm durch den gewaltigen Aufruhr in seinem Innern klar, daß Himmel und Erde seiner Trennung von Ellen die volle Weihe gegeben hatte, XXVI. Erft nach einigen Tagen konnte Klaßner den Erfolg ermessen, den Strömers Besuch bei ihm hervorgebracht hatte. Erst dann kam es ihm 'zum Bewußtsein, wie tief und stark die Erinnerung an Ellen ihn erregte. Anfänglich fürchtete er. daß diese Tatsache seinen srü-' Hern verzweifelten Kampf wieder auffrischen und die kwim vernarbte Herzenswunde wieder aufreißen werde. Doch seine Furcht schwand bald, und voll innerer Dankbarkeit faltete er die Hände, daß der nagende Schmerz sich nicht wieder * einstellte, daß die rasende Lluslehnung sich in stille Wehmut verwandelte. Sanft und still -Machte sich ein bitter-süßes Gefühl bei ihm bemerkbar, als ec an den Gewinn und Berlnst durch seine Liebe nachdachte. Er schauerte innerlich zusammen, als eran Ellens Leiden dachte. Ehrfurchtsvoll beugte er sein Hmrpt vor ihrer übermenschlichen Kraft- Ern Gefühl der Nichtigkeit und Minderwertigkeit bemächtigte sich seiner, , indem er an die Kraftquelle dachte, die diese Frau für ihn! geworden wäre, wenn sich beider. Herz und Seele zu voller Harmonie zusammengeschlossen hätten, wenn sein menschliches Urteil ihn nicht getäuscht hätte, als er eine solche Seelenkraft in ein Wagnis, dem die jahrtausendalte Menschenordnung entgegenstand, hmeinzwängte. (Fortsetzung folgt.) 29