Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 20 (1922)
- Issue
- Heft 8 (23.2.1922)
- Date
- 1922-02-23
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 8 Seite 2. Feuer dem verehrlichen -Publikum Zur gefälligen Besichtigung vor. " Es ist zuzugcken, dich die zion. Leitung auch in London nicht durchtz^end aus Genies oder Talenten besteht, daß der Kongreß, die berechtigte Vertretung der jüdischen uationalenOeffentlichkett, keine ändern Männer gesunden hat, als gerade düse- Es war auch vorher kein Geheimnis, daß äs nicht zu den angenehmsten Aufgaben gehört, ein össentliches Amt in der jüdischen Gesellschaft zu bekleiden. Wir in Europa wissen davon, daß an dieser Tatsache der Niedergang des Rabbinats schuld ist. Niemand, der ^die Fähig« Liren besitzt, sich sein Leben unabhängig vou der jüdischen Oefsentlichkeit zu gestalten, ist so ohne weiteres bereit, ein Amt, sei es auch iw der Zion. Organisation, anzwnehmeu. Wie hat man in Karlsbad' und auch sonstwo nach Männern gesucht, die bereit sind, sich ohne jeglichen Vorbehalt in den Dienst der Bewegung zu stelle». Die Herren aus Amerika, sogar Jndge Brandeis, werde» es' wahrscheinlich, ablchnen, nach Erez Israel zu kommen, ui» hier in irgendeiner Weise dauernd für unsere Sache zu arbeiten. Auch das wäre ein verfehlter Gesichtspunkt, wenn man nur solche- Männer in leitende Stellen entsendeir wollte, die ohne jegliche Honorierung ihre Kräfte zur Verfügung stellen. Wir würden dadurch eine plutokratische Führerschaft schassen, die alles andere als jüdisch ist. Nun zu der Frage der gewaltigen Gehälter, die die leitenden Persönlichkeiten in London und Jerusalem beziehen. Unser Blatt sprüht Gift und Galle, und jeden Tag werden seine Angriffe gehässiger, weil mau ihnen keine Antwort gibt. Der letzte Artikel beginnt mit dem Satz: „Schetikoh kehaudooh domei." Nun ist dies zwar ein wahrer Satz; es fragt sich aber, wey der Angreifer ist; und »velche Absichten er verfolgt. Sollte er leschnwh kämpfen, so kann man ihm vielleicht eine Antwort geben. Mir ist nicht bekannt, wie die-Zion. Leitung hier über diese Fragen! denkt. Aber es kann sein, daß sie es unter ihrer Würde häll, in Diskussionen solcher Art einzutreten. Vielleicht wird an anderm -Ort und bei anderer "Gelegenheit eine Antwort gegeben werden. Tatsache ist, daß aWt Ausgaben bis zum Kongreß in einem Bericht gedruckt vorliegqu, inklusiv der Gehlätsangaben. Die Taktik des Blattes, das scheinbar durch einen Dertrauensmißbrauch die tatsächlichen Gehaltsbezüge kennt, ist die, mit Absicht übertriebene Gehaltsangccken zu machen, einen der. Mitglieder der Exekutive gegen den andern auszuspielen und sie zu zwingen, in eine Diskussion einzutreten. Man hat mir schon vor einigen Wochen glaubwürdig mitgeteilt, daß die Gehälter der gesamten Exekutive nur für 6 Monate festgelegt sind und einer Bestätigung des Finanz- und Wrtschaftsrates bedürfen. Ebenso ist es bekannt, daß die Frage der Gehaltsregulierung der Beamten noch nicht abgeschlossen ist. Ich glcmbe sagen zu können, daß keiner der kitenden Beamten mehr als 100 Pfund bezieht, und daß .die sogenannteck Nebenausgaben aus Heller und Pfennig gebucht und wie alle Ausgaben der Finanz- und Budgetkonim issio» zur> Kenntnis gebracht werden. Auch der Misrachi hat bei dieser Gelegenheit die Ehre gehabt, angegriffen zu werden. Nun ist ja unser» nähern Gesinnungsgenossen bekannt, daß auf der öffentlichen Sitzung des Aktionskomitees des Misrachi die Gehälter des Zentralbüros ohne jegliches Geheimnis festgelegt worden sind. Die Leitung besieht zur Zeit aus Rabbi Fischmann, Dr. Schoenfeld, Prof. Pick, Herrn Riwkind, den wir noch erwarten und Herrn Salomon Maisel, Jaffa, den die Zentrak, solange keine rechtmäßigen Wahlen .stattgefunden, haben,. ‘ als Vertreter des palästinensischen! Misrachi in allen Fragen znrate zieht. Die persönlichen Unkosten des Welt-Misrachi sind überaus gering. Die Mittel Norden aus eigen dazu bestimmten Fonds vou den Landesorganisationen zur Verfügung gestellt. In den nächsten Tagen findet eine Sitzung des Laudes-Misrachi statt, auf der eine Reihe wichtiger Fragen, Stellungnahme zur Assefath Haniwcharim, Besetzung des bereits uns übergebenen Bodens vonseiten der Zion. Organisation mit 15 Kolonisten, Grundlegung für die Ackerbanschule in Fedje, Fragen des Misrachi, Hazair Hapoel Hamizrachi, besprochen weiten soll. Während dieser Brief niedergeschrieben wurde, hat die Sitzung stattgefunden, und wie ntan hört, ist vor allem die Frage der „Assefath Haniwcharim" gründe lich besprochen worden. Man erinnert sich an die Schwierigkeiten, die dem Landesmisrachi bei den Wahlen zur Zffsefath Haniwcharim und bei der ersten Sitzung aus der Frage des Frauenwahlrechts entstanden sind. Nach! unserer Ansfassung hat der Weltmisriichi kein Recht, in dieser Frage eine Entscheidung zu treffen, und nur der Landesmisrachi ist die Instanz, die dazu Stellung nehmen fantt. Die großen Hoffnungen, mit denen die Assefath Haniwcharim' begrüßt worden ist; haben sich Lider nicht erfüllt, — die Schuld daran liegt, wie bei dielen anderen Mißerfolgen in der Hauptsache daran, daß die politischen Bedingungen im Lande nicht solche waren, wie man sie nach der Balfour-Deklaratton unb San Remo erwarten durste. - Es steht zu befürchten, daß ein großer Teil der orthodoxen Abgeordneten sich nicht, mehr an der? 2. Sitzung beteiligen Wird, und daß selbst diejenigen, die gM Prinzip haK Fräuchtwahlrecht nicht ablehnen, dennoch ihrerseits auf Grund demokratischer Erwägungen feststellen werden, daß auch den Misrachi-Delegierten nicht das Recht zusteht, der großen Masse des jüdischen Volkes eine Neuerung auszndrängen, die diese selbst nicht wünscht. Nur noch drei Wochen trennen _ uns von der nächsten Sitzung, und es kann sein, daß die nächsten Tage kritische Tage erfter Ordnung im innerpolitischen -Leben unseres alten und neuen Jischuw sein werden. Sehr bttmuerlich ist;, daß einer der aktivsten Misrachi-Führer, Rabbi F i schm a n n, sich gerade in dieser Zeit nicht im Lande befindet. Unser Misrachi-Schulwerk und besonders das Lehrer-Seminar nehmen weiter einen stetigen und sicheren Fortgang. Auch über die Frage des Talmnd- Thorah-Tachkemvni hat man sich bei unseren extremen Gegnern allmählich beruhigt^ Immerhin waren! stieue Jüdische Presse. die Angriffe bei der Gründung dieses neuen Schultyps überaus lehrreich für uns. Selbst eins so hoch angesehene Persönlichkeit »wie Äabbr Tukazinskh operierte in einem offenen Briefe an - den Misrachi" mit Annahmen; deren Haltlosigkeit Licht zu durchschauen ist. „Me kommt es" — so fragt er — „daß der Misrachi, der ein Gegengewicht gegen die linksgerichteten Schulen schaffen wollte, . «nn tatsächlich auch einen Talmud-Thoraheingerichtet hat, dessen Tendenz sich von selbst ergibt; nämlich: die SchüLr den alten Talmud-Thorah-Anstalten zu entziehen?". Dieser Eimvurf ist unberechtigt. Sehen wir nicht täglich Kinder aus den Chadarim und Talmud-Thorah-Anstalten in andere Schulen mit ganz anderen Systemen übergehen, und wird nicht die Zukunft es als eine große Tat des Misrachi ansehen, daß er den. Versuch gewagt hat, einen Talmud- Thorah zu gründen mit genau demselben Unterrichtsprogramm wie die -anderen Talmud-Thorah-Anstalten, nur daß der Unterricht in hebräischer.Sprache erteilt wird? Gerade dadurch helfen wir, das System des Talmud-Thorah zu retten, ohne die aufwachsende Jugend und die Eltern, in Konflitte mit den praktischen Fragen des Lebens zu bringen:, vollständige Beherrschung der hebräischen Sprache ist hier im Lande 'in jedem Sinne eine Notwendigkeit, und es ist unverständlich, warunt in demselben Hause eine Tochter eine hebräische SchnL besuchen soll, während dem' Sohn des Hauses die Kenntnisse eines Talmud-Thorah im Jiddisch übermittelt werden. ' , Die Einwanderungsfrage wird immer schwieriger: die Regierung ergreift die allerstrcngsten Maßnahmen, um die einschränkenden Bestimmungen, der Rede vom 3. Juni 1921 in der Praxis durchzuführen. Sollte nicht bald eine Veränderung zum Besseren eintreten, so stehen wir, ohne daß das Wort Vonseiten der Regierung ausgesprochen wird, vor einem: stop Immigration. In den nächsten Tagen erwarten wir die schon so oft angekündkgtej Delegation des Kongresses, die ganz besonders in dieser Frage der Regierung den einheitlichen Willen des Kongresses zum Ausdruck bringen soll." Sowohl hier wie in London bemüht man sich fortgesetzt, eine Aenderung zum Besseren durchzusetzen. Um mtt etwas Gutem zu schließen: vorige Woche lvurden die drei Sephardim, deren Verurteilung vor drei Monaten von dem ganzen jüdischen Jischutp. so' hart empfunden, wurde, von der höheren Gerichtsinstanz freigesprvchen. Damit ist die für den Laienverstand so unbegreifliche Auslegung des Begriffes Notwehr, wie sie in! denk ersten Urteil festgelegt wurde; aus der Welt geschafft. Es ist gerichtlich festgestellt, daß man auch in Erez-Jsrael das Recht hat, sich mit alLn zur Verfügung stehenden Mitteln zur Wehr zu setzen. Daß auch die, Schuld der arabischen AngeklagtÄr dabei leichtere Ahndung gefunden hat, sei auch erwähnt. — Immerhin, — es gibt noch Richter in Jerusalem. . . . O l e h H a d a s ch. Brief a«S Bade«. Der Verein zur Wahrung der Interessen des gesetzestr. Judentums in Baden ist wiederholt beim Badischen Oberrat vorstellig geworden, jene jüdischen Lehrer, die den S a b b a t d u rch, S chre i b e n n s w. öffentlich entweihen, von der Berechtignstgi isr. Religionsunterricht ,zn erLilen, ansz lisch ließen. ' Der Oberrat hat sich wiederholt auf den Standpunkt gestellt, daß nur Lehrer, „die die Sabbatge setze halten", zur Erteilung von Religionsunterricht zuzulassen sind, hat sich aber trotzdem bis heute nicht entschließen können, radikal durchzufähren und die jüdischen, rcligionsunterrichterteilenden Lehrer in Mannheim und Karlsruhe, die am Schabbos schreiben, von -der Erteilung des Religionsunterrichts zu entfernen, da er nur einschreiten könne, „wenn bestimmte.Fälle zu seiner Kenntnis gebracht -werden". Dies hat jetzt der badische orthodoxe Verein in einer neuen Eingabe getan. — Wir werden jetzt sehen, was folgt. Me wir.ferner hören, hat sich der Oberrat auch mit' den von dem genannten Verein vorgebrachten Beschwerden über das Schächtwesen befaßt. Eine Neuregelung soll in Bälde erfolgen, hoffen wir, daß den Beschwerden dabei Abhülfe geschaffen wird. Unerhört sind die Äißstände auf diesem Gebiet. Auch wegen der Ausbildung von Genreindemitgliedern zu Hilfsvorbetern ist der Verein beim Oberrat vorstellig geworden. Der Oberrat meint, die Frage sei nicht Licht „befriedigend" zu lösen. Wenn der gute Wille bei den Lehrern in den Landgemeinden da ist, kann diese Frage kaum große Schwierigkeiten bieten. Dann würde aber auch kaum mehr der Fall eintreten, daß ganz ungeeignete und oft ganz unwürdige Leute zunt Hilfschasen an den hohen Feiertagen genommen werden müssen. Die Gehaltsverhältnisse der Lehrer und Kantoren wurden auf der letzten Synode ans eine neue Grundlage gestellt. Die festen Bezüge betragen von 9600 Mark in den beiden ersten bis 17 000 Mark im 25. .Dienstjahre, dazu kommen 25°/o Teuerungszulage und 800—1000 Mark Zulage für jedes iniisderjährige Kind, außerdem Dienstwohnung oder Wohnungsgeld. Schächtgebühren usw. werden nicht angerechnet, auch! die sonstigen Nebeneinnahmen nicht. Die Pensions- und Relikten-Versorguug wurde ebenfalls neu, geordnet."Ein schöner Anfang, der jetzt weiter den Zeitverhältnissen entsprechend ausgebaut werden kann. Erez Israel. Die neue Verfassung. Am 9. Februar wurden den Londoner Zeitungen Einzelheiten über den Entwurf der Kabinettsorder übergeben, welche Vorschläge für die Bildung der künftigen Regierung Palästinas enthält. Das. Kolonialckrt macht,.gleich-eiti§ bekannt, „daß die Arttkel des Entwurfes gegenwärtig noch mit dem 'High Commissioner (Sir Herbert Samuel), und nstt anderen Instanzen beraten wertwn, daß sie also Abänderungen unterworfen sind und ihre endgültige Form noch nicht feststeht." , ,, , Jüdische Universität. Baron Edmond de Rothschild, Paris, spendete 10000 Pfund und Kadovrie (China) 4000 Pfund für die Jüdische Universität jn Jerusalem. Die Einwanderung Im Jahre 1921. Aus der Statistik der EinwanderungsdepartenLnts der Zionistischen Exekuttve in Palästtna geht hervor, daß die Zionistische Organisation im Jahre. 1921 insgesamt 8517 Einwanderer nach Palästtna gebracht hat. Hierbei ist zu bemerken, daß die Zionistische Organisation nur einen Teil der gesamten jüdischen Palästina-Wanderung erledigt, VF kapitalkräftige Juden, die nach Palästina auswandern, um an dein Aufbau des Landes mitzuwirken, die zionistischen Einwanderungsinstitutionen nicht in Anspruch zu nehmen pflegen. . Wirtschaftliches. Auf Haifa wird berichtet, daß die von Baron Edmond de' Rothschild gegründete „Societe de Grands Mouline de Palesttne" nunmehr handelsgerichtlich eingettagea ist. Die Gesellschaft widmet sich dem Bau moderner Mühlen in Palästtna; ihre erste-GroßnrühL bei Haifa steht unmittekbar vor der Vollendung. Das nominelle Kapital des' Unter-' nehmens beträgt 5 000000 Fr., von denen 3000000 bereits eingezahlt sind. An der Spitze der Gesellschaft-stehen-£u< eien B anm.a nn,G- E- Weinstein,HenrYFrank, Charles Baur, Colonel Rain, Robert Schülern und George Loevi. — Das Regierungsdepartement für öffentliche Arbeiten hat die Ballgesellschaft „Nevi Shaanan" mit dem Bau einer 900 Meter langen Straße beauftragt. Verschiedenes. gür die Jüdische Nationalbibliothek in Jerusalem trafen ans Amerika 31 Kisten mtt 1100 Büchern ern. — . ‘ f Der Schriftstellerklub in Tel - Aviw bereitete Ach ad Ha am einen Empfangsabend. Deutsches Reich. Antisemitisches. (JPZ) -R- Bei einer alS' „Ostnrarkenkundgebu n g" veranstalteten monarchistischen Demonsttation der deutschnattonalen Jugend im ZirkuS Busch, bei der auch Großadmiral Tirpitz anwesend |roar, hielt der Berliner Prof. Dr. Roethe eine Rede gegen die Regierung. Die mit Hakenkreuzen geschmückten Versammlungsteilnehmer, die die Rede mit großer Begeisterung aufnahmen, brachen in den Ruf mis: „Raus mit den Juden!" — Jn der Mark Brandenburg haben sich neun Schachvereine auf deutschvölkischer Grundlage zu denk Märkischen Schachverein zusammeugeschlossen. Im Programm des Verbandes steht als erster Punkt: „Bekämpfnng des j n d. Schachspieles". Man darf, gespannt sein, wie diese Bekämpfung vor sich gehen wird, Wohl durch Besiegung der jüd! Schachmeister? , - U«g»r«. 3« dev Barlamentswahlen Die „Wien. Morgenztg." schreibt: „Die Abgeordneten R a s s a i undD r o z d y haben unter dem Drucke des Terrors die Forderung ausgestellt, dag die oppositionellen Llbgeordneten sowie die Redaktionen der liberalen Blätter bis zur Einberufung. der neuen Nationalversammlung einen erhöhten Sicherheitsschutz erhalten mögen. Die Grafen Andrass h und Ap p o Ny i sahen sich veranlaßt, «in"eigenes Rechtsschutzbnreau der ovpositionellen Politiker ins Leben zu rufen und eine Anzahl bisher opposittoneller Abgeordneter hat sich sogar unten den Schutz auswärtiger Missionen gestellt. Zur selben Zett aber genießen die Mörder Erzbergers in Ungarn nicht mir das übliche Asylrecht, -sondern werden, - obgleich sie des Mordes überführt sind, von den Budapester Regierungsbehörden' und der Polizei mit ungarischen Ausweispapieren! versehen und . verborgen gehalten. Das ist die politische Signatur in Ungarn. Die Inden und die Arbeiter in Ungarn gehen schweren, gefahrvollen Tagen entgegen. Vielleicht fließt schon ^jetzt,- während diese Zeilen in Druck gehen und in Budavest Zehntansende Arbeiter zum Grabe der ermordeten Somogyi ulch Bacso pilgern und auf der anderen Seite die Erwachenden Ungarn ihre erste angedrohte Pogromversammlung abhalten, Blut in den Budapester Straßen. Jn dieser kummervollen Unsicherheit bedrückt die ungarischen Inden und Arbeiter das furchtbare Gefühl, daß die Dinge in Ungarn niemals hätten so weit gedeihen können, wenn die Vertreter der Ententemächte in Budapest nur zum Teile ihre Pflicht erfüllt hätten. Bor den Augen der Vertteter- Englands, Frankreichs und Italiens, die bald^ mit der Grafenclique, bald mit der Horthy-Gömbös-Jnteressengruppe fraternisierten und zum T"ile Geschähe machten; ist Ungarn die Zufluchtsstätte der Mörder und politischen Abenteurer ganz Europas geworden. Diese Tatsache stempelt die ungarisch: Schande zu einer Kulturschande der Siegermächte, bie vor dem Richterstuhl der Geschichte die Hauptverantwortung tragen für das Chaos, das .'setzt in Ungarn entstaichett ist und dieses Land zum Gefahrenherd für ganz Europa machte." ~