Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 20 (1922)
- Issue
- Heft 6 (9.2.1922)
- Date
- 1922-02-09
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
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«jene 2 »unbcrtwflcr Art, 'trat „Omed" zu beten, nocfy heute Me älteren Mattersdorser Juden zu erzählen wissen, auf den bleckten Jungen uusmerksam, und riet seinem Vater, ihn dienten" zu lassen. Damit hatte er wohl gemeint, unseren Oickl aus die Jeschiwah zu bringen; dieser aber ging — halb gebenden Willen seines schwachen Vaters — an das darnvEdeutschsprachige Pädagogium in Odenburg und wurde noch einigen Hungerjahren, Bolksschullehrer. Österreich stand vor der Einführung des neuen Reichs- Volksschulgcsetzes, und man brauchte zahlreiche Lehrkräfte für die neuen Schulen. So kam es, daß auf dem flachen Lande in Nicderösterreich zwei Juden, unser Onkel und ein Nikolsburger namens. Lcmberger, Lehrstellen erhielten. Unser Onkel kam nach Schottwien mn Fuße des Semmering und bald darauf nach Pottschach, gründete einen Hausstand und war bald in seinem Berufe und seiner neuen schönen Heimat ganz aufgegangen. Es war die Blütezeit des Liberalismus, die Zeit, in der Heimatkunst und Heimatpflege unter dem Einflüsse von Anzengruber und Rosegger Pflege zu finden begannen, und kaum dürfte wohl jeinand diesen Schlagworten begeisterter seine ganze Kraft geweiht haben als unser Onkel, der Sohn des Mattersdorser Ghettos. Mit tvahrer Hingebung vertiefte er sich in Geschichte und Volkskunde der Semmcringgegend und während seine arischen Berufsgenossen »ach d«r Mühen des Lehramtes der Ruhe pflegten, stöberte er in Archiven, sammelte Notizen und Daten zur Lokalgeschichte und erwarb bald als Forscher und Schriftsteller auf diesem Gebiete einen geächteten Namen. Er sammelte und sichtete die. Sagen der ganzen Gegend,, veröffentlichte in Fachzeitschriften und .Broschüren gediegene Arbeiten und wurde korrespondierendes Mitglied des Bereines für Landeskunde imi Niederösterreich. Sogar Die Ausflüge und Spaziergänge, die er mit seinen Kindern unternahm, und an deren manchem wir tcilnehmen konnten, dienten ihm hauptsächl-ch zur' Zusammentragung von Materialien sür seine zahllosen Arbeiten. So durste er wohl glauben, ein vollberechtigter Sohn seiner österreichischen Heimat zu sein, und arbeitete selbstlos, selbst unter Hintansetzung seiner Gesundheit und materiellen Opfern im Dienste und zur Ehre dieser Heimat. Als sich aber dieser Freund der Irgend, dieser wahr, Lehrer, der viele Generationen in Liebe erzogen und für Heimatkunde, und Volksbildung mehr getan hat, als die ganze übrige Lehrerschaft des Bezirkes, um eine Oberlehrerstelle bewarb, verlangte man von ihm — den Taufschein. Inzwischen war ja die Zeit der Luegerschen Triumvhe über die arbeitenden Juden, über jüdische Lehrer, Hausierer und Tramwcchkondukteurc, angebrochen und so blieb unsrem Onkel nur stolzer Verzicht auf jede Veränderung übrig. * ’ - Im Tauschwege kam er dann nach. Neunkirchen und Wurde dort im Nebenamtc Religiönslehrer. Da hatte er zur Zeit des Hllsnerprozesses Gelegenheit, einen kleinen antisemitischen Auflaus vor der Synagoge mitzumachen, und da». war für chn der geeignete Moment, die Botschaft Herzls aufzunehmen. Er schloß sich der zionistischen Be« wegung an, gründete in Neunkirchen den noch heute bestehenden Verein „Ahawath Zion", hielt Lichtbildervorträge über. Palästina und verstand es, im Religionsunterrichte die Kinder in den Bann seiner begeisterten und begrislerndew Worte über die jüdische Lehre zu ziehen .Auch um die Gründung eines jüdischen Waisenhauses für die österreichftchen Alpenländer bemühte er sich mit demselben idealen Eifer, den er für alles Gute und Edle empfand. Und doch, — auch in dieser Periodeder Rückkehr zum Judentum konnte Onkel Heinrich von seiner Jugendliebe, der österreichischen Heimatkunde. nicht lassen, sondern schrieb n. a. eine Geschichte von. Nennkirchen, stellte noch kurz vor seiner Pensionierung «ns eigenen Sammlungen ein Museum von Neunkirchen ans und besaß die Schwäche, seinen Namen zu germanisieren. Wenn man so sagen darf, war unser Onkel Assimilant und Zionist in einer Person und an der Unmöglichkeit der Bereinigung dieser Extreme, die er im besten Glauben zu unternehmen suchte, ist er vorzeitig zugrunde gegangen. Nicht lange war es ihm -gegönnt, den Ruhestand zu genießen, denn als diese Heimat, die-die Bemühungen seiner besten Jahre so schnöde vergolten, noch seinen ältesten Sohn von ihm als Opfer forderte, war sein Herz gebrochen. Vor einigen Wochen erst setzten ihm'seine Kinder den Denkstein «uss Grab und so sei auch dieses Blatt dem Andenken vieles Edlen gewidmet. Brief aus RatztauS. -Aus einem Brfefe an die Redaktion.) . . . Ich war drei Jahre in-Rußland. Während dieser Jahre habe ich Vater und Bruder verloren. Mein Vater starb infolge einer Aufregung, die die Ereignisse verursachten, am Herzschlag, und mein Bruder kam bei einem Pogrom um. Ich glaube, cs gibt ist Rußland kaum eine Familie, die nicht mehr oder weniger von den erschütternden Ereignissen betrofsen worden wäre. Ich habe ungefähr neun Umstürze mitqemacht- Fast jeder Umsturz wurde von einem Pogrom begleitet. Dies war — so zu sagen — immer die Ouvertüre. Einerlei, welche Partei die Oberhand gewann, ging es gegen die Juden, da die Soldateska ,stets aus wilden russischen Bauern besteht. SeitWwei Jahren herrscht nun in ganz Rußland die Regierustg^MWtzlschiwikis, unter deren Szepter wir alle Reize desÄWÜÄiftstischen" Regimes erproben mußten. Die Juden siMWvar für gleichberechtigt erklärt worden, — aber jede nationale Regung, überhaupt jede Jnittative ist vollständig unterdrückt. . . . Das Monopol auf die jüdische Kultur hat ausschließlich die sogenannte jüdische Seitton der kommunistischen Partei, die.sich übrigens in der letzten Zeit mit Denunziation der . Rabbiner beschäftigt. In dieser Sektion und in den jüdischen Sekttonen des Vollskommissariats sitzen zum größten Teil halbwüchsige Mädchen und Burschen, der Auswurs der sü- 'dffchen-Gesellschaft, degenerierte Mensen, die ihr Gewissen für eine . Brotration verkaufen. - - Neue Jüdische Kresse. □ □ □ qid □ s n □ p d o □□ □ □ □ □ □ □ □ □ □ o D D D Rabb. Dr. Nobelgarten d. Nationalfonds. Am SO. Geburtstag von Herrn Rabb. Dr. Nobel ist ihm ein Garten des Nationalfonda gestiftet worden. Die Freunde and Verehrer des Verstorbenen haben hier Gelegenheit, seinem Namen in dem Lande, dem seine Liebe und seine Hoffnung galt, ein ewiges Denkmal zu setzen. Di« Baohurln des tägliohen Schlur. Jsi Broch, Walter Fischei, Erni Frankel, Erich Fromm, Nachnm Glatzer, Fritz Goitein, Benno stöhn, David Nachmannsohn, Fritz Nenmann, Franz Rosenzweig, Ernst Simon, Werzberger. 1 Baum kostet 25 Mk. Postscheckkonto J. Heimann 41441. £]□□□□□□□□ □□□□□□□□□£!□□□□□□□□ tHouöHemcttmigcu. Die Tageszeitung „Der Ind", das Organ der Agn« das Jisroel für Polen, läßt sich von ihrem Vertreter in Jerusalem unter der Ucberschrift „Die Orthodoxie und der Misrachi" folgendes schreiben: „Die Gegnerschaft der Orthodoxie Jerusalems zum Misrachi ist sehr groß. Man spürt dies bei jedem Schritt. Die Orthodoxen wissen sehr Nar, daß zwischen dem Misrachi und den allgemeinen Zionisten nur ein Unterschied besteht: Man hält doppelte Menschen auf denselben Stellen . . Die Tättgkeit des Misrachi erweist, daß er nur die Absichten der -allgemeine» Zionisten zu verwirklichen strebt. Nicht um den Aufbau des Landes müht er sich, sondern nur um die Erziehung, ein neues Geschlecht auf einer neuen Grund zu erziehen und dem jüdischen Volke eine neue - Tradition zu geben. Die Misrachisten sagen, daß das jüdische Volk bei der Rückkehr insein Heim nicht die traditionelle Erziehung beibehaltcn könne, vielmehr eine moderne Erziehung einführen müßte. Die Misrachisten gründeten in Jerusatein ein Seminar. Die Rabbiner ver.boten sofort de» Orthodoxen, ihre Kinder hinzuschicken. Die Führer des' Misrachi waren darob sehr erbost, — doch jetzt nach einem Jahre gibt es bereits sogar misrachisttsche Führer, die öffentlich verkünden, daß das Seminar nur neue Abtrünnige, Leugner der Thora Moses uns hereingebracht hat. Jetzt hat der Misrachi eine Talmud-Thora-Schule „Tachkemoni" gegründet und damit unter den Orthodoxen eine gewaltige Gegnerschaft hervörgerufen, denn diese spürten, daß alles Tun des Misrachi sich nur gegen die Orthodoxen richtet. Durch diese Gründung ist der erste Schritt zu einer vollständigen Trennung zwischen Misrachi und Orthodoxie geschehen. Heute gibt es in Jerusalem leinen einzigen orthodoxen Juden mehr, der glauben könnte, die Misrachisten sorgten wirklich für die Orthodoxie. Die nachstehenden Vorkommnisse zeigen am deutlichsten die Gegnerschaft der Orthodoxie dem Misrachi gegenüber: ' '' 1. Der Misrachi wollte in dem Lokal einer orthodoxen Talmud-Thora einen seiner Abendkurse abhalten. Sofort wurde von den Eltern der die Talmud-Thora besuchenden Kinder Protest eingelegt. 2. Ein aus Odessa angekommener, beim Misrachi angcstellter Lehrer wollte in der Braudeschcn Synagoge beten. Die Beter erhöben Widerspruch und verlangten, daß ihm das Aufrufen zur Thora nicht gewährt werde, — und der Lehrer mußte nach einigen Wochen den Kampfplatz, d. h. die Synagoge, ausgeben. 3. Einer der Führer des Misrachi kaufte am Sabbat in einer orthodoxen Synagoge Haftoro und wollte dann Mussaf beten, — das Publikum verhinderte cs aber aus dem Grunde, weil er dem Misrachi ängehört. Nach alledem erweist sich, welches Recht der Misrachi bat, sich eine orthodoxe Partei zu nennen." Die Ausführungen sind in zweierlei Hinsicht bemerkenswert. Zuerst geben sie ein Kulturbild. Sie zeigen Menschen, die die' Ghettogasscn' weltcntlegener, armseliger russischer Nester auch in Palästina weiterlebeu, und die sich deshalb gegen jede Aendcrung sträuben. Diese Menschen sehen wohl, wie sich das Leben draußen weiterentwickelt; auch sic fahren nicht mehr wie ihre Großväter mit der Postkutsche, sondern mit der Eisenbahn, — doch das Leben draußen ist „gotisch". Haus, Synagoge und Schule sollest eiire Welt, unberührt von allem, was draußen vorgeht, bleiben. Deshalb darf auch nicht an die Schule, das Cheder mit seinen veralteten Methoden, gerührt werden. So kommt es, daß diese klugen, am Talmud geschulten Juden ihre Kinder ungerüstet ins Leben hinansschicken und diese Kinder dann kampflos ihr Judentum dem Moloch der Assimilation opfern! So ist aber auch Der geradezu fanatische Haß dieses Typs Menschen gegen alle die zu erklären, die, obwohl ihnen gleichfalls das Judentum der Thora das Höchste ist, mit .der Entwicklung der Zeit rechnen, und daher besonders der Jugend eine Schulung geben wollen, die sie sehen lassen will, wie die Dinge in der gegenwärtigen Welt sind. Die Bekämpfung des Misrachi von dieser Seite ist also verständlich.. Weniger verständlich erscheint es uns aber, daß die Agndas Jisroel das Schulwerk des Misrachi in Palästtna bekämpft. Denn was der Misrachi dort tut, ist nichts anderes als das, was die Agudas Jisroel in Westeuropa bctteibt und ihre Führer unter der Devise „Thauroh im derech erez" als bas wichtigste Erziehungsmittel der Orthodoxie betrachten. Erez Israel. Große Spende. Ezekiel Sassoou aus Bagdad spendete dem Jüdischen NationalsondS 40000 engl. Pfund zur Begründung einer neuen Kolonie. . Utr. ö. Denrjches Reich. Sine Palästina-Gesellschaft in Berlin . Unter dem Namen „Awodah" (Arbeit) wurde in Berlin soeben eine Unparteiische Palästina-Gesellschaft zur Förderung aller jüdischen Stadt- und Landarbeiten in Palästina, gegründet. Zur Durchführung ihrer Aufgabe will sie landwirtschaftliche und industtielle Arbeiter in Fachkursen, Produktivgenossenschaften und aus Versuchssarmen heronbilden, Palästinawanderer mit Werkzeugen und sonstigen: Inventar versehen, die Arbeitsvermittlung für Palästina vornehmen und einzelnen Kolonisationspionieren bei der. Uebcrsiedlung nach Palästina langfristige Kredite gewähren. Die „Awodah" ersttebt die Vereinigung aller Elemente,. die sür die hohe Bedeutung der jüdischen Palästina-Kolonisation Verständnis haben. Zahlreiche deutsche und russische Zionisten haben der neuen Gesellschaft bereits ihre Unter» stützung zugesagt. An den ersten vorbereitenden Versammlungen haben sich neben anderen beteiligt: Dr. Victor Jaeobsohn, Dr. Alfred Klee, Ingenieur N. Kre inin,W.Latzky, Dr. BenNathan, Dr. W. Preuß, Kurt Rosei: bäum, Dr. M. Rosen stein, Ingenieur I. Salkind, Dr. I. Temkin, Davis Trietsch und Dr. I. Trivus. Als erste praktische Maßnahme hat die „Awodah" beschlossen, das Budget der in Ess.en geplanten Arbeitskurse für jüdische Maurer zu garantieren. Ein mustergültiges «emetudestatnt. In Nürnberg ist zwischen ber Israelit, Kultusgemeinde und der orthodoxen Adaß Jisroel ein Statut auf folgender Grundlage vereinbart worden: Die „Adaß-Jisroe!" steht in voller Selbftäidigkeil als» gleichberechtigter Partner der Kultusgemeinde gegenüber,' ist in ihren eigenen religiösen Angelegenheiten unabhängig, und nur in Fragen, die sie mit) der Kultusgemeinde teilt, erfolgt gemeinsames Vorgehen. Das Schächten ist in religiöser Hinsicht ausschließlich der „Adaß Jisroel" unterstellt. Der orthodoxe Rabbiner ist befugt, Trauungen auch auswärtiger Orthodoxer auf Antrag ohne weiteres vorzunehmen. Die Gemeindesteuern, welche Mitglieder der Adaß Jisroel entrichten, werden zu 90% an letztere zurückerstattet, die restlichen 10°/o finden Verwendung bei der gemeinsamen Schechiiah und dein gemeinsamen Friedhof. Auf diesen, hat die Adaß Jisroel freie Hand für? ihre Mitglieder, ihr Räbbinat und ihre Chewrah. Pole». Rabbiueroersammluns- , , Mit einer Frequenz von etwa 250 Rabbiner: fand in Warschau eine Versammlung der Rabbiner Polens statt. Im Präsidium der Eröfsnungssitzung saßen die Rabbiner: Lipschitz-Kalisch, Plozki-Ostrow, Kanal- Plaschki, S p i r a - Glina, K a h a n e - Warschau) Morgensteru-Sokolow, Freimann-Posen usw. Die Regierung hatte zur Begrüßung eine Vertretung. - gesandt. Lipschitz-Kalisch protestierte gegen die unjüdischen Beschlüsse der Lehrerkonserenz und gegen die jüngst stattgehabte Tagung von.Vorstehern jüdischer Gemeinden, die die Matrikelführung den Rabbinern zu nehmen beschloß) Der Sanaker Raw hielt als Vertreter dB Rabb incrvcrbandcs ii: Galizien eine glänzende Rede. Ec sagte u. a.: „Unsere Arbeit darf nicht endigen mit den orthodoxen Juden, sie muß alle Juden umfassen. Nur dann verdienen wir den "Namen von Häupter» der' Gemeiiche (Roschei Ho-Eido)", wenn wir cs verstehen, die breiten jüdischen Massen der Thora zu erhalten." Die zweite Sitzung beschäftigte sich nach der Wahl oes Präsidiums mit der Erzieh::::gsfrage.- Bemerkenswert war besonders Me das Thema allseitig behandelnde- Rede deS Rabbiners Lep ir a - Glina. Der Redner besprach auch das Frauenwahlrecht; er kam zu einer Wlehnung. da nach dem Gesetz eine Frau sich nicht an Wahlen zu Organen beteiligen könne, dir religiöse Angelegenheiten behandeln. - Lettland. Zur Lage der Inden. In polittscher Hinsicht ist die Lage der lettischen Judenheit feine besonders gute. Die. Regierung führt eine fystemattschc Verfolgung der jüdischen Bevölkerung durch. In , der Naturalisationsfrage und im Wirtschaftsleben werden den Juden auf Schritt und Tritt Schwierigkeiten bereitet. Das frühere Ministerium Ulm an iS. hat in dieser' Hinsicht eine ganze Reche von gesetzlich»: Beschränkungen eingeführt, und trotz der Bemühungen der jüdischen Mgeordnctcn' ist cs bisher nicht gelungem, bei den: jetzigen Ministerium deren Aufhebung zu erwirken, sodaß das Komitee der jüdischen Delegationen in, Paris sich veranlaßt sah, die Beschränkungen der hiesige», Judenheit vor internationalem Forum zur Sprache zu bringen. Als rücksichtslos muß das Vorgehen der lettischen Regierung gegen die aus Rußland zurückgekehrten Juden, die während des Krieges von den russischen Behörden gezwungen wurden, Lettland zu verlassen, bezeichnet werden. So haben alle lettischen Vertreter in Sowjetrußland, den Auftrag erhalten, in die Revakuationsttansporte keine Juden aufzunehmen, auch wenn sie den Nachweis erbringen, daß sie in Lettland geboren oder in den dortigen städtischen Registern eingetragen sind. Die Lage dieser abgewiesenen Heimkehrer ist geradezu tragisch. Es sind Fälle vorgekomnien, daß selbist jüdische Heimkehrer, die bereits in die Listen ausgenommen waren, während der Fahrt , von den lettischen- Regierungsorganen vom Transport ausgeschlossen wurden.: . - - „Dien. Morgenztg.? .....