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Neue jüdische Presse · 1921-11-10 · Heft 42 (10.11.1921) · p. Seite 2

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
19 (1921)
Issue
Heft 42 (10.11.1921)
Date
1921-11-10
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 bei der britischen Regierung unter de.n 2l. Ottober ven Churchill einen Büef erhalten, in dem er erwidert, bäh er nicht in der Lage sei, unter: den gegenwärtigen! Umständen die der Zionistischen Organisation durch den Mandatentwurf eingeräumten Rechte noch auf eine andere 'Körperschaft auszudehnen. — Im englischen Unterhause erklärte Staatssekretär Wood, das Palästinamandat liege nunmehr in seiner endgültigen Form vor und werde demnächst beraten werden. Deutsches Reich. Die Jude« fiud's wieder einmal. In einem Buch, das Ludendorff, um die Schu.d an dem Ausgang des Weltkrieges von sich abzuwälzen, demnächst erscheinen lassen wolle, sage er — so teilt die Zeitschrift ,^Lie Glocke" mit — folgenden Blödsinn: „Mit Frankreich und England Hand in Hand arbeitete die Oberleitung des jüdischen Volles. Vielleicht führte sie beide. Sie sah den kommenden Weltkrieg als das Mittel an, ihre politischen und wirtschaftlichen Ziele durchzusetzen, den Juden in Palästina ein Staatsgebiet und Anerkennung als Volk zu erwerben rmd ihnen in Europa und Amerika eine überstaatliche und überkapitalistische Vormachtstellung zu verschaffen. Auf dem Wege zur Verwirklichung dieses Zieles erstrebten die Juden in Deutschland dieselbe Stellung wie in jenen Ländern, die sich ihnen schon ergeben hatten.' Dazu brauchte das jüdische Volk die Niederlage Deutschlands." Es hat keinen Sinn, gegen solche Schlechtigkeit, deren Unwahrheit jedem ofsenbar ist, zu polemisieren. Der HUföveretn der Deutsche« Jude« und das . ukrainische Hilsswerk. Die im Sommer vom Hilssverein eingeleitcte Sammelaktion für die Pogromgeschädigten in der Ukraine nimmt einen guten Fortgang. Es lausen täglich Spenden von zahlreichen Gemeinden, bis in die Ueinften herab, ein. In großen Gemeinden ist die Sammlung mit größter Energie in die Wege geleitet worde», und die Resultate werden sicherlich den Erwartungen, die «an die Opserwilligkeit der deutschen Juden geknüpft werden, entsprechen. Gleichzeitig mit der Geldsammlung>ist auch küre Kleider-, Wäsche- und Schuhzeugsammlung eingeleilet worden, gleichfalls mit sehr gutem Ergebnis. Es sind Maßnahmen getroffen worden, daß die bereits eingelausenen Kisten mit Kleidungsstücken usw., sowie die in Kürze zu erwartenden größeren Sendungen durch Vermittlung des Joint und seiner Organisationen in Polen und Rumänien den Flüchtlingen aus der Ukraine zulommen, di: pom Notdürftigsten entblößt und obdachlos sich in diesen Ländern anfhalten. Sobalv die Möglichkeit vorliegt, werden auch in der Ukraine selbst Kleidungsstücke zur Verteilung gelangen. Vom Hilfsverein werden die ihm' übersandten Sacken sofort weiterverschickt. Die Verwendung der gesammelten Mittel soll sowohl in der Ukraine selbst wie auch in den Nachbarländer», wo sich! z. Zt. größere.Massen von ukrainischen Flüchtlingen angesmnmelt haben, ins Werk gesetzt werden. Es soll Hilfe durch Arbeitsbeschaffung geleistet und den handwerkskundigert Flüchtlingen Werkzeuge- und Arbcitsmaterial geliefert werden. - Weiterbin wird die Fürsorge für die Waisenkinder im Rahmen der zur Verfügung stehenden Mittel im Einvernehmen mit den Organisationen zur Durchführung gelangen, die sich auf diesem Gebiete betätigen. Rußland. Der Kampf gegen de« Sabbat. Die Bewegung gegen die Sabbatbeobachtung der Juden "breitet sich aus. Die jüdischen Kommunisten von Minsk und - Hornel sind dem Beispiel ihrer Kameradeir von Witebsk nachgefolgt und propagieren gleichfalls die Tehauptung, baß der Sabbat das wirtschaftliche Leben des Landes störe. Bemerkenswert ist, daß die meisten jüdischen Arbeiter sehr energisch die Bestrebungen der jüdischen Kommunisten Kämpfen. -!! '!!W!!' - Amerika. - vom Seren Hajessod. Während der Roschhaschonoh-Tage wurden in Amerika an 750 000 Dollar für den Keren Hajessod (Palästina-Grundfonds) gesammelt. — N ach um Sokolow und Professor Otto Marburg werden Mitte November hier erwartet. Sie wollen für den Keren Hajessod propagieren. — Sine interessante Ernennung. Rabbiner Josef Kornfeld aus Ohio wurde zum Gesandten in Persien ernannt. Kürze politische Rachrichte«. IBudapest. Die Regierung bat den Beschluß des ( llniversitätssenates, die Professoren Emanuel Bcke und " Dr. GezaRevesz ohne Pension zu entlassen, gutgeyeißen. Das Verbrechen auch dieser beiden Gelehrten ist kein anderes als das, daß sie als Juden geboren wurden. Wochenbett-AnsstattDBgen Hugo Rothschild y.anp«itr*BRPi #5. Telefon Hansa 9926. Neue Jüdische Presse. Washingkvu. Sraaissekretär Hughes erklärtePressevertretern, daß die Washingtoner Konferenz weder über die Gleichstellung der Juden noch über das Schicksal anderer Minoritätsvölker verhandeln werde. Perso««lie» «. kleine Mitteilüxge». Bückeburg. Philipp Edelstein und Frau Lina geb. Eichwald feierten die diamantene Hochzeit. Saarbrücken. Dr. Alexander, bisoer Rabbiner in Cöthen, wurde hier als Rabbiner eingeführt. Prag. Bei den Wahlen zur Repräsentanz der israel Knltusgemeinde wurden abgegeben: Zionisten 1968, nationale Mittelständler (Orthodoxe) 2983, deutsche Assimilanten 2862, tschechische Ajsimilanten 2344 Stimmen. Paris. C h a \ t m NahuIN. der ehemalige Großrabbiner der Türkei, der von einer Propagandareise in Amerika für die französische Kultur verbreitende „Alliance Jsraelite Universelle" zurückgelehrt ist,'wurde zum Offizier der fran zösischen Ehrenlegion -'ernannt. — Am 28. Oktober passierte Paris ein Trupp von 109 ukrainischen. Pogrom Waisen aus dem Wege nach Argentinien, wo sie von jüdischen Familien ausgenommen werden. Paris. Der Matbemotiker Hadamard wurde zum Mitglied der französischen Akademie der Wissenschaft gewählt. New Kork In M i n n e a p o l i s starb — 48 Jahre alt — Rabb. Dr. Samuel N. D e i n a r d, Herausgeber der Zeitschrift „American-Jcwish World". H_II I Grigarrenhaus „Löwen-^ck“ Arthur p-öder | Hauptgeschäft: Gr. Esohenheimeretr. 4. Neueröffnete Filiale: Trambahnwartehalle Zeit an der Friedberner. Anlage. Frankfurter Berichte. Israelitischer BrotverteiluugSvereiu. Der Jsr. Brotverteilungsvercin — Emil Isaak (Vors.), Max Mayer, Moritz Felsenstein (Kassierer), I. Besthoff, Herm. Rothschild (Schriftführer), Mathilde Stern-Heß (Oekonom) — ist einer jener Vereine, die Anspruch, ans das Interesse eines jeden Frankfurter Juden haben. Denn, den Armen Brot zu geben und sie vor dem Hunger zu schützen, ist doch die primitivste Pflicht eines jeden! Bei einem Steigen der Brotpreise von 50 Pfennig auf 5 Mark 75 Pfennig sind natürlich die Zwecke des Verei'nes stark gefährdet, und es bedarf des Hinzufließens erheblicher neuer Mittel neben denen -der bisherigen Gönner, wenn der Verein seine Tätigkeit nicht sehr einschränkcn soll. Frankfurter Veranstaltungen. Talmud-Thora-Berein. (Hörsaal Gemeindesynagoge Börneplatz.) (A: Aron, B: Dr. Braun, G: Groß, L: Lipinsky, U: Unna.) Freitag abend, nach Schluß des Gottesdienstes: Vortrag (Jacob S. Posen). Samstag, 11*): Schulchan Aruch (U), 31/4: Rasch i (L), nach Mincha: Mikro (U). Sonntag, nach Schacharis: Mischna (G), 91/4: Schulchan Aruch (L), 91/»*): Gemoro (U), nach Mincha: Newiim (U). Montag, n. Schacharis: Mischna (G), 61/4: En Jaakauw (U). Dienstag, nach Schacharis: Schulchan Aruch (U), 6(4: C hauwaus Halewowaus (B). Mittwoch, nach Schacharis: Mischna (G), 81/4 abends: Tesillovortrag (I. B. Levy). Donnerstag, nach Schacharis: Schulchan Aruch (U), 8(4*): Gemoro (U). Freitag, nach Schacharis: Mischna (G). Schiur f. Damen: Sonntag, 6: Dinim (U). Fortbildung für jg. Leute: Samstag: 3—4: Gemoro (G), Montag, 7(4: Gemoro (U), 8: Gemoro (G), Mittwoch, 7(4: Gemoro (G). Fortbildung f. Knaben: Samstag, 3: Schulchan Aruch (Abt. A. Unna, B: Oelbaum, C. Aron), 6(4: Gemoro (Unna), Dienstag, 3: Mischna (C Aron), 5(4: Mischna (A. Unna, B. Groß), Donnerstag, 5(4: Gemoro (A. Unna), Mischna Zu beachten: Der Boitrog I. B. Levy findet diesmal Mittwoch statt. Verein Hauptsy nag0ge Smnstag, 4, Hauptsynagoge: Lehrvortrag. Montcfiore, Akittwoch, 8(4, Goeth.'pl. 5: Breuers Judenproblem (Dr. Speyer). Freies Jüd.-Lehrhaus, Börsenstr. 7, Samstag, 71/4: Das soziale Problem! (Dr. May), 8(4: Juden in der neueren Dichtung (Dr. Salzberger), Dienstag, 6(4: Wissenschaft von Gott (Dr. Rosenzweig), 7(4: Christentum (Dr. Strauß), Mittwoch, 6(4: Unsere Zeit (Dr. Edinger), Donnerstag, 7(4: Die heilige Schrift (Dr. Strmiß). *) Religionsschnle Hermesweg 27. »Nr. 42. Mekor-Chajim, täglich nach Schachris, Hörsaa Friedb. Anlage: Schiur, Sonntag-Donnerstag abend 83,4 Montag-Donnerstag abend 7 llA, Langestr. 18: .Schiur. Freitag nach Mariw, Samstag 12(4. Hörsaal: Vorträg, 2(4, Langestr.: Vortrag.; Rr. I Hohei Jüdischer Turnverein, I. T. B. Heim uni Büro: Unterlindau 21. Turnzeiten: Herrenabt.: Mittwoch 8. Mauerweg 1; Zöglingsabt.: Montag, 8, Deutschherrn, kai 17; Knabenabt.: Montag, 5 Uhr nachm., Mauerweg I Damenabt.: Donnerstag, 8 Uhr abends, WithelSbachs, Mee 10; Mädchenabt.: Donnerstag, 4 Uhr nachm.,'Wir. telsbacher Allee 10. — Sonntag 7—12 vorm:, Riederwaldwiese (Endstation 18): Sport. Ei« Spaziergaug durch Tel.Awiw. Im Rewyorker Tageblatt „Die Zeit" veröffentlich! der amerikanische Jude Raskin folgenden Artikel: Tel-Awiw hat es mir angetan: immer wieder zerstört emeinen mühsam ergänzten Stadtplan. Denn stets» wen» ich nach kurzer Abwesenheit die Stadt wiedersehe, finde ich neue Gebäude auf bisher freistehendem Terrain, sodaß ich meine Karte korrigieren muß. Kein anderer Platz in Palästina wächst so schnell aus dem gelben Sande heraus, wie dir Stadt Tel-Awiw. Ich sage: Stadt, weil doch Tel-Awinw neuerdings als selbständige Stadtgemcinde anerkannt ist und mit der Nachbargemeinde Jaffa nichts mehr gemein hat Die neue Stadt verfügt über einen eigenen Verwaltungsapparat mit einem jüdischen Bürgermeister an der Spitze. Der „Vater" der ersten Judenstadt heißt Disengos! und ist ein ehemaliger Ingenieur aus Odessa, der in feiner gegenwärtigen Stellung den .Rang eines britischen Titnlarosfiziers bekleidet. Unter diesen Umständen ist Tel-Atviw eines der bc merkenswertesten Experimente des neuen Jischuw. Man denke: Jassa befindet sich überwiegend in arabischem Besitz, und wir l)aben gesehen, daß auch der Hasen von Jassa — dessen Unzulänglichkeit allerdings bekannt ist — von jüdischer „Durch dringung" noch weit entfernt ist. Nun haben sich die jüdischen Bewohner Tel-Awiws einfach von Jaffa gelöst, um eine eigene Stadt mit eigenem Hafen, zu bauen. Die palästinensische Zivilverwaltung hat dieses Vorhaben genehmigt und damir^ bekundet, daß sie das Ziel, das sich die Leute von Tel-Awiw gesetzt haben, sür erreichbar hält. Aber hierin liegt doch nicht die Eigeicheit des Experiments. Am wesentlichsten ist vielmehr, daß hier eine Stadt ausschließlich nach jüdischen Bedürfnissen errichtet wird, eine jüdische Stadt also, die jüdischen Menschen alle Vorteile einer jüdischen Gemeinschaft bieten soll. Wir wollen einmal sehen, wie wir allein eine Stadt verwalten, bebauen, beleuchten, hygienisch einrichten und ästhetisch gestalten können. Die Arbeit in Tel-Awiw gilt mithin der Schöpfung eines ganz neuen Typus Stadt. Mit geradezu fieberhaftem Eifer wird jetzt in Palästinas -jüngstem Gemeinwesen gebaut, mit Begeisterung: und Ungeduld. Da errichtet die „Anglo-Palestine Company" 10 Häuser für ihre Angestellte», denen sie durch Kreditgewährung den allmählichen.Erwerb der Häuser ermöglicht. 150 Kleinhäuser sür Arbeiterfamilien und Unbemittelte baut die „Haboneh"-Gesellschaft auf Grund eines Abkommens, das den künftigen Mietern den Erwerb der einzelnen Gebäude durch ein System von Ratenzahlungen erleichtert. Dann gibt cS zwei kleinere Gemeinschaften, die zusammenbereits 120 Häuser im Grundriß fertiggestellt haben.' Einzelne Bau ten schießen aus der Erde wie Pilze nach einem langer Regen. Und alles vollbringen jüdische Hände. Eines Tages begab ich mich zum -Bürgermeister dc ersten jüdischen Stadt, um bei ihm Einblick in Pläne n Absichten des Magistrats zu bekommen. Herr D i s e n g 0 ein Mann von etwa 50 Jahren, empfing mich in seinen hübschen Arbeitszimmer. Bei einer Tasse Tee sprachen wn über Tel-Awiw, obwohl er sonst nicht gern über unvollendete Arbeiten seiner Gemeinde zu sprechen pflegt. Er berührt« daher nur einige Punkte, die ich aber doch Mitteilen muß. damit die Juden außerhalb Palästinas nicht eines Tage« von der Entwicklung, die Tel-Awiw genommen, überrasch: werden. Am Vas' jüi hebräis auch bi Dedd recht 5 Untetr W zurücksi von bei tungen plan n . Hi ihren Zeinen beinah« zeichne Ui jüdisch« W ihre sck Tkizze B Mä»m aus M ferne», zu trc Vierte' nicht; macht wölbe daß t vitätis er dr »nd f D schein ließ 1 schtyin L fielen waren <2 ängin Bald Tel-Awiw, meinte Herr Disengoff, müsse eine Großstabl werden und sich Wirt Meere bis zum Audscha-Fluß erstrecken Zwei Häfen, 'eii» kleiner und ein großer, sollen gebau werden; denn der Hafen von Jaffa sei infolge der 'Klippen die jede Landung erschiverten, nur in ganz beschränkten Maße brauchbar. Ein Eisenbahngeleise werde das Meei mit den Laich wegen verbinden. Ferner solle Tel-Awiw eii Industrieviertel erhalten, das seine Treibkraft von den küns tigen elektrischen Mastanlagen des Andschaflusses empfange, werde. - Aber auch sür die kulturelle Entwicklung Vt Stad wird gesorgt. Man beginnt in diesen Tagen mit den Bau eines Theaters, das der Stolz Palästinas werdei wird, weil gegenwärtig für Theatervorstellungen noch kein« Räume neuzeitlicher Art zur Verfügung , stehen. Das neu Theater wird gegenüber denk Magistratsgebäude liegen. Un mittelbar daneben soll eine Stadtbibliothek eröffnet werden Am Meere errichtet man jetzt moderne Badeanstaltei für Bassin- und Einzelbäder. Heute badet man am Strand von Tel-Awiw wie in europäischen «Seebädern. Dort bade auch der britische Hafenkommandant von Jaffa, Mast June, ein besonderer Judensreund, dessen! zwei Kinde FAÜL JORXCHS KÜNSTLERSPIELE 7 Uhr SobSfsrgasse 13/15« 7 Uhr. Vornehmes Familien »Kabarett. wäre hinter Würze von i Als kühlte nmrd« itzrenr suchte viS > reden pertrc zwisch auch und einzu! richte '■■'S 2 ihn ' : von I ähf z Me 1 .yuriid ten;: hilft« gewn Mit Hern s

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