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Neue jüdische Presse · 1921-09-01 · Heft 33 (1.9.1921) · p. Seite 2

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
19 (1921)
Issue
Heft 33 (1.9.1921)
Date
1921-09-01
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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HSP Seite 2. Programm" eine Inhaltsangabe und Verteidigung des antisemitischen Schund- und Machwerkes „Protokolle der Weisen von Zion."*) "Daß der bekannte Theologieprofessor Dr. Hermann Strack die Echtheit dieser Schrift bestreitet, stört diese . „religiösen" Zeitschriften weiter nicht, ttnd mit der bekannte» antisemitische» Demagogie erwidern sie ihm: „Wir halten iins an die. Tatsachen, und deren, sind drei, die ^>urchdie Stracksche Schrift.keinerlei Berichtigung erfuhren: l. Main Jahre vor dem Weltkrieg wurde ein sogen, jüdisches Zukunftsprogranim gedruckt. 2. Dieses Programm fand seine rast buchstäbliche-Ausführung im Weltkrieg und in der Revolution und dem» was damit zufammenhing. .3. Die Führer und Gewinner beim Umsturz wareii in überwiegendem Maß Juden. Diese' drei Tatsachen sind da, - und sind in ihrem inneren ZusaiNiP-nhang bis heute unaufgeklärt. Aber wir ^fühlen sie und fühlen das ganze Unglück." - Mit dieser wunderbaren Beweisführung ließe sich ja . alles beweisen! Man könnte mitleidig übersolche Armseligkeit lächeln, wenn die Folgen nicht so verhängnisvolle Wären. .Das jüngst in Memmingen vorgekommene Pogrömcken hat erst gezeigt, was aus solcher Saat hervorsvroßt! Uftgtra. ES wird weiter pogromiert! In der Nähe von Kiskorösdrangen des Nachts drei. Offiziere in die Wohnung des Kaufmanns Rothschild, plünderten, schlugen Rothschild nieder und erschösse» seine 16 jährige Tochter. — - - Der bekannte Dozent am Wiener Rabbinerseminar Prof. Dr. Kraus wurde bei seinem Aufenthalr in Budapest grundlos verhaftet und zwei Tage mit Verbrechern zusammen bei Wasser und Brot gefangen gehalten. — Gelegentlich des Jahrmarktes in Solt kamen 4 bewaffnete Persoiwn. in das Dorf, schossen in die Häuser der Juden und erschossen den Kaufmann Adolf Ledxre r. Dieser Lederer badete vor einigen Wochen in der Donau, cha^kam der Hilfsnotar Raffay Mit ejner Peitsche und ries: »Hinaus aus der Donau, Sie, Jude, Sic infizieren das Wasser!" Der Numerus rlausUS. - Der „Wien. Morgcnztg." - wird aus Budapest geschrieben: . Jeder Jude, der im abgelaufene» Semester nicht , bereits Hörer der Universität oder einer der Hochschulen war, wird, wenn er sich zur Inskription melder, alle Torkuren des Rechtfertigungsverfahrens durchzumachen haben, wenn cs ihm nicht gelingt, in der heute in Horthy-Ungarir üblichen Form und mit nicht geringen Mitteln sich die Protektion eines einflußreichen „Erwachenden Magyaren" Zn. sichern. Die. „Erwachenden" haben sich bereits ' auf das Geschäft eingerichtet, und während die großen Führer bei reichen Juden, Geschäftsleute« und Gewerbetreibenden die Stellen von erträgnisreicheu, erpresserische» Protektoren bekleiden, gibt es heute auch unter de» „erwachenden" Studimren schon eine hübsche Zahl von Rechtscrtigungshrlfern, die für mehr Geld als gute Worte den reichen jüdischen Studenten zur Aufnahme-in die alleinseligmachende Budapestcr Alma mater verhelsen. ' Die Nachfrage nach solche» verläßlichen Rechtfertigungszeugen ist natürlich sehr groß, denn nach den Bestimnuingen des Nmnrrus clausus können im kommenden Schuljahr in das erste Semester der medizinischen Fakultät im ganzen 26 jüdische Studenten und vier jüdische Studentinnen Ausnahme finden. Bedenkt man, daß vor-tnun Zusammenbruch iirf alten Ungarn die Zahl der Mediziner im ersten Semester an der Budapestcr Universität 1400 betrug, von denen 800 jüdische und 600 christliche Studenten waren, so versteht man die ganze Bedeutung der Tatsache, daß nunmehr aus Grund eines Gesetzes -nicht mehr als 30 jüdische Studierende in die nredizinische Fakullät ausgenommen werden dürfe». - Pole«. 7 Allpoluifcher Kongreß jüdischer Emigranten «nd Heimkoser ans Rußland. > - Unter Beteiligung von 72 Delegierten, die 40 000 Stimmen vertraten, fand in Warschau ein allpoluifcher Kongreß jüdischer Emigranten und Heimloser aus Rußland statt. Es wurde ein Zentralkomitee aus folgende» Personen gewählt: Dr. D. Lew in (Bors.), D. Rappoport, I. Palatnik, Dr. M. Schein, I. Krupnik, Rabbiner Ahronson-Kiew und S. Tschernowitz-Sfug. Die letzteren beiden sollen als Delegierte Europa bereisen. —' Es-wurden auf der'Tagung Beschlüsse über Waisensürsvrge, über Schulsragen, über materielle und kvnstruktive^Hilfe usw. gefaßt. Die Vertreibung der Jude« aus dem ehemalige» deutsche« Gebiete«. Die Posener Presse hetzt ständig zum Boykott der Juden.' Das ehemalige deutsche Gebier soll judenrein gemocht werden, und die Juden sollen nur in Kongreß- Polen wohnen dürfen; Also ejn Ansiedlungsrayon nach zaristischem Muster! Die Polizei unterstützt beteits die Presse in ihrer Propaganda und erschwert zuziehenden Ju- , den den Aufenthalt. An der Spitze aller antisemitischen Bestrebungen steht die nationaldeurokratische Partei, deren Kreise eine „Gesellschaft zum Schutze der polnischen Interessen" begründet haben. Diese Gesellschaft wendet sich in einem Aufruf an alle Polen, „keine jüdische Vermittlung in Anspruch zu nehmen, keine Handelsbeziehungen mit jüdischen Firmen anzuknüpfen, Juden keine Lebensmittel/ Waren uttd Fabriken *) Die Londoner „Times" beschäftigte sich jüngst mit der Entstehung des Buches, RaczkowSki, ein Beamter, der russischen Geheimpolizei, habe es verfaßt. D. Redakt. Lene ZMM Preüe. zu verkaufen, ihnen keine Arbeitskraft zur Verfügung. zu - stelle» und ihnen keine Vertretungen zu übergehen. Die Inhaber von Häusern, Pensionaten und Wohnungen sollen keine Juden ausnehmen, weder vorübergehend »och dauernd, selbst wenn sie; den zehnfachen Preis zahlen. Hotels und Restaurants mögen ihre Lokale vor.Juden wahren/Droschkenkütscher sie nicht fahren. Redakteure nationaler Zeitungeil mögen vor der jüdischen Gefahr wariieil und energisch zum Boykott der Indem ausfordern." Der Ausruf schließt: „Beginnen .wir sofort'mit'dem Selbstschutz;' denn jeder' Tag, den wir versäumen/ .bringt uns dem Ruin durch diese Parasiten näher. Unsere Losung sei: „Pose», Pommer», Schlesien juderirein! Nieder mit dem Judentum!"; Antisemitismus »er sozialdemokratische« Arbeiter. In den mechanischen Betrieben der Textilwebereie» lassen die christliche» Arbeiter jüdische Arbeiter nicht zu, sodaß die Juden nur in den ständig znrückgehende» Handbetrieben Beschäftigung finden. Jüngst creigirete sich folgender Fall: Als die Firma B. Wachs ihren Handbetrieb cinschränkte, den mechanischen Betrieb erweiterte üird an. ihm jüdische Arbeiter beschäftigen wollte, leisteten die Vertreter der Arbeiterschaft, lauter organisierte Sozialdemokraten, energischen Widerstand und verlangten überdies, daß jüdische Handweber, welche schon vor dem Kriege in der Fabrik beschäftigt waren, nach der Demobilisierung nicht mehr aus ihren Arbeitsplatz zurückkehrcn dürfen und durch polnische ersetzt werden müssen. Da die Finna Wachs trotzdem die jüdischen Arbeiter einstellte, . drohte die polnische Arbeiterschaft mit dem Streik. Diese Firma ließ sich ausnahnisweise nicht einschüchtern, — andere haben sich aber eiuschüchtern lassen und -Juden nicht eingestellt. . ' ' - »—---------—----II Hede Neu-EMns MT Zell 2. a« Tel. R. 2567. Spezial Leder- und Trikot-Handschuhe und Strümpfe Lederhandschuh-Reparaturen werden in eigener Werkstätte prompt ausgeführt. : -Samstag geschlossen. - - -—————I Rrchland. Zur Lage der Jude«! Thomson, Mitarbeiter der Londoner „D'aily Mail" berichtet in dieser Zeitung, er sei an der polnischen Grenze mit Flüchtlingen zusanimengctroffe», die ihm von der schrecklichen Lage der Inden iu der Ukraine und Südrnßland berichteten. Besonders i» der Umgebung von D-dessa wälzen die Hungerleidenden ihren ganzen Zorn aus die Jude» ab. - Kurze politische Nachrichte«. verttu. Veranlaßt durch die antizionistischen Aeußeriulgen des Papstes, bringt die „G e r m a u i a" eine» gehässigen Artikel gegen die jüdischen Palästina-Bestrebungen. Lemberg. Eine Bersammlung von Nationaldemokraten usw. beschloß die Schaffung einer Bürgerwchr, die die schnellste Entfernung der jüdischen Flüchtlinge aus Rußland betreiben soll. —.Das heißt: Raub, Plünderung, Pogrom. Warschau. Es hat den Anschein, daß es nach der Lösung der Grcnzfrageii i» Polen wieder zu organisierten Unruhen gegen die Juden ckommen wird. Die Situation jst für die Juden andauerno gefahrdrohend. Warschau, Infolge Aushebung. des Kriegszustandes ist die Verfügung, die Studenten, die ihrer Militärpflicht nicht -genügt haben, vom Besuch der Universitäteit ansschließt, außer Kraft gesetzt worden. (Da.es in Ostgalizien. keine Militärpflicht gab, so waren besonders zahlreiche jüdische Studenten von de» Universitäten ausgeschlossen worden.) v , Riga. Ministerpräsident M e i r o w i tz erklärte den jüdischen Abgeordneten, der lettischen Regiernng liege eine antisemitische Politik durchaus fern! London. Churchill erklärte der bei ihm vor» sprechenden arabischen Abordnung, er sehe nicht ein, in wiefern die Abmachung mit König Hussein im Jahre 1915 nicht mit der B a l f o u r - D e k l a r a t i o n übereinstünme. London. Im Unterhaus erwiderte Unterstaatssekretär Wood auf eine Anfrage, er zweifle nicht, daß die Polizei in ^Palästina alles tun werde, die in Privathänden befindlichen Waffen einzusammeln: . hinsichtlich der Untersuchungen in Jaffa müsse erst Bericht abgewartet werden. AM der Misracht-Bewegrmg. Lemberg. Unter dem Borfih des Rabbiners S ch m e l k e s- Przemysl, der bereits seit vielen Fahren ein treuer An-. Hänger des Misrachi ist, fand Hier eine Konferenz b ex Nr. 33 Nr. 3§ M isra chistep O stgaliziens statt.;115- Delegierte aus 31 Städten nahmen an der dieitägigen Tagung teil. . Czeruowttz Durch Rabbiner Dr. Hossmann- Äadaütz ist eine M i s r a cht - O r g a n i s a t i o n d er Bukowina gegründet worden. $al< Aus -er „Agndas Jisroel"-Beweg««g. Warschau. Die'Regierung erlaubteder „Szlome Emnne Irsroel die Eröffnung, eiiies Büros für Palästina-Auswanderer. ' New Aork Infolge der Bemühungen der hier weilenden europäischen Aguda - Abordnung ist die Gründung, einer amerikanischen Agudä-Orgaiiis ation in Vorbereitung. '. Perso««tte» «. fletoe Attttett«»se«. Neustadt a. Waag iSlovakei). Rabbinatsverweser Samuel Weiß, der seit 1908 in Brbove wohnt, . wurde vom Oberstnhlrichter als „Ausländer", mit der Verfügung aus gewiesen, daß er, ei», älterer Mann mit zehn Kindern, b i n n e n 24 Stunde n 'fort müsse' - Und dies, trotzdemeiner seiner Söhne in der tschrcho-slvwakischen Armee dient! Der Jüdische Volksverband intervenierte sofort beim Ministerium, und dieses verfügte telephonisch, daß die Erledigung der Affäre um einen Monat aufgeschoben werde.. Nichtsdestoweniger sah sich? der Oberstuhlrikh.tex zu einer „Aktion" veranlaßt. Drei Gendarniett" sollten' den Rabbinatsverweser aus der, Synagoge holen. Die jüdische Geineinde veranstaltete eine Protestversamnrlung. Der Jüdische Volksverband intervenierte im Ministerium. 7 Danzig Von Warschau kommend, trafen hsxr 138 u k r a i n i s ch e Wais c n k i n der ein und fuhren'mit der „Baltimore" nach Kanada ab. Es ist Sorge getragen, daß sie auf dem Schiff.streng rituelle,Kost erhalten. - Chemnitz. Kommerzienrat Louis Ladewig, Per langjährige Vorsitzende der jüdischen' Geineinde, wurde das Opfer eines Unfalls. Er erreichte ein Alter von 56 Jahren. New Nork. Während des Monats Juli kamen im Hasen von - Newyork 4740jüdische E i n w a n d e r e r an. Die ,Hebrew Shelterinz and Jnim-grant Aid Society" nahm sich ihrer an. — „ D r. Hertz, Oberrabbiner von England, ist hier eingetroffen. ' Hoi Ber itiftatri •Dtföif&ur Aruch 53/4: Schul M o n Jüd >üro: Ui - Mauer a, 17; 2!nmenoBi;Hee 10; clsbacher Mdwiese lg- J's losen), l crg), 5: < : Gemor> ag, 63,4 üiltwoch, 'beriiiain >,oro. — shauro (: Aa Kra«kf«r1er Berichte. Rersouttlien. Am vergangenen Sabbat feierte Mose s' K a u s »i a n n, Lehrer , an der Realschule, der Syiiagogengemeinde Jsr. Neligionsgeseltschast, in voller Rüstigkeit sein 40j'ährig cs> D ien stjub rl ä um. - - ( In seiner Wohnung versammelteu sich aus dieseni Hlnlaß noch dem Frühgottesdienst die, Vertreter der Geineinde und des Schulrats sowie der Direktor und das .gesaintc Lehrpersonal. Eröffnet wurde die Feier durch eine Ansprache des Direktors Dr. Lange-, der die Verdienste'des Jubilars in beredten Worten schilderte. Dann sang der Synagogenchor nnter Leitung seines Dirigente» Max Neu-' m a » li. Hierauf ergriff Jacob R o s e n h e i m als Vertreter der" Geinciilüe das Wort. Kleine Nottzeu. D i e B a h » h o f s f ü r s o r g e f ü r o b d a ch lo se jüdische Frauen und Mädchen zeigt fich fortgesetzt als eine notwendige Einrichtung. Eine zuverlässige, mütterlich empfindende Fra», die über ein zweibettiges Zimmer - verfügt und' die Zeit und die Kraft hat, den ,durchreisenden Frauen Halt und Stütze zu sein, könnte, wenn sie sich in den Dienst dieser sozialen Aufgabe stellt, einen angemessenen 'Nebenverdienst erhalte». Geeignete Persönlichkeiten werden gebeten, sich' bei der Ortsgruppe des Jüd. Frauenbundes, Langestr. 30, zu melden. Die Frankfurter Zionistische Vereinigung teilt mit »Die für.Montag, de» 5. und Donnerstag, don 8". Septcstlber, abends 8y* Uhr, in der Unterlindau 21 angekündigten Borträge über ben Karlsbader Zionisten-Kongreß fallen aus. Die VoJrägc werden erst'»ach dem Kongreß stattfinde».- Frankfurter Veranstaltungen. Talmud» Thora. Be re i«. (Hörsaal Gemeindesynagoge Börneplatz.) Samstag, 11: Schulchan Aruch (Unna)*), 33/i: Raschi (Lipinsky). Nach. Mincha: Mikro^ (Unna). ' Sonntag, nach Schacharis: Mischna (Groß), 9: Schulchan Aruch (Lipinsky), 9>/»: Gemoro (Unna)H). ' Montag-, nach Schacharis: Mischna (Groß), nach Mincha- En Montag» nach Schacharis: Mischna (Groß), 6: En Jaakauw (Unna). -. Dienstag, nach Schacharis: Schulchan Aruch (Unna), 8lA abends: Newiim (Unna). , . Aftttwoch »ach Schacharis: Mischna (Groß), nach Mncha: E.hauwaus halewowaus (Dr. Braun). ' » Donnerstag, nach Schacharis: Schulchan Aruch (Unna), 8Va: Gemoro (Unna)*). ' Freitag, nach Schacharis : Mischna (Groß). ' . Schiur f. Damen: Mittwoch; 6: Dinim (Unna). Fortbildung für jg. Leute: Montag, 7^: Gemoro (Abt. Ä. Unna). 8: Gemoro (Abt. B. Groß), Mittwoch, Gemoro (Abt. B.). \ v*) Religionsschule Hermesweg 27. Stuf cimtnis iic in de liiig, ein, alismus tbcr den frage na ^morden, »cmichr: ich dähii .JP1 iehena Knan Frav dachte üb die Sch» sie such hatte, g< ^eluirgen. >iii»ner, digte, de hatte sich nicht et» leine Ge Alic-i lurze viv Als den erste Ursache k durch ein Händen sei dank, „De saust Mä Alice^'a leien. Ko geregbAl i» der f wie sehr Hier,^lu Mit der Fre iaiinte,.) >ieheu< - Yervorbr .M bittet D (

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