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Neue jüdische Presse · 1921-08-04 · Heft 29 (4.8.1921) · p. Seite 3

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
19 (1921)
Issue
Heft 29 (4.8.1921)
Date
1921-08-04
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Nr. 2! r- 29. Haft si : Gemei!s Arb- »itlicher eitwillii rn und erlass« uiiterstü i Frankfurter Künstlerspiele iserBtrasse 69. Beginn 8 Uhr. Tel.Hanßa 5516. =T- Täglich 4 Uhr-Tee - - unter Mitwirkung erster Kunatkräfte. er jiibij Bezieh,ii :u fort» die Ti an die m Rabb bete Zeder Besucher des Kongresses sollte also im Besitze 2 Legitimationensschreiben sein: 1. eines für das tschclowakische Konsulat, 2. eines für die tschecho-slowakische KU. Aus der Misrachi-Beweguug. 8erlin. Für den Misrachi in Deutschland ist als l d i d a t e >l l i st e für den Z i ü n i st c II k o II g r c ß fvle Liste vorgeschlagen worden: Dr. Arnold Barth, Dr. Gabriel Knollcr, Max Kobcriu, Zahnarzt Rothschild-Lübeck, Edwin Feist-Frankfurt Kai», Dr. Rabin-Breslau, Dr. Fränket-Marburg. ne Akte l fa hr 00 Arbc Dr. Fra eine 2lr «erso»«üe» u. lltint Mttteiluxgr». eines Jude» wt lschaffenburg Simon Sögel ist im 80. Lebensnach einem arbeitsreichen und arbeitsfrcndigen geten Leben verschieden. Er war ein leuchtendes in Gottesfurcht und Thoratum. wurzelnden und verstand es, ein Haus zu führen, das einem igtum' glich. Mit den großennAschasfenbnrgern Rab- Adler. s. A. ,1>nd Bamberger s. A. verband ihn innige mdschaft', gestützt-durch seine stets rat- und tatbereite rsrcudige Mitarbeit auf allen Gebieten des jüdischen ns. , An der Wahre würdigten Rabb. Dr. Bamber^eriiigcn, Rabb. Dr. Breuer-,Aschassenburg und uader Familie Goldschmidt Die-Persönlichkeit des »berufene». Trieft. Mit der „Graz" fuhren 105 und mit der lein" 125 Juden nach Palästina ab. Wte«. Anläßlich des Todestages Theodor Herzl's erte eine bekannte Wiener Zionisti» ihr gesamtes! mögen dem Jüdischen R ativnalsonds. Warschau. I l a a k Hochberg aus Cape Town hier mit 200 Waisenkindern cingetroffen, die er Aufträge der südasrikanische» Judcnheit in Polen auS- -cht Hat und, nun -nach Süd-Afrika überführt. . Warschau. Seit dem 1. Juli teilt der amerika» ch e. Konsul die-Auswanderer in zwei Kategorien, er Pro» Polen und in aus Zkußland stammende Flüchtlinge, die bc er jcdMr der polnischen Quote nicht mehr zugezählt werden. — Im.jüdischen Viertel in G r o d n o brannten mehr als 50 h n h ä u s e r nieder. „Anti-T n g c n) Bücher i Jude» ishEl von Do zeichn „J.P.Z/ a. k y führt ge Regi i sagte ander» praktisi rrübt w wolle», e, das :rdc», de nietl blic I n d c tun hatl Ir kunstfertigeausführung lczky II nnzei stlich-nai : Text lfällen. >all id, ist i iSmiiert vüseeläorf 1902 i n, iva stungcn. k ad e in in. nach d :n den Moderne Malere! feinen Anstrich n. Lackierung. fahrt preiswert aus. —— Ia. Referenzen. —— W. Becher Hochstiasse 59. Tel. H. 6866. Atelier SchSfergasse 15. hützve Jedem das Setuige. Roman von M. Pulvermauu. (Fortsetzung.) Anfri d heb . ne und h ein Vox düng e „Eine verteufelt seine Ausmachung", sprach irgend ein zu Burger. „Frau Mahlow versteht ihre Sache." „Jawohl", erwiderte Burger mürrisch und begab sich einem andern Raum, wo bereits mehrere Herren saßen, r Beam ^ren' rauchend. ' _ 719' Moi it beutfcf ssührliä alten, die 8— md Kr. 'Schütz Klaßner befand sich ebenfalls dort und begab sich wieder Ellen, die er in Julius' Gesellschaft traf, dessen Erierungen über die Rheinansichten sie nur mit halbem lauschte. Ms Klaßner näher trat, sprang Julius hastig auf warf ihm einen" wütenden Blick zu, während er sich entfernte. Klaßner bemerkte den Blick und versuchte, Julius zuriick- Jch weiß nicht — ich glaube —, ich meine —" irrte er. \ .Habe ich ihn etwa verscheucht?" fragte Klaßner, nach- Julius sich entfernt hatte. „Jawohl", sprach Ellen, „und es ist ihm auch großes cht geschehen, denn er hat bei mir den Samariter elt> als. ich vor Langweite schier gestorben wäre, während re Herren.." > ' ' „Während andere Herren sich der 'Untugend des Rauchens ,e Äi^chir >abenl', vollendete er den Satz. Es war das erste Mal, hn»is alleerl iöchjktjkg ie. rcher au i s u m u> Ellen sich herbeilietz, ihm einen derartigen Borwurf nachen, der ihr Interesse für ihn deutlich zu erkennen gab. .Hoffentlich ist es Ihnen 'gut bekommen", sprach sie ier'mit einer Betonung, ans der-er ein Schmollen heraus- „Sogar sehr gut. Während dieser halben Stunde habe Anschauungen über irdische Glückseligkeit und Glaubensleinschaft vernommen, daß ich mich darüber totlachen t, bon d §te."-. . ‘ - - :rmäß „Nach der Art, wie Sie es mir sagen, scheint cs mehr -Er m> lgnet, sich darüber totziiweinen." . > sahnen er zitimatio öandesve Totweinen? Warum denn?" Sie zögerte ein wenig mit der Antwort. „Weil es doch ''lich sein muß, etwas Nachteiliges über seine Glaubensvssen anhören zu müssen." Neue Jüdische «reg«- ' Minsk. Kalman Reisen, ein Schriftsteller aus der ältere» Maskilim-Generativu, ist — 72 Jahre alt — verschieden. Bon seinen drei Söhnen, die gleichfalls den Schriftstellcrberus ergrisscn, ist Abraham Reisen der bekannteste. Paris. Baron Edmond Rothschild.hat der not leidenden'französischen Wissenschaft 10 Millionen Franken gestiftet. Die wissenschaftlichen und künstlerischen Zentralinstitnte von Paris haben zur Verwaltung dieser Stiftung cineii Ausschuß eingesetzt, der ähnlich wie die Notgemeinschaft der deutschen Wissenschasr aus Vertretern der verschiedenen Wissenschastszweige besteht. 600 000 Franken werden jährlich-verteilt werden können, und zwar die Hälfte an einzelne unterstützungsbedürftige Gelehrte, die andere Hälfte im ganzen oder in Teilen für besonders kostspielige und wichtige Forschungen. Frankfurter Berichte. Die Wahlen zum Zionisteukongretz Die Frkf. Zion. Vereinigung teilt mit: Die Wahlzelle» mit sonntag, den 7. August, sind. folgendermaßen geändert worden: 1. Sekretariat Unterlindan 21/2, 10—1 und 3—7. 2. Hotel Löwenhof, Hanauerlandstr. 36, 10—1 it it d' 3—7. Die Wählleitung der Vereinigten Zionistischen Parteien benötigt zur Durchführung der Wahlen zum 12. .Kongresse einer größeren 'Anzahl jugendlicher Kräfte als Wahlhelfer. Wer bereit ist niitzuhelsen, melde Jirfi Freitags den 5., mittags 3 Uhr Und Sonntag, den i. ds. Mts., vormittags 0 Uhr im Wahlbüro ülnteclindan. 21. Kleine Notizen. Die A m t s r ä u in e des Vorstandes der I s r a e l i t. Gemeinde sind von Höchste. 12 nach Fahrgasse 116 verlegt worden. Frankfurter Beranstaltuügen. Lalmud-Thora-Berein. (Hörsaal Gemeindeshnagoge Börneplatz.) Samstag, 11: Schulchan/Aruch (Unna)*), 32/4: Raschi (Lipinsky). Stunde v. Nacht: Mikro (Unna). Sonntag, nach Schacharis: Mischna (Groß), 9^: Schulchan Arnch (Lipinsky), 9Vr: Gemoro (Unna). Montag, nach Schacharis: Mischna (Groß). 61/4: En Jaakanw (Unna). Dienstag, nach Schacharis: Schulchan?lruch (Unna), SlA abends: Newiim (Unna). Mittwoch, nach Schacharis: Mischna (Groß), : Chauwaus halewowaus (Dr. Braun). . Donnerstag, nach Schacharis: Schiilchan Much (Unna), 8V2: Gemoro (Unna)*). Freitag, nach Schacharis: Mischna (Groß). Schiur f. Damen: Mittwoch, 6%: Dinim (Unna). Fortbildung für jg. Leute: Montag, 1%: Gemoro (Abt. A. Unna, Abt. B. Groß), Mittwoch, 7y2: Gemoro (Abt- B.). M 0 ntefi 0 re, Mittwoch, S'/i: Zyklus jüd. Geschichte (Dr. Silbermann?. > A g. I i s r. - I n g e n d g r., Sonntag, 8: Raschi (Oppenheimer), Dienstag, 8: Gemoro (Dr. Hofinann), 9: Tefillo (Kaufmann), Mittwoch, 8»J: Newiim*) (Unna, Kl. Obermainstraße 30), Donnerstag, 8V2: Chorew*) (Dr. Ehrmaün), *). Religwnsschule Hermesweg 27. „Durchaus nicht", sprach er mit großer, Geläufigkeit. „Es ist auch gar nicht angebracht, die. Sache so tragisch aiifzufasseu. Eine ttnterhaltuiig nach einer guten Mahlzeit,, bei einer feinen Zigarre, wird wohl nirgend ernst genommen. — 'Man darf auch, eine Sache, die doch nur der menschlichen Natur entspringt, nicht zu einer Rassenfrage stempeln!" „Das: habe ich auch tzar nicht beabsichtigt", rief sie venoirrk, da die letzten Worte eine gewisse Barschheit enthielten. „Entlveder ich habe Sie mißverstanden, oder Sie disputieren unehrlich, wasich allerdings bis jetzt bei Ihnen noch nicht wahrnahm." Er betrachtete ihr erhitztes Gesicht und lies; sie. fortfahren: „Sie scheinen über etlvas, das Sie dort veriwmmen haben, ungehalten zu sein. Aber nicht weites von Menschen, sondern weil cs von Ihren Stamni'esangehörigen gesprochen wurde. Sie habeii sich.auch nie vorher über dieses Thema in meiner Gegenwart ansgelassen, nie ein solches Urteil gefällt, und jetzt tut es Ihnen leid, daß Sie .sich doch Hinreißen ließen. — Habe ich jpd)t?" .; Das frühere rätselhafte Lächeln schien sich auf seinen Lippen festgesetzt zu haben. „Fahren Sie fort", bat er: „ich werde Ihnen dann antworten, wenn Sie eine Antwort hören wollen. , „Herr Klaßner", sprach sie traurig, „wenn ich recht habe, dann hoffe ich, daß Sie sich nur im Zorn zu einem solchen Urteil haben hinreißen lassen. Sonst haben Sie sich doch alle erdenkliche Mühe gegeben, Ihre Glaubensgenossen als tadel- und fehlerlos zu schildern, und ich — ich — glaubte es Ihnen. Ich konnte ja auch gar nicht anders. Sie hatten mir die Vorzüge ihrer Religion in einem so herrlichen Lichte dargestellt, daß ich oft innerlich zusammenschauern mußte, wenn ich wieder an die Vorurteile gegen das Judentum dachte. Sie so viele und auch mich beherrschten, bis — bis — ich mit Ihnen znsammentraf. Ich habe Ihnen alles so freudig geglaubt, und Sie Ivollten ja, daß ich es Ihnen glaube - „Und warum wölkte» Sie es denn glauben?" unterbrach er sie voller Spannung. „Weil - cs für mich «ine Leuchte in der Finsternis bedeutete; weil es .für mich eine Wohltat war, zu wissen, .daß es irgendwo in der Welt doch noch eine Vollkommenheit gißt; es wäre ja traurig, wenn diese gänzlich geschwunden sein-sollte, wenn altes, was auf Sinai gelehrt wurde. Seite 3. Oifenbacher Dracklntt-Anlage Offenbnoh a. ■« Telefon 123. Unübertroffene Teppichreinigung mittelst Druckluft. Samstag,!); Gemoro (Dr. Pose», Tiergarten 12), 11VL»: Gemoro (Holpern), 5: Gemoro (Oppenheimer), jeden Vormittag 6»1: Gemoro (Dr. Ehrniann), jeden Abend'lJ Std. vor Nacht: Lernen .— Mädchengruppe, Samstag, 1 und 5; Thora (Hirschberg), Tehillim (L. Kahn). _ Jüdischer Turnverein, I. T. D. Heim und Büro: Unterlindan 21. Turnzeiten: Herrenabt.: Mittwoch, 8, Mauerweg 1; Zöglingsabt.: Montag, 8, Deutschherrnkai 17; Knabenabt.: Montag, 5 Uhr nachm., Mauerweg 1; Damenabt-: Donnerstag, 8 Uhr abends, Wittelsbacher Mee 10; Mädchenabt.: Donnerstag, 4 Uhr nachm., Wittelsbacher Allee 10. — Sonntag 7—12 vorm., Riederwaldwiese (Endstation 18): Sport. Atterarische Rundschau. Aus Herzl's „Judenstaat" (1895). Der Jndenstaat ist. ein Weltbedürfnis, folglich wird er entstehen. Von irgend einem einzelnen betrieben, wäre es eine recht verrückte Geschichte, — aber wenn viele Inden gleichzeitig darauf eingehen, ist cs vollkommen vernünfrig, und die Durchführung bietet keine nennenswerten Schwierigkeiten. Die Idee hängt nur von der Zahl ihrer Anhänger ab.- Vielleicht werden unsere aufstrebenden jungen Leute, denen jctzr schon alle Wege versperrt sind, und denen sich im Judenstaate die sonnige 'Aussicht auf Ehre, Freiheit und Glück eröffnet, die Verbreitung der Idee besorgen. Ist das waS ich sage, heute noch nicht richtig?'Bin ich meiner Zeit voraus? ' Sind die Leiden der Juden noch nicht groß genug? Wir werden sehen. _ Es hängt also von den Jiiden selbst ab, ob diese Ltaatsschrift vorläufig nur ein Staatsroman ist. Wenn die jetzige Generation noch zu dumpf, ist, wird eine andere, höhere, bessere kommen. Die Juden, die wollen, werden ihren Staat haben, und sie werden ihn verdiene». Sine Prophezeiung Herzl's. „Uj Kelet" veröffentlicht einen bisher unbekannten Brief Theodor Herzl's, den dieser am 30. Juni 1897 an Dr. Zoltan Ronai in Blasendorf richtete. Damals war Ungarn .noch ein Eldorado für seine Juden, — HerzlsI prophetischer Geist blickte aber tief in das Wesen der Menschen, und so erkannte er auch die unter dem Flittertand dev Kultur verborgene Wirklichkeit des ungarischen Volkes. Der Brief lautet: - „Infolge großer Inanspruchnahme konnte ich erst heute Ihren Artikel lesen. Ihre Reminiszenzen über Pulszky und. Wahrmann haben mich sehr interessiert, und ich werde sie gelegentlich auch benützen. Jedenfalls fühle auch ich eine gewisse Scheu, wie ich sie auch bei Ihnen bemerke,' wem» wir. in die beunruhigende R u h e des u n g a r i s ch e it- Judentums hineinleuchten müssen. ff Kaffee Ruhland JS Kaiserstrasse 56 Kaiserstrasse 56 TSglich erstklassige EV Unterhaltungsmusik -WW nicht mehr'vorhanden sein sollte. Herr Klaßner, ich sage es Ihnen jetzt ans voller Ueberzeugung: es ist nicht verloren, oder es ist wieder gefunden, allerdings erst nach vielem Suchen, nach langen.Zwischenräumen! Es erleichtert mein Herz, wenn ich weiß, daß eine ganze Gemeinschaft, ein ganzes Volk vorhanden ist, in welchem das Heilige und Göttliche das Grundelement seines Lebens bildet. Es wäre für mich furchtbar, zu denken, wenn ich mir Gott einsmn und verlassen vorstellen müßte." Jetzt endlich war das Lächeln aus seinem Gesicht geschwunden. Ernst und durchdringend waren seine Augen auf sie gerichtet, und sie sah diesen Blick und wurde ganz ängstlich. Sie wußte, daß ihre Seele jetzt auf die Wagschale gelegt wurde und fürchtete für leicht befunden zn werhen. Doch das Urteil, das.sie so gerne vernommen hätte, blieb aus. Denn eben kam Julius und flüsterte ihm etwas ins Ohr. Klaßner* nickte, ohne aber recht zu: wissen, was mmr ihnc gesagt hatte. Ellens Rede war für ihn vielleicht wichttger. Bald aber vernahm er Fran Mahlows Stimme, die eine kleine Rede hielt, um ihren lieben Freunden mitzuteilen, wie sehr sie sich freue, ihnen einen seltenen Kunstgenuß bereiten zu können. Zu ihrer großen Befriedigung sehe sie in ihrenr bescheidenen Heim einen ausgezeichneten und benihmten Glaubensgenossen, Herrn Arttic Klaßner, der Dichter der Gegenwart und der Zukunft, der die Freundlichkeit haben werde, ihnen einige seiner Gedichte vorzutragen. die er, wie sie verstanden zu haben glaube, eigens für die heutige Gelegenheit verfaßt hat. Wenn cs den lieben Freunden genehm sei, die Unterhaltung für eine Weile zu unterbrechen, werde Herr Klaßner beginnen. Die Ankündigung wurde mit zweifelhafter Begeisterung ausgenommen, was Klaßner nicht entging. Mit einem leisen Achselzucken und einem entschuldigenden Blick für Ellen schritt, er durch.das .Gedränge -und stellte sich neben den großen; Spiegel. Langsam »nd unbefangen entfaltete er die Blätter des Manuskriptes, während er seine Blicke ruhig über die Menge schweifen ließ. Dann begann er zu lesen, mit einer verschleietten, undeutlichen und eintönigen stimme, durch die er schon von vornherein die Zuhörer gegen sich hatte. Einige Minuten hörte die Gesellschaft geduldig zu, als aber der Inhalt und die Tendenz der Vorlesung klar wurde, gerade da, wo trotz der Unzulänglichkeit der Stimmzettel des Borttagenden das Interesse hätte rege werden müssen — er sprach von den Leiden und Quälest der ärmern Stam-.

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