Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 19 (1921)
- Issue
- Heft 23 (16.6.1921)
- Date
- 1921-06-16
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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N, Seite 2. FAUL JORICHS KÜNSTLEHSPIELE 7 Uhr Schäfergasse 13/15. 7 Ubr. Vornehmes Familien-Kabarett. bei mir gut fährt, da ich ihn stets streng reell und marktmäßig billig bediene. ..." Die grogen jüdischen Finne» im Ausland stammten z. T. aus Deutschland. So arbeitete;. B Heymann in London mit M. Eppenheim, Levis Lazarus u. Sons, Henry R. Merton, in Odessa mit Adolf Weistmann u. Co., in Moskau mit Ferd. Fulda, in Warschau mit Hermann Meyer, in Wien zuit Pollitzer u. Westheim und Jacob Neurath usw. Dieselbe Zusammenfassung des Materials crstrirteu Caesar Wvllheim und Fr iedländ-r-Fo»Id bei der Kohlei in Nord- und Nordostdeutschland, in Mitteldeutschland in kleinerem Maßstab Anton Fulda, der Batce des Schriftstellers. Sie monopolisierten de» schwarzen Edelfleiit, daß sie als Herren über den Verkauf, den Transport, den Absatz und die Gewinnung in einer Hand zusammenfaßten. ' Eines wertvollen StosfeS sei hier noch gedacht, der im Schoße des Meeres liegt und in bahnbrechender Weise gefSrdert zu haben, das.Lebenswerk des Geh. Kommerzienrats Moritz Becker war. Er Hat die bis dahin harmlose Fischerei nach Bernstein im großen Stile durchgeführt, eigene Maschinen und Dampfbagger bauen lassen, wodurch er mit 2000 Arbeiter die Bernsteingewinnung betrieb und das größte industrielle Werk Ostpreußens schuf. Ja der Vielfältigkeit des deutschen Wirtschaftslebens stoßen wir mannigfach auf jüdische Unternehmer. Ost verbirgt ein nichtssagender Name die eigentlichen Besitzer, oder . die Form der Gesellschaft gibt nicht zu erkennen, daß ein betriebsamer jüdischer Direktor das Zlufblühen des Unternehmens verursachte. Am persönlichsten ist noch das Geschäft des Holzhandels, in dem die führenden Häuser in Deutschland, die die Belieferung mit dem Osten und nach Uebersee, die Versorgung der Gruben u. a. durchsührten, in bekannten jüdischen Händen liegt. Am Holzmarkt sind Juden ebenso wie auf dem Pferde- und Biehmarkt und stellenweise str Fetten und Oelen ausschlaggebend. Die viel schwerfälligeren Bauerngenosseuschaften, die meist antisemitischen Großgrundbesitzer greifen noch immer auf den jüdischen Händler zurück, da er ihre persönliche Bedürfnisse rascher und besser befriedigt wie der langsamere, geschäftsuntüchtigere, nichtjüdischc Konkurrent. Wie der jüdische Getreide- und Holzhändler in Rumänien und dem Burgenländchen trotz. seiner' ausländischen Herkunft den Warenaustausch in Schwung brachte, so arbeitete der jüdische Pferde- und Viehhändler in Ungarn,-Belgien und Nordfrankreich und sorgte für die Deutschland nötige Einfuhr zu Bedingungen, die die Wirtschaftlichkeit in Deutschland «ttznöglichke. Am Weinmarkt waren Judenvom Rhein her schon lange stark vertreten. Alte Mainzer und Frankfurter Finnen schufen der rheinischen Produktion ihren geregelten Absatz. Die Schnapsbrennereien brachten die Juden aus den, Osten mit. Frühzeitig waren sie dafür in Berlin bahnbrechend. Kantorowicz-Posen und neuerdings Kahlbaum (unter S t e r n ' s Leitung) nahmen die Führung der Geschäfte in die Hand. ^(Fortsetzung, folgt.) Herbert Samuel über seine Politik. Anläßlich des Geburtstages des englischen Königs gab' Sir Herbert Samuel eine Erklärung ab, in der cS heißt: „Ich höre von verschiedenen Seiten, daß die arabische Bevölkerung Palästinas nie ihre Zustimmung geben wird, daß ihr Land, ihre heiligen Stätten, ihr Grund und Boden ihnen weggenommen und Fremden übergeben werden soll, daß sie nie einwillige» wird, daß eine jüdische Regierung eingesetzt werde,-die über die mohammedanische und christliche Majorität.regieren solle. Die Leute sagen, sie verstünden nicht, wie es denn möglich sei, daß die wegen ihrer Gerechtigkeit aus der gm,zen Welt bekannte britische Regierung je in eine derartige Politik hätte einwillige» können. Meine Antwort ist, daß die britische Regierung, die "tatsächlich vor allein anderen für die Gerechtigkeit Sorge trägt, einer solchen Politik nie zugestinnnt hat und.auch nie zustimmen wird. Nicht dies ist die Bedeutung der Balsoiir-Deklaration. Es mag schon sein, daß die Uebersetzung der englischen Ausdrücke ins Arabische ihre richtige .Bedeutung nicht wiedergibt. Sie bedeutet, daß den Juden, .die ein über die ganze Welt zerstreutes Volk find, deren - Herzen aber stets äuf Palästina gerichtet sind, die Möglichkeit gegeben sei, Hier ihr Heim zu begründen, lind daß manche unter chnen — innerhalb der durch die Zahl und der Interessen der gegenwärtigen Bevölkerung fixierten -Grenzen — nach' Palästina kommen sollen, um mit ihren Mitteln und Anstrengungen das Lmid zum Vorteile aller seiner Einwohner entwickeln zu helfen". Sind welche Maßnahmen notwendig, um die mohaminedanische und christliche Bevölkerung von der. Befolgung dieser Grundsätze in der Praxis und davon überzeugen, daß ihre Rechte tatsächlich geschützt sind, so werden solche Maßnahmen ergriffen werden. Denn die britische Regierung, der das Mandat das Glück der palästinensischen Bevölkerung -anvertraut, wird ihr (nie xine Politik Mjzwingen, die dieser Bevölkerung einen Grund geben könnte, sie als eine ihren religiösen, politischen und ökoiwmischen Interessen entgegengesetzte Politik zu betrachten. •- f Eeue MiM Prelle. Nr. 23. In bezug -auf die Einwanderung ist es in der Tat nötig, daß (ihre.Ausdehnung'i» ein striktes Verhältnis ‘ zu der im Lande vorhandenen Beschäftigiiiigsmöglichkeit gebracht werde, und ferner, daß die Beschäftigung den Charakter einer neuen und permanenten Arbeit trage. Die Einwanderung wurde eingestellt bis zum' Zeitpunkt, da ein Ueberblick über die Lage, vorhanden sei» wird.' Weiters wird verfügt, daß nachstehende Kategorien zugelassen werden können: Touristen, materiell unabhängige Personen, Handwerker, Verwandte von im Lande Ansässige», die von diesen abhängig sind, und Personen, die sichere Aussicht auf Beschäftigung bei nmnhaft gemachten Arbeitsgebern oder Unternehmungen habe». Außerdem wird einer beschränkten Anzahl von Personen, die zur Zeit der Verkündung der Einwaiiderungssperre in einem europäischen Hafen angekominen sind oder bereits aus einem Schiff waren, die Erlaubnis zur Einreise erteilt werden. Es muß entschieden anerkannt werden, daß die gegenwärtigen Bedingungen in Palästina eine Masseneimvanderung nicht gestatten. Ich trage dasür Sorge, daß die Bevölkerung Palästinas enger mitder unter dem Mandat eingesetzten Verwaltung verknüpft werde. Die Frage der Sicherung einer freien und autoritativen Meinungsäußerung wird jetzt von der Regierung in London mit der größten Alifmerksamkeit erwogen. Inzwischen schlage ich vor, unverzüglich Schritte zu ergreifen, uni eine gründlichere Beratung über die wichtigen Verwaltungsangrlegenheiten zwischen der Regierung und jenen verantwortlichen Personen zu sicher», welche im Namen aller Bevölkeruiigsschichten sprechen. Beim Inkrafttreten des Mandats beabsichtigt die Regierung Englands Borkehnuigeu für die Einsetzung einer Regierung in Palästina zu treften. Die Interessen der uichtjüdischen Bevölkerung werde» nicht nur von< Mandat selbst voll gesichert sein, sondern es wird ganz gewiß in diesem Instrument dafür gesorgt werden. Wie kürzlich »ntgeteilt wurde, werden unverzüglich Schritte zur Wiedereinführung des Wahlsystems'in die Munizipien niiternommcn werden." * „ In der Beurteilung dieser verblüsiendcn Erklärung können wir uns nur dem anschließen, was die Berliner „Jüd. Presse" schreibt. Es heißt dort: „ . . . Ihr Leitgedanke ist die Sorge, die unter dem Schutz der Behörden an greife »den Araber von der Furcht, angegr ifsen zu werden,.zu besreien. Angesichts der Tatsache, daß unsere Brüder heimtückisch und" planmäßig überfallen sind, eine Verkennung der Sachlage, die für die Entwicklung der Dinge katastrophal sein kann. Fi— -== - -==■:= - -= ■■ lg ist durchaus nicht so kostspielig, wie weite Eieise der Bevölkerung noch annebmen. Wir .. - machen täglich die Erfahrung, dass unsere Kunden glauben, für einen guten fertigen Anzug 1000 Hk. und mehr an!egen zu müssen. Dabei liefern wir für 400.— und 600.— Hk. Anzüge ans wirklich guten, tragfähigen Stoffen, die modern und flott gearbeitet sind. Für Geschäfts Zwecke, kür Studenten, für grössere Schüler sind diese Anzüge hervori ragend geeignet. Lassen Sie sich diese Anzüge | zu 400 und 600 Hk. in unseren Geschäftsj räumen vorlegen: Bamberger & Hertz Zeit 112 -- neben der Hauptpost. ■I—- ... ' ■ .-==l Daun: -Die neue Deutung des Balsvur'schcn Worts von der „jüdischen nationalen Heimstätte." Wieder wird nur von den andern gesprochen. Die religiösen, volitischen und wirtschastlichen Interessen der n i ch t j ü di - scheu Bevölkerung sollen gewahrt werden. Do bleiben die Interessen des jüdischen Volkes?! .. . . Die Einwanderung, wird ja nun sehr, sehr beschränkt sein. Ten Chaluzim, die schon unterwegs sind, will man, aus Gnade und Barmherzigkeit, den heimatlichen Hafen nicht versperren. Wer sonst ins Land will, - muß vorher Beschäftigungsmöglichkeit Nachweise» können. Das beauemste Mittel, die jüdische Zahl niedrig' zu halten. Aber zugleich eine Handhab e für uns, arabischer Feindschaft und englischer Lauheit zum Trotz durchzusetzen, was wir wollen und was wir müssen, um unser Volk vor dem Untergang zu retten. „Von der Bereitstellung der Mittel hängt die Entwicklung des Laue des ab", schrieb Samuel an Weizmann. Das jüdische Voll hat die Mittel. Es wird sie bcreitstellen, wenn und sobald es gelernt hat, national zu wollen." „ H a v l a in " , das hebräische Organ der Zion. Organisation, schreibt: „Es ist schon möglichdaß der Oberkomnii>'sär von manchen seiner Beamten, unter denen wir Gegner haben, beeinflußt sei. Vielleicht habe er auch infolge seiner in ganz England bekannten maßvollen Vorsicht und Friedensliebe in diesem Falle zu übermäßiger Vorsicht gegriffen. Andererseits weigert sich die britische R'egi een ng entschieden, neue Truppenteile nach Palästina zu schicken. da sie den englischen Steuerzahler fürchtet. Daher unterstützt auch "sie die 'Politik der ha ld e n Mitste[ und lehnt ebenso die Erlassung einer Verordnung ab, kraft welcher die Einwanderung nach Palästina tviider freigegeben werden soll. Nicht als ob sie eine fofclje Verordnung nicht wünschte, - sondern weil sie die Politik des High Commissioner für richtig betrachtet. Also stellt sich die gegenwärtige Lage dar." Der „Jüd. Rundschau" sei folgendes entnommen: „Es hätte in diesem Augenblick von seiten des englischen Oberlonnnissars,. der nicht zufällig ein Jude ist. sondern als V er tr an e nsm a nnn .au ch deL jüdischen Volkes und zur Durchführung der Errichtung der jüdischen Heimstätte aus'seinen Posten berufen wurde, mit Nachdruck und mit dein durch die Furchtbarkeit der Situation gebotenen Ernst dargelegt werden können, daß auch das jüdische Volk den innigsten Wunsch hat, mit den Araber» politisch und menschlich in herzlichsten brüderlichen Beziehungen, zusainmenzuleben, daß auch die Zionisten nicht daran denken, eine Herrschaft über die Araber auszurichten oder irgendwelche arabische Bevölkerungsteile zu unterdrücken: daß gerade das jüdische Volk, das in allen Ländern der Welt als Minorität unterdrückt und an freiem nationalem Leben gehindert wird, das größte Verständnis dafür hat, daß eine Politik der Ungercchtig. keit gegen ein anderes Volk verwerflich iiiib unzulässig ist. Eine solche Versicherung aus dem Munde drs Obertommissars hätte ztveisellos' einen tiefen Eindruck machen müssen. Aber mehr alch das. Samuel, hat durch seine Darstellung geradezu den Anschauungen der Hetzer Rechmmg getragen. ... Wir verstehen, daß diese Rede ei» Dokument der Politik ist. Sie ist offenbar so zu erklären, daß infolge der bis heute anhaltenden Erregung und der noch immer drohenden Gefahr eines neuerlichen Ausbruches der Mvrdinstiiikte der Oberkommissar die Notwendigkeit empfindet, unbedingt zunächst die arabische Bevölkerung zu beruhigen und jeder antijüdischen Agitation, . die mit dem Schlagwort von den „silbischen Herrichafisgelüsten" arbeitet, heu Boden zu entziehen. Aber auch in diesem Fall glaubeir wir, daß der Ton der Rede verfehlt >oar. Denn man dient der Aufrechterhaltuirg der Ruhe schlecht, wenn man sich völlig auf den Boden der Gewalttäter stellt. Die Rede bedeutet aber nicht nur in ihrem politischen Teil eine vollständige Kapitulation vor dem arabischen Terror, sondern auch ihr sachlicher Teil ist eine . weitgehende Konzession. . . . Die Frage ist nun: Wird die Zionistische Organisation dieses Verbot einfach als Schicksalsschlag hinnehmeu und sich damit begnügen, Protestversaininlungen zu arrangieren, oder aber wird sie das einzig Mögliche endlick, tun, nämlich selbst für Arbeit sorgen, als Arbeitgeberin und Arbeitsvermittlerin in größtem Stil auftreteu'? In der letzten Zeit ist chuch in Amerika, wie gemeldet wurde, ziemlich viel Geld für den Keren Hajessod aufgebracht tvordeii. Es muß nun die Möglichkeit bestehen, großzügige wirtschaftliche Arbeiten zu.beginnen. Wir haben allerdings bis jetzt »och nicht gehört, daß.konkrete Pläne hierfür vorliegen, mit Ausnahme des Rutenbergschen Projektes, das bei solchen Anlässen immer erwähnt wird: aber wir trollen bis zum Beweis des Gegenteils unserer Leitung nicht die unverzeihliche Unterlassungssünde zumute», nicht für die Vorbereitung solcher Pläne gesorgt zu haben. Es ist nun keine Zeit rnchr zu verlieren. Es müsse» sofort vom Keren Hajessod Arbeitsgelegenheiten geschaffen werden, und die Durchführung der Arbeit und der Ansiedlung muß durch Kreditinstitutionen ermöglicht lverden. Gerade jetzt kam die Nachricht, daß die palästinensische Regierung die 'Arbeiterbank konzessioniert hat. Es ist unsere wichtigste Aufgabe, dieses Institut schnellstens aktionsfähig zu machen, damit es zusammen mi; . dem Keren Hajessod den 'Beginn von Arbeiten mögliäi macht, die die Tausendevon Chaluzim absorbieren können, welche heute stürmischer denn je vor den Tom, Palästinas warten. Die Aufnahme solcher Arbeiten tvird auch in den 'Augen der Araber Respekt und Anerkennuna finden,'sie werben nicht mehr das berechtigte oder unberechtigte Gefühl haben, daß die Einwanderer dem Lande zur Last fallen." , Erez Israel. Der Protest des jüdische« Volksrates. Der jüd. Volksrat (Waad Leumi) überreicht Saimic! solgenden Protest: „Die Mitglieder des Waad Leunii, die sich anr tit und 17. Mai in Jaffa versammelt haben, habe» bas Präsidium des Waad Leumi beauftragt. Eurer Exzellenz den Ausdruck der größten Erbitterung der jüd. Bevölkerung aller Klassen und den schärfsten Protest gegen die Verhinderung der Einwanderung zu übermitteln. Die jüd. Bevölkerung hat am allerwenigsten in da Rcgierungszcit eines jüd. Oberkoinmissärs solch eine Antwort auf den Jassaer Pogrom' und die bewassneten.lieber sälle aus die Kolonien erwartet. 'Noch bevor die Veranstalter der Unruhen und deren Aüshetzer bestraft lvordei sind, hat Eure Exzellenz es für möglich und nötig erachtet uns mit-der Einstellung der Einwanderung zu bestrafeil wodurch wir als die Schuldigen in den Augen der Arabci hiiigestellt werden und mich ei» äußerst gefährliche!: Präze I,. Fassbenders BLonfituren wieder in Frankfurt in Friedensqualität. Kaiserstrasse 82. Täglh denzfa Die ö Berich Demw scheu - bruche Welt I die B das p ganze, zellenz scheu Wider ivande Handei sicht, 1 pcn dl überm -mg o machet stinas E jüdisch komm! folge untern zes in greifet Exzell und f geht > druck Zensu, Artike dcrn c gen in mit P Wir 1 der Z tung D F r a i vor, i Schutz Für Präi Sin! P und et daß id hoben selbe», Hand würgst sie zu treffen als es ich au zürnt, Sonne A aller. C Sitz p daß e, hob cv ist bi Glücke Glaub sam T der G sie Di gut, L »er, v ich hä Tage, meine und w tvechen weisen ■3 vertief »ach r