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Neue jüdische Presse · 1921-06-09 · Heft 22 (9.6.1921) · p. Seite 4

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
19 (1921)
Issue
Heft 22 (9.6.1921)
Date
1921-06-09
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Ente 4. Bcue Jüdiyye Presse. Nr. 22. Biillp* JCuroniüht-l GelegenheTtakänfe in Flach-, Büro-, Schreib* masohlnentlscheii, Stühlen, Sesseln, eiserne Kontor-Schränke. Frrya. Bfiro-Einrlchtoneen. Thwäterpl.14. .. •.Der■ schweigsame.-letzte sich.[djtueigenbemif..beit Bpck, peitschte das Pferd und überliolte bald deK Lustigen mit seinen „lageren Pferdchen. Leib gefiel es; er lächelte zufrieden, »nd fanrinclte sich: „Es lamme, was and) kommen mag!" i Als nnn der Wagen zum väterliche» Grübchen heranfuhr, zum Stübchen, welches sich während der 6 Jahre merklich gesenkt hatte, und bereits so tief stand, das; die beiden Fenster hart den Boden berührten, hieß Leib mit . kochcndein Herzen den Fuhrmann halten und sagte flaut* incliib: „Hier, hier, Rcb Israel, hier! Haltet, haltet! Prr!" Der schweigsame schaute ihn 'verwundert an und brummte in den Bart: „Bist Salinen Elies Junge? An, jo empfang einen Schalem Alcichcm!" Noch bevor Leib ans dein Wagen gestiegen war, kam ihm ein Schwarm von 6 Kindern — 3 bis 9 Jahre alt — . aus de», Stübchen entgegen, ei» Mädchen von ungefähr .1(5 Jahren mit zwei schwarzen, dünnen Zöpfen, und ganz zuletzt eine ältere Jüdin mit zur Arbeit gewickelten Aer* mcln, einen feuchten Besen in der Hand. Und sie alle .. riese» wie mit einer Stimme: „Leib!" * Leib schrak zusammen und blieb am Rande des Wagens hängrii, er konnte lvedcr hinein, noch heraus. - > ,-,Rn kriech doch herunter!" brummte befehlend der Fuhrmann, „und bezahl' den Zchnerl (5 Kopeken). Ich Hab' .keine Zeit!" Leib machte sich.mit Mühe los und stieg vom Wagen; er.zog seine Börse hervor und, drinnen suchend, tlcfj er eine Dreirnbetbanknote ans die Erde sallcn. Die hcrnmstehenden Geschwister ivarsc» sich insgesamt darauf, um sie auszuhcbcn. Die ältere Schwester mit den zwei schwarzen, dünnen' Zäpfchen hatte die Banknote als erste aufgehoben und rief mit Huer ungewöhnlichen Stimme: „Drei Rubel!" „Gib acht!" warnte sie die Mutter mit strahlenden Blicke», „Gib's ihm zurück!" „Ich werd's nicht ausesfcu!" antwortete beleidigt die Schwester. Verschämt nahm Leib das Geld, legte es in die Börse und steckte diese in die Buscntaschc. . „Achtung, mein Sohn, mit dem Gelbe!" ries ihm die Mutter saust zu rrnd führte ihren Leib inS Stübchen, wo sich alle aus Freude über, das Wiedersehen küssten und wnaiuitai. Nachdem er sich gesannnelt hatte, fragte Leib: „Wo * ist der Vater?" „Der Vater, mein Sohn, ging ins Dorf. Er hat eine gute Gelegenheit, zu. einem Geschäft, vielleicht verdient er rin Vierte (25 Kopeken), — er muß aber bald kommen." I» einer Stunde kam wirklich der Vater, dem der . itetlnjährigc Bcrale cntgcgengccilt war unb noch aus der Gasse die frohe Nachricht von Leibs Ankunft iibcrbrachte. Der Barr des Vaters, der bei Leibs Abreise noch lang und schwarz war, ergraute bereits stark. Die Schultern hatten sich während der sechs Jahre ersichtlich gebeugt tlitd die. Augen hatten ihren Glanz verloren. . .. Nach dem offiziellen „Sckiolcm Alcichein" fragte der Vater: „Ru, Leib, was hast dn in den sechs Jahren geleistet? Briefe .hast du keine geschrieben . . kein Ver- Hast du aber brechen . . ein Bries kostet Geld . wenigstens etwas Geld gebracht?" „Was? Geld?" erwiderte 'Leib skeptisch und seufzte leise aus. . ' „Gar fein Geld mitgcbracht? Gar nicht?" bruinnilc der Baker und sah den Sohn mii verdächtigen bösen Blicken an. „Gar nicht!" , „Gar nicht! Wie ist's möglich?" Leib schwieg. „Ein Vergehen, ein großes Vergehen!" zürnte der Valcr. Er hielt dann einen. Augenblick inne und -sagte schließlich: „Dennoch, ein' Dreirnvelstück wenigstens . ich meine etwa . . . ein Scherslein auf die Feiertage . ." „Ich besitze 12 Rubel!" Mil diesen Worten verriet Leib sein ganzcs Kapital. Der Vater sprang aus, trat einen Schrill zurück, dann einen Schritt vor, strickt sich den Bari und sagte mit rinenr sattsten Ton: „Hm . . . hast du ja doch Geld! . . .12 Rubel! . . Zwölf Rubel ist Geld . . Hm, ein Mensch tontint und erschreckt mich: hat gar nichts initgebracht. Gar nichts bringen, ist nicht gut, aber 12 Rubel,!2 Rubel ist Geld. . . Bist doch wenigstens ein Stücket Mensch . ." „Hätten wir nur vor zwei Wochen >2 Rubel gehabt", mengte sich cnolich auch die.,Mutier ins Gespräch, „N>ir hatten Gelegenheit, einen Pnd Wolle zit kaufen! So hat es Ehäün Selbes gekauft und dabei drei Rubel verdient." „Eine Kleinigkeit!!2 Rubel!" wnitderte sich wieder der Vater. „Wenn man 12. Rubel besil.tt, ist man bei uns ein Kapitalist." Bald daraus sagie er: „Dn wirst .mir doch auf die Feiertage :> Rubel leihen?" Da unterbrach ihn die Mutter zornig: „Schau! Erst angekommen . . er borgt schon! Da gibt's kein Borgen!" „Nein, ich meine nicht . ." versuchte sich der Vater zu rechtfertigen, „ich meine nur seiitctwegrtt, mit die Feiertage besser zu feiern: noch-ein wenig Mazzoih zu känfen,' mehr Mekh . . vielleicht auch einen Liter Wein, zehn Eier ..." „Ich werd' dir geben," unterbrach ihn Leib srcndig, „ich werd dir 5 Rubel geben!" „Rein, nein, behüte!" siel ihm der Vater ins Wort. „5 Rubel brauch' ich nicht, es genügen mir 3! 3 sind mehr als genug, mehr als genug!" Leib aber Holle die Börse hervor, machte sie ans und gab dem Väter. » Rubel. ' ' > „Gibst wirklich •'>!" fragte der Kater verschämt und gleichzeitig beglückt. ,/>! Vater!" „So, seht bist d» ritt Mensch!" Der Vater hielt die Banknote einige Zeit in der vssciicn Hand und sagte bald besorgt: „Ich weiß gar nicht, wo ich's wechseln soll, außer bei Moische, dem Bäcker. Er hat seht ein -Bissel Geld verdient, gewiß 25 Rubel vom Pessachmehl!" Er steckte vorsichtig die 5 Rubel in die Tasche und sagte: „Bis Pessach haben wir noch zwei Tage. Ich lvilt morgen ins Dorf gehen. Mit 5 Rubel läßt sich doch etwas ansangen. Wenn man, mein Sohn, 5 Rubel hat, ist man ein Kapitalist . . . ." Frankfurter Kfinstlerspiele■ IIiaiserstrasse 69. Beginn 8 Uhr« Tel. ‘Hansa 5516. .' "■Täglich 4 Uhr-Tee - unter Mitwirkung erster Kunstkrä'ts. In einer halben Stunde verbreitete sich im Stähtchen das Gerücht, man weiß nicht wieso, daß Leib' Salme». Eltes Junge, der sich als Tnnichtgnl nach Warschau; be gebe» hatte, ein großes Kapital mit nach Hanse gebrach! habe. Arme Weiber, segneten ihn. Die Männer seufzten vor Neid und bruininlen traurig: „Ja, die Kinder! . ." Kunst. Auf dem Wege zum Mische» Drama? Zn Franz Werfels magischer Trilogie „SpiegelmenschL*, Das Probtet» des jüdischen Dramas ist zweifellos eines der wichtigsten, inicressantestcn Probleme der neuen jüdischen Kunst. Wir haben eine große Lhrik: Das Hohelied und Inda halevis Schövfnngen, wir haben ein bedeutsames Epos: Wendete mocher ssorims Werk —, aber wir habe» . fein großes, kein repräsentatives und origina'.es jüdische: Drama. Das Problem heißt hier sür uns: Ist ein tüdisches, von dem europäischen genudsählich verschiedenes Drama möglich und worin nttißlr dann seine Soitderart bestehen'?' Wie man auch diese beiden Fragen beantwortet — und der Verfasser nachsolgender Besprechung möchte die F-.ag' > ach dem „Tb" bejahen, die nach dem ,.Wie" nndentungsiveii, lösen — eines tst jedensalts klar: Das klassische 'iüdische Drama kann iticinals auf abendländischem'(Boden eni stehen, sondern nur im Orient, in Palästina. - -D-Reo. Sdddit Ein Kinder zu Tonn n Iss Jid. Tnraferein. Anme’dnngen schriftlich: Jüd. Turnverein, Unterlindau 21. Heule, in den Tagen der Wende und des Beginns unserer jüdischen Kunst, muß eines immer wieder beton! werden: daß wir uns nur ans nnsre schöpserischen Eigen j'.esepe besinnen, auf den Rchhthnins unsres nrlrästige,, Erlebens hinlauschcn müssen. Denn die Gefahr ist dies: daß wir Alt«Uebertonimenes blind übernehmen, Falsches, Unorganisches nnserm Wesens lern äufpsropfen, kurz — an der Kunstnenschöpsü'ig vor nbetgehrn. Und diese Gefahr wird drohend: tv i r >iitd aus d c m W e g e z n r c i g e n c n K u n st. Das zeigt in plastischer Weise Werfels „Spiegel nt e n s ch", der seine Visionen in n e u c Formen bannen will. . Sein Gewaild und sein Inhalt erscheinen zunächst buddhistiscl, — doch das verblaßt, wie auch der romanlisch groteske Einschlag, vor eitlem starken Miterleben, einem wahrhaft östlichen Geist. Diese „magische Trilogie" gibt den Weg der „drei . fachen Schau": Vom Jch-Besiunen zur Jch-Uebcrsteiger nng, znin Jch-Leiden, schließlich zur Jch-Äuflösnng int .Nirwana. Es ist das schicksälhafle Werden des Menschen., der sich in schärfstem Einstelle» nur ans sich selbst — entzweien muß in seilt Ivahres, gtttcs Ich und,in das gnnklerisch-niarktschreierische Spiegcl-Jch. Dieser „Spiegel tneusch" lockt ihn von Niedrigleit zn Niedrigkeit, von Verrat zu Verrat: von dem am Vater, zu dem am Freund, am Kib, an, Kind. Bis Thainal — durch Leiden zur. *) Kurt Wolfs, Münchcit >921. Alt*H Kran letzlei ihllz lchoß sü'h Sphi loa re gegel Pvisc oder nahe, der A tuerd des S p > eitien Er. , daß t iit te bar 'ii ich an d gezei in) nicht Etnsi dist Raht Äste, Tchl zeit Stal lonsr Spie des' > Einh hinai diese li.ch e u IK. Go! liiachuu Imiterhe llicit . .Til Jv.i vcrt Ijichllich I hegen Illabc d läharak Ilete Z, liti dies Iiiiiö er liatirtiti Itit erivl l'Si'toitit lAraber jli' n g e ll'lem: , luäiitltcf Ifrtjaft c bereitungen getroffen, unr de» .Kantpf zu.(beginnen, wo möglich aber du: Parteigänger des Kaisers zu überraschen. LonßtMttius' hatte Rom imd Italien verlassen und war nach Griechenland und Pminvinut geeilt, um die- Heerhanfeti zu vereinigen) die gegen die Perser geführt werden sollten, .um mit ihnen nach Gallien zu ziehen. Julian, von Allem genau unterrichtet, beschloß, nach Italien zu gehen und Ront zu überruinpeln. Seine kainpfgewohttten Legioiten -halle er in Eilmärschen, aber geräuschlos bis zum Briganckiner'See (Bodensec) vorrücken lassen; danti eilte er ihnen nach zind nahm sein Hauptquartier augenblicklich in Eonstanz, .während die Cohorten bereits tun den ganzen Tee hernm 'bis nach Brigantiuin (Bregenz) sich ausdrhiiten. Patrika legte klopfenden Herzens den Weg durch das Rheintal zurück. Er hatte sich her militärischen Kleidung ^wieder entledigt, und nur die prächtigen Waffen an sich - gehalten, mit denen er ausgerüstet worden. Die hiutmel- - ansteigenden Berge, die in ununterbrochener 5lette von beiden v Seiten das stroiudurchflosseite Tal umschlossett, und von .-"-denen viele ihre grauen Stirnen mit fungfräulichem Schnee . bekränzt hatten, die lachenden Flureit des Tales selbst mit . ihren wohlbestellten Feldern, das dunkle Erüu der Forste, ^welche die Seiten der Höhen anstiegen, die .zerstreutetts Mutschenwohituttgeii, die.sich hier und da zu Dörfern und Flecken zusmnmeitgctan, die rauschenden Bergströme, die wild aus den Seileutälern herausstürzten, um sich mit den weißgrüiien Wellen des Rheines zu vennählen, alle diese Herrlichkcileii, die nach den Schrecknissen der Hochalpcii, : lvckche er soeben Lbcrivunden, so ivohltuend wirken ntußten, mögen wohl sein Auge unbewußt ergötzt haben; aber seine Gedankenwelt loar zu, sehr ersnlll von hem, was vor ihm lag, als daß sie bei seite» hätte lange verweilen töiincn. Noch hatte er die Stelle nicht erreicht, wo der Rhein sich in den See ergießt, um erst nach einem Lause von. vielen -stunden aus dcms/etbeit. wieder hcrausznlrcten, als ihm eine schar berittner Soldaten entgcgcnkant, ihn nnhiclt und ihn befragte: wer er ^ei, wohin er ivollc, woher et) komlnle? Patrika zeigte das Schreiben an den Unterseld* Herrn Eupolemos vor, und verlangte, zu diesem geführt KN werden. Glücklicherweise befehligte dieser die ganze Borhut des Heeres und befand sich in Brigaickumi. Bon zwei Soldaten bewacht, ivnrde Patrika dahin geführt, und bei dein Quartier des Generals atigelaitgt,- iandlt: er das Schrchben zuihm hinein. Rach kurzer Zeit wurde er hereingerufeu, und stand vor dem tapfer» Krieger. Prüsciid sah ihn dieser alt, und auch Patrika koitntc nicht lange mehr Zweifel darüber hegen, toen er vor sich habe. Es war derselbe Eupolemos, -mit wclchcnt er in seiner Jugend zu Rom eine freundliche Bekanntschaft gemacht, ktnid mit dem er zttgleich die ritterlichen Künste der Waffen^ siihruiig tuttb des Rossebändigens erlernt hatte. Er brauchte nicht lange zit .harren, dett» Eupoleiitos streckte ihm dio Hand entgegen und hieß ihn in wärmster Weise willkommen. Bald saßen sie in innttiches Gespräch versunken sich gegenüber, und die Bilder der vergangenen Zeit rollten sich vor .ihrer Erinnerung ans. Tie gedachten der Tage, i» welchen sic zu Rom .in geineinschaftlichem-. Streben wetteiferten, und die von Strapazen, Sorget und Aümtuerüttssen schon etwas gealterten Gesichter wurden ^von 'heiterem' Lächeln überzogen, da sich manche komische szene ans jener Zeit vor ihnen erneuerte. Aber untvillkürlich vet> düsterte sich das Antlitz des Eupoleiitos, als der 'Raute Meschullatits genaitnk wttrde. „Das ist ein böser. Name," rtesser aus, „und ich rate Dir wohlmeiitend» in Gegenwart des Augustiis ihn nicht-zu iiciinen. Meschuklam -hat-uns dem EonstantiitS verfällst, und diesem die Blittcl geliefert, den'Krieg auf lange Zeit zu führen. Biel von dem Blute, das vergossen, von dem Menschengut, das zerstört werden wird, hat er . darum aus seinem Gewissen, und wenn er in Pie Hände der llnsrigen fällt, hat er eines schlintincit Schicksals zit gewärtigen! — Dn aber, Patrika," schloß er seine Rede, „bist bei dem Kaiser hoch angeschriebckn. Wie Dn sichst,, sind wir von Deinent Lcbcnsgang wohl untcrrt'chict, und-die Tapserkeit und die msklicht, die Du in' jder Verlcidiguiig Galiläas bciviesen, haben Dir selbst bei bei dein Kaiser ieine günstige Meinung bewirkt. Da ich eben den Tagesbericht an deiiselben zu schicken habe, so werde ich inihm Deiuer Aiikunft ctlvahneit und mit eine .Andienz sür Dich bitten. Ich' tvcrdc Dir jetzt ein Quarticxanwcisen lassen: dahin begib Dich und pflege .der Ruhe, deren Dn nach teiner so mühseligen Reise bedürfen wirst." Es war am Alorgeii des zweitfolgendett Tages, als Patrika nach dem Gebot des Kaisers 'sich ans den Weg nach Eonstanz machte., Eupolciiios begleitete ihn,,da'.er zu cineni Kriegsrät berujeu war. Bott einer Schar Reiketl begleitet, ritten sie längs des gatizen halbmondförmigeu klsers --des Sees.- .D.ie ' geKäiiseltcii btanen Welte» desselben schlugen im regelntäßigen Wechsel rauschend an das Ufer »ud beneblcn znweilen selbst die Hufe der Rosse. Gegenüber erhob sich terrassenförmig ein grünes Gelände, von Häusern übersät, über welches sich ein grauer Gc birgsstvck türmte, aus' dessen höchsten Spitzen ewiger Schnee ruhete. Die Strahlen der aufgehenden S'ottne nbergossett de» See und die Alnken und hie grauen Felsen mit Gold» glanz und prallten in silbernent' Lichte von "beit Schnee sirsten zurück. Darüber war ein tiefblaner Himmel gespannt. In der Seele Patrika's tauchte das Bild eines andern Blauen Sees mit grünen Gärten und grauen Felsen ans, und stellte sich neben das farbenreiche Gemälde, das vor scincii Augen sich ausbreitete. Und langsam trat ans den Mhrthen- und Oleandergebüschen eine weibliche Ge stall in wclißeit Gewändern zu ihm heran, und richtete dir trübcriistcn und doch so liebcssüßen Augen ans ihti. ttnd der leise slüst'erttde /Mund trug den schmeichcliiden Laut in feilt Ohr. „O, mein Patrika!" . . . Das Haupt PatrikaS war längst ih,n ans die Artist.gesunken, und sein Blick war nach innen gekehrt; aber sein Ange sah die Gestalt und sein Ohr veriiahm die Laute. Nicht so? Die Wellen des heilige» Sees von Liberias plätschcrit noch und schimmern im Sottnenstrahl, und der Wind flüstert durch die Palmziocige — aber die liebliche Gestalt, mit den großen Augen und der süßen Stimme, lvvhiii ist sic geschivtinden? . '. . Iit diesem Angettblickc erscholl die-rauhe Stinttne eines Kriegers, her Eupolemvs eine Meldung brachte, — der perlende Tautropfen^ im Auge PatrikaS verschwand, er richtelc sich Hoch im Sattel aus Mid wußte wieder, das; er am Ufer des brigaiitinischrn Sees sei. ' . . .. (Forisetzung folgt.) JnliannS stand vor einer Gruppe von Offizieren im gtoßcii Saale der Burg von Konstanz, als Patrika Hereingcsnhr! ward. Er wandte. sich zu diesem und blickteihn prüfend an. In seincnt--sprechenden-Auge drückte sich Wvhl- -gesallen an der. hohen, kriegerischen Gestalt und dem wohlgebildeten, mättitlichett Antlitz des, eiitstigen galiläischen^Anführcrs, aus.. Nach einigem Schwcigcit redete er Patrika an: .Also' das -ist der indische Rebelt, der sich jetzt dem Arme der strajenden Gerechtigkeit entzogenhat?"

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