Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 19 (1921)
- Issue
- Heft 22 (9.6.1921)
- Date
- 1921-06-09
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 82% known words query
- IRI
…/2692297-2693227-2693249--11501-2706966- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Nr. 22 22. eii ich die Hfl 8 und 8 eii» iesigoi, ■a i» Rai 'in teil S'c» crftnrti. ‘frf/iwr e bic Offi Hfl der Ie Bei. ch ir icraus ver z„ eine», rchrist! » h u . » w i tz lirunter >;n de.' iel der ulies miflescheu ehöreu, v » e ii oärmer, unter ustown i t c ii" »id ein » Land eiittadii Feuer, det auf Sitzung rdnuiifl. nerhölp es weiiberalr» lerlichrn »ge fle« gelegeniptsyna ii Besitz lenutzen. fl iiiiflcmfl erst ls der itweiifle- Kenutl)ii dem m Bud bei iljr tiou er b__ r,rast Sitzung, i» Br igscimem rd bei», das; dir der ihr opin dir reiin de» Bc 'Sdienstr, werden. eboreneii rssig ge ciegsteüalSbald c .Warnen in chtineu»;.' e u. ii e > ,n:}, hx B^eiuc Veiev,: ja Itlt. Reue Jüdische Press*. Seite & fein. Der Enttvurs der Geheutlaset, stammt von dem - Archiletten der Fsr. Gemeinde Franisurt, S ch r a fl e n.- d.eiii' und wurde von de»! Bildhauer Ja,). 2 c|rit a r ( di i i d ausgesührt. . Die Gedenttaset enthält die 'Namen von nruii Stticocvn, die ihr Leben auf dem Felde der Ehrg-für Deutschlands Wehr lassen inus'.ten,. Die.Frier selbst wurde mit „Ä.sed Tod" non Peer Ghnt eiiigeteitet. 'Illsdann folflte ein Psalm, vorget.-aczen von Kantor E s ch w e fl c. Der Vorsitzende des Be rjns Frenndschastsbuiid, H a r-r t> st « n t e v , übei'flab mit einleitenden Worten der Gemeinde die Tasel; er führte ».. a. ans.- „Westwärts schneist der Blick, dort wo in Frankreichs Erde die toten Leiber deutscher Krieger ruhe». DstwüriS wendet sich das Auge nach, dem rinstiflen Zarenreiche, dessen Baden mit deutschem Blut gelräntt ivard. Hiininel ivarls strebt der Gebaute, in der Erinnerung an.die, die ihre Liebe zum Parerlnnd mit ihrem Blute besiedelten DaS -- feindliche Geschost fragte nicht, wes; Standes und welcher Neligivn der Krjec'g'c sei, dein es »alt Tausende von indischen Soldaten haben opfernintig ihr Leben sur ihr deutsches Baterland in die 2chanze geschlagen. ' "" " Jlucl; unsere Gemeinde hat den Verlust von wacleee» tt'.ieflec» zu betlaflen. Wir wollen seht >'ine Godenltase! ent Hullen, die tammendeu Geschlechler» tiinden wird von dem Heldenmut' der Äuflehöriflen der ■ Bvckenheimer Indischen Gemeinde, welche j„i Weltkriefle ihr Leben liehen. Kaum brauch is einer solchen Ehrentafel, de »i unveegehlicher als Erz- und Stein wird der Name der gefallenen in unseren Kreisen sortleben. lind doch sei die Gedenktaie! eine Eli'nneruiifl an verdienstvolle Totei ein Ansporn für die Lebenden, mitznkämpsen, wen» es sich um das Wohl unseres fleliebteu deutschen Vaterlandes handelt, mitzusechten, wenn es gilt den Kampf sur unser Necbt. lind so fällt seht die Hülle von der Ehrentafel: hierbei last »ns jeder im Stillen der Toten gedenken. Auch sie sind gefallen als jüdische Blutzeugen für Deutschlands Ehre! 2ie ruhen in Frieden." Nach Uebergabe erflrisf der Gemeindeülteste: IN o r i tz B r e -s l a u das Wort, uni den Dant der Gemeinde ansznsprecheu mit dem Gelöbnis, das diefes Ehrenzeichen für alle Feiten in teure Dbhnt flenominen worde.. stiabb. Dr. Horovi tz sühne in seiner Rede folgenden Gedanken aus: „Die in fremder Erde enue»-- den Helden haben mit dem hentifle.i Taue ihre Heimat u-iedecaes»iiden, indem sie für eirifle Feiten als leuchtendes Beispiel für koiiimende Generationen im Gottes hause verewigt sind. Weit einer Variation über daS Lied „Fch hatt' einen Kameraden", schloss die Feier, die für die Teilnehmer stets in Erinnerung bleiben ivird. «leine Notizen. Im Talmud-Thora Verein (Hörjaai Geiiieinde-Syiiagoge Vvraeplagi hält S a n, s lag. den 1k Juni lErew Schowuaus) abends 8'e Dr. B. Ai an einen Vortrag über Megilath :1tnth. De Teilnahme von Damen ist erwünscht. IT N«u eröffnet! *»■ Cafe Schneider, Zeil 46 Konditorei feinster Backwaren. Spezialität: Pralines* Sepphoris und Rom. Ei« historischer Roman auS dem vierten Jahrhundert. Bon Ludwig Philifpsohn. Fortsetzung^ „Dies, geliebte Helena, war meine Fugend. F chhabe Dir ihre Schrecknisse, ihre Entbehrungen und Demütigungen nur mit schwache» Worte» geschildert: sie war eine lange Rächt, deren dunklen Wollenschleier nur hier und da ein Stern des Geistes mit seinem Lichtstrahl durchbrach, und Nur dieser allein vermochte meine. Seele vor dem Untergang zu retten. Sprich, habe ich Dankbarkeit gegen Eon. stantius zu hegen?" Die Kranke hatte längst ihr müdes Haupt wieder au die Schulter ihres Galten gelob»> und mit Ihren Händen seinen Arni iimsaftt, wie mn sich aufrecht zn erhalten. Tränen waren ihren Singen entflossen, und mit zitternden Lippe» sprach sie: „Liebling meines Herzens, was hast Du gelitten! .... - Aber meine Schwester?" „Wie anders" snhr Fnlian fort, „kannst Du dealen, als das; alt mein Streben dahin gehen wird, sie sicher zu stellen, so weit ich es nur vermag, und von ihrem edlen Haupte jeden schweren Schlag jernznhalieii, so weit es in meinen-Mitteln liegen ivird! Feh gelobe es Dir nicht in dieser Stunde? denn ich weist. Du veriranesl: mir. Ein gutes Geschick wird mich leiten: last uns das Beste hosfe». . . . Seim aber ist es -genug, llnsere Seelen haben ihr Gelieimsies miteinander nnSgetanscht, und also mögen sie sich einst wiedersinden. Doch verlange nicht, Teure, das; ich von Dir fern bleibe. Ruhe jetzt, und sowie die dringendsten Geschäfte abgetan sind, erscheine ich ivieder bei Dir." D ..Er löste saust die Hände seines Weibes von leinene Arm. und legte ihr Haupt, ans die Kissen zurück. Helena lief;' es geschehen, denn sie war völlig ermattet', und sie schlöst die Singen wie zn einer Dhninacht. Fuliau verliest ihr Lager und ries ihren Frauen. Aber Helena hatte Recht behalten. Er kam »iclit iviedec zu ihr zurück. - Gegen 'Abend erwachte sie aus einem'unruhigen c-schluminer. Ein abermaliger Btntstrvm enlgiwll ihrem Munde, aber bald stockte dieser, denn das Lebe» war plötzlich-aus dein schönen Körper des snngen Weibes, entflohen. , ' DaS S ch » w u a n s » L e r n e n des Vereins findet in der ersten'SchownauS-Ncicht in der Aula der israelitischen stc'eligionsschnle, Herinesiveg -:.'b/27 statt. Beginn d'S Ler nens 1k Uhr nachts. Die soziale Kvmmisjion der Ag. Fsr. Fngeiidczruppo ersucht uni Fuiveisnng von Kleidungsstücken und Wäsche. Frau Goltlieb, Königswartersir. 17, nimmt die Fnsendunge» entgegen,- auch erfolgt aus Wunsch Abholung Die H e b r . S p r e ch s ch n t e hält Montag, ist. Juni, 5 Uhr im Hörsaai Börneplap eine P r ii s „ « fl ihrer Selmler ab.ttRadb. Dr. obei u d Ravb. Dr. Salzberger prüfen. Srankfurter Beranstaltnugen. Taluiud-Thora-Derekii. (Hörsaal Genieindeshnagoge Börneplatz.) Sanistcifl, kl: Schulchan Slrnch illiiua>'/, : Naschi iLipinsty), 8>/r: Megillath Ruth (Dr. Ma„>. Dienstag, nach Schacharis: Schulchan Slruch AInnai, K>- abends: Rewiiiu (Unna). Mittuoch, nach Schacharis: Mischna (Grosh, 0[s: Eha: waus haleivonccns (Dr. Braun). Dr-»uerstag, »ach Schacharis: Schulchan Slrnch (Uniicn, s' e: lüemorv (Uitiinl*). Freitag, nach Schacharis: Mischna (Grosti. Fo.tbildung für Knabe»: Samstag. .'!' e: Schul.ha»? rucke i?!bt. A. Dr. Unna,?tbi. kl. Gros, Abt.-h'- Dr. Brauul. Dirnslag, l>: Schulchan Slruch <?lbt. 6. Dr. Braun), Mischna (Abt- Alinnai, Mittwoch, <>': Sclinkchan Ltrnch (Abt. B. Gros'). Donnerstag, I'>: und Freitag, -!: Gemoro (Abt. A. Unna'). Schinr s. Damen: Mittivvch, t»,: Dinim Fiuna». M v n t e f c o r e, Mittwocb, d>> ,: Fugend und stiele - givsität. (Frist Schwarzschild). F ü d i s ch e r Tnr »verein, F. T- V. Heim »; d Büro: llnterlindan 2t. T»r»zejten: Herrenabt.: Miltwo.h, Maurrweg l: Föglingsabt-: Montag, 8, Dentschherriv fcii 17: Knabenabt.: Montag. 5 Uhr nachm., Mauerwea l: Damenabt.: Donnerstag. 8 Uhr abends, Wittelsva.her '7,!fer 10; stliadchenabt: Donnerstag, l Uhr nachm., Wirtetsbacher Slllee 10. — Joden Dienstag abend 8'->, Unter« l in da ii 21: Heimabend. Der Kapitalist. Slizzo von Abraham Reisen. Das Wehen der ersten Frühtingsluft aus den 'Warschauer Gassen pflegte jedesmal in der <-eele Leibs eine Srhusiicht nach der. Heimat ans,»lösen, nach dein kleinen Städtchen, das er als Fünfzehnjähriger verlassen und seit ungefähr sechs Fahre» nicht ivieder ausgesucht hatte. Er durste jedoch der Sehujucstt nicht solgen» den» er hatte bei seiner Abfahrt dem Vater das Verspreche» geben müssen, in der Groststadt ein Mensch zn tverden, das l,eistt im Dialekt seines Vaters, Geld zn verdiene», tlnd in diesem Sinne ist er noch lange kein -Mensch. Seiner' eigenen Ueberzengung »ach ist er zwar ein Mensch getvorden; er ist in der jüdischen, policischen und riissifcheil Literatur belesen, er kann mit Menschen nnegehe». *) Religionsschnle Herinesweg 27. Oüenbaclier Dmcklnlt-Aslage Offenbach a> M. Telefon 123. Unübertroffene Tepp'chrrinltfnng mittelst Dcncklnft. l?cit grbildole iungo Lento zn Kanceraden, er l>at sogar mit einem -Mädchen ei:: Liebesverhältnis, wiewohl sie beide vo» Liebe ciciteiuandcr noch ititln gesprochen haben. 'Aber euiecc Men selten im Sinne des Vacers repräsentiert er doch iininer nicht, — er verdienl sehr wenig und tan» canm den Lebeitsuitterlgcü bestreiten. Mal gibt er eine Stunde, ein anderes Mal fertige er Sebreibarveiten an, — und wenn es schuic gar schleebl gebe, lebt man znsammeit enil Kotlegen. Nun wollte es das tKlück, das Leib eine Arbeit belam, wobei er ganze .70 Nilbel verdiente! IInt» dies gerade einige Wochen vor Pesach. Da begann sich der Gedanke der Heimsahrl in Leib so stürmisch zu rege», das; er sich ihm nichk wener widerseste» tonnle, und er begann sich zur Fahrt zn rüsle». Von den .70 sttnbeln glaubte er »ocl> mindestens 2.7 stenbel nach Hanse bringen zn können. Ein Kapital Ist es frrilich nicht: aber soviel er sich erinnern kan», gilc beiihnen im Sladccsten Estaim Selpes als ein Kapitalist, und sein ganzes Kapital beerägt — wenn schon viel - IOOO- Rubet. Wen» de», sc ist, tröstet iich Leib, tan» ich doch mit 2.7 stc'nbrln ruhig vor den Vaier treten. Doch er hatte sich verrechnet. Der »'Anzug kostete nicht >2, sondern >.7 Nudel, der Hict tost'eie ebenialls ein:» Nnbet inehc-, dazu sind »och alte Schuldete binzilgelomiiieii. die er tilgen »instte. >tnrz, es blieben an barem Golde blof; 1.7 Nabel. Nun lostet die Neise nacki Hause, einem T i,idlcl:en im tKonvecuemcni Lomrza, st Nudel, bleiben 12 Nudel, von denen er noch st, Nnbet für die Nückreije znrückbehalkeu must. Leib fährt nach Hanse. Das Hee; kionfl ihm vor -Angst und Besorgnis in der Brust. 'Aach sechsjährige!» -Anfenthalie in Warschau mit so'.ch.-r Stimnie heiinziikeiireu! Eine böse Geschichte! Der Vacer wird ihn verhöhne» and mit allen 'Milteln bcive'sen wollen, das; man »entzulage cäme Geld ein Nichts fei: er tvird svotlen und inneren. >vie es schon einmal seine 'Art ist: „Sechs Fahre fielt hernnigeiriebeu in einer so grosten Stad: und gebracktt —!> Rubel.'" Leib lies; dabei durchs 'Waggonienster seine Blicke ans die inc Kreise sich drehenden, naclieinaudechüvseicden Dörfer, Felder und Wälder schweifen. Sic alle schienen seines Kapitals zic spoiten 'Als der Fug unn stehen blieb, sah Leib drei Fnden ans einem andere» 'Abteil gussteigen, zwei erkanicte er. Es waren 'Nachbarn vom Städicbeii. Er wollte auf sie zccgcheu und nach dom üblichen „Sckwlem?tleicheiii" jsth »ach seinen Eirecic ecknndigen, — doch er besann sich nied meinte, es sei besser, sich niclii erkennen zn gebe». Er hatte sich wäheend der sechs Fahre diesen Tupen so entfremdet, das; er sich nicht recht traute, mit ihnen ein <i>c« sprach nnznknüpfri!, sie könnte» ihn noch mit Spott empfange» Weist er dockt, das; diese Fnden sich über einen „Deutschen", besonders, wenn er »och obendrein arm ist, instig mache» und ihn ziun besten lialien. Das Städtchen war voic der Stativ» niigefälir einen Werst entfernt. Beim Bahnhof loartetcn zwei Fuhrleute: Leib konnte fteil sogar erinnern, wie sie Inesten. Der eine war Hirstch Pejrhcs, ein lustiger, redseliger Mann, der zweite Fsraet Misclies, das gerade (Kegenteit — und deshalb wählte iliti Leib bei seiner iiiebergeschlagenen Stimmung. Ihr Leichnam wurde einbalsamiert und nach Noiii zur Peisejinng gesandt. 12. Kaum hatte die Sonne ihee ersten Strahlen über die Ebene geivorsen, welche Patrika gerade durchritt, als er voin Pferde stieg, es einige Schritte in einen nahen Wald führte, und auf einer lichten Stelle den Brief heransholte, den ihm Iddo »och besonders batte übergeben lassen. Er vif; ihn auf und taS: „Patrika ich brgrüste Dich in der Freiheit. Sei ein ein Held, ivie D» es gewesen. Feh must zu meinem Schmerze der Herold grosten Leides für Dieb sein. Es wird Dein Herz zerreisten — aber Du mustt es überwinden. Du mustt ein Held sei» um unsertwillen." Und da lag die Unglücksrolle in seiner Hand, und sein 'Auge sah die unseligen Worte, die ilnn, den Tod der treue» Pilgerin verkündete», de» Tod, den sie für ii>» erlitt, als sie ihre letzte» Kräfte anfrieb, um zu ihm zn eilen. Eo hatte dies so oft gedacht, glaubte es so oft zn ahnen, seine Mirjam erschien ihm sclion längst als der Geilt einer 'Abgeschiedene», der ihm noch immer Worte der Liebe und des Trostes in die verziveifelnde Seele slüstere — und dock,! diese Gewistheit', wie zerfleischte sie sein Herz, ivie erfüllte sie ihn mit niiendliclier Traurigkeit! .... Er tvar ans de» Boden gesnnke», seine Faust halte einen nahen Stamm einer jungen Ulme gesagt, und sein Haupt lehnte a» einem Straiicl», de'ssen Dorn ihn verwundete, er fühlte es kiickit. So brütete er Stiiudeii hi», ohnr festen Gedaliken,' ja ohne eigentliches Pewusttsein, bis sich seine Lebensgeister allmählich wieder sammelten, und plötzlich der Husschlag eines Nojses aus der -Heerstraste ihn ans seinem dnmpsen Tnibsinn weckte. Er fpraeeg ans, der Gedanke an die Gegenwart und ihre Forderungen über Gm ihn. „Fliehe, fliehe, vielleicht entsliehst Du Dcinenc Knnc mer! Hinein in den Strom des Lebens, kämpfe mit seinen tobendeit Welten, bis sie Dich hinunterzicheic in die dnntle Ti'fe, oder Dich schleuderte air den steiniczen Strand!" So ries es üc. ihm, nnd schnell -holte er sein th'os; herbei, gelangte wieder aus die Ttraste, schivang sich auf de» Sattel, und galoppierte fort. 'Ach! jenes Siegesgesühl .vieder erlangter Freiheit war ans seiner Seele gejchivunden: nicr der - Sturm des Schmerzes, des Haders mit dem Geschick, des Unwillens über die Launen des Lebens, das uns großes verleiht, um ihm im nächsten 'Augenblick feinen Wert zu nehme», trieb ihn vo» Faunen und erfüllte ihn zicletzt mit Trotz. Doch nein, — c i n Godanke an das verlorene Weib, und seine Stimmnng löste sich wieder in Wehmut auf, und er gedachte nur des eine» Fleies: durch den Sjieg über Rom zum Grabe seiner Gattin zu gelange». So durchzog er die üppigen Fluren Ftaliens, die, damals noch niebt vom Fuge der Verivüstung zertreteic. sondern von fleistigen Völkern bewohnt, einem einzigen Garten glichen. Die gröstereu Städte vermied er, und in den kieinecen vecsciaciflen ihm' sein 'Tifiziergen'and und' die salsclien Depeschen, die ec vvrzeigte, 'Alles, wessen er zn einer raschen Förderung bednrjte. Dabei liest ec es sich jedoch angelegen sein, über den Stand der Dinge, namentlich über die vorbaudeuen Kriegsmittel und die Vorbereitungen, die getrvsi'en wurden, Erkundigungen eiiizuziehen und 'Nacchrieblen zn sammeln. Endlich erreichte er den Fust des hoben Gebirges, das Ftaiien von Germauieu und Gallien scheidet. 'Aber er vermied die damals gewöhnliche Straste durch das weskiick,,' Hekvetien nach dem Lemnner See, weil hier Heerhausen standen, welche Eons! au lins zugc-lan sein jollleii, Er verscliajsce lieb vielmehr Führer, die >>>» über das weniger gangbare Gebirge im Ssten, leiteleu. Es war eine schwierige und gefährliche Fahrt. Ueber hohe, sali ungangbare Berge und Felsen lief der. schmale Pfad immer höher, bis in die Region des ewigen Schnees: steile Klippe» waren Inimuj und herab zn tlimmen, sclavindeinde Tiege über donnernde Wasierstürze zu übersechrrtten: dicht a» Abgründen vorüber führ io der schmale Pfad. Ivo selbst decs Sanmrost kann, einen Halt für seinen Huf sa»d: dabei der Fron de Eisfelder und der Mangel an 'Nahrung zu ertrage». 'Aber Patrila übeceeatcd -Atles, und sei» Gemüt slartte sich au den Scchrectniiien der Naiur and an de» Mühsaten und Gesahren des -Weges - - Endticki gelangte er n-.icli der ileitie» Sindi (intin lEhnc c, und ueijointe von liier e.u:- das breite Niieincal. Hier erhielter die überraschende .Kunde, das; er bald ans Truppen des FnHanus l'ioste» würde. Wä!)rend näiiitich Eonstantins, verleitet durch die sclieinbare llnbewiglichke'-t Fulians und verblendet durch die Vorspic-gelangen saischee Freunde, sich in der tieberzengnng wiegte, das; der neue Bewerber um die Würde des Angustus Nichts gegen ihn zn uiiterciehmeu wage und zufrieden mit der Herrfchafc in Gallien seinen Angrisr abwarte: hatte Iutian mit allstervrdeutlichecllmsicht und nnermüdlichem Eifer alle Vor-,.