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Neue jüdische Presse · 1921-06-09 · Heft 22 (9.6.1921) · p. Seite 2

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
19 (1921)
Issue
Heft 22 (9.6.1921)
Date
1921-06-09
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Nr. 22. Seite 2. PAUL, JORICHS KÖNSTLERSPIELE ' 7 Uhr Schäfergasse 13/15. 7 Ulir. Vornehmes Familien-Kabarett. Der Änlrag wurde einstimmig angenoimncn. - •Cbcrtantm- D o v i b! o h » - Berlin beaniragic, den Vervands-Vorsland zu beanstragcn, unverzüglich bei Sinnig uiw ütcichsbehöidcn tu hin vorstellig zu werde», das; bei der 2ftinf}uu_q des neuen Judciigesetzes die Kultnsbeainie» in mensrieller und sozialer Hinsicht so sicher gestellt iverden. Das: ihnen eine ausreichende Eminenz gewäyrleisteWmtLd. Di.fer Annas, loiirde gleichiallS eiiistinimig angeiioniinen. Für .OigMiisatioussr^geii liai Otzeetanlor Z j » i- Elbeneld eingeliende- Leitsätze eingereicht. Die Borschliige gipsU:, in einer weil durehgejührien Dezeiilralisalio». Die ans DiZeiitralisarion, bezn>. aus Schassniig von Proviuzjatverbänden gerichteten Anträge wurden abgelehiit. 'Aach Schlnst des ersten Vertzandlungstckges beantragt Sl c>. o Nadel- Berlin die Einsetzung »iner Kommission zur Förderung und zur Erhaltung des iradilionellen Ehasoiics. Diese Kommission solle im befoudcrcn SjiertcU jahrcs-Heste mit Boten herausgegcben und halbjährliche Vortrags-Ziisänimenlünstc einrichten, an welche» von Kantoren für Kantoren die mitgcteiltcn Gesäuge und andere uiusikaiischr Angelegenheiten vorgciragcn werden. Der zweite Verhaiidliuigsiag wurde von Kantor Körnitz? r -Hamburg geleitet. Er war in der Hauptsache fachwissenschaftlichen Bvrirägen gewidmet und brachte ein vorzügliches Referat von Obertantor Asch-Berlin über den Gesangsvortrag unter Berücksichtigung des syuagogalcii Dienstes. De» zweiten Fachvortrag hielt Kantor G n t j in a n n -Potsdam über das Sabbat - Ein g a n g s-> l i e d. Im Anschlus; an diese Vorträge beschäftigte sich der Kantorcntag mir den Verhältnissen der Kantoren an den Berliner subventionierten Gemeinden. Hierauf wurde» interne Vereinsangelegenheiten erörtert und der Mitglicdsbeitrag auf Mk. 24.— jährlich scstgesetzt. Bei der V o r st a n d s w a h l lvurden gewählt: Zum ersten Borsilzenden ' Oberkantor D av i d s o h n-Berlin, ziim zweiten Börsinenden Fabis ch -Göttingen, ferner .S ch w a l - Berlin, Zivi - Elberfeld, F r c u d c n t h a l - Luckenwalde, Lev», Bcllack, G n t t m a n n - Pöisdanl und K o rn i per -Hamburg., Erez Israel. 2VVVV0 Dollar für die Universität. * Das Komitee d cs A er z tev e r b and es in New?) v r! veranstaltete zu Ehre» Wcitzm a n n s und E i n - st ei ns ein AbfchiedSbankctt. Dr. K ah eff, der Vorsitzende, machte bei dieser Gelegenheit die Mitteilung, das; die jüdische Dlcrzle New Parks bereits 200000 Dollar für die in Jerusalem zu errichiende medizinische Fakultät aufgebracht haben und die Lumme von einer Million zu erreichen hoffen. Deutsch-Oesterreich. DaS jüdische Schulwerk in Wie«. Das vom jüdische» Schiilvercin geschaffene Schntwerk entwickelt sich günstig. Das Reatgy m.n a.s i n m umsagt bereits drei Jahrgänge in 7 Klassen mit 3:0 Schüler». Die im Vorjahre errichtete V o I t s s eh u l e, Deinsgasse 33, wird durch die Erösfnung der zweiten Klasse erweilerD Eine neue zwcitlassigc Volks sch ule wird dein n ächst Taborst raste Al eröffnet. Polen. Da§ macht die Tote» nicht lebend. Auk Bericht der Untersuchuiigskommiision beschlost das Parlament einstimmig, die Regierung zu beaufiragen, die gcrickitlichc Untersuchung gegen die Schuldigen an der Erfchiestung von 3l Juden am!>. April I!ll!> in Pinsk lein zu leiten, die von General Listowsli cingehobene Büste von 10000G. üllitbelii der Pinsler Judcnschaft zuriickzuerstatten und die Hinterbliebenen der 31 Ovser zu enlschädigen. Grotzbritauuieu. Die Buei-Brith-Logen für de« Zionismus. Die in Manchester unter Anwesenheit von 100 Delegierten tagende Jahreskonserenz der Brci-Brith bcschlost einstimmig die Jdcntisizirung mit der zionistischen Bewegung und der Anteilnahme an dem Ausbau Palästinas. Amerika. DaS neue Heim für jüdische Einwanderer in New Nork. Das von der ,^Hachnvsas Orchini and Immigrant Aid Society" in der. bisherigen Ästor Bibliothek errichte e Het.n . sür jüdische Einwanderer wird am 5. Juni seiner Brstinnniing übergeben. Die ganze amerikanische. Jndenhcit hat bcigestenert dieses bewundernswerte Heim zu errichten, und die Um» Wandlung «ns einer Bibliothek z» der festigen Bestimnnina - hat ei» Jahr gedauert. Das Haus enthält jetzt «» a. graste bequeme Schlafräume, besondere Erholnugsräumc, gejrevnt für Männer und Grauen, Eststube, Synagoge, Schreibuud Lesezimmer, Bibliolhel, Versammlungssaal und die Neue ZüdMe PreNe rti jchiedeiisten Büros, die sich iiiii den Angele,leiii.eilc» und Wünschen der Eimvanderer befassen, selbst ein Büro.' das die Naturalisation als amerikanischer Bürger i» die Wege leitest fehlt nicht. - ' Ein bedeutungsvoller Beschlutz der Stadt Philadelphia. Anläs'lich der Anwesenheit der Zionistischen Delegation verlieh die Stadt Philadelphia den Mitgliedern derselben Dr- W c i"tz m a n n , U s s i s ch t i n »»d N a.i d i t sch — daS E h r e n b ü r g e rr cch l und bewilligte eine halbe M i l l i o » Dollar für den K e r e » H n j o f i o d. - Kurze politische Nachrichten. Berlin. Im Reichstag sagte der Reichskanzler Dr. Wirjh in einer Rede- Abg. v. Braun hat erklärt: Wir ivollei, nichts zn tun haben mit solche» Machenschasten des inleeilaiionalen jüdische,, ,Kapitals: deshalb sehe» wir gerade i» der lienkige» Zusaminensctziing des Kabinetts eine schwere Gefahr (Fiistiiiiniiing reck»-:-./. Es war ein billiges Vcrgnügen, wir Mangel an Gedanken vorzuwerie»; cs ist ein noch billigeres. Vergnügen, die Wasfe eines vulgären Antisemitismus gegen Männer zu richte», deren reine Pflichterfüllung sie dahin geführt hat, wo sic heute stehen! Berlin. Im Reichslag ging es auch in der Debatte des nächsten Tages nicht ohne die Jude» ab. Der Dcutschnativnale v. Graese wandte sich unter de», Beifall der Rechte» „gegen die seit der Revolution immer mehr heroortretende Herrschaft des Judentums.". In der gegenwärtige» Regierung sei eine Vorherrschaft des Judentums äusterlich unbestreitbar, der innere .Einflnst werde dementsprechend sei». Auf diesen Ergnst des bctaiinlcn Demagogen-erwiderte M ü l l e r-Franken lSvz.): „Graese sei nur der Brief bo:z»halte», den Herr Fricdbcrg in der prcnstischc» Landesversa»iiii>i»ig seinerzeit verlese» hast »nd in de», Herr Hergt die jüdischen Parteimitgliederum besonders, tatkräftige Opscr anberielt. Wenn sie auch de» ganzen Mühlendmnm ablaufe», werden Sic leine bessere» Inden finde» als Hergt und von Graese. Erispicn (Nnabh.) sprach seine Verwunderung ans, das; die Hclsscrich's und Genossen sich stets als Anriscmitcilausspictcn, aber die Hilfe jüdischer .Anwätle bei Prozessen nicht, verschmähen. Sie beli ntlen sifhimlrrtuin wenn Sie glauben, ikss Sie fflr gute Herren- Anzüge und. -Ueberzieher Mk. 1000.— und VP mehr anlegen müssen. Wir liefern Ihnen für Mk. 400. - und600.— fertige Anzüge und Ueberzieher aiu wirklich guten und tragfiihigen Stoffen, die modern und flott gearbeitet' sind. Wir wollen Sie durch diesen Hinweis nicht sogleich zum Kaufe dieser Sachen veranlassen, sondern wir wollen Sie lediglich bitten, sich die Kleidungsstücke in den genannten Preislagen in unseren GescliSftsritumen vorlegen zu lasse,,. Bamberger & Hertz Zeil 112 - neben'der.Hauptpost. Jerusalem Ben Z >vi, Vertreter der jüd. Arbeiter im Staaisrat, hat demissioniert »nd gleichzeitig ei» Meuioraiidnin überreichst in de», er verschiedene 3! e Gierung s den in l e der Mitschuld an den'Jassaer Ereignissen beschuldig l. New Aork. Der Vertreter der j üd. Organ i« f a i i o u c u G r o st - N e >v - P o r k s depeschierte» an Sir Herbert Samuel, das; .sic seine der Gclvalitätigkcit gemachten Konzessioiicii nichl billigen und dringend.sofortige Änshcbung des Einwandcrnngsverboies fordern. Perso«»tte« n. Uetne MttteUnoge«. LSlu. Die Johannes Fastenrath-Stiftung verlieh die diesjährige E h r e n g a b e s ü r > y r i s ch e' D i ch t n n g an A r t h n r S i t b c r g t c > t. Poseu. Einen Blick in die starke jüdische Auswanderung aus dem Posenschcn gibt folgende Notiz des „Kurier PoznanSti": Von der einst zahlreichen jüd. Gemeinde Koscicrzhn sind nur »och •"> Familien übrig geblieben. Man spricht jesti von der Auslvsnng der Gemeinde. Interessenten beabsichtigen, die Synagoge zu enverben, uni darin ein Kino zu errichten. Me«. Dr. Isidor Schalit, Mitschöpfcr des testen Zionistische» Kongresses, Mitbegründer de? zionistischen Parteiorganes „Die Welt" und bis zu Herzl's Tob Sekretär des zionistischen Altionskomitecs, beging am 5. Juni den 50. Geburtstag. Prag. Am Lg. Mal wurde hier ein Schauturnen des M a t ka b i v er e i n s ans Böhmen abgehakten. —; 1.20 Herren, 153 Daniel, und 80 Kinder turnte». Bei den Wahlen i„ der jüd. Gemeinde P r i sei, der ersten Wahl nach den, Proporz einigten sich die Parteien ans ein Kw >» p r o in ist ,-das ,,. 'Förderung des K ere n Ha i‘e f f ob, der Be ru ss n iii sch ich tu n g und der tu l t nrel-ldii Bestrebisttigeii der Jugend zum geuiciiisamtn Programm erhebt. > .Budapest. Aus Großward ciu wird - hiestgcn Bläller» gemeldet, das; der Hauptma»» Capolün in Gesellschnsl einiger Jrennde aiü Morgen des 24i- Mai Margitta zwei Inden, die ans der 'Synagoge kamen -- den Gulsbejister Goldberger »nd den .Kanfmann Lo v p o l d I- > i ch ' ohne irgendlvelche Veranlassung. erstach. Mehrere ändere Jude» wurden durch Misthaiidlniigcii schwer verletzt. Der runiäuischc Platzloinmaudant besuchte die Opfer im Spital, sprach ihnen das Bedauern des Ossi zierskorps ans und versvrach die strengste Bestrafung der Schuldigen. , - - Warschau. Jacob Lidski, der verdienstvolle Ber. leger, Mitinhaber des Verlages „Eeniral", ist v e r s ch ir den. Unter der russischen Herrschaft batte er als Heraus ge.bcr von Tchrislc» sür diejüdischen Arbeiter schwer- ,»> leiden. Kowuo. Kowno entwickelt sich immer mehr zu einrii, -Slmimelpiiiikt der ans Rustland enikominenen jüd. Schrijt stcller. Dieser Tage sind hier David Bergelsohn. L K w i t k a, Baal Di in j v n und Z. K a t m a » o w i v cingetroffcn. Moskau. 19 jüdische Schrift st eller — darunter B , a l i k, D r u j. a n o w und R a w n i tz k y — haben die Erlaubnis erhalten, stiustland zu verlassen. Das Ziel der meiste» von ihnen dürste Palästina sein.. Florenz. Dem hiesigen Oberrabbiner M a r g u l i e s ist die Leitung des Breslance Rabbinerscininars angctragcn worden. New Uork. Die Vereinigung der jüdischen W o h l f a h r t s v e r e i n e, der 90 Jnstitntionen angehören, hat indiesem Jahr ein Budget von- 2-sz Millionen Dollar,-die höchste bisherige Summe. . Johannesburg (Südairikal Ein religiöser Schwärmer, der sich sür den Prophctei, Enoch ansgab, warb unter den schwarzen Eingeboreneil der 'Gegend von Queenstowii 'Anhänger. Die neue Sekte nanute sich „Israelit en" »nd errichtete, um vereinigt zu sei», ans Staatslaiid ei» Dorf. Da gütliche Ueberrednng der Regierung, das Land zu räumen, ohne Erfolg war, so rückte eine Polizeimachi von 800 Mann ans das Dorf vor und erössnete ein Feuer, und es blieben 15)9 Menschen tot und 125 verwundet ans dem Platze. Kra«kf»rter Berichte. Israelitische Semeiudevertretung. Trotz zweistündiger Dauer hatte die letzte Sitzung keine Gegenstände von Bedeutung ans der Tagesordnung. ■ Für das Krankenhaus würde» 37 000 Mk. Lohnerhöhungen, für die Heizuiigsaiilagen des Rothschildhanses weitere 58 600 Mk. bewilligt, ebenso die für den liberale» Filialgottesdieiift an den Höhen Feiertagen erforderliche» Gehälter. Die für den Vorstand, der Hanptshnagoge geforderten Freiplätze wurden abgelchnt. Bei dieser Gelegenheit wurde wieder einmal erwähnt, das; in der tzaiiptshiia gogc noch Erbplätze vorhanden sind, zum Teil im Besitz von Familien, die selber sie überhaupt nicht mehr vrnutzen. Die sür Deckung des Defizits der Creizenachstistiliig angcfordcrte» 32-155 Mk. sollen vor ihrer Belviltignng erst von der Fiiializtoiiilniffioii behandelt weetzeii: 'ans der Ercizeiiachstistung werde» die Pensionen »nd Witwcngehälter des Philanthropin bezahlt. Es wird davon Kenntnis genommen, das; aus dem Nachlast Alfred Kahn dem Krankenhaus 5000 Mk. zugcfallcii. sind. Die.Gcüicinde rechnet in diesem Jahr mir einem Bnd gct von 5 Millionen Mt. Wie überall sind auch tici iln die Ausgaben ungchcncrlich gewachsen. Die Situation er fordert unseres» ErächtenS energisch angcpackt nnd^ grast zügig entworfene Ersparnisplänc. Wir hörten in der Sitzung, das; hinsichtlich des Krankenhauses ei» solcher Plan in Bearbeitung ist. Doch „mit Tcilsanicrnitgcn »nd langsame»! Tempo ist cs heute nicht getan! Und warum wird beim Philanthropin nie ein Wort davon gesprochen, das; die Stadt die Pflicht hätte, Ven Beitrag zu zahlen, der ihr erwachsen ivürde, wenn die Schüler des.Philanthropin die städtischen Tchnlcn bcsnchicn? Wünstlieiiswert wäre n» Interesse einer Erspar,lispoliiil eine Statistik über de» Bestich der Wochengottesdienste: einige dieser Gottesdienste, die nur durch bezahlte Minjnnlente anfrcchtgehalte» werden, lönnte man sür die Wochentage einstellen. Ehrenfriedhof der tsraelUtscheu Eeiuriude. Die Ailgeliveige» der in Franksiirk a. M. geborene» oder bei Kriegsausbruch in Frantsnrt a. M. ansässig ge wese,icn gefallenen oder verstorbenen jüdischen Kriegstei'- iichmcr werden gevelen, deren Bor- und Zniiainen alsbald dem Gemeinvebüro,-Hochstrastc 12, initziireiteii. da die.Nameii auf einem Denkmal verewigt werden sollen. Gedenktasel-Euthülluiig in Ser Synagoge ln Boikeüheim.« Sonntag vormittag versammelt sich in der Synagoge Bockenheim ä»f Einladung des Vereins Frenyee - ,'chastsbttud eine groste Festversmnnilnng, an oee städtische sowie Vertreter aller Konsessioucn. und Vc.veine beteiligt lvarcn, mn Zeuge dieser erhabene» Feier z» 1^. k'g.ssdsuäsrs wieder In Frankfurt' in' FrledeffegüdlltSt. lialserslrasse äa. . .

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