Mannheim
Compact Memory

Neue jüdische Presse · 1921-05-05 · Heft 17 (5.5.1921) · p. Seite 2

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Neue jüdische Presse
Volume
19 (1921)
Issue
Heft 17 (5.5.1921)
Date
1921-05-05
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
88% known words query
IRI
…/2692297-2693227-2693244--11461-2706921
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

beite 2. FAUIi JORICHS KÜNSTLERSFIELE ' 2 Uhr SchSfernaMe 13/15. 7 Uhr. Vornehmes Familien-Kabarett. ' Preis gleichzusetzen, zu seiner irrigkn Darstellung verleitet hat. Gewiß uientaud kan» und wird es den> Israelit verwehren, än jeuen Israel Hildesheimer vom Jahre 1878 anzutnüpfe» und sich ihn dann noch nach seiner Art Le-- sonders zurecht zu legen. Aber der Israel Hildesheinier, der in derGeschichte for, leben wird, istjenerJsraelHildeshcimer nie und nimmer. Auf der anderen Seile ist mir nicht beigefallen, den?'abbi zu eiircm „Schutzpatron" der Gemeindeorthodorie zu stempeln. Habe ich doch auch.eingangs des zweiten Teils meiner Darlegungen, betont: „Vorweg sei gleich hier heruorgehobrn, daß mein sel. Vater und Rabbiner Dr. Hildesheimer sel. Aüber die . Austrittsfrage verschieben gedacht haben; wenn auch keineswegs so gegensätzlich, wie man dies erwarten miißtc. zieht man in Betracht, daß Hildesheimer der Mitstreiter HirschZ Lei der Schaffung des Austrittsgesetzes getvescn - ist." Aller Eifer des Israelit wird die Tatsachen und Dokumente, mit denen ich diese Behauptung belegt habe, nicht aus der Welt schassen. Tie .Jüdische Presse ist -vielleicht zu weit gegangen, wenn sie etwa vor Jahresfrist einmal geschrieben hat, daß der Rabbi „ein Feind .. aller Trennungen und Spaltungen" gewesen sei. Aber l noch viel weniger ist es erlaubt, Israel Hildesheimer zu einem „Schutzpatron" des von S. R. Hirsch mit ünerdicklicher Folgerichtigkeit sestgehaltenen Trcnniingsaeäa»-- - lens zw machen. ' : Mag der Israelit weiter, wie er es zu tu» sich verpflichtet hat» den Standpunkt Hirschs wahriiebmen. Sich ans Israel Hildesheimer in der Weise zw berufen wie cs geschehen ist, hat er lein. Recht. Diese Feststellung - muß gemacht werden im Interesse der geschichtliche» Wahrheit. - Der „Israelit'-' entschuldigt sich gewissermaßen zu " Beginn seines' neuerlichen Aufsatzes damit, daß er durch die „Jüdische Presse" „provoziert" worden sei. Diese habe ihn dadurch heransgesordert, daß sie das persönliche Verhältnis Hildesheimers zu meinem Vater s. Abrrangczogen habe zum Beweis sür ihre Auffassung. Zuverlässig ist mir bekannt, baß der Verfasser des Artikels kurz -nach dein Heimgüng des Rabbi infolge eines sonderbaren Zu« ‘ falls in die Korrespondenz zwischen Israel Hildesheimer, meinem Vater und noch diesein oder jenem seiner Schüler Einsicht nehmen tonnte. Tie damals angeftrtigtrn Abschriften jener Briese geben die Grundlage ab sür seine , Jicutiflc Beweisführung. Aber der „Israelit" vergißt ganz den Ausgangspunkt der -jetzigen Preßfchde. Tic Jüdische Presse hatte die Steilung Hildesheimers zur Ilüstrittssragc ja überhaupt nur nebenhin berührt, um zu beweisen, das: die Mitarbeit der GesetzlStrrnen an der zionistische» Bewegung im Geiste des Meisters erlaubt sei. Ich bin weder Mierachist „och Zionist. Ob Rabbi Israel Hildesheimer . es unter, den heutigen Verhältnissen gewesen wäre, er« -'cheint mir'zweifelhaft, dürfte aber letzten Endes schwer Lii entscheide» sein. Ob dos offizielle Organ des Misrachi sich darum auf den Namen Hildesheimers berufen darf, ich weiü es nicht.. Der „Israelit" aber, der setzt selber zugivi^ daß Hildesheimer ein Zusammenarbeiten mit der Neologie erlaubt hat, hat sich damit selber de- Rechts begeben, zu behaupten — selbst, wenn er im übrigen den Zionismus grundsätzlich bekämpft, — last .gerade die besondere Tätigkeit, welche der Misrachi entfaltet, nicht gestattet sei im Geiste Israel Hildesheimers. Zu guterletzt.streift der „Israelit" die angebliche ungerechte Gehässigkeit, die man ihm entgegenbringt. Ich weitst mich von einer solchen vollkommen frei. Ist mir doch nicht nur ans de» Tagen grauer Vorzeit, sondern. aus der jüngsten lebendigsten Gegeiuvart leider nur all-, zngut bekannt, wie viele Heiligtiimer durch denselben „grundlosen Haß" zerstört wodren sind, der einst nach der Uebcrlieferung der Alten den heiligen Tempel zu Fall gebracht hat. Nachdem mein Vater s. Aeben die Augen zum letzten Schlaf geschlossen hatte, schrieb der „Israelit" unter den: Eindruck der Stunde' u. a. in seinem Nachruf: „Die scharse, leider oft naturgemäß ins Persönliche übergreiftndc Gegnerschaft, mit Her ihn die in Samson. Raphael Hirsch ihren Führer Verehrenden „lu bekämpfen verpflichtet waren, mag Tr. Horovitz manche bittere Stunde bereitet haben. Ob und inwieweit er die sittliche Notwendigkeit dieses — in de» Grenzen der Sach- - lichkeit gewiß berechtigten. — Kampfes einsah, ist nicht . bctaimt geworden." Nun, es gibt kein airthentischereS - Zeugnis als dieses, wenn es eines solchen, für die Eingeweihten noch bedurft hätte, auf kvelcher -Seite die Gehässigkeit zu siiidcn war. Dabei hat niein Vater mit vollem Beivußtsein alle die vielen Angriffe igngriert, in denen sich besonders der „Israelit" zeitlveise gefallen hat. Es ist vielleicht lehrreich für den „Israelit" wenn ich ihm mitteile, haß mancher Liberale, aber auch gar mancher schwankende und noch unentschlossen in der Mitte stehende, aus umoürdigen Prattiken und hämischen Angriften, die von beni „Israelit" und seinen Freunden apsgegangen sind, die wenig ersrenliche Folgerung gezogen hat, welche ich am lürzesten niit dem Dichlerworte bezeichnen möchte: „Mr Wilden sind doch bessere Menschen." Mit Genugtuung stelle ich fest, daß der „Israelit," der die Tonart vergangener Zeiten in den letzten Jahren ein klein - wenig gemildert hat, in seinem letzte» Artikel einen etwas vornehmeren Ton anznschlagen und eine etwas würdigere Form zu suchen, den ersten Anlauf nimmt.. . .Ein heiliges, neues Sehnen nach tiefer Frömmigkeit, nach den religiösen. Urquellen, Urkräften und Urkunden " " Keue MWe Prette. des Judentums, »ach ftuiennrltgphciligteir Ueberlieserunge» zieht kraftdoll inweite Kreise ein,-auch in solche, von denen .man es. am wenigsten vermutet. Es wäre endlich an der Zeit,' daß die Ueberspännüng.parteipolitisches- Gegensätze in den - Hintergrund trete und daß aite die, die' zu den alten ewig juiigei, Idealen stehen, deinütia brüderlich und 7 aufrichtig einander die Hand reichten. ' Raudbemerkunge«. Die Wiener Tagung des Zentralrats der Agidos Iiö« roel trug keinen öftentlichcn Charakter; daher kommt es das; ihre Resultate erst nach und »ach, bekannt geworden sind. Bon dem prinzipiell: bedeutsamen Beschluß, den Keren Hajefsod in keiner Weise zu fördern, haben wir bereits . berichtet. Inzwischen iß hinsichtlich des Verhältnisses der A st» das Jisroel zu>» P alä st i n a p r v b l e in noch der folgende, sicherlich noch viel bedeutsamere B-'sstünst bekannt geworden: „Artikel 4 des Entwurfes zum Palästinaniandal, durch den eine einzelne -Partei innerhalb der Iudenheii, die Z io ni strfchc Organisation, als „Je wisst Agency" anerkannt wird, widerspricht den Grundsätzen allseitjger Gerechtigkeit und ist insbesondere nicht geeignet, das von der Mandatarmacht angestrebte Ziel der Heranziehung aller am Ausbau Crez-Iisroels inrerrssierren' Kreise zu fördern. Der Zenrtalrat hält daher int allseitiqe« Interesse die U m b i l d u n g der im Entwürfe vorgesehenen „Iewish Agency" für erforderlich, derart, daß der durch die „Agudas r r - - Gradlekok§ endet Koblen-: n. Basnot 1h FraBlfort bezugsscheinfrei. Vortrag von Frau Dr. To r ge und Herrn H i 1 k <: n über;; R|ES[ftE]S. ‘ ' ‘ üie FeBeig d. fleing der Mai .. der am - 12. Mai, nachm. 4 Uhrt im Grossen Saale de^ Volksblldunasheims stattfindei. __ An den Yortiag anscblii ssend : PiaBSfln Mknop mr Brat«, Bachei ni Misieiea. Niemand versäumedieseinteressantcDurbietucg! Eintritt frei! Eintritt frei! h.l ' . —rj Jisroel" tepräftiitierteu Orthodoxie die Möglichkeit gegeben wird, ihrer geschichtlichen Aufgabe gemäß an dem Ausbau der jüdisch-nationalen Heünstättc in Erez Jisroel im Geiste der jüdischen Ueberlieseruna und des jüdischen Religionsgesetzes mitznwirken." Wir sehen ganz davon ab, daß die Zionistiicke Organisation allein cs war, die.25 Jahre lang an der Erreichnng des Zieles gearbeitet bat, an den, jetzt die Agnda 'Anteil haben will. Wichtiger als diese historische Tatsache, die dic Agnda in ihrem Beschluß wenigstens hätte dankbar anerkennen sollen, ist die Frage, ob es der Zioni. stischen Organisation möglich ist, den Foroerm gen der Aguda entgcgcnznkominen. Diese Frage ist zu verneinen denn für die Zionistische Organisation ist lic Vertretung der Orthodoxie der Misrachi, der größer als die Agnda ist und Hand in Hand mit der Zionistischen. Organisation arbeitet. Tie Aguda hat gerade jetzt die schärfste Bekämpfung des Misrachi zn ihrem Programm oe-nacht und so die Brücke zur Zionistischen Organisation 'reeschlägen. Da die klugen Führer der Agnda dies sehr wohl wissen, käiin der Wiener Beschluß nur an die 'Adresse der Mandatarmacht gerichtet sein, was die Folge zeitigen könnte, die so notwendige baldige Annahme des Mandats zu Verbindern.. — - ' * * * * Der X!J. Z i o u i st i s ch e K o ii g r e ß wird, nach vier, spätestens fünf Monaten zusammcntreteir. ES ist aber jetzt schon an der Zejt, die gesmntc jüdische .Welt aus dieses Ereignis innerlich vorzubereitrn. Man bedenke: zwischen-dein letzten Kongreß Wien.1913 — und dem bevorstehenden liegen acht Jahre Krieg und Revolution, das heißt: liegen der Tag der Balfour-Ertläruiig, Versailles und San Remo. .Ter Zionismus hat sich-in diesen Nr, 17 - Jahren ungeheuer ausgebreitrt, seine Organiiatian ist politisch und wirtschaftlich mächtig erstarkt. Zugleich »ist seiner Stoßkraft ist allerdings die Zahl und. die Schwere seinerAusgaben gewachsen^ Entscheidendes über die Ar, . der Lösung dieser Aufgabe« wird ans diesem .Kongreß t>e> schlossen werden.'Das heißt: Entscheidendes für die Zukunft des'jüdischen Volkes. .Denn der Schverpuich seines Schicksals liegt nicht in der-Diaspora,, sondern im - Grunde in Palästina. Das Volk aber muß sein Schicksal selbst bestimmen. Ins Gegenwärtig-Praktische übersetzt, muß heute jeder Jude zur Stellungnahme für oder wibcd die Palästinaarbeit, sür oder wider den „Keren hajessod" änfgcrufeii und' moralisch gezwungen werden. Wir zweifeln nicht, das; die Masse des Volles jicb schon zn'm Für entschlossen hat. Nur gilt es, ihr Anslos: und Impuls zur aktiven Mitarbeit zu heben. Tec XII. Kongreß der Zionistischen Weltorganisation muß, ,„ci„ als alle die früheren Kongresse, eine nationale Wille:,-- kundgebuiig des Volkes werden. Der Kongrech inuß und wird" früher oder später eine Art jüdisches Volksparla.- ment werden. Wer dieses Ziel besaht, werbe fjeutc >i>, den Schekel der Zionistischen Organisation. Bom Mischen Natioualfoudö. Das Direktorium des Ind. Nationalfoiids beschloß, die Verlegung seines Hauptbüros vom Haag nach I e r u s a l e in in die Wege zu leiten. Ter RationalsondS hat wiederum eine Anzahl Bode», käuse in Palästina bcwLrkstelligt. Des - ferneren bat ei Bode» und Gebäude der Technischen Hochschule in Hais» in Berigaltung' genoininen. Die Nachlässe. Raphael Gotz, Moskau mit ca. Luc. 50 000 und Louis Rosenblum, Brighton mit ca. Lstr 40000 sind noch nicht realisiert, und schon ist ein neucs Legat angesallen. .Der am 4. April ds. Is. in Rnnm, Ingoslavien, verstorbene. Max S t e i n e r hat dem- IXZ 888 Kr. 225 000 zum Landau kauf und 5lr. 5000 znr Ab Haltung von JahrzeitgoUesdiensten in Jerusalem und Rumo. ferner Kr. 400000 als everrtl'. Sublegate vermaan. Deutsches Reich. Jüdtscher vahnhosSdieust, Berlin. Unter Beteiligung jüdischer Jugend- und Frauenverciiiu guiigen Berlins und unter Sribventionierung 'durch dic prominentesten jüd. Hilfsorganisationen besteht in Berit» ein freiwilliger „Indischer Bahnhvssdienst". Die Helfer, kenntlich durch eine.Armbinde init Mogcu Dowid, nehmen die Durchwanderer am Schtcs. Bahnhoi in Enrpsang und geleiten sie in einen von der Bahnverwaltung zur Bersügung gestellten besanderen Wartesaal, in welchem, — durch Stistüngen zweier hiesiger Großfirmen ' ermöglicht — Wasch- und Sluliegelegenheit geschaffen ist und Tee verabreicht wird. Eine Koscherrestauration spendet seit Monaten ällsabbatlich sür ca. 150 Personcn^eine warme Schälentsuppe; die rituelle Lebcnsnrittelkoininission hat ans ihren amerikanischen Bestände» Pökelfleisch zur Berfiigunz gestellt.' Die zahlreich dnrchkvmmcndcn. Mütter mit kleinen Kindern konnten bisher von der Zentralstelle fiir riliidlf Lebensmittel mit aineritä»iscl)cr kondensierter Milch versorgt werden. . . Die Hauptaufgabe des .Bahnhossdienstes besteht m der Erledigung aller Reisesormalitäten, insbesondere der Lösung der Fshrkarten, der Weiterbeförderung des Reisegepäck- sowie in der Betreuung der Dnrchivanderer vor 'Ailsbenlung . und allen sonstigen Gefahren, denen sie in der ihnen sreindcn Umgebung so zahlreich ausgcsetzt sind. Bei Pas,schwierig keilen wird Beistand geleistet, in KrankheitSsällen ist iüi ärztliche Hilft gesorgt. ... Bei der Fülle der Ausgaben und dem nirincrwahreildc, Steigen des Durchwandercrstromes reichten die freiiviltigei Kräfte nicht mehr mis, und eS mußten' daher einige feit besoldete Beainten angestellt »»erden. Mit den in Schncidemühl, Kattowitz und Osnabcüt ins Leben gerusenen Jüd. Bahnhofsdienste» sowie dein Hilsausschus; für Jüd. Dttrchwanbcrer in Köln a. Rh. wird » ersprießlicher Weise zusainmengcarbeitet. - Die Leitung des Bahnt,ossdieiistes liegt in beit ßäiih'i eines freiwilligen Ausschusses, in welchem das Jüd. Ar beitsanit, die Agudas - Jisroel und -der Hilssverein bc, Deutschen Judcn vertreten sind. Das' Büro ist deui Jüd Arbeitsamte, Berlin N. '24, Auguftstr. 17. Tel. Norden 2UU angeglieder-t. Bankkonto des Jüd. Bahnhofsdienstes: dm« n. Spina», Berlin W., Französische Straße, Postsch-ck - kvnto Berlin li'2'2'21. ' - Die Mittel des Jüd. Bahnhossdienstes gehen zur Neigt Schnellste und weitgehendste siiianzielte Förderung ist dri» gcnd erforderlich. Kurze, polittsche Nachrichte«. Lodz. Abgeordneter Rabbiner Hak per in ist plöytzi einem Herzschlag erlegen. Die „Schlaume Euntne Jisroel, die polnische Organisation der „Agudas Jisroel," erleidt durch den Tod Halperins einen schweren Verlust, de.' durch seine Sprachkeimtiiisft und europäische Haltung w« et befäbigt, wirksam ihre Interessen zn vertreten. . London. Im U teryause wandten sich Obe» W c d g!v o o d, Kennwort h h und 'A k a nit h gege die Verfolgungen der Inden in Ungarn.. Krmnoerll - Weltberühmt sind L. F assbenders Kaiserstrasse LS D18B 490934 4961

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.