Mannheim
Compact Memory

Neue jüdische Presse · 1921-03-31 · Heft 13 (31.3.1921) · p. Seite 3

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Neue jüdische Presse
Volume
19 (1921)
Issue
Heft 13 (31.3.1921)
Date
1921-03-31
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2692297-2693227-2693240--11428-2706884
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

13. Nr. 13 ein ji, »erben, jioni--, ß dies : cinei sche« » Mi,. Ortho-!cht z» chnunz ifation gleich semen, kungr« »ltende >eitert, wir!- :n bol : n die onislen Maxe Aich, «n im in der »g geittliche »ii der iästiiu, ^' wird r caif isch. läge r der;uug-5< Fori. ierung uliur- Kv» n Be iisch«» i Ji>' Tat! - bas mi es chließt eins, i voriiiglirii mlung fe deb mit sch uw. iinver. idische bjner- I neue rstrebt seiner erordmroh" dnung m das Frage cholen, ,rspravesenstehen. Fels n o n- II». 14. A. M. Ttivssen - Stets Eingang WU-. Neuheiten in Tapeten Teppiche Läufer yeriagen 20 Neue Mainzerstrasse 20 Ecke WeisBfraucnstraBse. : : Telefon: Hansa 1 "84. Der Gemeiuderat von Saloniki (Griechenland) beschloß, 10 000 Drachmen zur Unterstützung der Saloniki passierenben P a lä sti n a -C h a luz i in zu spenden. ' Deutsch-Oesterreich. Die Wiener Abteil»,ig des Amerikanische« Joint. Laut Jahresbericht entfielen seit Juli 1910 auf die Wiener Abteilung des Joint an Geld und Waren 1-Yt Millionen Dollar. Die Kindertätigkeit gliedert sich besonders in Säuglingsfürsorge, deren Anibnlatorinm 800 Säuglinge umfaßt, und in ein Kriegswaisenheim mit 350 Kindern. Die LebenSmittelzubußen erstrecken sich auf ea. 600 Kranke und 5000 unterernährte Kinder; außerdem bestehen 21 Kindermilchtrinkhalleu. Die Krankenfürsorge für Erwachsene gliedert sich in ambulatorische und häusliche Behandlung, die bisher über 32 000 Menschen zugekommen ist. Fortlaufende LebenSmittelunterstützungen werden an über 23000 Personen ausgegeben. Außerdem erhalten gewisse Kategorien Bargeldunterstützungen. Bon besonderer Bedeu- Nlirg ist die Bekleidungsaktion, welche vielen Bedürftigen zugute gekommen ist. Das Joint unterhält auch. 2 MittelstandSküchen, versorgt ca. 200 Lehrlinge und verköstigt täglich 1000 Hochschüler. Nebstdcm werden eine Reihe gemeinnütziger Anstalten von ihm subventioniert, darunter solche produktiven Charakters, wie die vom Jüd. Nationalrat geschaffene Schlosserwerkstätte, die Produktivgei,offenschäften der Spengler, Schneider und die Werkstätten des jüdischen Jnvalidenverbandes. Uugars. Die Ausrottungspolitik gegen die Juden. Der Magistrat von Budapest, dessen Bevölkerung zu ein Drittel aus Juden besteht, beschloß, Juden fernerhin keine Stände in den Markthallen und Marktplätzen zu überlassen. Lea Manti Kirasiierspiele Ksiserstrasae 69. Beginn 8 Uhr. Tel. Hansa 5516. Täglich 4 Uhr-Tee Uvtor Mitwirkens erster Knnntkräfte._ Sepphoris und Rom. Sin historischer Roman aus dem vierten Jahrhundert. Bon Ludwig Philippsohn. (Fortsetzung.) Bald darauf erschien er mit Mirjam, die er väterlich au der Hand leitete, und Amnon wieder im Geniach, aber während der Rabbi mit vielen zärtlichen Worten die erschöpfte Frau zum Divau führte, entfernte sich Amnon mit Nina, um das Gepäck in die für sie bestimmten Zimmer bringen zu lassen und daS Nötigste für die schon weit vorgerückte Nacht zu ordnen. „Gott segne Deinen Eingang, mein teures, teures Kind," ries der Greis, „sei willkommen, Tochter meines unvergeßlichen Meisters und Freundes, nimm vorlieb in meiner armseligen Wohnung, Du Sproß eines heiligen Stammes, unsre Herzen siyd reich ,md bergen Schätze der Liebe, und sie gehören alle, alle Dir!" — Mirjam erwiderte diese, aus treuestem Herze» gesprochenen Worte mit einer Umarmung des Greises, auf dessen Schulter sie ihr Haupt legte und ihre Tränen fließen ließ. „Sesi still, sei ruhig, Kind! Der Gott, der Dich bis hierher geführt, der den Tieren des Waldes verbot. Dich zu schädigen, und den Arni des Frevlers zurückhielt. Dich zu uurgarnen, der deni Sande der Wüste untersagte. Deine Sohle zu verbrennen, und der Welle des MexreS, sie zu benetzen. Er wird alles zum Gute» lenken ... Wen Er erhält, erhält er zum Segen, aber die Wege der Bösen rührt er zum Untergang." Bei diesen Worten erhob sich Mirjani. Ach, man gewahrte wohl die Spuren der Mühsale, die sie auf der weite» Reise ertragen, die tiefen Linien, welche die angstvolle Spannung ihrer Seele durch viele Monde hindurch in ihr ingendliches Antlitz gegraben, — aber in diesem Augenblicke fuhr eine Röte über ihr Gesicht, sie hob die Hände empor, daS Feuer ihrer Augen drängte sich wie in einen Strahl zusammen, als sie rief: „Rabbi, Baker, sage mir, was weißt Du von Patrika? Sage mir alles, was Du weißt,, und ganz, wie Du es weißt. — Auf unsrer Reise konntenwirnichts erfahren, und, seit >vir in Brundusium landeten, wagten wir nicht, danach zu. fragen, um keinen Verdacht zu erwecken. Jetzt springt mir mein Herz von der Angst,, also sage eS. mir!" 8eue D-W tzrejkr. Pole». Wie die poluisch.jüdtsche Verständigung auSschaut: Da die Interpellationen der jüd. Abgeordneten wegen der schlechten Behandlung der Jude» in den i u t e r u i e r t e n Lagern seitens des Innenministers unbeantwortet geblieben sind, haben die Abg. Thon, Färbst e i h und Gen. erneut eine Interpellation und zwar diesmal an den Ministerpräsidenten gerichtet. Eine Deputation der n i ch t r e a k t i v i e r t e n jüdischen Staatsbeamten interveirierte neuerlich der der interministeriellen Kommission zur»Regelung der Frage der eiilfernten jüdischen und ukrainischen Beamte». "Die A dv o k a t e u t am ni e r in Warschau saßie den Beschluß, daß ein sich zur jüdischen NationaIi - t K t bekennender Advokat nicht i» die Liste der A d - votate» a u f g e n o i» i» e n werden dürfe. J.P.Z. Amerika. Bon de» Antisemiten, Wie der Jahresbericht deS „American Jewish Committee" berichtet, wurde gelegentlich der Anwesenheit der Vertreter dieser Organisation in Paris von antisemitischer Seite der Versuch gemacht, Schweigegeld für die Nichtveröffentlichuilg deS Buches „Protokolle der Weisen von Zion", dieser gemeinsten antisemitischen Fälschung,, zu erpressen. „I. P. Z" Zionistische Nachrichten. Um de« Zionifteukougreß. Die Danziger zion. Organisation hat dem A.-C. in Loiidon Danzig als geeigneten Kougreßort vorgeschlagen. Danzig biete alS Freistadt keine Eiirreiseschwierigkeiten, und man dürfe auS allen Ländern ohne jegliche Einreiseerlaubnis nach Danzig kommen und dort biS zu 2 Wochen verbleiben. Die dortige Markwährung mache den Aufenthalt auch für die Delegierten aus den valutaschwachen osteuropäischen Ländern erschwinglich. Ebenso biete die Wohnungsfrage keine Schwierigkeiten wegen des naheliegenden Kurorces Zoppot, wo nach Schluß der Kursaisou viele Wohnungen leerzustehen pflegen. Danzig steht als Hafenstadt auch in regulärer, direkter und schneller Passagierverbindung mit Amerika, was gleichzeitig eine bessere Verständigung zwischen deir Zionisten Europas und Amerikas ermöglicht. Der Empfang WeizmannS in New Bork. Die Stadt Newyork beschloß, Prof. Wei zm a n n, den Präsidenten der Zionistischen Organisation, bei seiner Ankunft in Newyork durch eine Abordnung zu begrüßen. Aus der Misrachi-Beweguug. Amsterdam. Dajan I. v. Maars e n ist wegen der Haltung der Agubas Jisroel gegen den Misrachk ans der LaudeSzentrale der Agudas Jisroel ausgetreten. London. In Manchester wurde eine Konjerenz der Jung Misrachi Organisationen Englands und anschließend eine große öffentliche Versammlung abgehalten. Rabb. D o f f e y, Rabb. Sch echter - Manchester. Rabb. Wilna und Leo Boß- London sprachen ». a. Leite A I Qfteflbacher Druckluft-Anlage Offenbaeh a« M. Telefon 123. Unübertroffene Teppicbrcinigang mittelst Druckluft $e*fa*eUe* tt. Uet»e MMeUrmzr». Berlin. Die Generalversammlung der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums setzte den Beitrag auf 20 .ft in Vorkriegöwährung fest. Jedes Mitglied erhält eine periodische Berösfeurtichung der Gesellschaft unentgeltlich sowieauf Verlangen die von der Gesellschaft berausgegebenen Schriften zu 75"„ des Ladenpreises. — Auch andere Schriften werden den Mitgliedern mir Rabatt abgegeben. So z. B. gegenwärtig die Schrift von Dr. I. Neudauer: Geschichte des biblifch-talmiidifchen C'heschließungsrechtes <12,50 statt 50 Ji). Kioaheim. Schon wieder hat der Tod in unserer kleinen jüdischen Gemeinde ein Opfer gefordert. Frau Clara Marx, die Gattin unseres Vorstehers, ist einer tückischen, durch die Grippe verursachten Krankheit erlegen. Mit der Heimgegangenen betrauert die hiesige Judenschast eine jener'Frauen, die dem Judentum nur Ehre machen. So war denn auch der Leichenzug ein überaus großer unb eindrucksvoller, und mit Recht hat Rabbiner Dr. Levit ans Alzey darauf hingewiesen, daß wieder eine Zierde des Judentums unS verlassen yat. Frau Clara Marx hat im Leben so manche Not lindern helfe», so manchen! Armen Gutes getan, immer in der Stille, ungenannt und ungesehen, iiud darin gerade lag das .Große, echt Jüdische. Ihr Andenken wird nie erlöschen, solange Jude» hier wohnen und in ihrem Lnnne weiter wirken. Wien. Nathan S a m u r t y. Bo'.kämp'er der Aufklärungsbewegung, Schilderer des jüdischen Lebens in Galizien und Uebersetzer deutscher Dichtung ins Hebräische, ist v e r s ch i e d e n. "IVamt. Bergingenieur Louis Rosenthal, aus dessen Feder noch jüngst ein Buch „Erirstes und Heiteres auS denr jüdischen Leben" erschien, ist — 75 Jahre alt — versch reden. Kopenhagen. SkandinavtSk jodtsk Central Hjaelpecomitee, Ny Ostergade 7, vermittelt Briefe nach Rußland und nach der Ukraine. (Schluß.) So war er s. Zt. ein Gründungsntitglied der fflaiuto* uideS-Loge, und er hat von Anfang an deren Unterstützungstätigkeit geleitet. Ferner gehörte er sämtlichen gemeindlichen Wohltätigkeitsvereinen an. in denen er gleichfalls führend und schassend tätig war. Dabei hatte der ungemein vielseitige Mann noch Zeit, als Vorsitzender des Ku- 5r Kaffee A&utiland Kaiaerstrasae 56 Kaisers trasae 56 Täglich erstklassige WM" Uaterhaltnnggmnsik. 'Bg „Nun, nun, mein Kind, sei ruhig, es ist alles gut, so gut es sein kann. Dein Patrika lebt, und ist wohlauf und trägt es stark, wie ein Weiser und Held von Israel. Ich habe es selbst von der Jddo, der Tochter des Meschullam; die Frau ist so tapfer, wie sie schön ist, und so klug, wie sie reich ist; sie war selbst bei ihm im Gcsängjnis," fuhr-er mit leiserem Tone fori, „und hat ihn gesprochen, und es ist ihm -viel Erleichterung durch ihre Fürsorge geworden. Wie sie das zu Stande brachte, weiß niemand, aber es ist so, und so sei ruhig, mein Kind, Gott ist mit uns!" Mirjam ließ sich aus den Divan nieder, ihre Gestalt brach zusammen, ihre Arme sanken nieder, aber ihre Augen sprachen von unendlichem Danke gegen Gott und gegen den Mann, der ihr so Gutes verkündete. Freilich hatte chre Farbe einen Augenblick gewechselt, als der Greis Jddo so lobprieS und von chrem Besuche im Kerker sprach — denn Patrika hatte ihr oft genug von der Freundlichkeit, Bildung und Schönheit Jddo's erzählt, und das Herz keines Weibes ist Pein Andrang der Eifersucht gänzlich verschlossen, wenn seine Alleinherrschaft über das .Herz des geliebten Mannes irgendwie bedroht erscheint —, aber die Bewegung ging rasch in ihrer Seele vorüber, und durch die Pforte ihres Herzens, durch welche die tödliche Angst und Besorgnis hinauszog, hielten die Freiibe und das Glück ihren beseligende» Einzug. „Und ist keine Hoffnung da, ihn aus dein Kerker zu erlösen?" fragte sie mit zögernder Stimme. „Das wird sich alles fiiiden," antwortete Rabbi Gideon, „ich habe es Dir gesagt: wen Gott erhält, erhält er zum Segen. Zu viel dürfen wir mit einem Male nicht von ihm verlangen, wer könnte auch da? Uebermaß des GlückeS ertragen!" Jetzt kehrten Amnon und Nina wieder zurück, und die Letztere begrüßte Mirjam mit schlichten, herzlichen Worten, und bat sie, auf ihr Zimmer zu kommen, einige Erfrischung zu nehmen, und sich dann zur Ruhe zu begeben. Auch für Amnon war Sorge getragen, aber bald saß er wieder in ein langes Gespräch mit dem Greise versunken, diesem gegenüber. .Wie gesagt, bester Freund, im Augenblicke ist wenig Aussicht. Du kannst denken, wir haben den Meschullam genugsam gedrängt, denn dieser ist der Einzige, der etwas auSrichten kann, aber es ist gar sonderbar mit ihm in dieser Sache. Der reiche Meschullam ist der freundlichste Mann von der Welt, lind ich glaube. daß noch Keiner von ihnr gegangen, dem er nicht zu tun versprach, was er wünschte, — aber es geschieht darum noch nicht. Aber in unsrer Sache spricht-er sich immer ablehnend aus. Er gerät in Unruhe, sobald man von Patrika mit ihm spricht, und weist mit. kürzen Worten darauf hin, daß man jetzt nichts tu» könne, daß er nicht gut angeschrieben sei beim Kaiser, daß man nicht einmal sprechen dürfe von dem Unglücklichen, ohne, dessen Lage zu verschlimmern. Es muß etwas dahinterstecken, das ist klar — aber wer weiß, was? Wir müssen uns allein an seine Tochter, an Jddohalten. Gut, der Meschullam ist noch lange nicht der Schlimmste. Du weißt, die Zahl unsrer Glaubensbriidrr ist groß in Rom. Aber es ist wenig Zusammenhang upter ihnen. Ich will, Gott behüte, nicht sagen, daß man in der Not nicht auf sie rechnen dürfe. Alle Söhne- Israels sind Söhne des Erbarmens, sagen unsre Weisen. Aber es ist kein Band unter ihnen hier. Wenige nur sind in' Rom geboren; aus den entlegensten Orten fließen sie hier zusammen, und fließen von hier wieder auseinander, besonders seit Byzanz mit Rom um den Vorrang streitet. Und da gibt es drei Klasse». Die' erste sind die Reichen und Angesehenen, von denen man froh sein muß, wenn sie noch ein Stückchen jüdisches Herz und noch ein kleineres vom heiligen Gesetz behalten haben. Sie stehen groß, gehen mit der feinen Welt um, verlange» nach dem Umgang mit den Mächtigen, treiben darum großen Luxus, seheil auf ihre Brüder hochmütig herab und möchten am liebsten vergessen machen, daß sie Juden sind, wenn es die Welt nur vergessen wollte. Was kümmern sie sich mn uns? Sie werfen uns höchstens einige Goldstücke hin für die Gemeinde und zu guten Werken, und dann ist ihr Gewissen befriedigt. Und da ist, wie gesagt, Meschullam nicht der Schlünmste, denn er hält noch auss Gesetz, und wo das Gesetz ist, ist Gottesfurcht. Da gibt es noch eine zweite Klasse, das ist ein verlorener Posten: es sind Schauspieler, Künstler. Gaukler aller Art. Laß mich schweigen von ihnen. Wir hSreir von ihnen nur, wenn sie betteln oder gestorben sind. Me wären längst nicht mehr Juden, aber die Christen verabscheuen diese heidnischen Künste, und die Heiden haben ihnen nichts mehr zu bieten. (Fortsetzung folgt.). u

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.