Mannheim
Compact Memory

Neue jüdische Presse · 1921-03-31 · Heft 13 (31.3.1921) · p. Seite 4

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Neue jüdische Presse
Volume
19 (1921)
Issue
Heft 13 (31.3.1921)
Date
1921-03-31
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2692297-2693227-2693240--11429-2706885
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Gerte 4. Neue Jüdische HßreAe. Hondkerei und Lais Wilhelm Wendel AK*g**se 6 Talsfon Hanaa 1288. FrankI u rter ISreuten n. Bei man n eher». . \ raloriuniä der T a l in u d - T h vr a in S ch w a b a ch , als Mitglied des Kuratoriums der i f r. Lehrerbildungsa nst a l t in W n rz v u r g mit aller'Energie und Kraft tätig z» sein. Der Freien Vereinig u,n g für die Interessen 'des v r t h o d. I n d e n t n,n s , der A g n d a s Israel, dein K u r y o s p i z in B a d - K i j s i n g e n, der neue» Jeschi bat) in Nürnberg ebenso warm zu dienen. Und damit erschöpfte sich seine Lebensarbeit immer noch nicht. Was Grüiibaiim an persönlicher Liebestätigkcit, Gainilus Chased, Zcdolvi, getan Hai, ist gar nicht zu schildcrni Er hat aus eigener Kraft eine Darlehenskasse sür die O st j u d e n geschaffen und diesen zu jeder Stunde in Rat und Tat, als wäre es seine persönliche Angelegenheit, zur Leite gestanden. Dabei war Grüiibaiim ein vielbegehrker Mohel, die beschwerlichsten Reisen bei Lrurnk und Wetter spieticn in seinen Jahren -keine Rolle^ alles, alles hat er unternoininen und spielend bewältigt, «chwierigkeiten hat er nicht gescheut, kein Opfer für Thorah und Aboda war ihm zu schwer. Wie hat er Talrnida Chachamim behandelt und gewürdigt, >oic l>at er seinen Lehrern und ihren Hinterbliebenen die Treue gehalten! Dieser logisch scharfe Maiui, so streng und energisch in der Verfolgung seiner Ziele, konnte weich und zart sein mit Armen und Gedrückten, mir Lorgenbeladencn und Bctümmerteu. Sein Hans stand ihnen allen offen, buchstäblich Tag und Nacht. - Und seine Zartsinnigkeit in seiner, Familie! Scholl wie und woher er sich die Gattin holte! Zell bei Würzburg, — das entsprach seinem Programm und Lebensstil. Diche Ehe und dieses Familienleben! Sie sind wirklich einzigartig und übten auf jeden Beschauer einen tiefen Eindrult aus. Seine Gastfreundschaft sucht ihresgleichen und die Art, wie man die Mizloath hachnosoth Orchim übte, erst recht. Das war lebendiges Judentuni wie Grünbaums ganzes Lehen e i n jüdisches Talenleben aus einem Guß darstelltc. * Was die Persönlichkeit des Heimgegangenen bedeulelc, kam in der letzten Ehrung zum Ausdruck. Nach dein Hespcd des Rabbiners Dr. Klei n in der Synagoge fand eine Trauerfeier inl großen Saale des Kulturvereins statt. 1600 Menschen hatten sich cingefuiiden, und jeder einzelne Redner rühmte, daß gerade seiner Organisation Grünbaums Kraft geweiht war. Da wurde mqn sich so recht der ungeheuren Arbeitskraft, Vielseitigkeit und geistigen Energie bewußt, die diesem einzigen Manne innewohnte. Er trug eine Last, die über Menschenkrast weit hinausragte. In diesen Gedanken mündeten alle Kundgebungen ein. Don Sichel,^.. Vorstand des Vereins Adas Israel, würdigte Grünbaum als Vorstmldsmitglied. Rabb. Ha ro v i c z - Jerusalem sprach für die d e u t s ch - h o l l 8 nd is ch e P a l ä st i ir a v e r w a l t u n g, Jacob Rosenh e.i m - Frankfurt für die Agil das Israel, Rabb. Dr. S t e i n - Schweinfurt für das Kur Hospiz Kissingen und in besonders inniger, herzlicher Art für die i s r- Lehrerbildungsanstalt W ü r z b u r g, Kommerzienrat M etzger für die K u l t us ve r w a 1 tu n g Nürnberg, R.-A. Dr. Max Feuchtwangcr für die O h e l I a k o b - G e m e i n d e München, Justizrat Dr.- Erlanger für die M a i m o n i d e s - L o g e, Hugo Bärmann für die gemeindlichen Vereine, H. W e i ß m a n n für zwei Chelvraus, Alfred K l u g - m a»n zeichnete Grünbaum als Lehrer der Chebrath Bachurim, und zum Schlüsse würdigte Rabb. Dr. Klein Grünbaums Verdienste um die jüngste Gründung der Adas, die I e s ch i b a h und teilte mit, daß Freunde Grünbaums in seinein Geiste der Tal eine Abraha,» K r ü n - baüm-Stiftung begründeten. Wie diese Kundgebung sich tief in die Herzen aller senkte/ so wird das Lebensbild Grünbaums im Gedächtnis der ganzen Gemeinde sortleben und fortwirken, so ivie er im Leben aus alle wirkte und ihn so all seine großen Erfolge auf diesem Wege erreichen ließ für alles Jüdische und alle jüdisch erziehlich beeinflußte und das auch weiterhin zu ermöglichen suchte in seiner letzteil Progrmnmrede, die er kürzlich anläßlich einer Mitgliederversammlung der Adas Israel entwickelte. Die große Gesamtgemeinde war sein Resonanzboden und sollte es auch fernerhin bleiben, getragen von seiner heiligen Lebensaufgabe, m'sakka horabbim zu sein. Frankfurter Berichte. Kleine Notizen. Sonntag, 3. und 10. April veranstaltet der Talmud Thora-Verein nach. Mincha im Hörsaal der Gemeindcsynagoge Börneplatz einen Vortrag über Di - n i m s ch e l P e s s a ch (S. Unna). Teilnahme von Dmnen erwünscht. Die Hebräische Sprach schylc, Nnterlindau 21, nimmt sür ihre 5 Erwachsenen- und ihre 5 Schüler-Abteilungen Anmeldungen entgegen, ebenso für den zu eröffnenden-Schülerkursus in der Theobaldstraße und für die hebräischen Spic lnachmittage. Sprechstunden Dienstag abend 7—8, Unterlinda» 21. Carl Grebenau -Joh. Wohack Nachf. amtL beeidigter Taxator. Gegr. 1798. Tel. H. 918 n. 6069 Kaiserstrasse 1. Jiiwslsn, Uhren, Gold-und Silhorararen Israel. KallusgegenBtändc für Synagoge n. Hausgebrauch ■V* Answahleendung gerne zn Diensten. W Sraullurter Veranstaltungen. Talmud-Thora-Vcrein. (Hörsaal Gemeindesynagoge Börneplatz.) Samstag, nach SchachariS: Hastoro (Dr. Rabin)'), 11: Schulchan Aruch (Nnna)*), 3>/t: Raschi (Lipinsky), nach Mincha, Mikro (Unna). Sonntag, »ach Schacharis: Mischna (Groß), 0‘/4: Schulchan Aruch (Lipinsky),!)'/-: Gemoro (Unna)-), nach Mincha: Diuim schel Pcssach (Unna). Montag, nach Schachari,s: Mischna (Groß). Dienstag, »ach Schacharis: Schulchan Arnch (Unna), (!'/-■: En Jakanw (Unna). Mittwoch, »ach Schacharis: Mischna (Groß), 6>/-: Chanivaiis halewowaus (Dr. Braun). DonncrStag, nach Schacharis: Schulchan Aruch (Unna), 8: Gemoro (Unna)*). Freitag, nach Schacharis: Mischna (Groß). Fortbildung sür Knaben: Samstag, 3: Schulchan Aruch (Mt. I Dr. Unna, Abt. II Groß), 4',4: Schulchan 'Aruch (Abt. III Groß), Dienstag, ö: Schulchan Aruch (Mt. III Groß), 5i/>: Mischna (Abt. I Unna), Mittwoch, 5: Schulchan Arnch (Abt. II Groß), DonncrStag, öl/«: Gemoro (Mt. I Unna). Jüdischer Turnverein, I. T. V. Leim und Büro: Unterlindau 21. Turnzeiten: Herrenabt.: Mittwoch, 8, Klingeroberrcalschule, Mauerweg 1; Zöglingsabt.: Montag, 8, Deutschherrnmittelschulc, Deutschherrnkai 17 (Frankensteinerplatz); Knabenabt.: Montag, 5 Uhr nachmittags, Klingeroberrealschule, Mauerwcg 1; Damenabt.: Donnerstag, 8 Uhr abends, Herderschule, Wittelsbachcr Allee 10, Mädchcnabt.: Donnerstag, 4 Uhr nachm.. Herderschule, Wittelsbacher Allee 10. — Jeden Dienstag abend 8V2, Nnterlindau 21: Heimabend. Mek 0 r Chajim , Samstag, nach Schacharis: Dinim kReltor Falle), l: Mikro (Hvmbnrger), Sonntag, 7: Midrasch kSteinbeeger), Montag, Mittwoch, 7: Gemoro (Dr. Breuer). Bismarcks Stellung zum Judentum. In dem überfüllten Hörsaal der Hochschule für die Wissenschaft des Judentums'zu Berlin sprach Ministerialrat Dr. Otto Jöhlinger, der sich speziell mit der Erforschung Bismarcks als Staatsmann an Hand der Original- Akten und unveröffentlichter Ouellen beschäftigt, über die Stellung des Fürsten Bismarck zur jüdischen Frage. Der Redner kam dabei zu einer ganz neuen Beurteilung des Fürsten Bisncarck. Während man gemeinhin angenommen, daß Bismarck ein Feind der Juden gewesen sei, zum mindesten aber der antisemitischen Bewegung sympathisch gegenüberstand, zog Dr.- Jöhlinger aus dem.Material, das er eiugesehen hat, ganz andere Schlußfolgerungen. Man kann 'die ^Tätigkeit Bismarcks von seinem ersten Auftreten 1847 bis Ln seinem Tode im Jahre 1Ö98 aus wenigen Gebieten einheitlich beurteilen. Was der Junker von Kniephoff getagt hat, unterscheidet sich erheblich von dem, was der Staatsmann Bismarck getan hat, und wie Ziegler.mit Recht darauf hingewieseic hat, daß der Bismarck, der aus Frankfurt a. M. kam, ein anderer war, als der Bismarck, der nach Frankfurt a. M. ging, so ist auch in der Stellung Bismarcks zur Judenfrägc eine-Wendung eingetreten. In Frankfurt a. M. hat Bismarck die Juden kennen und schätzen gelernt, und das ist von erheblichem Einfluß aus seine ganze Gesinnung gewesen, und so kam Ministerialrat Dr. Jöhlinger zu einer Einteilung in der Beurteilung Bismarcks in verschiedene Zeitabschnitte. In der Zeit bis zu seiner Berufung nach Frankfurt a. M. ist Bismarck kein Judenfrcund, ja er steht den Juden stellenweise sogar direkt ablehnend gegenüber. Ms seiner Frankfurter Tätigkeit haben wir öffentliche Kundgebungen über die Juden garnicht. Von dem Augenblick seiner Berufung in das Preußische Ministerium bis zum Rücktritt hat Bismarck amtlich gegen die Juden überhaupt nichts gesagt, und auch in den Akten, die Dr. Jöhlinger dnrchgearbeitct hat, findet sich nichts, was irgendwie auf eine Gegnerschaft Bismarcks gegen die .Juden schließe» läßt. Der Redner verweilte längere Zeit bei dem Gesetz, das den Inden die gleiche» bürgerlichen Rechte verleiht, und das die Unterschrift Bismarcks trägt. Dieses Gesetz ist mit den preußischen Stimmen angenommen worden. Dagegen stimmten im Norddeutschen Bundestag nur die beiden Vertreter Mecklenburgs. Der Redner charakterisierte dann die Stellung Bismarcks zu den einzelnen Parteien, seinen Kamps mit den Freisinnigen, der ja im 'Jahre 1863 seinen Höhepunkt erreichte, und der Bismarck die dauernde Feindschaft der Freisinnigen einbrachte. Man darf aber den Gegensatz Bismarcks zu den damals gerade nicht weitsichtigen politischen Führern nicht als Gegensatz gegen die Juden auslegen. Es war eine reine politische Antipathie, wie Bismarck sie ebenso sehr gegen Eugen Richter wie gegen Bebel hatte. Gegenüber dem Kampfe, den Bismarck gegen Laster, Bamberger »nd andere führte, steht die ungewöhnliche Hochschätznng, die Bismarck für Lassalle empfand. Der Nachruf,- den.Bismarck Lassalle widmete, legt hierfür beredtes Zeugnis ab. Vielleicht hat Bismarck zuweilen der antisemitischen Bewegung nicht den Widerstand entgegengesetzt, den manche Inden gewünscht hätten. Mer auch hier muß man sich immer wieder die.politischen Zwecke vor Augen halten, die Bismarck verfolgte. Für Bismarck waren die Parteien nur Mittel im Kampf. Er benützte sie und ließ sie »ach der Benützung achtlos liegen. Diesem Schicksal sind auch die Antisemiten nicht entgangen, und Bismarck hat vernichtende Worte über die Antisemiten und ihre Führer gefunden. Aus Grund der Akten über die Antiseiniten zog Ministerialrat Dr. Jöhlinger die Schlußfolgerung: Bis- *) Religionsschule Heruiesweg 27. >) Auch für Damen. Är. 13 Anmeldungen schriftlich: JQd. Turnweraln» Untarlindau 21, marck ist deu Antisemiten nicht znzurrchncn. Bismarck- Feinde sind auch die Feinde der Jude» gewesen.. Die dritte Periode ist hie Zeit im Sachsenwalde von 1880—1895. Hier hat Bismarck deutlich zum Ausdruck gebracht, daß er eine Lößnig der Jndensräge nicht aus dem ^ege sieht, den die Antisemiten andeutc». Bismarck sagl selbst, daß, wenn er noch einmal zu 'bestimmen hätte, der Satz cingeführt werden müsse: „La recherche de la religio« est interdite." ' Zum Schluffe wies der Redner ans die Korrespondenz Stöcker hin, der sich darüber beklagt, daß Bismarck gegen alle Parteien zu Felde gezogen sei, daß er ihnen alle herbe Worte öffentlich gesagt habe, daß er aber niemals ei» Wort gegen die Juden geäußert habe, »nd darin, so schloß der Redner, hat Stöcker Recht gehabt, ein Antiscmir ist Bis-1 marck nicht gewesen, ebensowenig wie irgend rill Genie, das die Weltgeschichte kennt. Die Gesellschaft von Hermann Seckbach. Bei Brunners loar Einladung. Esther, die . Tochter, hatte sich verlobt, und nun folgte für^Werwandte, Freunde und Bekannte eine Last nnnnterbrochene Kette von Deranlaffuiigen, das gastliche Haus auszusuchen. Und welche» Genuß versprach da der Abend! Abgesehen von der opulente» Bewirtung, die das Lob der Gäste herausforderie, gab es mannigfache Gelegenheit, angenehme Stunden zu verbringen! Die mit vornehmer Pracht ausgestatteten und gut durchwärcntcn Räume waren aber auch so ganz dazu angetan, jeden Besucher in eine behagliche Stimmung zu versetze». Allen voran war die fürsorgendr Hausfrau. Ihre Blicke waren überall, wo es nötig schien, züm Wohle der Gäste einzugreifen. Dabei hatte sie sür jeden Einzelnen stelcdas rechte Wort, und. sie konnte ihre Vielseitigkeit auch da merken lassen, wo es galt, Geist lind Verständnis zu zeigen. . Die Gesellschaft hatte .sich von Tisch erhoben, und während ein Teil sich den, Schachspiel oder sonstigen Spielen widmete, fanden sich die andere» zwanglos in angeregter Unterhaltung zusammen. Ziemlich ernst saß Dr. Siegel zwischen alt den Plaudernden. „Nun, verehrter Herr Doktor," meinte da Frau Brunner, „warum sind Sie eigentlich heute abend gar nicht in Stimmung und so ganz in Gedanken? Und dann, darüber muß ich mich auch beklage», kamen Sie reichlich spät und habe» das Essen fast unberührt an sich vorübergehen lassen." „Gestatten Sie, gnädige Frau, daß ich niich neben Sic setze, um pflichtgemäß Ihre srcundlichen Fragen beantworte» zu können. Ich bewundere immer wieder, wie Ihne», verehrte Frau, nichts entgeht und deshalb bitte ich Sic um Entschuldigung, wen» ich vielleicht Ihre Zufriedenheit nicht erlangt habe." . „Bei Ihnen, lieber Herr Doktor, das brauche ich wohl nicht erst zu bemerken, mnß ich Nachsicht üben. Mer, man sollte meinen, es wäre doch für . Sie, lieber Freund, ratsamer, wenn Sie all das, was Sie bei Ihrer aujopferungsvollen Tätigkeit so sehr bewegt, wenigstens während der paar Stunden vergessen würden. Sie brauche» mir vielleicht gar nicht zu erzählen, was Sic heule Mend zum Grübler gemacht hat. Aber ischanen Sie her, wenn wir hier alle, wie >vir da sind, ans jede Freude verzichte» würden, wenn wir alle tief ins Menschenleid hinabsteigen würden, glauben Sie, daß da auch nur ein Iota geändert werde» könnte an dem für uns Menschen Bestimmten? Ich meine immer, wenn wir Geist und Körper frisch halten, wen» wir unsere Kräfce stählen, das; wir ctwas leisten können, dann Linien >vir, wie wir es ja auch tun, helfend beitragen, wo es gilt Not zu lindern." Ileberrascht sah Dr. Siegel diese Frau an, wie sie so vor ihm saß. Das pulsierende, frische Leben strömte bei ihr eine Lebenslust aus-, deren Bann sich auch er nicht eiitziehen konnte. „Sie haben recht, gnädige Frau: wen» Sie mir dies heute Abend sagen, haben Sic doppelt recht, denn cs wäre eine Sünde, in diesen herrlichen Kreis hier de» grauen Alltag hineinznbringcn. Aber wir wollen mal versuchen, trotz allen! einen Ausgleich hcrznstellen. Sie wissen, gnädige Frau, daß mir als Arzt in der Tat in'der traurige» Jetztzeit trostlose Bilder vor Augen kommen. Die Wallfahrtsstätten unserer Patienten, die jüdischen Krankenanstalten und besonders solche, die gerade den Aerinsten' der Armen offenstanden, können, wie wir ja" leider wisse», nicht mehr in der bisherigen Weise ihre Pforten öffnen, wenn nicht die Allgemeinheit, hierunter verstehe ich jeden Einzelnen, ihr Scherflein beiträgt. Ganz abgesehen voll den vieleii Fällen, die uns Acrzte» jetzt Vorkommen, wo wir vstjüdische Flüchtlingsfamilien eng zusammengepfercht antreffen, so daß der Keim zn schweren Krankheiten nicht zu beseitigen ist!" „Sehen Sie, lieber Herr Doktor, ich wußte, Sie sind lvicder mit sozialen Problemen beschäftigt." „Darf ich Ihnen, gnädige Frau, einen Gedankengang unterbreiten, den ich hatte, als ich gerade zu Ihnen ging? Ich sprach eben schon von einem Ausgleich. Wie wäre eS nun, wenn, jeder Teilnehmer Ihrer reizenden Wende eine festgesetzte — na, nennen wir es xinmal Gesellschafts spende von — Lch willnicht hoch greifen, etwa M 5.— leisten würde? Dann kämen bei Ihnen Ml'l" ' MM-Teptl-' Bara«ra<rasssf49. H.4842« Beat bewährteste Teppich-'n. Bettfedent-Beblgfliig. 884126 22

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.