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Neue jüdische Presse · 1921-03-25 · Heft 12 (25.3.1921) · p. Seite 2

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
19 (1921)
Issue
Heft 12 (25.3.1921)
Date
1921-03-25
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Mit ■ faul Jorich’s Kiinstlerspiele SchSfergasse 13. . 7 Ohr'. (frfiher Eldorado) - 7 Uhr. Vornehmes Familien- Kabarett. Kein Weinzwang. -er den Gegner niebertritt, sondern der die Geister mit neuen Gedanken revolutioniert, — ist für jeden Fortschritt nötig. - -- In diesem Sinn hat der I. F.-B. den Kampf als Wegbereiter in seinem Programm genannt — den Kampf gegen den guten, alten Schlendrian, der sich überall breit machen möchte und jedes vorwärts" hindert, ebenso wie gegen Ungerechtigkeit auf jedem Gebiet, ob sie sich im Antisemitismus oder in der doppelten Moral äußert. Und der Bund denkt an den Kampf gegen Ueppigkeit und für eine vereinfacht Lebensführung, für «ine Geselligkeit in einfachen Formen, bei welcher Trinken und Essen Nebensache ist, und er erklärt weiter den Kampf dem Schmutz, der Gleichgültigkeit, der Heuchelei, dem Unwissen. Wie , kann dieser schwere Kampf zum Sieg, wie kann das Programm deS I. 0.4B. Wirklichkeit, au8 Worten zur Tat werden? ES gibt nur eine Lösung, — nur wenn jede jüdische Frau daS Programm deS I. F.-B. lebt, dann wird es Tat. Wir wissen, daß die im Bund vereinigten jüdischen Frauen genau so wenig Jdealmenschen sind, wie irgend sonst Jemand. Aber darauf kommt es nicht an, sondern auf die Kraft deS Wollens. ES existiert ein kleines Wzeichen des I. F.-B., das seine Mitglieder tragen. Dies Wzeichen ist kein Festabzeichen, das »ach dem Fest feine Bedeutung verliert. Es erinnert und verpflichtet dauernd und ist ein Ehrenabzeichen für seine Trägerin, für di« strebende, bewußt lebende, jüdische Frau. Dr. Jsaac Breuer über die Folge« des Maudatseutwurses. - . " .Cr. Zfaac Breuer schreibt io deu Agudaö JiSroel- Mättern: „SRon mag die politischen Rechte, die der M a n d a t s - eutwurf dem jüdischen Volle einräwnt, noch so gering einschätzen: die Reflexwirkung des Mandats aus das jüdische Kolk, die Reflexwirkung auf die übrigen Nationen in ihrem Verhältnis zum jüdischen Doll ist unter allen Umständen unübersehbar gewaltig. Nicht als Geschenk, sondern alS Aufgabe, so hart und so schwer, wie sie keinem andemn Voll der Erde jemals zugesallen ist, wie sie selbst daS jüdische Volk vielleicht noch nie übernehmen mußte, will dieses Mandat gewertet sein. Dieses Mandat, wie immer es aussallen mag, stelltdaS jüdische Volk endgültig vor die Aufgabe der nationalen Emanzipation. Di« nationale Emanzipation ist die Gesamtheitsaufgabe, die das jüdische Volk der'neuen Epoche im Geiste der Thora zu lösen hat. Ich wiederhole: wahrlich nicht wir, nicht die Orthodoxie hat sich in spielerischem Leichtsinn diese furchtbare Aufgabe gestelll. Wer ich füge hinzu: wir haben nicht mehr die Freiheit der Wahl! Wie einst vor hundert Jahren die Besten unserer Väter in erhabener, in unendlich bewundernswerter Schätzung der vorhandenen Kräfte am liebsten auf die ganze-soziale Emanzipation verzichtet hätten, weil sie die Größe der Aufgabe in Höchster Geistesklarheit erkannten, so möchte auch heute mancher unserer treuesten Führer, so möchten auch heute vielfach die Männer innigster Frömmigkeit unter uns am liebsten das ganze Problem der. nationalen Emanzipation von sich weisen, um, wie bisher, ein Leben der Gotteserkenntnis in der Thora, still für sich und ihren Kreis weiter zu lebe«. Wie aber die Aufgabe der sozialen Emanzipation schließlich dennoch gekommen ist, well es eben Gott war, der si« Lber uns verhängt, so stehen wir heute, ob wir wollen oder nicht, im Zeitalter der nationalen Emanzipation und haben in vollem Bewußtsein der unendlichen Schwere des uns zugefallenen Loses zu tun, was Gott von uns erwartet. D» dieser Aufgabe kann Agudas Jisroel nicht tatenlos vorübergehen, ohne das Recht zum Dasein einfach zu verwirken. Agudas Jisroel hat die Einstellung des jüdischen Volles auf die nationale Emanzipation vorzunehmen. Lehnt sie dies ab, so ist sie verloren." * Eine so ernst um die ehrliche Erfassung ihres jüdischen Pflichtenlebens ringende Persönlichkeit wie Dr. Jsaac Breuer mußte zu der Erkenntnis kommen, die heute die Bekenntnis jedes ernst ringende» Juden ist: d i e M a g n e t - nobel deS jüdischen Geschickes zeigt heute nach Palästina, wo sich die nationale Emanzipation der Judenheit entscheidet. Su haberrch . . . Daß düse nationale Emanzipation im Geiste der Thora geschehe, dafür setzen wir vom MiSrachi unsere Befte Kraft ein. Möge Agudas Jisroel brüderlich an unserer Beite Mitarbeiten zu dem Ziele hin, daS aus der verzweif- IsturgSvollen Wirrnis der Zell, aus all dem Zusammenbruch in unserer Judenheit, auS Entjudung und Dissimilation den weist. Srez Israel. Wetz«««« fiher feine Eindrücke. . Leijuraun hat in London gleich nach seiner Äütf- «uv Palästina eine Rede gehalten, in der er u. a. k§«l»B ftUte: Weue WdAtze Hält»«, wir. unö Wich InaEMa» Kenn» in - - „—- , ——- ■ ■ - .—— ■—».•*i — ■. .,.. c ls...., ^..._ Win Wiederaufbau bis zur Begründung eines nationalen Heimes ist ein weiter Weg, und dieser Weg bedarf großer. Energie. Die. arabische Gefahr'besteht noch und 'wird dadurch vergrößert, daß das Mandat noch nicht vom Völkerbund bestätigt ist. Die einzige Sicherheit dagegen würde dir" An^ siedlung von Tausenden von Juden bilden. verschiedenes Baron James Rothschild und Nahum Sok»^ l o w sind auf der Reise nach unserem Lande begriffen'; ebenso der Wiener Großindustrielle Käme netz ky, der hier eine Ziegelei errichtet. Grünbera, der Leiter der Baugesellschaft »Haboneh", hat bei Ätlith Boden gepachtet, um einen Steinbruch zu errichten. Deutsches Reich. AuS der Berliner jüdischen Gemeinde. Von den 1360 Mündeln, die der Sammelvormundschaft der Berliner jüdischen Gemeinde unterstehen, waren vor kurzem noch 30 und sind heute noch 14 bei Christen untergebracht. Dieser Umstand wardie Veranlassung zu einer Debatte in der Repräsentantenversammlung. Bon den Rednern sei hier Dr. Klee angeführt. Ec machte den in der Sammelvormundschaft herrschenden Geist für die gerügten Zustände verantwortlich, indem sorgfältig jeder Einfluß der nicht liberal denkenden Kreise serngehalten wurde. Die Repräsentanten nahmen einen Antrag der Konservativen an, dir für di« Zukunft nur jüdische Pflegeeltern erlaubt. Deutsch-Vefterreich. Die Ausschreitungen in Wie«. Im Wiener Gemeinderat brachten PlaschkeS und Genossen eine Interpellation wegen der Ausschreitungen im Anschluß an die Antisemitentagung ein. In der Interpellation heißt es: „Im Zeichen deS Hakenkreuzes haben Hochschüler mit und ohne Couleur, ehemalige Offiziere und Kadettenschüler so große Zerstörungen und Verwüstungen angeckihtet, wie sie bisher wohl bei keiner Demonstration zu bemerken waren. Von Sachschäden verweisen wir auf Zertrümmerungen von Scheiben und Verwüstungen im Innern der städtischen Straßenbahnwagen und der Preßburger Elektrischen. Ferner auf das Einschlagen von großen Spiegelscheiben bei zahlreichen Geschästslolalen, Kinos, Hotels usw. sowie Beschädigungen von AutoS. Die von Jerzabek und Riehl aufgehetzte Menge mißhandelte Passagiere in den Straßenbahnwagen, schleppt« sie, wenn sie jüdisches Aussehen hatten, auf die Straße, um sie dort erst blutig zu schlagen, die Leute drangen in Kaffeehäuser ein, wo es außer den Mißhandlungen noch mehrfache Diebstähle'- gab, harmlose Spaziergänger, welche im Verdacht standen, Juden zu sein, wurden verprügelt, entsetzt fliehende Frauen und Mädchen verfolgt und in abscheulicher Weise zugerichtct; selbstverständlich richteten sich die Angriffe auch gegen die Sicherheitswäch«, welch« schwere Verletzungen von vier Wachorganen zu beklagen Hill." Pole«. Eine Rede des Abgeordnete« Gründet»«. Bei der dritten Lesung deS Verfassungsgesetzes wies der Wg. Grünbaum in einer längeren Rede nach, daß die Verfassung den religiösen und nationalen Minderheiten nicht nur keine besonderen Rechte einräume, sondern ihnen Vicht einmal die gewöhnliche Gleichberechtigung sichert. Die Versprechungen der Rechten upd der Linken hinsichtlich der sogenannten Toleranz seien daher nichts anderes als Doppelzüngigkeit. Amerika. Sllfsattione« für die osteuropäische JudenSrit. Dem „Jewish Ameriean Co»mitt»e", de« Organisation der jüdischen Plutokratie, scheint die gemischte Gesellschaft deS Joint Distribution Committee nicht mehr zu behagen; — sie will jetzt eine eigene Sammlung unternehmen und 25 ihrer Mitglieder — darunter den bekannten Julius Rosenwald in Chicago — als Studienkommission nach Osteuropa entsenden. Kurze politische Rachrichte«. Wien. Lei dem Sonntagskrawall zu Ehren d«S AntisemitenkongresseS wurden auch eine Anzahl Christen aE Jude» angesehen und attackiert, so auch der christlichsoziale Abgeordnete Dr. Seipel, die bekannte ungarische Schauspielerin Sari Fedak und «in hoher ausländischer Beamter nebst seinen Damen. Die Wiener Bevölkerung schloß sich nicht den Ausschreitungen der antisemitischen RowdieS, die übrigens ihren Opfern auch Wertgegenstände raubten, an. BT Hen eröffnet:! n Cafe Schneider, Zeil 46 Konditorei feinster Baekvare«. SpozialitKt: Prallm6m. Nr. U WeUiterührnttlnd L. Fassbenders s iSonfltTULreixi * Kaiwerstraase LS. - ail . ^Warschau, 14. März. Herue sind brün Ljbg. Far fi:«4 « eine Berätung sSmtlicher jüdi s ch e n P a te i e n (Zionisten, MiSrachi, 'Orthodoxe und" Dolköparh. ler) zwecks Ausarbeitung eines genauen Programms der jüdischen Forderungen statt; welche bei den'weiter« Verhandlungen der Regierung vorgelegt wert« sollen. DaS Amtsblatt veröffentlicht das Wahlge. für dir jüdischen Gemeinden im Gebiete des eh»! maligen.Kongreßpolens. AltiveS Wahlrecht haben alle üb« 25 Jahre alten Männer, das passive Wahlrecht beginnt wb dem 30. Jahre. Die Wahlform ist Her Proporz. | Hacefira, die älteste und bedeutendste hebräisch Tageszeitung, steht -vor der Frage, ihr Erscheinen eipW stellen, denn' ihr Defizit ist auf mehrere Millionen an^ stiegen. Perso«ttte» u. Uet«eMttteU««ge». Berlin. Lehrer Emil Flanter, einer der führe»! den Männer im Verband jüdischer Lehrervereine und früh«! Herausgeber einer jüdischen Jugendzeitschrift, ist — NI Jahre alt — verschieden. I Mu» che« Red Urur Maurer vom ,.Bölk. Beobachten! wurde zu einem Monat Gefängnis verurteilt. ÄI hatte, ohne Unterlagen fürseine Behauptung zu habe»,! geschrieben: I „StaatSanwalt Kaiser wurde in bas Kriegswucheramt I berufen. Er ist Jude; seine Frau hat voriges Jahr btil der Räteregierung eine höchst eindeutige Rolle gespieltes München. Johanna stöhn-Bellmann, Loi-I steherin der Frauenchewra und deS Israelitischen Frauenver. eins, beging den 80. Geburtstag. I Brest»« Rechtsanwalt Dr Dütschke in Zobti»! weigerte sich in tiniot an Justizrat Landsberg i»| Schweidnitz gerichteten Brief«, von diesem ein Manditl anzunehmen, da er sich aus prinzipiellen Gründen nicht enr-i schließen könne, von semitischen Anwälten Aufs träge anzunehmen. Parqlm. In P l a u Ist die ehemalige Synagoge, «;.[ baut um 1850 herum, in. eine katholische Kapelle iun>| gewandelt worden. Waloevburg lSchles.) Die israel.tische kemeindel feierte daS 25 j ä h r i g e Ämtsjubiläum ihrcS beliebten Prr- > digerS und Lehrers Jakob Bähr, des Vorsitzenden des! Vereins isr. Lehrer in Schlesien. I Alton«. Um in dem von ostjüdischen Flüchtlings-! familien bewohnten Viertel in Altona soziale Arbeit pi l leisten, wurde der ,Vervi »jüdisches Volks heim! Hamburg-Altona" gegründet, dessen-Ausgabe es ist,I im Mittelpunkt des jüdischen Viertels in Altona ein Heim! zu errichten, daS die Kinder und jungen Leute zusammen-1 schließt und durch geeignete Führung einen erzieherisch«» I Einfluß auf die Heranwachsende Generation gewinnen toiO. Senf Abraham »edance, Gründer und Inhaber der bekannten Firma „Petit Blond", genannt nach seinem Beinamen im Publikum, ist — Bl Jahre alt - verschieden. Gedanc«, aus Rußland gebürtig, bildete in j religiöser Beziehung eine rühmliche SwSnahme im ganze» Kanton. Jeden Freitag abend, mit SchabboS-Anfang, war sein Geschäft geschlossen biS Montag früh. Ec beobachtet peinlich alle Vorschriften unserer heiligen Thora. 'Als feint | Mittel cS erlaubten, übte Gedance auch reichlich Zedok«- ffietn Bittgesuch Bedürftiger wurde abgewiesen, keine Sammlung ging leer aus. Paris. Die Eomödie Francaije sejerte - iw»I hundertsten Geburtstag der Rachel — geboren 28. Februak 1821 in einem Gasthof zu Mumpf im Aavgau und gestorben 1858 zu Paris — mll einer Aufführung von Raeines „PhLdre". ' ' Rom Luigt Lazzatti, der des österen Schatzminister und längere Zeit Premierminister war pnd u. idie Handelsverträge und den größten Teil des Zollsystems Italiens geschaffen hat, beging seinen 80- Geburtstag! Di« bayrisch« Judenheit, insbesondere di« Orthodoxie!,at einen ihrer bedeutendsten Männer verloren. Mau ist ast versucht zu sagen, daß sic verwaist und führerlos dasteht durch de» Tod deS 'Herrn Abraham Grünbäum,Nürnberg. Tragik und wunderbarer Mschluß seines reichen Lebens bildet sein Tod in Jerusalem, wo er mit seiner Gattin auf einer Studienreise durch Erez Israel weilte. Gerade seine Liebe und Arbeit für Erez Mrarlbildet die Quintessenz seines großen Schaffens und Wirkens, sie war der Zentralpunkt seines jüdischen Denkens und Empfindens, mll Erez Israel war er zeitlebens > Innrrlich verbunden durch seelische Bande und in einer Hingebunz von ganz ungewöhnlicher Kraft und Tiefe. Außerordentlich und ungewöhnlich war überhaupt die ganz« Persönlichkeit, vielseitig, originell, schöpferisch, wie eS nur wenigen. Mensche» beschieden ist. Sein ganzer Werdegang führt« ih» zu jener tiefen Jüdischkeit, die wir zeitlebens an ihm brwuader» konnte». 3jn Wi«s«nfelb in Unwrsranken m 68. Fähre» 1 enb Iqeichnri Tal, tann < Bitsenfei strünbau glüc aum da ttibigtr tief lanzen Mit it, Un m di «. Seil chwa n fleiß or alle iestn I au dischnö I Hi« einer c chmid ründet, :em leb« sen H' leicht »n Scht ,einen - »orstand t ga lall war Iwitzig, lUnb be laug üb« schen w Sch Idamer 1 R. Be Studien Mrkunx Spitals, die Gm heiliger lEnde ni Als! siedelte, Schafs«! 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