Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 19 (1921)
- Issue
- Heft 10 (11.3.1921)
- Date
- 1921-03-11
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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10. Nr. iö. Neue Hüdische Prejle. nte 3 kt. u Midi '.rlichenl g teilZ >ie füll einem I >anzigz> t nichl I s hierl 1 sind! i zwei! s Po-s äubni-I Dci I >etrefssl h nichts Zioul m 13.,| )eu. cg wirdl e bntd)l s tonnt I dareisc I R. cnt betl '.Ugtieb I ptplatz nnd> Prakne an. I aulaßt de. rg ge- > Lntrag | ebattc. lie(fatf) : 3 des I die in - Phi. ltutenjedoch Aufe Gc- Lunsch lt und ß, mit -macht r der an zu schulxeteru lntrag offe- I» schnlichsten iitzuiig rrereu I stellet r Aiiat in i, um einer liebig- - eine eu iu literev T die lN. llMttg tunen- Frage >.rührt be-!3 z» Seläöile Damen- Handschuhe schwarz, weise, marine, 2 Perlmutter-Druckknöpfe Paar Schriftliche Aufträge werden prompt erledigt. Strnmplhans Metzger Goethestrasse 21. —: — Zell 87. Zur Frage der Besolbuugsreform erklärte Syndikus Tr. Meyer, man hoffe noch vor Pessach der Gemeindevertretung bestimmte Vorschläge und Vorlagen unterbreiten zu können. «leine Notizen. Tie Generalversammlung des Talmud-Thora- Vereins findet Sonntag, den 13. März, abends 6Ve Uhr, im Hörsaale der Gemeinde-Synagoge Bürneplatz statt. (Siehe Anzeigenteil). , Im Talmud-Thora-Verein finden ui den nächsten Wocheil folgende Vorträge statt: Samstag, den 19. März: Megilath Esther (Dr. B. May), Samstag, den 3. und 10. April: Gcsetzesvorschriften für Pesach (S. Unna), Samstag, den 16. und Sonntag, den 17. ylpril: Haggadah schel Pesach (D. Rabin). Die Vorträge werden anschließend an den Michnägottesdieust im Hörsaal der Gemeinde-Synagoge Börueplatz gehalten. In der Agudas Jisroel-Orts gruppe findet die Fortsetzung der Beratung des Programms Samstag, deir 12. ds. Mts., abends 8 Vs Uhr im Hotel Löwenhof, Hanauerlandstraßss 38 statt. Nesereut ist RechtSanwalt Dr. Isaak Breuer. Vorträge. Im Verehr Tifereth Bachurim sprach vor einer sehr zahlreichen Zuhörerschaft Herr Edwin Feist über seine Reiseein drucke auZ Palästina. Redner berichtete u. a. eingehend über den alten und den neuen Jischub, das Erziehnugs- und Bildungswesen und hob besonders den Idealismus der Chaluzim hervor, die, unter Aufgabe ihrer früheren teils akademischen Berufe, aus Liebe zur heiligen Muttererde als Handarbeiter am Aufbau des Landes tätigen Anteil nefjmqt. Tiefste religiöse M „Jaugmähle1 Zell 56—58 im Hause der Kammerspiele Täglich 4 Uhi*-TeeB Gedanken und Empfindungen werden geweckt, wenn am Freitag Abend an der Kaussel maarowi, der Stätte, der allerorten der Jude im Gebete sich zuwendet, Aschkenasim. Sephardim, Ehassidim und Jemeniten in Minjouim sich zusammenfinden und, bei aller Verschiedenheit der Gebetsordnungen, alle geeint in dem Bewußtsein der Heiligkeit des Ortes und der Weihe des heraimahendeu Sabbats Frankfurter Veranstaltungen. Talmud-Thora-Beretn. (Hörsaal Gemeindesynagoge Börueplatz.) Samstag, nach Schacharis: Haftoro (Dr. RabinU), 11: Schulchan Aruch (Unna)*), 3Vr: Raschi (Lipinsky), nach Mincha, Mikro (Unna). Sonntag, nach Schacharis: Mischna (Groß), 9»/»: Schulchan Aruch (Lipinsky), 9'/»: Gemoro (Unna)*), nach Mincha: Newiim (Unna). Montag, nach Schacharis: Mischna (Groß), Fortbildung für junge Leute, 8 >4: Gemoro (Unna). Dienstag, nach Schacharis: Schulchan Aruch (Unna), GV»: En Jakauw (Unna). Mittwoch, nach Schacharis: Mischna (Groß), 6V2: Chauwaus halewowaus (Dr. Braun). Donnerstag, nach Schacharis: Schulchan Aruch (Unna), 8: Gemoro (Unna)*). Freitag, nach Schacharis: Mischna (Groß). Fortbildung für Knaben: Samstag, 3: Schulchan Aruch (Abt. I Dr. Unna, Abt. II Groß), 41/4: Schulchan Aruch (Abt. Ul Groß), Dienstag, 4: Schulchan Aruch (Mt. IU Groß), 0V2: Mischna (Abt. I Unna), Mittwoch, 4: Schulchan Aruch (Abt. II Groß), Donnerstag. 5i/s: Gemoro (Mt. I Unna). Schiur für Damen: Sonntag, 6-1: Dtnim (Unna). M 0 n t e f 10 r e, Mittwoch, SV4: Freideutschs Jugend und wir (Martin Marx). Freies Jüd. Lehrhaus, Gärntnerweg 56, Montag, 7: Bibel (Dr. Strauß). Mekor Ehajim Samstag, nach Schacharis: Dinim (Rektor Falk), 12(4: Melochim (Prof. Weyl), 3-/1: Mikro (Kahn), Sonntag, 6: Jecheskel, Montag, Mittwoch, 7: Gemoro (Dr. Breuer). Qtfenbaclier Drucklutt-Anlage! Ofianbaoh a, Telefon 123. I Unübertroffene Teppichrelnignng mittelst Druckluft.! Sepphoris und Rom. Lin historischer Roman aus dem vierten Jahrhundert. Bon Lndwlg Philippsoh» (Fortsetzung.) „Wir wollen Euch zu Willen sein, hoher, erhabener Kaiser. Bestimmet ein Haus, in ivelchem einige der hier versammelten Bischöfe mit einigen jener Jrrlehrer zusammenkommeu, und wir wollen versuchen, entweder sie zu überzeugen, oder, wenn die Schlinge des Satans noch zu fest um sie geschlungen ist, eine (formet zu finden, die ihrem blöden Sinne genügt, ohne die reine katholische Lehre zu verletzen, damit diese dann dem Konzil zu Rimini vorgelegt werde." Der Kaiser nickte beifällig und erwiderte: „Um Euch auf diesem Wege zu fördern und Euer gutes Werk im Voraus zu lohnen, habe ich Erich durch! meinen Kanzler die Liste der Beuesizieu zustellen lassen, die ich, sobald die Verständigung gelungen, neuerdings der Kirche will zusließen lassen, und worunter ein ungeheures Geschenk — die Abgabenfreiheit für alle Geistlichen jeden Ranges und alle Kirchengüter — obenaiisteht. Bleibt Euch min noch ein Wunsch übrig?" „Allerdings, erhabener Constantius. Wenn wir dem christlichen Volke ein Beispiel unerhörter Duldsamkeit geben sollen, ohne ihm einen Zweifel an unsrer Standhaftigkeit einzuflötzen, — so müssen wir anderweitig ihm einen Beweis liefern von unserem unermüdlichen Eifer für die Sache der Kirche, von unsrer unwandelbaren Fürsorge für deren Heil, von unserm ernsten Widerstande gegen ihre Feinde. Und daher richten die versammelten Bischöfe daS untertänigste Gesuch au die kaiserliche Majestät, endlich! die Schärfe des Gesetzes gegen jenes Unkraut im Weinberge des Herrn, gegen jenes giftige Rankengewächs zu wenden, das seine weithin gestreckten Fäden und Spitzen immer wieder in den Boden der Erde treibt, um Wurzel zu fassen und neue Zweige und Ranken emporzutreibeu, gegen das Volk, das die Blutschuld Christi trägt und durch seine Verleugnung ihn immer wieder kreuzigte Wir verlangen, daß die Juden endlich aus dem Schoße des christlichen Volkes ausgesondert und von jeder Gemeinschaft mit ihm abgeschieden werden. Es soll von Dir, Augustus, das Gebot ausgehen, daß die Juden von allen Aemtern des Staates und von allem Kriegsdienste ausschließe, und zwar, daß Billige W Büromöbel H Gelegenheitskäufe in Flach-, Büro-, Schreibmaschinentischen, Stühlen! Sesseln! eiserne Kontor-Schränke. Freya, Bflro-Einrichtnngen, Tbeaterpl.14. Ltterarifche Rnndfchaa Eine Erinnern«« an Ahron Marcus f. A. Am Rausch Charrbesch War II. sind eS fünf Jahre, daß der 73-jührige Ahron Marcus hier in Frankfurt seine jugendfrischen, geistsprühenden Augen schloß. Dieser Gedenktag dürfte gerade jetzt, da sich Herzls Palästina- *) Religionsschule Hermesweg 27. l) Auch für Damen. alle Beamte, Offiziere und Soldaten, die ihrem Merglauben nicht entsagen und die heilige Taufe nicht empfangen, sofort entlassen werden, „ungeachtet der Verdienste, die sie sich erworben;" ferner das Gebot, daß niemand bei Strafe der Konfiskation aller seiner Güter zum Judentum übertreten dürfe; daß kein Jude einen christlichen Sklaven oder auch nur einen christlichen Diener haben dürfe, und daß keine Gemeinschaft in Leid und Freude zwischen Christen und Juden bestehen solle. Du wirst einsehen, erlauchter Kaiser, wie sehr hierdurch die Kirche in dem Glanze ihrer Vorrechte von Neuem aufstrahlt, und wie sehr die Pflege christlichen Sinnes im Volke hierdurch gewinnt. Aber es wäre dies nur unvollständig, wenn nicht noch Eines hinzugefügt wird. Rom ist,es, welches die heiligen Apostel Petrils und Pauliis als die große Haupt- und Mutterstadt der Christenheit geweiht, wo sie den Felsen Petri gegründet haben. Dieses Rom muß befreit werden von jedem Flecken der Ketzerei, damit es die Leuchte sei für alle Länder, die rein lodernde Fackel für alle Völker. So befreie uns von der entweihenden Nähe, von dem Pesthauche der Ungläubigen und sprich das Verbannungsdekret aller Juden aus den Mauern des heiligen Roms aus und erteile ihre Grundstücke, die sie hier in Menge besitzen, als Eigentum dem römischen Bischofsstuhle zu. Wenn Du, hoher.Kaiser, also Deinen glühenden Eifer für die Kirche erweist, so werden wir im Stande sein, den Frieden in derselben wiederherzustellen, wir werden unser Wort und unsre Tat, unser Gebet und unsre Kräfte gegen alle Deine Widersacher wenden. Du wirst über sie triumphieren und unter dem Segen der Kirche ein langes glückliches Regiment führen!" Der Kaiser erhob sich nach diesen Worten von seinem Thronsessel, und sprach mit dem Tone der Zufriedenheit: „So sei es. Ich bin einverstanden. Nur mußt Du mir noch einige Zeit gönnen, bis der rechte Augenblick gekommen sein wird. Mein Geheimschreiber wird Dir hierfür Ausschluß geben. Alles soll geschehen, wie Du es gesagt hast, — und so wirst auch Du Dein Versprechen halten." Der Bischof hielt dem Kaiser zum Abschiede das Kruzifix hin, dieser küßte es und verließ die Sakristei. 7. Von Nordosten her eilen dem Euphrat mächtige Flüsse zu, um ihre Gewässer mit den seinigen zu vermischen; vor allem der Chaboras, der ihm,.aus den Gletschern Ideen verwirklichen, die Veranlassung geben, daran zu erinnern, daß Ahron Marcus einer der ersten Orthodoxen und Talmidei Chachomim war, bei denen Herz 8° Schrift „Der Judenstaat" begeisterte Zustimmung fand. Am 10. Januar 1897 hielt er im „Chowewe Erez Israel" zu Krakau eine Rede, die als Broschüre (Verlag S. Marcus, Hamburg 36, Postfach 58) erschienen ist. In dieser Rede prophezeite er, daß mit dem 311 erwartenden Ende der Türkei „die Herzl'sche Idee greifbare Form annehmen werde." 'Aron Marcus sagte am Schluß seiner Rede: Barnhugen von Ense schrieb an Humboldt: „Ich bewundere den geistigen Reichtum dieses Volkes, das uns seit 2000 Jahren i» Tausenden von Renegaten und Halbrenegaten jährlich die besten Kräfte schenkt, die es von sich abstößt. ohne daß sein eigener Bestand dadurch ärmer wird." Ich bewundere das gar nicht, ich finde es bedauecnswen. Aber doppelt erfreulich ist es, baß. diese Anzapfungsguelle endlich einmal zu fließen aufhört und unser OrgauisiMlS 'Anstalt macht, fiir sich zu sorgen, anstatt seine undankbare Mission im GoluS bis ms Unendliche fortznsetzen." Salomo und Sie Königin von Saba.*» Eben war die Könijgin von Saba ins Freie getreten, um dem jungen Tage zu huldigen, als Vogelschwärme den Himmel verdunkelten, die erschreckte Königin ergriff ihr Gewand nni> zerriß es (vor Schmerz). Und wie sie noch so erschrocken dastand, ließ sich der Auerhahn vor ihr nieder, und sie bemerkte nun den Brief, der an seinem Flügel angeknüpst war. Sie öffnete ihn und las folgendes: „Von mir, dem König Salomo, Friede dir, Friede deine» Großen! Du mögest wissen, daß der Heilige, gelobt sei er, mich zum Herrscher über das Wild des Waldes, die Vögel am Himmel, über Dämonen, Geister und Liliths eingesetzt hat; und alle Könige des Ostens und Westens, des Nordens und Südens, alle kommen sie herbei, mich zu begrüßen. Wirst du auch kommen und mich begrüßen, so werde ich dich mit Ehren mehr als alle Könige, die bei mir *;u Gaste sind, anszeichnen. .Willst du aber nicht, wirst du nicht kommen und mich ") Aus „ T a r g u m S ch e n i z ft in Buch Esthe r", übersetzt und mit Anmerkungen versehen von Prof. Dr. A. Sulz Hache 118 Seiten. Preis Mk. 17.05. Frankfurt a. AL, I. Kauffmann, Verlag. Der Tar.gnm Schein ist eine freie, mit Legenden verwebte Uebersetzuirg des Buches Esther. Der Verfasser ist unbekannt. Als Entstehuugszeit dürste das 11. Jahrhundert anzunehmen sein. Das Buch dürfte auf das Interesse weiterer Kreise Anspruch erheben. Lea Manti Kirasfierspiele Kai3erstrasaa 69. Beginn 8 Uhr« Tel. Hansa 5516. ■ ■ Täglich 4 Uhr-Tee unter Mitwirkung erster Kunstkräfte, der armenischen Hochgebirge entsprungen, seine grüne Flnt in raschem Laufe zuführt. An der Vereinigung der beiden Flüsse erhebt die Stadt Karchemisch ihre starken Mauern und langen Häuserreihen. Wechselnde Geschicke waren über sie dahingegangen, denn oft begegneten sich hier die Völker des Ostens und des Westens zum blutigen Kampfe. Aber immer wieder siedelten sich die Menschen auf diesem Fleck der Erde an, angelockt durch die günstige Lage und den üppigen Boden, und die Stadt erstand immer von neuem aus Asche und Trümmern. Glücklicher war ihr Los in den Kriegen zwischen den Persern und Römern des letzten Jahrhunderts, indem der Sturm teils nördlicher teils südlicher über den Euphrat hin- und herfuhr und Karchemisch verschonte. Darum war die Stadt herrlich erblüht und streckte ihre Vorstädte wie zwei Arme östlich am Ufer des Chaboras, nördlich am Ufer des Euphrat hin. Je weiter sich die Häuser der letzteren von der Stadt entfernten, desto einfacher und kleiner wurde sie, durch immer längere Zwischenräume von einander getrennt, aber auch desto üppiger glänzten die Gärten, von denen sie umringt waren, und die sich von ihnen bis zum steilabsallenden Ufer der Ströme erstreckten, im saftigen Grün und Blütenschmuck der Bäume und Gesträuche. In eines der letzten der Euphratvorstadt treten wir ein. Mit der Vorderseite liegt es an der großen Heerstraße, die von Norden her dicht am Ufer nach der Stadt führt, von da auf einer prächtigen Brücke über den Chaboras setzt und südlich bis Ctesiphon, gegenüber den Trümmern des alten Babylon, sich erstreckt. Eine lautlose Stille herrscht in dem Häuschen, und wir schreiten rasch durch die Flur, um nach den Bewohnern in dem wohlgepflegten Garten zu suchen. Eine offene Laube lehnt sich an die Hinterseite des Hauses, von der einen Seite von Oleander, von der andern von Myrthe umwachsen, die wie liebende Gatten ihre dunkelgrünen Zweige, ihre roten und weißen Blüten zu einem dichten Laubdache mit einander vereinigten. In der Laube war ein Sitz mit weichen Kissen bereitet, aber er war leer, und eine weibliche Handarbeit verriet nur, daß die Besitzerin noch vor Kurzem hier weilte. Nur der Zephyr, der sich von der sinkenden Sonne her durch die Gipfel der Bäume regte und in den blühenden Gebüschen flüsterte, unterbrach die friedliche Stille. Bom Ufer her rauschten die Wellen des Stromes, wie sie sich über den steinigen Boden am Rande desselben ergossen. (Fortsetzung folgt.) ma