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Neue jüdische Presse · 1921-02-18 · Heft 7 (18.2.1921) · p. Seite 2

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
19 (1921)
Issue
Heft 7 (18.2.1921)
Date
1921-02-18
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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/ Sch5ferflas«el3. ' ' jVüte - (irflher ^Eldorado) 7 vbr. Vornehmes Familien - Kabarett ■ ''%=?==== Kein Weinzwang. - —>; ■ auS den Verhandlungen ergeben, sollen so behandelt werden, daß jede Veranlassung zu Klagen seitens der im polnischen Staatsverbande befindlichen Juden aus der Welt geschasst wird.. ' llebrigens will bei uns keiner den Anspruch der Juden auf Bürgerrechte anzweiseln. Aber die Regierung, die sich um die wirklich« Gleichberechtigung der Bürger bemüht, muß auch von den Bürgern, die sich zu einer anderen Nationalität bekennen, erwarten, daß sie sich loyal imd' staatsfreundlich verhalten werden. — Bor zirka zwei Wochen fand eine Kabinettssitzung statt, bei der eine viergliedrige Kommission, bestehend aus den Ministern für Aeußeres, Inneres, Finanzen und Bildung, dieein Programm für eine Verständigung mit der jüdi-schen Bevölkerung auszuarbeiten hat, eingesetzt wurde. Am 29. Jan. fand die erste Sitzung dieser Kommission statt, die soeben die Dorbereitungsarbeiten in Angriff genommen hat. (A W.) . Das EiuwauderungSgesetz der Vereinigte« Staaten. Der »Miener Morgenztg." wird aus Washington berschtet: DaS Johnsonsche Einwanderungsgrsetz, das auf zwei Jahre die Einwanderung sperrt, und das das Repräsentantenhaus angenommen hatte, ist von der Senatskommission verworfen worden. Nunmehr bereiten die Gegner der Einwanderung ein neues Gesetz vor, welches wohl keine gänzliche Sperre, aber eine wesentliche Erschwerung der Ein.w a n d e r u n g mit sich bringen würde, wenn es zur Annahme gelangen sollte. Senator Dilingham schlägt eine Beschränkung der Einwanderung in der Weise vor, daß -Einwanderer der einzelnen Nationen nur entsprechend dem Prozentsatz, welchen diese Nationalitäten unter der Bevölkerung der.Vereinigten Staaten bilden, ins Land eingelassen werden sollen. Senator Colt, der Vorsitzende der Einwanderungskommission des Senats, hat sich für den Vorschlag Dilinghams ausgesprochen unter der Bedingung, Laß vorher eine Einigung über die Prozentnorm bei einzelnen Nationalitäten erfolge. Die Feststellung eines solchen Schlüssels dürfte allerdings heute nicht leicht sein. Jedenfoöä aber scheint in der amerikanischen Gesetzgebung heute der Wille vorhanden zu sein, die Einwanderung zu beschränken, wie es stets von verschiedenen Setten — bisher allerdings immer ohne Erfolg — beantragt wurde, wen» S Wirtschaftskrisen im Lande gab. ««gländ und ver Zionismus. In einer Unterredung erklärte Sir Alfred Mond dem Mitarbeiter von .Haarez" in Jerusalem, der ihn über dich Verhältnis der englischen Regierung zum Zionismus bch «uem eventuellen Regierungswechsel bestagte, folgendes: Die Arbeiterpartei und ihre Führer verstehen den Zionismus und verhalten sich chm gegenüber wohlwvllend. Nur die Kouservativeuvon der Hohen Kirche deren Sprachrohr die „Morning Post" ist, verknüpfen ihren Antizionismus mtt ihrem Antisemitismus. Aber dieser Kreis ist längst erledigt. Mit Staunen und Genugtuung habe er Wstellen können, daß Engländer aller Kreise ihre Hilfe imftrerSache angeboten hätten. Fermer sagte er: ,Die englische Meinung verhält sich vollkommen wohl/vollend gegenden Zionismus. Die Engländer vHtrauen der schöpferischen Kraft des jüdischen Volles. Die saglische Regierung hat den Zionismus mtt dem Mandat übernommen und in diesem Sinne wird sie chr Versprechen hatten." Brief aus Palästina. Die »Miener Myrgenzettung" veröffentlicht einen Brief aus Palästina, den wir nachstehend mtt einigen Kürzungen wiedergeben: Da jetzt die Chaluzimfrage akut geworben ist, scheint es nicht überflüssig, einiges über die Lage dxr Pioniere in Erez Israel zu sagen. Die Chaluzimgruppen bei öffentlichen Arbeiten zählen derzett etwa 1200 Mann und konzentrieren sich an vier Hauptarbeitsstellen in Galiläa. Eine Kewuzah (Arbeitsgenossenschast) von zirka 370 Mann arbeitet am Bau der Straße Haifa—Nazareth, eine zwette von 450 Mann an der Straße Nazareth—Afulrch, eine dritte, MO bis 300 Mann stark, an der Chaussee Liberias—Zemach, endlich eine vierte Gruppe in der Stärke von 150 bis 200 Mann zwischen Liberias und Tabcha. . Die Chaluzim wohnen in Zelten und die Zionistische Kommission verschaffte ihnen Betten und Decken, die die Diabetiker werden wieder beliefert durch Bademanns Mährmitteliabrik Frankfurt a. M- WeBt Niederlage GoetheBtr. 80. - — Man verlange Preisliste. Neue MscheZresft. ^Cchattlzim -langswn abzaMitz Die RegievDg weist' ihqen^ EichenSmfttü PiAnHerst niewigenWreischrHu; dieMk-tzi^- - ite'r--Küche» sind gut eingerichtet uüd. Lieben denLeuten ein ^gesundes 'Msenstr Z bis. Z'/z ^Schilling pro Stoß- Die Arbeften werden gruppenweise und meist im Akftrd ausgeführt, wobei jeder Chaluz je mich Stärke mnd We-- fähigung 20 bis 70 Piaster. (4 bis 14 Schilling) pro Iag bei : achtstündiger Arbeitszeit verdient.' ".. N -. Die Gruppenleitungen verschaffen den Maluzhst billige Kleider, Wäsche und Schuhe, nach Maßgabe des tvttklichen Bedarfs,.gegxn bequemeRawnzahlungen.Eine%xbeiterka sse, erhalten durch Mttglchderbeiträge, beschafft das nöttge Inventar Möbel, Werkzeuge) und bekommt im Be»- darfsfalt Anleihen von-seiten der Zionistischen Kommission; sämtliche Geldgebarungen werden vom Ar beite raus.-., schuß (Waad) durchgeführt, der auch die Konttolle in der Küche usw. ausübt, ebenso wie er in Hauptzügen das mora-' lisch« Leben der Chaluzim überwacht. Endlich besteht eine Krankenkasse, die für erkrankte und arbeitsunfähig gewordene Mitglieder sorgt. Die medizinische Hilfe wird vom amerikanisch-zionistischen Aerzteverband Hadassa geleistet. Die Mehrzahl der Arbetter setzt sich — seltsam genug — aus gebildeten jungen Leuten und nicht zuletzt aus Hochschülern aus aller Herren Länder, zumeist aber aus dem Osten, aus Oesterreich, den Sukzessionsstaaten und -aus - Deutschland, zusammen. Leider können viele-unter ihnen, noch nicht Hebräisch. Die Arbeiterausschüsse richteten deshalb allenthalben hebräische Abendkurse und - kleine hebräische Bibliotheken ein, die diesem Mangel in Kürze abhelfen werden. Bemerkt soll noch werden, daß in allen Kewuzotb, zahlreiche Mädchen Mitarbeiten und ganz tüchtig sind. Sie arbeiten am Sttaßenbau gerade wie die Männer und fehlen bloß beim Steinsprengen. Eine Gruppe Haschomer Hazair (der jüdische Wächter) zählt sogar 40' Prozent MÄ»chen. Im allgemeinen kann man sagen, daß diese Kewuzoth einen Beginn der Lösung des schwierigen Genossenschafts Problems darstellen. Die Chaluzim leben in großen Familien, wie Brüder und Schwestern, und bisher wurde von nttgends etwas Anstößiges über sie berichtet. . Biel wenmer erfreulich ist jedoch die Lage der in den letzten zwei Monaten angekommenen Chaluzim. Bekanntlich herrscht hier eine starke wirtschaftliche Krisis; es fehlt überall an Geld, die geschäftliche und die Bautätigkeit jeder Art stocken, Beamte und Arbeiter werden täglich entlassen, und wenn es zu keinem stärkeren Krach nach westeuropäischem Muster kommt, so erklärt es sich nur durch die geringe Anzahl industrieller Unternehmungen. Es geht daraus mit eh'erner Notwendigkeit hervor. daß>einel stärkere Einwanderung von Chaluzim, also von Elementen, die nichts als chre Arbeitskraft allein mitbringen, unter diesen Verhältnissen zu einem starken Anwachsen der Krise und der Arbeitslosigkeit führen müßte, wenn es nicht bald gelingt, die fehlenden Kapitalien ins Land zu bringen. f Eingang besonders preiswerter Xandtucfi-Stoffe . Gerstenkorn ...... Mk. 11-Mp^r Leinen, halbgebleichte DreUware Mk. 12— Roinlainon gekleieht, prima Qualität in rerneimeinen goWedenen ÄMtern. All* Preislagen. ROB1MSOHN Zeit IS7, neben der Katharinenkirche. Vom jüdische« Freiwilds. In den letzten Wochen find aus Munkacs (jetzt Tscheche - Slovakei, früher Ungarn) 156 Juden aus gewiesen worden, weil die Tatsache, daß sie zufällig aus Galizien, das jetzt zu Polen gehört, gebürtig sind, es bequem machte, sich dieser Juden zu entledigen. * In italienischen Häfen sind in letzter Zeit zahlreiche jüdische Flüchtlinge aus Bessarabien eingetrofsen. Ihr Elend ist sehr groß. * Oberst Lichatschew, der kurze Zeit der Balacho- Wicz-Armee angehörte, berichtet in einer Broschüre über die .Heldentaten" dieser „ruhmreichen" Armee, daß General Balachowicz in höchst eigner Person eine AnzahlJuden auf dem Gewissen hat. So erschoß er den 79 jährigen Wolf Rodelmann, der infolge der Schändung seiner Enkelin durch Soldaten bei chm borsprach, und so ließ er. sofort in seiner Gegenwart Simche Lutkow und Icke Müller erschießen, die um Einstellung der Pogrome in ihrem Dorfe Dorogonawa baten. ..Nr. 7. - t<a * h r «rez Israel. verschiede««-. Das .Einfuhrverbot für -deutsche Anilinfarben ist auf-, gehoben werde». , Der kaukasische Fabrikant Macht iS hat eine Schiffsladung Bambusrohr nach Haifa gebracht .und.will die Bambusrohr-Industrie.einführen. Nach dem .Haaretz" sucht die palästinensische Regierung -6 Kolonisationsfachleute, 6 Elektrotechniker und 18 Installateure. Die „Poale Zion" - Organisation schloß mit der Regierung einen Vertrag zur Uebernahme des Baus einer Telxgraphenlittiq ab. Deutsches Reich. Be» Ser «Suche««: israelitische« Ge«ei«d«. Das Budget der Münchner isr. Gemeinde, dessen Ausgaben 1913 noch 257 000 Mk. betrugen, sieht für das laufende Jahr 742000 Mk. Ausgaben vor. Besoldungen und Pensionen, für die 1919 131000 Mk. -ausgegeben wurden, sind mit 370000 Mk. veranschlagt. Unter den Ausgaben fallen besonders zwei neue Posten auf: Gemeindebibliothek und soziale Zwecke. Für letztere sind nur 10 000 Mk. eingesetzt - worden, und auch diesen geringen Betrag haben Zionisten und Orthodoxe nur mtt Mühe den sich „liberal" nennenden Machthabern abgenötigt. «t«e De. Palom»« vamberger-Stift»»-. Die Jüdisch-Literarische Gesellschaft har beschlossen, eine Dr. Solomon Bainberger-Stistung zu er-, richten, deren Erträgnisse zur Herausgabe wertvoller jüdischwissenschaftlicher Arbeiten und zur Unterstützung jüdischer Gelehrter verwendet werden sollen. Beiträge für diesen Zweck sind an den Kassierer der Gesellschaft»-Ludwig Strauß in Frankfurt a. M., Langestr. 31, zu überweisen. Frankreich. Zionistische JahreSksafere«,. -,JPZ." berichtet: An der Jahreskvnferenzder französischen Zionisten.» -die fünf Sitzungen beanspruchte, nahmen 46 Delegierte teil, wie auch eine Anzahl von Gästen, von denen Motzkin, Zlatopolsky, Temkin hervorgehoben seien. Die Stimmung der Versammlung war eine scharf-oppositionelle gegenüber der jetzigen Leitung. Der Vorsitzende, Dr. Marmorek, krüisierte in feiner Eröffnungsrede die E x e l u t i v «, deren sofortige Absetzung er verlangte; er -forderte eine energische Arbeit für de» Keren hckjejssvd» will ftdvch. das BerMstmgsrecht über die Fonds dem Kongresse vorbehatten. Motzkin anerkennt voll den polittschen Erfolg der gegenwärttgen Leitung, kritisiert aber heftig den Zustand der Organisation und stellt fest, daß die (Sekutive eigentlich nicht existiere. In einer Resolution wttd die sofortig« Einoetu« sung des Kongresses 'für den Sommer dieses Jahres gefordert. Eine andere Resolution stellt die allgemeine Unzufriedenheit in.der Zionistische« Organisation fest und betont die Rvtwendigkeit, die Organisation neu umzugestallen. Auch wird die AusarbettuUg einer zionistischen Konstitution verlangt. Die Zioiüsten Frankreichs verpflichten sich, an dem Keren hajesftd mitzuarbeiten, verlangen aber, daß der-letztere sich von große« Unternehmen fernhält, solange das Mandat unbekannt und die Finanzkontrolle nicht festgesetzt ist. ««ertt«. Rabbi« erka«fere«-. Die Halbjahresversammlung der Rabhiuerbereittigung war von 70 Rabbinern besucht. Rabbiner MargulieK präsidierte. Rabbiner^ Spiro von K o w n o begvnßte die Konftrenz im Name» der Rabbinervereiuigung von Litanei» Die Konftrenz sprach sich sehr scharf gegen dft Rrsormbewegung aus» die Proftssor Kaplan vom Theologischen Seminar inauguriert hat. Des fernere» erklärte sich die Konftrenz dafür» daß das von der Rabbinewereilchgjung und dem .Misrachi gwildete Palästina-Komitee mit Energie die Kulturarbeit ausnehmeu. Itttvge -olMsche Rachrichle». . Verli«. Die Wahlen znm Studentenausschuß hatten folgendes Ergebnis: Waffenrttrg 21, Deutsche Finkenschaft 27, Deutsche Gruppe 18, Jungstud. Müst 5. Deutscher Hochschnlbund 9, Berliner Hochschulgruppe 5, Deutsche Studenten jüdiseheu Glanbens 4» Zionisten 5, Sozialisten 4, Kommunisten und Asta-Gegner ir Wen eröffnet! ~wm Cafe Schneider, Zeit« Kmidltorel tcdbnter Bnekwnren. 8p«cküi8t: P*rnßlm4mm

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