Mannheim
Compact Memory

Neue jüdische Presse · 1921-02-04 · Heft 5 (4.2.1921) · p. Seite 3

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Neue jüdische Presse
Volume
19 (1921)
Issue
Heft 5 (4.2.1921)
Date
1921-02-04
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2692297-2693227-2693232--11368-2706816
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Ar . ö. »LchWWI ^rgenlrUH 148. H. 4848. Best bewlkrteste Teppich, o. Bettfedern-Belnlgimg. aus Torgau und Simon Mamlot aus Zerlow. Von jrüheren Schülern wurden Dr. de Haas nach Pldenbürg und Dr. Rein hold Lewin nach Königsberg berufen. Der vor einigen Monaten gegründete „Verein der Freunde des Füd.-Theolog. Seminars" hat bereits 232 264 Mark an' einmaligen Beiträgen und 31540 Mt. an Jahresbeiträgen erhalten. flrag. Hier hat sich eine Abteilung deS Joint Distribution Committee gebildet und zwar mit Robert Fuchs als Präsidenten und Oberpostrat Tr. W4esmayer, Dr. Singer, Rich. Kohn und Hugo Wald st ein als Vizepräsidenten. Fürsorge für Kinder, Studenten, Invalide, Kriegswitwcn, heimkehrende Kriegsgefangene, Flüchtlinge üfw. umfaßt die Aufgabe des Kon:- mitees. ( «uDiUKe« «Schweiz). Max Dreifuß, langjähriger Präfident ber Israelit. Gemeinde und Mitglied der Armenpflege, ist. im Alter von 86 Jahren verschieden. - ' Ge»f. Die Zähl der hiesigen Juden ist um 7vt im Jahre.l88st auf 2773 gestiegen. Krg»kf«rter Berichte. ««»Iritte aus »e« Judentum. 1919 November 3. Lilli Ehrlich, Fabrikpflcgerin, Mainzerlandstraße 2. 7. Marie Hirschhorn, Wiesenau 32. „ 7. Max Jacob, Tapezierer, Wallgraben 3. „ 18. Walter Fäith, Kapellmeister, Gutleutstr. 154. „ 20. Ludwig Kaufmann, Kaufmann, Schwanthalerstraße 14. 20. Guido Stern, Oberingenieur, Oberiveg 42. ,. 22. Dr. Karl Ullmann, Chemiker, Schumannstraße 56. „ 22. Flora Ullmann geb. Desenberg, Ehefrau, .Schumannstraße 56. „ 27. Adolf. Cohnheim, Kaufmann, Luisenstr. 16. Dezember 9. Jda Drill geb. Stern, Im Trutz 40. „ 9. Käthe Hirschland, Im Trutz 40. 30. Cinil Lessing, Kaufmann, Savignystr. 28. >»SlrMe 1« Jahre 1920. 1. Aus derGemeinde. März 29. Julius Wolf, Kaufmann, Breitegasse 23. Sstrril 3. Clara Soesmann geb. Cohen, Cronstettenstraße 56. - I Lonchlorvi und Lais Wilhelm Wendel AHagaaaa B Talafon Hanaa 1888. Bhnbiülnrftr Breulen n. BetmSnnclien. Sepphoris null Rom. Ei» historisch« Roman aus bem vierten Jahrhundert, von Ludwig Philtptzfohn (Fortsetzung.) Patrika.sank in sich zusmnmen; ein schwerer Kampf C'" : durch seinen Körper, bis sein Haupt ihm auf die t sank. Er anurmelte wie aus der Tiefe seines Her- I zeüs vor sich hin: „Freiheit, ja Freiheit, Luft des Lebens, Nahrung des Daseins l Einen Tag der Freiheit und nimm ein Jahr meines Lebens dafür! . . . Doch nein, ich kann j nicht ..." Seine Gestalt richtete sich hoch auf, er trat einen Schritt! zurück und streckte seinen Arm abwehrend gegen Joseph aus. „Es ist ein hohes Gut, das Du, Versucher, mir bietest, aber der. Preis, den Du dafür von mir verlangst, ist | zu hoch, ich vermag ihn nimmer zu zahlen." Und feind Stimme erhob sich, und klang wundersam von dem düstern i Gewölbe zurück. »Mas ich dem Judentum getan, und ob ich ihin noch etwas leisten könne, darauf kommt es nicht au. Ich kann I nicht hintreten, und sagen: Alles, was ich gewesen, was I ich getan und gesprochen, es war falsch, und das heilige Erbe 4 mein« Bäter ist eine Lüge, und der Gott, der Himmel und Erde geschaffen, ist ein Wahn! Was jeder Tropfen meines Herzblutes enthält, was jede Fiber meines Geistes in sich schließt, ich soll es verleugnen vor der Welt, vor Mir selbst, vor Gott? Ich soll leben fortan ohne das I Gesetz, das mich verpflichtet, ohne die Sitte, die meine J Bäter geübt, ohne den Brauch, den die Weisen meines Volkes eingesetzt? Auch um der Freiheit willen kann ich zum Lichte' nicht sagen: Du bist dunkel, und zur Dunkel- I heit: Du bist Licht; zur Wahrheit: Du bist Lüge, und zur Lüge: Du bist Wahrheit! . . . I ___ Geh, und komme niemals wieder! Willst Du den Schandfleck Deines Lebens mit dem meinigen bedecken: es soll niemals geschehen!' ... O Mirjam, o Amnon, Iwenn ihr' nicht mehr unter diesen Sterblichen wandeln I solltet, wenn eure treuen und erhabnen Seelen hinan f- I gestiegen zur Versammlung der verklärten Väter, wie könnte ich-Dereinst euch entgegentreten, und sagen müssen: ich habe euch verleugnet, ich habe euer heiliges Andenken in den Staub geworfen! ..." I Er warf sich auf seinen Sitz nieder und bedeckte sein I Antlitze mit seiner Ruhten, als ob er Reue empfände, einem I soWyp .G^mnken. nur einen Augenblick den Zugang zu Isein^-SDe? gestattet zu haben.' Ävjkpch amrwarvon den letzten-Worten Patrikass etroffen-etzi schlaues Lächeln zog mir seinen Mund, und Rsue Jüdische. Presse. ---‘ v ' - lOktober 14/ Bettina Katz, Kontoristin, Mdrrbngw« 71, Rachel "Labensky,'Lehrerin, Sandwr'g 55. November 24 Dr-/Felix Rothschild, Amtsgerichtsrat,' Klettenbergsträße 16. ., 24. Lily Rothschild geb. Rice, Klettenvergstr. 16. Dezember 2i Ludwig Goldman», Bankbeamter, Sömmeringstraße 4. „ 2. Dr. Ludwig Haas, Rentner, Schwindtstr. 21. .. 2. Hedwig Haas geb. Löwcnthal, Schwindstraße ZI. „ SO. Baruch Stern, Lehrer, Schwanenstr. 11. .. 30. Amalie Stern geb. Schwab, Schwanenstraße 11. 2) Aus dem I>iden tu m. Janunr 5. Emma Koch geb. Levi, Ehefrau, Aiteg. 34. ' 20. Max Stock, Schneider, An der Schmidtstube 1. Februar 4. Karolinc Maykowsky geb. Sichel, Näherin, Schellingstraße 10. 27. Emil Hoffmann, Bankbeamter, Th:'cwaldseiistraße 30. März 10. Erich Oppenheimer, ' Diplomingenieur, Am Dornbusch 6. 14. Karl Blum, Eisenbahnschreibgehilfe, llnterlindan 47. 17. Heinrich Kofel, Kausmann, Goethestr. 2. .. 19. Helene Bohn geb. Colli«, Ehefrau, Unterlindau .51. April 19. Lilly Ehrmann, Niedenau 62. „ 20. Herm. Besser, Kaufmann, Saalburgstr. l l. Mai 4. Viktor Tirst, Schneider, Max Hirschstr. 17. „ 7. Julius Machol, Kaufmann, Königstr. 45. ' „ 14. Johanna Rothenbächer geb. Nathan, Ehefrau, Oederweg 162. 22. Helene Löwenthal, Bürovorsteyerin, Spohrstraße 40. 26. Ernst Rosenbaum, stud. phil., Oberlindau 87. 28. Ernst Frankel, Bankbeamter, Frankensteiner-. straße 14. Juni 9. Robert Gaertner, Kaufmann, Grüneburgweg 96. 16.- Else Berta Groedel, Sozialbeamtin, Hanauerlandstraße 15. 23. Wilhelmine Oswalt geb. Roseuhaupt, Eschenheimer Anlage 40. „ 26. Abrah. Wolfs, Kausmann, Adlerflychtstr. 39. .. 26. Anna Wolfs geb. Metzger, Adlerflychtstr. 39. .. 23. Mart. Steinhardt, Kfm., Am Schwimmb. 9. .. 30. Martha Blasius geb. Koppenhagen, Stegstraße 48. Juli 7. Dr. Arthur Liebrecht, Chemiker, Eppsteinerstraße 45. 7. Elsa Liebrecht gev. Schloß, Eppsteinerstraße 45. 9. Grete Schwarzschild, Studentin, Mendelssohnstraße 65. „ 12. Kurt Heymann, Kaufmann, Seehosstr. 17. i September 11. Horst Fröhlich, Buchhdl., Humboldtstr. 45. „ 16. Heinrich Dcrenburg, Kaufmann, Jahnstr. 52. „ 17. Berta Dcrenburg geb. Adler, Jahnstr. 52. mit einer erheuchelten Sanftmut der Teilnahme sprach er: „Und wenn nun Mirjam und Amnon aus den Trümmern von Sepphoris ebenso gut gerettet wären, wie Du, — wolltest Du nicht um ihrerwillen frei werden? Du könntest sie aufsuchen. Du könntest Dich wieder mit ihnen vereinen. Du . . ." Patrika war von Neuein aufgesprungen, und rief: „Wie, leben sie? weißt Du von ihnen? wo sind sie, was machen sie? sprich, halte nicht zurück, ich flehe Dich an, Joseph, wenn noch eme Spur von Gefühl in Dir ist, wenir Du nicht gmiz Schlange, ganz Tiger geworden, sage mir, was Du weißt! . . ." Patrika hatte sich (soweit vorgedrängt, Joseph nahe zu kommen, wie die Fesseln es ihm nur erlaubten, seine Brust, sein Kopf ragten weit voran, während die Ketten seine Arme und Füße zurückhielten. Joseph erwiderte ruhig: „Sie leben, ich weiß auch, wo und wie; ich werde wiederkehren, überlege Dir, was ich Dir angeboten; Du sollst es erfahren, sobald Du frei bist, und Du wirst dies sein, sobald Du tust, was ich verlange." Mit diesen Worten wandte er sich und verließ das Gefängnis. Patrika rief ihm nach: „Halt ein, bleib hier, sage Mir . . ." Aber Joseph war schon verschwunden, und die Pfort wieder geschlossen. „Bösewicht, grausamer Schust!" rief Patrika voll Verzweiflung, und . rang die Hände, daß die Ketten klirrten und rasselten. Dann sank er wie betäubt auf den Stein nieder. Schwere Stunden gingen über den Dulder dahin, der immer und imm« mit sich rang. Aber auch immer wieder machten seine Gedanken und Gefühle sich in den Worten Luft: „Es ist.alles Lüge, alles Trug — sie sind tot, wohl ihnen!" ■ o. War Jddo wirklich das Schoßkind des Glückes, als das sie von aller Welt gerühmt und beneidet ward? Sie war allerdings sehr reich, eines der reichsten Männer Roms einziges Kind, nun auch eines der reichsten Männer Roms Witwe. Sie war sehr schön, und wenn die Frische der ersten Jugend abgestreift war, so schmückten die Fülle der Formen, der Glanz ihrer - schönen Farben und. das Feuer ihrer Augen, so wie die hinreißende Anmut ihres Wesens, die sich mit einer imponierenden Würde verband, ihre Erscheinung, so daß sie jetzt fast noch mehr bewundert und umworben war, als in ihrer , ersten Blütezeit. Sie war nach dem Maße jener Zeit sein gebildet, kannte die hervorragendsten Werke des klassischen Altertums und war auch den heiligen Schriften-ihres Glaubens nicht ganz fremd;, denn trotz, des Weltlebens, das, in seinem Hause herrschte, hatte Mefchullam stets auf die Uebung der religiösen Vorschriften siir sich selbst und bei seiner ' Leite 3 Offaabaoh a. BL Telefon 123. I Unübertroffene Tepptchreinlgniig mittelst Druckluft. H Edith Alexandra Brach, Cornelinsstr. 4. Rudolf Joseph, Kaufmann, Parkstr. 69. Philippine Höfeld geb. Bernheim, Ehefrau, Kölnerstraße 54. Hermann Ullmann, Rentner, Miquelstr. 9. Franz Loewen, Diplomingenieur, Mainzerlandstraße 134. Gladys Loewen geb. Marx. Mainzerlandstraße 134. Arthur Joseph, Kaufmann, Parkstr. 69. Dr. Jacob Liebmann, Justizrat. Köaigsteinerstraße 29. Fanny Herxheimec Wwe., Zeppelin-Aller 47. Dr. Eurt Frank, Justizrat. Bianckiardstraße 23. Johanna Frank geb. Haas, Blanchardstraße 23. Dr. Bruno Valentin. Arzt, Liebigstr. 3. Martha Valentin geb. Hellmaim. Liebigstraße 3. Kleine Notizen. Die Jüd. Bibliothek und Lesehalle ist geöffnet: Samstag, Sonntag, Mittwoch 10%—1, 3—9 (Sonntag mit bis 7 Uhr), Dienstag, Donnerstag 5—9, Freitag nach Mariw' bis 8V* Uhr. Hendschels Telegraph hat die Bertrrtung des Triestcr Lloyd übernommen und verkauft Schiffsoätze n a ch P a l ä st i n a. In der A g u d a I i s r 0 e l - I u g e n d g r u p p e wird der hebräische Sprachkurs nochmals von Anfang an wiederholt, sodaß jedem (Herren und Damen) noch Gelegenheit zur Beteiligung gegeben ist. Der E h au rew Kurs (Dozent: Zahnarzt Ehrmann) wird auf vielseitigen Wunsch wieder ausgenommen (seden zweiten Donnerstag abend 81/» Uhr). Im Zionistischen Heim, Unterlindau 21, spricht Samstag nachmittag 3 Uhr Chawer Spiro über den hebräischen Dichter Bialik. Persoualie«. Die im 73. Lebensjahre verschiedene Frau Bertha 5k l i b a n s k y, Mutter des bekannten Pädagogen und Kantors der Synagoge Unterlindau, besaß die seltene Gabe, eine prächtige Mutter und zugleich eine verständnisvolle Erzieherin ihrer Kinder zu sein, und hatte so das Verdienst, August 23. November 1. 13. 13. 23. 23. 30! Dezember 2. 20. 20. 29. 29. Anmeldungen schriftlich: Jttd. Turnverala, Untarllndau 8t. Umgebung gehalten. Bei ihrem scharfen Verstände hatte sie sich daher daher auch die Gabe feiner und klarer Sprache in hohem Grade angeeignet, und galt hierin wie in edler Sitte und geschmackvoller Kleidung für ein Muster selbst im großen Rom. Aber glücklich war sie darum doch nicht, und wer durch alle diese äußern Hüllen in die Tiefen ihres Herzens zu schauen vermocht hätte, würde darin oft genug unbefriedigte Sehnsucht, Kampf und Traurigkeit gewahrt haben. Jddo hatte sich ein reiches Leben der Phantasie und lebhafte, reizbare Gefühle bewahrt,. die von außen nur durch die gemessenen Formen der feinen Well und durch die Zurückhaltung, welche ihre Stellung ihr auferlegte, umschanzt waren. Frühzeitig der Mutter durch den Tod beraubt und von ihrem Bater zwar zärtlich geliebt, aber bei seiner außerordentlichen 'Geschäftigkeit wenig beachtet, fühlte sie stets de» Mangel eines Herzens, dem sie sich vertrauensvoll anschließen und hingeben könnte. Darum machte der Eintritt Patrika's in ihr väterliches Haus einen so tiefe» Eindruck auf sie. Er erschien ihr zuerst wie ein jüngerer Bruder, den sie bei der größer» Reife ihres Geistes zu schützen und zu leiten habe. Dann ab«, atz der Jüngling sich so herrlich entfaltete, männlich schön und geisteskräftig sich entwickelte, umfaßte ihn ihr Herz mit inniger Liebe, und sie baute diesem Manne ein Heiligtum auf in der verborgensten Kammer ihrer Seele. Als er so plötzlich, und ohne daß sie die Ursache zu durchschauen vermochte, sich von ihr wandte und dann ihr Haus verließ, erhob sich zwar ihr Stolz gegen dieses sein Benehmen, konnte aber nicht verhindern, daß ihr romantischer Sinn sich seiner nur um so mehr bemächtigte und den Glorienschein des Geheimnisses um sein Haupt wand. In dem ersten Zorne ihres Stolzes reichte sie Wthalion ihre Hand, aber ihr Herz gehörte ihm nicht. Als der Name Patrika's als ein glänzender Stern am Himmel des Morgenlandes aufstieg und zu einem feurigen Meteor ward, der schnell» aber um so strahlenreicher durch den Horizont fuhr, war; ihre Seele bei'ihm und begleitete ihn auf jedem «schritt seiner glänzenden, aber gefährlichen Laufbahn. Zwar füllte sich ihr Herz mit einer unsäglichen Bitterkett, als die Kunde seiner Vermählung mit Mirjam zu ihr drang, aber diese wich schnell dem tiefsten Mitgefühl, da sie den Untergang Beider «fuhr. Zu derselben Zeit legte sich ihr Mann zum Sterben, und da sie so 'bald nur Gräber um sich «blickte, welche, ihren Vater ausgenommen, alles umschlossen, was zu ihr in einer näheren Beziehung gestanden, so gefiel sie sich in dem Gedanken, dast ihr Leb«, nach dieser Seite hin abgeschlossen und für ihr Herz nichts mehr zu erhoffen sei. «Fortsetzung folgt.). 79

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.