Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 19 (1921)
- Issue
- Heft 5 (4.2.1921)
- Date
- 1921-02-04
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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SeiteMr ^Neue WWM Presse. d / 8 SoUfargaua 13. 7 Uhr (frflher Eldorado) 7 Uhr. Vornehmes Familien-Kabarett. - Kein Wehuwang. •••—■ ■- Mädchen, die im geschäftlichen Beruf stehen, einen Freitisch. An den Samstagen bzw. israel. Feiertagen ruhte der Betrieb, boiu dem IGKnuckengang ausgehend, daß das Familienverhältnis Mischen den Eltern und Kindern an den sorglosen Samstagen erzieherisch und veredelnd auf Len Familiensinn wirren solle. Die Anstalt konnte ihr Budget stets einigermaße»; balancieren und litt LiS Kriegsbeginn nicht an finanziellen .Nöten. Mit Kriegsbeginn öffneten wir auch in den Sommermonaten unsere Räume für Kinder und Frauen, deren Männer resp. Väter in den Krieg gezogen waren. Jetzt begannen die finanziellen Schwierigkeiten unserer Anstalt, nrit welchen wir heute noch in verstärktem' Maße zu kämpfen haben. Die Ausgaben bei einem durchschnittlichen Besuch von 4 bis 800 Gästen sind naturgemätzerweise ins Ungeheuerliche gestiegen, und die Einnahmen haben in keiner Weise hiermit Schritt gehalten. Wir haben bis jetzt unendliche Anstrengungen gemacht, unsere finanzielle Lage zu verbessern. Wir haben im vorvergangenen Jahre von der Stadt eine erhMiche Summe zur Deckung unseres Defizits erhalten, während dieselbe die Deckung für das vergangene Jahr, dessen Defizit wir auf M. 40—50000 taxieren, einstweilen abgelehnt hat. Dabei treten immer neue Anforderungen an uns heran, die Preise aller Lebensmittel, jede Anschaffung des Haushalts steigt weiter, und wir sehen uns außerordentüchen Schwierigkeiten gegenüber. Dir vertrauen auf Gottes Hilfe, der die Hungrigen speist, die Kranken stärkt und die Traurigen tröstet, daß auch unsere "Anstatt weiterhin Freunde und' Gönner findet, die es ihr ermöglichen, ihre segensreiche Tätigkeit in dem allbekannten Umfange aufrechtzuerhalten, umsomehr, als dieselbe scchungsgemäß streng nach den Grundsätzen des traditionellen Judentums geleitet und geführt wird. Erez Israel. Orthodoxe Kolouiegründung bei Haifa. Bankier Isaak Nußbaum aus Halberstadt, der sich im Aufträge des AgudaS Jisroel in Palästina aufhält, beabsichtigt, Ländereien bei Haifa anzukaufen, um dort eine orthodoxe Kolonie zu errichten. Verbilligung der LebeuSmittel. .Das Lebensmittelamt in Jerusalem hat durch Heranfchaffung von Fischen, namentlich vom Genezareth- und Meromsee her, eine erhebliche Verbilligung der Fischpreise 8«Hielt. Dadurch ist indirett auch eine Verbilligung der wischpreise eingetreten. Die nach dem Sudan entsandte ommission teilte ferner mit, daß sie dort eine erhebliche Biehmenge angekaust habe. Außerdem bemüht sich die Regierung, Kleinvieh aus Zypern einzuführen. Das gute Wetter, reichlicher Regen und reichlicher^ Futter habe» auch auf die Milchpreise drückend gewirkt. Aus Australien wurde Mehl eingeführt, worauf die Preise aller Getreideprodukte fielen. Die spebrlativ zurückgehaltenen Getreidemengen gelangen Klr Kit zum Verkauf. Auch Holzkohle ist sehr gefallen, und man erwartet einen weiteren Preisrückgang, namentlich dadurch, daß die Eisenbahndirektwn sie billig an Private abgibt. Bevorstehende amerikanische vodenköufe. In Rewyork fand eine Konferetlz der angesehensten Zwnistenzstatt, B. Rosenblatt, Jacob de Haas und Abraham Goldberg referierten. Es wurde beschlossen, daß die Ncwyorker Juden 'für den Boden kauf in Palästina 2,5 Mill. Doll, aufbringen sollen. Rosenblatt verglich die Bodenbeschassenheit und das Klima Palästinas mit dem Südkaliforniens, wo insgesamt 400 Millionen Dollars investiert sind. Mit einer ähnlichen Summe könne man Palästina zum Kalifornien des Ostens machen. - Der Bericht über die Lage von ,^8alfouria", der ersten Kolonie der Gesellschaft .Lion Commonwealth", lautet äußerst günstig. Es wurde beschlösse,^ in Rewyork 10 000 Aktien Ki je 250 Doll, der „Zion Commonwealth" unterzubringen. Die Stadt wurde in Distrikte eingeteilt; jeder Distrikt hat eine besondere Kommission, welche die ihr zugewiesene Anzahl Aktien unterbringen soll. Das Kapital der ,Lion Commonwealth" beträgt bis jetzt 2% Mlll. Doll. — Die Zionistische Ortsgruppe in Pittsburg hat sich bereiterllärt, V* Mill. Doll, für Bodenkäufe kn Palästina aufzubringen. Verschiedenes. Professor Otto Marburg besuchte in Begleitung Dt.' Ruppins Haifa. Rabbiticr Kut erhielt vom Central Relief Committee in Mw-Iork eine Depesche, daß deu religiösen Institutionen auch weiterhin Subventioneil bewllligt werden. Der Sohn des Klausenburger Oberrabbiners Glarner ist mit zwei zionistischen Gesinnungsgenossen hier ringetroffen, um Bod-en anzukaufen. - Rabbiner Prag, Lehrer am Misrachi-Lehrerseminar, ist verschieden. Die „Rumänisch-Palästinensische Aktiengesellschaft süy Handel und Jndusftie" mit dem Sitz^in Bukarest, andreren Stutze u. a. der Melwraldirektor der „Textlla" Lazar N ä r g u l i e s fwht, beabsichtigt, iu 'Palästina eine Spinnevei, Weberetz/MirKvlWilfabM. und^jFärbereD zu-^ .errichten. ''''' Zum ersten Male ist. in Jerusalem ein Adreßbuch, erschienen. Es enthüll außer sämtlichen IJerüsaleiner Adressen, eine Karte von Krusalern und ein Verzeichnis der Fernsprechteilnehmer Palästinas. ’.'Aj1.." g Deutsches Reich. Helft de» jüdische« Flüchtlingen dürch Arbeit! Das Elend der jüdischen Flüchtlinge zu schildern. Ist kaum möglich, so groß ist. es. Zu hunderten kommest junge Juden aus dem Osten nach Deutschland, um ihrem furchtbaren Schicksal in der Heimat zu entgehen. Die Grenzen sind diesen Leuten; die meistens ohne Pässe oder richtige Papiere sind, hermetisch' verschlossen. Selbstverständlich kommt eine große Anzahl der Flüchtlinge auch nach Frankfurt, dessen jArischen Wohlfahrtseinrichtungen weltbekannt sind, und suchen in Frankfurt Rat und Hilfe, Der Verein Berufsberatung und Arbeitsnachweis für Juden (Börnestr. 54—56, Tel. S 7085) hat sich bemüht, diesen armen Menschen «de Arbeit nachzuweisen, und er hat vielen Flüchtlistgen auf' diese Weise geholfen. Nun ist aber seit einiger Zeit durch den Demobllmachungsausfchuß bezw. durch das Städtische Arbeitsamt streng verboten worden, irgend jemand hier Arbeit nachzuweisen, der nicht schon vor 1814 hier war. Unter diesen Umständen muß sich der Verein an die Juden außerhalb Frankfurts wenden, ihm bei der Unterbringung seiner Schützlinge behilflich zu sein. Es handelt sich meistens um junge Leute von 19—25 Jahren, die sich gern und willig jeder Arbeit unterziehen würden. Es sind darunter Kausleute, Handwerker und ungelernte Arbeiter. Dre Devise des Vereins' ist: „Gebt Arbeit statt Almosen." Der Verein hofft, daß sein Hilfruf nicht umsonst verhallt und ihm viele Arbeitsgelegenheiten angezeigt werden, wofür er im Voraus herzlich dankt. Menschen in Arbeit zu nehmen, ist jüdische Pflicht und die schönste Wohltätigkeit. Jlte* Der.««KmWelsWrBN Dre nunmePNwiwer eMfnÄAVWapl /hat bis jetzt Mgenper GwchreibuWep ' deuten genehmig«? inMen WoothekeMrs n e x . und in , dL mDzißWe FaWcät. . , diese: große Ä' weWaiW-vie inAen leWn Äbgewiesenen sich wieder meldeten — n u r?20 '» Ab Montag, deo 21. 3bbdbp bis Samstag, den S. Febrnar Besonders billiger Vertan!: Damcn-Wäsc&e Väscbestoffe Bettdamaste Tascfiatncber Aickereir« Veisse Xleiderooiles glatt und bestickt« Besonders erwfifcuanswarti Ein grosser Posten solider and eleganter Taghemden, ftachthemden, Beinkleider u. Unterröcke zum Teil eigene Anfertigung-imter Torirendnng bester Zntaten zu aussargewBlmlleh billigen Praiaan. Wir inaohen auf unsapa dleebezagiiohaa Schaufenster aufmepksan, welche dla besondere Preiswürdigkeit und gposso Auswahl beweisen« Zall 127, neben der Eathsrinenkirche. ROBINSOHN Deutsch-Oesterreich. Bv« jüdischen Schulwesen. Der vor Jahresfrist von dem Jüd. Nationalrat geg,und etc „Jüd. Schulverein" hat in Wien bereits ein Realgymnasium und eine Volksschule errichtet. Das Realgymnasium, von dem die beiden untersten Klassen bestehen, wird bereits von 230 Kindern besuchst In sieben- Wochenstunden wird hebräisch, .als lebende Sprache unterrichtet. Von der Volksschule konnte infolge Fehlens geeigneter Räume erst eine Klasse eröffnet werden. Auch hier wird an der Hand von Anschauungsmitteln von fünf Wochenstunden hebräischer Unterricht erleilt,' . Nutzland. Vom jüdischen Leben Rußland ist für die Außenwelt verschlossen, und hui wenig dringt über seine Grenzen. In einer seiner letzte, Nummern brachte der Warschauer „Naier-Haint" einigewas ihm ein aus Moskau eingetrosfener Jude berichtet« Danach ist das geistige jüdische Leben in Rußla» doch noch nicht ganz erstorben. So gibt jetzt der Verla „Mesizei Haskala" in Petersburg die löbändige ,,G« schichte der jüdischen Literatur" von Zirnberg in-russische Sprache heraus. Auch überträgt Bert.oldi-Lacki, de ehemalige jüdische Minister der Ukraine, das Werk i» Jiddische. Die jüd. Gemeinde von Moskau erhält für die arin Bevölkerung drei rituell geführte Volksküchen, die au: von der Intelligenz benutzt werden. Ein Mittagessen koste dort „bloß" 500 Rubel, im Gegen,atz zu den Privat Restaurants, wo es 4000 Rubel kostet. Die Sovirt-Bi Hörden hätten bereits mehrmals versucht, diese Küche zu schließen, well sie sich angeblich nicht an die Lebens mittelvorschristen hielten; auf Grund zahlreicher Inte: ventionen gelang es jedoch, diese angedrohte Schließuii zu verhindern und den Bestand der Kücheil zu sicher: Amerika. Der Senat nnü das Muwauderungsgesetz Die Senatskommission vernahm mehrere jüdische Pa sönlichkeiten. John Bernstein, der Präsident der Int Einwanderungsgesellschaft (,Hajas"), zeigte, wie sehr di Befürworter der Inhibierung der .Einwanderung übe, treiben. Während des ganzen vergangenen Jahres sei« nur 65000 Jude» eiiigewaiidert. Louis Marshal vom „Joint" wies auf die Tatsache hin, daß bet jebr Wirtschaftskrise die Einwanderungsgegner die Sperre so dern. Max Fei» von den Vereinigten Jüd. Gewer schäften, sagte, daß die Einwanderer keinerlei Schuld a der Wirtschaftskrise, tragen, sonst müßten die Löhne so len, — und sie steigen. Die Senatskommissio» hat noch wcirere jüdisch: Pc -sönlichkeiten vorgeladen. Kurze politische Nachrichten. Warschau Wi: der „Mvm'nt ' berichtet, wurde t den entwaffneteu Petljura-Truppen ein Aut« mobil amerikanischen Ursprungs entdeckt. C ist das Automobil, welches Professor Friedlaende und Dr. Kantor, die erinordeten amerikanischen Joi» Delegierten, bei ihrer Fahrt durch Galizien benutzt hatte Jetzt weiß man wenigstens, wo die Mörder zu suchen sin Paris. Millerand, der Präsident Frankreich empfing R'a hum So ko low, den Führer der Zioniß fchen Organisation und des Komitees der Jüd. De! gationen. AuS der Misrachi-Beweguua. Zürich. Der hiesige Misrachi-Berein wählte in sei: Generalversammlung den Vorstand wie folgt: . Dr. Rom (Bors.), Rottenberg, Hugo Snßmänn, 3 Kahan, Feldmjann, Winnicki und Orlow. Persoualieu n* Ueine Mitteiluuseu Oelbeniersen. Zum dauernden Gedächtnis an it>! geliebten verstorbenen Lehrer Leopold Wert he im: s. A. haben seine Schüler und Schülerinnen eine Sti tung gegründet. Limburg. Lehrer Isaak rief am hiesigen Platze ein Jugendbund ins Leben. Die Gründung erfolgte a 16. Januar. Nach einer begeisternden Begrüßungsanspr« des Herrn Isaak hielt Hans Adler-Frankfurt a. 9 einen fesselnden Vortrag über den „neuen Geist der Jugend Reichster Beifall bewies, wie sehr die Worte beider Redn auf fruchtbaren Boden gefallen waren. Dem Vorstand : hören die Damen: B. L o m n i tz, H. S a ch s, die Hern O. Faßbender, M. Sternberg, F. Leopold > Dem neuen Verein traten sofort über 100 Mitglieder t Wöchentliche Vortrags- und Heimabende sollen das Jntere für alle jüd. Fragen wachhatten. Breslau. Der Johresberickl des Jüd - Throl» Seminars verzeichnet Dr. Siegbert Pinkus, j« Rabbiner in Hirschberg, Julius Greilsheimer u Dr. Wolf als Absolventen. In das Seminar,' bas < §enwärtig 19 Hörer und 1 Hospitanten zählt, traten ei sritz Wolfs aus Kattowitz, Verth old Altma' Weltberühmt sind - L. Fassbenders Kaiserstrasse.32. I 1 am frü Bin ber Fr« Mc Ja Di R.« W! W: St gesmii Pr, pkl' Ja No: D.j AP, vi Alk R Sin lud ze»! Na! ein nick zur M abe Sti Gei etw nick üf>‘ tnei und mei m vor Gej Bä, Bot zun heit zur §3 es lock olk ich' t« An: olc ein Kt«