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Neue jüdische Presse · 1921-01-20 · Heft 3 (20.1.1921) · p. Seite 2

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
19 (1921)
Issue
Heft 3 (20.1.1921)
Date
1921-01-20
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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I; Seite 2, Neue ZLdische Presse. MulHWvMMiWWHels - 7 Uhr {frBher-ISldorsdo) ■ 7 Uhr. Vornehmes Familien-Kabarett. " Kein Weinzwang. lichkeit widerwärtiges Galut sein und bleiben,- wirb eine Sünde gegen die jüdische Vergangenheit -und einen Frevel gegen die jüdische Zukunft verkörpern: es wird aus ihm die „Schechina" verbannt sein. Die innerpolitischen Ursachen der Krise: die mangelnde Vorbereitung auf Palästina, der wirtschaftliche Zusammenbruch der östlichen Judenheiten — die Unmöglichkeit der baldigen Ausnahme oll der jüdischen Auswanderer vom Lande irnd die inneren sozialen Spannungen. Außenpolitisch ist die Krise zum Glück wenn nicht ganz überwunden so doch, nach San Renw, der Erneuerung des Balfour-Versprechens, einem für uns günstigen Ende offenbar nicht mehr fern. Auf die kritischen Zeiten vor San Remo (die Jerusalemer Pogromuuruhen, die antizionistische Politik der Engländer im Lande, die Demission Balfours und anderes mehr!) braucht hier jetzt nicht näher eingegangen zu werden. Außenpolitisch ist die Enge des Weges nach allen Anzeichen überwunden. Im Lande selbst allerdings wartet die arabische Frage noch auf ihre Lösung. Momentan bildet sie keine kritische Belastung per Mischen Arbeit im Lande (die ja auch zunächst noch keinen größeren Umfang angenommen hat) wie vor der Entscheidung von San Remo. Es wäre aber töricht und könnte schlimme Folgen haben, wenn man die arabische Frage damit für erledigt und gegeustandskis halten würde. Es tut eine klare friedliche Auseinandersetzung mit den Arabern not; und. sie muß zu einer Verständigung führen, damit wir zumindest von dieser Seite her keine ständige Gefahr zu befürchten haben. Aus nationalen und allgemeinmenschlichen Gründen ist die Verständigung mit den Arabern geboten: darum muß sie-gelingen. Man kann das Problem auch anders sehen: in einer Krise der Intellektuellen und einer Krise der Masse. Für die zionistischen „Geistigen" konnte der Begiün der praktischen Verwirllichung aus verschiedenen Gründen eine gewisse Entmutigung oder auch Enttäuschung bedeuten. Die einen sahen mit der ersten, der vorbereitenden Periode des Zionismus zugleich den nationalen Enthusiasmus und die Romantik dahinschwindep und konnten sich nur mit einer inneren Ueberwiudung in die neue zionistische Atmosphäre der Sachlichkeit und geschäftlichen Klugheit hineinleben. Die anderen, weit wichtiger, erkannten ihr Ideal des „Schear jaschub" Und der „geistigen Auslese" für Erez Israel als das Ergebnis, reinen, weltfremden und im Grunde auch volksseiudlichen Denkens. Die dritten, vom Sozialismus oder sozialer Gesinnung herkommend,- erblickten die inneren und äußeren Hemmnisse für die ungesäumte Verwirllichung des Sozialismus in Erez Israel und fanden einen Weg mit nicht wemgen Unebenheiten und Engen-vor sich. Das war vor allem die Krise der Intellektuellen (die sie zumeist im positiven Sinn überwanden). Die Krise der jüdischen Masse im Osten, soweit sie aktiv und ' bewußt Anteil nimmt an den Vorgängen in der Außenwell, ist schwerer. Es ist hier die Versuchung jenes marxistischen jüdischen Sozialismus, der, international gerichtet, die jüdische Nation llugnet und verleugnet und de» Zionismus bis aufs Messer bekämpft. Der Weg führt von dem assimilatorischen „Bund" und dem linken „Poale- Zionismus" schließlich mitten in den Bolschewismus hinein! Dem Einfluß und der Macht - deS „BundismuS" und des linksgerichteten „Poale-Zionismus" sind Teile der jüdischen Arbeiterschaft früher schon verfallen gewesen, oder erst in den letzten Jahren erlegen. Die jüdische Masse ist im großen und ganzen von den anationalen Ueen des radikalen Sozialismus freigeblieben. Hier liegt aber eine Gefahr verborgen, die heute latent, morgen infotze neuer Politischer Entwicklungen im Osten akut und dringlich werden kann. Endgülltz kann dieses drohende Unheil nur beschworen werden durch den zionistischen Gedanken oder besser: durch die zionistische Tat. Das jüdische Palästina ist im Grunde die einzig radikale Lösung dieser Krise der jüdischen Masse i« Osten. Palästina ist heute darum die erste und entscheidende Forderung der nationalen jüdischen Politik. Die Krise äußert sich bei den Führenden in einer gewissen Unsicherhell und Planlosigkeit, bei dem Volk in einem Mangel des Vertrauens zu den-leitenden Männern. Man ist versucht, mit dem alten Vorwurf gegen die Leitüng zu kommen, sie habe zu viel Geheim-Diplomatie und zü wenig offene Volkspolitik getrieben: und habe so in der Masse eine gewisse vertrauensschwache Skepsis großgezogen, Daß dem so war, ist-nicht zu leugnen. Die Ursachen der ganzen Krisis allerdings Kegen tiefer als in den Tillen öder Unterlassungen der lallenden Männer; die Krise ist aus der ganzen inneren und äußeren Entwicklung des Zionismus herausgewachsen und ist vor allem durch übermächtige'Geschehnisse bringt. Heute bleibt nur festzustellen, daß der Glaube an die Führer nicht so unbwingt und tief verwurzelt ist wie ehedem. Man hat den Eindruck, als ob die Leitung in London lange noch nicht Herr der Lage ist, sondern noch ein wenig unsicher ist in ihrer Politik und ihren Plänen. Denn damit ist es noch nicht zum Besten bestellt: die genauen Pläne des Aufbaus sind etzentlich, soweit die zionistische Oessentlichkell unterrichtet istnoch nicht endgültig und klar festgestellt. Der Keren hajessod" allein war eine, die erste, bedeutsame Tat für den etzmlllichen Ausbau in Erez Mrael. Man sollte sich aber endlich schlüssig'werden, welche Wege im,einzelnen' Man in 'der' Kölonisationsarbell ' gehen Mill: vor Älem AoWchastliih sozial und 7-^ MchkMletzt — külturelst Mas KsellWcriMndöuer JahceSkonferenz, diedoch: niemand mit einem Gefühl Völler Zufriedenheit verlassen' hat,- über-die nächsten Arbeite» in'-Palästina'beschlossen wurde, man erfährt eS nur bruchstückhaft aus den Mitteilungen'-der Monistischen Leitung und aus den ebenso nngemigenden Brachten über die zionistische'Arbeit in Palästina. Will inan das Vertrauen der Masse-zur heutigen zionistischen Politik stärken, muß man offene Rechenschaft oblegen über die untexnommenen politischen Aktionen und die kolonisatorischen Arbeiten iit Palästina- Denn'die-Krise des Vertrauens,- ist die' Krise der Einigkeit und die Krise des Geldes nnd damit des Ansbaus von Erez Israel. Und damit, nachdem Ursprmig, Wesen und A-.-ußerungsformen der Krise kurz dargestellt wurden, gelangt man zu der letzten Frage: Wie ist die heutige Krise, deren Auswirkungen im einzelnen jetzt noch nicht ganz zu überblicken sind, auf dem sichersten Wege zu lösen? Vielleicht muß die Frage' im Grunde anders lauten: Wie löst sich die Krise? Denn wie ihr Ausbruch zu einem Teil organisch bedingt war, muß auch ihre Ueücrwindung organisch geschehen. Die Frage heißt darum für uns: Was können wir tun, um die heutige Krise im Zionismus beendigen zu helfen? Erste grundsätzliche Forderung an die Führer ist: restlose Klarheit über den jetzigen politischen und wirtschaftlichen Stand der Dinge in der .Bewegung, Klarheit über die nächsten Ziele und Pläne der Arbeit in Palästina, und vor allem über die Möglichkeiten der Einwanderung. Durch Ausweichen Tuib Verschweigen wird die Lage nur verwickelter und unklarer. Solange die wirtschaftlichen und die sozialen Fragen nicht geklärt, sind, kann die Unsicherheit und der Mangel an Vertrauen im Volke nicht überwunden werden, ist der Aufbau in Palästina auch von kritischen Erschütterungen bedroht. Deshalb ist der K 0 n g r e ß zu fordern als die offene Tribüne für die Auseinandersetzung über die entscheidenden Grundfragen politischer, wirtschaftlicher, finanzieller und kultureller Natur. Aber auch all diese Dinge, vor allem der Kongreß, allein werden nicht die volle Entwirrung der Lage. um> die ganze Lösung der tiefen Krise bringen. Entscheiden wird die Tat der Führer und die Tat des Volkes. Entscheiden wird im letzten Grunde das unberechenbare Werden und Geschehen der Zukunft. Wer aber die Idee ,md den Sinn der befreienden.'Zionsidee innerlich eimnal erlebt hat, wer seit damals die nationale jüdische Zuversicht unzerstörbar in.sich trägt, wird an der Zukunft des Zionismus nicht irre werden. Wer cm den Sinn der ucuereu jüdischen Geschichte glaubt, muß au den endliche» Sieg der nationalen Palästina - U>ee glauben, und wird in der heutigen Krisis eine große Krisis des Uebergangs sehen, die früher oder später überwunden werden wird. Spezial-Offerte unseres Inventur - Ausverkads. Ein grosser Posten aus imprägnierten, streng soliden Stoffen marengo, Covercoat, marine und grau Mk. 225.— Mk. 290.— Mk. 390.— Zell 127, neben der Katbarinenkircbe. Ei« Interview mit Jabotiuöky. Ein Vertreter der „Zion: Korresp." hatte mit Jabotinsky, dem tapferen Gründer der jüdischen Legion in Palästnia nnd jetzigen Direktor des Keren Hajeffod, bei seinem Aufenthalt in Berlin eine Unterredung, in der sich Jabotinsky wie folgt äußerte: Das Mandat werde unzweifelhaft diel Gutes enthalten, Die Anerkennung der jüdischen Rechte auf Palästina bedeute einen ungeheuren Fortschritt und eine Aufforderung der Völkergemeinschaft an' bas jüdische Volk, Palästina tatsächlich wieder in Besitz zu nehmen: In verschiedenen Punkten biete freilich das Mandat noch nicht genügende Sicherheiten. Das Unbefriedigendste sei die Unklarheit in der Frage des zionistischen Einflusses auf die Ernennung deS Oberkommissars, ll» dessen Hand die alleinige Macht in Palästina liege. Die Tatsache,- baß Sir Herbert Samuel als guter Zionist anzusehensei — zugleich ein Beweis des- Geistes, in welchem England seine Verpflichtungen.erfüllt — könne doch über diesen prinzipiellen Mängel des Mandats nicht hinwegtäuschen. Es: müsse mit aller Kraft eine Verbesserung des-Mandats ant gestrebt werden, auch wenn dies in der bisher geplanten: Form veröffentlicht werden, sollte. > Palästina brauche' eine.Armee! Zur Zell trage i England 'die Armeelasten, indessen sei. es -nicht 'ratsam,; England und' seine überlasteten Steuerzahler bauernddiese j Bürde tragen zu lassen, Palästina sei heute ruhig und' -werde es auch bleiben, wenn -Unruhe ins so sei eS inMnsMM ' DM für die DWtMll .lischt- SoldatenUOMln! würde unsere poMs^eMage?D Engst Tie Frage der -WttckM Mio» mtralpunkt des -jMscheHpolMchen gram'ms, werden; seineHäüi^Mun^. die "Legion bereits innerhalb, der" englischerr Armee stehe, und zwar als „Judean"-Regiment unter dem lästiuenser Colonel Margolin. Dieser Ansatz sei zü größern. .j. " y . Die Judenschaft Palästinas müsse Selb ftverw tu-iijg haben: Wenn man- Palästina dauernd nur - di m» Europa aus ernannte Herren, oft auch durch Touris Der- De regiere, so werde man jeden Jnittativgeist und jede Ärbe Atz-«; freude im Lande töten und gleichzeitig die schwer a s‘ Fehler machen. Die künftige, zionistische Executive in ^e'n ür lästina müsse gebildet werden aus Grund einer Ueber „-.,. | flimmung mit dem Jüdischen Nationalrat in Palast. g, Die jüdische Welt und die Außenwelt erwarten nik, A uns die Schaffung des Judenstaäts. Nur durch 'hechoslot w el tu m sa (f ende-Nu ti« naJ:beimea-iut >r Pole» ter Ausnutzung jeglichen Idealismus könne die ziiitet dur flische Bewegung der Mittel habhaft.-werden,-deren fle igfeit bt nötige Die Methode der Arbeit müsse natürlich kl nur ein männisch sein, aber nur die große politische Beweg rmeue könne die Menschen und das Geld mobilisieren. Hier hung, sei auch diezionistische Masse, iu .Amerika.überzeugt, «sonder, wann es einlge' Führer' üoch nicht ° verständen, so will-ller Be sie es bald daraus einse.hen, daß kie mit ihrem jetzi:ebt, in „Kleinzionismus" keinen Erfolg haben werden. .'der P> Wa§ die erforderlich gewordene Neubildung t zuflmn Executive anbelangt, so sei die bisherige Execu Zell, nicht adäguat gewesen. Nicht Notabillläten, sondern :winden, Dutzend durchschnittlicher tüchtiger Männer, welche Motzk Ressorts unter sich teilen, brauche man. Sie müssen Komitc doch den Zionismus gründlich kennen, und-ihr Progra der R müsse dem nationalpolitischen Charakter entsprechen, -ren Ko> der Executive in Palästina muffe es genau so sein, den Lä Neubildung der Executtve sei' Aufgabe der kommen: ist, mi Aktionskomitee-Sitzung. Ihre anderen Ausgaben seien finanzii Durchführung des Maaßer-Prinzips bei der Mobilisiere men, d aller Zionisten für die Keren Hajessod-Arbeit und- , das.. Einberufung des Xll. .Kongresses wahrscheinlich für:- anae s August dieses Jghres. - Zur TraditiovSsrage in PEsti««. , Der Sitzung des- Landesvorstandes nder Zionistist Bereinigung für Deutschland lag eine Jnterpellation L-az r us'Barth. Dr. Gronemann und Ka-reSki-ill die Leitung möge feststellen, inwieweit dieüBehauptti Vga, „die mit zionisttschen Mittest, begründeten öder unterst »WD ten Küchen in Paläftiua-würden mit Ausnahme drei misrachistischcn unrituell geführt," der Wahrhell e spricht, u»d möge gegebenen Falls-unverzügliche geetz» Maßnahmen gegen derartige Verletzungen des nationc Religiönsgesetzes ergreifen. Dr. .Rosenblüth, der Vorsitzende;' erklärte Einverständnismit. der Jnterpellatton,. er werde sie «Lg wo die Zentrale in London weitergeben. . Sodann wurde folgende von Barth.-Karesk-i, Dr: Klee, K-ob« Dr. Radin, Schachtel, Schragenheim Wolfs- Frankfurt eingebrachte Resolution eickinüttg genommen: „Die ziorllstische Exekutive wird ersucht, 2 für Sorge zu ttagen, daß entsprechend denschon zu. He, - histor Zeitengefaßten Beschlüssen in den - von: ihr.igegründe oder unterstützten öffentliche» Jnstutionen unser nativ: les Religionsgesetz nicht verletzt wird." Es ist sicher, daß auch die Zionisttsche Exekuttve „Vater mit einer Resolutton solidarisch erklären wird,-die Tr° so Hab, tion der Zionisttsche» Organffation ist. - Professor We i >tS gilt, man n, der Präsident der Organisation, hat bei'Min des' wi Aufenthalt in Amsterdam einer Misrachi-Abordnung s ihrem Einverständnis mit den Forderungen des--MiSrachiku-ßt, daß getan, er stehe auf dem Standpunkt-daß die Gelder): die>v lig gez> jüdischen Volke aufgebracht werden, nicht mit der Tradit ,t verlo in Widerspruch-stehenden Zwecken zugeführt iperden dürs c' Patri er werde bei seinem demnächsttgen'Besuche im Paläst . seinen Eistfluß einsetzcn, Mißstande zu Leseittgen. hter sei Während früher die ganze zionistische Arbeit Theo,»: „L war, berellet sich jetzt iw Palästtna immer mehr Mißt doch lichkeit vor. Das heißt: Die zionistische. Wirklichkeit jchten, Palästtna wird sich so gestalten, wie die-Menschen, die ige .-Di Palästina" leben,, - als Juden geartet sind? Letzten "Eni onnenh sind daher' nicht 'Resoluttonen das Entscheidende; enttch roht: l dend ist eiyzig und allein das Menschemnaterial, das'.Pa n, der . stina auflaut.- Es gibt^däher nur einen-vern'U'ws ßt Du gemäßen Weg für die .Einflußnahme: aus" äsung Entwicklung deS Mischen Lebens im Lände der'-'Misst men - w Zukunft: f elber hingehen! Diese.Tatsache: kann in fei ges gerade jetzt der'.traditionstreuen JudenheE uicht' eindrü len .und lich genug zum "Bewußtsein" bringen. 7 j noch sie vi Unter - . - : .7;..- - ' . Weitherülun,t slBd L. FassbeuA- K«iserstnu«e{!39, -■ .-s ■ .... -7 -V f. lauen rmeftc- »Nun beshani rieten. Jddv' e8m MM > ünbci! spraö »-es fl ssen.! riedigu

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