Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 18 (1920)
- Issue
- Heft 47 (24.12.1920)
- Date
- 1920-12-24
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seife-1 Neue Jüdh'che Presse. Weltberühmt sind L. Passbenders K.ontitu.reii6 Kaiserstrasse SS. QrSsste Auswahl ln pass. Weihnachtsgeschenken. Zwischen Cairo — Alex nndrien — Jerusalem ist ein Luftdienst errichtet worden. Dauer her Fahrt 5 Stunden. Nach Jerusalem beginnt man jetzt auch in Jaffa mit her Errichtung von Telephonen. Deutsches Reich. Jüdische Arbeiterfürsorgestelleu. Es gibt im Deutschen Reich folgende jüdischen Arbeitersürsorgestellen: Allen st ein, Kaiserstr., Beutheu, Hohenzollernstr. ll, Bochum, Luisensrr. 12, B rc s4 a n, Freibürgerstr. 10, Chem nitz, Briürenstr. t, Dres - den Zeughcmsstr. 2,Duisburg, Quergasse i, Frankfurt a. pl., Langestr. 30, Hamburg, Hartungslr. 9, Ka ttowitz, Hmis der Synagogengemeinde, Köln, Barbarossaplatz 7, Königsberg, Kaiserstr. 32, Königsbütte Poststraße 2, Mannheim, M. 2, 3, München, Herzog Maxstr. 7, Saarbrüike», Fntterpreße 25, Stettin, Elisaberhstr. 10. Kanada. Drrschärfnug der EinwandcruvgSbestimmuvgeu. Einwanderer in Kanada haben nach einer neuen Bestimmung 250 Dollar für sich, 125 Dollar für jedes Familienmitglied über 18 Jahre und 50 Dollar für jedes Familienmitglied von 5—18 Jahre vorznzrigen. Kurze politische Rachrichte«. Wie». Die assimilatorische Is.r.aelitische Union protestiert wieder einmal, daß derJüdischeNationalrat im Namen der österreichischen Juden spricht. Dabei erhielt ihr Kandidat bei den Parlamentswahlen 4000 und der zionistische 20000 stimmen. Agram (Jugoslawien). Bei den Wahlen der Knltusgemeinde, die unter großer Beteiligung vor sich gingen, unterlag die bisherige assimilatorische Mehrheit nta siegten die Zionisten. Temesvar. Im FestMal der Israelitischen Kultusgr» gemeinde tagte die tom Jüd. Nationalverbanb für Rumänien einberufene Konferenz der Judenschaft des Banats unter Vorsitz des greisen Oberrabbiners von Buzias. Die Versammlung verlangte von der Regierung die nach dem Friedensvertrag als nationale Minderheit zugesicherten Rechte und beschloß energische Propaganda für den Keren Hajes so d. In Galatz ioird. ein Allswanderungsheim errichtet. Warschau. Hirschhörn richtete rat Parlament an die Regierung eine Interpellation wegen den ungesetzlichen Schwierigkeiten, die die Rekrutiernngskommissioneu den jüdischen Emigranten machen, indem sie diese durch Unterschrift verpflichten, auf die polnische Staatsbürgerschaft zu verzichten und Nie nach Polen zurückznkehren. Bukarest. „Diantuitca", die vorzüglich geleitete jüdische Tageszeitung, drückt ihr Bedauern aus, daß die Thronrede mit keinem Worte die Politik der Regierung de »Juden gegenüber erwähnte, als ob der König nicht wüßte, daß. das neue Rumänien eine zahlreiche jüdische Bevölkerung hat, deren Wünsche und Forderungen an den Staat noch immer unerfüllt blieben. Das Blatt fragt, ob die vielen Judendekrete dem König nicht bekannt seien, und ob auch die Krone den Minoritätenvertrag von Saint-Germain unbeachtet lassen will. Genf. Shlvain Levi, Präsident der Alliance Jsraelite Universelle, B i g a r t, deren Generalsekretär, und der hiesige Oberrabbiner Ginsburger sprachen beim Präsidenten des Völkerbundes, Hymans, vor, damit btt Völkerbund etwas für die'Regulierung der jüdischen Auswattderung tue und damit der Völkerbund nur solche Staaten aufnehntc, die die Rechte der religiösen Minderheiten sicherstellen. Parts. Dr. Halphon, Großrabbiner von Argentinien, ist hier cingetrosfen, um im Aufträge der argentinischen Regierung für die jüdische Einwanderung tätig zu sein, eine im Hiubiick auf die Erschwerung den Einwanderung in den Vereinigten Staaten und in Canada sehr bedeutsame Mission. Dr. Halphon amtiert seit 17 Jahren uu2 hat in dieser Zeit das jüdische Schulwerk in Argentinien ausgebant nurreorganisiert. Mehr als 10000 Kinder erhalten Unterricht in Religion, jüdischer Geschichte und hebräischer Sprache nach moderner Methode. Das Jahresbudget dieses Schulwerks beträgt 2he Millionen Francs und wird zum größten Teil von der „Jca" bezahlt. Re« Kork. Rabbiner Dr. Bernhard Drachm an. der Präsident des Sabbat-Verbandes von Amerika, äußerte sich gegen die Veranstaltung eines Indischen Weltkongresses, da ein solcher Kongreß „Wasser ans den Mühlen der Antisemiten" sei. Drachmann zeigt hier einen recht engen, spießbürgerlichen Standpunkt. Es ist noch sehr ungewiß, ob die Befürchtung berechtigt ist; — aber selbst wenn cs der Fall wäre, ist eine Politik der Aeirgstlichkeit, des Umhersvähens, was ein gehässiger Nacktbar sagen, könne, keine Politik. ~ Aus der MiSrachi-Bewegrmg. Frankfurt a. M. Dr, Arthur Hantke Berlin, 'Der bis vor kurzem l'/s Jahre als Mitglied der zionistischen Zentralleituiig in Lonron weilte, hielt in der Misrachigruppe eine großzügige, von Sachkenntnis, Ernst und Begeisterung getragene Rede über die Situation in Palästina und machte mit seinen Ausführungen den tiefsten Eindruck auf das zahlreich erschienene Publikum. Im Banne dieser Rede verzichtete der nächste Referent, Rabbiner Dr. Nobel, der über die Aufgaben des Misrachi in Palästina sprechen wollte, auf das Wort hierzu und forderte als religiöser Führer die Erschienenen ans, mit weitgehendster materieller Anstrengung für den Keren Hajessod, bcir Aufbaufonds für Palästina, zu zeichnen. Ehemnttz. Die Ortsgruppe des MiSrachi erSffnete ihre Wintertätigkeit mit einer Versammlung, in der Dr. Geis über „Die Ausgaben des MiSrachi", und Rabbiner Blum über „Unsere Jugendarbeit" sprachen. Rabbiner Blum regte die Schaffung einer Jugcndgruppc an. Als erste Grundlage in der Jngendgruppe wurden unter Leitung von Rabbiner Blum inehrere Schiurim eingerichtet. I» einer Mitgliederversammlung berichtete Dr. Geis über die Ccntraltommiteesitzung in Berlin. In einer allgenicineil Versammlung sprach Rabbiner Blum über: „Orthodoxie und Zionismus". Die rege Aussprache, die sich diesen Vorträgen anschloß, zeigte, daß auch in weiteren Kreisen Interesse für unsere Ideen vorhanden ist. Die am 27. November stattgcsuiidene Generalversammlung nahni eine Neuwahl des Vorstandes vor: es ivurden gewählt: Rabbiner Blum (1. Vors.), Lipa Scharf (2. Vors.), I. Margnlies, K. Heller, S. Großm a » n, H. O e h l b a n m und Dr. Geis. Am 29. November sprach Rabbiner G r n n i s aus Wittschin in einer gut besuchten ösfenttichen Versammlung über: „Wir und Erez Jisroel". Der Redner schilderte dir trostlose Lage der Juden im OMen und zeigte, daß nur eine Heimstätte in Erez Jisroel den bedrängten Ostjuden Hilfe bringen kann. Er wies darauf hin, daß es vor allem Pflicht der orthodoxen Juden ist, sich ani Aufbau Erez Jisroel zu beteiligen und forderte zu einer regen Beteiligung am Keren hajessod auf. Iw der anschlietzenden Diskussion tvurden die Ausführungen des Redners von Rabbiner Blum, Lipa Scharf und Tr. Sichel tinlersl.cht. Paris. Der Misrachi hatte hier ant ll. Dezember 'eine glänzende Veranstaltung. Es sprachen Rabbiner S t o u r d z e, Präsident des Misrachi, Zlatopolski, Rabbiner Ossovski von Odessa, Paktiere, ein angesehener Christ, und Oberrübbiner E >nannel Weil!. Einer der Redner erwähnte den Ausspruch des Oberrabbiuers von England: „Jeder Jude, der heute nicht für den Wiederaufbau Jerusalems arbeitet, hat sich so zu betrachten, als habe er mit seinen Händen an der Zerstörung Jerusalems gearbeitet." BARBARINO- ZIGARREN Zigaretten, Tabake Bind vornehme Festgeschenke Kaiserstrasse 7 nahe Bosemorkt Kaiserstr. 8 t Zeil 88 am Bahnhof Ecke Sshfifergasse Perjo«alie» «. kleine MitteilvrrgeU. Osseubach «. M. Der hier arbeitende Ausschuß für Gartenbau und Handfertigkeit ist von Rechtsanwalt Dr. Guggcnhcim als paritätische Einrichtung geschaffen worden. Demgemäß werden zur Zeit 30' Zöglinge (20 jüdische, 10 nichtjüdische), darunter Schüler und Schülerinnen der Volks- und Mittelschulen und höheren Lehranstalten, in wöchentlich drei Abteilungen im Gartenbau unterrichtet. Der Unterricht untersteht der Leitung des Lehrers Jakob Strauß, der auf dem Lchrgut in Peine seine Ausbildung erhalten hat. München. Kommerzienrat Sigmund Fränkel, Präsident der orthodoxen Religionsgesellschaft „Ohel Jakob" und Mitglied der Verwaltung der Israelitischen Gemeinde, Vizepräsident der Handelskammer nsw., beging den 60. Geburtstag.. Fränkel ist eine der bedeutsamsten Erscheinungen der deutschen jüdischen Gemeindeorthodvxic. Haag. Der Jüdische Nationalfonds vereinnahmte im November 17 052 Pfund Sterling. Poken. Justizrat Dr. Felix Kämpfer, der sich am hiesigen jüdischen Gemeindeleben betätigte, ist in Berlin, wohin er vor zwei Jahren verzog, verschieden. Nr. 47. Paris. S. Jouschkevitsch,.dessen- Romane und Dramen sich in Rußland großer Beliebtheit erfreuen, Hst hier ans Odessa eingetroffen. Timisoara l-TemeSvar). Hier hat in deutscher und ungarischer Sprache ein jüdischnationalcs Wochenblatt „diene Zeit — Uj Kor" sein Erscheinen begonnen. New Bork. Amerikanisch! Wie wir in .kJewish Gazette" lesen, verkaufte eine jüdische Reformgemeinde in der 120. Straße ihre Synagoge an eine christlich e G e m e i n d e. New Bork. Der Drohobyczer Zadik,Rabbi E h a j.i nt Spiro, wird Ende Dezember hier erwartet. Die Ehassidim tresfe» schon große Vorbereitungen. S. ist -Zionist.' New Bork. Im Oktober find allein im Hafen von N'eir-Aork 74 665 Einwanderer — meist Juden ' — a »gekommen. New Uork. DaS Internationale Institut für Landwirtschaft beschloß, im JnstitutSgebäude eine Gedächtnistafel zum Andenken des eben verstorbene» David L u b i u, des Begründers des Institutes, und langjährigen Vertreters der Bereinigten Staaten in diesem Institute, anznbringen. Frankfurter Berichte. Israelitische Gemeindevertretung. Die erste Sitzung Zier nach dem neuen, auf detttokratischer Grundlage aüfgebauten Statute gewählten Gemeindevertretung bezeichnet einen Markstein in der Entwicklung der Frankfurter Jsr Gemeinde, und e* war daher naheliegend, daß der bisherige Präsident der Gemeinde, Justizrat Dr. Blau, dem Augenblick in einer Ansprache gerecht wurde. Von weitem Blicke und jüdischer Wärme getragene Worte richtete Justizrat Dr. Blau an die Versammlung. Er gedachte der vom Geiste des Friedens getragenen Zusammenarbeit der verschiedenen Strömungen innerhalb der Jsr. Genieinde und wünschte der Versammlung, daß auch sie diesen Geist wahre, unbeschadet des Kampfes der Ideen, der die Grundbedingung für ei« gesundes Leben in der Gemeinde ist. Er hieß besonders die nunmehrige Mitarbeit der Ostjuden an den Geschicke« der Gemeinde willkommen. Zum Schluß betonte er die schweren materiellen Probleme, die die Gemeinde in nächster Zeit zu lösen hat, und die die Einsetzung brr ganzen Persönlichkeit eines jeden im Ehrendienste der Gemeinde Tätigen fordern. Die Gemeindevertreter wählten hierauf ihr Präsidium. Dr. M e r z b a ch wurde wiederum zum Vorsitzenden gewähli. Auch Dr. M c.r z b a ch würdigte den Beginn der iieucn Epoche im Leben der Frankfurter Jsr. Gemeinde. Er meinte, daß die Tatsache, daß wir iw zwei Kulturen wurzeln, in der jüdischen und in der deutschen Kultur, den Reichtum unseres Wesens bildet. Bei den zunächst zu lösenden Aufgaben hob er besonders die Notiociidigkvit einer entsprechenden Gehaltsregulierung der Beamtenschaft hervor. Ans dem weiteren Verlauf der Sitzung seien noch die Wahlen zu den Kommissionen verzeichnet. GeschäjtsordiiuiigSkommission: Goitein. Dr. Katzen stein, Dr..Merzbach, FelixMeycr.Mosbacher. Wahlvorschlagskommission: Frau F o r ch h e i »t e r, Froin m -, Dr. Geiger, Dr. Grosser, Glaub erg, Rothschild, Weis Haupt. Finanzkommission: Dr. Auerbach. Haas, Landsberg, Stiefel, Werner, Jacob Wolfs, Willy Wolfs. , ■ ' Cdannkkahfeler«. Der Mädchenclnb, Langestr. 30, sah zu seiner Chanukkahfcier gegen 200 Menschen bei sich. Alle Darbietungen waren von Clnbmitgliedern übernommen. Besonderen Eindruck machten acht lebende Bilder ans jüdischer Vergangenheit und Gegenwart, die in Wort und. Bild jüdisches Frauenleben einfach und schön zum Ausdruck brachten. Der ganze Abend ließ die Weihe eines jüdischen Festes erlebe». Am Sonntag war für die kleinen Freunde des Clubs ei» vergnügter Kiuderuachmittag, der bei 80.Mädchen und Jungen mit Aufführungen, Bewirtung, Kasperlejpässen und kleinen.Geschenken Freude und Jubel anslöste. Aus der Religionsgesellschaft. Der Sonntag stattfindenden' Generalversammlung der Jsr. Religionsgesellschaft liegt folgender Antrag des Vorstandes und des Ausschusses vor: „Dem § 6 der Satzung wird folgender' Absatz - 4 hinzugefügt: Falls bei Anwendung der vorstehenden Bestimmungen der Jahresbedarf der Gemeinde nicht gedeckt wird, kam» die Generalversammlung auf Antrag des Vorstandes und Ausschusses die Umlage von Steuern, sei es allein auf Grund der religionsgesetzlichen Bestimmungen (§ 1). sei es unter Erwirkung des staatlichen Steuerrechts, beschließen." 8 11 Abs. 4 Satz 1 wird gestrichen. 8 39 Abs. 1 Satz 2 lautet fortan wie folgt: Die übrigen 88 können nur durch eine Generalversammlung, in der mindestens 300 stimmberechtigte Mitglieder anwesend sind, mit einer Mehrheit von zwei Dritteln der abgegebenen Stimmen abgeändert werden." Ferner beantragen Vorstand und Ausschuß, daß die Generalversammlung folgenden Beschluß fasse: „Jedes Mitglied der Synagogengemeinde Jsr. Religionsgesellschaft ist religionsgesetzlich verpflichtet, für das Geschäftsjahr 1920/21 von seinem Jahreseinkommen im Kalenderjahr 1920 einen entsprechenden Prozentsatz und zwar mindestens 1°/° bei eissem Jahreseinkommen bis zu Mk. 30000.—; mindestens Is/-"/» bei. ein«n Jahreseinkommen bis jsü Mk. 50000—; i mindestens.-SN» bei-hiinem- Jahreseinkommen, über Mk. 50000.^-. « .a^