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Neue jüdische Presse · 1920-12-03 · Heft 44 (3.12.1920) · p. Seite 2

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
18 (1920)
Issue
Heft 44 (3.12.1920)
Date
1920-12-03
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Seite 2. - h r£. \ 'S. :.f ’P ■ f -' > '•!... -i-f» d f. v»r? , ■■, ‘Weltjuerühmt sind' Xi- Fassbenders g onfltuLreii» ...... HaiverstViasse. 32. >. S4: -änb 25. Januar im Anschluß an Len Gemeindetag des Deuisctz-Jsra: litischen GemeindeLundes..- in Berlin ihre Wohlfahrtstagung/ auf' "bet eine Reihe für die AuSge» Kaltung der Mischen Wohlfahrtspflege in Deutschland Vberous wichtige Fragen zur Besprechung gelangen werden. Denlsch-Oefterreich Aus Sem Parlament. - 'Räch der Einführungsrede des neuen Bundeskanzlers Dr. Mahr, eines Lhcistlichsozialen, hielt im Parlament Ler bisherige Bundeskanzler Dv. Renner, ein Führer der Sozialdemokratie, eine Rede, die wieder einmal bewies, daß düse in Oesterreich antisemitisch angehaucht ist. Dr, Renner sagte in seiner Rede nämlich folgendes: ' Der Wahlkampf wurde um die Judenfrage geführt. Sie werden fetzt Gelegenheit haben» die Judenfrage zu lösen. 1896 sind Sie in Wien zum Siege gekommen. Seil der Zeit vernichten Sie immer die Juden. Die Juden sind indessen in Wien reich geworden. Früher konnten Sie sich auf die kaiserliche Regierung und auf andere ausreden. Nun fallen alle Hindernisse weg. Leben Die sich auf diesem Gebiete aus. Wir sind begierig, was Dre tun werden. Aber eines werden wir Ihnen nicht gepatwn: Nichts zu tun und ein zweites Mal die Bevölkerung irrezuführen. Dieses Handwerk werden wir Ihnen legen. Wir haben auch nichts dagegen, daß Sie den Abgeordneten Kunschak als Minister ohne Portefeuille für die - Judenfrage einsetzen. Und wenn Sie keine Juden hätten, der Abgeordnete Jerzabek würde selbst nach Osigalizien fahren und einige tausend Ostfuden herbringen, teil Stoff für die Agitation zu haben. Diese Frage hat in Leu Wahle« entschicken. - , Rußland. . Clue jSdische VotkSuniversität. Die in den Revolutionstagen Oktober 1918 in Petersburg gegründete jüdische Bolksuniversität begann am 8: Februar 1919 ihr Vorlesungen. Die. bedeutendsten jüdischen Gelehrten lesen an ihr, so der Historiker Dub »ow, der jüngst stinen 60. Geburtstag feierte, T. Ginsburg, die Professoren I. M. Kulischer, S. O. Grusenberg, I. Markow» E. S. London usw. 'EL werden Kurse über Geschichte der Juden, hebräische und jüdische Literatur, jüdische Rechtswissenschaft, jüdische Wirtschaftsgeschichte, jüdische Kolonisationsgeschichte, jüdische Philosophie, jüdische Kunst, graphische Schriftlltube usw. abgehalten. *„ Die UnüKxfität wirb von etwa 200 Hörern besucht, von denen der größte Teil Mittelschulvorbildung hat. Es wird versucht, sie auszugestalten. Doch arbeiten dre Lektoren und Hörer gegenwärtig unter schwierigsten Verhältnissen, da sie von der wissenschaftlichen Welt Westeuropas und Amerikas völlig abgeschnitten sind. Mit dieser wissenschaftlichen Not der jüdischen Gelehrten in -Rußland beschäftigt sich auch H. G. Wells im „Sundäy Expreß'" und plädiert dafür, daß in England und Aknerita die Publikationen der lexten fünf Jahre gesammelt und nach 'Petersburg gesendet werden mögen. Es handelt sich Haupts erblich um Hebraica und Judäira und Wells gibt der .Zuversicht Ausdruck, daß die Ropal So-iech seiner bererlS vorgebrachten Anregung in dieser Richtung entsprechen werde. Großbritannien.: . LaS P irlameut und Palästina. Die folgende Entschließung wurde von der parlamen» tarftchen. Gruppe für palästinensische Angüegenheiten gefaßt: ' - . ,/Oie Regierung möge veranlaßt werben, in die Be» -slimmungen des paläsüuensischen Mandats die ausdrückliche Anerkennung der geschichtlichen Verbindung hck: Mischen Volkes mit Palästina, der Zwnistrschen Organisation und der Entwirtürng Palästinas in eine« selbstregierenden Staat einzufügen.' Ferner möge die Re- -gicrung veranlaßt weiden, die notwendigen Maßnahmen «ir der französischen Regierung zu treffen, daß daS Bassin des Jordans und seiner Gewässer, besonderauch 'der Jarmuk, mit in das Gebiet Palästinas einbezoaen -herbe, da sonst der wirtschaftliche Aufbau deS..Landes Mark gefährdet werde." Kurze politische Nachrichten. ’ Lo»ern. König Konstantin gewährte d-m Herausgeber der „Jüd. Paßzentrale" eine längere Besprechung. Der König bewirte, daß er den Juden Griechenlands IstetS das größte Wohlwollen entgegengebracht habe, erkundigte sich eingehend nach dem ihm befreundeten Rabbi Jakob Meir» dem früheren Chacham-Baschi von Salonrki, der heule' in Jerusalem wohnt, und besprach die zwnistischen Bestrebungen und die Leiden der Juoen in Osteuropa. £ftrid|. Die „Reue Zürcher Zerrung' berichtet: Wohl „um Mem dringenden Bedürfnis abzuhelfen", soll demstchLst in St. Gallen bie erste Mummer erneK antisemitisch«, chvn do-dvD WdEnblättS erfcheinen,-fttz: .d^v/herxjtS^ei^MoßeÄAl f kn-rmyd.ausländischer- Mitcwbeiter. vop "Ruft gewoiüiLnrst'^ * Meös5 cz eg7Wdl-kM:Hier^öi»,' ^itpkter^-:d^S- JewishBoard of DeputieSunddrr'AngleHewisy Assocratson: eingetroffen, um.der Völkerbundpersamiutung. die Wünsche : der englischen Juden betreM där-Judeiiheit zii-Äb«xnttrH.' Aiouisttsche Rachüchte«. Klayfeudurg. StaätSsekrktär 'Boca begrüßte 'als Vertreter der ..rumänischen - Regierung die -1. zionistische Konferenz der Juden der Gebiete' Transylvanien/ Banat und MarmaroS und sprach die Sympathie'der-Rtgiernng für das Palästknawerk der Juden aus. London. Dr Weltzmann, Fabotinsky. Natd r't sch und Z l a top ol s k h begaben sich nach Amerika. Dr. Schmariahu-Lewin hat bereits Palästina Perverlassen, um sich gleichfalls Mer London nach Amerika einzuschiffen. Persouutte» u. kleine Mitteilungen. BerN«. Eine neue jüdische Gemeindebibliöthek und Lesehalle. Die „JMische Lesehalle und Bibliothek" ist, wie berichtet, von dem gleichnamigen Verein mit allen Bücher- und Zeitschriftenbeständen der Berliner Jüdischen Gemeinde überlassen worden; diese bildenden Grundstock einer dieser Tage, er« öffneten Zweigbibliothek und öffentlichen Lesehalle, im Flügel des Synagogengrundstücks Fasanenstraßle. Die Lesezeit ist: Montags bis Donnerstag 6—9, Sonnabends 11%—lVs, Sonntags 10—1 Uhr. Wie die frühere „Jüdische Lesehalle und Biblwthck", die als älteste öffentliche Einrichtung dieser Art in Deutschland während ' ihres 25jährigen Bestehens zur Verbreitung jüdischen Wissens beigetragen hat, soll mich die neue Institution eine jüdische Kulturstätte bildend Sie wird ihre Aufgabe, in Ergänzung. der Hauptbibliothek und des Lesesaates 'in der Oranienburgerstraße 29, den Gemeindemitgliedcrn, namentlich auch den im Westen Berlins wohnenden, die Quellen der jüdischen Publizität und Wissenschaft zugänglich 'ju machen, um so ergiebiger erfüllen können, als in der Zweigbibliothek auch Werke aus der Hauptbibliothek zu beziehen sein werden. Preiswerte Winter - Mäntel - in ganz erstaunlich grosser Answahl. Alle Farben in helles n. dunklen Velour de laine-Stoffen Hellkarierte Stoffe in besonders geschmackvoll. 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Aus Grund dieser Tatsache haben die Mischen Gemeinden das Recht, in die, an allen Orten Mer 5000 Einwohnern gebildeten Ortsausschüsse einen Vertreter zu entsenden, ebenso, in . die.Provinzialausschüsse. Es ist somit die Gewähr dafür geböten, daß in dem Ergebnis der Sammlungen, welche -zweifellos auch in Mischen Kreisen starke Unterstützuhg finden Wecken, die der.Mischen Kinderhilfe dienenden Einrichtungen in entsprechender Weise teil haben werden. Es liegt. im eigensten Interesse. dieser gerade gegenwärtig besonders notleidenden Institutionen, daß auch von Mischer Seite der „Deutschen Kinberhilfe" möallchst reichlich Mittel zufließen. Der besonderen Sammlung, die im Januar in sehr Intensiver Weise für das hilfsbedürftige jüdische Kind geplant ist, wirb hierdurch . nicht vorgegriffen." Czernvwitz Die luüliche Etudrntenschaft scrtzte folgende Resolution: . 1. Dre Versammlung beschließt, an den UnterrichtSminister ein Memorandum zu richten, in WÄchem die Errichtung einer hebräischen Kanzel gefockert wick, an der auch jüdische Geschichte und jüdische Volkskunde gelehrt wick.' Mt der Leitung dieser Kanzel ist. ein Mischer Gelehrter zu. betrauen. . 2. Prof. Tarnawski wick ersucht, wie im Borjahre, auch jetzt semitische Philologie zu , lesen. 3. Es /wäre eli^ Lektor für Reuhebräisch zu bestellen und den'Hörern die Möglichkeit zu geben, Prüfungen zu machen und das Doktorat zn erlangen.. '4. Die Studentenschaft drückt ihre Verwunderung.über die Ankündigung deS Dekans an die ,Lörer der nwsaischen zkonfesiivn" aus. : . . ~. Budapest. Professor Dr. Adolf-von- Szilh> Primarius der Augenabtellung deS Mischen Spitals, An hervorragender Medizinev, ist 73 Jahre all — verschiede«. --SO-.- > Billig« :Gelegenbeitakäofe. in Flash-l BDro>) Sohrelbnaaaohlnontlsoh«nl Stfllilant Sasse:«, •laarna Koatop.-SohrSake. . : Freys, BBro-Einrichttingep,Tneafarpl.l4. Warschau. Im Alter von 74 Jabren verschied hier der Modschizer 'Rebbe, Rabbi Israel Tow, Mitglick des rabbinischen Rates der AgudasSchelaumei Emünei Jisroel. Der Verstorbene, der ein Sohn des. Swoliner Rebben, Rabbi Samuel, und ein Enkel des KüZmirer Rebben, Rabbi Jecheskel, war, hatte während des Krieges' in Radom gewohnt. In- Czenstoch'au verschick Rabbiner Pinchas Men'achem Just mann, bekannt als der Pjelzer Rebbe. 72 Jahre alt. Er war ein Enkel des: alten.Gerer Rebben, Chwuschei Horim. Der 'Verstorbene gehörtem dem rabbinischen Rat der Agudas Schelaumei . Emunei Jisroel an. Lodz. DaS hiesige jüdische Theater, dos größte Mische Theater Europas, ist nickergebrannt. Etwa 200 Personen sind dadurch existenzlos geworden. Rew 8)«rt. 2r Samuel James Meitzer, Direktor am Rvckefelter-Jnstitut für mckizinische Forschung, besonders bekannt durch seine Erfindung einer neuen Methode für künstliche Atmung, Verfass« von mehr als 200 biologische^ physiologischen usw.' Monographien, starb jm Alter von 69 Jahren. - ■ Krimkfurrer Berichte. Pas Wahlergebnis der Israel. Gemeinde. Infolge Kompromisses wurde «ine gemeinsame Liste zu den Wahlen ves Bertreterkollegiums der Ist. Gemeinde ausgestellt. Sie enthält 10 Konservative (darunter 1' Handwerker), 14 Liberale (darunter 1 Handwerker), 2 Zionisten und 1 .Ostjude. Die Namen der Gewählten siehe im Inserat der heutigen Nummer. Wie »«lautet, dürste "die erste Sitzung der ireuen Gemeindevertreter am 15. Dezember stattsinden. In 'dieser Sitzung wick ber neue Vorstand gewählt. Portrige. Die zwei letzten Versammlungen der Agud as- Jisroel Orts- und Jugendgrüvpe waren gut besucht/ Freilich war auch diesmal wieder die „Frankfurter männliche Jugend" recht dünn gesät.. Zum «sten Vortragsabende, auf dem Rckakteur Schachnowitz und Hermann Schwab-Halberfladt ein Bild der Geschehnisse im Osten entwarfen und für weitere Waisenhäuser zur Rettung der Pogvomwaisen eintraten, war hcmptsächlich ostjüdisches Publikum «schienen, und der. gute Besuch des zweiten Abends galt mehr der Person des. Redners, Leo Wreschner, als dem Thema..„Probleme der Juxend", welches Thmna übrigens der Redner viel zu theoretisch behandelte. Die Agndcrs Jisroel ist die einzige Bereinigung innerhalb der Religionsgesellschast zur Behandlung jüdischer Problem«, — und wenn man ihre Veranstaltungen besucht, so drängt sich immer wieder die Frage aus, wo die Söhne der ReligionsgesellschastSmidglicker find. Auch das ist „ein Problem der Jugend": Auf Einladung des Nationaljüdischen Jugend-Ausschusses sprach ErnstSimon.vor überfüllteur Saale — etwa 800 Personen — über das Thema »Der Jude' und se i n B 0 lk". Das Publikum lernte üt. dem jungen Redner nicht nur einen Meister des Wortes kennen, sond«n. auch einen jener Jungjuden, die. in der Bibel/ dem Helligsten des jüdischen Volkes, emsig schürfen und mit intnftivem Blick in ihr dem reinen, lauwren Geist des - jüdischen Volks zu erfassen wissen. — Statt sich dieser Wirkung b« jüdischen Regenerationsbewegung aus vollem Herzen zu freuen, hörten wir in der.Dckatte Zahnarzt Ehrmann das Gegensätzliche hervorheben — und wir mußten daher Erich Fromm vollmif zustimmen, "der den Stmidpunkt Ehrmanns und seines zkvrises einem Mangel an Optimismus zuschrieb. Jm Derern „TifereS Bachurim" beendete-Dr^ B. May. einen Zyklus von sechs Vorlesungen MeV " die Periode.des babylonische» Exils..ES war yur ein Nein« Kreis, der sich um den Dozenten scharte; diesem Neinen KreiS wurden die Borlesmtgen.ab« zu Siunden jüdischen ErlebnssseS,-indem sie ihm tiefes B«ständniS für eine, der bedeutsamsten Epochen der Mischen -Geschichte gaben.. ' - - -: . . Der nächste ZykluS von sechs. Boxlesungen .beginnt Sonntag, 19. Dezemb«. Direftor Dr." G'r 0 in b a ch e r wick -über das Wesen des Judentums lesen. Vor» anmeldungen zu diesem Zyklus an Dr^Adier, Uhland-' straße-47,-«beten. . In Rücksicht auf, den-Ernst d« Zeit nunmt der Verein in diesem Jahre von einer Chonukkah-Veränstaltung Abstand. Stiftungsfest. . Als anmutige Unt«brechung und Fortsetzung der in letzter-. Zelt interessanten Bväräge fand am SamS'tag den 27. Mcwemb« das 10. StiftunKfest des Vereins der selbständigen Jsr. Handwerker im. Saal des Zoologischen Gartens statt... (53 war ein erfreulicher Anblich wie. in "eiM Zrlt des - ParteihäderS, - d« .DölkSzerttssenheit-und deS'Judenhasses,: -wie.. i« :-seit Jahichundecken^nicht gewstt«, .. die jüdischen^.Handwerk« der SWt FxqMuxt-rr. W. in-/folch harmonischer und gemütlichen Weise und so zahlreich ihr Fest.feierten. Maleryieist« JosestMeter hcäte das Pro»

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