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Neue jüdische Presse · 1920-11-26 · Heft 43 (26.11.1920) · p. Seite 3

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
18 (1920)
Issue
Heft 43 (26.11.1920)
Date
1920-11-26
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Ar. 43 A. Ml. Thyssen . Stets Eingang HT Heuheiten in Tapeten "MM Teppiche Läufer Vorlagen 20 Neue Halozerstrasse 20 ... Koke WeisafrauenatiÄsse. Telefon: Hansa 1784. . nationalen Minoritäten bestehen bleiben. Das Kesseltreiben der Mischen Sozialisten.gegen den jüdischen Schulinspektor Dr Bren ner, weil er für das Hebräische und gegen den Jargon eingetreten ist, dürfte diesen. Schritt begünstigt habend - »tschine«. Eine Konferenz der jüdischen Gemeinden Bessarabiens beschloß, beim rumänischen Parlament national-personale Autonomie zubeantragen. -DaS mit zionistischer Hilfe geplante jüdische L e hr e r s e m i n a r wird nicht' hier, sondern in Cluj (gleich Klausenburg) mit Prof. Dr. Sonnenschein- Wien als Leiter eröffnet. PariA DaS Komitee der Jüdischen Delegationen hat Lkon Bourgeois, hem Präsidenten ves Völkerbundes, ein Memorandum über Sie Verfolgungen der Juden in Polen überreicht. Jerusalem, »er Jüdische Nättonalrat (Waad lcumil wählte als' Präsidenten Dr. Thon, Dav. Fell in und Ben Zwi und zum Dizepräsidentcu aus Verlangen der Orthodoxen Dr. Levy. Ziouistische Nachrichten. Eraukkurt a. M. Unter Aorsttz des Rechtsanwalts Wohlsarth fand Sonntag eine von auswärts g»r besuchte Tagung des Zionistischen Gruppenvcrb a n h S. für H e s se n und H e s s e n - N a s sau statt Dcc' Tagung nahm nach einem Referate Richard Lr'chtheims eine Resolution an, die die „vollkommene Zustimmung für den Keren Hajessod" ausspricht und es für die Pflicht eines jeden Zionisten intlärr, iowohl die. geforderte Vermögens- und Linkommeuabgabe zu leisten, als auch sich selbst in den Dienst des Keren Hajessod zu stellendamit die Organisationsausgaben auf ein Minimum herabgrdriukt werden können. - Will WMlti'IMill-lWild'SillWl. Bargantrassa l49. H. 4842. Beat, bewährteste Teppichn. Lettkeäern-Leinigung. Sepphoris nnb Rom. Sin historischer Roman auS dem vierten Jahrhundert. Bon Ludwig PHUippsohn. (Svrtfttzung.) ., Ursicinus hatte den Pest eine Stunde hinter das Schlachtfeld zurückgeführt und hier eine wohlgelegene Höhe besetzt. Rach dem Kriegsgebrauch der Römer umgab er deir Platz sofort mit Pallifaden und Gräben. Die siegenden Juden waren ihrerseits ebenfalls über die Höhen gezogen. Aber Patrika hütete sich wohl, einen Angrst; auf das römische Lager zu machen, der ihm nur große/Opfer und vielleicht geringen Erfolg versprochen hätte. Seine Macht reichte mich nicht hin, das. Lager so einzuschließen, daß Ursicinus von keiner Seite einen Ausfall und Durchbruch hätte wagen können. Er begnügte sich daher, das Lager so zu umstellen, daß jede römische Streispartie unmöglich, und Lebensmittel und Wqsssr.den Römern entzogen waren. - . Ursicinus mußte daher am anderen Morgen daS Lager verlasseg und langsam in festgeschlossenen Gliedern den Rückzug aytreten. Diesen konnte er aber nur mit einem wachsenden Verluste bewerkstelligen. Von jeder Höhe, an der er vorüberzuziehen, fiel ein Regenschauer von Geschossen hernieder; aus jeder Schlucht, an der er passierte, brach unvermutet der Feino hervor, . und schnitt, mit Löwenmut kämpsend, einen Teil seiner Truppen ab; jeder Engpaß'wurdeein Kampfplatz, auf welchem er seine entschlossensten Krieger zurücklafsen mußte.: So kam es, daß, ehe er die Grenze - Galiläas erreicht hatte, sein Rückzug zu einer wilden Flucht wurde, auf welcher er nur /eine kleine. Schar um sich behielt; sein Heer war vernichtet oder aufgelöst. . , Wenn Dü, Mirjam, wie Du gesagt, auf der Warte standest, dann sahst Dü einen Reiter Wer die Ebene galoppieren, der schon von fern fort und fort Mit einem weißen Tuche wehete, dann den Berg heraufsprengte, und „Sieg! Sieg!. Es lebe Patrika!" in das Tor von Sepphoris rief: Da Du von dem Turm eiligst herabgestiegen, fandest D.u Ammin, durch das Volk vom Pferde gehoben, auf den .Armen zur Pforte des^Turnws. getragen, und er ruft Dir zu' init f der letzten jkrast seiner erschöpften Brust: „Heil Dir, Mirjam, Heil Patrika, — die Römer sind ge- Neqe Mdtzche Pach'e. Als Vorstand des Gruppenverbandes wurden wählt: Jacob Wolff-Frankfurt (1. Dorf). Be ram Stern-Wiesbaden (2. Bors.) und Rechtsaun L o h lfarth-Frankfurt. u. Uetttr MMeiwuge». vertta. Die Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums hält am 2b. Dezember eine Generalversammlung ab. Auf der Tagesordnung steht neben einem' wissenschaftlichen Vortrag Rabbiners Prof. Dr. Bloch sowie den üblichen geschäftlichen Berichten ein Antrag aus Erhöhung der Dtttgliederbeiträge. «ertt». Dr. Simon Eppenstern, Dozent «un Rabbinersennnar, früher Rabbiner in Briefen, ist nach kurzem, schweren Leiden verschieden. Sein Gebiet war die jüdische Geschichte, besonders das Zeitalter der Gaonim. Außer, einenr Werk hierüber gab er einen Kommentar zu Koheleth und den Kommentar Joseph Karos zum Propheten Micha heraus. BreSlan. Der Verein israelitischer Lrereh inSchlesien wählte als Vorstand: B 8 h r - Waldenburg (Bors.), Moops-Breslau, Hamburger -Briog, Falke n st e i n - Landeshut und U n i k o w e r - Namslau. Wien. Anläßlich des 70. Geburtstages des Gründers und Herausgebers der im vergangenen Jahre nach 36jährigem Bestehen cingegqngenen „Dr. Blochs Wochenschrift, Zentcalorgan. für die gesamten Interessen des Judentums", Dr. Joses S. Bloch, erschien eine wertoolle, illustrierte einmalige Ausgabe der Wochenschrift. Bloch war 1881—94 Reichsratsabgeordneter und bekämpfte mit Unerschrockenheit den Antisemitismus. Amsterdam. Dce folgenden Hilfsorganisationen das „Komitee für die Pogromopfer in Ost-Europa", der vereinigte Verband der „Amsterdamer Hilfsaktion sür hcucgerndc jüdische Kinder im Auslande" und die „Kommission für jüdische Transeinigranten und Flüchtlinge in Holland" haben sich unter dem Namen „Amsterdamsch Hulpwerk voor Buitenlandsche Joden" unter dein Ehrcr.vorsitz des Oberrabbiners Dr. Onderwyzer ceretnigi. Der gemeinsame Ausschuß aller Hilfskomitees besteht au§ den Herren: van Dien, Dr. A. Friedemann, Fron B. Konhn-Prins, Jzak Prins, Rabbiner Sarlouis und Frau' Slyper-Ascher. Des Büro des Verbandes befindet sich Veurs voor Den Dirmanthandel. Weesperplein 4, Kamer 22, und wird von Dr. JsidoreHen geleitet. Gens. Der Philosoph Prof.Bernhard Alexander, eine Zierde der Budapester. Universität, ist wegen der Zustände in Budapest, die den Juden oogelsrer gemacht haben» nach hier gegangen und in das Dozentenkollegium der hiesigen Universität eingetreten. New Aark. Ein achtjähriges Wunderkind auf dem Gebiete der Schachkunst ist hier angekomnien und wird eine Tournäe durch die größten Plätze Amerikas machen. SamuelRzewki aus Lodz hat in Paris gegen 21 hervorragende Schachsvicler gesiegt. Jerusalem. Hier starb Dr. I. Chazanowitsch, der Schöpfer der .Jüdischen Nationalbibliothek. Jerusalem. Professor Otto War bürg »Berlin, der zionistische Führer, wird nächster Tage zu längerem Aufenthalt hier erwartet. Vielleicht nimmt er dauernd Wohnung. schlagen!" Und da fielst auch Du dem treuen Boten um den Hals, und zogest mit ihm und dem ganzen Volke in die Hallen der Synagoge, in den Psalmen Deines erhabenen Ahns, den Dank zum „Herrn des Krieges" hinaufzujubeln. Die galiläischen Juden waren voll Siegesjubel; in immer größerer Zahl ettten die jungen. Männer zum Heere Patrikas, daS sich bald verdoppelt sah. Er selbst sandte neue Boten zum persischen Heere, um die Siegesnachricht zu hinterbringen und sich schleunige Hülfe zu erbitten. Älber gerade von hier aus wurde ihm immer mehr die Gewißheit, daß nicht daraus zu rechnen sei, und die persischen Glaubensbrüder teilten ihm offen mit, daß sie ihn außer mit ihren lebhaftesten Wünschen nur mit Geldmitteln unterstützen könnten, die sie ihm auch reichlich zukommen ließen. Im ganzen römischen Reiche machten die Nachrichten aus. Galiläa das größte Aufsehen, hatten aber keine Wirkung, welche den befreiten Juden günstig gewesen wäre. Patrika hatte Sendschreiben an seine Stammesgenossen in allen westlichen Ländern erlassen, in welchen er den unerträglichen Druck schilderte, der den Ausstand unvermeidlich machte. Er forderte sie darin auf, das freie Galiläa als ihren nunmehrigen Mittelpunkt anzusehen, dahin ihre Söhne zu senden, um an der Wiederherstellung eines freien und selbständigen Juda teilzunehmen^ Diese Schreiben machten keinen Eindruck. Selbst das Erlöschen des Patriarchats und die gewaltsame Auflösung des großen Sanhedrin gingen vorüber, ohne eine tiefere Aufregung zu bewirken. Zu lange waren die zerstreuten Haufen bereits vom Lande der Väter entfernt, hatten sich zu sehr gewöhnt, in ihren Gemeinden sür sich zu leben, in die Verhältnisse sich zu schicken und so gut es ging, zu bestehen, als daß sie an dem Geschicke ihrer galiläischen Brüder einen tatkräftigen Anteil genommen hättender Verbindungsdraht fehlte, der den elektrischen Schlag aus dem Herzen Asiens zu denwestlichen Küsten des Mittelmeerrs hätte führen können. Der große, weitgestreckte Körper des jüdischen Volkes hatte bereits den Prozeß der Zersetzung durchgemacht. Der Organismus war zerfallen. Aber so groß war die Lebenskraft - in diesem merkwürdigen Menschenstamme, daß ein jeder einzelne Teil, wie und wo er sich fand, sich zu einem Ganzen für sich organisierte und einen Körper voll Leben, voll Ausdauer und Entschiedenheit bildete. Uebrigens.fürchteten die jüdischen Gemeinden im römischen Reiche von dem galiläischen Aufstande ungünstige Wir- ___• ewfe 3. Ostend- Jlpotheke Hanaaerlandstr. 2 Telephon: H» 2808 Reiche Aaswahl in Seifen, Hautkreme, Froatmltteln* Ein Sohn Sir Herbert Samuels verheiratet sich demnächst mit Fräulein Grasowsky. Die dljährize Mutter Sir Samuels ist in London gestorben. Kraukstutter Berichte. Fürsorgekasse »er ist. ReligiouSgeseSschast. Die anläßlich des 70. Geburtstages Rabbiners Tr. Breuer gegründete Kasse hat ihre Tätigkeit aufgenommem Ins Auge gefaßt ist zunächst in Rot geratenen Familien des ortsansässigen Mittelstandes helfend zur Seite zu stehen, wobei besondere Maßnahmen zur verschwiegensten Behandlung der zur Beratung kommenden Fälle getroffen sind. Darüber hinaus soll im Rahmen der verfügbaren Mittel die Fürsorge für fremde Glaubensgenossör nicht vernachlässigt werden. Die Kasse betrachtet es als ihre besondere Aufgabe, den Mitgliedern der Jsr. Religionsgesellschaft als Organ zur Verteilung von Wohltätigkeitsgrldern nach Weisung der Spender zu dienen, wodurch diese in die Lage versetzt werden, von der Berechtigung des § 13 Ziffer 7 des Reichseinkommensteuergesetze Gebrauch zu machen, der Beiträge an mildtätige Bereinigungen (nicht aber an Prioatperionen/ bis zu 10 °/obes Einkommens vom Gesamtbetrag der Einkünfte in -Abzug zu bringen gestattet. Mitteilungen de» Ausschusses »er nattonaljsSifche» l Jagenöorgauisalion Frankfurt at. 9t. Adresse: kand. jur. Paul AruSberg, Wolssgangstr. SS. 1*- Keren Hajessod Aktion der nationaljüdischen Jugend: 4. Ausweis: K. I. V. 2575.—, I. T. B. 1179.75. Blau Weiß 3187.45, Herzl Club 1253.5«, B. Z. K. 34«.—, Tikwas Zion 750.—, Private.Eingänge 1395.55, in Sa. 11281.25. Montag, 29. 11. 2«, öffentliche jüdische Jugendverscmunlung, Frankfurt-Loge, abends 8 Uhr, Ernst Simon-Franösnrt a. M. spricht über „Der Jude und sein Volk." Kleine Notizen. Zum leitenden Arzte der ghnäcologischen und geburtshilflichen Abteilung im Krankenhause der Israel. Gemeinde wurde an Stelle des verstorbenen San.-Rat Dr. Baerwald Prof. Dr. Franz Cobn gewählt. Der Talmud-Thora-Verein teilt mit, daß Kantor I. B- L ev y in seinem Zyklus über diejüdischen Kaffee Kaisergarten tan Opernplats Enfhlaasigeä FamUien-Kaffee Täglich von 4 Uhr ab. Künstler - Konzert» Jungen aus ihre eigene Lage. Je stärker der Widerstand, je größer der augenblickliche Erfolg >var, ein desto größerer Haß würde gegen sie entstehen. So kam es, daß die Sendschreiben Patrikas entweder gar nicht oder durch heftige Abmahnungen und selbst bittere Vorwürfe beantwortet wurden, und im Laufe der Zeit bei dem römischen Hofe von allen Seiten Ergebenheitsadressen, Versicherungen der Treue und Anhänglichkeit eingingen, durch die die jüdischen Gemeinden die von chnen befürchteten harten Maßregeln gegen sich abwenden wollten. Nur aus den nächsten syrischen Städten langten einige begeisterte Jünglinge in Sepphoris an, die Herz und Arm der Sache der Freiheit leihen wollten. Dahingegen wurde römischerseits eine große «Tätigkeit entwickelt. In Tyrus waren der Cäsar Gallus, der Feldherr Ursicinus und der Abtrünnige Joseph versammelt, um die kräftigsten Maßregeln zu ergreifen, die Galiläer zu unterwerfen. Zunächst wurden von allen' Seiten die tapfersten Legionen und alle Kriegsbedürfnisse in großer Menge zusammengezogen. AuS Griechenland, Thracien tust» Egypten wurden alle entbehrlichen Truppen herbeibeordert: der alte Haß der Syrer gegen die Juden flammte noch einmal in' die Höhe, und große Masten herselben stellten sich dem römischen Feldherrn zu Gebote. Was dieser Hatz nicht vermochte, das übernahm der religiöse Fanatismus. Monde waren vergangen, die Perser längst über den Tigris zurückgezogen, die Regenzeit nahte ihrem Ende. Die Kriegsrüstungen waren beendet. Ueber 60000 Streiter erwarteten die Befehle des 'Ursicinus. Dieser hatte seinen Feldzugsplan mit Hülfe jener seiner Genossen wohl entworfen. Seine Absicht war. die Streitkräfte der Juden zu zersvlittern, und Uneinigkeit, ja Zwietracht unter sie zu bringen, jede Feldschlacht, in welcher das gebirgige Terrain und der Ungestüm der Feinde ihm Nachteil bringen konnten, sorglich zu vermewen. dann die vereinzelten Heerhausen der Gegner in die Städte einzuschließen und niese Ms immer unschädlich zu machen. Er trennte daher sein Heer in vier .Abteilungen, welche von verschiedenen -Seiten in die Msständische Provinz einrücken sollten. Den drei kleineren stellte er seine zuverlässigsten Befehlshaber an die Spitze, während er selbst den ungleich stärkeren vierten HeerhMfen, der über 30000 Mann zählte, befehligte. Mit diesem wollte er von Süden her über Nazareth gegen Sepphoris ziehen, während die eine Abteilung von TyruL gegen Safed, die zweite von Mb» gegen Liberias, die dritte von Ekdippa gegen Gabara marschieren sollte.

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