Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 18 (1920)
- Issue
- Heft 41 (12.11.1920)
- Date
- 1920-11-12
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
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Nr. 4L Seite 3 Neue. Jüdische Presse. A. JH. Thpien Stets Eingang MT Neuheiten in Tapeten "WM Teppiche Läufer Vorlagen 20 Nene Mainzerstrasse 20 Ecke Weissfranenstrasse. Telefon: Hansa 1784. Frankfurter Berichte. Ausschuß der Israelitische« Gemeinde. Ans dem Verlauf der letzten Sitzung des Ausschusses sei folgendes berichtet: Für Reparaturen in der Mazzenbäckere?, die zur Erhöhung der Produktion erforderlich sind, wurden 1250 M bewilligt. In der Hauptsynagoge sind 106 Erbplätze, die vor vielen Jahren. von ihren Inhabern gegen zehnfache Zählung der Jähresmiete erworben wurden. Es wäre unter den heutigen Verhältnissen ungerecht, dieses Recht beizubehalten. 'Die Angelegenheit wurde in der Sitzung zu.u ersten Male aufgeworfen und wird wciterbehandelt werden. Besucher der Synagoge Königsteinerstraße wünschen, daß auch an den Sabbaten des Winterhalbjahres der Häuptrium der Synagoge geheizt werde; dies würde sür 20 Sabbate einen Zuschuß von 30,000 M. erfordern, die zum Teil von Synagogenbesuchern gedeckt werden sollen. Forch-Heimer (lib.) meinte, cS würde das Heizen dcS Hauptraumes für Sabbate mit größerem Besuch, wie Sabbat Chunukkah, geuiigen, trotzdem war der Ausschuß in seiner Majorität der Ansicht, den Wünschen der Synagogenbesucher zu entsprechen. Der Vertrag mit dem Verein für jüdische Krankenpflegerinnen stand 'zur Genehmigung. Er wurde bestätigt, und überdies wurden dem Verein 75,000 M. zur Deckung seines Defizits bewilligt. Zu den Wahle« iu der Israelitischen Gemeinde. Eine Mitgliederversammlung des K o n s e r v. I ii d. Gemeindevereins nominierte folgende Kandidaten für die Wahlen: . \ N apht a l i From m, Iu l iu s W e r n e r, H ej n r. Rothschild, I. L. Gort ein, Jacob Wolfs, Max Kahan, Adele Meyer, Selig Meyer, Rechtsanwalt Dr. Katzen stein, Jsaac Haas, Si- Conditorei und Cafö Wilhelm Wendel Altagaaae 6 Telefon Hansa IS88. Frankfurter B reuten u. Betmännchen. nto« Glauberg, Max Nebenzaht und Rechtsautoalt Dr. Emmer ich. An. eiuiiuici, An. (xel‘4 nau | | uiuiui, Ing. Richard Kaufs manu, L. B o r n st ein, Lina Kander, Kantor und Lehrer I. B- Levy, Adolf Dorszau», Siegm. Halberstadt, Is: Kahn^, Albert Heß und Arzt Dr. A n s b a ch e r. Mitteilungen des Ausschusses der nattonaljüstschen Jugeuöorgauisattou Franks«« a. M- Adresse: fand. jur. Paul AruSberg, LLolfsgangstr. 34, 11. - Am Samstag, den 13. November, abends bV2 Uhr findet im Heim der zionistischen Vereinigung,, Untertindau 2t, ein Bortrag des Herrn Generalsekretär Fritz Mordechai Kausmann-Dertin statt, über das Thema: „Die Kultur der Ostjuden." Vollzähliges Erscheinen ist Wicht. B o r a n z e l g e. Am 20. tzkovcmber findet in dem großen Saal der Frankfurt-Loge abends 8 Uhr eine ösjentiiche Jugendversammtung statt. Herr Ernst Simon-Frankfurt wird sprechen über: ,^Oec Jude und s-in Volk." Keren H ajcssod-Aktion der national-j.üd. Jugend, Frankfurt«. M., IU. Ausw eis. Bis zun: 8. November gingen folgende Beträge ein: K. I. B. M 2Q75.- I. T. V. „ 1562.- Vlau-Weiß „ 2872.15 H. E. „ 655.— 'Hriunt „ 1353.— ,, Bar : M. 8517.45 . Geldbeträge werde» enrgegengenonunen bei den Vertrauensleuten und Montag von 6—8 Uhr abends. Unterlindcu: 21 I. Montag, den 15. 'November, abends 6'/s Uhr Sitzung der Vertrauensleute oer Jugendorganisationen siir d»n Keren Hajessod. (Finaiizausscyuß.) Vorträge. Am ö. November sprach Frl. H c l e n e H a n u E o h n vor einem geladene» Publikum von Frauen uno Aiädchen in der Ziöniskischeu Bereinigung und richtet an sic einen Appell zu ernsterer Mitarbeit m der Organisation und zur Erfüllung ihrer Frauenpflichten in P a t ä st i n a. Diie Emanzipationsbestrebungen haben di« Frair uiehr und mehr von ihrenr natürlichen. Berufe -abgedrängt; das macht sich fühlbar in den jüdischen Kolonien, die auf die wirtschaftliche Mtfvirkung der Frauen in Haus und Hof anfs Dringlichste angewiesen sind. Die in London gegründete Weltorganisation zio nist is ch e r Frauen, deren Vorsitzende, die Reserentin ist, hat es sich daher zur Ausgabe gemacht, Mädchen, die zur Uebersiedlung bereit sind, in Hans Undj Garten auf ihren, küintigen natürlichen Berits vorzubereiten. 'Aber mich heute schon müssen sich alle in den Dienst der Organisation stellen, wo cs gilt, die Grundlage für den Aufbau des Landes zu schassen. Die Weltorganisation zion. Frauen hat daher ciiie.Juweleusammlung eingeleiiet, deren Ertrag dem Keren Hajessod zufließt. Wer spendend oder werbend in den Dienst dieser- Aktion treten will', der melde sich bei dem national-jüdischen Frauenausschuß. Adresse: Frau H a n n y Löw - Tachauer, Reuierweg 51. JBF_ Wäsche-Ausstattungen Niw^« Spezialität: Harren*Oberhemden nach Maas Defekte Wasche wild sorgfältig repariert. Frankfurter Gross-Weissnäharei Langeatrasse 18, Hinterbau. :: Tel.: Römer 5308. «leine Notizen. Sonntag, 21. November, findet hier eine Tagu n g des Zionistischen G r u p P e n v e r b a u d e s He si e u u nd H essen-Nassau statt. * - Kantor und Lehrer I. B. Levy hält im Talmud- Thora-Verein einen Vortragszyklus über „Die Gebete des ganzen JahreS". Ter erste Vortrag findet Sonntag 6' > Uhr im Hörsaal Börneplatz statt. Personalien. .Im Alter von 74 Jahren verschied Stadtrat Josef B a e r, der viel für den wirtschaftlichen Aufschwung Frankfurts geleistet Hai. Frankfurter Veranstaltungen. I ü d. Fr a u e u u e r ei ii i g u ii g, Hörsaal Friebb. Anlage, Scuntag, 6: Was haben unsere Frauen siir Enz Israel zu leisten? (Dr .Jos. Breuer.) — Beratungsstelle f iir iiid. Fl ü chl l i»ge, Frankfurp-Loge, Montag, 8: Ostjudennot und Ostjudenhitfe (Fritz Mordechai Kaufmann). — Tisercs Bachurim, Linyestr. 33, Sonntag, 7'/->: GcschichlsknrS (Dr. May). Mo n tef io re. Sonntag, ll.: Morgenfeier anl. 25jährigen Bestehens, Mittwoch, 8(>,: Zvklus iüd. Geschichte (Dr. May). Talmud - Thpra - Verein, Hörjaal Börneplatz, Freitag nach Mariw:- Bortrag (Dr. Braun), SmnStag, nach Schacharis: Haftoro (Dr. Radin), 11: Schulchan Aruch*) (Unna), 3l/i: Rasch: '(Lipinsry), nach Mincha: En Jaakattw (Unna), 'Sonntag, nach Schacharis: Mischna, 9' »: Schulchan Aruch (Lipinsky), 9'/r: Genwro*! (Unna), nach Mincha: Newiim (Unna), 6'/i: Die Gebete des ganzen Jahres (I. B. Levy)*) Dienstag, G/»: Mikro (Unna), Mittwoch, nach Schacharis: Mischna (Dr. Friedmann), 6% : Chauwaus lewowan» ,Dr. Braun), Donnerstag, 8: Gemoro*) (Unna), Fortbildung sür junge Leute, Montag, 8'/»: Gemoro (Unna), Fortbildung für Knaben, Santstag, 3: Schulchan Aruch- Dienstag und Donnerstag, 5>/e: Mischna, Gemoro,. Schiur für Damen, Sonntag, 5','s: Dinini (Unna). *) Religionsschule Herniesweg 27. *) Auch für Damen. _ Billige Büromöbel Qelegenheitskäafe in Ftaehv Hürn-, Schreib» - masehlaentlachen, Stühlen, Sesseln, slaarna Kontor-Sohräaka. Freya, Büro-Einrichtungen, Tlieaterpl. 14. Sepphoris und Rom. Ein historischer Moman aus dem vierten Jahrhundert. Bon Ludwig PhiNp-soh«. (Fortsetzung.) Ämnon hatte das Haupt sinken lassen; er ergriff die dargebotene Hand Patrikas und sprach leise: „Patrika, Du hast recht wie immer; dann aber kommt zum ersten Male der bleiche Strahl der Verzagtheit in mein Herz, und es will sich in ihm regen wie ein Zweifel am glücklichen Ausgang. . Da trat Mirjanr auch zu ihm hin und ergriff seine andere Hand. „Das darfst Du nicht, Amnon, dies wäre ein 'Verrat an unserer heiligen Sache, diesen Gedanken muh: Du von Dir abschütteln! Traust Du der Kraft der Wahrheit und des Rechtes so wenig zu, baust Du auf die Hülfe Gottes für dcn Unterdrückten, der seine Fesseln sprengt, so wenig, schätzest Du den Todcsmut und die Entschlossenheit von Männern so gering, daß ihr Schwort nichts' auszurichten vermöchte, wenn ihre Hand nickt vom Glauben an überirdische Mächte, an eine wunderbare Sendung geleitet wird? Nein, der Gott Israels ist gegenwärtig auch wenn er nicht einen eigenen Boten sendet, Patrika ist der Erkorene des Herrn, der erwählte Führer seines Volkes, auch wenn kein Salböl des Messias seine Stirn betaut, hat. . . Kämpfet mit ganzer Kraft, mit ganzem Herzen, und wir werden siegen!. . .' - Patrika umarmte voll Bewunderung sein Weib, Amnon richtete sich an der Macht ihrer Worte wieder auf; aber der crstere litt es nicht, daß Amnon allein die Antwort in die Versammlung der Jünglinge brächte, sondern begleitete ihn dahin, um selbst das Wort der Beruhigung zu sprechen. Als die Abgeordneten der Städte i» Sepphoris zusammengetretcn, wählten sie mit Einstimmigkeit Patrika zum Düx Galilaeae, billigten seine Vorschläge und stellten ihm Waffen und Güter zur Verfügung, so weit er ihrer zur Verteidigung des Landes und der Freiheit bedurfte. Allgemeiner Jubel umgab ihn, allgemeines Vertrauen begleitete--ihn. Patpika traf unverzüglich die angemesscnsteu Verfügungen.- In allen Sttzdten ließ er die Befestigungen, ausbesiernund verstärken; die Mauern wurden wiederhergcstellt und erhöht, die Gräben gereinigt und vertieft, die Wälle vermehrt: Vorräte wurden in allen festen Plätzen aufgehäusr, Waffen angejammelt und verfertigt,' besonders auch Wurfgeschosse aller Art angeschafst und unter die befestigten Plätze verteilt. Vor allem hob er an jedem Orte die tüchtigste Mannschaft aus, ordnete sie in Rotten und 7ieß sie unaufhörlich einüben. An diesen Kern sollte sich überatt' die ganze Atännerschar anschließen, sobald es die Vcrtcldigung galt; jene aber mußten auch zum Ausrückezi bereit sein. Patrika fand so viele Bereitwilligkeit, daß sein Herz iininer mehr voll.Mutes ward. Sein Auge war jetzt nur gen Osten gerichtet. 16. ' Sopor hatte den Plan, welchen ihm Antonintls cntworsen, verfolgen wollen, nnd da er auf dem Marsche am südlichen ^ldhang der armenischen Berge ans die furchtbare Beste Ainida stieß, welch« der Kaiser Constantius nach den Angaben desllrsicinus erbaut hatte, hatte er nicht im Sinne, sie zu belagern und' sie zu erobern. Aber teils mochte er die Gesinnung der römischen Besatzung erproben und sie durch Schrecke» zur Nebergabe bewegen wollen, teils war et zu eitel, um nicht vor den nahen Feinden .mit seiner Macht und Herrlichkeit prunken zu wollen. Er ordnete einen Borbeizug seines gaitzen Heeres dicht unter den Mauern Amidas an und stellte sich selbst an die Spitze des Zuges, wobei er . seine ganze königliche Pracht entfaltete. - Die Römer sahen dem glänzenden Schauspiel von den Mauern aus zu: aber statt geblendet zn^ werden, verlangten sie nur Hohn mit Hohn zu bezahlen, und als der König nahe kam, ließen sie auf ihn eine Wolke von Pfeilen und Wurfspießen los. Ein Pfeil flog in die königlichen Gewänder und zerriß sie, und 'ein anderer traf Sapors Sohn und dzirchbohrte ihm das Herz, daß er tot zu den Füßen des Vaters nicderfiel. Schmerz und Wut ersüllteu Sapor, und kein Einreden brachte ihn von dem Entschlüsse ab,-ans ver Stelle Rach« zu nehmen. Er befahl, Amida einzuschließen und zrr belagern. Er hatte sich aber getäuscht. Mit einer beispiellosen Hartnäckigkeit verteidigten die Rönier ihre Festung, wohl wissend, daß Tod oder Knechtschast ihr Los sein werde. Vergebens führte Sapor seine tapfersten 5ta leger zu immer wiederholtet» Sturme. Sie wurden immer wieder abgeschlagen, und die Leichen der Perser füllten die Grüben und verpesteten die Luft. Vergebens, errichtete er Wälle und Türme yöhcr als di« der Stadt, um von da cnis die Besatzung von den Mauern zu vertreiben und die Stadt in Brand zu setzen. Die Römer achteten das all nicht und kämpslen mit ungebrochenem Mute. So zog sich die Belagerung durch drei Monde hin. Hier >oar eS, ivo die Männer, welchL^uS Sepphoris zurückkehrten, auf das persische Heer traie«7 und, sich ihrer 'Aufträge bei dcneu entledigten, von welchen sie abgesandr lvorden. Sie hatten erreicht, was sie jemals hätten ermünscteii können; alle ihre Zwecke, waren erfüllt. Ihre Brnoer in Galiläa hatten das römische Jock) abgeschültekt und standen in den Waffen, einen zuverlässigen und begablcn Führer an ihrer Spitze. Jetzt war es an ihnen, ihre Verheißungeu zu erfüllen, und mit dein persischen Heere den vollen Lieg und die dauernde Freiheit zu bringen. Da hatte min die Eitelkeit und die Rachsucht eines asiatischen Despoten Halt geboten, und in nutzlosen Kämpfen um einige Mauern, die ihn in seinem Siegeslauf« nicht gehindert hätten, rieb er seine Kräfte auf. Die einflußreichsten Männer . in der Umgebung Sapors suchten ihn von der Fortsetzung der Belagerung adzubringen, zeigten ihm die großen Erfolge, die er. jenseits des Euphrat erringen würde, und welche die Tleinkiche Rache an dcn Männern von Amida nicht aufwöge, um so weniger, als später diese Festung doch fallen müßte. Lelbs^^r Großvezier strengte alle seine Kräfte an, seineMHerrn auf andere Gedanken zu bringen. Es war vergebens! Je länger der Widerstand der Römer dauerte, desto stärker schwoll die Wut des Perserkönigs an, und mit jedem Sturme, per abgeschlagen, mit jedem Angriff, der vereitelt wurde, stärkte sich.sein Eigensinu. 'Antoninus begriff, daß seine Rolle hier ansgespielt sei: Sapor ließ ihn nicht mehr vor sich, um seineit Vorwürfen und Mahnungen sich zu entziehen. Er verließ das persische Heer, und nienickls hörte man wieder von ihm. Endlich schlug auch die Stunde, in welcher Amida der llebcrinacht des Feindes fallen mußte. Die Erschöpfung der kleinen Besatzung, die immer mehr zusammengeschmolzen war, und um so mehr Tag und Nachtwache» nnd kämpfen mußte, war so groß, daß ihr Widerstand endlich aüshörte; die halb in Schutthaufen verwandelten Mauern üoten jetzt breite Breschen dar, und so drangen die Perser endlich in die Stadt, und hieben alles Lebendes darin nieder. Nur wenige Männer entwischtest