Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 18 (1920)
- Issue
- Heft 39 (29.10.1920)
- Date
- 1920-10-29
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 3». I -C i r } . Seite 4. Koke 'W’eiaäfrauenstrasse. Stets Eingang SST Neuheiten in Tapeten Teppiche Läufer Vorlagen 20 Mene Malnzerstrasse 20 Telefon: Hansa 1784. Cerftfttftltett «. klei«eMMeUu»ge». ' SetUtu Professor Tr. Solomon Kalischer' der Vorsitzende des Deutsch-Jsr. Gemeindedunbes, beging de» 75. Geburtstag. 'München. Mathilde Freifrau von Hirsch ist auf Schloß Plänegg im Alter von 74 Jahren verschieden. Hainbnrs Die in der Giuckftraße in Bar mV eck errichtet Synagoge ist von Oberrabbiner Dr. Spitzer eingewecht worden. Stnttgart. Rabbiner Professor Dr. Rosenzweig hält in der Volkshochschule eine Vortragsreihe über jüdische Ethik. Mnsbebnrg Justizrat Chohke, der Jahrzehnte hindurch Vorsitzender der Repräsentanten der.Synagogongemeinde war, ist verschieden. ' « Benthrn. Hier tagte am 11. Oktober der B e r b a n d derRabbinerOberschlesiens. Räbb. Dr. K a atz- Hindenburg führte den Vorsitz. . Bnfel. Vom Jüdifchen Turnverein. Anschließend an sein übliches Schlujfturncn wurde vom I.T- V. Basel am 16. Oktober ein größerer Ball veranstaltet. Diese Veranstaltung zeigte.klar, auf welcher Höhe dieser. Benin steht. Mit aufrichtiger Freude wurden die mit^ Geschmeidigkeit und stählerner Kraft ausgesührten Turnübungen . bewundert. Auch auf dem Gebiete der Jnstru- _ mental-, 'Theater- und Gesangskunst wurde viel Schönes geköten. Ein jüdisch-clsässisches Theaterstück „Der Cham- 4«gner HLrzel" wurhe mit großem Beifall aufgesührt. Der berühmte FlügeHornist Silver trug seine schönsten Nummern vor, und nicht unerwähnt möchten wir die mit ^großem Applaus aufgenommencn Gesangsproduktionen des ' neugewähltrn Oberkantor Max Epstein lassen; er zeigte, -aß er nicht nur prachtvolle jüdische Lieder singen kann, sondern erntete bei seinen deutschen Liedern sehr starken Beifall. . > ' Lien. Die Lehrersch oft der Jfraelitischett Taub- . stummeninstituts, Rudolfsgafse 22, ist, um gegen ihr Hungchgchalt zu protestieren, in den Streik getreten. Groß»ar»etn (Siebenbürgen). Ein jüdisches Gymnasium ist hier mit 200 Schülern eröffnet worden. Dr. Arpad Hegedüs ist der Direktor. Neue Jüdische Presse. Paris. Millerand, der Präsident derfronzöfischen Republik, ist der Sohn der Jüdin Melanie Cahen. London. 140ooo Pfund wurden unter den Juden Südafrikas gesammelt, damit Pogrom Waisen nach Palästina überführt und dort erzogen weiten. New Park. Harry H. Salact, ein bekannter Finanzpolitiker, ist zum zweiten Einwanderungskommissär in Ellis Island ernannt worden. Damitist zum ersten Male ein Jude ans diesen wichtigen Posten berufen worden. , Im Verlauf der letzten zwölf Monate sind rund 600,000 Einwanderer in den Vereinigten Staaten angekommen. Jerusalem. Nach einer jüngst vorgenommenen Zählung gibt es 'in Palästina 262,000 Schafe, 271,000 Ziegen, 620 Ochsen und 9000 Kamele. Eine jüdische Gesellschaft in Hebron hat 40,000 Frnchtbänme und 60,000 Nlchhdlzbäume angepflanzt. In Jerusalem gibt es gegenwärtig ca. 150 jüdische Weber. Die Wollindustrie hat in Palästina gute Aussichten Knmkstlrter Berichte. Seren Hajeffod. Aktion des Ausschusses der naiionaljüdifchen Jugendorganisationen Frankfurt a. M. 1. Ausweis-Woche vom 15.—22. Okt. 1920. Bar . Einmalige MonaU. - Zeichnungen Raten Kartell Jüd, Verbind. 1845 2265 685 Herzl-Klub 655 655 450 Blau-Weiß 2433 3000 500 Jüd. Turnverein 1975 810 310 Hapoel-Hazair Tinvas Zion MisrachiHngend — — — Bund zion. Korporationen — — * — Private Eingänge 647 Summa: 6655 6730 1945 Geldbeträge nehmen an die Vertrauensleute der Organisatiomn; außerdem Montag und Donnerstag, 6 bis 8 Uhr, Unterlindau 21 II. Ein zionistischer MSdchenklub. Dieser Tage hat sich neuerdings ein Zionistischer Mädchcnklub gebildet, der die nationaljüdische weibliche Jugend Frankfurts zur gemeinsamen Erziehungsarbeit vereinigen will. Am Montag, den 1. November, abends 8 Uhr beginnt im Zionistischen Heim, Unterlindau 21, ein Kursus über die Entwicklung der Zionistischen Nee; als erste Oslsnä - Jlpothehe Hanauerlandstr. 2 - Telephon: H. 2802 Urinunter«uchungeBj^S.™;„ Wunder verrichtet und jeder Fußbreit Boden Spuren feines göttlichen Fußes trägt, was bietet es für einen Anblick dar? Keine einzige Stätte seiner Anbetung, kein einziger Ort seines Dienstes, keine Kirche, keine Kapelle erhebt sich darin, keist Zeugnis wird gegeben, kein Bekenntnis seiner Lehre abgelegt. Verdrängt sind sie durch die Widersacher Gottes. Alles im Besitze seiner Feinde. And seine Diener schweigen und legen müßig die Hände in den Schoß. Alle schweigen in Feigheit und verleugnen so ihren Herrn. Ihr wollet die Gebieter dieses Landes sein und benehmet Euch als die Knechte der Inden? Ihr traget die Waffen in der Hand und gebrauchet sie mir zum Schutze der elenden Widersacher des Herrn? . . . So wisset denn, daß hier in Sepphoris die Eltern der gebenedeiten Jungfrau des heiligen Joachim und die heilige Anna gewohnt» daß auf dem Grunde ihres Hauses, in welchem sw gewohnt, eine Kirche sich erhoben, welche aber die Juden, geschützt von den Privilegien eichs heidnischen Kaisers, in eine Synagoge gewandelt Hatzen. Diese Privilegien sind zerrissen, hier seht die Vollmachten unseres kaiserlichen Herrn, die nur gestatten, in Galiläa Kirchen zu bauest, wo es mir beliebt, und so soll dieser Greuel nicht mehr geduldet werden, und ich fordere Euch auf, mich zu unterstützen, jene Synagoge wieder in eine Kirche des heiligen Joachim und der Helligen Anna zu verwandeln und sie zck einem Sammelplatz der Gläubigen zum Heile der Menschen zu machen."' ' Die Zuhörer wurden mächtig ergriffen, rissen die Schwerter heraus und forderten Joseph ans, sic zum - angegebenen Platze zu führen. Was wußten sie, daß der stWwe Redner Wahres und Falsches gemischt, um sie sich dienstbar-zu machen? Allerdings berichtete eine Sage, daß Joachim und Anna in Sepphoris wohnten; aber nftm<W hatte sich hier eine Christengemeinde befunden, nicmals 'eine Kirche gestanden, nick» um so weniger war sie in eine Synagoge gewandelt worden. Aber je leichter er dadurch "die Soldaten für sich gewann, desto tiefer zugleich -mußte die Wunde sein, die er damll den Juden: schlug. Er beschwichtigte die Soldaten für den Augenblick und setzte rinenBefehl an die Vorsteher der Stabt ans, binnen drei Tage die bezeichncte Synagoge zu räumen — cs war die größte, älteste imd prächtigste der Stadt —, um sie zu einex Kirche gu weihest. Ein Schrei des Entsetzens erhob sich — es war entschieden :hier mußte es zum Ausbruche kommen. - Patrika versammelte das Sanhcdrin der Stabt, versammelte die Vorsteher jedes Quartiers, versammelte einzeln die Männer jedes Stadtteiles — er legte ihnen einfach die Frage vor; er fügte kein Wort der v.eberredung hinzu — Me waren einig, keine Stimme erhob sich dagegen: es galt „Untergang oder Sieg?" Die Vorbereitungen wurden getroffen- Alles war gerüstet, ernst, schweigsam. Joseph -zeigte sich wiedertzblt in der Stadt. Sowie ßt erschien, wich alles aus, zerstob die Menge, und er setzte einsam in den mcnjchenteeren Straßen seinen Weg fort. Aber Keiner beschimpfte ihn. Keiner machte die Miene, ihm ein Leid anzutun. Mm Morgen des dritten Tages zog ein großer Teil der römischen Besatzung unter dem lauten Klang der Tubas uni- Hörner, Joseph mit einem großen Kruzifixe in der Mite, zu den Toren des Kastells heraus und in die Stadt' tzu dem Platze -der Hauptsynagoge hinein. Sie fanden diesen völlig menschenleer; die Pforten des großen und weitläufigen Gebäudes standen osfen und ebenso die Türe» der heiligen Lade, aus welcher die Thorahrollrn entfernt waren; sonst war alles unangerührt geblieben, und die Gerüste, Tribünen, Gallerien und Sitze waren, wie wenn sie eben von ihren Inhabern verlassen worben; selbst die Decken und Teppiche befanden sich an ihren Plätzen, ja man konnte deren mehr bemerken, als gewöhnlich darin ausgebreitet.waren. Die Römer machten vor dem Eingang Halt, dann zog der größere Teil mit Joseph in das Innere des Gebäudes hinein, während ein kleiner Trupp vor der Pforte ausgestellt blieb. Die Hineingekommenen begannen alles Uncherstehcnde aufzuränmen, um Platz zu gewinnen. Da mit einem Male drang ein dröhnender Ruf, wie aus tausend Kbhlen durch die iLust, und ,hervorbrachen aus allen Türen der Häuser und aus allen Nebenstraßen Massen bewaffneter Männer, an der Spitze Patrika, und' stürzten sich jählings auf die vor der Pforte stehenden Soldaten. ' Der Ansturm war -"so plötzlich und so majsenhaft, daß diese weder Zeit noch Raum hatten, von ihren Waffen genügend Gebrauch zu machen. Unter den wütenden Streichen der Angreifer fielen Diele, und die Anderen flohen in die Synagoge hinein, durch ihren Hülfe- und Schreckensruf Entsetzen unter ihren Kameraden verbreitend. Als sie die Ursache erkannt hatten, stürzten sie vor, aber ein Hagel von Pfeilen und Lanzen fuhr auf sie los und schreckte sie Zurück. Diß «Offiziere kommandiertest zurück, und eiligst wurden die Pforten geschlossen und von Innen verbarrikadiert. Die Angreifer, taten nichts, um dies zu hindern, Aber kaum war r§ (geschehen, so flogen von allen Bargaratram 149. H. 4649. Best bewährteste Teppich» n. Bettfedera>BeinIgiuig. Schrift wird „Rom und Jerusalem" von Moses Heß behandelt werden. Außerdem finden regelmäßig'Samstag Nachmittag in privaten Kreisen gesellige Zusammenkünfte statt. Gäste sind jeder Zeit willkommen. Anmeldungen sind nach Unterlindmr 21 zu richten. Sleine Notizen. Um den Schulkindern täglich eine Tasse Milchkakao kostenlos zu verabreichen, hat sich am Philanthropin ein Damenkomitve gebildet. Das Komitee bittet für daS gute Werk noch um Spende» für die Kosten sowie um Meldung einiger Helferinnen, denen ihre Zeitversäum« ni§ vergütet wird. Adresse: Elise Nosbaum, Schesfclstr. 22. Das Programm der Jüd. F r a u e n v e r e i n i g u n g für das Wintersemester beginnt Sonntag, den 31. Oktober Mit dem ersten 'der Vorträge Dr. Joseph Breuers: „Prophetenwort und Gesetzeslehre". Thema: Was Haben unsre Frauen für Erez Jisroel zu leisten? Dienstag, den 9. November soll eine gesellige Zusammenkunft mit ernsten und heitern Darbietungen die Mitglieder zu einem gemütlichen Zusammensein vereinigen. Die Agudas Jisroel Orts- und' Jugendgruppe veranstaltet nächsten Donnerstag Abend im Bolksbildungsheim einen Bortrag. Zahnarzt Ehrmann wird über „Die deutsche Orthodoxie im Wandel der Zeiten" sprechen. Der Talmud-Thora-Bercin beginnt Sonntag Abend 6 Uhr im Hörsaal Börneplatz einen Dinim- Kursus für Damen. Dozent: Lehrer Unna. Personalien. ^Sanitätsrat Dr. Arno ldBaerwald, leitender Arzt am Krankenhaus der Jsr. Gemeinde, ist im Alter von 54 Jahren verschieden. Als Sohn des Direktors' des Philanthropin geboren, war er mit den Interessen der hiesigen Israelitischen Gemeinde stets aufs innigste verbunden. Er betätigte dieses Interesse Jahre lang als Mitglied des Ausschlsses der Israelit. Gemeinde und in anderen jüdischen Gremien. Er war ein guter, vornehmer Mensch, und ein idealer Arzt. M7 3 ittnle t cb Jul ebner EUltaeit mb ve r »sigleit Dem ute eins : ien zu greisen rr fl Es t send. örsaal Ere, almu nach imstag in Arv tJaako :iedmar nna),!ikro ft icdmät onnersi :.üe, 3 naben, onnersi onntag, u g e n, m.: Z wlde>'> iden)1), ann), :2 osiuann imtß, S!i, Soll der c Anfä 9Vs 3/i; M iäbdtcnf XM bermai teitag LortrSge. Der „Zcntralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens" veranstaltete am Montag eine Versammlung mit dem Thema: ,A.ie Juden im neuen Deutschland." Rabbiner Dr. Jacob -Dortmund sprach im überfüllten großen Saale der Börse über das heute so allgemein interessierende Thema. Er gab zunächst einest große» Ucberblick über die historische Entwicklung der Stellung der jüdischen Gesamtheit in Europa vom mittelalterlichen Religionsstaat zum modernen Rechts- und Kultürstaet. Der Zerfall des christlichen, judenfeindlichcn Staates hatte allerdings noch nicht die völlige innere Umstellung der Völker in ihrem Verhältnis zur Judenheit zur Folge. So Habiten durch die offenen Fenster Brandpjeile in das Innere, fielen aus die Decken und Teppiche, auf die Sitze und Gerüste, und diese' fingen Feuer, daß!bald Rauchwolken alle Räume erfüllten. > - Mit derselben Hast entfernten nun die Römer die Verrammelung von Innen, öffneten die Pforten und machten einen Ausfall mit all der Heftigkeit und Kraft, wAche die Verzweiflung verleiht. Jetzt aber fanden sie von Außen und in größeren Massen den Ausgang, durch aufgehäuste Steine und Balken verschlossen und hinter diesen eine unabsehbare Wenge wehrhafter Männer, die jedes Entrinnen unmöglich machte. Mt wütendem Istgrimme stürmten deinwch die Römer auf den Watt los, suchten ihn zu zerstören oder zu erttimmen, — aber überall begegneten sie Schwerterschlag und Lanzenstoß, Steinwürfen und Pfeilen, die aus den Fensterst und von den Däckern auf sie geschleudert und abgeschlossen wurden, daß Blut und Leichen bald den engen Raum bedeckten. Hstnier ihnen aber stand das (Gebäude bald in hellen .Flammen, die Ballen und der Dachstuhl stürzte» nieder und. erschlugen Diejenigen, welche zum Kampfe nicht Vordringen konnten. Eine Stunde — und von den Männern, loiiche siegestrunken in das heilige Gebäude eingedningen waren, lebte Keiner mehr. :- Nur ein Mann hatte sich gleich Anfangs in eine Seitenhalle geflüchtet und war durch ein niedriges Fenster auf der Hinterseite entkommen, an welches die Angreifer nicht gedacht hatten. Da alle Bewohner der Stadt nach dem Kampfplätze sich szusammengedrängt hatten, konnte er unbemerkt aus ihr sich retten, —-es war der Urheberdieses Sturmes, Joseph der Wtrünnige. Zu gleicher Zeit war ein anderer Trupp , durch den unterirdischen Gang zum Kastell hinaufgezogen. An ihrer Spitze stand Amnon. . Gern hätte Patrika diesen' Platz vorgezogen, aber er durfte heute da nicht fehlen, wo die Gefahr am größten und die Augen Mer auf ihn gerichtet waren. Die Männer gelangten zum Turme und entfernten die Balken, hoben die Bretter des Estrichs auf und stiegen in die Höhe. Sie hatten bald den Ansoang pes Turmes auf den Hof gefunden und' -geöffnet Sie stürzten hinaus, Hieben die einzelnen Wachen und Soldaten nieder und durchstreiften' das Innere'- des -Kastells, Alles niüterstvßend, ^worauf sie 'träfe»..'-; /Fortsetzung, folgte) : j - / $ •> s Ti (Mit r. S. 1 ist b< [3 Ken y aus n wur! euter - irtei zt r ande itjj viel twicklu! ir vert rd sei stimme rwerfli lsch ist ib im ligtoseu r Poti Steh : Wir >em an eilten te reli ch reli v, raehe 3 beric nmt ei m jadi DK m or$ eiti obeext Gas 804124