Mannheim
Compact Memory

Neue jüdische Presse · 1920-07-27 · Heft 27 (27.7.1920) · p. Seite 2

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Neue jüdische Presse
Volume
18 (1920)
Issue
Heft 27 (27.7.1920)
Date
1920-07-27
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2692297-2693178-2693205--11168-2706591
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Seite 2. ***»*-*• i““™* Hoilernellolerei feinen Anstrich u. Lackierung führt preiswert ans. — Ia. Referenzen. W . JbteoLc.&F Höchst fasse 59. Tel.H. 6866. Prämiiert Düsseldorf'1902 Atelier Scbäfergasse 15. 1920 jüdijcherseits 4 6 kooperative Bolksbanken gegründet worden sind; davon arbeiten heute schon 23 in befriedigender Weise; deren Kapital erreicht eine Höhe von 1,023,909 JL, während die Zahl der Mitglieder 1768 betrögt. Wie der „Tag" weiter, berichtet, hat die Jüdische Fraktion im kitauischen Landtag vor kurzem eine Erklärung abgegeben, die iijtx Erwartung zum Ausdruck bringt, dag die Regierung für ein einwandfreies Verhalten der Beamtenschaft zum Gesetz Sorge trägt und gegen Willkürhandlungen. der Behörden mit Strenge vorgeht. Die Jüd. Fraktion erwartet weiterhin von der Regierung, daß ste die Annahme des Programms der nationalen Minderheilen, wie es in der Erklärung der litauischen Regierung vom 5. August 1919 in Paris entwickelt worden ist, durch die Lat beweist und die Schulfrage im Sinne der Forderung einer national-kulturellen Autonomie der Minderheiten regelt. Aus Erez Israel." Die Staatsbürgerschaft. Der „Jüd. Rundschau" wird aus Jerusalem folgendes mitgeteilt: Artikel 129 des Friedensvertrages mit der Türkei regelt die Frage der Staatsbürgerschaft der ln Palästina wohnhaften Juden, welche nicht ottonmmsche Staatsbürger sind, folgendermaßen: „Diejenigen nichtottomanischen Juden, welche zur Zeit des Inkrafttretens dieses Vertrages innerhalb der im Artikel 94 dieses Vertrages festgesetzten Grenzen Palästinas ansässig sind, werden palästinensische Staatsbürger, und zwar Bürger Palästinas allein. Bezüglich der in Paläsnna ansässigen ottomanischen Juden besteht gar kein Zweifel. Auch diese Juden werden im Sinne des Artikels 123 des Friedensvertrages Bürger Palästinas." (Diese Bestimmung des türkischen Friedensvvrtrags erfüllt die jüdischen Erwartungen in der Frage der Staatsbürgerschaft in Palästina durchaus und trägt offenbar auch eine Bürgschaft'für die gleiche Praxis in der Zukunft in sich. D. Red.) Lrabtsche voykottgevaukerr. Wie die „Jüd. Rundschau" berichtet, haben die Araber von Haifa einen Auftuf zum offenen scharfen Boykott gegen die Juden erlassen. Die Sprache des Aufrufs ist von ungewöhnlicher Schärfe und läßt an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig. Es erscheint aber wenig wahrscheinlich, daß ein solches Machwerk der übelsten Art eine starke Wirkung auf weitere Kreise der arabischen Bevölkerung ausüben kann. Der Aufruf hat jolgenden Wortlaut: .boykottiert die Zionisten und kauft nichts von ihnen. Latzt nicht zu, daß dre Juden durch Euch verdienen, weil sie für dieses Geld Waffen kaufen, um Euch zu morden und aus dem Lande zu treiben. Laßt keine Juden in Eure Dörfer, treibt sie vielmehr heraus und kommt mit ihnen nicht in Berührung. Hütet Euern Boden, verkauft keinen Zoll Boden und vertreibt alle Vermittler. Vereinigt Euch Mohammedaner und Christen gegen Eure Feinde, die, verräterischen Juden. Kümmert Ärch um die Erziehung Eurer Kinder, verlaßt Euch ans Gott und seid, sicher, daß die Zukunft Euch gehört. Seid Araber und sterbt als Araber. Der Fluch Gottes, der Engel und Menschen auf die, die all dies nicht befolgen." Bor» Verband der Ostjude«. Ein Tätigkeitsbericht. Ter Verband der Ostjnden sendet uns feinen Tätigkeitsbericht für den Monat Juni, dem wir die folgenden Daten entnehmen. Es wurden im Berichtsmonat durch das Berliner Hilfswerk des Verbandes ausgegeben: 4752 Mittagsportionen, 2614 Schlaskarten. In dem neu eingerichteten Ambulatorium des Verbandes wurden ärztlich behandelt: 62 Personen. Die Rechtsschutzabteilung beriet 181 Personen. Mit Kleidungsstücken, Schuhwerk, Wäsche ustv. wurden versehen: 42 Personen. An den Unterrichtsturstn (hebräisch, englisch, deutsch, rechne» usw.) nahmen teil: 60 Personen. Für Reinzuschüsse und sonstige Unterstützungen wurden «utzerbem verausgabt: Mk. 5683.—. Zu beachten ist, daß die Inanspruchnahme sämtlicher Betatigungsgebiete des Verbandes gegen den Monat Mai um rurid 30°-o gestiegen ist, und daß demzufolge der Verband der tatkräftigen. Mfthilse aller jüdischen Kreise 'bedarf. -..'.r-icr. V zz-it- .FRANKFURT A.M. T'i? 6256/i" TELEFON-Ä Ansprüche. erfülih Bene Jüdische Kresse. Rr. 27. Pole«. v Ermordung zweier Vertreter deSJoint. Diftribatlon GommMe^ Auf einer Reise nachder Ukraine in Ausführung der Hilfsaktion für die ukrainischen Juden sind die beiden amerikanischen Mitglieder des, „Joint Distribution Committee", Prof. JsraelFriedländer und Dr. BernardKantor von Banditen schmählich ermordet worden. Die Nachricht von dem schrecklichen Tode der beiden Vertreter des „Joint" hat in Warschau einen erschütternden Eindruck gemacht: nicht allein wegen der Bedeutung der beiden Persönlichkeiten, von denen der erste einen hohen Ruf nicht nur in der Judenheit Amerikas und der übrigen Judenheit besitzt, sondern auch im Hinblick aus die durchaus freiwillige, aufopfernde Arbeit, die sie für ihre östlichen Brüder geleistet haben. Prof. I. Friedländer war Prosessor der Geschichte am jüdischen Rabbinerseminar in Newyork. Durch seine dortige Wirksamkeit wie durch seine literarischen Arbeiten hatte er sich in der jüdischen Welt einen recht angesehenen Namen erworben. Er stand erst im 44. Lebensjahr, als er einen so grausamen Tod fand. Dr. B. Kantor war noch jünger und zwar erst 30 Jahre alt. Er war Prediger an einer Synagoge in Newyork. Beide hatten sich in einem Automobil muh Prosturow in der Ukraine zwecks Verteilung von Hilfsgeldern begeben. Mitten auf dem Weg wurde ihr Auto von einigen Bauern angehalten; dem Führer und einem anderen Herrn gelang es zu entkommen, Prof. Friedländer und Dr. Kantor aber wurden niedergeschossen. Ehre ihrem Andenken! Ei» UetersaU auf Rabbi»« Perlmatt«. Der Sejm-Abgeordnete Rabbiner Perlmutter, ein LOjähriger Greis, wurde vor kurzem während einer Reise von einem polnischen Soldaten im Zuge überfallen, der sich, darauf anschickte, ihm den Bart abzuschneiden. Den im Zuge mitfahrenden Juden gelang es, den Soldaten daran zu hindern und sestzunehmen. Als sie ihn aber beim Einfahren des Zuges in eine Station dem Bahnhosskommandanten übergeben wollten, wurde er ihnen von den christlichen Reisenden entrissen und entkam. Jude» 1» de« Stadtrüten. Noch statistischen Aufstellungen des „Z e n t r a l r a t s jüdischer Ratsmänner in Polen" beläust sich die Zahl der jüdischen Stadtratsmitglieder im Gebiet des früheren Russisch-Polen auf 1009, d. h. 341/? Prozent der Zahl sämtlicher Ratsmänner, die 2930 beträgt. Die jüdischen Ratsmänner verteilen sich auf die einzelnen Parteien wie folgt: 280 Zionisten, 169 Misrachisten, 120 Schlomc Emune Jisroel, -90 Bund, 79 Poale Zion. Die übrigen gehören verschiedenen kleineren Parteien an. Das nationale Element scheint nach dieser Aufstellung, wenn auch nicht in der absoluten Mehrheit, so. doch in einer erfreulich starken Stellung. Eis-Salon u. Conditorei SFatlio Kaffee, Tee, Kakao Zeit 81 Schokolade, ff. Gebäck Reiche Auswahl. — Spezialität ff. EIS. Grosse Auswahl in Schokoladen und Konfitüren zu den heutigen Tagespreisen. Zweiggeschäft: Grosse Eschenheimerstrssse 29. s Ukraine. Der Rebbe von Lnbawitsch s. 8. In Warschau erhielt man vor kurzem die Nachricht von dem am 2. Silvan in Rostow am Don erfolgten Tode des berühmten Lubawi sicher Rebbe, Rabbi L>chneersohn. Der Rabbi hatte Hunderttausend? von Chassidim zu seinen Anhängern, unter denen er eine außerordentlich fruchtbare erzieherische Tätigkeit ausübte. Auch ist ihm die hochbedeutsame Begründung der großen Lubawisicher Jeschiwa „Tonrche Temimim" zu verdanken. Zionistische Rachrichten. Frankfurt «. M. Am Sonntag, de» 11. Juli, hielt der H. Lder jüd. Jugendvereine in B i n g e u eine Führertagüng ab, zu welcher die Vertreter der Vereine Mzeh, Beerfelden, Bingen, Büdingen, Darmstadt, Dieburg, Düdelsheim, Frankfurt a. M., Friedberg, Höchst a. M-, Kreuznach, Mainz, Michelstadt, Offenbach, Wiesbaden und Worms geeilt waren, um sich über Fragen der Jugendbewegung auszusprechen. Am Vormittag hielt Herr Dr. Reiß-'Darmstadt ein Reserat über das Thema „Die Jugendorganisationen Deutschlands". trr gab-allen Anwesenden eine klare, objektive und sehr instruktive Schilderung aller deutschen Jugendverbände unter besonderer Berücksichtigung der jüdischen. Der erste Vorsitzende des H. L., Herr Fritz Schwarz schild-Frankfurt a. M., sprach dann am Nachmittag über „Die neutrale jüdische Jugendbewegung", -und wußte mit begeisterten Worten die Zuhörer mft sich fortzureitzen und jeden von der Größe der aus chm ruhenden Verpflichtung und Verantwortung seiner verantwortungsvollen Stellung zu überzeugen. Er rief alle auf zur gemeinsamen Arbeit auf dem „heiligen Weg" der Jugend. Jeder der anwesenden Führer konnte aus diesen Worten in Fülle Anregungen und Gesprächsthemen mitnehmen. Die Aussprache, die sich rege und interessant gestaltete, gab dann noch positive Wink und Vorschläge, die jedem Führer mrr willkommen sein konnten. Den Abschluß des Tages bildete ein schön verlaufener Heimabend. Ans «er „Agudas Mroel"-Bewes««s. $degi«te»tas der A»udaS-AiSr»el.Juge»dorganisatio«. Me Agiadas-Jisrnel - Juaendargatnisati,n hält vom 2.—5. August einen Delegiertentag Lea Manti Künstlerspiele Kaiserstrasse 69. Beginn 8 Uhr. Tel. Hansa 5516. Flantis-Welnreat aurant den ganz. Tag geBffnet ab 10 Uhr morgens. gBT* Warme Küche. in Nürnberg ab. Die vorläufige Tagesordnung enchält u. a. folgende Punkte: Montag, den 2. August, 8 Uhr vorm.: Eröffnungs- Versammlung. Dienstag, J/.8 Uhr vorm.: Schiur, Vä9 Uhr 1. Delegiertenversammlung (Wahl des Büros, Geschäftsbericht/ GencraldiSkussion), 1/.4 Uhr nachm.: 2. Delegiertenversammlung (Beratung und Wahl des Statuts, Wahl des O. B. und A. ©- u. a.). Mittwoch: 8 Uhr vorm, und 4 Uhr nachm.: 3. und 4. Delegiertenversammlung (Referate über Lehrprogramm, über soziale Arbeit der Jugeudgrupven, über das Thema: „Wir und Erez Jisroel"). Donnerstag, i/28 Uhr vorm.: 5. Delegierten- und Schlußversammlung. Gründung neuer Lu»deSze«tralen. Newyork. Auf einer Mitte Juni in Newyork stattge-. fundenen orthodoxen Versammlung wurde die Gründung einer Landcszentrale der Agudas Jisroel für Amerika beschlossen. In Buenos Ayres wurde unlängst eme Landeszentrale der Agudas Jisroel für Argentinien geschaffen. Kurze politische Rachrichte«. Königsberg. Die Zwischenfälle im O st s e e b a d Cranz wo zwischen der Badeverwaltung und Gymnasiasten ein Kampf um „Strandburgen" und schwarz-weiß-rote Fahnen misgebrochen ist, sollen auf Line Judenhetze zurückzuführen sein. Auch der „Deutschvölkische Schutzbund" soll beteiligt sein, der die Schuljugend nur vorgeschoben habe. Leipzig. Der Verbandstag deutscher Medizinerschasten beschloß bei der Beratung der Satzungen, Politik und rassenpolitische Fragen auszuschalten. Bei der Tagung hatte sich der Antisemitismus Geltung zu schaffen versucht. So schilderte ein Vertreter aus Graz, der als Gast teilnahm» die dortigen „idealen" Zustände, wonach kein Student immatrikuliert werden darf, der nicht Nachweisen kann, daß er von drei Generationen reiner Deutsch- Arier abstammt. Aus diesem Grunde könne auch die Grazer Medizinerschaft sich nicht dem Verbände deutscher Mediziner'schaftcn, der auch Mchtarier vertrete, anschließen. Der Marburger Vertreter begrüßte diese Ausführungen mit lautem Bravo und teilte mit, daß. auch dort die Mediziner keine jüdischen Studenten in ihren Verband oufnehmen. München. Bei der Vorstandswahl der Ortsgruppe des Zentralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens siegte die von dem radikalen. AssimÜanten Dr. Baron geführte Richtung, die d.ie Bekämpfung des Zionismus als ihre vorzüglichste Aufgabe betrachtet. Der verdiente Syndikus Dr. Levinger lehnte eine Wiederwahl in -inen Vorstand nach Dr. Barons- Wünschen ab. — Stadtpsarrer K r eppel und die Protestantische Elter n» vereinigung protestierten gegen den „Juden" Stadtrat Dr. Epstein als Vorsitzenden der Schulpflegschaft. - Der Stadtrat wies den Protest zurück. Wie». Die hiesige „Arbeiterzeitung" meldet aus. Budapest, - daß mir 27. Juni im Ministerium der Landesverteidigung unter Teilnahme von Regierungsvert tretern 300 Offiziere versammelt waren, die Beschlüsse zur Vernichtung darJuden und der Sozialdemokraten faßten. Die berüchtigten Weißterroristen Prondy, Hayns, Oftcnburg, Gömbös usw. siich die Initiatoren des Vorhabens. Die „Arbeiterzeitung" verweist £uf den Bericht derbritischen Arbeiter-Delegation, nach'' dem die britische Diplomatie — Sir George Clark — die Armee Horthv in Ungarn zur Herrschaft brachte. Die Entente trage die Verantwortung für alle Vorgänge in Ungarn. Personalien «. kleine MttteUnnge». EberSwalde Jüdische Kinderhilfe. In vorbildlicher Weist hat die Gemeinde Ebers walde das Ihre dazu beigetragen, um der Not der jüdischen Kinder zu steuern Auf Anregung der .Jüdischen Hilfe für das Jüdische Kind* ist dort eine kleine Ferienkolonie geschaffen worden, für die die Gemeinde vorzüglich geeignete Räume im Shna-- gogengcbäude zur Versügung gestellt hat. Die Verpflegung, der Kinder erfolgt in den einzelnen Familien, die Leitung, des Ganzen liegt in dm Händen einer geschütten, pädagogi-- schen Kraft. Das Eberswalder Beispiel sollte auch in den zahlreichen jüdikchen Gemeinden, in denen die Möglichkeit hierzu besteht, schnellstens nachgeahmt werdm.' Berlin In der letzten Zeit haben nach Mitteilungen des Gemeinbeblattes 41 Personen bei der jüdischen Gemeinde ihren Austritt aus dem Judentum angemeldet. Frankfurt a. M. Artur Schönflies, Ordinarius.: der Mathematik, wurde zum Rektor der Universität gewählt. F?anktart tu II., Theaterplatz 14. BV Nwu eröffnet. Freya - Büro - Einrichtungen

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.