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Neue jüdische Presse · 1920-05-14 · Heft 18 (14.5.1920) · p. Seite 2

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
18 (1920)
Issue
Heft 18 (14.5.1920)
Date
1920-05-14
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Stte 2. Bfcae ZMiche Kresse. Ii DIE ||>TELEFON-^| füllt.': Ansprüche. FRANKFURTER PRIVAT-TELEFON-GESELLSCHAFT^« tzr-Wn'wsttleiit: FRANKFURT A.M. fcmsw w<n»,o 6256/5? Haftet» Mitglieder einer knglischen Hilfsmission, welche' ihre Lebensmittel aus Serbien bezieht, der Ministersohn Antonovic, der Schriftsteller Dugancio und ein Herr Schimono-. fnc, und zwar unter dem Verdachte der Spionage. Die drei wurden zu den niedrigsten Arbeiten verhalten, wie Alosettreinigen u. dgl. Ms sie endlich sreigesprochen wurden, wurde ihnen die Entscheidung nicht eher mitgetilt, als bis sie sich verpflichtet hatten, den bei ihnen Vorgefundenen Betrag von 48,000 Kronen zwischen den Rechtsanwälten aufzuteilen. Es scheint, daß der Richter, ein Hauptinann, von diesem Gelbe sein Teil abbekommen hat. Ihre Enthaftung erfolgte erst auf energisches Einschreiten ihrer Mission, auch haben die drei gegen den ungarischen Staat einen Schade nvergütungsprvzeß angestrengt. Unter den Verhafteten befindet sich als politischer Häftling Graf Rudolf Skvrski, Pole von Geburt, Oberleutnant der tschechischen Legion in der ftanzösilchen Armee, der gleichialls den schwersten Mißhandlungen ausgesetzt wurde. Da in dem Militärgefängnis kein Platz mehr für Häftlinge! ist, werden diese seit einiger Zeit in daS Lager von Hajmasker gebracht, wo die gleichen entsetzlichen Zustände herrschen. Auch dort braucht es Monate, bevor der Häftling verhört wird, und der Chef der Staatsanwaltschaft erklärt^ man müsse lieber hundert Unschuldige, «nsperren, als einen Schulden durchkommen lassen. Die unglücklichen Häftlinge entbehren auch der primitivsten Hygiene, sie sind monatelang ohne reine Wäsche, das Esse« 'ist ungenießbar und ihr Körper von Läusen blutig- «efressen. _ Erez Israel. Der Beschluß von San Rem» . Eine Reutersche Meldung aus Jerusalem besagt: .Der Tag, welcher als Fast- und Trauertag für die während der Jerusalemer Exzesse Gefallenen proklamiert worden, war,, wurde in einen Tag der Freude verwandet. Assischkin, der Führer der zionistischen Kommission, betrat die Hauptsynagoge und verkündete hier die freudige Botschaft. Rabbi Kuk ordnete die Einstellung des Fastens an,.und eine jüdische Prozession zog zur ,Kotel Maarowi", de« Mauerresten des ehemaligen Tempels, wo die Juden ihre Gebete zu verrichten pflegen. Lautlos betend fielen sie aufs Knie. Diele wurden von der mächtigen Freude derart «griffen, daß sie die Mauer küßten. Nachher tzhrte die Prozession in die Sephardim-Synagoge zurück, «oo unter den ernsten Klängen des Schofars der Anbruch der neuen Zeit verkündet wurde. Die Mische» FriedeuSgerichte. Wie „Zionist Bulletin" mitteilt, wurde der jüdische Fciedensgerichtshof (Mischpat haschalom) durch den folgenden Zirkularbefehl des obersten Gerichtsoffiziers, der Borgefttzter sämtlicher Gerichtshöfe des Landes ist, in feinen Funktionen amtlich bestätigt: „Sie sind berechtigt, fämtliche Urteile von Schiedsrichtern, die von beiden streitenden Parteien einvernehmlich gewählt.wurden, zu vollziehen, ebenso die Urteile des jüdischen Friedensgerichtshofes selbst, im Falle der Vollzug von «ner Partei beantragt wird. Nicht befugt sind Sie zum Urteilsvollzuge dann, wenn es nicht erwiesen ist, daß der Fall dem Friedensgerichtshof oder den Schiedsrichtern mit ^-"-'-mumg beider Parteien vorgelegt worden ist. Diese mumg der Parteien muß durch eine Urkunde verjein, die von beiden Parteien zu unterzeichnen ist." Deutsches Reich. vom verband der vftjabe». Am 6. Mai fand in Berlin eine öffenlliche Versammlung des Verbandes der Ostjuden in Deutschland patt. Lange vor dem angesetzten Beginn war der groß» Saal und die Galerien überfüllt, und immer neue Scharen strömten, herbei und begehrten Einlaß. Professor Dr. Heinrich Loewe, der Redner des Abends, beleuchtete has Verhältnis zwischen Ost- und West-Judentum und wies auf die besondere Bedeutimg der vsljüüischen Kultur für die Erhaltung und Stärkung des gesamten Judentums hin. Er geißelte das unbegründet negative Verhallen gewisser deutsch-jüdischer Kreise, die im BeArner Tageblatt und in der Frankfurter Zeitung, ihre Vertretung haben, gegenüber den in Deutschland lebenden Ostjuden, deren Verfolgung und Schikanierungen dem Interesse des deutschen Reiches abträglich sind. Der Redner schllderte sodann die erschütternde Notlage der ostjüdischen Flüchtlinge in Deutschland und hie segensreiche unermüdliche Tätigkeit des Verbandes der Ostjuden bei der Durchführung seines sozialen Hilfswerks für die heimlosen Brüder. . . '; Darauf forderte Kraus die Anwesenden zum Beitritt und zur Mitwirkung an den großen aber schweren Mifgaben des Verbandes auf. Rechtsanwalt Beb.lowicz sprach über die hevorst^enden Gemeindewahlen und wies auf die Skotwendigkeit hin» «uch Vertreter der Ostjuden in die Gimeinde-Repräsenbimz ZU delegieren. Josef Lin beleuchtete die schöpferische Kraft des jüdischen Genius, wie er sich.'in den Schätzen der jüdischen Kultur und hebräischen Sprache und Literatur offenbarte. Zum Schluß betonte Prof. Dr. Loewe die entscheidungsvolle Bedeutung des gegenwärtigen historischen Moments für das Schicksal des jüdischen Volkes. Pulen. , Soldaten mißhandle» Juden. Auf dem Uferbahnhof in Warschau drangen Samstag Abend 10 Uhr Soldaten des 10. Posener Ba- Aaillons, die auf Weiterbeförderung warteten, in den Warte- «ml, schnitten den Juden die Bärte ab und töte- «Vden Juden Jankei Chain, Rottenberg durch Kolbenschläge. Die Gendarmerie verhaftete 26 Soldaten, jedoch die übrigen- 200 Soldaten begannen zu schießen und bann mit Bajonetten auf die Gendarmerie loszugchen. Ein Gendarm wurde getötet. Der Kampf fand erst ein Ende, als Militär mit einem Maschinengewehr anrückte. tlllftftttt. Zur Affäre Loew. Sandvr Hollosy (früher Samuel Holländer), der Kronzeuge gegen Oberrabbiner Dr. Loew, ist der Sohn eines geachteten jüdischen Lehrers in Szips. H., der sich vor sieben Jahre taufen ließ, hat eine bewegte Vergangenheit hinter sich. Er war in Antwerpen, Amsterdam und Budapest als Bankbeamter tätig, und erst die Revolution brachte ihn ins ösfenUiche Getriebe. Von der Amsterdamer Bank wurde er wegen Verbreitung verleumderischer Nachrichton entlassen. ' Onderwyzer, der Oberrabbiner von Amsterdam, die Rabbiner bei Schweiz, das gentralbüro der Agudas Jsroel usw. haben sich zu Gunsten Oberrabbiners Dr. Loew telegraphisch an die ungarische Regierung gewandt. Ob die Interventionen helfen werden? Es scheint, daß Ungarns gegenwärtige Regierung, die durch ihre Offiziere täglich ungestraft Juden morden läßt, eine Nachahmung des Dreyfußprozesses oder des Tiszar-Eszlaer Prozesses als füll ihre Politik erwünscht ansieht. Tschecho-Slovakische Republik. L er Indische Natloualrat beim Präfidente» der Republik. Am 4. Mai empfing Präsident Masaryk die Leitung des Jüdischen Nationalrates, Dr. Ludwig Singer und Dr. Max Brod. Die Genannten wiesen auf den Wahlerfolg hin, der sich in der Konzentration von 80 000 Stimmen bei den Wahftn ins Abgeordnetenhaus und von 60000 Stimmen bei den Senatswahlen, also der überwiegenden! Majorität der jüdischen Stimmen in 'der Republik gezeigt hat. Ferner hoben sie hervor, daß trotz dieser großen Stimmenzahl die jüdische Minorität ohne parlamentarische Vertretung geblieben ist und schilderten die hieraus sich ergebende politische Situation. « Der Präsident erwiderte, daß auch^r im Wahlresultat einen bedeutenden Erfolg der jungen jüdischen Bewegung erblickt, und daß die Unvollkommenheit der Wahlordnung in dieser Hinsicht klar ist.t Ferner gab der Präsident seiner Ueberzeugung Ausdruck, daß diese 80 000 »jüdischen Stimmen ‘ nßht verloren seien, daß sie im Gegenteil nicht ohne Widerhall und nicht ohne günstigen Einfluß auf die Zukunft des Judentums in der Republik bleiben würden. Hierauf entwickelten die erschienenen Vertreter die Absicht des,Nationalrates, einen Kongreß aller Kandidaten der jüdischen Listen, denen die jüdische Wählerschaft ihr Vertrauen votiert hat, zu dem Zwecke einzuberufen, damit dieser Kongreß eine definitive legale Vertretung der volksbewußten Jpden erwähle. Der Präsident erklärte diesen Plan für richtig. Rumänien. ParlqmeutSwahleu in Rnmäale». Der rumänische M. I. - Mitarbeiter der „I. P. 3" schreibt: Zufolge des neugebildeten national-jüdischen Wahlblocks scheint eine merkliche Entspannung in den Reihen der jüd. Wähler eingetreten zu sein. Als provisorisches Wahllomitee fungieren u. a. Advokat Dr. Adolf Stern, und der bekannte Zionist und Rechtsanwatt M. Weißmann, dessen Persönlichkeit ausschlaggebend für die künftige Haltung der Partei sein dürfte. Die in Bukarest erscheinende zionistische Tageszeitung „M a n t u i e r e a" schreibt in diesem Zusammenhänge u. a.: „Die Juden Rumäniens haben endlich eingesehen, daß ein Zusammengehen mit den Liberalen sich 'selbst eine Ohrfeige geben hieße, während ein Zusammengehen mit der Partei Averescus, deren Anhänger erst kürzlich anläßlich einer Versammlung „Nieder mit den Juden" geschrieen haben, sich wie einen Wurm zertreten lassen hieße." Großbritannien. . London. St»e Festsitzung. Auf einer infolge der Beschösse von San Remo veranstalteten Festsitzung der Zionistischen Organisation sprachen.u. a. Weizmann, Sokolow, Nordau, Hantke, Herbert Samuel, Lord Rothschild James bc Rothschild und der Chacham-Baschi Jacob Meir. Lord'Rothschild appellierte an die Einheit aller Juden. Jeder Jude, welcher Anschauung er auch sonst sein Nr. 18. möge, müsse von nun a« zum Aufbau der jüdischen »Heimstätte! beitragen. ' James de Rothschild erklärte, daß sein Vater Edmond und er selbst aufrichtigen Anteil an der Freude über die erreichten Erfolge nehmen. Herbert Samuel, Präsident des „Board of Dcputies", wies gleichfalls auf die Nvtwendigeit der Einheit und Einigkeit unter den Juden hin. Kurze politische Nachrichte». Klauseubory. „11 j Kelet" (Neuer Orient» erscheint jetzt als „T a g e b l a t t", gleichfalls mit zionistischer Tendenz. Warschau Die jüdisch-sozialdemokratische Sartei in Galizien hat sich mit der jüdischen Ariterpartei „Der Bund" verschmolzen. Bei 'den Wahlen ins lettische Parlament erhielten die Juden sechs Sitze. Budapest. Da den Söhnen der Juden, der Freimaurer und der des Liberalismus verdächtigen Bürgerkreise die Universität verschlossen ist, hat die Regierung Soldaten als Hörer einschreiben lassen. 'Doch diese erscheinen natürlich nicht, und so halten die Professoren ihrtz Vorlesungen vor 5—10 Hörern. — (Sine geheime Verordnung des Armeeoberkommandanten Horthy bestehlt die Verabschiedung aller jüdischenOffiziere. Laudon. Im Unterhaus teilte Harmsworth mit, der Bericht der zur Beratung über die Lage dex Juden in Polen eingesetzten Kommission werde bald dem Völkerbundrat vorgelegt werden. Reuter meldet amtlich: Das britische Hauptquartier i« Kairo übergab das Urteil gegen Jabotinsky und 13 weiteren Juden dem General Congreve zur Ueberprüfung. Dieser hat das Urteil wie folgt begründet: Jabotinslys Strafe wird auf ein Jahr leichten Arrestes, der anderen Straft auf sechs'Monate leichten Arrests herabgesetzt. Im Falle Jabotinskh mußte eine Straft bei behalten werden, da die Lage in Palästina dauernd kritisch ist und daher vorläufig ein Exempel statuiert werden mußte. Jerusalem. Die Namen der bei den Unruhen g e -' töteten sechs Juden sind: Samuel Abraham Harmati, ein fein gebildeter Mann und begeisterter Zionist, der erst kürzlich nach Palästina kam, Leib Lez u r s k y, früher Liabbiner in Amerika, ein Kenner der Geographie von Erez Israel, M ichael Groß, der täglich an der Westmauer betete, SamuelEliazerNäger, seit 50 Jahren in Jerusalem wohnend, Myer Gau», ein junger sephardischer Jude, der sich tapfer gegen seine Mörder wehrte, und Joseph CH am d ei, ein jemenititischer Waisenknabe. A. H. Thyssen Stets Eingang MT Neuheiten in Tapnten 'Teppiche Läufer 20 Nene Mainzerstrasse 20 Ifcka Weiäsfr&BeastraBse. : Telefon: Hansa 1784. Iwähren Fi Ka Irocnbcn I Ijii, die Bri Ijlermöge iZüdische ■mit ©nt liu dem ijüb. Ni Iroobei ei »mögliche! 1 Str leine An Mitglied Zü, liu Zur I,'eines - »Reines, Ijolt 18 »Reines >mn die Lon 12i)nag0i IRabb. i 1 Saloniki Ijönlichke Lon lein Leu |bient, h Itzaus, ,. sausgesta Sinne j iBoden Zionistische Nachrichten. Hamburg. Eine jüdische Festversammlung, wie fie i» solcher Zahl — mehr als 1000 Personen — und in solch gehobener Stimmung Hamburg seit Jahren nicht gesehen, hat, hätte sich auf Einladung der Zion. Vereinigung zusammengefunden, um die Beschlüsse von San Remo zu würdigen. .. ' ' Dr. Arnold Hildesheimer-Hamburg, Sanitätsrat Dr. F rank- Altona und Dr. A l f r e d K l e e- Berlins sprachen. Louba». Die Exekutive der Zionistische» Organisation hat an das jüdische Volk einen Aufruf erlassen, der auf die Entschließung der Großmächte in San Remo Bezug nimmt und wie folgt, schließt:- „Das jüdische Volk ist entschlossen, in Palästina seinen Anteil beizusteuern zu dem erhabenen Werk der Menschlichkeit, einen Beitrag zu leisten, der würdig ist seiner Vergangenheit. Es wird alles daran setzen, im jüdischen Palästina eine Gesellschaft aufzubauen, die sich ginindet auf Gerechtigkeit für den Einzelnen und für die soziale Gemeinschaft, und die ein Zentrum sein wird für die Wiederversöhnung und die Brüderlichkeit aller Nationen. Der jüdische' Genius, zurückgeführt zum jüdischen- Boden, wird auf diesem Grunde die große Ueberlieferung der jüdischen Propheten erneuern. - ' Ueberall in der Welt hat das jüdische Volk der begeisterten Freude über seine endliche Emanzipation schnellste» " und spontansten Ausdruck gegeben. Die Zionistische Organi». sation will zu geeigneter Zeit Anregungen geben für fernere Feiern, wie dieser Tag, einer der größten unserer nationale« Geschichte, sie verlangt. Aber für alle Juden ist diese Zeit der Freude zugleich eine Zeit hingebungsvoller Bereitschaft. Jeder von >ms ist dem ruhmreichen Werke des WiedermlfbauS, des jüdischen Palästina geweiht. Keine Anstrengung wird zu schwer, kein Opfer zu groß sein. In diesem Geiste frier«, wir diesen Tag glücklicher Befteiung. -In diesem Geiste Pe Bei Im eint 125 Mk. | Zimmer De» iRabvinc Kaisei »Ui „W I inenden schon s „A I mehr a I jo 'ne gewesen | für Eu „I | meine „T I wollte j ober, m Fr aus di ausnah Schnüi wolltet Korallk behütei diesen um dl haben, Gesichi und st funkelt tropfet „l Malle dem 2 Schnü Frajde R der zil mutte, andere

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