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Neue jüdische Presse · 1920-04-30 · Heft 16 (30.4.1920) · p. Seite 2

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
18 (1920)
Issue
Heft 16 (30.4.1920)
Date
1920-04-30
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Nr- 16. «Ee2. ■eue SttKAe Steife. tionalfonds),Dr. Ro senb lüth (Berl. Zion. Bereinigung), InsefLin (Berbi d.Ostjuden), Dr. CH-Tschernowitz, S« berühmte hebräische Gelehrt^.ünd Rau (Berl. Jugend» gemeinschast). Sodann fanden die Wahlen statt. Präsidium: Herm. Struck, Rabb.-Assessor Lipinsky, Adler und Groß. Schrfftsühr«: Redwtteur Geis, Frl. Ellern und Rau. .Permanenz-Sklsschuß: Dr. Rabin, Lazarus Barth> Raoller, Michaelis, Dr. Perlmanni Dr. Barth hielt nunmehr ein IVrstündiges Referat über Aufgaben und Organisation des deutschen Misrachi. Er bezeichnete die Einheit des Judentums, den Palästinagedanken und die Propaganda für das überlieferte Judentum als Grundlagen seiner Aufgaben. Hierbei ist der Golus, der Uebergang vom Golus nach Palästina und die Arbeit in/Palästina ins Auge zu fassen. Dir Einheit des Judentums verlangt Arbeit in und mit den nationaljüdischen Organisationen, Arbeit für die Ostjuden (besondere ostjüdische Misrach i-Vereine sind deshalb nicht onpfehlenswert) und richtige Information über die .Vorgänge in Palästina, Berufsberatung und -Vorbereitung (Lehrerberuf) und Hebraisierung sind Vorbereitungen für Palästina. Für Palästina selbst bedarf's wirtschaftlicher und .kultureller Richtlinien (Mrsrcühi^Nusterkolonien). Zur Organisationsfrage ist Einheit zwischen jung und alt Deshalb stets ein Vorstandsmitglied der Ortsgruppe in der Jugendgruppe und umgekehÜH und Einschiebung eines Zentralkomitees zwischen Gruppen und Leitung zu fordern. Hinsichtlich des Verhältnisses zu anderen Organisationen ist zu bemerken, daß zu der Zion.'Bereinigung für Deutschland die besten Beziehungen sind, daß aber das 'Bestreben, eine Arbeitsgemeinschaft der Weltorthodoxie zu schaffen, bei der Agudas Jisroel keine Gegenliäe gefunden hat. Pple«fcha». fom ve« Jephnne. Ob die Judenheit Polens von einem Frieden der -polnischen Republik mit dem russischen Rätereich einiges für sich erwarten und erhoffen darf? Zweifellos: denn die allgemein politische Erleichterung und Entspannung nach dem Abschluß eines wahrhaften Friedens mit dem russischen Nachbar wird sich auchauf den jüdischen Volksorganismus im Lande mit hebender und belebender Wirkung übertragen. Sie kann wirtschastlich eine Erholung und Entlastung der jüdischen Masse bänogen. Und sie wäre endlich fortwirkend dazu angetan, eine neue Aufrollung des jiünschen Problems in Polen in Zusammenhang mit dem ganzen übrigen Fragenbund innerpolitischer Art herbeizüführen und eine grundlegende, ernstere und überlegte« ' Auseinandersetzung des Polentums mit dwn jüdischen Voll im Lande zu eizwingen. Ein Vorgang, eine Entwicklung, die früher oder später sich anbahnen und voltziehen werden. Der russische Friede aber — wer wird Voraussagen wollen, wann er greifbare Gestatt annehmen.und Tatsache werden wird? Niemand weiß, ob der Tag des Derhaudlungsbegiuns nahe ist und niemand, welchen Verlauf und Ausgang die einmal begonnenen Unterhandlungen nehmen werden. Monat über Monat ist seit jenem, ersten Friedensvorschlag Räte - Rußlands an Polen; vergangen. Der Notenwechsel, zwischen Polen und Rußland, von der einen — russischen — Seite offensiv, rasch, geistesgegen w ärtig, von der anderen der Polen, mißtrauisch, unentschlossen, notgedrungen geführt, hat den Fluß der Entwicklung nur schwach, stockend gefördert, und als setther letztes Resultat — einen scharfen polltisch-diplomatischen Zusammenstoß' ergeben. Weshalb? Weil, ergibt' der einfachen Tatsachenbefund, Polen sich auf einen bestimmten Verhandlungsort versteift,- nicht in den Vorschlag allgemeiner Waffenruhe an der Front willigt 'und, mit einem säst kindlichen Eigensinn, um alles in der Well nicht nachgeben will. Man steht vor einem Rätsel, wenn man nicht die Tatsache der Unentschiedenhett und Unklarhell der polnischen Politik kennt. Denn die Einflüsse entgegengesetzter Parteimächte, der Reaktion und der Sozialdemokratie erzeugen eine politische Atmosphäre der Halbheit und bewllken auch sonst ein Hin- und Herschwanken des Staatsschiffs. Auf jeden Fall — der russische Gegner ist nicht frei/von aller Schuld — gibt Polen durch den törichten Starrsinn seiner Diplomatie unmittelbar Anlaß zum Abbruch des Notenaustauschs und macht den Fried«! mtt Rußland zu seinem eigenen Schaden umnögüch. Es ist aber von der 'Klugheit und Notwendigkell seiner unbesonnen - ablehnenden Taktik im Innern nicht ganz überzeugt; und dentt nur in einem falschen Stotz unpottüsch genug, um die Verstecktheit seines hochfahren- ' den Verhallens gegen Rußland durch einen polittschen Rückzug nicht eingestehen und bekennen zu wollen. Nicht anders, wie es seine Fehler und Sünden in d« Juden frage in Wort und Gebärde leugnet; — hier aber aus ehrlicherem Herzen, weil es sich den Juden gegenüber nicht schuldbewußt sühll. Hier ist weiter für das polnische Voll in seiner Gesamthett, mtt Ausnahme weniger Aufrichüger und Unverblendeter ein weiter Weg der Erkenntnis und der Umorientierung zurückzulegen. Schwer trägt das Voll an der ihm gewöhnlich nicht fühlbar werdenden Last des geistlosen, blöden Anttsemitismus. Es lebt in dieser ganzen Gemütsstimmung und — lebt sich in ihr aus. So wird Polen das Land, wo judenfeindlichü Handlungen und Gewalttätigkeiten, wo Bedrückungen und Verfolgungen von Juden eine der alltäglichen, gewöhnlichen Erscheinungen, ein ständiges Kennzeichen des gefellschastlichrwlttisch-wtttjchastlichen Lebens ist. Daß Elllgriffe in die fr ey a - Büro - Einrichtung en Werner, Moll & Cie. Frankfurt a. JL, Tkeaterplata 14> ' Rau eröffnet. persönliche Freiheit des Juden, rohe, blutige Anschläge auf siq so häufig sind wie Me Sturmangriffe im letzten Krieg, ist Wied« und wieder blutenden Herzens festzustellen: Daß schwachen Greisen und wehrlosen Männ«n Me Bärte brutal vom Gesicht abgetrennt w«den, daß jüdische, mit Sorgen schwer beladene Kaufleute und fleißige Arbeiter mir nichts dir nichts aus den Eisenbahnzügen hinausgeworfen werden, daß jüdische Straßen Warschaus, dieser glänzenden Hauptstadt eines schwachen Landes, in periodischen Zwischenräumen abendlich Schauplätze wüst« Tätlichkeiten gegen Juden werden, ist nicht unbekannt, nicht in Polen und nicht m der übrigen Welt, ist nicht mehr neu undunerhört, ja, beginnt schon, übmall mit leichter Miene des Bedauerns abgetan zu werden. Es ist aber doch so ungeheuerlich, so empörend, daß es imm« und immer wieder laut vor aller Well «zählt werden muß und — ganz gleich mtt welchem Erfolg — als Kulturäußerungen der stolzen polnischen Nation festgenagelt werden mutz. Füi7 uns, deren Kulturgewissen noch nicht so abgestumpft und fühllos geworden ist wie das der übrigen Welt, gibt es in Mesem Kampf kein Erlahmen und Zufriedengeben. Denn diese unaufhörlichen Anschläge aus die Freihett des einzelnen Juden sind Aeüßerungen einer bodenlos antisemitischen Gesinnung, Me sich heute diesem gefahrloseren Betätigungsfelde zuwendet,, doch auf die anderen Wege zur Erreichung ihrer Ziele durchaus nicht verzichtet hat. Denn die Waffe des Boykotts gegen die Juden in Polen ist noch lange nicht endgültig beiseitegelegt, der Gedanke an ihr«. Gebrauch für immer auS dem Sinn geschlagen. Und noch imm« droht dem Polen, der ein Haus, ein Gut, eine Fabrik an einen Juden verkauft hat, die feierliche Aechtung durch die polnische Gesellschaft und ihre gewissenlose Presse. Und noch immer wird jüdischer Anspruch und jüdisches Anrecht bei der Schaffung allgemein- und wirtschaftspolitisch« Körperschaften übergangen und mißachtet. Und! noch imm« — die Krönung des Ganzen — sanktioniert durch LÜmahme ungerecht« Gesetze d« unfähige, durch inneren Parteihader zerrüttete „Sejm" judenfeindliche Prak-- ttten und Bräuche in polnischen Landen. Das Lied ist eintönig, meint Ihr? — Eintönig und doch herzbeengend, atembeklemmend in der Wirkung. Mag Bioanthol Zeil 112, neben der Hauptpost. i . ' --- - yv.-j-i-.-.-T.Hra Jacken - Kleider ans ganz vorzüglichen reinwollenem Stoffen in allen hellen and dunklen Farben. Vernehme besondere geschmackvolle Formen mit recht langen, nach Taille . gearbeiteten Jacken od. Gflrtelfassone ra. reich. Tressenverzierang und seitlieh abstehenden Garnierungen. Reisemäntel, Regenmäntel, Gummimäntel, Weisse Kleider and Blasen Weisse Frottee-Röcke. Wann wird endlich der entscheidende Umschwung erfolgen, wann die Sinnesänderung der polnischen Masse, an denen wir, manche schwache Anzeichen beginnender Morgendämmerung vor Vlllgen, nicht verzweifeln, um der jüdischen Zukunft in Polen nicht verzweifeln dürfen? Die Entwicklung steckt noch weit, weit in den ersten Anfängen. Wann sie wahrhaft wirksam und polllisch mitbestimmend sein wird, ist unberechenbar. Und gegen den blindwütigen, zerstörenden Anttsemitismus gibt es heute nur das eine an sich leider schon unvollkommene Mittel der organisierten politischen Gegenwehr. Ein Unglück ist, daß sie nicht in d« wünschenswerten Form auftritt und wirksam wird, daß die Bildung einer einheitlichen Front der polnischen Judenheit durch Parteifehden und innere Zerwürfnisse imm« von neuem im Keime ersttckt wird. So viel Parteien, so viel Konflikte. Ein Fortschrttt von Bedeutung war die Bereinigung d« jüdischen Abgeordneten im Sejm zu ' einem besonderen „Jüdischen. Klub". An den Erfolgen seiner seitherigen Arbeit ist auch der hohe Wert einer allgemeinen jüdischen Verständigung und Einigung zu ermessen. Vielleicht wäre sie im Rahmen der. umfassenden jüdischen Gemeindeorganisationen möglich. Die Gemeinde?! Diese Institution, um die es in Polen durch Me ganze letzte Zeit hindurch so sttll gewesen ist, daß man ihre Existenz fast ganz vergessen konnte? Es ist nicht viel von ihrer Tätigkeit zu erzählxn, nur von ihrer Altersschwäche, Kraftlosigkeit und Passivität. Ein vernichtenderes Urteil über sie und ihre Leistungen aber als die trockensachliche Feststellung gibt es nicht: daß sie aufgehört hat, längst aufgehört hat, eine Jnstttution der jüdischen Masse zu sein, was sie doch — eigentlich nicht zuletzt hätte sein sollen. Well die Organisation aus so undemokratischer Grundlage ruht, ist sie ökonomisch wie moralisch so wenig gefestigt, daß ihr Fortbestand in der jetzigen Gestalt sehr unsich« erscheint. Und beleuchtet wlld ihre Bedeutung für die jüMsche Well durch die ein wenig sonderbare Tatsache, daß ein unter ihren Beamten wegen ökonomischer Bedrängnis ausgebrochener Streik volle vierzehn Wochen dauern konnte, ohne ihren Zusammenbruch herbeizuführen. - D« Streik ist beigelegt, die Erhöhung der Gehälter um 150°/o zugesagt— sind damit die wünschenswetten, idealen Zustände in der jüdischen Gemeinde Warschaus eingekehrt? Nein und nochmals nein. Eine Gemeinde, die. so wenig aufbauende Arbeit im Dienste des Volles leisten kann, die so unpopulär und-den Massen fremd ist, hat-sich ein genug deutliches Zeugnis üb« : ihre Unmöglichkeit und Erneuerungsbedürsttgkeit ausgestellt.. Ohne ihre Neugestaltung, ihre Umgestaltung.von Grund.aufM Geistedes natiönalen,'demokrattschen Judentums kein kraftvoll pulsierendes, wahrhaftes: jüdisches Gemeindeleben in Polen: ' Heute ist die Aufgabe der Wiederauftichtung deS wirtschaftlichen jüdischen Lebens vor allem der geldmächtigen Judenheit Amerikas überttagen. Leitende Forderung und oberster Grundsatz muß aber sein: Anleitung der Massen zur Selbsthilfe, Me zum Schluß in .die Erziehung zur Selbstverwaltung und Selbstbestimmung einmündet. Bo« jüdische» Natiouolfonds. Ginnohmen. Das Ergebnis der Sammlungen zu Gunsten des INF im ersten Quartal 1920 beläuft sich auf: ' Lstr. 30,539.19.3 und verteilt sich auf folgende Länder: Shanghai Lstt. 10,102.6.8, Amerika Doll. 23,121.72, England Lstr. 3519.19.7, Argentinien Pes. 14,525.82 und Fres. 3027.60, Südafrika Lstt. 1323.1.—, Kanada Doll. 4699.75, Deutschland M. 164,024.59, Holland Hfl. 8538.85, Polen M. 218,649.95, Tschechoslowakei Kr. 131,979.90, Belgien Fr. 17,500 und Hfl. 310.04, Rumänien Lei 58,540.75 und Lstt. 0.3.—, Palästtna Eg. Lstr. 352,982, Transylvanien Kr. 250,830,16, Schweiz Fr. 6038.23 ’uno Kr. 40.—, Griechenland Dr. 8812.50, Elsaß-Lothringen Fr. 11,411.65, Frankreich Fr. 10,112.60, Australien Lstt. 175.16.2, Deutsch-Oesterreich Kr. 123,948.53, West-Galizien. Kt. 116,827.74, Mesopotamien Lstr.' 112.—, Südslawische; Land« Kr. 68,584.99, Ost-Galizien Kr. 78,05458, Ungarn Kr. 66,931.08, Dänemark Dän. Kr. 1107.53, Norwegen Nord,, ffr. 1000.—, Egypten Lstt. 17.10.— und Eg. Lstt. 21.47> Niederld. Indien Hfl. 84.50, Neu-Seeland Lstt. 39.3.—, Marokko Fr. 300.—, Litauen M. 1126.10. In der obigen Summe ist ein Bettag von Lstr. 10,000 als Ergebnis der von den Zionisten in Shanghai eingeleiteten Sammlung zur Gründung ein« städttschen Siedlung in Palästtna enthalten. Diese soll den Namen von Laura Kadoorie, d« verstorbenen Gatttn des Vorsitzenden der Shanghai Zionist Association tragen. - De»tsche» «eich. Hilfskomitee für Palästina. Der Beschluß des „H. f. lP.", einen größ«en Vorrat von Geräten und Maschinen für jüMsche Bau«n und Handw«ker in Palästtna zu erwerben, ist von den zuständigen Stellen des Landes mit lebhafter Genugtuung begrüßt worden. Diese Berwendungsart der in Deutschland gesammelten Geld« entspricht durchaus den zur Zeit dringendsten Bedürfnissen der jüdischen Kolonisation in Palästina. Die Berichte des Bertteters des Hilfskomitees in Palästina lassen «kennen, daß das Land infolge der mit dem Weltkrieg verbundenen Requisitionen nun von den allernötigsten technischen Hilfsmitteln entblößt ist. „Palästtna ist völlig-, völlig, all« Gerätschaften und Maschinen bar," heißt es in einem jen« Berichte. Das Land schreit nach diesen Dingen — aber in erst« Linie nach landwirtschaftlichen G«äten und Maschinen. Von den einfachsten Spaten, Heugabeln, Hacken, Schippen und Schaufeln, einscharigeir Pflüge» bis zu den vierscharigen Pflügen, Gras- und Getreidemähmckschinen, Sämaschinen und Dreschmaschinen, am allem herrscht hier höchster Mangel/kund dringender Bckarf. Ferner erhielt das Komit« die Mitteilung, daß die Dertret« der größten in Palästtna arbeitenden Organisattoncn Me Schaffung eines gemeinsamen Komitees planen, das die Verteilung der nach Palästtna zu entsendenden Gerätschaften übernehmen wird. Nach dem Erhall dieser Mitteilung schritt der Arbeits-Ausschuß des Hilfskomitees sofort gn Me Anschaffung der Geräte, die noch vor der neuen landwirtschaftlichen Arbeit in Palästtna eintreffen werden. Gelegentlich des Purim - und Pessachfestes haben zahlreiche Verttauensmänner des Hilfskomitees, insbesondere Me Mitglieder des Rabbiner-Ausschusses, in ganz Deutschland Me Sammelarbeit mit Eifer und Erfolg weitergeführt. Eine Werbeaktton größeren Sttls bereitet das Hilfskomitee anläßlich d« hohen Festtage im September vor. In Berlin wird um diese Zeit zu Gunsten des Fonds des Hilfskomitees eine Reihe von Veranstaltungen stattfinden, darunt« ein Konzett in d« Philharmonie, für das erste Künstler ihre Beteiligung b«eits zugesagt haben. Dextsch-Oesterreich Die ZurSckdrSngrmg der Jude« an den Hochschulen. In d« Nationalversammlung brachte Abg. Stricker folgende Jnterpellatton ein: ' „An den Grazer Hochschulen w«den unter dem Drucke deutschnationaler Studentenorganisationen tschechischslowakische, polnische, südslawische und ungarische Staatsbürger, sofernsieJlldensind,zurJnskription nicht zugelassen, unter anderen auch solche, welchebereits seit mehreren Semestern Hörer der Grazer Hoch-' schulen waren. Während ausländische Nichtjuden Aufnahme finden, weist man Juden unter dem Vorwände des Platze mangels, der Lebensmittelnot usw. ab. In vielen Fällen erhielten jüdische Hörer seitens der Höchschulbehörden den sonderbaren Bescheid, sie mögen vom studentischen anti-' femittschen Hochschulausschusse Bestätigungen beibringen, daß dieser gegen ihre Aufnahme keinen Einwand «hebe. Ein. solches Vorgehen wird derzeit in Budapest deS Weißen Wochenbett-Ausstattungen Hugo Rothschild Laagestrasse 35. »Telefon Hansa 9926.

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