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Neue jüdische Presse · 1920-04-23 · Heft 15 (23.4.1920) · p. Seite 2

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
18 (1920)
Issue
Heft 15 (23.4.1920)
Date
1920-04-23
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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SeSrL. Carl Grebenaa — JoIl VeLaoLMaedk. amtl. beeidigter Taxator. Gegr. 1798. Td. H. 918 n. 6069. . ' ■■■■; Kaiserstrasse 1. ' . — Jnalan, llhpan, Gold* und Silbamraa;JBraeLXnltiiBgegenatSnde für Synagoge n. HanBgebranch - . ■ Answahlsendnng gerne zn Diensten. *WW geistigen Lebens in den jüdischen Landgemeinden nunmehr; in systematischer Weise fortzusetzen und zu erweitern. Zu diesem Zweck erscheint uns die Errichtuikg regelmäßiger Lehrkurse in allen, auch den kleinsten Landgemeinden das vornehmste Erfordernis. Soweit dieser Notwendigkeit nicht durch die Herren Rabbinen bezw. die Herren 'SeljEer in den einzelnen Orten genügt werden kann, " sind wir bereit, Unterrichtskräste für die. Errichtung von Schiurim zur Verfügung zu stellen. Die Organisation ist derart gedacht, daß für die einzelnen Gebiete Stellen! geschaffen werden, bei denen sich sowohl die Gemeinden, äks auch freiwillige Hilfskräfte, die bereit sind, Nurse zu übernehmen, zu melden haben.' Einstweilen sind zunächst folgende Zentralstellen eingerichtet: Bezirk GheHen-Marburg: Adresse: sind. jur. P. Kulp, Marburg, Barfüßlergasse. Prov. Rabbinat Fulda: Dr. Herz, Fulda, Mittelstraße. Bezirk llnterfranken: Adresse: stud. ,phil. S. ’£). Wreschner, Würzburg, Hotel zur Glock. Die Veröffentlichung der Adressen weiterer Zenttalstellen wird in Kürze folgen. Wir erklären uns außerdem bereit, soweit die verfüg« baren Mittel reichen, den Herren Lehrern, die an sich bereit wären, Lehrkurse in den Gemeinden einzurichten, Me aber zu diesem Zweck andere lohnende Beschästigungeq * «ufgeben müßten, entsprechende Honorare für die in unjtrem Aufträge ckbzuhaltenden Kurse zu vergüten. Uururu. Das «arttzrtnm »er ungarische« Inden. Wie der „Abend" aus Bonyhad berichtet, umzingelle am ersten Pessachtckge Mllitär die Shnagoga -und verprügelte die zum Gottesdienst versammelten Juden. 2. a. schnitten die Soldaten einem allen Mischen Manne den Bart ab, tauchten ihn in ^Fett und zwangen den Greis, das Barkhaar aufzuessen. — Im Englischen Parlament fragte Headlh dieRegierung an, ob es ihr bekannt sei, daß inKesckemet Leutnant Hajos in der Nacht des 18. November 120 Juden aus den Betten holen und im Jrgavanyiwalde umbringen lleß. Gleichzeitig fragte Davis die Regierung an, ob es ihr bekannt sei, daß am 13. Dezember im Walde bei Györ die Leichen von sieben Juden aufgefunden wurden. ■ * Jy den letzten Tagen dzs Pessachfestes vertrieb der gewesene Oberleutnant Juan 'Hejjas mit seiner Bande die Juden aus den Dörfern bei Kecskemet — so aus Izsak, Fülöpszällas, Orgovany und Kiskurvmaj sa —, mjßhandelle sie und beraubte sie. Selbst «ne Greisin von 88 Jahren zerrte man aus dem Kranken-! bett auf die Straße. Bo« arthodvxe« Judentum Ädols Frankl, der Präsident der orthodoxen LandeÄkanzlei, äußerte sich wie folgt: Wenn die Grenzen Ungarns definitiv festgesetzt sein werden, werden wir die Generalversammlung einberufen ünd feststellen, ob wir den Zentralausschuß und die Repräsentanz im alten Status aufrecht erhallen oder im Hinblick «ns die Verstümmelung des Landes verringern sollen. Bisher haben die Gemeinden den Rabbiner und einen weltlichen Vertreter für 6 Jahre in den Landes-Ausschuß delegi«t, der aus IM ordentlichen und 20 Ersatz-Mitgliedern! gMldet wurde. Diese Abordnung wählle die Zentral-Kommission, die aus 12 ordentlichen und 5 Ersatz-Mitgliedern bestand. Nachdem die Zahl der Gemeinden verringert wurde, werden statt der bisherigen zirka 6M Delegierten nur 250 entsendet werden können, diese werden, aber ebenso die 120 Mttglieder wählen, wie die bisher in größerer Zahl gewesenen Delegierten. Auf-die Verringerung des Status der Repräsentanz wollen wir schon deshalb nicht eingehen, damit wir protestieren und demonstrieren gegen die Verstümmelung des Landes. ' Besonders wichtig ist die Frage wlserer Preßburger Jeschiwah. Diese unsere weltberühmte Institution hat die ganze Well mit orthodoxen Rabbinern versehen. Niemals werden wir uns damit abfinden, daß wir dieses unser Institut verlieren und niemals werden wir die Hoffnung - «rfgeben, daß diese Jeschiwah einmal wieder die unsrige fejn wird. Trotz .allwem müssen wir mll den Tatsachen rechnen, und so wird die Errichtung einer provisorischen! orthodoxen Rabbinatsschule in Budapest zur Notwendigkeit. «utzlauv. Der „Bund" gegen »en Zionismus. tJ-P Z ) Iw bundistifchen Organ, „Der Wecker", wird «invom- Zentralkomitee des „SBuitb" in Hommel an das jüd. Proletariat der ganzen Wett gerichtetes Radio-Tele- FreyaBüro-Einrichtungen Werner, Holl 9k Cie. fraskfirl a. JL, Theaterplatz 14. ■T laa er»ffaei W gramm gegen den ZioniÄnus ^veröffeMicht. Dieser' habe fein Geschick mit dem JmperialiSstms herMtente verbünden. Aiuertta. Der amerikanische Jüdische Kongreß. Auf einer Versammlung des Kongreßkomitees in Philadelphia sagte Dr. B. Richards, der Sekretär des Amerik.-Jüd. Kongresses, daß seit dem ersten Kongreß im Jahre 1918 eine Anzahl neuer Probleme an die Judenheit herangetreten ist. Das Nichtunterschreiben des Friedensvertrages des Völkerbundes seitens Amerikas war für die Amerikaner ein Mißgeschick, aber noch ein viel größeres für die Juden. Rabbiner Lew int ha l betonte die sehr notwendige Ständigkeit des Amerik.-Jüd. Kongresses und sagte, einer der Gründe dafür sei, daß das amerikanische Judentum dadurch in die Lage versetzt werde, in dem vorgeschlagenen Jüdischen Rate, der in Palästina eingesetzt werden soll, vertreten zu sein. . Es wurde eine Resolution zugunsten eines ständigen jüdischen Kongresses in Amerika mit dem Sitz -in Philadelphia angenommen. Hosfentlich kommt nun mehr Energie in die Kongreß-' Bestrebungen. Man ist mit dem bisher Geleisteten mit Recht unzufrieden. So trat auf einer Konferenz der Delegierten zum Jüdischen Kongreß in Newyork Dr. Salti n d, der Delegierte des Komitees der Jüd. Delegationen in Paris, scharf gegen die Führer der Kongreßbewegung auf und stellte sie vor das Ultimatum, entweder Mittel für die nötige Arbeit zu gewähren oder zu erklären, daß sie sich um die Ereignisse in Europa nicht kümmern wollen. In diesem Falle werde morgen das Büro des Pariser Komitees geschlossen werden. Er erwähnte, unter welchen! Mühen die jüd. Vertreter aus Rußland und Polen nach Paris gekommen seien, nachdem sie durch die russische Revolution ökonomisch ruiniert worden waren. Es sei eine Schande, daß während die anderen kleinen Nationen Millionen für ihre politische Arbeit in Paris aufbrachten, das Budget der jüd. Delegationen in Paris bis jetzt nicht viel mehr als 80 Tausend Francs betrug, und auch dies mußte zum Teil aus den Privatmitteln der Delegierten gedeckt werden. _ * Palästina. Gegen Irreligiosität. Rabbiner Kuk protestierte in einer Versammlung gegen die Entweihung des Sabbats und den Geist der Irreligiosität unter der jüdischen Jugend in Jerusalem. Er wies besonders auf den Makkabäerklub hin, der seinen Sport auch am Sabbat ausübt. Weitere Rabbiner sprachen im gleichen Sinne, und schließlich wurde eine Resolution angenommen, die jede jüdische Erziehung verurteilt, dle nicht in Uebereinstimntung mit dem tradllionellen Geist des Judentums ist. Di« Telegramm »er englische» Regierung. Infolge der Unruhen in Jerusalem, bei denen 2 Juden getötet und 188 verwundet wurden, depeschierte die englische Regierung an Lord A l l e n b y, daß er sofort Untersuchung über diese Vorkommnisse anstelle und alle Maßnahmen ergreife, die Möglichkeit einer Wiederholung solcher. Vorfälle zu'verhindern. Die arabischen Vorschläge, die Zio-. nistische Kommission abzusetzen und das jüdische Bataillon zu demobilisieren, könnten nicht angenommen werden. Kurze politische Rachrichte«. Posen. In den polnischen Zeitungen wird ein Geheimerlaß der Staatsbahndirektion Posen veröffentlicht über-.Anstellungsbedingungen von Beamten, worin u. a. auch die Zugehörigkeit zum Katholizismus gefordert wird. Bnvapeft. Fmanzmlnistrr Koranyi, Sohn eines getauften Juden,-verteidigte im Parlament bei der Schilderung der trostlosen Finanzlage — die Staatsschulden betragen 56 Milliarden — das reaktionäre Regime. Prag. Dr. B r e i ch e r, der Zivil-Kommissar Karpatho- Rußlands, hat dem Bereger Zupanat folgende Verordnung zugehen lassen: Es ist mir zur Kenntnis gelangt, daß der beim Jlosvarer Oberstuhlrichter-Ämt angestellte Isidor Lebovic Juda ist. Ich verordne deshalb, daß er von seinem Amte sofort entlassen werde, -weil ich es nicht dulde, daß in Karpatho-Rußländ in einem staatlichen Amte Juden angest e l l t werden, da. sie politisch unzuverlässig sind und das' Volk zuMnen kein Vertrauen hat. Uzhorod, 25. März 1920. London. Ein Reuter-Telegramm aus Konstantinopel meldet, daß der Großrabbiner der Türkei Haim Nahum von der türkischen Regierung zum Rücktritt gezwungen worden sei. Die Regierung habe unter dem Druck chauvinistischer Agitation eine» judenfeindlichen Kurs eingeschlagen. Jerasale«. Die Beranl Wortung für die Unruhen lastet aus bekannten arabischen Agitatoren, aber auch auf städtischen Funktionären, die den Judenhaß schürten. Seit dem 7. April'' ist in ganz Palästina wieder vollkommene Ruhe. Der „Waad Hasmani". die höchste jüdifche Behörde, hat an das arabische Volk ein Manifest gerichtet, friedlich neben einander für Palästinas Zukunft zu arbeiten. New Port. Henry Morgenlyau, der ehemalige Botschafter in der Türkei, ist zum Botschafter in Mexiko ernannt wordm. Die ostgalizische Amerika-Kommission, bestehend aus Dr. Eisler, Red. F r o st i g, Dr. P ach t - mann und Dr. Tennenbaum, ist hier am 1. April «ingetroffen. Sie wurde von zahlreichen Vertretern der amerikanischen Judenheit mit Jubel begrüßt. Man hofft, daß ihre Tätigkeit jür den Wiederaufbau Ostgaliziens Erfolg haben wird. Nr. 15. A. StetsEingang - MT Neuheiten in Tapeten Teppiche Läufer Vorlagen 20 Nene Malnzerstrasse 20 Ecke 'Weisafraueaatraeae. Telefon: Hansa 1784. Aus der Misrachi-Beweguug. Luzern. In einer'stark besuchten Versammlung der Ortsgruppe referierte A. I. Rom- Zürich über die Amsterdamer Konferenz. In der anschließenden Debatte wandte sich Louis Braun gegen den Artikel des Prof. >da Fano, der von> Uneinigkeit zwischen Führer und Mitglieder sprach, Nachdem die Amsterdamer Konferenz die Zweiteilung des Schulwerks billigte. HermaNnKahn dagegen stimmte Prof, da Fano zu; er findet darin ein lläjlücf, daß man gleich bei Beginn der Gründung des JlMnstaates den Unterschied von orthodox und neolog dokumentieren soll; nur die Einigkeit könne hier fruchtbare Arbeit leisten. Nathan Berlinka führte aus, daß nur die Thora das Judentum erhalten habe und es Pflicht eines jeden überzeugten Juden sei, kräftig mitzuarbeiten am Wiederansbau Palästinas. S a l l y H o l z, der Vertreter der Jüd. Jugendvereinigung, bemängelte die Zerfahrenheit innerhalb der 'zionistischen Gesamtorganisatwn durch die verschiedenen Sonder¬ und Interessengruppen und wünschte, daß die Misrachivertreter überall dort ihren Einfluß geltend machen sollten, wo durch Zaghaftigkeit oder Unsicherheit die große Masse dem Zionismus entftemdet werden könnte. B. D o k o v glaubt, daß der Zionismus sich nicht mit. der Mschesfrage befassen könne, da er größere Aufgaben zu erfüllen habe. Zum Schluß wurde eine Resolution angenommen, die den Beschlüssen der Amsterdamer Konferenz zustimmt. London. Meier Berlin weilt hier. Er wird au der Misrachi-Konferenz in Liverpool teilnehmen. Aus -er „Agudas Jisroel"-Beweguug. New Kork. Die Jersey Cither Abteilung der Agudas Jisroel veranstaltete am 17. März in einer Talmud« Thora-Schule einen japanischenTa.nzmitTee. Das Lokal war japanisch dekoriert. Die angesehene orthodoxe Zeitschrift ^.The Jewifh Gazette", die die Beränstaltung scharf kritisiert, m.eint, sie verstehe jetzt, warum im Lunapark die Japanerinnen sämtlich litauische junge Jüdinnen seien. Warschau. Wie der .Zud" aus London meldet, übergab das Joint Foreign Committee dem Board of Deputtes ein Memorandum, in dem daran erinnert wird, daß das Kopiitee dem englischen Mini st er iumdes Aeußern eine Petition des Zentralbüros der Agudas Jisröelbetreffs Palästina überreicht hat. Persouatte« u. kleine Mitteilungen. Berlin. Dr. Max Weigert. Stabtältester und Stadttat a. D., Ehrenmitglied der Aeltesten der Kaufmannschaft, Repräsentant der jüdischen Gemeinde, ist verschieden. Breslau. Verlagsbuchhändler und Rittergutsbesitzer Schottlaender verschied im 76. Lebensjahr. Hamburg. Marcus Betth, Seniorchef der Firm» Heine u. Fleischmann, der überaus verdienstvolle Ehrenvorsitzende des Israelit. Krankenhauses, Vorstandsmitglied der Gemeinde, ist — 72 Jahre alt — verschieden. Pose« Der „Verein liberaler Juden" gibt eine „Posener Jüd. Zeitung" heraus. Men. Dr. phil et jur. Markus Spitzer, der Vertreter der Judenschaft im Landesschulrat, Präsident der Chewra - Kadischa, Vorstandsmitglied konservativer Richtung der Kultusgemeinde, ist im 70. Lebensjahre verschieden, Dier Spvrtsmann und Kunstliebhaber Gustav (frühe» Freiherr von) Springer, Schwiegervater des Barons Foulv m Paris, ist verschieden. Budapest Die Israelitische Knabenwaisenanstatt mußte aus Mangel an Mitteln 100 Kinder; ihren Müttern zurückgeben. Krakau. Rabbiner Pinchas Horowitz aus Bohorodczany, wo er eine große Feschiwa begründete und leitete, ist hier verschieden. Er hatte im vorigen Jahre an . der orthodoxen Weltkonferenz in Zürich teilgenommen. TELEFON erfüll]— ALLE Ansprüche; FRANKFURTER PRIVAT-TElEFON'-GESELLSCHAFT^bh fihtsr.Mfj’r* on daSörss FRANKFURT .VM. fetnspr Monsa 6256/S7

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