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Neue jüdische Presse · 1920-01-16 · Heft 2 (16.1.1920) · p. Seite 2

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
18 (1920)
Issue
Heft 2 (16.1.1920)
Date
1920-01-16
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 Neue; JMszhe Presse. Nr. 2. -?.-Er fordert die Zurückdrängung und Wiederausweisung der- 7': {bettt deutschen Volkstum so schädlich gewordenen Ostjuden «nb LÄämpft insbesondere die seit der Revolution eingetre-' fene Ueberflutung der leitenden Stellen durch fremdstämmige Elemente:" £~; Paris Das Ministerium des Aeußern hat -in rinün .Weißbuch" die Dokumente betreffend die . Wünsche des jüdischen Volks an die Friedenskonferenz zu- .. -fcrnuncttQeftelTt* Budauest Zm Stadtteil Leopoldstadt, dem Sitz der jüdischen Finanzwelt, kandidierte für die Parlamentswählen ^^?Pierst Dr. Samuel Glückstchal. Durch irgendwelche " Jjntriguen trat er zurück und der. Handelsminister a. D: ^Zose f SzLereny i, Sohn des Neupester Rabbiners 7^Mtern, v.Ü» feine Söhne katholisch taufen ließ, ließ sich / Zioxistische Nachrichtex. 'Defekt. Dr. Wetz«an« traf auf der Rückreise von . Palästina Mer ein und wurde von Dr.' R u p p i.» empfangen. Dr-Weizmann sprach auf Einladung der Zion. Ortsgruppe vor einer imposanten Versammlung der Triester Judenheit über, feine Ansichten in der 'Palästinafrage. Paris. Dr Weizmanu traf hier. ein. Einem Mitarbeiter der J.P.Z sagte er, es sei möglich, im lau- Yfenten Jahre 30000 Personen nach Palästina zu über- /Führen- Mid ihnen dort eine Existenzbasis zu schaffen.' i>-j.. Lodz Dr. Markus Braude, früher Rabbiner in .Lemberg, jetzt in London, Mitglied des Zion. Zentralrimaittä in Polen «und des Großen Aktionskomitees, Grün- . der des Jüd Gymnasiums und des Jüd. Lehrerseminars, -Peginö de" 50. Geburtstag.' - I Aus der MiSrachi-NewegxXs. wz Ingweiler. Hier bat sich mit Paul L oeb , Luc ien?äBl,öch Mid Benj. Lemmel als Vorstand eine' Orts- >gebiü>eti Zürich Hier wu'de der Drlegiertag des ^z^K'chwe-izer Misrachi abgehalten. A. J.Rom, der Präsident, erstattete Bericht, der sich '^Lber -He Tätigkeit der Ortsgruppen, die Monatsschrift i : und die Vorbereitungen für die bemnächstige Misrachi- Seltkonserenz verbreitete. y*:: Isidor BerloWitz referierte über die zion. Jahres- /.Amserenz und über die Misrachi-Weltkonferenz. Er ver- ,-MWgte innerhalb der zion. Organisation Trennung ,d«r L 'AlÄurkommissionen. M e i s e l e s widersprach diesem Duaz;. Lsmus: der' Misrachi solle sich bestreben, seine Ideen in statt, Organisation zu propagieren. »? . Die Versammlung wählte für die Misrachi-Weltkonfe- I. Rom gimt Delegieren, M. Berlowitz zum A Prfatzdelegierten und falls mehrere Delegierte erlaubt wer- ^'>den, ferner: A. Stern - Basel, H. Reichenbauch, Pktu ar y us - Zürich, L. Braun - Luzern, Dr. Lauer- /Biel Und Messinger -Bern. In die Misrachi-Landes- Organisation wurden I. Kahn, Dr. Steinberger und S-Berlowitz gewählt. „Agudas Mroel"-Bewegu«g. M/'-Zürich. Jakob Braun, der Generalsekretär der Mgudoh in der Schweiz, erstattete ineiner Vollsitzung /-./des. Landeswmitees ein zweistündiges Referat über den Stand ' der Bewegung. In Polen allein beständen 700 - ^'Ortsgruppen mit einer halben Million Mitglieder, darfwjjJjSmier 500 Rabbiner. Die Orthodoxie der Tschecho-Slowa- - In Hübe sich in corpore angeschlossen. In Deutschland zähle Jugerckorganisation allein mehr als. 10000 Mitglieder, In Holland Habe sich der Rabbinerverband angeschlossen. Es . stehe zu erwarten, daß große orthodoxe Kreise in Amerika in Bälde > unterdas Banner der Agudoh gebracht werden. Die Versammlung faßte den Beschluß, in der. Schweiz ein Parteiorgan zu schaffen. Da die Schweiz in dem Jsr. Wochenblatt von jeher eine vorzüglich geleitete, allen Ansprüchen genügende Zeitung hat, so. kann man eine derartige Zersplitterung nur bedauern. Persoxattex u. kleine Mitteilungen. Setlitt. Julius Fench el, der Begründer der Bne Brith-Logen in Deutschland, heute 80 Logen mit über 9000 Mitgliedern, bis 1887 Großpräsident, rst im Alter von 83 Jahren verschieden. Dr. Jssai Schur, Professor der Mathematik an der Universität, wurde zum ordentl. Professor ernannt. Dr. Simon Berufeld beging den 60. Geburtstag.—'.'! Halle Adolf Weiß ler, Herausgeber einer Knwaltszeitschrist, Verfasser von Werken über das preußische Notariat und über die Geschichte der Rechtsanwaltschaft, nahm sich aus Kummer über Deutschlands Lage bä s L e b e n. Aus seinem Grabsteine soll nach seinem letzten Willen stehen: „Er wollte die Schmach seines Volkes nicht überleben." - Hambura. Der Voranschlaa für 1920 der Deutsch-iJsraelit. Gemeinde sieht in seinen Ausgaben für Armen- und Wohlfahrtswesen 128 270 Mark und für Schulwesen 152400 Mark vor, von denen die Töchterschule die Summe von 124 400 Mark und die Tal- , mud-Thora-Realschule 25 000 Mark erhält. Unter den Ausgaben für das Beerdigungswesen. werden 15000 Mark für Erschließung des neuen Terrains in Ohlsdorf und 2500 Mark als fünfte Rate für den Ehrensriedhof für gefallene Krieger verlangt. Der genehmigte Voranschlag schließt mit einem Fehlbetrag von 96077 Mark. Der Vorstand wurde ermächtigt,, für das Jahr 1920 die Gemeindesteuer bis zu 1 Prozent des Einkommens zu'erheben. — W o l f Levy, der Vorsitzende der Deutsch-Jsr. Synagogenverbandes, ist — 70 Jahre alt' — verschieden. Stratzburg. In Colmar wurden M o t s e Bloch, Paul Wormser und Joseph Lehmann und in Hpgenau Achille Wormser in den- Gemeinderat gewählt. Beuel. Albert Kaufmann und Amaliegeb.H:rz begingen die goldene Hochzeit. Jaffa. Der,Dampfer „Rußland" mit 600 Juden aus Odessa — darunter Dr. Klaus» er und Dr. G l ü ck s o h n — traf am 17. Dezbr. hier ein. Der Fuldaer Raw s. A. Wenn das Mahnwort „Talmud chochom schemes Hakaul krauwow." uns je in seiner ganzen Bedeutungsschwere ergriffen hatte, so war es vor einigen Tagen, da uns die Kunde kam, daß Rabbiner Dr. Michael Cahn von seinem himmlischen Vater in die „Welt der Wahrheit" gerufen wurde. Es war den unzählig vielen, die gewohnt waren, .mit Stolz von „unserem" Dr. Cahn zu sprechen, so weh-zu Mute, als -wenn ein teures Familienmitglied heimgegangen wäre. Mit seiner Familie, mit seinen Gemeinden .zugleich trauen: um ihn alle diejenigen, denen der Name Dr. Cahns ein*Programm war, eine ragende, führende Licht- und Feuersäule in dem Wirrsal unserer Zerklüftung. Wollt Ihr wissen, wer Dr. Cahn war? Geht hin in die Fuldaer Synagoge und seht den Jüngling und den Mann, der mit minutiöser Gewissenhaftigkeit darauf achtet, daß er Mizwas Tefilin nach göttlichem Gebot aüsübt. Dr. Cahn war es, der' von Bank zu Bank in seiner Synagoge schritt und sich zu jedem Barmizwohjungen niederbeugte und ihm die. Mizwo in der ihm eigenen väterlichen Weise, demonstrierte?-Geht dann hin ins Bethämidrasch und hört das „Lernen" seiner Khillo, ihrer Alten »nd aber auch ihrer Jungen. -Geht in die Hütten der Witwe» und Waisen und zählt, die Tränen, , die dort geweint werden um den Heimgang dessen, der ihnen Stütze und Helfer war. Und vergeht .nicht zu den Lehrern seines Bezirkes, zu gehen und sie zu fragen, ob sie je ein Anliegen hatten, das „ihr" Dr. Cahn nicht in fürsorglichster Weise erledigte. Und wenn Ihr staunend dann erkennt, daß hier inmitten des traurigen Niederganges unserer Mittel-.und. Landgemeinden ein Heiligenland, ein Eiland der Thora- und Jira sich erhob, geschaffen durch Unermüdlichkeit und Energie, die ein Lebenswerk bedeuten, — dann blättert in de» Analen der jüdischen Geschichte Deutschlands in den letzten vier Jahrzehnten, und ihr.werdet kein Blatt finden, auf dem Dr. Cahn sich nicht verewigt hätte. Wie konnte er, der Mensch mit dem kindlich heiteren Gemüte und dem weichen Herze», ernst und hart werden, wenn er Ernst und Härte am Platz glaubte, wenn es galt, zum Ausdruck tzu bringen, daß das Judentum der vom Sinai geosjenbarten Lehre und der Tradition, das er mit der innigsten Glut seiner Seele liebte,' und für das er mit seinem Herzblut kämpfte, daß dieses Judentum keine Parteirichtung darftelle, sondern eben das Judentum in seiner Reinheit und Unversälschthcit ist. Bei Dr. Cahn konnte man in jeder Phase seines an Kämpfen so reichen Lebens erkennen, wie diese Kämpfe geführt wurden mit der absoluten Reinheit sachlicher Ueberzeugung, .die nie getrübt war auch nur.durch einen Schimmer persönlicher Beeinflussung. Das große Geheimnis seiner. Erfolge .in diesen Kämpfen war die-Tatsache, daß bei ihm daS „Leschcm schomajim" keine Phrase war. Dies Bewußtsein, die-göttliche Wahrheit zu,vertreten, verlieh .seinen Worten und Schriften jene hinreißende Ueberzeugungskraftdie ihn das erreichen ließ, was andere als hoffnungslos aufgegeben hatten. Sie ließen ihn in seiner Tätigkeit für. die „Freie Vereinigung für die Interessen des orth. Judentums" ,die Hindernisse überwinden, welche in innerjüdischen und außerjüdischen Kreisen .der Verwirklichung der 7 einzelnen Thoragebote sich entgegenstellten. Ihm ist es zu verdanken, wenn das jüdische Volksschulunterhaltungs-Gcsetz e§ ermöglichte, daß. die Stimme der Thora nicht..noch mehr in Deutschland verstummte, als es ohnedies der'Fall ist. Die Lehrerbildungsanstalt in Köln, die Jeschiwaus im ' Osten, die Kranken in Erez. Jisroel, die der Thora Treu-, gebliebenen in Baden, Rheinland, Westfalen, sie alle trauern rnn den, der ihre Sache zu der seinen machte. Wer aber je seinen heißen Hauch verspürt, wer von Dr. Cahn gelernt hat, was es heißt, Jude zu sein, wer, von der Trauer des großen Heimgegangenen erfüllt ist, — für den Ist er nicht gestorben, für den''lebt er weiter. So wird im Erstarken an seiner Lichtgestält, sich ein Denkmal für ihn'ausbauen, welches die Wahrheit - künden wird: „Zadikim awilu bmisosom nikroim chajim". P. Fraxkfxrter Berichte. Verein Mekor Chaji«. Sonntag hielt der Verein Mekor Chajim seine-'41. ordentliche Generalversammlung ab. Der Jahresbericht gab ein erhebendes Bild von den vielseitigen Leistungen-des Vereins auf dem Gebiete des Lernens. Die Jahrzeits-Lenr-, stiftungen haben in Mitgliederkreisen großen Anklang ge-, funden. Es sind heute bereits über 60 Stiftungen,,vorgemerkt. Mit Beginn des Wintersemesters 1920 trat der Verein 'in eine Arbeitsgemeinschaft mit der hiesigen A.J.- I.-Gruppe ein, die nach den bisherigen Erfahrungen auf eine ersprießliche Tätigkeit schließen läßt. Treuderl von Leopold Kompert. ' (Fortsetzung.) [-4^- iiefwgtitfen war Emanuel von diesem Gedanken, H"':daß«, um seine.Verlegenheit zu verbergen^ weil er in seiner £7 Meschämung keine Antwort zu geben verstand, schnell auf -.-Mi^anderes Feld hinübersprang. " ^Häbt Ihr schon ans Heiraten gedacht, Meister?" rief 'Steiftet gehört auch die Frau Meisterin." Der Schlosser schien. sich erst auf eine Antwort zu ^.-Hesinneu. 'Dann sagte er rasch: 7^.7' -. ,O! das hat noch lange Zeit; ein guter Fußgänger?^ckönni' indessen die halbe Welt umwandern." gfls.7 ,Mie>" rief Emanuel, „Ihr habt Euch aufs Warten .-Äerl^t, Meister? Was ist ein Handwerker ohne Hausfrau? ^Dd»-befürchtet Ihr, ein Weib nicht ernähren zu können? ^DBarmrf. darf der rechte und geschickte Professionist nicht '«falle«." * SHas chab' üh nicht gesagt," meinte der Schlosser mit .Äüniger 'Verlegenheit, „aber man möcht' doch auch nicht, dem 2Beü£ was man nimmt, etwas abgehet! Man ^HMöchL doch, -sie foll's gut im Hause haben und an nichts ' lind dazu Hab' ichs noch nicht gebracht; nur ein 'Wnfänger Lin ich^noch." v- - „Oho!"!rief Emanuel fast zornig, „seid Ihr auch schon Äiner von Lenen, die nicht leben und sterben zu können ^•pfaaxäxtta, wenn sie nicht den Geldbeutel zu Kopf stehen ^7HabM? vLaßt Ihr den lieben Herrgott und Euere zwei 'Marken Fäuste dafür sorgen. Muß Euer Weib einmal in r'Wädenen Kleidern gehen? Ihr seid ein Schlosser, und Euere MFjM. ist.die Schlosserin?' ir-'fDiese harten Worte waren kaum dem Munde.Emanuels H^ktschlüpft, als eo sie bereits heftig bereute-Besänftigend er sogleich hinzu: „Ich möcht' Euch nur bewahren vor :ßfopnx Unglücke, über Euer Handwerk hinaus zu wollen/' n ^stlnd wenn man auch hinaus wollte," sagte der Schlaf. Wzßer, Frübe lächelnd, „es gibt schon Stricke und, eiserne yfiSfrämpIfa einen zurückhaüen." - . „Und die wären?" rief Emanuel, aufmerksam geworden durch 'den geheimnisvoll tiefsinnigen Ausdruck, den Trenderl auf diese Worte legte. . ' ,D°s Geld," sagte.dieser langsam, und Emanuel konnte bemerken, wie ein blitzschnelles Aufleuchten aus den Augen des Meisters das gegenüberstehende Haus traf. In demselben Augenblick trafen sich die Blicke der beiden Männer. Einanue! hatte alles erraten. Wenn 'es nicht das Erröten des Schlossers trotz der Schmiedessenfarbe geoffenbart, — eine weibliche Gestalt, die gegenüber in dem Hause des reichen Brandeis am Fenster gestanden, und wie ein Windhauch vorübergeglitten war, als sie die Blicke der beiden Männer wie verabredet auf das Haus sich richten sah, hätte ihm alles gesagt. Ein furchtbarer GriiNm wollte auf Emanuels Lippen tteten und harte Worte dem Schlosser ins Gesicht schleudern'. Innerlich riefen tausend Sttmmen: „Der ist auch verloren! Das Geld hat es ihm angetan; auch der wird an seinem Handwerke zum Verräter werden, wird eS^an den Geldsack anloppeln, und wir sind um eine Hoffnung ärmer geworden," aber keines dieser innern Gewitter fand seinen Ausbruch. Eher war cs Mitleid und Erbarmen, das den Doktor sagen ließ: „Ich fürchte, Meister, Ihr wollt mit Euerer Hoffnung weiter hinaus, als Ihr - sollt. Das reiche Mädchen da drüben ist für Euch höher gestellt^ als der höchste Blitzableiter auf dem St. Stephanstürme! Das möchte ich Euch gesagt haben." Kopfschüttelnd blickte Trenderl dem Doktor nach, als dieser nach jenen ernsten Worten ohne Gruß aus der Werkstätte ging. Was wollte benn der Doktor gesagt, haben? Während des Schmiedens stand ihm stetsdie ernste 'Gestalt Emanuels lbor Äugen, ünd die Ermahnungen, die aus' dessen Munde gekommen waren, folgten , sich fast so gleichartig wie die Schläge des Hammers auf dem Amboß? Zwei-'Stunden waren seit dem Besuchendes-Doktors üerfüissüi und Trenderl eben im Begriff, eine glühende Eisenstange. aus der Esse,hervorzuholen, -als er plötzlich wie vom Wahnsinu.- besallen, die Zange weit wegwarf, Eit der er das Eisen dem Feuer entreißen wollte, und in ' / w, -; ein so lautes Gelächter ausbrach, daß die zwei Gesellen ganz verblüfft in der Arbeit einhielten und sich nach ,-.- dem '' sonderbaren Tun des' Meisters umwandten. Dadurch entstand eine Stille in der Werkstätte, durch die das laute Gelächter Trenderls noch deutlicher als durch das Hämmern hindurchschallte.. ■ .„Meister, was gibt's?" fragte de.r eine der Gesellen. Trenderl lachte noch immer, daß ihm die Tränen aus den Augen über die rußigen Wangen herabliefen. D« die Gesellen sahen, daß der Meister keine Antwort-gebe« - wollte oder konnte, griffen sie wieder zur Arbeit, konnten aber ein verwunderndes Kopfschütteln nicht unterdrücken. Trenderl lachte aber noch lange, jaer lachte noch, als das heiße Eisen bereits auf dem Amboß lag, undunter seinen kräftigen Streichen die taugliche Form erhielt. Ihm war nämlich über den ersten Sinn der Worte, die der Doktor zu ihm gesprochen, die eigentliche Bedeu- - tung aufgegangen. Meinte der Doktor^? nicht' etwa, des Schlossers Sinnen und Trachten ginge nach Schalem Brandeis' Tochter? nach ihren zehntausend/Gulden? Trenderl und Schalem Brandeis! Selbst-ein Schallsnarr, und wenn er sich die größte Mühe gab, konnte keinen Reim finden, der die zwei aufeinander-reimte!- i Darum lachte der Schlosser, und daß der Doktor über eine Sache, „die.'nicht gestogen und nicht geslogen" war, so -ernst mit ihm habe sprechen können. Als wenn daS , nur eine Möglichkeit wäre! Als ob er nicht wüßte, daß Trenderl Schlosser und die Tochter des reichen BrandeiS gar nicht füreinander besttmmt "seien. Er nahm sich vor, den Herrn Doktor bei.nächster Gelegenheit aufzuklären; ihm Au sagen, er wisse, was es heiße, auf dem höchsten Turm' der Stephanskirche einen Blitzableiter aufsetzen, noch Mehr wisse er aber, was es heiße, nach des reiche», Brandeis -Tochter ünd ihren zehntausend Gulden seine Augen richten! Dieser Vorsatz war übrigens nicht so ernst gemeint, als ies wohl den. Anschein hatte. Treuderl war überhaupt an diesem Tage ein.Rätsel für die mitarbeiteuden Gesellen; er war heute nicht so emsig als sonst, trat öfters, als «r

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