Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 17 (1919)
- Issue
- Heft 49 (19.12.1919)
- Date
- 1919-12-19
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/2692297-2693126-2693175--10971-2706366- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Säte 5. m 49 ~ $m8 -ei-^gefeljen.—ßtbitia; t>or ü'effeit Äugeit^seE Ksnder , ^rmorbefc tpurbet},’! set; gfblimdet wordeutznnd tshäbHAM tiefster Qüäl den Namen Jeremias gerufen. Dieser ringt i in wirrer Qual Mt.sich,,bis er-wie im Wahn, blasphemisch ' beinahe, zu Gott aufschreit, sein Gesäß nicht fürder sein zu wollen. Zefanja 'teilt Nebukadnezar's Willen mit, „baß bte Stabt nicht ferner lebe auf Erben". Wer nach drei Tagen noch in ber Stabt zu finben sei, bem Tob sei er verfallen. Der Aelteste will mit unb in Jerusalem sterben. - Der Kranke aber, eine jung Frau, Zefanja erklären, ein Leben in Ketten bem Tobe vorzuziehen. Jeremias lästerte ben Herrn, weil er bas Leib nicht abgewandt habe, unb fleht bte Umstehenden um Vergebung an, sie aber weichen -von ihm. Baruch sucht ihn. . Nebukadnezar habe seine Sckiergen nach ihm gesandt, er solle fliehen. Jeremias willnicht, denn „wes lebendige Seele in Gottes Marten gefallen, -der fürchtet nicht mehr des Leibes Pein." . . . Schon dröhnen Lanzenschläge an die Tür, drei Gesandte des Königs nahen. Sie neigen, sich vor ihm und.künden .Nebükadnezars Auftrag: Jeremias, der als einziger de» Gang der Dinge vorausgesehen, sei zum Obersten der Magier berufen. Jeremias will daS nicht annehmen und weissagt, da sie dringlicher werden und schließlich Gehorsam fordern, Nebükadnezars Sturz, wozu erst der Aelteste, dann vereinzelt die Umstehenden, endlich alle inbrünstig des Herrn Erhöhung erbitten.^ Diese Theaterei wird gerade nicht gebessert dadurch, daß Jeremias nunmehr wieder umfällt und jeils in Prosa, teils rhythmisch den Herrn wieder zu lobpreisen beginnt; so schön die Sprache, so biblisch die Gedanken sind (S. 186 ff.), an dieser Stelle wirkt es niemalen glaubhaft, daß sich den Geist wieder auf den Propheten herabgesenkt habe. 'Zum Schlüsse hätte Zweig seine» Helden die Heilsi botschaft von der Rückkehr nach Jerusalem, von der Wiederauferstehung Zions bringen sollen. Und so wirkt es nicht glaubhaft, daß diese Rede alle wieder mitfortreitzt. Eine noch üblere Theaterei äst der Beginn des lieunten Bildes. Kurz vor ber Wanderung ins Eril werden die betrunkenen chaldäischen Fürsten gezeigt, die einen in ihrer Mitte ..fortstoßen, einer zum andern, daß er zwischen ihne»i schwankt und immer zu fallen droht." Endlich lassen sie ihn allein, und es ist Zedekia. Unter Paukenschlag und Zimbelschall naht Jeremias innerhalb einer Gruppe,' die ' nach.dem unerforschlichen Ratschluß Zweigs „wie die Trunkenen einher im Taumel, einige ekstatisch." zu schreiten hat. Da Zweig, wie des öfteren schon darqetan. kein Hebräisch kann,.läßt er das Ebräertum der Nahenden in dem, ihm als Heilruf aus dem Neuen Testament bekannten, in Wirklichkeit doch eine Interjektion der Hilfe seienden .Hosianna" erklingen. Nur in der Prüfung tut sich Gott auf Seinen „Erwählten". „Glaubt an die Erstehung und ihr seid wieder erstanden." „Du. Gottesvolk . . . das LeiN ist dein heilig Erbe, und ihm einzig bist du erwählet . ." „Aus einzelnen Stimmen heben sich" sodann ..rhvthmisch die Chöre", die auf S. 202—205 kurz Israels Geschichte geben, upb.so wollen sie denn alle gehen. Zedekia, ben nehmen sie mit, zum andern Mal ertönt die Posaune, und sie Reue jüdische Presse. Theo Jolia£ 'Konfitüren ond SchokoIade Steinweg 12 Steinweg 12 ordnen sich^ zum Zuge unter dem verwunderten, unbe greislichcn «taunen der Chaldäer, deren einer im Schlußwort die Summe des Werkes also zieht: „Man kann ein Volk bezwingen, doch nie seinen Geist." Und zum dritten Mal Posaunenton, die ausgehende Sonne erstrahlt, gleichsam spmbolisch, „über dem Auszug des Volkes, das aus der Stadt in die Zeiten schreitet." ... Wir haben uns in diesen letzten Bildern fast nur mit der Wiedergabe des Inhalts begnügt. Es wäre auch hier allerlei anzumerken. Es wäre zu zeigen, wie alles, namentlich der bestechend schöne Schluß, auf Effekte berechnet ist: es wären Sprachschnitzer anzuzeichnen, die gleich häßlichem Gewürm über den sonst so'freundlichen Lesepfad kriechen. Es wäre sehr;u «bestreiten, daß ein Prophet apodiktisch Behauptungen in die Welt schleudern darf, wie die im vorigen Absatz aufgeführten. Ein Titel soll nach Lessing kein Küchenzettel sein. Eitr Titel kann nach dem nämlichen Lessing auch von Nebensächlichkeiten im Werk genommen werden. Nennt ein Autor ein Werk aber nach einem Helden, so weiß ex unS damit in eine ganz bestimmte Richtung, lind welche ist dies? Ja, das weiß nur Zweig. Biblisch ist sein Jeremia nicht, jüdisch ist er ebenfalls nicht. Dramatischer Held braucht er nicht zu sein, dafür ist das Werk nur dramattsches Gedicht. Und so bleibt uns Zweig auf die Frage jede Antwort schuldig, wie er die Inkonsequenz im Charakter seines Helden zu rechtfertigen gedenkt. Mit der Bibeh in ber Hand? Unmöglich! Mit jüdischen Sitten und Bräuchen? Ausgeschlossen! Mit dramatischer Notwendigkeit? Erst recht nicht. Ein Buchdrama hat Zweig geschaffen, keine Tat. Keinerlei Lücke füllt dieser Jeremias aus, keinerlei Lücke entstünde» wäre er nicht geschrieben. Freilich, der Teil der Leser, denn erst Zweig und seine Zeitgenossen auf Umwegen einige polarisierte Lichtsttahlen des eivigcn „Eschdoth" bringen, ein Verdienst, das Herrn Zweig nicht im Geringsten geschinälert werden soll, wird mir der Erhabenheit des Stoffs, der Schönheit ber Sprache, des Höhenflugs der Gedanken, der poetischen Potenz des Dichters und der — Aktualität der Volksszenen willen, diesen Jeremias weiter bewundern. Und in diese Bewunderung stimmen wir ein. Frankfurt a. M., Kislew 5680. Ben Jair. Jüdischer Natlonalkalender (Almanach auf das Jahr 5680. herausgegeben von Otto Abeles und Ludwig Bato. 200 Seiten. Mark 5,70. Wien II, Jüdische Zeitung.) Eine Reihe ernster Arbeiten füllt das von jüdischen Künstlern geschmückte Buch. Wir nennen: Volk und Sendung (von Heinrich Margulies, Die jüdische Friedensdelegälion in Paris von Dr. Leon Reich. Palästina von Dr. Emil Stein. Vom Wesen der Demokratie von Mar Brod. Zur Charakteristik des religiösen Judentums von Ernst Müller, Di» Gefah* einer neuen Assimilation von Dr. Hermann Kadisch, Bon den zwei Polen der Judenfeindschast von Abraham Schwadron, aus einem Ostjudenbuch von Arnold Zweig. Es ist natürlich nicht angängig, kritisch auf die einzelnem Aufsätze einzugehen, — doch das eine kann gesagt werden: sie haben in - ihrer Gesamtheit zu eigen, daß sie von jüdischnationalem Geiste getragene, um ihr Judentum sich mühenden und ringenden Talenten geschrieben worden sind. Wenn die jüdische Renaissancebewegung nur dieses erreicht hätte, zahlreiche unserer Talente am jüdischen Jnteressenkreiq zu binden, wir müßten sie schon segnen. Auch der belletristische Teil des Buches bietet vielerlei Lesenswertes: llebersetzungen aus den Schöpfungen Aschs, Pinskis, Bialiks und der Midraschliteratur neben Gabe» jungjüdi)cher westeuropäischer Dichter. Qffenbacher Druckluft-Anlage Offenbaoh a. M» Telefon 123. Unübertroffene Tepp^chcelntguna mittels* Druckluft Samstag, 20. Dez. (28. Kislew): Sabbat-Ansang in Frankfurt -t Uhr (Gemeinde und Relkgionsges.), Sabbat- Ausgang in Frankfurt 5(1 Uhr (Gemeinde und ReUgionsgcsellschaft). Wockenabschnitt: Mikeiz. Montag und Dienstag: R aufch-C h audejch. ZBexta Schatimburger IR-u-dolf O-xüxke'ba.-um. Ter lobt e Frankfurt a. M. Bergerstraase 22. Empfang: Donnerstagu. Freitag, 25. n, 26. Dezember. Ar»»kfirrrer HaMMe»»aMrlchre». Geboren: Eine Tochter, Herm. Seckbach (Spier»), Barmizwos: Ludwig Bickhardt, Röderbergweg.36. Synagoge Friedb. Anlage: Fritz Sttauß, Börnestr. 28, Synagoge Börneplatz. Verlobte: Amm Metzger mit Josef Strupp. — Else Klebe mit Max Nathan. — Paula Baum mit Beruh. Hichberger, Kitzingen. — Regine Gans mit Engen Stein. A«sw8rttge FamiliemtachriÄte«. Geboren: E- Sohn, Jul. Loeb (Mannes). Leipzig. Verlobte: Friedel Katz, Schenklengsfeld, mit Dr. Michael Grünebauni, Hanau. — Selma Cahn. Kreuznach. niit Max London. Mainz. — Hanna Samoje, Ratikor. mit Rabbiner Dr. Kober. Köln. — Friedel Arnstein, Weilbnrg, »nt Adolf Wallach, Schlitz. TflffllllOlIor Testspiels, Toaste I Isrl. erd«ntl Mädchen für mein lülcUlCUbl, etc , originell and I Hinebalt gesucht. preiaw.BoRe Simon!, Berlin, I Frau J. Adler, Hanau a. X. Bambergerstrasse 51. I Langestrasse 491. Grössere IHetallfirma (Bamataga and jüdische Feiertage geschienen) sucht za baldigem Eintritt die sslbstKnAig arbeiten kann. Offerten unter 2925 an die Expedition dieses Blattes. israelitisches Knabenpensionat Leitung: P. Kllbansky, Lehrer. Vornehmstes Erziehnngsinstitut. Religiöse und individuelle Erziehung. — Vorberaltungs - Kurse für Aufnahme* Prüfnngen in allen höheren Schulen. — Uoburwlndung . von SchulachwlB’-takoltan durch Einzelbehandlang in kl. Unterrichtszirkeln. HlchtVersutzts scbQiar können Versäumtes rasch nachholen. Tfigl. Arbeitsstande (Br Gymnasiasten, Realschüler. — Stets gute Resultate. Schuhe und Stiefel in allen modernen Formen, brann, gelb, schwarz, sowie Lack, elegante Ausführung. Nur „bei Schuh-Hass* und Rsparatur-Gaaohfift Fernruf R. 6682, Bornwiesenweg 14. Abhol. n. Ltefer. frei. Rep. in gewissenk. Ausführ. I Student, ehern. Leiter der Gemeindeschule zu Liban mit vie'jäbr. Praxis, die besten Referenzen »ucht pass. Stelle an ein. Schule. Ert. auch hebräischen Privatunterricht. Off Uhlendstr. 31 für R. Idkindlich von 1—3 Comptoiiistio pi. Für hiesiges Engros-Geschäft (Samstags geschlossen) wird per 1. Jannar ordentliches Fräulein gesucht, welche perfekt in Stenographie, Schreibmaschine und einfacher Buchführung ist. Offerten sind za richten nnter Chiffre 2927 an die Expedition dieses Blattes. Ich suche eine in allen häuslichen Arbeiten erfahrene Stütze für meinen rituellen Haushalt (4 Köpfe), Dienstmädchen vorhanden. M. Ve&thelmer, Bimbach i. Odenwald. Ein mibliErtei Zinner ult streng rituell an einen Herrn za vermieten. Off. nnter 2928 an die Expedition dieees Blattes. Jung verheiratetes Ehepaar.sucht zum 1. 2. 20 — evtl, früher — Mi Mi Kiii mit Zeugnissuu aus wirk1 orthodoxen Häusern. Putzfrau wird gehalten. Ausführl. Angebote an Nahm, Frankfurt a. M. Hohenzollernplats 10 ll Streng fromme Köchin sucht Frau Hiraani Cramir, Frankfurt a Main, Fgchenbelmer Anlage 81a Druckerei Louis Golde Frankfurt (Main) Gr. Friedbergersfk. 13 Hansa 2671. Gegr. 1877. Drucksachen aller Art In Buch- und St-lndrnck. SchokoUdenhaus Hofmann Bockenheimer Anlage 21 Ecke Mozartplatz Telefon Hansa 8044. (früher Unterm sin-Anlage 7) empfiehlt in bekannter Güte und za billigen Preisen Schokoladen versch. Art Tee Kaffee Kakao (auch Lind) in verschiedenenPreisIagea. Kondensierte Milch * Kerzen Seifen etc. ’ Zar einzelnen Dame selbständige religiöse Köchin gesucht. Hausmädchen vorhanden. Seitherige Köchin war 9 Jahre im Hause, verlässt die Stelle da aio heiratet. Frau Falk - Holdschmidt, Frankfurt a. M», Bleiclutraue 10. Handwerksmeister, - die znm 1. Oktober Lehrlinge z. Ausbildung aufnehmen wollen, bitten wir, dieses dem Jüdisch. Arbeitsamt, Berlin N. 24. Monbijonplatz 1, mitzuteilen. Häcker sei MitmM -urht Stellung in ein Bäckerei, segen geringen Lohn, Angebote an M. Lorsch, Romrod, Oherhessen. Frankfurt all Go eih eplafz 1. Fernruf Honfa 393& Warnen uTtcrrn nurpr. 7