Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 17 (1919)
- Issue
- Heft 46 (28.11.1919)
- Date
- 1919-11-28
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
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Seite 2. TELEFONerfüllh ‘Ansprüche. FRANKFURTER PRIVAT-TELEFON-GESELLSCHAFT^bK cnMEc.-itX FRANKFURT A-M.' ftmspr K<psc C25t/5” trriDuiigcn. Die Wobnungen der Juden werden requiriert und es wird ihnen nur ejne Räuinunqsfrist von 2—5 Tafle» gewährt. Was daminoch an Möbeln und - Waren .vorhanden ist/ wird von Militär auf Lastautos geladen» an die Stadtgrenze oder zum Gütcrbabuhoi ge- . "Fahren und dort abgeladcn- In die Wohnungen werden dann rumänische Beamte und Kaufleute einquartiert. Was aus den .Juden wird —. dazu setzt >n der Kälte. .— darum kümmert man^sich nicht» beim man hofft» .auf diese Weise einen großen Teil der Juden zum Auswonder» zu zwingen. v Litauen. eine Rabbinerkouferenz ■ Unter dem Vorsitze Rabbiners Chaiim Os er Grodsinsky fand in Wilna eine Rabbinertonscrrnz statt, die u. a. hilgende Resolution faßte: »Ao in Litauen die Jüdischkeit immer schwächer wird, ^nruß auf Mittel und Wege gesonnen werden» .sie durch Thorakenntnis zu stärken. - Da in Palästina jetzt die Möglichkeit produktiver Arbeit geschossen ist, ist cs erforderlich, für die Auffcbung und den Aufbau des jüdischen Volkes in.Palästina praktisch zu arbeiten. ' Zur Verwirklichung dieses Programmes ist eine orthodoxe Organisation zu gründen» die mit gleichgesinnten Vereinigungen Hand in Hand gehü" Amerika. Die Juden Im Heere. . Einem statistischen Bericht 'entnimmt die ,Ls. P. Z." Holgeiche Zahlen: Zu Larü» und zu Wasser kämpften im Heere der Vereinigten Staaten über 200,090 Juden. Aus dem Staate Newyork allein befanden sich im Heere 5,0,009 Zudem Die Zahl der jüdischen Ossiziere erreichte 8000, . darunter ein General, der Brigade-Kommandant war, «in Admiral' bei der Kriegsflotte, 68 Oberste und Oberstleutnants, 370 Majore, 1263 Kapitäne und 6524 .Leutnants. Rach den offiziellen Listen wurden mehr 600 jüdvcke Soldaten während des Krieges,ansgezeichnet. Drei haben die Kongrc ß-Eh re n-Medaille er- Hütten. In der aurcrikanischen Armee wurden von dieser Medaille im ganzen 78 verteilt. Ungefähr 3500 Juden Hüd .im Felde gefallen und etwa 12,000 wurden verwundet. ' _ Äurje politische Nachrichten. I Berlin. In der Wilmcrsdorfer Stadtverordnetenver- Iammlung kam die Hindenburg-Demonstration der Gymnasiasten der Gocthcschüle, die bereits zur Amtsenthebung des Direktors Dr. Leonhardt geführt hat, zur -Sprache. Wie aus der Debatte hervorging, wurden an Me . Schüler antisemitische Hetzblätter verteilt, i» denen die Juden des Schleichhandels, des Wuchers» ..überhaupt des ganzen Unglücks» unter dem Deutschland -Leidet, .beschuldiat werden. . i Berlin. Der Verband der DeutschenJuden -hat sich entschließen müssen, mit Rücksicht ans die gegenwärtigen Berkehrsschwierigkeiten seine für den 30. d. M. in Aussicht genommene Hauptversammlung bis -auf weiteres zu a e r tc g e n. JLrlch. Der Bundesrat hat seinenMlchluß vom 43. März 1918 betr. Ansnahmen vom Schachttve/bot und die gestützt aus diesen Beschluß erlassene Verfügung des Justiz- und Polizejdepartements vom 17. Juni 1918 mit Wirkung auf 1.. Januar 1920 ausgehv b e n. B.n diesem Zeitpunkt binweg ist das : SiWachten der Tiere ohne Betäubung -vor dem Blutentzuge wieder ausnahmslos im gmrzen Lande untersagt. Prag. Dte Regierung hat die Abschiebung der : Personen verfügt, die vor Ausbruch des Weltkrieges in der Bukowina, Galizien oder Polen ihr Heimatrecht hatten und während des Krieges in das tschehojlooqkische Gebiet. flüchteten und dort nicht in einer Gemeinde das Hcimatrecht erlangten. Wilna. Dr Max Solowettschik ist auch vo« ltndsätze in der Taryba vom Ministerpräsidenten Galva- ' nans ki bestätigt. Paris. Das Komitee der jüdischen Delegationen hat die Einladung der ukrainischen Regierung zur Teilnahme an der Kommiskjon j-jtr Untersuch ung der Pogrome zustimmeÄ beantwortet. Zioaifttsche Nachrichten. Frankfurt a. M Am 19. November sprach Kurt Blum e u selb-Berlin, nachdem er den Abend vorher ' »n einer geschlossenen Mitgliederversammlung der Orts- - gruppe gesprochen hatte, in> öffentlicher Versammlung: Neue Jüdische Presse.? , Nr. 46. über den „A n t i s e m i t.i s in u s und Te i n c U c verwind u n g". ' Seine Auffassung des Wesens deS' Antisemitismus, die er der seither in Deutschland herrschenden gegenüberstellt, wirst ein- Heltes Licht auf das ganze Judenvroblcm, fordert eine andere Haltung unserer Umgebung gegenüber und stellt uns vor größere Aufgaben. Seit der .Emanzipation betrachten die Juocii den Antisemitismus als eine vorübergehende Erscheinung, ais .eine Animosität, die sich gegen ihre im Verschwinden begriffene menschliche Solcherart -richtet. Man begegnet ihr, -indem man fick der Umgebung anzupassen, alle Eigenheiten zu beseittgen sucht und schließlich, die Einheit der Gesamtjudenheit ans eine gemeinsame religiöse Üeberzengnng reduzicreich, den 'menschlichen Zusammenhang der Juden und ihre Sonderheit gegenüber den anderen Völkern 'leugnet. In diesem Sinne, fordert man Gleichberechtigung der Juden —11 wenn auch nur derer, die sich ans diesen Standpunkt.stellen —, ist ab-r in dem Augenblick, wo sie gewährt wird, wenig erfreut und verlangt nun von den einzelnen Juden, daß sw sich, ihrer ©onberpllung bewußt, selbst Beschränkungen in ihrer politischen Betätigung auferlegen. Das Fvrtschreiten .des Antisemitismus beweist, daß die Methode der Entjudung zu seiner Bekämpfung unzulänglich ist. Antisemitismus ist keine vorübergehende Erscheinung und nicht die Folge irgend welcher jüdischer- Eigenart, gegen die er gerichtet zu. sein scheint: er ist'Teil des stets latenten Hasses der Mcikschengrnvvcn gegeneinander, der oa zum Ausbruch kömmt, wo -Menschengruppen aneinanderstvßen' und dann nachträglich erst seine Begründung sucht. Er äußert lii] jnit besonderer Intensität; imd Kontinuität tun jüdischen Volk, weil der Reibungsstächen zwischen den Juden und wen anderen Völkern infolge ihrer Zerstreuung unzählige sind. Haß nistet!n allem Kranken und Toten, — er erreicht nicht das pulsierende Leben. Darum muß'oaS jüdische Volk wieder es selbst werden, aus den Quellen des eigenen Seins die Kräfte zu kollektiver Lechungk schöpfen, Lebensbedingungen fordern, in denen sein Geist sich frei enthalten kann: das ist .sein altes Heimatland wo. es der Menschheit größtes Gut geschaffen, wo es wieder der Welt wertvolle Dienste leisten wird. Der Weg zu diesem Ziele ist bereits die Uebcrwinoung des. Anttsemitismus. Mitteldeutsche Creditbank Depositenkasse u. Wechselstube Hanauerlandntrasne I befasst sich mit allen bankmässigen Geschäften Ans Ser Misrachi-Belveguug. Zürich. Die „I. P. Z.'- meldet: Die palästinensische Misrachi-Zcnttale erhielt einen telegravhischen Bericht aus London, daß Ende November eine Misrachi- Wclttonferenz. in Laudon stattfinden soll, an wclti>er die Misrachi-Zentralen 'der ganzen Welt teil- »ehmen sollen. Auf .der letzten Versammlung der Misrachi-Zenttale, die in Jaffa stattfand, wurden Rabbiner Fifch.mann, Chacham Baschi Uziel und S. Weisel als Delegierte für die Londoner Misrachi-Weltkonfexenz gewählt. Der Misrachi schreitet zur Errichtung eines G^ymnasiums in I a f.sa, das an die ^llschkemoni-L-chnle anschließt. Prag. In Stropkov (Zzttopko) hat sich mit 80 Mitgliedern eine Ortsgruppe gebildet. Samuel Schreib^ r ist Vorsitzender. Die Ortsgruppe in M i ch a l o v c e hat eine B i b l i o - thek und Lesehalle eröffnet. Perjosalie» «. kleine Mitteilungen- Berlin. In der preußischen Landesversammlung sagte in einer. Rede der Abg. H eil mann sSoz.): „Vvn antisemitischer'Seite wird behauptet, daß wir von Juden regiert würden. Dabei sind . in meiner Fraktion vvn. 145 Abgeordneten nur zwei Juden: der 'Ministerpräsident Paul Hirsch und ich/f Der Philosoph Professor Dr. Ludwig Stein beging den 60. Geburtstag. Der Neurologe Dr. G g. P e r i tz wurde zum Professor ernannt. Berit». Die'Generalversammlung des »Verein zur Abwehr des Antiscmitismms" wählte neu zu Mitgliedern, des geschäftsführenden Vorstandes: Finanzminister Dr. Südekum und Dr. .Puul Nathan. In den Ausschuß ttaten u. a. ein: Pfarrer J.d e - Kt. Almerode und Richter-Königswalde, ferner Fürst Lichnowsky, Minister Dr. Strecker, die Oberbürgermeister: Dominicus-Schöneberg, Pohlman n-Katdiwitz, SchmeAer-Eisenach, Boigt- FranksUrt a. M.» ferner Fräulein Dr. Gertrud B äumer-Hamburg, Fräulein. Berta Pappenheim- Frankfurt und Bürgermeister Neicke-Berlin. . ■ Kaffee Kaisergai*ten am Opernplatz _ . Erstklassiges I’amillen-KaflFe e Tfiglich von 4 Uhr ab . Künstler- Konzert. Conditorei und Cafd Wilhelm Wendel Alte Gasse e. a* Sfeu renoviert and vergrössert» 'Vl ■ Feinste Torten und Desserts Kaffee, Tee, Schokolade in Tassen» Wien. Dc. Frankfurter wurde zum Direktor ° der Un iversitätsbibliothek ernannt. Die Stadt Wie» bewilligte dem greisen Sozialceformer Jo sek Popper-Ly nkeus eine Ehrenpension von 6000 Kr. jährlich. Wien. Julius Blu.m, PräsidentdesVerwaltungsrares der Oesterr. Kreditanstalt für Handel und Gewerbe, s. Zt. Unterstaatssekretär iin ägyptischen Finanzministerium, ist im Alter von 76 Jahren vcrs ch reden. London. D. Rogalskh, ein bekannter Anhänger der jüdisch-nationalen Bewegung, ist zum engliscken Konful in Feodvtza (Krim) ernannt worden. Rom. Gujtavo Carlo, brsber in Korfu, wurde als Oberrabbiner nach »Ben gast (Tripolis) berufen. New Nork. Joyn D. Rocke Heller Baser und . Sohn fpeirdeten den Vereinigtan Jüdischen Wohlfahrtsgeseilschakten 75,0M Dollar. Da die Rockefeller Christen sind, verdient tje Spende verzeichnet zu werden. Fraukfurter Berichte. Ausschuß der Israelitischen Gemeinde. ' lieber den Hauptgegenstand der letzten Ausschußsitzung berichten wir im Leitartikel der heutigen Rununer. . ■ Der Ausschuß beschloß ferner, daß leine Amtsd a u e r bis zum Jnkrasttteten der neuen ..Bersassung, höchstens aber um ein Jahr, verlängert wird. Er nahm von den neuen Sätzen des Krankenhauses .sl. Kl. 32-47 SR!., 2. Kl. 16-23 All... 3. Kl. 7—S Mk.» Auswärtige 8.50—9.50 Mk.) Kenntnis. Ju der Debatte wurde aber den« Bedauern über diese hohen Sätze Ausdruck gegeben, die -notwendig .sind, weil das Jsr. Krankenhaus nicht ivie andere Krankenhäuser pädtikchcn Zuschuß erhält., imd über größere Stistuugskupitalien verfügt. Ausschutz zur Förderung der Juteressen der Israel. ' Gemeinde. Der Ausschuß versendet folgenden Ausruf: „Jüdische Eltern! Notwendiger denn je ist es, die jüdische Jugend' so zu erziehen, daß unsere Kinder dem Judentum treu bleiben, dem Abfall vom angestammten Glauben und der Mischehe energisch Halt geboten wird. Die Erziehung in indischen Schulen ist in er ji-tr Linie berufen, hier einen Wandel zum Besseren zu schassen. Der Unterzeichnete Ausschuß erlaubt sich da- - her, darauf aufmerksam zu machen, daß am P bilawtropin, Realschule und Lyceum (Höhere Töchterschule) Ler israel. Gemeinde, seit mehreren Jahren ein nnter Aussicht des Herrn Rabbiner Dr. Nobel stehender, völlig in den Stunoenplan eingefügter Religions- und hebräischer Unterricht gesetzestrener Richtung besteht. Für' Mädchen wird ferner auf das Heinemannsche Lvre um, Theobaldstraße 6—8, als Schule konser- 'vativer Richtung hingewiesen. Die Sch üler-Anmeldnngen sollen nun schnellstens erfolgen: man bittet deshalb, vorgenannte Schulen für die Erziehung unserer Jugend zu benützen, wobei am Philantropin die Teilnahme an dem vorerwähnten g es c tz es t rle-u e'n Unterricht besonders; u betonen ift" Austritte in Frankfurt a. SR. ans dem Judentum. . Aug.ust 1919. Kaufmann Ulbert Sonnenberger., September1919. Frau Relly Babette Caftiglioni, geb. Stettheimer, ®x. jur. Elisabeth Dorothea Hamburger, Professor Dr. Ernst Marckwald, Fron Prof. Ernst Marckwald, Ella, geb. Hirschhorn. ' Stiebte Notizen. Vom 22. Dezember bis 8. Januar sollen hier Religionslebrer- und Kantoren-Fortbildungskurse veranMtet werden.. Bei der grpßeo Sürvierigkeit der Wohnungsbekchaffung für die Lehrer und Kantoren, die an diesen Kursen teilnehmen wollen, würde es die Leitung sehr begrüßen, wenn von gastfreundlichen jüdischen Häusern freie Zimmer oder wenigstens Betten für diesen Zweck gegen oder olme Entgelt zur Verfügung gestellt werden könnten Gefällige Anmeldungen werden an Lehrer und Kantor I. B. Levy, Obermain-Anlage 24, bald erbeten. Frankfurter Veranftaltungen. Ag. Jisr.-Gruppe, Samstag, 8,Uhr, Hanauerlandstraße 17: Ausspracheabend sReferat Einstäoter »Eine Aufgabe her Agudo in Deutschland"). —J ü d. Fra u e nvere inip.ung und Ag. Jisr.-Mädch'engrupve, Sonntag, 51/2 Uhr, Hanauerlandstr. 17: Prophetenwort und Gesetzeslehre sDr. Jos. Breuer). — Tike.re s Bach U r i m, Sonntag, 8t/z Uhr, Langestr. 33: DiskuMonSabend . (Jdnsiche Jugend und das Sexualvroblem). — Mvntesiore, Goethepl. 5, Freitag, 8 Uhr: Geselliger Abend: Samstag, 11 UhE: Schiur sDr.. Map): Sonntag, 8 Uhr, Eichstation Linie 18:. Wanderung Riederhöse