Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 17 (1919)
- Issue
- Heft 44 (14.11.1919)
- Date
- 1919-11-14
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 2 Neue Jüdische Kresse. DIE TELEFON erfüll!- - ALLE Ansprüche. FRANKFURTER PRIVAT-TELEFON-GESELLSCHAFT-,!,«;rfrs:fst:4:ns-:r5tr«t FRANKFURT A.M. fttnspr Hsmsa 6J5W5’ _ nehmt, gebt ihr nur solches, was zunr Schnorrer macht, ihr seid aber auch inqionbc, eurerseits etwas zu geben, das sich auch in die neuen Lebensschichten - teufen kann. Es wäre schon langst an der^ Zeit gewesen, . darüber nachzudenken, wie nötigdie Schaffung einer lebendigen Werbindung wäre, eines lebendigen Verkehrs zwischen -dar Juden in Palästina und' den Juden in anderen Ländern. Jetzt hat das Leben selbst die Angelegenheit auf die Tagesordnung gestellt. Hob das ist vorerst der einzige Nutzen, den wir aus ' unserem jetzigen nationalen Ruin ziehen können Tiefes MnMe hat aber einen sehr hohen Wert, das hrM, der Wert kann so hoch sein, wie tief wir die Sache fühlen und verstehen wollen und wie sehr , wir von ihr Gebrauch machen können. Und'das hat bnich Hauptsächlich jetzt zum Schreiben veranlaßt. ' Aber dieser Gegenstand fordert -einen besonderen Brief. Einstweilen. — Vertrauen, Mut und Arbeit! - . Das brauchen wir alle, wir und ihr. ' Lebt wohl! . Eine Kuudgebuug der britischen Regieruvg, J ' Auf einem Bankett der Zionistischen Organisation im Londoner Opernhaus, das zu Ehren des Jahrestages der Balfourschen Erklärung veranstaltet' wurde, verlas Lord Rothschild einen Brief des ' AuHenministers Loxd CurKon, worin es heißt, „daß die englische Regierung nach wie vor bei ihrer dem jüdischen Volke gegebenen .^Zusage beharre". Auch. Lord Cecil, Sir Alfred Mond, Lord Brycc, Arthihr Henderson ukw. hatten Sympathickundgebungen gesandt. '' Die Deuiktuscheu' Greuel. Der Pariser M- Gewährsmann der .Jüdischen Preßzentrafe Zürich" berichtet: - ' F-~• - Zahlreiche Doftunente, die die russisch-jüdilche 8v- . . lonie in Paris erhalten hat, beweisen, daß die Pogrome - in der Armee Denikins systematisch organisiert werden. So wurden die in der Denikinschen Armee vorhandenen : jüdischen Offiziere durch Armeebefehl aus dem Dienst entlassen. Im -Denikinschen Hinterlande wurde in den Schulen für Juden die Prozentnorm — 15 Prozent — .. - wieder cingesührt oder z. T. die Verfügung getrosffen, daß jüdische Schulkinder nur dem vorhandenen Schulramn entsprechend ausgenommen werden dürfen. ' ' Der Pogrom von Fostow, der am Tage des Einrückens der Denikinschen Truppen begann, dauerte sechs Tage. Man soll über 1600 Tote zählen. Nach Schilderungen des Spezial-Korrespondenten des ,KieN.swje Echo" blieben die Leichen der Ermordeten ««beerdigt aus den Straßen liegen; Hunde und Schweine -treiben sich unter ihnen herum und verzehren die Leichenteile. Ein Straßenkomplex des Juden Viertels mit '200 'Häusern ist niedergebrannt. Deutsches Reich. 8,» Ser jüdischen Turuerschast. Turs soeben erschienene September-Oktober-Heft der . „Jüd. Turn- und Sport-Zeitung" bringt einen aussühr- ' . lichen Bericht der Sitzung des eriveiterten Kreisvor- ' ' stunde», zu der fast sämtliche Vereine einen Vertreter. f' ' esandt hatten. Es wurden u. a. einstimmig stilgende, chesen angenommen: ' ' Die jüdische Turnerschaft verlangt von ihren Mir- ' gliedern nicht nur uationaljüdisches Bekenntnis, sondern auch nationaljüdische Betätigung, d. h. aktive Mit- ’ aebttt an der Wiedergeburt -des jüdischen Volkes und dem Wickeraufban des jüdischen Landes. II. ' - Im einzelnen gliedern sich' die Aufgaben -2er südi- . 7 scheu Turnerschast folgendermaßen: u) körperliche Arbeit jedes einzelnen an sich selbst, --; - ' 1} Erlangung der notwendigen Kenntnisse in indischer ‘ ' Geschichte und hebräischer Sprache, c) Verantwortungsfreudige Mitarbeit an der Ausbreitung der national-jüdischen Idee, besonders unter . der Jugend' und Kumpf gegen die Assimilation. .. III. Die jüdische Turnerschast bedient sich folgender Eri-r~- >ÄÄNngsmitfel: . N-r-r •; ■ . > u) gleichmäßige' Förderung rnst Wege von Tunfen und . Sport, - ds obligatorische Arbeit in jüdischer Geschichte und hebräischer Sprache, e) nach Möglichkeit Einführung der hebräischen Korn- - mandosprachc in allen Turnvereinen. Apologetik des Judentums. Zur Apologetik des Judentums, wird der .verband der Deutschen Juden" demnächst den ersten Teil des- Werkes ,JS>te Lehren des Judentums" erscheinen lassen. Das Material aus Bibel, Apokryphen, hellenistischen, talmudischen, mittelalterlichen und neueren Schriften ist von Dr. Bernfeld unter Mitwirkung von Rabb. Dr. Lev Baeck, Prof. Dr. Jsmar Elbogen, Rabb. Dr. Samson Hochfeld, Direktor Dr. Michael Holzman, Rabb. Dr. Abraham Loewenthal zusammengestellt, redaktionell bearbeitet und mit Einleitungen zu den einzelnen Abschnitten versehen 'worden. Diese lauten: I. Sittlichkeit als Grundfordernng des Judentums, II. Grundlegende Sittlichkeitsanschauungen: .1. Tun nnd Glauben, 2. Sittliche Gesinnung, 3. Reinheit der Seele, 4. Willensfreiheit, 5. Lohn nnd Strafe, 6. Gleichheit aller Menschen, 7. Wille zum Leben, a) Lebensfreude und Askese, d) Mäßigkeit, 8tz Erkenntnis nnd SitÜichkcit. Das Buch wird im Verlage von Schwetschke & Sohn erscheinen nnd zum Preise von etwa Mk. 4.50 .broschiert und etwa Ml. 6.50 im Pappband im Buchhandel zu haben sein. Gemeinden und 'Organisationen.werden es bei Abnahme größerer Stückzahl durch den Verband zu einem Vorzugspreise erhalten können, und es wäre wünschenswert. wenn sie dem Verbände so bald wie möglich solche Bestellungen mitteilten, weil ihrem Umfange möglicherweise die Höhe der Auflage urnzupassen ist. Arbeitsgemeinschaft der jüdische» Le-rerverei«e. Der ..Verband der jüdischen Lehrervereine im deutschen Reiche", der „Bund gesetzestreuer jüdischer Lehrer Deutsch lands" und der „Israelitische Lehrerverein für Bayern" haben sich zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammen geschloffen, um der Forderung auf auskömmliche Besoldung und gerechte Würdigung der Wirksamkeit des Lehrers stärkern Nachdruck zu verschaffen. Jüdischer Frauenbund. Der Jüdische Frauenbund ladet zu seiner VI. Delegier tenversammlung am 0. und 10. Dezember nach Elberfeld hin nicht nur die Delegierten seiner ,250 angeschlossenen Vereine, sondern auch die anderen interessierten jüdischen Frauen ' ein. Der Bund ist politisch neutral; fest in dem Boden der jüdischen Ethik wurzelnd, pflegt, er soziale Frauenarbeit nach modernsten Gesichtspunkten .und Erfahrungen, er führt sie Frauen der großen, wie der lleinen Gemeinden in ihre spezifischen Pflichtgebiete ein, er hilft den Frauen, nach innen nnd außen ihre Pflicht erkennen und ihre Rechte in Anspruch zu nehmen, er stärkt als jüdische Gemeinschaft die Abwehr gegen Ungerechtigkeit in allen Formen. An - allen Stellen der jirischen Gemeinschaft versucht der Bund eine Verbindung deutscher und jüdischer Kultur herbeizufiihren und ist auf diesem Wege zu einem Faktor innerhalb der deutschen Frauenbewegung geworden. Außer den geschäftlichen Arbeiten, wie Vorstands- Wahlen, Statutenänderung usw. finden folgende Referate statt: 1. „Die Arbeit der Frau in der Gemeinde" (Sidonie Werner-Hamburg), 2. .Die jüdische Frau als Erzieherin" sPaula Olfendorff-Breslau), 3. „Erziehung normaler nnd schwer erziehbarer Kinder" sPaula Nassauer-Frankfurt). 4. „lieber Antisemitismus" sBertha Pappenheim-Frankfurt). Nähere Mitteilungen durch die Schriftleitung: Fran May, Berlin-Wilmersdorf, Gieselerstr. 16, oder den Ortsausschuß: Frau Lotte Walter, Elberfeld, Barmerpr. 90. Pole«/ Zur Frage der SounlagSruhe. K. f. d. O. Der Streit NM' die Sonntagsruhe geht bekanntlllb .in Polen seit zwei Jahren, ist aber noch immer nicht entschieden. Die deutsche Okkupationsverwaltnng gewährte den Inden die Sabbatruhe, erlaubte ihnen aber gleichzeitig, Sonntags einige Stunden die Geschäfte zu öffnen, wovon auch die Polen Gebrauch machen durste». . - : Wie heute die^ Dinge stehen, zeigt die folgende Meldung: > : i - Der Ausschuß der Zionisten hat in der Angelegenheit der Sonntagsruhe das Ministerium des Innern amgesucht, aber es wurde ihm daselbst erklärt, .daß die lokalen Selbstverwaltnngsorgane dazu berechtigt find, Vorschriften über die Geschäftszeit zu erlassen. Eine Delegation des Zentralverbandes der jüdischen tavdwerker -begab sich in derselben Angelegenheit zum indtagsmarschall. Dieser antwortete,, daß er persönlich ein Anhänger der einheitlichen Sonntagsruhe sei, di« auch in Deutschland verpflichte. Er fügte noch hinzu. Vornehmes Variete-Kabarett und Ballhaus. _ jSchäfergasse75-7S. mm Rr. 44. - Mitteldeutsche Creditbank Depositenkasse u. Wechselstabs Hanauerlandstrasse I befasst sich mit allen bankmässigen Geschäften --— ’ . T» er hätte - sich darüber mit dem Senator Mvrgentha» unterhalten. Auch dieser habe zugegeben, daß.der Tag der Sonntagsruhe einheitlich sein müsse. Hierauf hat sich die jüdische Abordnung au die Vertreter der .polnisch-sozialdemokratischen Partei im Landtage gewandt! Rumänie«. Czernowitz Jüdische Turubewegaug. Hier fand ein großes Sportfest statt, .«* dem über 600 jüdische Turner und Turnerinnen nrffc* ' wirkten jmfa ein vieltausendköpfiges Publikum teilnah«. Das Sportfest Lauerte zwei Tage und gestaltete sich L« einer großartigen Manifestation der jüdischen Bukowina. Palästina. Die jüdische Turnerschast Palästinas. In Jerusalem fand eine Tagung der jüdischen Tuvnerschaft Palästinas „Maccabi" statt, an.der 500 junge Leute teilnahmen. Dem Schauturnen des „Marc rbi" wohnten General W a t s o n und Oberst S t v r r s bei. Auch Ussischkin, der Vorsitzende der. Zionistischen PalSstina-Kommission, war anwesend. Kurze politische Nachrichte«. verlt«. Hier hat sich eine „Jüd. Emigrationsorganisation" geblldet, die die Auswmcherung aus dem Osten in geregelte Bahnen leiten will. Dem. Bor-; stand gehören u. a. an: Prof. Dr. Silber gleit/der Direktor, des Berliner Statistischen Amtes (Vorsitzender), Prof. Dr. Kalischer, Dr. Sußnitzki und der ehemalige Minister Bankier Hugo Simon. Berlin. Aut dec nachnen Sonntag, früh 10. Uhr, Kochstr. 66, stattfindenden Generalversammlung des ,,B e r-' ein zur Abwehr des Antis emitismus" werden die Minister a. D. Georg Gothein und Ottp Landsberg über „Die.Hoffnung auf die autt- - semitische Welle" sprechen. Parts. Da« , Ko m t te e der jüd ischen Delegationen" befaßte sich in einer Sitzung, an der auch Felix Marburg, der Präsident des „Joint Distribution Committee" in Amerika teilnahm, mit der Frage der Eipbernfung einer allgemeinen Hilfskonfe-' cenz. Dig. Inferenz dürste im Januar stattfinden.. ZiouiMsche Nachrichten. Zeutralkomiteefitzung der zionistische» Vereinigung sür Deutschland. In Berlin fand eine zweitägige Zentrallomite'sttzung statt, an deren Schluß einstimmig der folgende Anträge Marti« Dnber angenommen wurde: „DaS Zentralkomitee dankt, dem Engeren Aktions- Komitee in London für die von ihm geleistete Arbeit Und. beglückwünscht es zu seinen bedeutsamen Erfolgen In der Ueberzeugung, daß die Einheit der ZioniMsche» Organisation die Wiederherstellung des demokratische» Charakters der Zionistischen Organisatton und A'beit vepiangt, erachtet da- Zentralkomitee die sofortigeEinbe» rufung der Jahreskonferenz und die schnellmögliche Ausschreibung des Zionistenkongresses als dringendstes ErfordemiS. Bet der Einladung zur Jahreskonfere-z sollen alle Föderationen und R chtunge« . angemessen be ückstchtigt werden. Zur Boibereiiung beider Tagungen möge das S. A. C. sofort die öffentliche DiSkuffion aller aktuellen Fragen zionistischer Arbeit herbeisüvren und ihr eine eingehende Darlegung der Grundlage» seiner Palästina- und Galuthpolttik vorangehen lasse»."«» Sr Einberufung der JahreSkonferenz. Die Jahr-skonfrrenz dürfte, wie verlautet, Ende Januar in Bafel stat>findcn. Sie setzt sich zusammen auS den-Mitgliedern des Aklionskomitees, dem Boisitzenden d'S' letzten Kongresses, des Korgreßgerichls, des Ehrengerichts, de» Kongreßanwalt, je einem Vertreter deS NarionalfondS, d« Kolonialbank, der Anglo Palästinobank und den Delegierte« der Landesverbände und der Sonderverbände. Jeder Landesverband und jeder Sonderverband hat bei mindestens 460 Schekelzablern das Recht, einen Vertreter zu entsenden, bei mehr als 2000 Schekelzahler« zwei, bei mehr als 4000 drei, bei mehr als 6000 darf er für je 400d wettere Schekelzahler einen weiteren Delegierten entsende«. Der MÜdus der Wahl bleibt den Landes» und Sonderv«- bänden überlassen. f . v Zur Geschichte des Zionismus. " D r. R a b i n, der jüngst an die Frankfurter Universität berufene Lektor für Geschichte und Literatur-deS nacbbiblischen Judentums, eröfsnete letzten Donnerstag im Frankfurter , Zionistischen Heim keinen Vortragszhfe lus „Zur Geschichte des Zionismus" mit dem. Thyim „Palästina in der alten Mischen Ueberlieferung".' Dr. Rabin zeigtej wie einzigartig in d« Geschichte der DMer bfe innige. Beziehung der Anbqp .z« ihrem Lande ish und. .kMpstr durch HeransgreiseA Nr. 4 1 KT« mehrerer tung die jameii L So anderen ligiyn n Knade G i» seiner icr Kult, rntsaltete tur aucb aus leit „ererben^ -?üter n mehr de bekannter daß ich trachtete in Götze wächst ii füllten A prächtige! leit des wird an während trägt da- „Land I zu einer!kx Jude ten Tem ihnen w Phantasie ganzen ß ien die Boden , sich das jüdischer Bei ihn! bin im Osten." 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