Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 17 (1919)
- Issue
- Heft 43 (8.11.1919)
- Date
- 1919-11-08
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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BW" Nr. 48.,t.. .. U—iv' Neue Jüdische Presse. Seite 5. - i : Laisersträsso 56' ' . Täglich'eratklasslge :/J Bn^land * V‘ Kaiserstraase 56 .Unterbaltnng^miiBlk ", Haupt vergesse» wurde, eine Anzahl Gesangener abzuurteilen. Wohlgemerkt: Meint 4er Patriarch! Sonst ist der'ganze Akt bedeutungslos. Doch .folt Salomo Gelegenheit. gegeben werden, sich als würdigen Thronerben zu erweisen, und.deshalb bringt Hardt noch die biblische Ur- .teilsszenc zwischen Salomo und den. 2 Frauen.' Allerdülgs: - Dramatisch steht sie auf dem dramatischen Niveau des Ganzen, und-das liegt ziemlich tief unter dem Meeresspiegel. Aber sie ist sprachlich schön, gedanklich schön, und" sie "ist keuschtrotz des heiklen Hintergrunds. Und was 'wird aus Abisog? Man schlage nach: Georg Hermann' Jettchen Gebert, 'um ein neueres Beispiel zu neniken. Hier sieht man, lvie wenig zwingend! Hardts Dramatik, wie gering, ach so gering seine Phanta- . sie ist. Denn die Fülle von Handlung, von Zntrigue und Kabale, aus der ein großer Dramatiker.einen kleinen Teil herausgeiwmmen und .doch "noch übergenug .gehabt hätte, , sie -ist ja nicht Herrn Hardt's Erfindung. . Sie liegt ja tzim Stoff. - ' ' » ' Hat aber, und .das wird es wohl sein, der Gegen- 'satz Abisog-David den Uutör zur Bearbeitung des 'Stoffes bewogen, so ist nur zu bedauern, daß Herr Hardt Nicht-' jula ist. Er hätte anders etlvas mehr Ehrfurcht vor der mächtigen Gestalt eines David gezeigt, er hätte, wäre er Dramatiker überdies, diese Antithese nicht nur in wenig mager-dürftigen Szenen entwickelt. Er darf — das ist sein gutes Recht;— die Ueberlieserung nicht kennen und. Misog nicht 'sterben lassen. Er darf aber nimmer fgroße Fürsten zum Trottel erniedrigen und orientalische Herrschcrsülle mit tartarischer Despotie verwechseln. Man muß Hardt zugestehen: Gr vermeidet iede Schlüpf, rigkeit, er bleibt würdig bei erotischen Dingen. Ist er aber,,' da«-er keine Erotomane ist, deshalb schon Dramatiker?- Sonsten, aber ist er sprachlich .platt. Schon* im Tautris fiel auf, daß er so gnt wie keine Metaphern gebraucht. Wasdort vielleicht dem Klima zugute gehalten werden fand, wird.hier, weil fühlbarer Mangel/ zum schweren Fehler. Denn der.Orientale spricht ,in Bildern, und daS Orientalische nur unt Wendungen wie: „Mein Herr König" anzudeuteil, heißt der, Phantasie allzuviel znzumuten. Nicht nur der Orientale indcsse^i, jederdem scheußliches Deutsch auch nicht mit licontia poetica zu entschuldigen ist, muß sich die Ohren zuhalten, hört er mindestens 8 bis 10 nial: Der Ad.onijah^ will es haben (S. 43,-S. 55, 56, -57 und so fort). Wie heißt doch gleich der' 'Plural von Oheim, Herr Hardt? (<3. 11). Bon der famosen Regie eine weitere Probe: S- 26 schreibt er sür hie Aeltesten Kaftane vor. Noch eine Bemerkung: Hardt möge sich vorher von Fachleuten biblische Nomenklatur erst einmal Metrisch votschreiben lassen. Wo hat er die Namen her: Mächa, Lobt, Linäith, Zibje? Der - Jude scandirt wie f olgt: Adonijah,.Mephiboseth, Hagith, Abisog. Die falschen Scansioneu, namentlich das 'immerwährende Abisog, sind unerträglich. ' Als Buchdrama ein Beleg, wie sich, jüdische Welt in »ichtjüd'ischcm Kopfe malt. ' _. . Nadel wählt den unglücklichen Stoff der adaiuitischen Zeit. / Unglücklich deshalb, lvril bei diesen Vormenschen Instinkte an Stelle, bewußter Gefühle, Brachialgewalt an Stelle seelischer Konflikte treten; von Byron bis Borngräber reichlich -beackert, kann dieses dürre nun einmal keine' erträgliche Frucht, zeitigen. Nadel glaubt nun, ein Dramageschrieben zu haben. Da seinem Werk jegliche Erfiüdyng fehlt, da er Nur Lyriker ist, bleibt er den Beiweis ..hierfür .schuldig. 'Er wird vielleicht sagen: .Ist ies.- ' etwakeine» Erfindung, daß ich neben Adam uni).'seiner ' Familie gleichzeitig irgendwo „viele Soünenschatten' weit" Mer-eutscher Cognac von Adams Gebiet ein -Reich auuehmc, in dem ivilde dunkle Menschen Hansen. Tubcl neune ich ihn und Ke-, linioh sic und beider Tochter, jung und qucllfrisch, 9ldah. Ist es keine Erfindung, daß Abel die Adah. sehnsüchtig liebt und von dem tierischen Kajjn um diese Liebe, gebracht wird? Daß 'Keliinvh ihren Gatten Tubcl mir nichts dir nichts verläßt, um sich Adam mit einer Zähigkeit aufzudringen, die der im Vorspiel so hochgemuten, selbst noch dem Herrn sich eutgegenstemmenden, dann aber gar klein werdeicheu Eva schließlich das Herz bricht?' Wenr das für Dichtung gilt, der ist allerdings nicht betrogen, wenn er das Buch liest: Gewissenhafte Leute aber müssen bei aller Achtung vor künstlerischem' Streben und aller einem Autor mir irgend znzubilligenden Freiheit diese "5 Akte eine als Drama wenigstens durchaus verfehlte Arbeit bezeichnen. ' ' . Ben Fair. Literarische Notizen. , 'Als willkommenes Geschenk sei auf d'ie guten Original-Kunstblätter hingewiesen, wie sie z. B. der Verlag R. G. Tenbner, Leipzig, zu billigen, für jeden erschwinglichen Preis (von Mk. 3 bis Mk. 7,50, hierzu die üblichen - Tenerungszuschlüge) herausbringt. Jeder wird in der umfangreichen Sammlung, an der erste Künstler mitgearbeitet haben, etwas seinem künstlerischen Geschmacke Zusagendes finden, sei es ein Landschafts- oder Städtebild der deutschen Heimat, ein Blumenstück, ein Blatt, das uns. vom deutschen Volksleben, von unseren Werkstätten, Maschinen und Schissen, unserer Geschichte, von Märchen und Liedern, von unserer Tierwelt erzählt. Und überall leuchtet uns eine schlichte, ursprüngliche farbenfrohe Kunst entgegen, stark und lebendig wirkend, zu jedem sprechend. Der. „Schl cm iel", jüdische Blätter für Humor und Kunst; erläßt ehr Preisausschreiben für 2—3 Druckseite»' nicht übersteigende Skizzen oder kleine Erzählungen, die zur Veröffentlichung im Schleimet geeignet sind. Die Preise betragen Mk. 150.— resp. Mk. .100.—. Die Einsendung des Manuskriptes hat bis zum 30. November zu erfolgen. ' 1 Offenbacher Druckluft-Anlage Offenbach a.’ M. Telefon -123. Unübertroffene Teppichreinigung mittelst Druckluft. Woche«-Sale«Ler. Samstag, 8. November (15. Chcschwan). Sabbat-Anfang 4 Uhr '25 (Gemeinde und Religionsgefellschäft). Sabbat-Ausgang ,in Frankfurt 5 Uhr 40 (Gemeinde und Religionsgesellschaft). * . Wochenabschnitt: Wajeiro. rttge Familiermachrichte». B-armizwos: Fritz Wallerstein, Schcsselstr. 23, Synagoge Friedb. Anlage. — Walter Sichel, Fichardstraße. 53, Synagoge Königsteinerstraße. Verlobte: Jda Moses, Schützenbrunneii 14, mit Fritz Blum, Mainz. — Hedwig Nahm mit Gerson Cohn.. Verstorben: Fanny-Strauß Wwe., geb. Heß, 74 I., Kürfürstenstr. 5. — Hermann Roscnbamn. 65 I. — Simon Weill, 70 I. Dr. Moritz Älbersheini. Brazkfurter KamiNe««achrichte». Verstorben: Lehmann Gnthmauu, 83 I.. Groß- Gerau. — Na »nette Blum, geb. Kaufmann, 96 I., Mannheim. — Beruh. Selig, Miltenberg. — L-ara Kahn, geo. Dukas, Gattin des Rabb. Dr. Kahn, Wiesbaden. - Theo Jolia£ Konfitüren and. Schokolade Stein weg 12____Steinweg 12 '-r fr Spende». ■ Bei der Renen Jüd. Presse gingen ein sür Patästina: - Familie 91. Geis-Nürnberg 3 Mk., Familie Moritz Hirschberg-Frankfurt 2 Mk., Max Rudolf Schmidt 10 Mk.' - anläßlich Hochzeit Pick- Schmidt, S. Goldschmidt 5 Mk.. «aly Geis nnd Frau anläßlich Hochzeit Freudenthal- Karpf 2 Mk. Bet der Rationalfondskonimission (I. Heimann, Zeit 211 gingen ein: Reujahrs-Glückwnnsch-Ablösui'.g: Julius Steril 10, I. Wacbenheimer 100, Bernhard Silberfaden 5, durch Gust. Oppruheimer, Frank. Crumbach. ,V Thora-Spenden: Julius Loewenstein 10, Moritz Oppen»' heimer 5,. Louis Oppenheimer 3, Ludw. Neu 3, Gust. . Oppenheimer 5, zus. 26 Mk. 9 Selbstbesteuerung: Jos. Rotschild jr. 100. Büchsenleerung: Anni und Margot Sondheimer 48.50, - M Goldschmidt 1, Frau Paula Frankel 3, Salo Gittler 12.10, D. Hamburger 5, Zionsheim 38, De. ^chwarzschfld 10, 9llfred Pick 16, I. Blumenthal 10, I. L. Goiteiu 4.38, Jos. L. Oppenheimer 10, Jos. <3. Oppenheimer B.20, H. Bergmann 5 Gust. Oppenheimer, Frank. Crumbach 13, Büchsen-Sammluug bei Vortrag Trietsch 83.11, National- Marken-Berkaüs 78.50. Eingesandt. - Die Hilfsaktion für die »stjüdische« Flüchtlinge. Unter den ostjüdischen Flüchtlingen, die durch die Pogromflut unke die Judenverfolgungen aus ihrer Heimat fortgerissen wurden und in Deutschland Zuflucht suchen, herrscht größte Not. Nach .einem leidensschworen Wanderweg sind sie nun hier harten Entbehrungen; ausgeletzt. Es ist Pflicht eines seden Juden, hier helfend einzugreifen und nach Möglichkeit dazu öeizutragen,' daß unsere unglücklichen Brüder nicht durch Hunger und -Obdachlosigkeit völlig zugrunde gehen. Herbergen, Unterkunstsmöglichkeitcn, Sveiseballen, Heime, .Arbeitsstätten und Arbeitsnachweise müssen für sie gefchasseir werden. Diese dringend gebotenen Aktionen erfordern in der gegenwärtigen Teuernngszcit sehr bedeutende finanzielle Mittel. Der -„Verband der Ostiuden in Deutschland", der die Organisierung und Durchführung des Hilfswerkes sür die vstjüdischeu Flüchtlinge mit allen Kräften betreibt, ist daber auf die materielle Opferwilligkeit nnd die tatkräftige Mitwirkung aller derjenigen angewiesen, die ein warmes Herz für das tragische Los unserer vielgevlagteu wandernden Brüder haben. Wir richten an sie den heißesten Appell: Leistet nns Euren Beistand zur Durchführung der erforderlichen Hilfsaktion. Denket daran, daß zahlreiche Brüder völlig mittelnnd obdachlos sind! "! Helfet nns durch die Leistung finanzieller Mittel, diese 'Unglücklichsten vor Not und Untergang zu schützen.' ES gilt die Rettung unserer' heimatlosen. Brüder.' Der Verband der O stsuden in Deutfck.land. Berlin N. 54, Germannstr. 29. «t: Unregeluiätziflkeite» * in der Lieferung der Zeitung liegen an der Post. Beschwerden. Anträge auf Nachlieferung von Nummern oder Zustellung an eine neue Adresse find daher an den Briefträger bezwan'das"zuständige Postamt zu richten. tv i Innnnp Mlrifhfllt aua «ntem Hanse, sucht Stelle ' als- JHUgeS mdUlUoll Stotze dei- »auoeeau.ancÜ L Kind. Familienanschl. erwünscht. Offerten unt. 2906 an die Expl -:\. IküSestzeüu am R&ein . '5' ’ v , , den einschlägigen^Geschäften der Öenussmittelbranche wieder erhältlich. General-Vertreter: Gerhardt d: Jaussen, Frankfurt a« M., Mddastrane 56. Telephon Telephon a Hanna 1866« fl: ' f Hardenbergstrasse 9—11 Telephon i Inh. :üebr. Holfter. Harden ti ergatrasse 9—11. - Damen-u. 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