Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 17 (1919)
- Issue
- Heft 43 (8.11.1919)
- Date
- 1919-11-08
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 88% known words query
- IRI
…/2692297-2693126-2693169--10922-2706311- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Artadia’s: Künstlerspiele '. r; and- * - ■•-. '.! •- ■ Arkadia-Viele r j>j „ Kaiserstrasse 69. Telefon: Hansa 5516. a Pie ersten Künstlersplele am Platze. i3r . •V aiis Palästina). — Tiferes Bachur int, Sonntags §Vr. Langestr. 33: Jüd. Tagesfragen (Dr. W. Hofmimi). —-Zion. Vereinigigung, Montag, 8 Uhr, .Unter- , Iiitbcu,21: Jerusalem nach dem Kriege (Frl. Cl. Mayer- Jerusalem); Donnerstag, 8 Uhr, Unterlindau 21: -Die meffianischen Bewegungen (Dr. Rabin).— Monte- ' Tinte, Samstag, 11 Uhr, Goetheplatz 5: Schiur (Sr. * May): Sonntag, 11 Uhr: - Einweihungsfeier des neuen Dereinslokals Goetheplatz 5; Mittwoch, '8 Uhr: Geistige und sittliche Grundlage unserer Wanberbewegung. (Siegst. - Stern-Darmstadt. —»Mekor Chasim, Freitag, Schluss -Abendgottesdienst: Mikro (Herm. Frankenthal): Sonntag, , 6 Uhr: Jecheskel (Dr. Jos. Breuer). — Talmud- Thora-Verein, Freitag, 'Schluß >des Abendgottes- . dienst: Vorirag (Kantor Levy); Samstaa, ScBtuft des Morgengottesdienst: Dinim (Dr. Friedmann), 3Vt Uhr: Nascht (Lipinskh): Sonntag, Schluß des Worgengottesdienst: . Mischnah (Dr. Friedmann), vorm. 9 Uhr: Schu'chan Aruch (Livinsky - Schluß des Abendgottesdienst: Josnah.(Unna): * Dienstag, 6 Uhi abends: Chautv. us Heln onauth (Dr. . Braun)- Mittwoch, Schluß des -Morgengottesdienstes: . -Miichnah (Dr, Frwdmann; Donnerstag, abends 6'/« Uhr, r^HermeStveg, 27: Gemoro (Unna). ' Personalien. . Frau Karoline ,Ham burger» Wttwe-des be- kannten sttumismattkers' Leoswld Hamburger s. A., eine - durch. ihre persönlichen Eigenschaften und 'besonders durch ihren Wohltättgkettssiml geschätzte Frau, begeht nächsten Samstag den 70. Geburt sktag. . An guste Ho rov itz, geb. Ettlinger, Witwe des Rab- >Liners Dr. Marcus Horovitz s. A. und Tochter des Ober- . rabbiners Jacob Ettlinger s. A, ist ,im 69. Lebensjahre -von' der Stätte ihres segensreichen irdischen Wirkens; «Lberufen worden. Geistige Regsamkeit und , ttef innerliche Religiosität waren das Hervorstechende ihrer Persönlich-, - keil und machten sie, vereinigt mit dem Stteben, ganz . > Gattin- und Mutter zu sein, zur würdigen. Leiterin eines Hauses, in dem jüdische Gelehrsamkeit und jüdische , Tradition eine Stätte haben. Das mütterliche Sorgen, j war so ihre zweite Natur, daß sie, seitdem sie Witwe .''- geworden und chie Kinder ihrer Obhut entwachsen waren, - als Vizepräsidentin der Frauenloge sich der'Kinderfür- - .sorge.widmete. V Dje hiesige Universität hat einen Lehrstuhl für jüdische ■’ Literatur erricktet und Dr. -I. Hl.ab i n für diesen Lehrstuhl' als Lektor berufen. Mit der im >59. Lebensjahre verschiedenen Frau Leopold Mosbacher, Hannchen. geb. Rvos, ist ein Mensch / dahingegangen, der es verdient, daß 'seiner in diesen Müttern gämcht wird. Der bedeutende Wext ihres Menschttims war ein adliger Charaktere Reinheit.der Gesin- / nnng, vornehme Denkweise und tiefe Güte'des Herzens. - Dies befähigte sie, die Geböte bis ihr intern jüberlieferten Judentums verständnisvoll und lauter zu er-' Wien. ' Ausstellung zweier jüdischer Künftler. Die Kunsthandlung HeinrichTrittler bringt eine “ intercsiante Ausstellung von Josef Budko und L esset Ary. . > Budko ist ^er Verfasser des Radierungszyllus' „Das ' Jahr der Juden", eine längst vergriffene Folge, von »er. hei Trittler einzelne Probeabzüge zu sehen sind. Von Feiner Hand ist auch der bekannte. Holzschnitt „Jeremias tröstet Mutter Rahel". <. - llrh schm eine Reibe Litographien uttd Radierungen, Studien «aus Kaffees, Garten Und von der Straße. Bon ihm sind die herrlichen Blätter „Jeremias", „Birken am Sße", alle von vollendeter Technik. Literarische Rundschau. , Match a n Birnbaum: Vom Freigeist zum Gläubigen. Verlag „Arzenu." Zürich 5679. Ms menschliches Dokument ist diese ^kleine Schüft beid'entungsvoll und von Wert. Sachlich wollte sie nichts lx.,.. .Neues bringen, die Sachlichkeit hatte sich doch in „Gottes;WoÜ" .schon prinzipiell erschöpft; aber wir erfahren die sec- DMchen Voraussetzungen, das meist unausgesprochen bleibende große Maß psychologischer Entwicklung,, über die der (EchrrftstellW und Lenker nur in einer Art Bekenntnis sich Mt.' ■ ‘ v ' Zunächst staunt man, wie alltäglich und fast typischdas 'weltanschauliche Verhältnis des jungen Birnbaum.war: all- LMähliches Hmübergleiten in die sogenannte Aüftlärung, ein r -Äefangen werden in der so mittelmäßigen Antimetaphysik -Hes Büchner;- alles was man, fast ohne Berechtigung einen EtzeiUrt phiwsophischen Ausdruck zu gebrauchen, Materialis-- nürs. Monismus oder ähnlich genannt hat. Bei Allem aber ^.;war grundlegend eine bestimmte nationalistische Orientierung^ ursprünglich in jener billigen -Philosophie Genüge fand, ' ■ ' ' &- später , aber)' Lurch -Herttefung. in Len jüdischen Volksgeist, einer vertieften' Auffassung der.Welt und des Juden» >lums sich züneigen mußte. - ,? So lernte er spät erst all das kennen, chas .unser geisttger Besitz seit Jahrtausenden ist und ivas durch, den schöpferischen Geist neuer Generationen immer wieder vertieft rvurde: und die zentrale, geistes-geschichtliche Bedeutung des Judentums wurde-ihm llar. > Man. begreift, daß schon dainäls sich jene iimere Reinigung vorbereitete, deren endgültige und erhabene Aussprache später „Gottes ®oH" geworden ist..- Aber er konnte erst hierher gelangen, als er wieder eigentlicher Theist geworden war, gläubig iu die Gottheit, die er immer mehr im Geiste des Judentums begriff. Es ergab sich zugleich die Ncucinstellung in das große religiöse System des Judentums, in das tägliche Werben, um' die Gottheit in . Tat und Gesetz. ' Wir urteilen nicht politisch. über diese Wandlung, für uns ist sie eine folgerichtige Entwicklung, ein Weg zu sich selbst. Und-wir begreifen deutlich diese geistige Kurve, die weit aus der Peripherie kam und in immer engetcu Spiralen um das Zentrum kreiste, in welcher sie endlich, geäiündet ist. Da aber Birnbaum kein eigentlicher Denker ist, der sich wissenschaftlich eine Anschauung bildet, sondern ei» impulsiver Geist, ein Gottsucher und Gvtlfinder, konnte jene Einseitigkeit in der Beurteilung der europäischen Kultur nicht ausbleiben, die er wissenschaftlich und fystemattsch vielleicht verinieden hätte. Es geht nicht an, über alles Europäische, das' in der Geistesgeschichte die erhabensten Resultate gezeitigt hat, in derart kurzer Weise abzuurtcilen wie-er. Denn was er'meint, ist nicht das geistig Geschaffene, sondern Las sozial Wirkende und sozial . Hemmende,, das tiesstehende Niveau unserer dürchschuitt- 'lichen Menschlichkeit. Ihr ist er ei» gesttengcr Richter, und wir wünschten nur, daß er zu dem ioahrhaft Wertvollen des europäischen Geistes, der so oft der jüdische war, ein objektiveres' und verstehenderes Verhältnis bekui.den könnte, damit auch aus ihm seiner Idee der religiösen Wiedergeburt der Judcnheit sicherer Nutzen erwachs?» könnte. - .v>. W. Dr. Nathan Birnbaum: Bor dem Wanderst u r m. Nr. 1 - der Smnmlung „Jüdische Zcitsragcn". 32 Seilen. L. Sänger, Frankfurt a. Nt. 1919. <- Im Gegensatz zu den mehr metaphysischen und prinzipiellen Untersuchungen der letzten Schriften -wird hier . das irirtschaMche und politische Problem der bevorstehenden Massenauswanderungen aus den ostjüdischen Zentren untersucht. Bisher habe der jüdische Volkswille gegenüber der Masseuverelendung. und -entwurzelung der Ostjudenheit versagt, und yicht zum wenigsten auch, weil die Zionisten kein anderes Land als PalSstijia in den Bereich ihrer Tätigkeit gezogen hätten. Seitdem aber die Sachverständigrn unter ihnen auf die mangelhafte, Aufnahmefäh gkeit, Palästina's hingewiesen haben, hat sich eine allmähliche Wandlung in der Beurteilung dieser Fragen vorbereitet. Und als besonders aufnahmefähige Länder werden Amerika und Mesopotamien genannt. Den Schwierigkeilen aber, welche sich aus dem Widerstand der Länder gegen die Einwanderung ergeben, könnte durch eine umfassende Regulierung der'Emigration begegnet werden, welche nach Art der einwandernden Massen ’ und der wirtschaftlichen Verhältnisse der jeweilig zu immigrierenden Länder die notwendigen Maßnahmen üben würde. Ein Vollsamt müsse geschaffen werden, mit der Geltung vor den fremdländischen Regierungen als der öffentlichen Verttetung des auswandernden Volles. v : Da neben den geistigkulturelleu Problemen der jüdischen. Gegenwart die wirtschaftlichen nicht-übersehen werden können, besonders weil sie jene zu einem großen Test veranlaßt haben, pilichten-wir bei, in der Hoffnung, daß sich aus der allmählichen wirtschaftlich-politischen Klärung eine gesunde Neuorientierung in der geistigen und' kulturellen -Frage Palästtnas ergeben werde. - Denn neben der gleichsam ideellen und als Urkraft wirtenden .Strebung. .nach -dem Heimatland darf die soziale Forderung nicht übersehen werden. Was dort - atS eine Aufgabe für lange Zeitalter bistehen bleibt, hier muß es in der sozialen und 'meiischlichen Rettung eines ^großen Teiles unseres Volkes gesickert und vorbereitet werden. * H. W. I ErnstHardt: König Salomo. Drama in 3 Akten. Jnselverlag 1915. "> Arno Nadel: .Adam. Drama in einem Vorspiel und 4 Akten. Jnselverlag 1917. ' Biblische Stoffe sind von je das Schmerzenskind 'der dramatischen Literatur gelvesen. Selbst'der wirkliche dra- Mfaraclii-Spendeu erbeten anf Postscheck - Konto Emil Bfihler >13,503 .Prankfnrt am jfaln. \ Schildermalerei li.Weissbinderarbeiten Textorstrasse 68. Telephon Eömer 5778. Täglicl matische Könner — (arbeite er nur mit Situationen, -mit Charakteren oder Psychologie gerät bei solchen 'Stoffenzu leicht tu Gefahr, sie allgemein menschlich zu begreifen. Dabet kann es nicht ausbleiben, daß er sich an einem' — trotz modernster Geister .immer'noch und in alle Ewigkeit gültigen —' Grundgesetz dramattschcr Technik-.versündigt, au der. Unantastbarkeit überlieferter Charaktere. Man betrachte daraufhin z. B. Hebbels Judith. Bis heute -hat ferner — und das ist ein weiterer Stein des Anstoßes — noch kein einziger .nichtjüdischer . Autor die Gabe des Eiiifühlens in die biblische bezw. jüdische Gedanken- und Gefühlswelt in dem Maße besessen, daß er mit jetilem Werke Juden davon zu überzeugen vermocht, hätte, lvirkttch, jüdischen Geist und echte jüdische'Umwelt mit dramatischer Seele zu beleben. (Ludlvig, Makkabäer), Daran ist.nichts zu ändern: Stoffe zwischen der Zeit von Abrahaiit-bis zum zweiten Exil spielen sich anf jüdischem Hintergründe und dciugemäß.mit z. T. jüdischem Personale ab- Es kann:) sich bim laue, um gottlose, unr ungläubige Judeil handeln, aber es sind Jude», und das muß mau ihnen nicht nur aufihr Gesicht (hin glauben, sondern auch ihren Taten entnehmen können. ' Hardt, der Verfasser von Tantris der Narr, Güdrun und andere» Bühnenwerken, gilt als Dramatiler. Ihn, de» Nichtjudeu, reizten vermutlich die Probleme, die da auftauchcn, wenn in einer Monarchie die politische Kviistel'lätion wie folgt liegt: Ein . alternder Fürst, eine nach jeder Richtung hin ungesetzliche Thronfolge, mehrere Aspiranten; dramatisch Wird die Sache, wen», wie beim biblichen Davidstofs, Mebellion .teils vffen, teils versteckt ihr Haupt^ Erhebt. Das..ist aber des Guten nicht genug, obwohl uns dünkt, schon allzuviel wäre es; Hardt verwickelt .den Gang . . der ^Handlung — (wirklich Handlung, tvirklich Drama??) ■ ' dadurch, daß er die biblische Episode der Abisog.auf sejne . Weise hiueinvcrflicht. So!hat denn das Werk folgenden Inhalt: Äbisog hat dm Brunnen Rogel, dem Schauplatz einer Reihe: von Verschwörungen gegen David, ein Haus.. Täglich igeht sie in die Stadt, um, den 18jährigen Salomo zu erblicken, der sie in keiner Weise beachtet. Der Enkel Sauls, Mephiboseth (der von seinem biblischen Vorbild . nichts bei Hardt überkommen hat als den Namen; er macht aus ihm einen bösarttgen, nichtswürdigen .Krüppel, tiiic Figur, wie sie sich 'in 1001 Nacht ünd bei Hauijf herumtreiben, einen orientalischen Thersites ufjiic orientalischen Witz) hat am Brunnen mit Adonijah, dem älteren' Sohne Davids, dem Priester Ebjatar, und dem. Generalissimus Joab eine erneute Zusammenkunft, in der sie die:Zeit' zum Losschlagen festsctzeii. Adonijah wird auf Abisog - aufmerksam und will sich durch seine (getreuen ihrer versichern.— Der alle David, vor dessen wildem Antlitz (so ausdrückliche Regiebemerkung!) sich sonderbarerweise alle': ducken, erscheint gelegentlich einer (so unjüdisch und so unbiblisch wie nurImöglichen) der in Jerusalem herrschenden Pest wegen anberaumteu Gebetsversammlung im Tempel. Die Tatsache, daß .er anf eine Reihe ^Vorhaltungen Mephiboseth's und sonstiger „Untertanen" trottelhaftgreisig' über ein halb Dutzend Mal nnr zu erwidern weiß: „Mein ist die Sünde", genügt den Herren Aeltesten. und dem pM>s yolgaris erst recht in Erregung spontanen Gefühlsumschwungs eine Hurrastimmung (man verzeihe den Anachronismu?) zu erzeugen.. Hier wird Davids wird Salymo gegen 'seinen Willen der Abisog ansichtig. Adonijah und er ' geraten - um ihrcttvilleii in Streit. Salomo erllärt ihm,'.sie stehe üuter seinem Schutz und. läßt' sie seinerseits, (abermals ein Anachroiiisnius, aber er bezeichnet das Wesen vühttg) in.SchujPhaft nehmen. Folgt das bißlische Rezept uizd^ dessen AnsMiruug, I. Reg.-.^i—4. Nuir„wo Abisog ihm persagt ist, siiiden sich, zunächst platonischsie und Salomo. Deribeil kommt der Tag der Verschwörung, Adonijah inißachtet Joab's strategischen Mat', bas.Wassertor zu-ü^etzen, sie werden durch (die Kö.nigstreuen - unter'Benojah überrumpelt, und Davi^ stirbt teils aus nüuasintis, senilis teils — um Lessing zu zitieren — >wl 2. Akßnicht ohne vorher noch jeden verfluchtzu haben, der sie anrühre.' Adonijäh wird gefesselt vor den nnnmehrigen Köpig SaloM» gebracht, erbittet'von ihm) da er, Salomo,-dock)', nun das Reich! geerbt, auch (seinen Anteil mit Erbe.- . Salymo swllt ' . ihni Me Auswahl frei. Da er Abisog verlangtläßt".er ihn töten. « ' - " . ’ Der 3. Akt spielt erst int unterirdischen Erließ, irobei wir durch Hardt erfahren, haß. zu jene» Zeiten die Justiz dermaßen gerecht geha'ndhabt wurde, daß überhaupt urteilet der'ga heit, .gl erweise .teilssze diügs: deS Gc spiegel. 'sie'ist Ui Georg spiel z Hardts . sie ist.' Kabale heraus . sie ist -nn St S.r H> satz Al bewogc jüfv ij mächttj Drainc inägersein g - Misog Fürste, fülle i rigkeit, da-' er Sonstc fiel m Was-! lanv, Fehler Orient anzndi nur dl auch n sich di Der so j&c Herr 1 Probe r N ■ von F votsch. Lobt, Adorri Iwnen träglii ' A nichtji .t. R Zeit.. Justtn , Stelle gräbei keine Drmn Kern