Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 17 (1919)
- Issue
- Heft 40 (8.10.1919)
- Date
- 1919-10-08
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 40. ,v- . Nelje^ Jüdische MeM.. üeire o. Lazarus Posen W we. Silbensohmlede jetzt Kalseratrasae 23. Bestecke, Jubiläumsgeschenke. 1 Grosses Lager in Kultusgegenständen - föi Synagogen- und Hausgebrauch. . dienst. Die Organe der Gesellschaft sind durch blauweiße Abzeichen, gekennzeichnet und .mit Legitimationen versehen. Es wird.den jüdischen Reisenden dringend empfohlen, sick dieser Gesellschaft zu bedienen, damit alle Mahnahmen für die Reise nach Palästina richtig getroffen werden nnd alle unlauteren Elemente fAnswanderungsagenten etc.) völlig ansgeschaltet sind. Tratte«. Judenverfolgungen in Jemen. ■ Das Jüdische Pressebüro in Stockholm berichtet: - Seit einiger Zeit macht sich in Jemen seitens der arabischen Bevölkerung eine Erneuerung der alten Versal, gung der jüdischen Bevölkerung des Landes bemerkbar. Die jemenitischen Juden, die sich in Palästina niedergelassen habe», überreichten dem amerikanischen'Oberrich, ter Louis Brandeis gelegentlich seines Besuches in Palästina ein Memorandum über die Lage ihrer Brüder in Jemen. In diesem Memorandum wird u. a -gesagt, daß die Verfolgungen einen religiösen Charakter tragen. Die jüdischen Witwen und Waisen werden gezwungen, die mohammedanische Religion anzunehmen. Den Juden des Landes wurde eine Kontribution von 10 000 cgyptischen Pfund auserlegt. Um die pünktliche Zahlung der Kontribution zu erzwingen, wurden die Rabbiner und die Angesehensten der jüdischen Gemeinden in Haft genommen. Kurze politische Nachrichte«. Wien- In zwei großen Protestversamml u n g e n beschäftigten sich die s o z i a l d e m o k r a t i s ch e n Fnhier mit der Pogroniagitatio» der reaktionären Kreise. Sie . betonten, daß cs gerade diese Pogromhetzer waren, die das gegenwärtige Elend verursacht haben, als sie mit allen Mitteln für den Krieg agitierten. Berchtold, Pattai und K. H. Wolf, die Habsburger, Christlichsozialen nnd Deutschnationalen sind schuld an dem großen Elend, und sie alle sind nun am Werke, um wieder der Monarchie und dem uneingeschränkten Kapitalismus zur Herrschaft zu verhelfen. Darum inszenieren sie mit ungeheure» Mitteln Judenpogrome, die stets der Austakt zur. Wiederaufrichtung der Despotie waren. Die Sozialdemokraten aber erklären, daß sie es nicht zulassen werdkn, daß ihre junge Republik Deutschösterreich mit der Kulturschande dssr Pogroms besudelt werde, daß die Not, die durch die Kriegshetzer verschuldet wurde, dazu ausgenützt werde, um in die Brigittenau und Leopoldstadt zu ziehen, wo mit den Aüsbrüchen^ der wilden Bestie im Menschen wieder nur jüdische Proletarier getroffen werden, die am großen Unglück ebensowenig schuld sind wie die christlichen, ausgebeuteten Arbeiter. Die christlichen ■ wie jüdischen Kriegsgewinner, die Christlichsozialen und Deutschnationalen' sind die einzigen 'Schuldigen und gegen sie werde man sich wenden, mit denselben Mitteln wenden, wenn die Hetzer es noch einmal wagen sollten, den Pogrom zu predigen. Men. Die angekündigte antisemitische Massen. /Versammlung, die von etwa 5000 Personen besucht war, forderte in einer Entschließung die Ausweisung der Ostjuden innerhalb Monatsfrist -„sonst könne keine Bürg schaft für die weitere Entwicklung des Antisemitismus in -Wien gegeben werden." In Verbindung mit der Versammlung fanden Straßen. Demonstrationen — Umzug und Verteilung von Flugblatt tern— statt. Men. In Frauenkirchen lWestungarnl begann, mit dem Einzug der weißen Gardisten eine Pogromhetze. Die fünfzehn jüdischen Familien des Ortes leben in . fortgesetztem-Schrecken. Leutnant Bucker, der Führer der Gardisten, ließ Plakate anbringen, die zu Mord und Raub an Juden auffordern. Warschau. Anßer den in Warschau bereits weilenden zwei Mitgliedern der Pogrommission, Sir Samuel und Hauptman» Wri-ght, entsandte das englische Auswärtige Amt noch ein drittes Mitglied in der Person des Herrn 'Philipp, ebenfalls Jude, der das Amt eines Sekretärs bekleiden wird. , Jaffa. Der ProvisorischeRat der Palästi- 7 gen fischen Juden beruft auf den 18. Novbr. eine . Abgeordnetenversammlung ein, die die Selbstverwaltung und .die demokratische Vertretung der palästinensischen. Judeicheit ordnen soll. Der 26. Oktober ist als . Wahltag der Abgeordneten _ festgesetzt worden. Von der Einberufung einer Konstituante hat man vorerst Abstand genommen. Zionistische Nachrichte«. den Berlin. Die „Jüd. Rundschau", schreibt über Stcknd der Palästinafrage: „Die unablässig dürchgeführte politische Aktion Weiz. man ns hat neue Erfolge Lezeitigt. Die .mit einer gewissen Unruhe' erwartete französisch-englische Aussprache hat in Gegenwart von.Clämence.au, Lloyd .George und Allenby stattgefunden. Das Ergebnis kann . uns bestiegen. -Frankreich hat seine Ansprüche auf Pa-. 'lästina fallen lassen' Dm Gbfahr edier Absplitterung von Obergaliläa ist damit wohl endgültig-beseitigt. England übernimmt das Mandat über Palästina trrrit der Maßgabe, es zur nationalen jüdischen Heimstätte auszugestalten. Die genaue Feststellung der Grenzlinien soll durch eine amerikanische Kommission erfolgen, die ihre Arbeiten auf Grund dieser Vereinbarungen durchführen will." „Solange die Araber sich einbilden konnten, auch Palästina in ihre Machtsphäre. eiiizubeziehen, haben sie nichts unversucht gelassen, um den .Mächten die Schwierigkeiten einer jüdischen Entwicklung des Landes vor Augen zu führen und sich demgemäß großenteils iantiiüdisch gebärdet. - Das energische, keinen Zweifel mehr zulassende Verhalten der englischen Regierung. hat die Zwecklosigkeit einer arabischen Demonstrationspolitik gegen die Juden deutlich gemacht und die von uns erwartete Wirkung unmittelbar erzeugt." „Trotz dieser politischen Fortschritte werden wir uns noch längere . Zeit gedulden müssen, ibis die Organisation in größerem Stil mit der Durchführung ihres Bssiedlungsplanes beginnen kann. Die Hoffnung, daß die Friedensverhandlungen mit der Türkei schon sin den nächsten Wochen zum Abschluß gebracht werden, hat sich nicht erfüllt. Man nimnit an, daß die mit der Regelung der türkischen Frage zusammenhängende Palästinafrage erst in einiger Zeit vor den Obersten Rat der Friedenskonferenz kommen kaun." - , Breslau. Die Zion. Ortsgruppe faßte in einer Versammlung folgende Entschließung: - 1. Die Zionistische Ortsgruppe Breslau hat mit Bedauern festgestellt, daß die Zio.iristische Bereinigung für Deutsckiland durck ihre Beamten und offiziellen Verlautbarungen so insbesondere in der „Jüdischen Rundschau" Anschauungen vertritt, die der bisherigen allgemeinen Auffassung des Zionismus keineswegs entsprechen. Die Z. O. Breslau-fordert von der Leitung in Zukunjt ein energisches Eintreten ,für die Anschauung, welche im Zionismus nach wie vor die Lösung der Judenfrage durch Konzentration der jüdischen Wanderung auf Palästina und seine Nachbarländer und durch baldigste Schaffung einer jüdischen Majorität in Erez Israel erblickt. 2. Die Z. O. Breslau fordert ^im einzelnen von der Leitung die Hinzuziehung von Vertretern der maximalistischen Tendenz zu den entscheidenden Beratungen. Auf Grund der bisherigen Entwicklung der Dinge hegt sie die Befürchtung, daß die Leitung bei den Fragen des Aufbaus schwerwiegende Entscheidungen treffen könnte, auf Grund von Gutachten von Männern, die bei Anerkennung aller ihrer -Verdienste und Fähigkeiten nicht genügend sachverständig erscheinen. 3. Die Z. O. Breslau fordert weiterhin sofortige sachliche Vorbereitung des Kongresses ohne Rücksicht auf den Zeitpunkt der Einberufung. 4. Die Z. O- Breslau fordert schließlich Fortsetzung der vorzeitig abgebrochenen Palästina-Diskussion in der „Jüdischen Rundschau" als wichtigste Gegenwartsarbeit. Kaffee Kaisergarien am Opernplatz Erstklassiges Familien-Kaffe e Täglich von 4 TFhr ab: Künstler - Konzert. Kissingen. Rechtspraktikant Thalmann-Nürnberg sprach bei dem 2. Werbeabend vor einem zahlreichen Pnblilum Aber „Jüdische Weltpolitik." In der Debatte sprachen zuerst Gegner des Zionismus; ihnen erwiderten cand. Phil. Stern vom K. I. St. Mirzburg und Dr. Felix A. T heil ha der- Berlin. Es' nahmen dann noch mehrere Nichtzionisten das Wort, Pie für eine Verständnispolitik mit dem Nationaljudentum und eine gemeistnne Paläpinaaktion eintraten. Paris. „Les Echos de l'Ervortatiou" schreiben: „Der Erfolg der zion. Bewegung in den Bereinigten Staaten verursacht gro^e Beuruhigung in den Konfektions-Industrien, derrn Arbeiter größtenteils eingewanderte Juden sind, die eer Bewegung mit Enthusiasmus angehören. Die „Zioniit Sveictv" beabsichtigt eine Muster-Kolonie von 100000 Juden in Palästina anzusiedlen, die zum großen Teil aus beit Vereinigten Staaten kommen würden. Man rechnet, daß ca. 8003 Arbeiter des Schneider-Gewerbes auswandern werden. Nachdem die Arbeiterzahl in diesen Industriell seit dem Kriege infolge des Einwanderungs- Acrvotes sckon ungenügend ist und diele Arbeiter in die Fabriken der Kriegsindustrie abgewandert sind, so nruß man — bei der äußerst wahrscheinlichen Realisierung dieser Eventualität — sich auf eine scharfe Krise gefaßt machen. Um dieser Situation möglichst abzuhclfen, werden gegenwärtig große Anstrengungen gemacht, um die ausländischen Arbeiter zu -amerikanisieren und ihre Lebenslage zu verbessern. Es weichen ebenfalls professionelle Schulen gegründet, um wirkliche Amerikaner in den Handwerken ansznbilden, die bisher von Juden, pvln. oder rumänischen Ursprungs, ebenso wie von Griechen, Italienern und Sndslaven ansgeübt wurden, die jetzt in Massen nach ihrem Heimatkande znrückströmen. Alle diese Mittel jedoch werden keine nennenswerten Resultate vop: einer gewissen Zeit Lekildermalkfeiu.WeissbindkpLi'keiten Philipp Trauner Texterstrasse 68. Telephon Römer 5778. Mitteldeutsche Creditbank Depositenkasse u. Wechselstube 7 ' Hanauerlandatrasse 1 befasst sich mit allen bankmässigen Geschäften -'S' -K bringen, und die Krise ist jetzt eminent. Das deutlichste . Resultat wird zweifelsohne eine Verminderung der Produktion uno ein neues Steigen 'der Löhne sein. - Vf Aus der Misrachi-Beweguug. London. Rabbiner Dr. Schönfeld, der Vorsitzende, des englischen Misrachi, wurde eingeladen, als Vertreter des Misrachi an den Sitzungen des Engeren Aktionskomitees der Zionistischen Organisation teilzuiiehmei». Jaffa. Die Misrachisten Palästinas . hatten eine Versammlung, die sich mit der Verwendung der von den amerikanischen Misrachisten gesamyilten Geldern befaßte. /L 1 -d Perso»atte» «. kleine Mtttettrm-e». ' Göttingen Der im 79. Lebensjahre verstorbene Geh. Regierungsrät Prof. Dr Gustav Cohn lehrt hier feit 1881 als Ordinarius, «ein Hauptwerk ist das „System der Nütionalyekonomie." Regensburg. Rabbiner Dr, Meyer fchreillt zur Geschichte der Berliner ,,Jüd. Presse": - „Begründer war nicht Dr. Hirs ch, Hildesheimer, sondern sein Vater Dr. Esriel H„ der sie gemeinschaftlich mit Dr. En och-Fulda ins Leben rief. Redigiert' wurde sie von Dr. Holländer, dann Dr. Gustav Karpeles ohne daß sein Name angegeben war. Im Jahre 1876 wurde Dr. S. Weyer.als Redakteur berufen, in dessen Eigentum die Zeitung später überging, der sie auch von Regensburg aus 1882 und 1873 bis zum September redigierte und sie dann an Dr. Hirsch Hildesheimer verkaufte." Breslau. Professor Rabbiner Dr. Jakob Dutt» mann, Vorsitzender des Rabbinerverbandes in Deutschland' .und 2. Vorsitzender der Gesellschaft zur Förderung der - Wissenschaft des Judentums, ist — 74 Jahre alt — verschieden. In Gist. ein hervorragender jüd. Gelehrter dahin» gcgangen. Besonders wertvoll sind seine Arbeiten über ~ die jüdische Religionsphilosophie des Mittelalters. Brüx. In der diesigen Synagoge wurdeDr.M ich net Halb er stamm mit einer Feier als Rabbiner cingeführt. C Rew-Gork In Boston starb im1 Alter von 94 Jahren. Samuel Gompers, der Väter des Präsidenten, der ' amerikanischen Arbeiterorganisation. Clärence de Sola, der Führer der kanadischen Zionisten, wurde — in Anerkennung seiner Verdienste wäh- . rend des Krieges — von dem König der Belgier zum Ritter des Leopoldordens ernannt. Es ist dies die höchste Auszeichnung, die der König verleiht. ÄH ■a m '-•35 ■ä?J? -H ' ä m Frankfurter Berichte. ' S Kleine Notizen. , v ' Der rühmlichst bekannte Rezitator Ab-rah am Kar-- nibad wird Dienstag, 14. Oktober, abends 7 llhr im - -K Gewerkschastshaus .ausgewählte Stücke von Scholaum Aleichem, Perez Pinsky usw. sowie Selbstverfaßtes rezii tiereu. Karten sind bei A. I. Hojtziann, Sänger-Friedberg und im Zionistischen Heim tzn kaufen. - - Frankfurter Berauftaltuugen. Verein Me kor Chajim, Donnerstag,, 4 jlhr: Bedeutung der Uschßisin sSchachnowitz), anschließend Fahr-. zeits-Stffrungs-Lernen (Emanuel Landau Stift); Samstag» vorm, nach Schluß der Synagoge: Dinim sRektor galt);;" 4 Uhr: Kauheles jZahnarzt Ehrmann); Donnerstag, 16. Oktober, 4 Uhr: Mikro sOberlehrxr Kaufmann)p Schabbos-Bereschis: Freitag Abend na chSchluß der Synagoge im Hörsaal der Synagoge: Mikro (Julius Lewing vormittags nach Schluß der Synagoge: Dinim (Falk); -tllljrr En Jakaus lSchachnowitz). — Talmud-Thora-Deoein, Höc'aal Gcmeindcsynagoge Bvrneplatz-, Samstags.??/i Uhr: Rasch: (Lipinsky): Soimtag, l> Uhr vorm.-: Schulchan Arnch lLipinsky), Dienstag abend, Aula Reli-- gionsschnle Hermesweg: Haschanoh-Rabbo-Lernen. W v| '1 ' & ■ < Literarische Rundscha«. Der Znsammenschlntz der Thoratreuen. Zwei Referate von Jacob Rosenheim- 20 Seiten: Zürichs- Verlag des Zentralbnreaus ber'„Agudas Jisroet.^ .. Das erste Referat wurde am 12. Siwan 5672 nur der Kattowiher Konferenz und das zwette Referat «w-, 24. Ador l. 5679 ans der Weltkonferenz der jüdisch-orthodoxen Verbände in Zürich gehalten. Zwischen beiden Raser aten liegt ein Zeitraum von sieben Jahren- Während--, das erste Referat in großen Zügen Begründung' und. Aufgabenbereich für eine Organisation der Thorätreue» gibt, verriet das zweite Rererat fortgesetzt die Schwierig--, leiten, die sich bei der Verwirklichung dieser Bestrchungerr ergeben haben, denn die Worte des zweiten Referates sind' nicht geradlinig, atmen, vielmehr einen Geist der Ver-- klauselierung. . Daß der brüderliche Zusammenschluß aller Thora», treuen das dringendste Gebot der Zeit iflp soll weiterer a m Ixsi SV