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Neue jüdische Presse · 1919-09-24 · Heft 38 (24.9.1919) · p. Seite 2

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
17 (1919)
Issue
Heft 38 (24.9.1919)
Date
1919-09-24
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Seiten. ' -Neue JMsche Kresse. Nr. 38. 'i HA iv>' fa Zutaten. Hochfein* ': Steine ZrsatzstöSe. _ hach Maf|§§ 400Üark*und höher, gediegene Ware, schBneFarben. Wenden ^Umarbelten - Instandsetren AnfbBgeln. Ich garantiere für fehlerfreie erstklassige Anaftthrung. Mp- Lieferzeit nach Wunsch. -MW ' AllerheiligenfhaM| M #-»• Telefon Strasse 44. ' Sodann ergriff Jacob Rosen heim- Frankfnct, der Vorsitzende der Gesamtorganisation, das Wort. Er -gab einen „Ue6er6Ii<f" über die Entwicklung der Agudch in' den einzelnen Ländern, verteidigtebei : dieser Gelegenheit die Politik Kohn-Carlebach in Polen und faßte sein Urteil über die Aussichten der Organisation dahin zusammen, daß diese durchaus günstig sind, wenn sch die geeigneten organisatorischen Kräfte und die notwendigen großen Mittel finden lassen. Dr. Moses Auerbach referierte über „Palästina". Trotz seines antizionistischen Standpunktes trat er warm für ein inniges Zusammenarbeiten mit dem Misrachi ein. ZochnarztEhrmann sprach zur „Propaganda" der Agudoh. Er verlangte Verschmelzung der Freien Vereinigung mtt ihr -und scharfe Bekämpfung des Misrachi. ' Ihm erwiderte von misrachistischer Seite Rechtsanwalt Dr. Loeb-Berlin. Man möge die Bahn der Versöhnung, die allein die furchtbaren Gefahren für die Zukunft der Orthodoxie bannen könne, beschreiben nno ncht durch eine scharfe Polemik, die Basis der Verständigung untergraben. Jacob Rosenheim griff in die Debatte ein. -Seinen prinzipiellen Gegensatz zum Misrachi vorausjchickeno, betonte er, daß er die Einheit aller Thoratreuen als den höheren Gedanken bewerte und ihm! gegenüber alle Gegensätze zurücktreten lasse. Er sprach sch auch gegen eine Verschmelzung der Freien Vereinigung mit der Agudoh, da verftüht, aus. . Nach weiterer Debatte wird schließlich statt des von Ehrmann vorgeschlagenen Tendenzparagraphen ein versöhnlicher Antrag Wreschner fast einstimmig angenommen. Ein Referat Rabbiner Dr. Kohn-Ansbach über „Ostjudensragen" brachte nach längerer Debatte den Beschluß, sich bei uns in Deutschland für besoiürere ostjüdische Gemeinden einzufetzen, Talmidci Chachomim aus dem Osten als Führer zu berufen und oie ostjüdischen Kreise zu veranlassen,' ihre Kinder bei cxprobtcw talmudischen Kräften unterrichten zu lassen. : . Der letzte Verhandlungstag brachte noch zahlreiche Anregungen und Wünsche. Der Gesamteirchruck der Tagrmg war der, daß die unversöhnliche Gruppe Breuer- Ehrmann sich stark in der Minorität befindet und die überwiegende Mehrheit ein Zusammenarbeiten aller Thoratreuen will. Wu k.*: : M %■ HA' Zum Wiener Ausweisuugserlatz Im Wiener Gemeinderat ging folgende Anfrage der Gemeinderäte Plaschkes und Genossen ein: „Der bekannte Ausweisungserlaß uiiserer Landes^ regierung, welcher nach dem Zugeständnis des Landeshauptmanns Sever ein Stück russischer Willkür darstellt, ist völlig undurchführbar und nur geeignet, die Wiener Bevölkerung, welche sich 'bisher gegenüber den Fremden gut benommen hat, in Auftuhr zu versetzen und besonders Legen L.ie'jüdischen Flüchtlinge aufzureizen. Sie-werden gewissermaßen vor der ganzen Oeffeilllichkeit als diejenigen gebrandmarkt, welche den'Hunger und die. Wohnungsnot verschulden, obwohl doch järer Einsichtige genau weiß, daß nur der . unselige Krieg, welcher fast alle Bewohner ohne Unterschied der Volkszugehörigkeit und Heimatszuständigkeit hart betroffen hat, diese fürchterlichen Zustände verursachte. . . Wir wollen aber nicht von dem ganz unmög 'lidjen Inhalt des Erlasses sprechen — viele Tausende, die sich freiwillig zur.Abreise gemeldet haben, - können nicht befördert werden —, sondern von seinen .. verderblichen Folgen für unsere Stadt. Wagten schon V seit Monaten reaktionäre Pogromhetzer mit immer neuen "Schmähschriften gegen die Juden niedrige Angriffe, die, ' Der Herr Bürgermeister in öffentlicher Gemeinderat- ‘ Mimg mit Entschiedenheit zurückgewiesen hat, so nehmen sich in Wien seit einer Woche zahlreiche verhetzte Personen das Recht heraus, gegen Juden, seien |5t Flüchtlinge oder nicht, gewalttä tigvorzu . .gehen. Uns kommen täglich mehrere Mittellungen zu, daß Juden aus den belebtesten Straßen überfallen. v e r s^öt iyt, tf nJßjre .mtWFWki'und,/Bärte» gerissen, mll Steinen beworfen oder inanderer Wci!s>q mißhandelt werden; ja sogar mit Ermordung werden manche'bedroht, falls sie sich nach dein 20. September noch in Wien zeigen sollten. Daß man in Wohnungen von Flüchtlingen cindringt und ihnen unter Beschimpfungen mittellt, am 20. September würden j sie hinansgeworfcn, ist durchaus keine Seltenheit. Einige städtische Wohnungskommissäre fordern für den, 20. September die armseligsten Flüchtlingswohmingen an. urch Flugschriften hetzt der deutsche Volksrat für Wi'en und Niedcröstcrreich ununterbrochen zuw Hasse gegen die Juden auf und beruft für Donnerstag, den 25. ds. Mfs., den ersten Tag des jüdischen Neujahrsfestes, in die Volkshalle ^des Rathauses eine Versammlung mit ausgesprochen, hetzerischer Tagesordnung ein. ' ' Wer erwägt, daß die Heimreise der Flüchtlinge bei den obgeschildcrten Verhältnissen in den nächsten« Wochen geradezu unmöglich ist, was übrigens auch das heutige Kommunique der Regierung andeutet, wird alles tun müssen, ums Äs treuer Bürger dieser Stadt die, durch Behörden fahrlässig gesteigerte Aufregung der. Wiener einzudämmen und' Vorfälle zu vermeiden, welche üas Ansehen Wiens herabsetzen, könnten, und zwar noch,' mehr als unüberlegte Erlässe. Wir fragen den Herrn Bürgermeister, ob er bereft ist, - öffentlich auf die Wiener Bevölkerung in beruhigendem Sinne einzuwirken, damit alle Unzukömmlichkeiten gegen Fremde, insbesondere gcgen die jüdischen Kriegs-- opfer aus Galizien urch der Bukowina, vermieden werden, ferner ob er geneigt ist, die Verfügungstellung ver Volkshalle für die-Hetzversammlungvom 25, September. zurückzunehmen." ' -:- \ TELEFONerfüllt ALLE Ansprüche. FRANKFURTER PRIVAT-TELEFON-GESELL5CHAFT™bH Rat-imhüfcrr^ an dff Sofie FRANKFURT A.M. fernspr. Monso 6256/57 Pogrdms uud Boykott-Nachrichten ans Ungarn. . Am 19. September kam es zu Tapolcza*) und Diszel zu Pogromen. In Tapolcza wurden vier Juden getötet und 30 schwer verwundet, ,sowie 80 Geschäfte ausgeplündcrt. Der amtlich fcstgestellte Schaden beläuft sich auf 40 Millionen Kronen. In Diszel wurdensämtliche Juden ermordet, sowie auch zwei Lehrer, die für Juden gehalten wurden. Es folgten organisierte Plünderungen. Das zur Aufrechterhaltung der Ordnung nach Diszel befohlene Militär nahm an den Ausschreitungen teil. Bisher wurden 92 Personen verhaftet, darunter auch die beiden Kommandanten des dortigen Detachements. In Budapest sind zum Boykott der Juden auffordcrndc Zettel verteilt worden. J Die Regierung hat ’ gegen die Pogrombestrebungen ein Zirkular erlassen. Die verantwortlichen Mhvrden sollen bei Ausschreitungen zur Rechenschaft gezogen werden. Im Ungar. Tel.-Korr.-Buro wurde soeben sämtlichen jüdischen Mitarbeitern plötzlich gekündigt. Der Leiter des Büros, Sektionsrat Nemot, der von der Angelegenheitscheinbar bereits vorher unterrichtet war, hat sich drei Stunden früher am Vormittag taufen lassen. Die Pogrome iu der Ukraine. „Glos Komunisti", .das Organ der polnischen Bolschewiken-in Rußland, 'schlecht: Gelegentlich ihrer Operationen in der Umgebung von Zmerinka veranstalteten die Petljura-Banden eine Reihe grausamer Pogrome. In Zmerinka, das sie -=-— f *) Tapolcza hat 6000 Einwohner, darunter ein Drittel .Juden. Distel'ist ein Dorf neben Tapolcza! D. Redakt.!r Marie© Ituftilancl Kalserstrasse 56 ( Täglich erstklassige Eaiserstrasse 56 Unterhai ton gsmnslk Condltorelnnd Cafd Wilhelm Wendel Alte Gasse e. BTeu renoviert und vergrößert. Eis. "WS total vernichteten, töteten sie 11 Juden, in Bradilonl 23,. in Szpikow 60, in/§razlaw zirka 40, in P e c z a r zirka 200 und in Bar zirka 30 Juden. Durch besondere Grausamkeit zeichnete sich der Pogrom in Peczar aus, wo Wed,er Frauen noch Kinder und Greise geschont wurden. Die gleiche Zeitung berichtet ferner: Die Zentralhilfssektion für Pogromopfer erhielt folgende statistische Angaben über die Zahl der Pogrornovfer in dem Gouvernement Podolien: Es wurden g etötet in Brazlaw 388 Personen, Lut in .212,’| Tuiczyn 519, in Peczar die gesamte jüdische Bevölkerung abgeschlachtet, Janow 300, Kaczanowka 3, Stryzowka 8, Traszczanice 500, Obodowka 150, Brzerzada 300, Wapniarka 60, Bor 20, Jaltuszkow 20, Zmerinka 35, .Bords l a w 26, Plaskurow 35, Kitajgrod 85, Kam i e n i c 100, P i k o w "68 Personen. ' Pögromagitation iu der T^checho-Skowakei. Brunn, 16. September. (Tel. der „Wr. Morgenzeitung".) In Mähren hat sich eine Geheimgesellschaft unter dem Namen „Blauer Stern" gebildet, welche die - Ausrottung der Juden durch Veranstaltung von Massenpogromen zum Zwecke hat und ihre Tätigkeit über das Gebiet der garten Tschecho-Slowakei erstreckt. Plangemäß sollen die Judenmetzeleien Ende September, also zur Zell der hohen jüdischen Feiertage, in Szene gesetzt weroen. Die tschecho-slowakische Regierung hat von der Tätigkeit der Gesellschaft „Blauer Stern" Kenntnis, was daraus .hervorgeht, daß an alle Sicherheitsposten und Gendarmeriekommanden Erlässe ergangen sind, die Arbeit der Pogromagitatoren zu verfolgen und Ausschreitungen rechtzeitig zu verhüten. PalästiueufischeS. Nach einem Bericht der Handels- und Jndustrieabteilung beim Zionistischen Zcntralbüro in London werden jetzt bereits für die erste wirtschaftliche Entwicklung Palästinas benötigt: Leute, die ini Steinschneiden und -behauen mittels moderner Apparate erfahren sind, ein Unternehmer für Autömobilverkehr, ein Motorbootunternehmer, ein Zinnfabrikant für Einmachdosen, ein Möbelfabrikant, ein Lederfabrikant, Eisfabrikanten, ein Konfitürenfabrikant, je ein Begründer einer modernen Wäscherei, Töpferei, Stickerei und Perlmutterindustrie. . In Haifa ist eine Anglo Palästina Export- und Import-Gesellschaft errichtet worden, deren Stammhaus in Leeds ist. Die Petrograder jüdische Ballgesellschaft Haboneh.hat sich als eine englische Gesellschaft mit 200,000 Pfund Kapital konstituiert. Die Egyptian Bonded Stores haben in Haifa und Jaffa Lagerräume eröffnet. Hierdurch ist ein direkter Güterverkehr zwischen dem Auslände und Palästina unter Umgehung der cgyptischen Vermittlung geschaffen woroen. -- In Jerusalem haben die Arbeüe» zur Ausführung des von der Zionistisches Kommission aufgestellten Drarnierungsplanes für die jüdischen Viertel begonnen. - Der jüdische Zentralrat in Jerusalem (Waad Harr) wurde von dem Militärgouverneur als rechtmäßige Vertretung der jüdischen Bevölkerung JerusÄems anerkannt. Die Justizverwaltung hat das Hebräische als Sprache her Fried ensgerichte genehmigt; alle Schriftstücke sind in dieser Sprache zulässig. Auch eiu Badebrief. Un Kopf i: luftkurr Badewc Gänsen an! . Das kleine „Auch" ist mitunter ein spötttsches, heimtückisches Wesen. So „wach" in unserem Falle! Wir sehen's de» Mund verziehen und.grinsend inzwischen rufen: „Mib" ein Batzebrnes, — es ist ja gar kein Äadebrref! . ‘ - <. v . . * , ' Ga Väter' i das sei keine si bereits Gut ar mahlte, „ Empfrr für d^ Di tauscnt nur dl wart > vidscber beilrgst anlaau heute! in den »1 sonderr eines l „wahr« blickte, enthüll seinem übrige Mamn materi verzehr S „jüdisc „lernei wiome gehört Wie l der Jii hausbi aber i bcftim: geistig! der E terielli erkenn diese wie w nicht i nicht r tum a Geübt lieren! A einige kleiner Häusei llohes ich w Gehen und Z Seele in der könnt! aber wickln Stuni Berste U nd r viellei wahr! für L Sp«l und - L-emr für hebra Neuhi schrisl ist i, hebrä eine wünst da gl richte liches Jahil srtäts binde taria Anga

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