Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 17 (1919)
- Issue
- Heft 37 (19.9.1919)
- Date
- 1919-09-19
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2692297-2693126-2693163--10872-2706255- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Seite? -la. Zutaten. Hochfeine Keine Ersatzstoffe. nach Maäss 400 Mark und höher, gediegene Ware, schöne Farben. Wenden - Umnebelten - Instandsetzen » Auf bügeln. Ich garantiere kür fehlerfreie erstklassige Auafflhrnng. " ,n 1 Lieferzeit nach Wunsch. Allerheiligen- QapJ AretZ. Telef°n strasse 44 1 Hansa4942. Nach Den BegrüßimgsworLen des Rabbinats und des Vorstandes der Synagogengemeinde in Halberstadt, Rab- ' biner Dr. Auerbach und Bankier Silberberg, erstattete namens des Vorstandes und Ausschusses der .Freien Vereinigung Jacob Hi o s c n h e i m - Frankfurt Bericht über die Tätigkeit der Freien Vereinigung im Kriege. Der Bericht behandelte die ausgedehnte Fürsorge für Heeresangehörige uno Kriegsgefangene in materieller, geistiger und religiöser Hinsicht, die Vorkehrungen und Sonder-Jnstitutionen, die zur Sicherstellung der rituellen Ernährung der heimischen Bevölkerung getroffen werden konnten, die Beschaffung der Ritualien verschiedenster Art unter den schwierigen Verhältnissen des Krieges, den Schutz des Sabbats, insbesondere bei - und nach dem Erlaß des Gesetzes über den vaterländi- ,'fchen Hilfsdienst, die Aktionen im Auslande (Polen, Palästina), die Hilfstäligkeit für die kleinen jüdischen Gemeinden, ihre. Beamten und Institutionen, 'bife Wirksamkeit auf dem Gebiete des Schulwesens und endlich die Beziehungen zu. den Mrigen großen Verbänden innerhalb der deutschen Judenheit. ’ Zweck des öffentlichen Vereinstages, dem in Kürz!? ein ordentlicher Vereinstag im geschlossenen Mitgliederkreis zur Vornahme von Neuwahlen folgen soll, war hauptsächlich die Klärung der aktuellen Fragen, die das öffentliche Leben der deutschen Judenheit zurzeit beherrschen. , : lieber die Tr ennung von Staat und Kirche, die Lösung des Problems in der neuen deutschen Reichsverfassung und die Einwirkung auf das jüdische Gemeinde-Leben referierte Rechtsanwalt Dr. I. Neue JMsche Kresse. Nr. Nr. 3t tnng des jüdischen Schul- und ErzieHungs-Wcsens und gelangte zur Aufstellung folgender Thesen: 1. Eine wirklich jüdische Erziehung kann nur in j ü d i -- scben Schulen erreicht werden. Es ist deshalb mit allen Mitteln danach zu strebe» a' die bestehenden Schulen zu erholte» und uiiiz »gestalten; . d) neue zu gründe». 2. Um dieses Ziel zu erreichen, sind in politischer Beziehung alle Bestrebungen zu sördern, die der Er- . Haltung der konfessionellen Schule dienen. 3. Die „Freie Vereinigung" must Wege ausfindig machen, um die Mittel zu beschaffen, de» leistungsschwachen Ge-» mcinden die Erhaltung und Gründung von «chnlen ermöglichen. 4. Ein bei der „Freien Vereinigung" von Pädagogen zu besetzendes. Schulanit hat. Lehrpläne aufzustellen, die den Zweck haben ai das jüdische Schulwesen in Großgememdeii systematisch auszubanen; b) der Abwanderung der Kinder aus Landgemeinden in die höheren Schulen vorzubeugen ' und zugleich die Möglichkeit zu bieten, daß die jüdische Schule Luchihren Zweck erfüllt. 5. Die Heranbildung eines mit reicher Thorakcnntnis imb gediegener Mlgemeinbildung ausgestatteten und in Jiroh gefestigten Lehrerstandes gehört zu den ersten Voraussetzungen für das erfolgreiche Wirke» des Schulatnts. Hierauf ergriff Rabbiner Dr. P. Kahn-Ansbach das Wort zu einem Referate über: „Religionsbekenntnis, Volkstum und St.aal". Er gelängte zu folgenden Thesen, die den bekannten eigenartigen und bei einem großen Teile der gesetzestrenen Judenheit starken Widerspruch findenden Anschauungen des ' Rümers entsprechen: Breuer- Frankfurt. Der Redner stellte in einer kurzen theoretischen Einleitung den fünffachen Charakter des politischen Schlagwortes der Trennung von Staat uno Kirche ^est, das die Frage der Machtverteilung zwischen Staat und Kirche, die der Macht-Uebertragung / vom Staat an die Kirche, die Frage der Zuwendung von Staatsleistungen an die kirchlichen Institutionen, die Frage der Gewissensfreiheit und diejenige der Stellung des Staates zur Religion als Kultnrwert umfasse. Die Reichsverfassung ordnet die Kirche dem Staat prinzipiell unter, jedoch bleiben die Religionsgesellschasten Korporationen des öffenllichen Rechts und haben Steuerrecht. Die sinanzäellen Leistungen des Staates an die Kirche sollen äbgelöst werden. Gewissensfreiheit wird in weitestem Umfange gewährleistet, und die Religion ccks Kulturwert wird in Schule und Hochschule ausorück- .. lich anerkannt. Was die rechtlichen Folgen für das . deutsche Judentum betrifft, so bleibt in Alt-Preußen zunächst formell alles beim alten, jedoch ist das Gefüge der Zwangsgemeinde durch die wesenllich erleichterte Möglichkeit des Austritts stark gelockert, uNd das Judengesetz von 1847, wird an 'einer immer größeren Zahl von Stellen infolge von Widersprüchen mit verfassungsrechtlichen Bestimmungen durchlöchert werden. In oen änderen Teilen Deutschlands mit ihrerbuntscheckigen Juoen-Gesetzgebung sind die rechtlichen Folgen sehr verschiedener Art. Der Redner ging alÄmnn dazu über, die wichtig- ' fiten. Richtlinien für die zukünftige Gemeinde-Politik der Orthodoxie zu zeichnen. Es sei die Hauptaufgabe der Mischen Gemeinden, den SteueLzwang, der sich auf die Dauer doch imcht werde pu frech t erhalten lassen, durch Hebung der Erken ntnis vom Wesen der ' jüdischenGemeinde überflüssig zu machen. Eine Gesamtorganisation der Mischen 'Re- ' ligions-Gesellschaft in Preußen sei im Hinblick auf die bekannten Gegensätze des religiösen Bekenntnisses weniger als je diskutabel. Ebenso müsse aus dem vom Redner entwickelten Grundbegriff der jüdischen Ge-; meinde, der auf 'dem' überlieferten Gottesrecht beruht, die von zionistischer Seile propagierte Bolksge- .meinde entschieden abgelehnt werden. Anzustreben sei eine Zusammenfassung aller derjenigen Gemeinden, die . 'in ihren religiösen Jnstittttionen den Boden des übcrlieferten Gesetzes nicht verlassen haben. ' Der 'Korreferent, Oberlehrer Dr. Rothschild- : Minslaken, beschäftigte sich ausschließlich mit der Gestal- 1. Einziges konstitutives Merkmal des Begriffs der jüdischen Nation ist die allen Weden gemeinsame Verpflichtung zu dem von Gott geoffenbarte» Thoragesetz. 2. Die Forderungen, die wir als Juden an die Staaten zu stellen haben besttmmen sich _ a) nach der sittlichen Pflicht, den gemäß These 1 grundlegenden Begriff der jüdischen Gemeinschaft durch die seinem Wesen angepaßte Form des Gemeinschaftslebens zu verwirklichen; bl durch die Notwendigkeit der Sicherung der physischen und wirtschaftlichen Existenz der Wchen. , 3. Das Religionsgesetz fordert von den in der Diaspora lebenden Juden Treue gegen das Staatsgesetz, die Betätigung vaterländischen < Interesses auch unter Opfern und unablässiges Streben und Wirken im * Rahmen der Landesgesetze, für die stetige Annäherung - des Heimatstaates an das Ideal des Rechtsstaates, wie ihn die Propheten als Ziel der Völkerentwicklung gezeichnet haben." Moritz A. Loeb-Berlin referierte alsdann über oie Sonntagsruhe. Der Rümer gab zunächst eine kurze Darstellung der historischen Entwicklung des Sonntagsruhe-Problems und der Bemühungen der jüdischen Verbände, insbesondere der Freien Vereinigung, eine angemessene Berücksichtigung der Interessen der sabbattreuen Juoen im Rahmen der Gesetzgebung zü erwirken. Der gegenwärttge gesetzliche Zustand, der keinerlei Ausnahmen von der Sonntagsruhe für die sabbatfeiernden Betriebe zuläßt, ist im höchsten Grade ungerecht und unhaltbar und steht im schärfsten Widerspruch zu den Grundsätzen, die im deutschen Völkerbund-Entwurf, in den Formulierungen der Friedensdelegatioü und auf der Berner sozialistischen Konferenz sestgelegt worden sind. Die Lage wird verschärft werden, wenn erst der Acht-Stunden-Tag überall durchgeführt sein wird. In letzterer Hinsicht kann durch Tarifverträge zwischen Arbeitgeber- und Arbeitnehmer-Verbänden einigermaßen abgeholfen werden. Es gelangte folgende Resolution zur Annahme: ' 1. Die „Freie Vereinigung" tritt für die Berücksichtigung des Sabbaths in der sozial-politischen Gesetzgebung ein. Sie erwartet, daß die vorhandenen und noch einzusührenden Sonntagsruhe-Bestimmungen, gemäß den Bestimmungen des deutschen Bölkerbundes-Egntwurfs, . den Vorschlägen der deutschen Friedensdelegation und den Beschlüssen der internationalen Berner Konferenz auf den den Sabbath als Ruhetag feiernden Teil der Bevölkerung im kaufmännischen und gewerblichen Lebe» entsprechende Rücksicht nehmen. Angesichts der Einführung' des Acht-Stunden-Tages empfiehlt die Versammlung den Arbeitgebern der am Sabbath geschlossen haltenden Betriebe, den Abschluß von Merifverträgeu, durch die cs ermöglicht wirdj an den fünf Wochentagen eine verlängerte Arbeitszeit hcrbeiznführen. Für die kaufmännische» Arbeitgeber kommt als Gehilfen-Bereinigung hierfür - der „Israelitische Ltcllenvermittlungs-Verein in Frankfurt a. M." Betracht."; Im Anschluß an das Referat des Herrn Dr. K o h n faßte der Vereinstag folgende Entschließung: „Die zum ersten Vercinstag nach dem Kriege versammelte Gcsamtvertretung der orthodoxen. Judenheit Deutschlands, die „Freie Bereinigung für die Interessen des orthodoxen Judentums" erhebt flammenden Protest gegen :die° wachsende antisemitische Verhetzung des deutschen Volkes, in einem Augenblicke, da bas. Vater-1 land mehr als je. des harmonischen Zusammenwirkens I alter seiner Söhne ohne Unterschied der Religion ■ und 1 Abstammung bedarf. Im Geiste des göttlichen Rcligionsgesetzes, dessen Forderungen über alle wechselnden Verirrungen der Menschen hinweg unabänderlich die gleichen! bleiben, gelobt die orthodoxe Judenheit, sich durch die! aus Verleumdung und politischer Jntrigue fließende Hetz: in ihrer Treue und Liebe zum Vaterland nicht beirren | äu lassen, zugleich aber auch, den inneren Feinden um der Ehre des Landes willen mit allen Mitteln der Abwehr nach außen, wie durch erhöhte Konzentration! auf den geistigen Besitz des Jndentuins nach innen j cntgegeiizutreten." ' Aus dem weiteren Verlaufe der Beratungen ist.noch! die Annahme folgender Resolution Cohen hervorzuhxben °. „In der Erkenntnis der außerordentlichen Bedeutung, die der'I n g c n d b e w e g n n g heute im Interesse der Erhaltung des gesetzestrenen Judentums zugesprvch:» werden muß, »sieht es die „Freie Bereinigung" als eine ihrer vornehmsten Pflichten an, die 'gesetzestreuen Jugend-1 Organisationen Deutschlands ideell und materiell zu unter-, stützen." Um drei Uhr wurde mit einigen Worten des Vorsitzenden sodann die Tagung geschlossen. Eine Rede Morgertthaus. . Morgenthau hielt aus dem Empfang, den die Lemberger Zionisten der amerikanischen Mission gaben, citn Rede, in der er sagte: „Wir sind hierher gekommen, mn die Wahrheit und nur die Wahrheit zu erforschen und der ganzen Welt vorzulegen. .Wir haben keine Angst, weil wir das große Land Amerika vertreten, und glauben, daß wir auch die Kraft haben, eine Reihe von Krankheiten in dem heutigen Weltsystem ausheilen Äier abschaffen zu; können. Ich habe Palästina besucht -und' ganz Polen durchreist, ich kenne daher die Verhältnisse hier und oort, ich kenne auch die großen Weltprobleme und daher habe ich den Mut, Euch die Wahrheit zu , sagen. Von Palästina glaube ich, daß die ganze Welt dem züstimmen wird, daraus ein Asyl für unseren Geist und unsere 'Kultur zü machen, ein jüdisches Land daraus zu machen, weil auch die Welt daran glaubt, daß dies die richtige Lösung der Mischen Frage sei. Aber die Jtchenfrage ist durch den Zionismus nicht vollkommen gelöst. Millionen müssen noch dableiben, und füx diese Millionen muß eine Lösung gefunden werden. Das schon jetzt, denn wenn die jüdische Frage nichtbereits jetzt gelöst werden wird, wird sie niemals gelöst werden können. Und gerade wir, die wir Eure Brüder und reich an Gütern, Intelligenzen und Arbeitskräften sind, wollen versuchen, den 8 Millionen Juden zu helfen, die in Rußland und in Polen leben und ihre Zukunst sichern. Und wir glauben, daß es uns gelingen wird. Wenn ich nach Hause kommenwerde, will ich ganz Amerika von Ost nach West, und von Süd nach Nord durchreisen und den Menschen erzählen: Wenn.Jhr die Lage gesehen hättet, in welcher 8 Millionen Manschen in Polen, Rußland und her Türkei leben, hättet. Ihr verstanden, daß Ihr helfen nüißt. Uyd sie. werden helfen. Wir haben schon bis heute große Summen gesammelt, weil 'wir unseren Leuten in Amerika er» llärt haben, daß wir die jüdische Frage lösen werden und können, wenn der jetzige Augenblick richtig ausgenutzt wird. .'Wir haben die Angelegenheit bereits soorganisiert, daß wir die Mittel selbstverständlich werden finden können, wenn wir das Projekt, auswelche Art wir die 8 Millionen Juden retten können, nur durch studiert und gefunden haben werden." Die Juden Amerikas haben während des ganKn Krieges großzügige Hilfsbereitschaft bewiesen, mü> auch die großzügige, kraftvolle Art, in der sie die jüdische Palästinasache erfaßt haben, berechtigt zü der Annahme, daß gerade sie bei der Äsung der großen jüdischen Aufgaben der nächsten Jahre eine gewichtige Rolle spielen werden. Nur sollen sie sich — nach dem Vorbilde des Präsidenten Wllson — die Probleme, die es zu lösen gibt, nicht gar zu leicht vorstellen, — uno es scheint, daß auch Morgenthau in diese» Fehler verfallen ist. Sofortige Ausweisung aller gaUzischeu Flüchtlinge a«S Deutsch-Oesterreich. Unter Umgehung der „Staatskorresponvenz"imb gänzlich überraschend für die Oeffentlichkeit hat der Landeshauptmann <m den Anschlagssäulen Wiens eine Bekani! rung Arbeite „l amte* Staats betraut höriger che nii bercchii August ten hl aus d ferne > G Aiifsor nachsiä vom! gen w oereu Jnterc Deutsä oder I dige I liegen, Behör behörl nur gegen Jüoij die ' arbei Neust kaust Ausri in d Städ stalle Ende berci A m Doll Mo» Erge Bcra den» zioni den Welt eine schlie Akvr crwo