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Neue jüdische Presse · 1919-08-22 · Heft 33 (22.8.1919) · p. Seite 5

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
17 (1919)
Issue
Heft 33 (22.8.1919)
Date
1919-08-22
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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13. Seite 5. e 12 inner Juli ehält Die Ab. ltung »che» der ßahlassivs «steht, rden, eine daß hlung ocden ineinliecht t el - bildet iteres i. — infere uns stenzchanb Z in .initiande Frau;r in neuen Mo» Ein« t die D.J. , das litzer- Für- ^ndet gibt , daß b fl r * zien : ben sind, i und i von den; eruiig rankt. Zu« weder tschen itische lt ge« zwar gesetzt nngsstatt« astand tischer ungs« ko n« e n. Wge. ÄLge- >g des e von durrhbeab« senden d und affung n, der bri- >ll, die ss enge der :chten° x, daß m bellte die le und einem n und lerika» «ine-ni Reue "Jüdische Presse. Nr. 33- SvKilävl'MLlvi'vi u.Wvissbinllvi'Li'dvjlen Philipp Trauner Textorstrasse 68. Telephon Börner 5778. Korrespondenten der „Times" erklärt, daß die Komnlission sich nicht das Ziel gesetzt hat, ein Urteil abzugeben, sondern Mittel zu finden, eine Verständigung zwischen Juden und Polen anzubahnen. Die Kommission stellt fest, daß die indischen Führer sich als versöhnlich und zuverlässig gezeigt. Tie Kommission beabsichtigt auch Lodz, Grodno und Lemberg zu besuchen. ' Man kann jüdischerscits nur wünschen, daß Morgen- Ihans kluge und aufrichtige Worte einen günstigen Widerhall bei den tonangebende» polnischen Kreisen sinden und in ihnen den Willen zur ehrlichen Verständigung mit den Inden in hohem Grade sestigen und stärken. Tenn es ist heute gewiß hoch an der Zeit, den polnischjüdischen Gegensatz entscheidend zu mildern und einen gerechten, beide Teile befriedigenden, endgültige» Ansgleich zwischen Polen und Juden herbeizuführen. Dem „Kurs. Warsz." zufolge hat Wilson Senator Morgentlstlu eine Instruktion gegeben, in der es unter anderem heißt: „Ter Hauptzweck ihrer 9fcife ist, mit allen Mitteln zur Milderung des Rassenkonfliktes in Polen beizutragen, und zwar hauptsächlich durch' Beeinflussung der jüdischen Bevölkerung in allen Zentren Polens und durch Aufklärung derselben über ihre Pflichten deni neuen Staat gegenüber. Ich habe nämlich de» Eindruck, das; die erlvähnte jüdische Bevölkerung sich noch nicht klar darüber ist, daß die Gleichberechtigung mit Pflichten verbunden ist, von welche» man sich absolut nicht änsschließen kann. Ich vertraue darauf, daß Ihre Reise günstige Resultate aufweisen und zur Beruhigung der Gemüter beitragen wird, welche für die Konsolidierung des 'Reueulstandenen dringend notwendig ist." Es geht aus den Schlußsätzen dieser Instruktion hervor, daß Wilson über die wahre Lage der innerpolitischen Tinge in Polen nicht genau und zuverlässig genug unterrichtet wird. Daß im übrigen die Mission Morgenthaus hauptsächlich in der Herbeiführung eines polnisch-jisdischen, Ausgleichs bestehen soll, wird in der jüdischen Welt nur ein Gefühl der Befriedigung anslösen und neue Hoffnungen auskommen lassen. * (;\. P- Z ) In einem Gespräche mit jüdische» Journalisten in Wilna äußerte Ri o r g e n t h a u, er habe nach Kennenlcrnen der Wilnacr Verhältnisse und unter dem Eindrücke der dortigen Untersuchung mehr Verständnis für das jüdisch-nationale Problem; und den Zionismus gewonnen. Er werde ebenso, wie er bisher Palästina gefördert habe, nunmehr auch den Z i o n i S m u s untc rst ü tz e n. („Moment." u. „Jüd. Volk"). Englische UntersuchungSkommissionc« für die Pogrome. Im englischen Parlament erklärte der Unterstaatssekretär des Auswärtigen Amtes auf eine Anfrage eines Deputierte», daß England die Entsendung zweier Komin i s s > o n e » nach Polen-beabsichtigte, welche die Aufgabe haoen werden, die p o l n i s ch e n P o g r o m e gründlich und objektiv zu erforschen. Tie englischen Delegierten werden sich wahrscheinlich mit der amerikanischen Kommission in Verbindung setzen. Für die Pogromopfer sammelten nach Londoner Meldungen die jüdischen Legionäre des 40. Palästina-Bataillons 500 Pfund Sterling. K s. d O) Rutzland. Die Jude« und der Bolschewismus.' In einer Unterredung mit Pressevertretern in London erklärte der stühere russische Außenminister Miljukow die Beschuldigung, daß die russischen Juden zum Teil bolschewistisch seien, als gemeine Lüge. Leider ist er überzeugt, daß die unschuldigen jüdischen Massen es teuer bezahlen werden, daß unter den bolschewistischin Führern auch mehrere Juden sich befinden „Zum Unglück sür die Juden weiden speziell die jüdischen Führer allein Hervorgehoben, als ob sie ausschließlich die Träger des Bol chewismus wären. Daher ist der Antisemitismus auch in Kreise gedrungen, die früher judensreundiich waren. In Wahrheit aber ist die Beschuldigung, daß dcs russische Judentum bolschewistisch sei, eine böswillige Berleumoung. Im Eeqen leih die großen jüdischen Massen sind stark autibotschewistisch.' - Die Pogrome „Jswestija" veröffentlicht eine Zusammenstellung der in den letzten Akonaten auf ehemals russischem Gebiete vorgekoninrenen Pogrome und schreibt, daß überall, wo Agenten der Entente out Ruder sind, die Judenfrago in Fora, von schrecklichen Metzeleien wieder aufgetaucht ist.- Die noch unvollständigen Zahlen ergeben allein süv das Gouvernement Podolien 3307 ermordete .Inden. > Dazu kommt die Bevölkerung von Petschora, die bis auf den letzten Mann v'ernichtet wurde. Im Gouvernement Kiew wurden 122000 unglückliche-Juden ausgeplündert. Jn P v d o l i e n haben Petljuras Banden das Gemetzel neuerlich wiederholt. Wö Koiltschak und Denikin herrschen, ist die An siedln ngszone sür die Juden wieder anbeföhlen worden neben allen.möglichen anderen Beschränkungen. — Zluch wenn die Meldungen der „Jswestijä" wohl nicht in allen Punkten der Wahrheit entsprechen, so führen sie-'- doch die katastrophalen Ereignisse in der südischen Welt des Ostens unddie unsäglichen Leiden unserer Brüder in dem ehemaligen Rußland schrecklick .geimg vor Äugen. Tschecho-Slovalische Republik. Offiziöser Antisemitismus. Raa einem Berichte der Prager „Selbstwehr" äußerte sich »er Minister für die Slowakei, Schrobar, in einer kürzlich gehaltenen 'Rede über die Juden in der Slowakei unter anderem wie solgt: „Unsere' Leute greisen uns in den Zeitungen heftig deswegen an, weit in der Slowakei ein Schrecke n s - reg iment gegen die Juden geführt, weil antifeinitiscki regiert werde nnid weil die Juden hier rechtlos seien. In der Slowakei werden die. Juden nirgends verfolgt und wenn es doch der Fall ist, so kommt das daher, daß sie Kettenhändler und Verräter sind, aber; das widerfährt auch Christen inr gleichen Maße. Tiü Juden waren die Ausbeuter und Aussauger des slowakischen Volkes Und bei dem letzten magyarischen Einfalle sahen wir, daß sich die Judenschast. nicht an die Gelöbnisse hielt, die. sie der Regierung gegeben hatte, und sich u n l o h al benahm. Das bestätigen unsere Beamte» und Soldaten. -L-tciatsfeindc werden auf der ganzen -Welt bestraft " Die „SelbsNvehr" wendet sich mit Entschiedenheit gegen die ausreizcnden Worte des Ministers, die bloß' dazu angetan seien, den antisemitischen Wühlereien :mtr llmlncbe» im Lande wirksam Vorschub zu reiften. Es ist in der Tat in hohem Grade unverantwortlich und leichtfertig, in Rücksicht auf die durch judenfeindlich« Hetze äußerst verschärften Beziehungen zwischen den Juden!, und der christlichen Bevölkerung in der Slowakei durch ganz unverhüllte, offiziösen Charakter tragende Zknndgebnngen antisemitischen Geistes neues Gift ans diese Beziehungen zu träufeln und neues Del ins gefährlich schwelende Jener des Judenhasses zu gießen. Eine Regierung, die dieses Gebot elementarer staatspolitischer Klugheit und Einsicht, zumal i» der heutigen Zeit der aufgewühlten Volksleidenschasten überhören und ihm zuwiderhaiideli: zu dürfen glaubt, erweist il,re„, Lande' damit wahrhaftig keinen gute» Dienst. * Wie das Tschecho-slowakische Preßbüro mitteilt, fand in jüngsten Beratungen des slowakischen Klubs in der Frage der Lizenzen die Ansicht den stärksten Anklang, daß diese Frage allmählich zu lösen sei. Hierzu bemerkt die „Wr. Morgenztg.": Die Frage der Lizenzen besteht darin, wieman so 'chnell als möglich alle jüdischen Kaufleute beseitigen und durch die Günstlinge der Regierung.ersetzen könnte, die allmähliche Lösung darin, daß dem .Kegierungspro« gramm 'zufolge die Landsuden vor den städtischen ruiniert werden, damit sich endlich diejenigen Leute, die nicht imstande sind, sich mit wirtschaftlichen Mitteln zu behaupten, zur Geltung bringen können." Palästina. Vom „Hechalnz". Rach einer Mitteilung des-palästinensischen Hapoei hazai'r ist die erste größere Gruppe von t05 Chaluzinr ans Pole » in Palästina eingetrosfen. Bon den 105 Chalnziin hauen sich tOl sofort dem Hapoöl ha.za'ir formell aiigeschlvssen. Kurze politische Nachrichten. Libau. Im neuen lett.schen Kabinett befindet sich' unter 11 Mitgliedern im ganzen ein Jude. Es ist der Rechtsanwalt Tr. P. Rc i n z. Zionistische Nachrichten. Sofia. Wie das Kopenhagen«! Zionistische Bureau mitteilt bestehen in Sofia zur Zeit vier P alästina« Kolonisations-Gesellschaften und zwar „Erez Israel" niih 120 Mitgliedern, „David" mit 120 Mitgliedern. „Union" mit 10 Mitgliedern und „Ovde-Adama" mit 48 Mitgliedern. Unter den Mitgliedern "dieser Gesellschaften befinden sich verschiedene Handwerker und Gewerbetreibende, aber auch Kaufleute svMg ein hebräischer Lehrer, Der Wolffsohn-Fon-S. Bvr kurzem fand im Haag die konstituierende Sitzung des Wo lsfso h n-Foi^ds-Komitees statt. Das Komitee besteht gemäß dem Testament Wolsfsohns ans den Herren Jarobus Kann, Dr. Katzenelsohn und Dr. Leszynsky. Jncobns Kann wurde zuur Vorsitzenden aus Lebenszeit bestellt, Hans H e r z l wurde kooptiert. Das Komitee hat seinen Sitz im Haag, der baldmöglichst nach P a l ä st i n a verlegt werden' soll. Es wurde beschlossen: die von dem verstorbenen Dir. Wrccham Robinson cntworsene Wolsfsohn-Biographie zu bearbeiten.' und sodann in deutscher, englischer und hebräischer Sprache heranszugeöen. Sämtliche Schriftstücke von Wolffsohn und über Wolffsohn solle» gesammelt nird dem bereits geschaffenen Wolfssohn-Archiv, einverleibt werden. An alle! Frenndc ergeht hierinit die Bitte, die Sammlung zu fördern. Die Sammlung wird de» Grundstock eines allgemeinen zionistischen Archivs bilden. Besteuert Euch für denMillionensonVs des Jüdische» Nationalsonds. /chwinn&X^i Goethes fcr. 19. j Tapeten- Ünofeumj Aus der Misrachi-Bewegung. Chiefrabbi Hertz im die Misrachisten Europas. London. Der Chiefrabbi von Großbritannien Dr. I. H. Hertz sandte als.Vorsitzender der englischen Mis« : rachi - Zentrale dem Züricher Misrachi - Korrespondenz- . büro -zur Weiterleitung an die Misrachisten ves Kontinents ein Begrüßnngsinanifest, in dem es u. a. heißt: .Während der letzten fünf Jahre der Leiden haben sictz die Hoffnungen unseres Volkes in Bezug auf Palästina verinnerlicht. Jeder rechtdenkende Jude glaubt, baß Ren- Juda in s K d i s ch e m Geiste verwaltet werden uucßj und darin besteht gerade die herrliche Aufgabe unserer Organisation, innerhalb der zionistischen Bewegung unsere heilige Thora znm Fundament unserer neuen lüdischen Heimstättezu machen." Personalien «. «eine Mitteilungen. Berlin. Prof. Dr. Karl Neuberg, außerordentlicher Prpscssor für Cheinie an der Universität Berlin und! Mitglied!deS Kaiser-Wilhelm-Jnstitut» sür experimentell« Therapie in Berlin-Dahlem, ist zum ordentliche^ H onorarprofessor in der Berliner philosovhischent Fakultät ernannt worden. — Dr. Hans S ch i rokauec, Oberarzt, nt znm Professor ernannt worden. — Der außerordentliche Professor für innere Medizin an der Berliner Universität und Direktor des Instituts für Untersuchungen mit Röntgenstrahlen, Geh. Med.-Rat Dr. Emlil G r u u in a ch ist im 71. Lebensjahre g e st o r b e n. Berlin. Dr. I E t b o g e n, Dozent an der Hochschule für die Wissenschaft des Jndentnms, erhielt den Pirole > ijj r t i t c I. Berlin. Dr. Baneth, Dozent an der Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentutzfs, xrhielt den Titel Pro s e i s o r. Düffeldorf. Juüizrat Lande, der neue Regierungspräsident von Düsseldorf, ist Jude. Fnlda. Rabbiner Dr. C ä y n beging seinen 70. Geburtstag. Pose». Oberrabbiner Tr. Freimann, der mit - anderen angesehenen Juden von den Polen interniert war, wurde wieder sreigelassen. Warschou. In Lodz ist vor kurzem eine große Gesellschaft für Tabakbau in Palästina gegründet worden Frauksurter Berichte. Lefterreichisch-nngarische LiqnidiernugSkommiffio» in Frankfurt a. M. Wir erhalten folgende Mitteilung, zur allgemeinen Bekanntgabe: Eine liquidierende Kommission des liq. üsterr.-ung, Kriegsministeriums amtiert bis 3. September einfchl. wochentags von h»2 bis Uhr iur Restaurant „Schlesinger Eck", Große Gallusstraße 2. Zur Lluszahlung gelangen unter gewissen Voraussetzungen : Heimkehrergebühr, Urlaubsgcbühren, Medaillen» znlagen, Entschädigung für nicht mehr erhaltene s. Zt. abgegebene Zivilkleider, 'Ansprüche auf Kriegsgesangenewgeoühren werden aufgcnonrmen. Sämtliche außerhalb Frankfurt a. M., jedoch in» Konfnlarbezirke (Freistaat Hessen, preuß. Provinz Hessen» Ras'au, baqr. Pfalz) wohnhaften 'Auspruchberechtigtew - haben ihre Ansprüche schnellstens per Post an di» Lianidiernngskonnnission '(p. 'Adr. Dentsch-österr. General, konsnlat, Frankfurt a. M., Reue Mainzerstr. 5-1) zu richten. . . "’S Personalien. In Len Tagen, da wir um Churban bes hamikdosch klagten, ist ein Haus zerstört -worden, das in Wirklichkeit ein Rkikdoich nieat genannt zu werden verdiente. Die Krone dieses Hauses ist gefallen, Frau Jenny Uitna ist nicht mehr. Ihr Rmne wurde nicht viel in der Oefsent» lichkeir gehört, ihr Haus. war das Feld, auf dem sie sich betätigte. Fromm und gütig, sanftmütig und hilfreich veredelte sie' unbewußt ihre Häuslichkeit. Wie fiel dem Gatten alle Hemintlngcil aus dein Wege räumte, dmnit er ungestört sein Lebensziel verfolgen kann: lil- ' niaud nllanmied: wie sie ihre Kinder im Sonnenscheii» edler Fannlienzusamnieiigehörigkeit erzog zu Tauroh und» Maasim tauwim; wie sie einzigartig in ihrem Haushalte waltete unter minutiösester Beobachtung '.der religiösen Gesetze — all das läßt uns mit Recht von der zu früh Dahiilgeschiedeneil sagen, sie niar ein esches chcM in des Wortes uneiiigeschrünktester Bedeutung. ' Im Alter von 52 Jahren ist sie uns entrissen worbender hochbetagten, bemitleidenswerten Mutter, an der sis mit innigster Kindesliebe hing, dem tiefgebeugten Gattenmit dem sie vor fast zwei Jahren den Tod eines edlen, durch den Krieg dahingerafsten Sohnes beweinen mußte,- ihren Kindern, die sie in Treue umsorgt und umhegt' hatte, ihren Verwandten und ihren Freunden, die allzeiü auf sie rechnen konnten. Ein «Ungemein zahlreiches Trauergeleite gab ihr die ' letzte Ehre. Rabbiner Dr. H orovitz, Rabbiner Dr. ltn« na-Mannheim würdigten in zu Herzen gehenden Wortent. ' die edlen Eigenschaften der Heimgegangenen. ZT* ' /*♦ 'J v5,: ■M 7-M Kleine Notizen. Der Talnntd-Thora Verein macht darauf,.»mfmerksam, daß t:e Schiurim am Montag und Dienstag fortan vom:"' i/:>9—VslO Ilhr abends stattfinden — (siehe Frankfurter'' Veranstaltungen). ',

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