Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 17 (1919)
- Issue
- Heft 25 (27.6.1919)
- Date
- 1919-06-27
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
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COR H. Ifomehmes fär/e/e -Kabarett und Ballhaus. *5chäfergassel3-75. 3er und lauter denn je wurde, der Ruf nach Einheit und k-7 - Einigkeit erhoben, und innerlich gefestigt geht der Verband %uß dieser Tagung in das zweite Jahrzehnt seines Be- Hehens."" ,/ Zueünr Reihe, die gesamte deutsche Judenheit belvcgen» KK^n Ereignisse nahm die Tagung Stellung. A>n Wiedera ufbau Deutschlands sich unter Einsetzung ihrer -ganzen Kraft zu beteiligen, hat sie ihren Mitgliedern zur «sten Pflicht gemacht. O-. Die Kongreßfrage förderte die Tagung dadurch, Haß sie sich einstimmig für emen Kmigreß aller in Deutschland lebenden Juden aussprach. . Gegen die schändliche Pogrompolitik der Polen >r^. und Rumänen wurde ein flammeiwer Protest erhoben. ., Dem Palästina Problem wurde die Tagung durch ^.'Mnnähme einer Resolution gerecht. - Eingehend befaßte man sich mit dem Zentralerem deutscher Staatsbürger jüd. Glaubens. Die Tagung dürfte! klar gezeigt habe, dan em großer Teil auch der nichtzionistifchen Jugend und viele jüngere Mitglieder des Ientralverf jeing mit dessen inuerjüdischer Politik durchaus nicht ein- '. »erstanden sind. Diese Tatsachen werden dort vielleicht zu denkn geben. ~ ' Einen eingehenden Bericht der Tagung lassen wir nach- L Wehend folgen: . Sind) einer stimmungsvollen Gedenkfeier für die im .Kriege gefallenen Berbandsmitglieder eröffnete der derzeitige ^^Rerbandsvorsitzende Rechtsanwalt AlfredApfel - Berlin : die. Tugung mit ernsten Worten der Begrüßung. Er erstattete des Geschäftsbericht und wies auf bas zehnjährige HI^stehen des Verbandes, der die größte jüd. Organisation' Deutschlands sei, hin. Er betonte das Erstarken des jüdischen Selbstbewußtseins der jüdischen Jugend; insbesondere K machte er darauf aufmerksam, wie wichtig es für die "' Zugend sei, zu den aktuellen Fragen, welche die jüdische Oeffentlichkeit beschäftigen, Stellung zu nehmen. Denn .jetzt solle das Haus errichtet werden, in dem später die ■ Jugend zu herrschen habe.-'Für den Wiederaufbau Deutsch- ' Y,' lande «inzutreten, sei eme ernste, heilige Pflicht der Jugend. .- Einen diesbezüglichen Antrag würde vec Vorstand vorlegen. Auf jüd. Gebiete habe gerade die Jugend die Pflicht, die äg/v-’JnS Einschlafen gekommene Kongreß frage vorwärts zu ji-l, treiben und zu fördern, -denn endlich einmal müsse eine Ge- ' samtorgänisatio» der Juden in Deutschland geschaffen wer- 5 den. Zu den Satzungßänderimgen habe er für 8 1 folgende E vorgeschlagen: 6-„Der Verband der jüdischen Jugendvereine Deutsch- . 7 iands bezweckt die Förderung der gemeinsamen Interessen ' ' Der In Deutschland bestehenden jüdischen Jugendvereine, die ein bewußtes Judentum auf dem Boden deutschvaterländischer Gesinnung pflegen." . ’ Angesichts des Umstandes aber, daß diese Fassung sowohl im Vorstand, wie auch bei den Delegierten auf starken /^Widerspruch zu stoßen scheine,. wolle er diese:! Antrag zu- 7 rückziehen, um nicht in den Ruf eines Antizionisten zu kommen'. Er halte es aber für nötig, darauf hinzuweisen, Yj--> - daß vaterländische Gesinnung keine Neutralitätsverletzung A"- Jet. Er erkenne gern "an, daß auch die Ziomsten während ,■ des Krieges ihre vaterländische Gesinnung durch die Tat bewiesen habe. Er bedauere aber, daß die Zionisten eine ge- Leihliche Zusammenarbeit erschweren würden. Noch immer ,?- Bestände jene Posener Resolution von 1412, nach denen die ' ' Zionisten ihren Anhängern Wohl gestatten, in den Verband hineinzugehen, ihnen aber Mitarbeit verbiete. Es sei be« ^chämenswert, daß sich noch keine Zionisten gefunden hätten, die laut gegen diese Resolution protestiert hätten. Der Ber- : Luch im März 1918, eine Derständigungsgemeinschaft der jüdischen Jugendvereine aller Richtungen zu schaffen, sei ' lediglich an dem gegen Treu und Glauben (? D. Red.) verstoßenden Verhalten der zion. Delegierten gescheitert. Dr. stlpfel brachte an Stelle seines zurückgezogene:: Antrages msdann eine neue Fassung der §§ 1 und 2 ein. Diese Mrfsung besagt u. a., daß die „Verbandsvereine erstreben die -äPffege bewußten Judentums, vaterländischer Gesinnung, Winfluß auf die sittliche Führung und auf die geistige Fortbildung ihrer Mitglieder durch die Vermittelung jüdischer -'»nd deutscher Kulturwerte". Zum Thema Wiederauf- » uu D e u t.s ch l a n d s habe er für den Berbandsvorstand Mi» folgende Resoültiön vorzulegen: „Der Verband der jüdischen Jugenbvereine Deutsch-!ands macht es seinen Mitgsiedern zur heiligen Pflicht ihre "'ganze Kraft für den Wiederaufbau des Baterwndes ein- "zufechen. Er erwartet, daß jedes seiner Mitglieder nach ' Maßgabe seines Könnens und innerhalb seines natürlichen - Wirkungskreises zur Erzielung und Festigung des vater- - Ländischen Gemeinschaftsgefühles und einer idealen Weltr -anfchauung beiträgt." . . ' Diese Resolution wurde einstimmig ohne Debatte «»genommen. . . erster Redner mahnte Kommerzwnrat Ste:n- Becksin.als Vertreter der Großloge, unbedingt die NeutralitSt-Leizubehalten. Deshalb müsse er sich gegen den Antrag Herrn Dr. Wfel aussprechen, weil dieser den Verband restlosen Anschluß'an den Zen- ^SzMavMinÄÄÄscher Stagtsbürger jüdischen Glmtben» müsse r:-.^ekWZWrbanb. warnen;, da der Zentrjllerejn ein politischer?■ •••’Äwetö^Btfjbesc.mit einer bestimmten jüdischen Richtung hesthde - Die Arbeit mr und kür die Jugend dürfe «pVt,- M W jutr im Rahmen der Neutralität geschehe»: Die neutralen Logen solle» dem Bvcband ein Vorbild sein. Rechtsanwalt Dr. I s i Kahn- Köln-Berlin erblickt in der Neuformuliernng des Apfelschen Antrages keine Aenderung. In jüdischen Dingen sei das Judentum Primat. Er vermisse in den Satzungsänderungen und Resolutionen Richtlinien zu großen innerjüdischen Aufgaben. Die Neutralität müsse der Verband beibehalten und gegen rechts und links wahren. In Tlntizionismus dürfe der Verband * nicht verfallen. Es fei nicht nötig, die Vaterlandsliebe erst statutarisch fvstzulegeu, da diese jüdisches Religionsgesetz sei. Der Zentraloereiu deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens erweise sich nicht immer als Freund des Jugendverbandes. Die „Kameradenvereine" stütze er offensichtlich, und diese seien völlig einseitige Jugcndvereine mit einer bestimmten Spitze gegen andere Richtungen. Der Zentralverein hätte die jungen Leute an unsere Sportgruppen sich wenden lassen sollen. Die Kongreßidce müsse der Verbaick» fördern, sie sei eine Kopie des Neutralitätsprinzips und solle endlich die gemeinsame Plattforn: schaffen Helsen. Er mahnte die Jugend, einig zu bleiben. Zum Schluß beanr. tragte der Redner die Einsetzung einer Palästinakoinnnssion. Der nächste Redner Dr. Löffler-Frankfurt a. M. tritt ebenfalls namens, der süddeutschen Vereine für Beibehaltung der Neutralität einwährend Justizrat BL:» d - nitz-Berlin den Zentralverein in Schutz nimmt uckd den Äpfelchen Antrag befürwortet. Bei Beginn der Nachmittagssitzung ergreift Dr. W o l sh e im - Ersiuck das Wort und führt aus, daß er de» Zentralverein schon seit langem nicht mehr als neutral ansehe. Das habe er denn auch wiederholt erklärt, und er fordere deshalb, daß Dr. Apfel und Frl. Dr. Berliner, die als Vertreter des Jugendverbandes im Zentralvereinsvorstande.seien, dort ihre Aemter »iederlegen müßte::. Die Kameradenvereine seien n:it bewußter Kampfabsicht gegen die Blau-Weißvereinc gegründet. Dieses Recht müsse man den: Zentralverein zngestehen, aber er sei dadurch, wie auch durch feine innerjüdifche Front eben nicht mehr neutral. Der Jugendverband müsse nicht für einen Kongreß der deutschen Inden, sondern für einen Kongreß sämtlicher Juden Deutschlands eintreten. Die Palästinaarbeit sei zu unterstützen, die Förderung der hebräischen Sprache dürfe nicht nur auf dem Papier, stehen bleiben. In der Kongreßfrage, sei allen Juden in Deutschland das Wahlrecht znzugestehen, eine Ausnahme sei nur den dauernd ftnktnicrenden Elenrenten gegenüber gerechtfertigt. Als nächster Redner trat -Rechtsanwalt Dr. K r o m - bach-Essen für den Apfelschen Sahungsentwürs ein. Rabbiner Dr. L e v i n - Leipzig bemängelte, daß in dem Programm des Jugendverbandes das Positive fehle. Der bisherige 8 1 sage nur Negatives, deshalb müsse jetzt das Positive hineingearbeitet werden. Das Wort „vaterländisch" in der Apfelschen Fassung, das so viel Widerspruch errege, schlage er tzor durch „staatsbürgerliche Gesinnung" zu ersehen, den» bas Wort „vaterländisch" sei heute durch den Mißbrauchden die Reaktion, die Alldeutschen, die Antissnite» damit getrieben hätten, in Mißkredit geraten. Der nächste Redner, Rechtsanwalt Pasch- Berlin, wendet sich gegen Zulassung ■ der Fremden zu den Kongreßwahle::. Den Apfelschen Antrag, insbesondere seine deutschvölkische Begründung müsse er zurückweisen. Dr. Kurt Alexander -Berlin trat mit Wärnre für die von Dr. Apfel vorgeschlagene Fassung ein. Es müsse Wahrheit und Klarheit geschaffen werden. Der Verband müsse festlegen, was er wolle. Endlich müsse Wahrheit und Klarheit geschaffen werben, da es sonst zu schwer sei, die Grenzen der Neutralität zu bestimmen. Wenn die Gegner behaupteten, daß die Apfelsche Fassung etwas selbstverständliches sage, so meine er, daß man sich nicht scheuen solle, etwas, was doch selbswerständlich sei, schriftlich niederzulegen. Einerseits, könne man nicht znsammenarbeiten mit Leuten, die eine vaterländische Gesinnung nicht haben, andrerseits fordere er auch ein bewußtes Indent:::::. Man solle sich davor hüten, die Kameradenbewegung gering zu achten. Ein großer Teil der jüdischen Jugend würde sich sich hier" anschließen, wenn der Jugendverband auseinanderginge. Rabbiner Dr. Landsberg -Wiesbaden fithrte aus, es sei der Geist des Zentralvereins, aus dem heraus der Apfelsche Antrag geboren sei. Als Beweis führte er ein vertrauliches Schreiben des Zentralvereins an seine Ortsgruppen an, in welchem der Zentralverein diese anweist, dafür zu sorgen, daß nur Anhänger des Antrages als Delegierte entsandt werden. (Diese Mitteilung rust unter den Delegierte» eine starke Bewegung hervor.) Es sei bemerkenswert, daß sämtliche Vorredner als Nichtzion.isten den Antrag abgelehnt hätten. Mit dem uns so teueren Worte „Vaterland" sei von denen, die es in den Abgrund getrieben hätten, ein maßloser Unfug getrieben. Würde der Verband vaterländisch gerichtet fein, so müßten alle Ausländer aus den Vereinen austreten. Frl. Dr. Cora Berliner, die ehrenmntliche Geschäftsführerin des Verbandes meinte, grade, weil bezweifelt würde, daß der Jugendverband ein positives Programm habe, müsse dieses in den Satzungen verankert werden.. Es genüge nicht, die positiven Aufgaben als Resolutionen anzusehen, denn diese seien vergänglich. Es sei ein großer Irrtum zu glauben, daß die Ausländer aus den Jugend« Kaffee Kaiser garten ■m Opernplats Eratklassiges ITamiUen-KaiPee Täglich ron 4 Übr ab : . ' m 25. Irbadia’i Kfinstlerapiele - i 1' ' und Arfandla-IMele KaiseratraaBe 69. _Telefon: Hansa 5516. ■ Pie cpctc» MmM«hp1cI» m Platz». vereinen austrete:: würden, wenn die Pflege vaterländischer Gesinnung gefordert wird. In längeren Ausführungen trat Rechtsanwalt Dr. Kaufmann-Mannheim für die Beibehaltung der Neutralität ein. Der Verband müsse erhalten bleiben. ES wäre besser gewesen, wen» der lilpfelsche Antrag unterunterblieben wäre. Herrn Dr. Apfel sei. es zuzuschreiben, wenn der Verband, jetzt nach zehnjährigem Bestehen, in die Brüche ginge. In Mannheim hätten sich jüngst Vertreter von 24 süddeutsche:: Vereinen getroffen, und einstin:mig sei man der Meinung gewesen, daß die Neutralität aufrecht erhalten werden müsse. Man sei evtl, bereit, die Konsequenzen zu ziehen. Den 8 2 würde er bis auf die Worte vaterländische Gesinnung voll und ganz unterstreichen, denn diese hätten als politisch mit unserem Programm nichts zu tun. Wir Juden müßten, so sagte der Redner, gerade in der gegenwärtigen ernsten Zeit alles Einigende mehr betonen.^ Alle Juden seien Patrioten, und Schufte seien die- ' jenigen Staatsbürger, die heute ihr Vaterland verließen. Aber Schufte, die es bei den Christen ja genau so gut gäbe wie bei den Juden, könnten den Verband nicht zur Aenderung seiner Satzungen veranlassen. Zu starke Bctonnng des Patriotismus sei überslüssig. Der jüd. Kongreß sei vom Jugendverband zu-begrüßen. Er sei die gemeinsame neutrale jüdische Plattform. Heute sei die ältere Generation im Begriff, der Jugend auf ein Gebiet zu folgen, das diese im Begriffe sei, einer Wortklauberei wegen aufzugeben. Deshalb warne er vor Annahme des Äpfelchen Antrages. Heute sei cs eininal nötig, sich gegen Dr. Apfel zu wenden und ihn mit seinen ejgenen Ideen zu schlagen. Dr. Slpfels Verdienste um den Verband seien groß, choch das dürfe den Verband nicht hindern. Dr. Apfel hätte mit seinen „Untertanen" erst Fühlung nehmen müssen, bevor er den Antrag einreichte. Alle Inden ständen auf dem Boden der Heimat und würden treu zu ihr chatten/ aber das „Vaterländische" sei etwas Politiiches. das nicht in das Verbandsprogramm gehöre. Auch die Sozialdemokratie komme in: Erfurter »Programm ohne das vaterländische aus, und doch habe sie sich während des Krieges als durchaus vaterländisch bewiesen. Der Apfelsche. Antrag würde in jetziger Zeit nicht nötig sein und Opposition Hervorrufen. Gegen eine Hereinnahme der staatsbürgerlichen Betätigung ins Programm ließe sich nichts sagen. Es sei eben der Ton, der die Musik mache. Es müsse den Herren vom Zentralverein endlich einmal llar gemacht werden, daß der Jugendaerband seloständig sei und sich fern Programm nicht vorschreiben lasse. Dr. Apfel-Berlin erwiderte darauf: Unrichtig sei es, ihm jetzt Die Kabinettsfrage zu stellen; in: Gegenteil er sei es, der dem Verband die Kabinettsfrage zu stellen hätte. Ueber die Worte des Herrn Dr. Kaufmann könne er sich nur freuen, denn wenn die Opposition so fest an dem Gedanken der Neutralität, den er nun schon 10 Jahre propagandiere, festhalte, so könne er nur alle:: Deegierten wünschen, daß diese Gedanken in ihren Herzen gleich fest verankert seien. Auf die Kongreßfrage eingehend, verlangte er, daß die Karrenzzeit für Ausländer sich höchstens auf 1 bis 2 Jahre erstrecken dürfe. Im Zentralvereinsvorstand sei gerade er es gewesen, der sich dort für den Kongreß, den man dort zuerst bekämpft habe, eingesetzt habe/ und es sei ihm schließlich gelungen, seiner Meinung eine Mehrheit zu gewinnen. Was feine* unb Frl. Dr. Berliners Stellung im Zentralverein beträfe, so könne er nur erwidern, daß d?r dort durchaus nicht ruhig sei, .und daß er versuchen würde, unseren Ideen dort Geltung zu schaffen. In: Verein mit Frl. Dr. Berliner und Justizrat Brodnitz würde er gegen das UnrerständinS unserer Bewegung ankämpfen. Aber man dürfe, de» Zentralverein auch nicht immer angreifen, man müsse auch dankbar erkennen, daß viele erst durch den Zeictralverein zu Juden geworden sind. Me er sich in früheren Jahren hätte dagegen wehren müssen, gegen das Odium, daß er ein verkappter Zionist sei. so würde mau heute das Gegenteil von ihm behaupten. Wenn es Hieße, daß die Zionisten bei Annahme seines Antrages aus dem Jugendverband austreten würden, so möchte er es darauf ankommen lassen, ob deutsche Zionisten aup einem Verbände austreten, weil dieser seine vaterländische Gesinnung betonen würde. Würde sein Antrag abgelehnt, so würde es wieder die häßlichen Neutralitätsdebatte» geben, würde er angenommen, so seien diese für immer vorüber. Im übrigen sähe er nicht ein, warum man es ihm verwehren wolle, einen Antrag einzubringen. Mit stark bewegten Worten bat er die Delegierten, ihm zu glauben, daß nicht antizionistische Gesinnung ihn zum Einbringen des Antrages bewogen habe. Um das zu beweisen, schlage er den folgenden Zusatz vor: „Zionistische oder nationaljüdische Gesinnung ist mit den Verbandsidealen vereinbar". Die einzige Möglichkeit, daß er mitarbeitev-d dem Verband weiter angehöre, seidie Annahme seines Antrages. Würde dieser nicht angenom»:en, so sei der Verband gesprengt. Dr. Apfel schloß mit den Worten: Gebe Gott uns die Stunde, daß wir uns wieder finden werde». . ■;;> , Der bewegte Vortrag löste unter den Delegierten eine starke Erregung aus. Man begriff, daß der Verband auf dem Sv ele stand, und in dieser gefährlichen /Silllasion fand Dr. ,Apfel schließlich den Msweg/ indem'er^an Stelle der ..vaterländischen Gesinnung" die Einfügung der' Logen-, formel vörschlug. Gegen diese-könne' von deiner Seite .ei» Einwand erhoben werden. Nahezu mit .Einstimmigkeit, unter großer Erregung nahm ■ die Delegiertentägung die folgende